Multimodale Mammadiagnostik
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Leiter
PD Dr. Klaus Wasser |
Ärztliche Mitarbeiter: Dr. med. Andreas Schnitzer
wissenschaftlich Mitarbeiter:Cand. med. Anja Dutschke
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Ziele
Unsere Forschungsaktivitäten sind eingebettet in das Konzept der multimodalen Mammadiagnostik mit modernen bildgebenden Verfahren der Radiologie und Nuklearmedizin. Hier möchten wir das Verständnis über morphologische und funktionelle Veränderungen optimieren, so dass in der Primärdiagnostik, genauso wie im Staging, der Therapieplanung und der Nachsorge des Mammakarzinoms eine Trennung zwischen bösartigen und gutartigen Befunden gelingt, sowie eine möglichst exakte Bestimmung der lokalen und systemischen Tumormanifestation.
Langfristig sollen unsere Forschungsaktivitäten dazu beitragen, dass
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eine verbesserte in-vivo Gewebecharakterisierung die diagnostische Sicherheit erhöht und den Einsatz minimal-invasiver Verfahren (Vakuum-Saug-Biopsien, Stanzbiopsien etc.) reduziert
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eine exakte Bildgebung die individuelle Therapieplanung bei jeder einzelnen Patientin optimiert.
Methoden
Auf radiologischer Seite kommen die Röntgen-Mammographie
(einschließlich Tomosynthese bei speziellen Fragestellungen),
die hochauflösende Sonographie und die MR-Mammographie zum
Einsatz. Für nuklearmedizinische Fragestellungen steht uns
eine SPECT-Gammakamera und ein PET-CT zur Verfügung.
Zur histologischen Verifizierung verwenden wir als minimal-invasive
Verfahren die Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie, die Vakuum-Saug-Biopsie
und die Feinnadelpunktion.
Inhalte I
Derzeit liegt der Forschungsschwerpunkt in der Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms nach intraoperativer Radiotherapie (IORT). Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Mannheim ist eines der weltweit führenden Zentren auf dem Gebiet der IORT, die sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitet hat. Ähnlich wie in den achtziger Jahren die Einführung der brusterhaltenden Therapie mit postoperativer Bestrahlung, so ist es aktuell das neue Verfahren der IORT, welches ein neues Verständnis in der radiologischen Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms verlangt. Eine erste Studie unserer Arbeitsgruppe konnte belegen, dass die IORT im frühen (bis zu 2 Jahre) posttherapeutischen Verlauf zu verstärkt ausgeprägten strukturellen Veränderungen im ehemaligen Tumorbett führt, allen voran zu persistierenden Hämatomen/Seromen in unterschiedlichen Stadien der Organisation. Die Untersuchungen zum Langzeitverlauf (bis zu 5 Jahre postoperativ) bestätigten diese Beobachtung und ergaben zudem, dass die Hämatome/Serome im Randbereich ausgeprägt narbig organisiert sind, u.a. i.S. von Fettgewebsnekrosen, wie durch histopathologische und MR-tomographische Korrelationen belegt wurde. Dies erklärt das häufige Auftreten von großen Ölzysten im späteren Verlauf nach IORT. Dieses Phänomen muss dem Radiologen in der Nachsorgediagnostik bekannt sein. Ansonsten können Arzt und Patientin unnötig verunsichert werden. Nach bisherigen Erkenntnissen halten wir solche Veränderungen für nicht weiter abklärungs-bedürftig (i.S. von Stanzbiopsien o.ä.), wenn diese im üblichen Nachsorgeturnus kontrolliert werden. Diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden zuletzt auf dem Kongress der deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart 2008 vorgestellt und mit einem Preis ausgezeichnet.
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Weitere Arbeiten beschäftigen sich derzeit mit folgenden Fragestellungen/ Zielen:
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In wie weit bewirken strukturelle Veränderungen im Tumorbett nach IORT diagnostische Unsicherheiten und benötigen weitere Abklärungen (z.B. durch MRT oder Stanzbiopsie).
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Weitere Verifizierung der therapieinduzierten Veränderungen anhand eines randomisierten Patientenkollektivs aus der TARGIT-Studie
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Welche typischen Veränderungen treten im MR-Follow-up nach IORT auf.
Inhalte II
Eine laufende Studie beschäftigt sich mit der PET-CT bei primär fortgeschrittenem Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, ob mit Hilfe der PET-CT das diagnostische und therapeutische Procedere signifikant verbessert wird und das Verfahren eine zentrale Rolle beim initialen Staging des Mammakarzinoms einnehmen kann, so wie im unten aufgeführten Flussdiagramm dargestellt.
