23. November 2012
Einigen von Ihnen ist eventuell schonmal der Hirschfaktor oder der h-index zu Ohren gekommen – nein, es ist keine Zahl zur Messung der gegessenen Waldtiere in der kulinarischen “Wildsaison” – es ist ein Parameter, mit dem die persönliche Forschungstätigkeit angegeben werden kann. Den Namen hat dieser Parameter vom Physiker J.E. Hirsch, der zum Thema erstmals 2005 einen Artikel veröffentlichte.
Der Erfinder des Indexes stellt 2007 nach seiner Untersuchung fest:
“In summary, we found that the h index appears to be better able to predict future achievement than the other three indicators—number of citations, number of papers, and mean citations per paper—with achievement defined by either the indicator itself or the total citation count, N c.” (10.1073/pnas.0707962104)
Ein Autor hat einen Hirschfaktor oder h-index „h“, wenn h von seinen insgesamt N Publikationen mindestens h-mal zitiert wurde, also ein h-index von 5 bedeutet, dass fünf der publizierten Artikel fünf Mal zitiert wurden.
Merkmale des h-index:
- Er ist ein Parameter des persönlichen Forschungsimpakts – im Gegensatz zum Impact Faktor, der nur etwas über die Zeitschriften aussagt, aber nichts über den Artikel oder Forscher.
- Er ist leicht zu verstehen und zu berechnen.
- Er ist sehr viel einfacher zu kalkulieren als der „individuelle Impact Faktor“
- Der h-index gleicht statistische Ausreißer aus: Artikel, die sehr oft oder sehr selten zitiert wurden, fallen nicht ins Gewicht.
Aus diesen und weiteren Gründen (bspw. einem allgemeinen Unbehagen ggü. dem IF-System) hat der h-index in den letzten Jahren eine weite Verbreitung gefunden.
Berechnung
Als Datengrundlage zur Berechnung des h-index dienen meistens die Datenbanken Scopus und Web of Science, aber auch Google Scholar und PubMed werden benutzt.
Als älteste Zitationsdatenbank bietet Web Of Science die Berechnung des h-index ebenfalls an, die mit den Daten bis 1987 zurückgeht. Für die Berechnung des h-index folgen Sie diesen Schritten:
1. Startseite > Web of Science auswählen
2. Web of Science > Author Search
3. hier den Wissenschaftler, für den der h-index bestimmt werden soll, eingeben
4. Bei mehreren, gleichnamigen Autoren: Alle Eintragungen eines Autors anhaken (oder – falls zu viele Treffer – erst einmal die Liste nach Resaerch Areas, Organizations-Enhanced, Years, Countries, Source eingrenzen = REFINE ).
5. CREATE CITATION REPORT auswählen (rechts über erstem Artikel)
6. Der AUTHOR H-INDEX steht rechts neben den Grafiken.
[vgl. Med-Magazin der Zweigbibliothek Medizin Münster, Ausgabe 1/2012]
Weitere Informationen: http://www.umm.uni-heidelberg.de/bibl/emedien/jcr.html
Ansprechpartner: Volker Braun, Nina Waldkirch