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Die quantitative sensorische Testung (QST) zur Messung von Schmerz- und Wahrnehmungs-
schwellen dient der Erfassung von Symptomen, die auf spezifische neurobiologische Mechanismen von chronischem Schmerz hinweisen. Dabei lassen sich Symptome einer veränderten Schmerzempfindlichkeit wie z.B. eine thermische oder mechanische Hyperalgesie, sowie dynamisch mechanische Allodynie beschreiben (1). Diese und andere Symptome charakterisieren wesentliche neurobiologische Mechanismen, die zur Entstehung des neuropathischen Schmerzes beitragen.
QST wird entsprechend einem von uns für das BMBF-Netzwerk "Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz" (DFNS) entwickelten Protokoll standardisiert durchgeführt (2). Im Rahmen einer Multizenterstudie wurde eine Normwertdatenbank mit 180 Normprobanden erstellt (3). Klinisch wird diese neue Methodik zur verbesserten Schmerzdiagnostik stationärer und ambulanter Patienten eingesetzt (4). Aktuell werden in dem verbundübergreifenden QST-Projekt des DFNS die Validität, Reliabilität und Möglichkeiten zur Qualitätssicherung der Messmethode evaluiert. In einem multizentrischen Ansatz wird eine Reliabilitätsuntersuchung (Test-Retest- und Interobserver-Reliabilität) durchgeführt, anhand derer die Stabilität der Messungen überprüft wird (5). An den Zentren (Mainz, Kiel und München) werden hierzu je 12 Patienten rekrutiert. Die so gewonnenen Daten erlauben Aussagen über die Reproduzierbarkeit von Messungen zwischen den Zentren und bei Wiederholungsmessungen im Rahmen von Studien. Zur Validierung der QST-Methode wurde ein Messplatz etabliert, an dem alle QST-Parameter mit Hilfe verschiedener mechanischer Sensoren untersucht werden. Dieser Messplatz wird auch im Rahmen von QST-Schulungen eingesetzt, um die exakte Applikation der QST-Reize zu trainieren und trägt somit zur Qualitätssicherung bei. In Zusammenarbeit mit weiteren Zentren des DFNS (Kiel, TU München) werden die sensorischen Veränderungen nach experimentell induzierten neuropathischen Schmerzsyndromen (intradermale Capsaicin-Aplikation, A-Faser-Leitungsblockade) mit Hilfe eines standardisierten, Z-transformierten QST-Profils charakterisiert. Die beiden humanen Surrogatmodelle neuropathischen Schmerzes werden mit 12 gesunden Versuchspersonen pro Zentrum durchgeführt. Anschließend sollen die QST-Profile der Surrogatmodelle mit denen von Patienten verglichen werden: Dies erlaubt Rückschlüsse auf den zu Grunde liegenden neuropathischen Schmerzmechanismus. Der letzte Projektabschnitt befasst sich mit einer Vereinfachung des QST-Protokolls. Ziel ist hier eine Reduzierung der QST-Testbatterie auf ein in der klinischen Praxis durchführbares Maß auch außerhalb des DFNS. Literatur: 1. Baumgärtner U, Magerl W, Klein T, Hopf HC, Treede R-D. Neurogenic hyperalgesia versus painful hypoalgesia: two distinct mechanisms of neuropathic pain. Pain 2002; 96: 141-151 2. Rolke R, Magerl W, Andrews Campbell K, Schalber C, Caspari S, Birklein F, Treede RD. Quantitative sensory testing: a comprehensive protocol for clinical trials. Eur J Pain 2006; 10:77-88. 3. Rolke R, Baron Maier C, Tölle TR, Treede RD, Beyer A, Binder A, Birbaumer N, Bötefür IC, Braune S, Flor H, Huge V, Klug R, Landwehrmeyer GB, Magerl W, Maihöfner C, Birklein, F, Rolko C, Schaub C, Scherens A, Sprenger T, Valet M, Wasserka B. Quantitative Sensory Testing in the German Research Network on Neuropathic Pain (DFNS): Standardized Protocol and Reference Values. Pain 2006, 123, 231-43. 4. Lang PM, Schober GM, Rolke R, Wagner S, Hilge R, Offenbächer M, Treede RD, Hoffmann U, Irnich D. Sensory neuropathy and central sensitization in patients with peripheral arterial disease. Pain 2006, 124, 190-230 5. Geber C, Klein T, Rolke R, Magerl W, Dieterich M, Birklein F, Treede RD. Test/Retest-Reliability in Quantitative Sensory Testing according to the Protocol of the German Network on Neuropathic Pain (DFNS), European Journal of Pain, 11 (Suppl. 1), S87, 2007 6. Geber C, Fondel R, Krämer HH, Rolke R, Treede RD, Sommer C, Birklein F. Psychophysics, flare and neurosecretory function in human pain models: Capsaicin vs. electrically-evoked pain, Journal of pain (6), 503-14, 2007 Ansprechpartner: Dr. D. Pfau doreen.pfau@medma.uni-heidelberg.de Dr. T. Klein thomas.klein@medma.uni-heidelberg.de PD Dr. W. Magerl walter.magerl@medma.uni-heidelberg.de Doktoranden: Raid Abuamona, Johannes Groß, Monika Hofmeister, Silke Möbius, Georgios Papafragou, Doreen Pfau, Roman Wehry, Sylvia Brost Methoden: QST, Schmerzfragebögen Kooperation: 1. Univ.-Prof. Dr. M. Dieterich, Klinik und Poliklinik für Neurologie 2. Univ.-Prof Dr. med. F. Birklein, Klinik und Poliklinik für Neurologie 3. Univ.-Prof. Dr. med. P. Stoeter, Dr. S. Boor, Institut für Neuroradiologie 4. Prof. Dr. med. A. Eckhardt, Dr. P. Drees, Orthopädische Klinik und Poliklinik 5. PD. Dr. Dr. med. Daubländer; Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie 6. Dr. med. S. Seddigh, DRK-Schmerz-Zentrum Mainz 7. Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz |