Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Medizinische Fakultät Mannheim
Chirurgische Klinik
Universitätsklinikum Mannheim
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Entzündliche Darmerkrankungen

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Prof. P. Kienle

Minimalinvasive Behandlung entzündlicher Darmveränderungen (Divertikultits, M.Crohn) und gutartiger Darmgeschwulst

 

Operative Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen

Die Krankheitsbilder "Morbus Crohn" und "Colitis ulcerosa" bezeichnen chronisch-entzündliche, in Schüben verlaufende Erkrankungen des Verdauungstraktes. In Deutschland schätzt man die Zahl der Erkrankten auf ca. 300 000. Betroffen ist vor allem die Gruppe der 15-30-jährigen. Patienten die an einer dieser Erkrankungen leiden werden vorwiegend medikamentös behandelt. In der akuten Phase dieser Erkrankungen ist dabei eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten erforderlich. Im Gegensatz zu der Crohn-Erkrankung (I) wird bei der Colitis ulcerosa (II) auch im entzündungsfreien Intervall eine kontinuierliche Medikamenteneinnahme zur Unterdrückung der chronischen Entzündung empfohlen. Chirurgische Verfahren zur Behandlung dieser Krankheitsbilder werden in der Regel erst bei Versagen der konservativen Therapie und beim Auftreten von Komplikationen relevant. Erforderliche Operationen umfassen Entfernungen befallener Darmanteile, Eingriffe bei Fistelleiden bis hin zur endoskopischen Anlage eines künstlichen Mastdarmes bei Colitis ulcerosa (Pouch-OP (III)).

 

Die Chirurgische Universitätsklinik Mannheim verfügt über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Colitis- und Crohnchirurgie mit niedrigen Komplikationsraten. Ein hoher Standard in der Versorgung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen am Universitätsmedizin Mannheim wird nicht zuletzt auch durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus der Medizinischen Klinik ermöglicht.

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Wir stehen Ihnen für weitere Fragen und Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung. 

Speziell für Probleme bei M. Crohn und Colitis ulcerosa  im Analbereich können Sie sich auch an unsere kolo-proktologische Sprechstunde  wenden.

Für mehr Informationen zu den Krankheitsbildern verweisen wir ebenfalls auf die Homepage der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) 

 

(I) Morbus Crohn

Die chirurgische Therapie bei Morbus Crohn bringt keine Heilung, kann jedoch zu einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität führen. Bei der Mehrheit der Patienten wird im Laufe des Lebens eine Operation erforderlich, da die chronische Entzündung im Bereich des Verdauungstraktes zu einer Funktionsstörung führt. Typischerweise enstehen im Krankheitsverlauf in den betroffen Darmabschnitten narbige Darmverengungen (Stenosen). Auch führt der Morbus Crohn häufig zur Ausbildung von sog. Fistelgängen zwischen dem Darm und der Haut oder sogar zu Verbindungen zwischen Darm und anderen Organen (Blase, Scheide). Aufgrund der effektiven, medikamentösen Behandlung sind lebensgefährliche Notfallsituationen (schwere Darmblutung, Darmdurchbruch oder schwere Bauchfellentzündung) heutzutage selten.

Bei der chirurgischen Behandlung des Morbus Crohn werden darmschonende Operationsverfahren angestrebt. Eine Beseitigung von Darmverengungen kann ohne Darmentfernung (sog. Strikturoplastik, Ballondilatation) oder mit Darmentfernung (Darmresektion) erfolgen. Bei Patienten mit einem schwierigem Verlauf kann jedoch auch eine Entfernung ganzer Darmabschnitte (z.B. Dickdarm) mit der Anlage eines künstlichen Darmausganges (Stomas) erforderlich sein. Die Behandlung von Fisteln beschränkt sich in der Regel auf eine lokale, chirurgische Sanierung in Verbindung mit einer medikamentösen Therapie (Medikamente zur Hemmung der Entzündungskaskade). Jedoch kann auch ein schweres Fistelleiden die Anlage eines künstlichen Darmausganges erforderlich machen.

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(II) Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa kann sich vom Mastdarm über den ganzen Dickdarm ausbreiten. Bei schweren Verläufen können auch bei der Colitis ulcerosa Notfalloperationen (starke Blutung, schwerste Dickdarmentzündung (sog. Megakolon)) mit Anlage eines künstlichen Darmausganges erforderlich sein. Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass bei der Colitis ulcerosa durch die chronische Entzündung der Dickdrmschleimhaut ein hohes Risiko besteht, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Im Gegensatz zum Morbus Crohn wird dadurch bei der Colitis ulcerosa eine radikale, chirurgische Behandlung gewählt, falls eine medikamentöse Therapie erfolglos ist oder Vorstufen bzw. manifester Darmkrebs nachgewiesen werden kann. Therapie der Wahl ist dann die sog. Poch-Operation (III).

 

(III) Pouch-Operation

Dieser Eingriff beinhaltet eine komplette Entfernung des Dickdarms (Kolektomie) sowie der Mastdarmschleimhaut (Proktomukosektomie). Um nach der Operation die Stuhlgangsfrequenz zu reduzieren (Wasser wird nicht mehr in ausreichendem Masse dem Stuhl entzogen), muss ein aus Dünndarmschlingen geformtes Reservoir (ileoanaler Pouch) geschaffen werden (Bild), das den Dünndarmstuhl sammelt und die direkte Entleerung hinauszögert. Eine Pouch-OP ist allerdings ein größerer Eingriff und kann für den Patienten weitgreifende Konsequenzen haben. Dies setzt neben einer grossen Erfahrung des Chirurgen eine sorgfältige Indikationsstellung voraus. Neben der traditionellen, "offenen" Pouch-OP besteht in ausgewählten Fällen auch die Möglichkeit, den Pouch in einem "minimal-invasiven" Verfahren anzulegen. Diese Operation wird bisher nur an sehr wenigen Zentren angeboten. Wir haben bereits einige Patienten mit großem Erfolg nach diesem sehr modernen Verfahren operiert. Dabei erfolgt der Zugang über den kosmetisch günstigeren Bikini-Schnitt (Bild 1+2) (Querer Hautschnitt oberhalb des Schambeins wie bei Kaiserschnittgeburt). Die Präparation innerhalb der Bauchhöhle wird zum Teil mit endoskopischen  Instrumenten durchgeführt (wie bei einer Bauchspiegelung). Bei einem Teil der operierten Patienten ist es sogar möglich, auf die Anlage eines künstlichen Darmausganges zu verzichten. Die durchschnittliche Liegedauer nach einer Pouch-OP beträgt 10-18 Tage.

 

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Verantwortlich:  M. Schlüter letzte Änderung: 28 Juli 2009 Webmaster