Diagnostik und minimal invasive Therapie von Tumorerkrankungen
Brustkrebs
Das Geschäftsfeld für multimodale Mammadiagnostik (Leiter PD Dr. med. K. Wasser) beschäftigt sich mit Erkrankungen der weiblichen Brust. Im Vordergrund stehen die Früherkennung, weiterführende Diagnostik, Therapieunterstützung und Nachsorge bösartiger Brusttumoren oder deren Vorstufen. Veränderungen in der Brust müssen zum einen frühzeitig erkannt werden, zum anderen als bösartig oder gutartig differenziert und in ihrer lokalen Ausdehnung definiert werden. Dafür kommen als bildgebende Verfahren die Mammographie, der Ultraschall und die MR- Mammographie zum Einsatz. Zur histologischen Sicherung eines Befundes wird die ultraschallgesteurte Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie oder stereotaktische Vakuum-Saug-Biopsie angewendet, in seltenen Fällen auch eine Feinnadelpunktion. Beim Vorliegen einer bösartigen Veränderung muss neben der lokalen auch die systemische (d.h. über die Brust hinausgehende) Tumormanifestation untersucht werden. Dazu tragen wir neben dem Ultraschall der Lymphabflusswege auch mit der Skelettszintigraphie und ggf. mit der PET-CT wesentlich bei. Außerdem müssen die Abläufe der gynäkologischen Therapie durch bestimmte diagnostische Verfahren begleitet und optimiert werden. Hierzu zählen die präoperativen bildgesteuerten Drahtmarkierungen eines Tumors sowie die szintigraphische Markierung des Wächterlymphknotens.
Literatur
1. Stufe-3- Leitline Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland
2. Interdisziplinäre Stufe-3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
Lungenkrebs
Beim Lungenkrebs oder Bronchialkarzinom handelt es sich weiterhin um eine der häufigsten Tumorerkrankungen des Menschen. Für die Therapie stehen in Abhängigkeit der Ausbreitung und des Stadiums des Tumors sowohl die Operation als auch nicht operative Therapieformen wie die Strahlentherapie und Chemotherapie zur Verfügung. Entscheidend für die Wahl der geeigneten Therapieform ist die Ausbreitungsdiagnostik mittels radiologischer und nuklearmedizinischer Bildgebung, das heißt die Beurteilung der lokalen Tumorgröße, einer Streuung des Tumors in regionäre Lymphknoten sowie das Vorliegen einer Fernmetastasierung.
Die Standarddiagnostik besteht neben der konventionellen Röntgen-Thoraxübersicht in einer kontrastverstärkten Computertomographie des Thorax und Oberbauchs. Bei kurativem, das heißt auf einer vollständigen Heilung des Tumors ausgerichtetem Behandlungsansatz ist nach den Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften die Positronen- Emissions- Tomographie mit FDG (FDG-PET-CT) für die Ausbreitungsdiagnostik empfohlen. Das nicht-kleinzelligen und kleinzelligen Lungenkarzinom ist momentan in Deutschland die einzige, von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannte Indikation für die Durchführung einer PET-CT. Bei bestimmten Tumorformen kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) für die Ausbreitungsdiagnostik erforderlich sein, so z.B. bei Tumoren der Lungenspitze (so genannter Pancoast-Tumor). Für die Beurteilung einer Metastasierung in das Skelett kann, falls keine PET-CT durchgeführt wird, eine Ganzköper—MRT oder eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Für die Erkennung einer Metastasierung ins Gehirn sollte idealerweise eine MRT des Gehirns durchgeführt werden. Sämtliche Untersuchungsverfahren werden an unserem Institut angeboten. Die erhobenen radiologischen und nuklearmedizinischen Befunde werden interdisziplinär in einer wöchentlichen Tumorkonferenz im Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim (ITM) besprochen. An dieser Konferenz nehmen unter anderem die klinischen Partner der thorakalen Onkologie, Thoraxchirurgie, Pneumologie und Strahlentherapie teil, um die optimale Behandlungsstrategie für den Patienten individuell festzulegen.
Literatur:
1.
S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge
des Lungenkarzinoms
2.
Leitlinie der europäischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie
Leberkrebs
Ein bösartiger Lebertumor kann von den Leberzellen (hepatozelluläres
Karzinom (HCC)), den Gallengängen (cholangiozelluläres
Karzinom) oder den Blutgefäßen in der Leber (Angiosarkom)
ausgehen, man spricht dann hier von den primär bösartigen
Lebertumoren. Häufiger findet man in der Leber Metastasen,
die sich von einer Krebserkrankung in einem anderen Organ abgesiedelt
haben, daher auch die Bezeichnung sekundärer Lebertumor.
Nach wie vor ist das hepatozelluläre Karzinom (HCC) weltweit
die fünfthäufigtse Krebsart. Zumeist beruht diese auf
dem Boden einer Schrumpfleber (Leberzirrhose), wobei diese begünstigt
wird durch einen chronischen Alkoholmissbrauch oder einer chronischen
Virusinfektion (Hepatitis B und Hepatitis C).
Für das cholangiozelluläre Karzinom (CCC) sind bislang
keine Risikofaktoren bekannt. Vinylchlorid und Arsen sind Risikofaktoren
für das Angiosarkom der Leber.
Im Frühstadium hat der Betroffene zunächst kaum Beschwerden.
Das ist meist auch der Grund, warum die meisten HCC erst spät
entdeckt werden.
Neben der Lebertransplantation ist die chirurgische Resektion des
Karzinoms nach wie vor Therapie der Wahl. In den meisten Fällen
ist dies jedoch nicht möglich, hier stehen jedoch verschiedene
mikroinvasive Verfahren zur Tumortherapie zur Verfügung. Der
Vorteil der mikroinvasiven Tumortherapie ist die bilddatengesteuerte,
hierdurch gezielte Zerstörung des Tumors bei Schonung des umliegenden
gesunden Gewebes. Außerdem kommt die minimal invasive Therapie
ohne größeren Hautschnitt aus, was im Umkehrschluss bedeutet,
dass sich hierbei die stationäre Liegezeit auf ein Minimum
reduziert. Als minimal-invasive radiologische Verfahren haben sich
bei inoperablen Patienten die Thermoablation
, die transarterielle Chemoembolisation
(TACE) und die selektive interne
Radiotherapie (SIRT) als wirksam erwiesen. In enger Zusammenarbeit
mit der Klinik für Chirurgie, Onkologie und Strahlenmedizin
wird nach Abwägen aller möglichen Therapieverfahren im
gemeinsamen Konsens die Wahl auf eine alleinige Therapieoption bzw.
eine multimodale Tumortherapie im Sinne einer kombinierten Therapie
getroffen.


