Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Medizinische Fakultät Mannheim
Chirurgische Klinik
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Allgemeine Informationen zur minimal invasiven Chirurgie

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Prof. P. Kienle

Die Einführung der minmal invasiven Chirurgie , auch als "Schlüssellochoperation" (Laparoskopie) bezeichnet, hat innerhalb weniger Jahre weite Verbreitung gefunden. So ist die Entfernung der Gallenblase  nur noch in Ausnahmefällen über einen Bauchschnitt notwendig, der entzündlich veränderte Blinddarm kann ebenso wie der Leistenbruch auf diese Weise operiert werden. Auch Veränderungen des Magens oder der Milz sowie bestimmte Formen des Krampfaderleidens können minimal invasiv behandelt werden.

Kleinere Schnitte, weniger Schmerzen, schnelle Erholung und rasche Entlassung aus dem Krankenhaus, sind nur einige Vorteile dieser Operationsmethoden für den Patienten.

Zu den häufigsten Eingriffen in den chirurgischen Kliniken gehören nach wie vor die im Bereich des Dickdarms. Auch hier hat seit Anfang der neunziger Jahre die "Schlüssellochoperation Einzug gehalten. Die laparoskopische Entfernung erkrankter Darmabschnitte hat sich mittlerweile auch in der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen (z.B. Divertikulitis, Morbus Crohn) ebenso bewährt wie die Therapie kleiner gutartiger Geschwulste oder die Behandlung eines Darmvorfalls. Die Entfernung von bösartigen Geschwulsten ist ebenfalls möglich, muss jedoch vom Einzelfall abhängig gemacht werden..

Seit der ersten laparoskopisch durchgeführten Darmresektion, einer Appendektomie durch K.Semm 1981 und der ersten laparoskopischen Cholecystektomie durch B.Mühe 1985 sind auf dem Gebiet der videoassistierten Chirurgie große Fortschritte erzielt worden.

Die Herniotomie, die Fundoplicatio, die Splenektomie, die Adrenalektomie oder die Rektopexie sind Operationen, die sich laparoskopisch ebenso zum Vorteil für den Patienten sicher durchführen lassen wie die endoskopische Dissektion von Perforansvenen im Rahmen der chronisch venösen Insuffizienz.

Auch die operative Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen (z.B. Divertikulitis ,Morbus Crohn) lässt sich mit gleicher Morbidität sicher laparoskopisch durchführen und bedeutet für den Patienten neben weniger Schmerzen und einer verbesserten Kosmetik auch eine schnellere Rekonvaleszenz als in der bewährten konventionellen Operationstechnik.

Während die Entfernung benigner Darmtumoren problemlos möglich ist, ist die Behandlung des Kolonkarzinoms zur Zeit nur in ausgewählten Fällen angeraten, da Langzeitergebnisse hinsichtlich der lokalen Rezidivrate und der 5_Jahres_Überlebensrate noch ausstehen. Erste Ergebnisse sind jedoch mit denen der konventionellen Operation vergleichbar.

Die Ängste einer Tumoraussaat während der Operation (z.B. durch das verwendete Gas) bestätigten sich nicht, vielmehr scheint die laparoskopische Operationstechnik das Immunsystem des Einzelnen weniger zu belasten.

Die minimal invasive Chirurgie stellt somit eine rasch an Bedeutung zunehmende Alternative zur konventionellen Operation für den Patienten dar.

 

 

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Verantwortlich:  M. Schlüter letzte Änderung: 28 Juli 2009 Webmaster