Weiterbildung
Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung für das Fach "Diagnostische Radiologie" sowie derzeit 12 Monate für das Fach "Nuklearmedizin".
Im Rahmen von festen Rotationsplänen durchlaufen die Assistenten/innen die unten aufgeführten Arbeitsplätze, um so die erforderlichen Untersuchungszahlen zu sichern.
Die zu vermittelnden Lerninhalte sind in einem Weiterbildungs-Kolloquium schriftlich fixiert. Parallel zur täglichen Ausbildung erfolgt die regelmäßige Weiterbildung im Rahmen täglich stattfindender institutsinterner Fortbildungen und wissenschaftlicher Kolloquien zu Aspekten der radio-logischen/ nuklearmedizinische Diagnostik, therapeutischer Möglichkeiten, Qualitätssicherung und Risikomanagement.
Rotationen am IKRN
- Konventionelles Röntgen
- Kinderradiologie
- Mammadiagnostik
- Minimalinvasive Therapie
- Nuklearmedizin
- Sonographie
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Klinische Weiterbildung
Konventionelles Röntgen
Die Weiterbildung im Bereich des konventionellen
Röntgens im Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
der Universitätmedizin Mannheim erfolgt strukturiert basierend
auf der grundlegenden Bedeutung der konventionellen Röntgendiagnostik,
der Durchleuchtungsuntersuchungen und der konventionellen Funktionsdiagnostik
in der Radiologie.
Die wichtigsten klinischen Anwendungsgebiete der konventionellen
Röntgendiagnostik sind Röntgen-Thorax, Röntgen des
Skelettsystems mit Röntgen des Schädels, der Wirbelsäule,
der Schultergelenke, des Beckens und der Hüftgelenke, der Kniegelenke,
Sprunggelenke, Hand- und Fuß sowie aller langen Röhrenknochen
des Körpers.
Die Hauptanwendungsgebiete der Röntgendurchleuchtungs- und
Funktionsuntersuchungen sind Darstellungen der Trachea, Schluck-untersuchungen,
Untersuchungen der Speiseröhre, die Magen- Darm-Diagnostik
mit Darstellung des Magens, des Dünn- und Dickdarmes in Mono
oder Doppelkontrasttechnik, Magen-Darm-Passage, Enteroklysma nach
Sellink. Ebenso Untersuchungen des zu- und abführenden Schenkels
bei Stomaanlage, Darstellung von Fisteln, Lagekontrolle von zentralen
Venenkathetern und Portsystemen bis hin zur Lysetherapie bei thrombotischem
Portverschluss sowie die Darstellung der venösen Gefäße,
insbesondere Arm und Beinphlebographien.
Kinderradiologie
Es besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung im Schwerpunkt Kinderradiologie. Eine Weiterbildungsbefugnis wurde von der Ärztekammer Nordbaden für die volle Weiterbildungszeit von 3 Jahren erteilt. Für die Weiterzubildenden wird jeweils ein gegliedertes Programm erstellt um die Inhalte der Weiterbildungsordnung umzusetzen. Durch ein breites Spektrum an konventionellen Röntgenuntersuchungen, Funktionsdiagnostik (MDP, Kolon, MCU) und die Schnittbilddiagnostik mittels Ultraschall, Computertomographie sowie Kernspintomographie einschließlich der Kindertraumatologie und der neonaten, bzw. pädiatrischen Intensivmedizin ist eine breite Ausbildungsmöglichkeit gegeben.
Mammadiagnostik
Die Mammadiagnostik ist eingebettet in ein multimodales Konzept, welches neben der digitalen Mammographie, dem Ultraschall und der MR-Mammographie bildgesteuerte Biopsien, Vakuumsaugbiopsien und Drahtmarkierungen sowie weiterführende nuklearmedizinische Verfahren einschließlich der sentinel node Markierung umfasst. Im Rahmen der Weiterbildung werden zunächst intensiv die Basisverfahren der Brustdiagnostik, d.h. die Röntgen-Mammographie und die Mamma-Sonographie, vermittelt. Die Assistenten/innen werden zudem in die o.g. weiterführenden Verfahren integriert und sollen strukturierte Entscheidungsprozesse und Diagnosealgorithmen in der Mammadiagnostik erlernen.
Minimalinvasive Therapie
Schwerpunkte der Rotation in der Minimalinvasiven
Therapie sind die Erlernung endovaskulärer Behandlungstechniken
von peripheren Gefäßerkrankungen sowie die Diagnostik
und Therapie von Lebertumoren.
Die minimalinvasive Behandlung der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit
(pAVK) hat dabei einen festen Stellenwert. Neben Standardverfahren
wie perkutane transluminale Angioplastie
(PTA) und Implantation von Stents werden Kenntnisse der endovaskulären
Rekanalisationsverfahren, wie z.B. der Artherektomie, für die
Behandlung komplexer Gefäßläsionen vermittelt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik und endovaskuläre
Behandlung von Aortenaneurysmen. Im Rahmen der Weiterbildung werden
lokal ablative Therapieverfahren, wie z. B. die Radiofrequenz Ablation,
für die Behandlung von Lebertumoren vermittelt. Ebenso kommen
endovaskuläre Standardtherapieformen, wie die transarterielle
Chemoembolisation und die Selektive
Interne Radiotherapie (SIRT) zum Einsatz.
Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin stellt ein eigenes Gebiet mit entsprechender Facharztbezeichnung dar. Derzeit besteht eine von der Ärztekammer Nordbaden erteilte Weiterbildungsbefugnis für 3 Jahre. Im Rahmen der Rotation in den Arbeitsbereich Nuklearmedizin werden am IKRN für die Weiterzubildenden strukturierte und gegliederte Protokolle erstellt, um die Inhalte der Weiterbildungsordnung umzusetzen. Dazu werden Kenntnisse über die Herstellung radioaktiver Nuklide und der Kopplung an sogenannte Tracer vermittelt. Weiterhin erfolgt eine ausführliche Einarbeitung in die Indikationsstellung, Applikation und die Verwendung radioaktiver Nuklide, in die Durchführung und Befundung von nuklearmedizinischen Untersuchungen sowie die Diskussion der daraus resultierenden therapeutischen Rationale mit den zuweisenden Klinikern.
An diagnostischen Untersuchungsverfahren werden am IKRN Szintigraphien folgender Organe bzw. Organsysteme durchgeführt: Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Skelett, Myokard, Nieren, Gehirn sowie Rezeptorszintigraphien bei Tumoren. Zusätzlich ist am IKRN ein PET-CT (Positronenemissions-Tomographie-CT) modernster Bauart installiert, mit dessen Hilfe morphologisch-funktionelle Untersuchungen durchgeführt werden. Schliesslich besteht auch die Möglichkeit zum Erwerb von Kenntnissen in der selektiven internen Radiotherapie (SIRT) mit Y90 Sphären bei der Behandlung von Malignomen der Leber.
Sonographie
Das IKRN verfügt insgesamt über fünf High-End-Ultraschallgeräte. Die Sonographie wird am IKRN bereichsübergreifend in der Mammadiagnostik, der pädiatrischen Radiologie, der Nuklearmedizin und der Angiographie eingesetzt. Die Weiterbildung umfasst folgendes Spektrum:
- Ultraschall der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen
- Ultraschall der Brustdrüse einschließlich Lymphabflusswege
- Ultraschall des Abdomens
- Ultraschall gesteuerte minimal-invasive
Mammadiagnostik
(z.B. Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsien) - Ultraschall zur Orientierung und Kontrolle bei minimal-invasiven Eingriffen in der Angiographie
- Transkranieller Ultraschall in der Pädiatrie
Computertomographie (CT)
im Rahmen der Rotation Computertomographie erfolgt eine strukturierte Weiterbildung in sämtlichen computertomographischen Untersuchungstechniken einschließlich spezieller Untersuchungs-techniken wie die Kardio-CT oder Virtuelle Koloskopie. Weiterhin erfolgt eine Anleitung in der Befundung und Bildnachverarbeitung von CT Datensätzen mit 3D Nachverarbeitungssoftware. In Abstimmung mit der Rotation Minimal-invasive Therapie besteht die Möglichkeit zur Anleitung in CT-gesteuerten Interventionen. Aufgrund der zentralen Rolle der Computertomographie in der radiologischen Diagnostik umfasst die Weiterbildung das gesamte Spektrum der am Universitätsklinikum Mannheim vorhandenen Erkrankungsbilder und Patientenkollektive mit Schwerpunkten im Bereich der onkologischen, kardiovaskulären und traumatologischen Bildgebung.
MRT
An der UMM werden aktuell 5 state-of-the-art Mehrkanal-MR-Tomographen (2 x 3,0 Tesla, 3 x 1,5 Tesla) betrieben. Diese apparative Ausstattung erlaubt die Abdeckung aller relevanten MR-Untersuchung in hoher Fallzahl, wozu die MR-Bildgebung von Kopf und Wirbelsäule, die MR-Bildgebung des Körperstamms, die MR-Extremitätenbildgebung aber auch die MR-Ganzkörperbildgebung zählt. Klinisch liegen die Schwerpunkte auf der onkologischen, kardiovaskulären und pädiatrischen MR-Bildgebung. Neben den Standardtechniken der MR-Bildgebung wird an der UMM höchster Wert auf frühe klinische Implementierung neuer MR-Techniken zum Wohle des Patienten gelegt. Hierzu zählen beispielsweise die Diffusions-gewichtete MR-Bildgebung zur Evaluierung frühen Therapieansprechens in Onkologie oder die low-dose MR-Angiographie bei 3,0 Tesla.
Die Assistenzärzte arbeiten im MRT im Team eng mit den MTRAs sowie den modalitätsverantwortlichen Oberärzten bei der Planung, Durchführung und Befundung der MR-Untersuchungen zusammen.
Die Aufgaben der Ärzte in Weiterbildung liegen in der Indikationsstellung und – prüfung, Vorbereitung und Überwachung der MR-Untersuchungen. Durch die enge Kooperation zwischen MTRAs und Ärzte kann auch die Bedienung des MR-Tomographen im Rahmen der Rotation erlernt werden. Darüberhinaus befunden die Weiterbildungsassistenten unter oberärztlicher Aufsicht MR-Untersuchungen aller Körperregionen, wobei neben morphologischen Sequenzen auch der Einsatz und die Auswertung funktioneller MR-Techniken (Flussmessungen, Perfusions-messungen, MR-Spektroskopie, Fusions-Bildgebung und R2*-Techniken sowie Diffusionstechniken). Zudem erlernen die Assistenzärzte die direkte Gelenkpunktion zur Durchführung von direkten MR-Arthrographien
Klinische Weiterbildung
Durch eine Rotation auf die Bettenstation der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie besteht, wie in der Weiterbildungsordnung vorgeschrieben, die Möglichkeit klinische Kernkompetenzen zu erlangen und zu vertiefen. In diesem Rahmen werden u.a. die psychosomatische Patientenbetreuung und -begleitung geschult als auch die Grundzüge einer symptomorientierten Pharmakotherapie erlernt.


