Ernährungsambulanz
Mannheim
Patienten, die nicht mehr essen können oder dürfen und somit eine zusätzliche
Ernährung brauchen. Mangelernährung bedeutet nicht nur eine Gewichtsabnahme,
"quantitative Mangelernährung", sondern auch das Fehlen wichtiger Nährstoffe
"qualitative Mangelernährung". Einige Patienten leiden unter Störungen der
Nahrungsaufnahme, z.B. Appetitlosigkeit oder Geschmacksveränderungen. Andere sind
aufgrund von Kau- oder Schluckstörungen, Verengungen im Kopf-, Hals- oder Magen-/
Darmbereich oder Bewusstlosigkeit dazu nicht in der Lage. Manche leiden an einer
mangelnden Verdauungsleistung des Magen-Darm-Trakts oder Sie dürfen keine Nahrung auf
"normalem" Wege zu sich nehmen, da sie frisch operiert sind beziehungsweise
unter entzündlichen Erkrankungen des Magen Darm Trakts leiden. All diese Bedingungen
führen zur Mangelernährung.
Eine Mangelernährung schwächt den Körper, macht ihn krank. So ein schlechter
Ernährungszustand kann Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Lungenentzündung
Störungen der Infektabwehr etc. hervorrufen. Dies wiederum hat häufig eine verlängerte
Krankheitsdauer zur Folge haben.
Deshalb ist es wichtig diesen Patienten die benötigten Nährstoffe zu
zuführen. Indikationen der künstlichen Ernährung sind z.B.:
 | Tumorerkrankungen, tumorbedingte Abmagerung (Kachexie), Entzündungen des
Darmtraktes nach Chemo- und/oder Bestrahlungstherapie |
 | Erkrankungen des Magen Darm Trakts wie Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom,
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse etc. |
 | Geriatrische Erkrankungen wie Morbus Parkinson, senile Demenz etc. |
 | Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose etc. |
 | Intensivmedizinische Erkrankungen wie Bewusstlosigkeit, Verbrennungen, Schädel
Hirn Verletzungen |
 | Erkrankungen der Kinder wie Mucoviszidose, körperliche/geistige Behinderungen,
Wuchs- und Gedeihstörungen |
 | Chirurgische Erkrankungen wie große operative Eingriffe ( davor und/oder
danach), Kurzdarmsyndrom, Gesichtsfrakturen etc. |
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Künstliche Ernährung ist der Voll- oder Teilersatz der Nährstoffe durch die
künstliche Zufuhr der Nahrung. Es gibt zwei Formen der künstlichen Ernährung:
1. Die enterale Ernährung bezeichnet die Zufuhr von
flüssigen Nährsubstraten als Trink- oder Sondennahrung (über verschiedene Sondensysteme
und nutzt den Magen und Darm Trakt als Zuführungsweg der Nahrung:
Oral d.h. über den Mund, gastral, d.h. über dem Magen, duodenal, d.h. über
den Zwölffingerdarm, jejunal, d.h. über den Dünndarm.
Die Bestandteile der enteralen Ernährung enthalten die Nährstoffe in
weitgehend natürlicher Form. Diese Form der Nährstoffe werden im Verdauungstrakt ganz
oder teilweise gespalten oder weiter abgebaut und im Dünndarm ins Blut aufgenommen.
Vorteile dieser Ernährungsform sind die Nutzung und Aufrechterhaltung der physiologischen
Regelmechanismen des Körpers. Z. B. Erhaltung der Darmschleimhaut als natürliche
Bakterienschranke oder die Stimulation gastrointestinaler Hormone und die
Aufrechterhaltung der Darmtätigkeit.
Außerdem bleibt das Geschmackserlebnis und der soziale Aspekt der
Nahrungsaufnahme erhalten.
Deshalb sollte diese Form der Ernährung, wenn möglich der parenteralen
Ernährung vorgezogen werden. Die Trinknahrungslösungen werden in vielen
Geschmacksrichtungen angeboten, so dass Auswahlmöglichkeiten je nach Vorliebe bestehen.
2. Die parenterale Ernährung bezeichnet die Zufuhr der
Nährstoffe in gespaltener Form unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts über die Venen,
entweder über einen zentral- oder einen peripher venösen Zugang (Katheter). Dies trifft
zu wenn der Magen Darm Trakt aus irgendeinem Grund die Nährstoffe nicht aufnehmen kann
oder soll. Hier entfällt dann die Verdauungsleistung des Magen-Darm-Trakts. Deshalb
müssen die Nährstoffe in aufgespaltener Form vorliegen, damit sie dem Stoffwechsel zur
Verfügung stehen können. Diese Form der Ernährung birgt leider einige Nachteile. Es
kann zu Entzündungen des Katheters kommen, der dann ausgewechselt werden muß. Man kann
auf diesem Weg der Ernährung nie auf Dauer alle notwendigen Nährstoffe zuführen. Die
Leber kann verfetten und dann in ihrer Arbeitsleistung nachlassen. Der Patient muß sich
in engen regelmäßigen Abständen zu Blutuntersuchungen vorstellen.
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