AML MO ( AML mit minimaler myeolischer Differenzierung ).
Die Blasten sind groß und ohne erkennbare Granulation. Sie sind
negativ für Peroxidase oder Sudan-Schwarz, oder nicht mehr als 5%
positiv. Die Diagnose erfolgt immunzytologisch (myeloische Marker CD13,
CD33, CD65).
AML M1 ( AML ohne morphologische Ausreifung )
90% der nicht zur Erythropose gehörigen Zellen ( NEZ ) sind
Blasten des Typs I und II ( Blasten Typ I: Blasten ohne Granulation; Typ
II: Blasten mit einigen azurophilen Granula ). Mindestens 3% der Blasten
sind Peroxidase oder Sudan-Schwarz positiv. Die restlichen 10% sind ausreifende
Zellen der Granulopoese beginnend mit Promyelozyten oder sind Monozyten.
AML M2 ( AML mit morphologischer Ausreifung )
30 - 89% der NEZ sind Blasten des Tpys I und II, <20% monozytäre
Zellen, >10% der NEZ sind reifere Zellen der Granulopoese beginnend mit
den Promyleozyten.
AML M3 ( Promyelozytenleukämie )
Die große Mehrheit der Zellen sind abnorme Promyelozyten
mit charakteristischer Hypergranulation. Der Zellkern der Zellen variiert
in Form und Größe und ist oft bilobär oder nierenförmig.
Das Zytoplasma ist vollständig mit dicht gepackter oder teils kondensierter
Granulation gefüllt. In einigen Zellen ist das Zytoplasma mit staubförmigen
Granulationen angefüllt. Zellen mit charakteristischen Bündeln
von Auer-Stäbchen (sog. Fagott-Zellen) finden sich im Knochenmark
oder Peripherie.
AML M3var ( Variante Form der Promyelozytenleukämie )
Es finden sich nur wenig Zellen mit Hypergranulation oder Bündeln
von Auer-Stäben. Im peripheren Blut sind die Zellkerne praktisch aller
Zellen bilobär, multilobär oder nierenförmig. Die Mehrzahl
der Zellen enthält jedoch keine Granula oder nur wenig azurophile
Granula. M3 und M3v zeigen die 15:17 Translokation.
AML M4 ( Akute myelomonozytäre Leukämie )
Im Mark sind >30% der nicht erythroiden Zellen ( NEZ ) Blasten.
>30 bis <80% der NEZ sind Myeloblasten, Promyelozyten, Myelozyten oder
reifere Stufen der Granulopoese. >20% der NEZ im Mark sind monozytär
in verschiedenen Stadien der Reifung. In der Peripherie beträgt die
Zahl der monozytären Zellen ?5000 /µl. Trifft letztere Voraussetzung
nicht zu, kann die Diagnose dennoch gestellt werden, wenn aufgrund der
Zytochemie >20% der NEZ im Mark monozytär sind. Ähnelt das Knochenmark
dem Erscheinungsbild einer AML M2, kann die Diagnose M4 dennoch gestellt
werden, wenn >5000 /µl Monozyten im peripheren Blut gezählt
werden und wenn die o.g. zytochemischen Untersuchungen einen Anhalt für
eine vermehrte monozytäre Komponente im Mark ergibt.
AML M4 Eo ( akute myelomonozytäre Leukämie mit abnormen
Eosinophilen )
Zusätzlich zu den Kriterien der M4 sind eosinophile Zellen
im Mark, gewöhnlich bis 5%. Die atypischen Eosinophilen zeigen neben
den eosinophilen Granula unreife ( basophile ) Granulationen.
AML M5a ( Akute Monoblastenleukämie )
80% der NEZ sind Monoblasten, Promonozyten oder Monozyten. ?80%
der monozytoiden Zellen sind Monoblasten.
AML M5b ( Akute Monozytenleukämie )
80% der NEZ sind Monoblasten, Promonozyten oder Monozyten. <80%
der monozytoiden Zellen sind Monoblasten.
AML M6 ( Erythroleukämie )
>50% der kernhaltigen Zellen gehören zur Erythropoese. >30%
der nicht erythroiden Zellen sind Blasten.
AML M7 ( Akute Megakaryoblastenleukämie )
Es liegen POX und Sudan-Schwarz-negative, sehr polymorphe Blasten vor.
Die Zellgröße variiert zwischen der kleiner Lymphozyten und
2 bis 3 mal so großen Zellen. Die Kernform ist rund, das Chromatin
feinretikulär mit 1 bis 3 prominenten Nucleoli. Manche Zellen haben
pseudopodienartige Zytoplasmaausläufer oder differenzieren in Megakaryozyten.
Es finden sich gelegentlich abschilfernde Plättchen oder nackte Zellkerne
mit Plättchen in der Umgebung. Nähere Diagnose mit Oberflächenmarkern
(CD41, CD61) und Elektronenmikroskopie mit Nachweis von Plättchenperoxidase.
Häufig liegt eine Punctio sicca vor. Im Kindesalter gehäuft
mit Trisomie 21 assoziiert.