Weitere Details zur Studie und Patienteninformation (pdf)
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Inhalte III
Ein weiterer Themenschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt in der präoperativen axillären Lymphknoten-Diagnostik beim Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, welche bildgebende Methode neben der PET (siehe oben) eine möglichst genaue Diagnostik des LK-Status beim Mammakarzinom erlaubt, wobei der positive Vorhersagewert im Vordergrund steht (Wasser et al. Radiologe 2010). In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns mit dem Stellenwert der kontrastunterstützten dynamischen Magnetresonanz-Mammographie (dMRM). Die dMRM wird zunehmend in der präoperativen Diagnostik des Mammakarzinoms eingesetzt, um die Ausdehnung des Tumors genauer zu beurteilen. Dabei werden axilläre LK miterfasst. Inwieweit die Kriterien der dMRT eine Aussage über einen LK-Befall erlauben, ist bisher weitestgehend ungeklärt. In einer laufenden Auswertung wird zunächst untersucht, wie sich normale Lymphknoten bei gesunden Frauen in der dMRM verhalten.
Kooperationspartner
Fraunhofer Institut für Bildgestützte Medizin, Bremen.
Am Universitätsklinikum Mannheim besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologischen Klinik, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie dem Pathologischen Institut
Ausgewählte themenbezogene Publikationen (Stand 7/2011)
Literatur:
- Wasser K, Ruch M, Brade J, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher
U, Schnitzer A, Engel D, Wenz F, Sutterlin M, Schoenberg SO, Buesing
KA. Do structural changes in the tumour bed after intraoperative
radiotherapy (iort) of breast cancer complicate the evaluation
of mammograms in a long-term follow-up? Eur J Radiol. 2011
- Wasser K, Schnitzer A, Brade J, Schoenberg SO. Non-invasive
imaging modalities for preoperative axillary lymph node staging
in patients with breast cancer. Radiologe. 2010;50:1022-1029
- Baltzer PA, Kaiser CG, Dietzel M, Vag T, Herzog AB,
Gajda M, Camara O, Kaiser WA.Value of ductal obstruction sign
in the differentiation of benign and malignant breast lesions
at mr imaging. Eur J Radiol. 2010
- Ruch M, Brade J, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher
U, Schnitzer A, Engel D, Wenz F, Sutterlin M, Schoenberg SO, Wasser
K. Long-term follow-up-findings in mammography and ultrasound
after intraoperative radiotherapy (iort) for breast cancer. Breast.
2009;18:327-334
- Wasser K, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher U, Bauer
L, Brade J, Teubner J, Wenz F, Neff W. Early mammographic and
sonographic findings after intraoperative radiotherapy (iort)
as a boost in patients with breast cancer. Eur Radiol. 2007;17:1865-1874
- Wasser K, Klein SK, Junkermann H, Sinn HP, Darai
S, Neff W, Kauczor HU, Delorme S. Neoadjuvant chemotherapy of
breast carcinomas: What post-therapeutic (preoperative) information
is provided by quantitative dynamic mri?. Radiologe. 2007;47:421-429
- Wasser K, Sinn HP, Fink C, Klein SK, Junkermann
H, Ludemann HP, Zuna I, Delorme S. Accuracy of tumor size measurement
in breast cancer using mri is influenced by histological regression
induced by neoadjuvant chemotherapy. Eur Radiol. 2003;13:1213-1223
- Wasser K, Klein SK, Fink C, Junkermann H, Sinn HP,
Zuna I, Knopp MV, Delorme S. Evaluation of neoadjuvant chemotherapeutic
response of breast cancer using dynamic mri with high temporal
resolution. Eur Radiol. 2003;13:80-87
-
Wasser K, Delorme S, van Kaick G. Radiologische Diagnostik kleinster Gefäße – Die nicht-invasive Untersuchung der Mikrozirkulation von neoplastischen Erkrankungen. Onkologe 2001; 7: 1134-1144
Ausgewählte Buchbeiträge
- Joan C. Vilanova and Klaus Wasser. Vasovist for
breast cancer recognition. In: Leiner T, Goyen M, Rohrer M, Schönberg
S (Eds.): Clinical blood pool MRI. Springer-Verlag, Heidelberg
2008: 196-199
- Wasser K, Delorme S. Behandlungserfolge sichtbar machen – Die dynamische Magnetresonanztomographie kann die Wirksamkeit neuer Therapien nachweisen. In: Krebsforschung heute 2002; Steinkopf, Darmstadt: 125-129



