Universität Heidelberg
Medizinische Falultät der Universität Heidelberg

Magnetresonanztomographie (MRT)

Beschreibung

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein radiologisches Schnittbildverfahren, das die Darstellung beliebiger Ebenen des Körpers mit hohem Weichteilkontrast erlaubt. Im Gegensatz zur Computertomographie oder dem konventionellen Röntgen beruht die Bildgebung mittels MRT auf einer unterschiedlichen Magnetisierung des Körpers durch den Magneten des MR-Tomographen. Es wird keine Röntgenstrahlung verwendet, so dass auch Kinder oder Schwangere in der Regel ab dem 4. Schwangerschaftsmonat gefahrlos untersucht werden können. Die Methode hat sich seit ihrer Einführung in die Klinik vor mehr als 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Mit den Geräten der neuesten Generation, die mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 Tesla (T) und 3,0 T arbeiten, kann der gesamte Körper in weniger als 20 Minuten untersucht werden.

MRT 2008
Das am IKRN installiert Siemens MAGNETOM Avanto ist einer der fortschrittlichsten derzeit kommerziell verfügbaren 1,5 Tesla-MR-Tomoghaphen und eignet sich besonders für die Ganzkörperbildgebung.

 

 

Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin verfügt an zwei Standorten über fünf MR-Tomographen, die zum Teil mit anderen Abteilungen klinisch und wissenschaftlich genutzt werden:

  • Siemens MAGNETOM Avanto 1,5T (Haus 4, Ebene 0)
  • Siemens MAGNETOM Tim Trio 3,0T mit Multi-Kern-Technologie (Haus 4, Ebene 0)
  • Siemens MAGNETOM Sonata 1,5 T (Haus 4, Ebene 0)
  • Siemens MAGNETOM Skyra 3,0T (Haus 4, Ebene 0)
  • Siemens MAGNETOM Avanto 1,5 T (Haus 14, Ebene 1)

 

 

Fernsehberichte :

MRT 3 Tesla (2010)

Film Radiologie MRT Campus TV
MRT , © Campus TV 2010


MRT 3 Tesla (2009)

Film Radiologie MRT Campus TV
MRT , © Campus TV 2009


MRT (2008)
Film Radiologie MRT Campus TV

MRT , © Campus TV 2008

 

 

European Hospital pdf  European Hospital pdf
"Advances of vascular MR at higher field strengths " (pdf)
© 2008, Eurpean Hospital



Vorträge:

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Die wichtigsten klinischen Anwendungsgebiete der Magnetresonanztomographie sind:

  • MRT des Schädels
  • MRT des Halses
  • MRT des Brustraumes und der Lunge
  • MRT des Herzens
  • MRT des Bauchraums sowie der Oberbauchorgane (Leber, Gallensystem, Niere, Bauspeicheldrüse)
  • MRT des Dünn- und Dickdarms
  • MRT der Wirbelsäule
  • MRT der Knochen und Gelenke
  • MRT der Weichteile
  • MRT der Brustdrüse
  • MRT der Gefäße
  • MRT des Beckens (Uterus, Prostata)

Bild 1

MRT Herz 2

MRT Angio


Am IKRN werden zudem Spezialuntersuchungen angeboten, für die in Zusammenarbeit mit den behandelnden klinischen Kollegen eine ausgewiesene Expertise besteht:

  • Pränatale Fehlbildungsdiagnostik
  • Ultra-hochaufgelöste Gefäßdarstellung der unteren Extremität vor Intervention
  • Ganzkörperbildgebung bei Tumorerkrankungen und vaskulären Systemerkrankungen
  • MR-Pelvimetrie
  • Flussmessung in Blutgefäßen
  • MR-Spektroskopie bei Erkrankungen der Prostata
  • Funktionelle Nierenbildgebung
  • MR-Arthrographie

 

Zudem wird am IKRN Spitzenforschung im Bereich der MRT betrieben. Zu den wesentlichen Schwerpunkten zählt die multimodale Bildgebung der Prostata unter Verwendung morphologischer, funktioneller (Perfusion und Diffusion) und metabolischer (Spektroskopie) Sequenzen, die eine genaue Detektion und Graduierung von malignen Veränderungen der Prostata zulässt. Gleichzeitig kann eine Aussage über möglicherweise befallene Lymphknoten gewonnen werden. Bei der MRT des kardiovaskulären Systems wird unter Verwendung neuartiger Sequenztechniken, die eine Verbesserung der Gefäßdiagnostik durch Erhöhung der räumlichen und zeitlichen Auflösung erlauben, die Genauigkeit der MR-Angiographie insbesondere bei Patienten vor einem interventionellen Eingriff deutlich erhöht. Die MRT des Herzens erlaubt Erkennung und Differenzierung von Fehlbildungen des Herzmuskels und narbigen Veränderungen des Herzens nach Entzündungen oder einem Herzinfarkt sowie die Beurteilung der Behandlungsbedürftigkeit. Die MRT des muskuloskelettalen Systems ermöglicht die Darstellung des Schweregrades von Sportverletzungen des Knies und der Schulter, die gegebenenfalls eine Gelenkspiegelung zur Behandlung erfordern. Die frühere und genauere Erkennung von bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks, insbesondere des so genannten Multiplen Myeloms, sowie bösartige Absiedelungen bei Brust- und Lungenkrebs. Zum Einsatz kommen dabei modernste Verfahren zur schnellen Darstellung der gesamten Knochen und Weichteile des Körpers

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Wie funktioniert die MRT?

