Organ und Erkrankungen
Die Niere ist beim Menschen paarig
vorhanden. Sie liegt beim Erwachsenen hinter der Bauchhöhle zwischen 12.
Brust- und 3. Lendenwirbelkörper (sog. Retroperitoneum). Die Niere dient zur
Reinigung des Blutes. Sie besteht aus verschiedenen Funktionseinheiten wie der
Nierenrinde, dem Nierenmark und des Nierenbeckenkelchsystem. Über den
Harnleiter (Ureter) fließt der Urin in die Harnblase und dann über die
Harnröhre (Urethra) ab. Neben der Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten,
von Mineralien und Wasser kommt der Niere noch die wichtige Bedeutung des
blutbildenden Hormons Erythropoetin und der Aktivierung von Vitamin D zu.
Erkrankungen der Nieren können verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet
dabei das akute Nierenversagen vom chronischen Nierenversagen. Das akute
Nierenversagen ist relativ häufig und rückbildungsfähig. Die Ursachen können
hohe Flüssigkeitsverluste (bei Durchfall und Erbrechen), eine gestörte
Durchblutung der Niere (bei einer Nierenarterienverengung) oder
medikamentös-toxische Ereignisse (Röntgenkontrastmittel) sein. Auch eine
Abflussbehinderung der Harnwege, wie z.B. Harnröhrenverengungen, Steine oder
Tumoren können ursächlich vorliegen. Das chronische Nierenversagen wird in der
Regel durch dauerhafte Schädigung über einen längeren Zeitraum hervorgerufen.
Zunächst wird eine kompensierte Funktionseinschränkung (Niereninsuffizienz)
und später eine nicht mehr kompensierbare Funktionseinschränkung (Urämie)
beobachtet. Unter Urämie versteht man eine für den Patienten gefährliche
Verunreinigung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen. In der Regel ist in
diesem Stadium eine Nierenersatztherapie (Hämodialyse oder Bauchfelldialyse)
erforderlich. Die Zeitspanne zwischen dem Beginn der Niereninsuffizienz und
Eintreten der Dialysepflichtigkeit variiert von Monaten bis zu Jahrzehnten.
Sie wird von der Grunderkrankung mitbestimmt. Die häufigsten Ursachen der
chronischen Niereninsuffizienz beim Erwachsen sind Schädigung durch Diabetes
(diabetische Nephropathie) und Bluthochdruck (Hypertonie). Zudem können
verschiedenartige Immunerkrankungen zur Zerstörungen der Nierenfilter und
mikroskopischen Nierenkanälchen führen, wie Glomerulonephritiden oder
interstitielle Nephritiden. Weiterhin sind die angeborenen Nierenerkrankungen
wie die Zystennieren (polyzystische Nierendegeneration) zu nennen.