Molekulare Bildgebung
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LeiterinProf.
Dr. Maliha Sadick |
Ärztliche Mitarbeiter:Dr. med. Sönke Bartling |
Definition
Visualisierung molekularer, biochemischer oder zellulärer
Vorgänge durch Zellmarkierung mit unterschiedlichen Biomarkern
oder Tracer zur Ermittlung von Zelltypen (z. B. Tumorzelle) und
von Zellfunktionen (z. B. Apoptose). Mit ihrer Hilfe können
organische oder zelluläre Fehlfunktionen schon vor dem Auftreten
der ersten anatomischen Veränderungen entdeckt werden. Dabei
werden zahlreiche Bildgebungsmodalitäten eingesetzt: optisch
Fluoreszenz und Biolumineszenz, magnetisch Magnetresonanztomographie,
radioaktiv/röntgenologisch: PET, SPECT und PET/CT, akustisch
Ultraschall. Die Kenntnis der molekularen Pathologie eröffnet
eine neue Ebene der Bildgebung, die auf die Detektion molekularer
Prozesse in vivo fokussiert.
Die molekulare Bildgebung zielt auf die durch Erkrankungen verursachten
biochemischen Veränderungen in einer Zelle oder einem Organismus
ab, die bereits vor den morphologischen Veränderungen manifest
werden. Zum Beispiel kann mit speziellen optischen Kontrastmitteln
die Expression spezifischer Rezeptorproteine auf der Oberfläche
einer Tumorzelle detektiert werden.
Die optische Bildgebung wir u. a. zur Detektion von Genexpression
und Protein-Liganden-Interaktion eingesetzt. Markierung der Zellen
und optischer Zugang stellen eine Herausforderung dar. Als Detektionsquellen
stehen Absorption, Reflexion, Fluoreszenz und Biolumineszenz zur
Verfügung. Oftmals werden mikroskopische Darstellungen und
die experimentelle Bildgebung bei Kleintieren angewandt, da die
Eindringtiefe des Lichts sehr beschränkt ist.
Ziele
Präzise Aussagen über den Funktionszustand eines Organs
machen zu können, ist in der Medizin von zentraler Bedeutung.
Allerdings ist es oft schwierig, geeignete Parameter für
solche Aussagen zu finden. Üblicherweise sind präzise
Aussagen nur mit aufwendigen und teueren Testsystemen zu erhalten.
Daher werden für die Funktionsdiagnostik verschiedenster
Organsysteme Surrogat-Marker (z. B. Inulinclearance, Kreatininclearance)
verwendet, das heißt man versucht mit möglichst einfachen
Mitteln die eigentliche Funktion abzubilden. Dies geht in der
Regel mit einem erheblichen Verlust an Präzision einher.
Im Rahmen unseres Projektes soll ein Diagnosesystem etabliert
werden, das sowohl die optische Darstellung als auch funktionelle
Berechnung der Eliminationskinetik eines Organes gewährleistet:
dynamische Fluoreszenzbildgebung für nicht-invasive Organfunktionsmessungen
mittels eines komplexen optischen Meßsystems - Etablierung
einer neuen diagnostischen Plattform für die Bestimmung der
glomerulären Filtrationsrate der Niere und die Früherkennung
einer Nephropathie.
Methoden
Die Umsetzbarkeit unserer Idee wird für die Funktionsmessung
der Niere realisiert.
Mit Hilfe des von uns entwickelten Fluoreszenzmarker Fluoreszein-5-isothiocyanat
gekoppelt an Sinistrin (FITC-Sinistrin), der intravenös appliziert
wird und dessen Eliminationskinetik im Blut gemessen werden kann,
steht eine neue Substanz zur Bestimmung der glomerulären
Filtrationsrate zur Verfügung. Die Anwesenheit der FITC-Gruppe
ermöglicht eine minimal-invasive Bestimmung anhand eines
konventionellen Fluorometers. Problematisch ist hierbei jedoch
die optische Messung der Substanz bei einer Wellenlänge von
520 nm, was in enger Nachbarschaft zum Emissionsspektrum von Hämoglobin
liegt und somit durch Hämolyseprozesse beeinträchtigt
werden kann. Zudem ist durch die Wellenlänge von 520 nm die
Eindringtiefe des Messignals der Substanz auf maximal 2 mm begrenzt.
Die Messung der Fluoreszenz erfolgt am Kleintier in einem lichtdichten
Fluoreszenzaufbau. Aufnahme und Dokumentation erfolgen über
eine integrierte digitale CCD-Kamera.
Aktuell geht zur Entwicklung in Etablierung eines Fluorophors
mit einem Emissionsmaximum bei 800nm, der mit Fructosanen gekoppelt
werden kann und dessen Ausscheidungskinetik zur Ermittlung der
Nierenfunktion geeignet ist.
Inhalte
Vorarbeiten
Siehe Methoden
Derzeitige Projekte
Nicht-invasive Untersuchung der Nierenfunktion an einem
etablierten Tiermodell für Nierenfibrose mit Hilfe der Flachbilddetektor-Computertomographie.
Zukünftige Planungen
Integration der PET/CT. Die kombinierte Positron-Emissions-Tomographie/Computertomographie
(PET/CT) liefert fusionierte morphologische und funktionelle Datensätze
des ganzen Körpers in einem einzigen Untersuchungsgang. In
der überwiegenden Anzahl onkologischer Untersuchungen wird
[18F]-2-Fluoro-2-deoxy-D-glucose (FDG) als radioaktives Agens
verwendet. Der Einsatz der PET/CT dient u. a. der Diagnostik unklarer
Primärtumoren, dem Staging von Melanomen und Kopf-Hals Tumoren,
dem Monitoring von Lymphomerkrankungen unter Chemotherpie und
der Detektion von Rezidiv –bzw. Resttumoren nach Behandlung.
Für die pharmakologische und präklinische onkologische
Forschung sind Kleintier-PET/CT-Systeme unverzichtbar. In vitro
Untersuchungen an Zellkulturen und ein erfolgreicher Transfer
auf die in vivo Ebene werden dadurch möglich, z. B. im Rahmen
von Untersuchungen zur Erfassung von Sättigungskinetiken,
bei Transport-Prozessen oder bei Rezeptorstudien.
Kooperationspartner
Es bestehen wissenschaftliche Kooperationen mit dem Zentrum für
Medizinische Forschung am Universitätsklinikum Mannheim und
der Fachhochschule Mannheim, Fachrichtung Medizintechnik.
Desweiteren bestehen wissenschaftliche Kooperationen mit Wissenschaftlern
am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ).
Forschungsförderung
1. Karin-Nolte Stiftung 08/2004-12/2006
2. Karin-Nolte Stiftung 01/2008-01/2009
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