Die Magnetresonanztomographie beruht im Wesentlichen auf der Darstellung der von Protonen (Wasserstoffatome), die im menschlichen Körper mit großer Häufigkeit vorkommen. Die Wasserstoffprotonen haben einen Eigendrehimpuls, den sogenannten „Kernspin“, der häufig mit einem rotierenden Kreisel verglichen wird. Die Ausrichtung dieser Kernspins ist abhängig von dem äußeren Magnetfeld. Vereinfacht gesagt, kommt es während der Untersuchung zu einer unterschiedlichen Magnetisierung des Körpers. Die Stärke des Magnetfeldes ist abhängig vom Gerätetyp. Für die Untersuchung von Patienten werden im allgemeinen Magneten mit unterschiedlicher Stärke von ca. 0,2 bis 3 Tesla, unter Forschungsbedingungen auch bis 7 Tesla verwendet. Hochfeld-Tomographen (1,0-3,0 Tesla) sind mit supraleitenden Magneten ausgestattet, die durch Helium auf ca. -267°C (knapp oberhalb des absoluten Nullpunktes) heruntergekühlt werden müssen.

Zunächst wird der Patient auf dem Untersuchungstisch gelagert und Empfangsspulen auf der untersuchten Körperregion angebracht. Danach wird der Patient in den MR-Tomographen gefahren, wo mittels eingestrahlten Hochfrequenzimpulsen die Bildgebung erfolgt. Vereinfacht erklärt, bewirkt dieser Impuls, dass die sich im Magnetfeld ausgerichteten und kreisenden Protonen "angetippt" werden wie ein rotierender Kreisel. Nach dem Abschalten des Hochfrequenzimpulses gehen vom Patienten Impulse aus, die über eine Spule gemessen werden können. Infolge des unterschiedlichen Gehaltes an Wasserstoffprotonen und der unterschiedlichen Zusammensetzung der Gewebe ist damit eine sehr genaue Unterscheidung möglich. Mit Hilfe eines Computers werden die Signale ausgewertet und als Bild dargestellt. Auf diese Art und Weise entstehen Schnittbilder des menschlichen Körpers. Weiterhin können die Gefäße ohne Punktion eines arteriellen Gefäßes dargestellt werden. Auch ist es möglich, mit der Magnetresonanz funktionelle Messungen durchzuführen, die die Durchblutung des Gewebes, die Sauerstoffkonzentration und eventuelle Diffusionsstörungen bis hin zur Aktivität des Gehirns genau charakterisieren. Die wiederholte Einstrahlung des Hochfrequenzimpulses führt zu den für die MRT typischen Klopfgeräuschen, deren Lautstärke mit den neuen MR-Tomographen im IKRN nochmals reduziert wird. Dennoch wird den Patienten zum Schutz des Gehörs ein Kopfhörer aufgesetzt, über den auch Musik eingespielt werden kann.

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Wer kann untersucht werden?

Bis auf Patienten, die magnetische Fremdkörper (Metallsplitter im Auge, OP-Clips älterer Bauart bei Hirnoperationen, dauerhafte größere Tätowierungen) oder elektronische Implantate (Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Nervenstimulatoren, Schmerzpumpen) aufweisen und Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel können alle Patienten untersucht werden. Elektronische Implantate können durch das Magnetfeld in ihrer Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt werden.
Kein Problem stellen im Knochen befindliche Metalle (Hüft-TEP, Plattenosteosynthese) oder Zahnfüllungen für die Sicherheit der Patienten dar. Die Beurteilung der entsprechenden Körperregion, z.B. des Hüftgelenks bei vorhandenem künstlichem Hüftersatz, ist jedoch mitunter nur eingeschränkt möglich.
Patienten mit Klaustrophobie ("Platzangst") können evtl., nur nach medikamentöser Vorbehandlung untersucht werden.

Müssen die Patienten vorbereitet sein?

Die MRT ist eine sehr patientenfreundliche Methode, die im Allgemeinen keine besondere Vorbereitung erfordert. Die Patienten müssen alle metallischen (Stifte, Gürtel, Geldbeutel, etc.) und elektronischen Gegenstände (Handy, Scheckkarten, etc) ablegen und können dann untersucht werden. Bei Darmuntersuchungen erhöht eine vorhergehende Darmreinigung die Genauigkeit der Untersuchung deutlich

Brauchen die Patienten Kontrastmittel?

Durch die Gabe von Kontrastmittel werden zusätzliche Informationen gewonnen. Nicht selten kann dadurch erst die genaue Diagnose gestellt werden oder es wird die Sicherheit der Diagnose deutlich verbessert.
Das Kontrastmittel ist in der Regel sehr gut verträglich und kann auch bei einer Allergie gegen Röntgenkontrastmittel verwendet werden. MR-Kontrastmittel sind nicht radioaktiv und werden in der Regel innerhalb weniger Stunden mit dem Urin ausgeschieden. Obwohl keine schädigenden Wirkungen bekannt sind, erhalten schwangere Frauen aus Sicherheitsgründen kein Kontrastmittel. Stillende Frauen sollen ebenfalls aus Sicherheitsgründen 24 Stunden nach einer Kontrastmittelgabe ihre Milch abpumpen und verwerfen.
Am IKRN kommen zudem neue, zugelassene, organspezifische Kontrastmittel zur Leber-Bildgebung und zur Gefäßbildgebung zur Anwendung, die für spezielle Fragestellungen angewendet werden.

Kontakt:

Die Anmeldung zur MRT kann bei vorhandener Überweisung zur Radiologie telefonisch unter

Telefon  0621-383-3478

oder persönlich bei der MRT-Steuerstelle in Haus 4 Ebene 0 erfolgen.

 

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 Seitenbearbeiter:Dr. Stefan Haneder
webmaster: Gerda Link
- letzte Änderung am 24.08.2015 -
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