Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Anschriften und Telefonnummern Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche
Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie
DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen gGmbH

Knochenmarkspender-Datei Rhein-Neckar
Kontakt: Tel. 0621 3706-8116 (Frau Daniela Griffiths)

Informationen zur Stammzellspende

Diagnose: Leukämie!
Leukämie (Blutkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die ihren Ausgang im Knochenmark nimmt. Im Knochenmark entstehen zu wenig oder überhaupt keine gesunden Stammzellen zur Blutbildung mehr. Diese Erkrankung verläuft in vielen Fällen tödlich. Davon betroffen sind jährlich 4.000 Menschen in Deutschland, die Hälfte darunter Kinder und Jugendliche. Einem Teil der Betroffenen kann durch Chemo- oder Strahlentherapie geholfen werden. Für viele Patienten aber ist die Übertragung gesunder Stammzellen, bekannt als „Knochenmarktransplantation“, die einzige Überlebenschance. Diese setzt voraus, dass ein geeigneter Spender gefunden wird.
 
Knochenmarkspender-Dateien in Deutschland:
Die Vermittlungen zwischen dem Spender und Empfänger funktionieren über Spender-Dateien. Die Dateien erfassen die Gewebemerkmale freiwilliger potentieller Knochenmarkspender und melden diese in anonymisierter Form dem Zentralen Knochenmark-Spender Register Deutschlands (ZKRD). Für eine Knochenmark-/Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger nahezu identisch sein. Das macht die Spendersuche sehr schwierig. Selbst bei Geschwistern ist diese hohe Übereinstimmung äußerst selten. In zwei Drittel aller Fälle müssen daher nicht verwandte Spender gefunden werden. Je größer die Zahl der potentiellen Spender ist, um so besser stehen die Erfolgschancen. In Deutschland existieren mehrere Knochenmarkspender-Dateien, die meisten von ihnen verwalten die Daten regionaler Spender. Insgesamt sind in Deutschland im zentralen Register in Ulm (ZKRD) die Gewebemerkmale von mehr als 2,2 Millionen Spendern registriert. Weltweit konnten bisher mehr als 9 Millionen Spender registriert werden. Über das ZKRD gibt es auch den notwendigen internationalen Kontakt auf der Suche nach einem potentiellen Spender.
Wer durch eine Knochenmark-/Stammzellspende helfen will, braucht daher nur in einer Datei erfasst zu sein
 
Knochenmarkspender-Datei Rhein-Neckar: Wir über uns
Seit 1985 sind freiwillige Knochenmarkspender in die Knochenmark-Spender-Dateien des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg aufgenommen worden. Die Knochenmarkspender-Datei Rhein-Neckar wurde 1995 ins Leben gerufen und speichert seither die Daten von inzwischen über 10.000 freiwilligen Spendern aus der Region. Seit 1997 konnten auch die Daten von über 1.800 gesammelten Plazentarestblut-Transplantaten aus der hauseigenen Nabelschnurblutbank in unsere Datei aufgenommen, gespeichert und in anonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender Register Deutschlands (ZKRD) gemeldet werden. Wir freuen uns sehr, dass bereits 21 Spender unserer Datei bereit waren, für große und kleine Patienten im In- und Ausland Knochenmark bzw. Stammzellen zu spenden. Darüber hinaus konnte 13 Patienten durch eine erfolgreiche Transplantation von Plazentarestblut-Präparaten eine Chance auf Heilung ermöglicht werden und bei 28 weiteren Spendern anderer Dateien eine erfolgreiche Stammzellsammlungen in unserem Haus durchgeführt werden.
 

Häufig gestellte Fragen von Spendern:

 
Welche Kriterien sollte ein nicht verwandter Knochenmark-/Stammzellspender erfüllen?
Er/Sie sollte zwischen 18 und 55 Jahre alt und gesund sein und einen Wohnsitz in Deutschland haben. Gesund bedeutet, dass der/die Spender/in nicht an einer schweren Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, der Lunge, einer chronisch infektiösen oder bösartigen Erkrankung leiden darf.

Was muss man tun, um als freiwilliger Spender registriert zu werden?
Nachdem der Spender über Zweck, Vorgehen und Risiken einer Stammzellentnahme aufgeklärt wurde, muss er sich schriftlich zu einer freiwilligen anonymen unbezahltenSpende bereit erklären. Darüber hinaus erklärt sich der Spender schriftlich mit der Speicherung seiner Daten und der Weitergabe der Daten in anonymisierter Form an eine zentrale Datenbank einverstanden. Der Spender gibt weiterhin seine Zustimmung zur Abnahme einer Blutprobe von nur 10 ml Blut zur Gewebetypisierung (HLA-Bestimmung).
Die Entscheidung zur Registrierung in einer Datei ist nicht unwiderruflich. Wenn der Spender für eine Spende in Frage kommt, hat er die Möglichkeit, sich erneut zu entscheiden.
Wo werden die Daten gespeichert?
Zunächst einmal in der regionalen Datei, in die sich der Spender aufnehmen lässt. Das Typisierungsmuster (Gewebemerkmale) und das Geschlecht des Spenders werden anonym dem Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gemeldet. Das ZKRD ist die nationale Drehscheibe im Rahmen der Suche nach einem nicht verwandten Knochenmark-/Stammzellspender.

Kostet die Aufnahme in eine Spender-Datei Geld?
Ja und Nein! Der Spender selbst muss kein Geld für die Aufnahme in eine Datei aufwenden. Allerdings sind die Knochenmarkspender-Dateien in Deutschland auf Spendengelder angewiesen, um die Typisierung neuer Spender, die Dateipflege und die Werbung neuer Spender zu finanzieren. Eine Gewebetypisierung ist eine aufwendige und teure Laboruntersuchung, bei der verschiedene Merkmale (HLA-Merkmale) auf den weißen Blutkörperchen bestimmt werden. Durch Geldspenden kann jeder helfen, der selbst kein Knochenmarkspender sein kann oder will. Durch diese Spendengelder kann eine Datei schneller wachsen.

Was ist Knochenmark?
Das Knochenmark darf nicht mit dem Rückenmark verwechselt werden, das als Fortsetzung der Gehirnzellen einen Teil des Nervensystems darstellt. Das Knochenmark befindet sich bei Erwachsenen im Inneren der großen Knochen, vor allem des Hüftknochens. Die im Knochenmark vorkommenden Stammzellen stellen die Ausgangszellen für die gesamten Zellen des Blutes und der Immunabwehr dar. Die Stammzellen des Knochenmarks gewinnt man durch mehrfache Punktion des Beckenkammes und die Entnahme von etwa einem Liter Knochenmark-Blut-Gemisch. Es ist ein kleiner Eingriff, der ca. 1 Stunde dauert, jedoch einer Kurznarkose bedarf. Die entnommene Zellmenge entspricht ca. 6 - 8 % des Körperbestandes und wird innerhalb weniger Wochen neu gebildet.

Gibt es noch andere Möglichkeiten der Stammzellspende?
Ja. Durch ein Medikament (G-CSF),das vom Spender selbst oder vom Arzt, ähnlich wie Insulin beim Diabetiker, gespritzt wird, ist es möglich, Stammzellen aus dem Knochenmark in die Blutgefässe auszuschwemmen. Nach einer medikamentösen Vorbehandlung von 4 Tagen, ist die Gewinnung der Stammzellen direkt aus dem Blut möglich. Dazu muss der Spender in einem dafür ausgerüsteten Zentrum ca. 4 Stunden an ein Gerät angeschlossen werden, das wie bei einer Plasmaspende in der Lage ist, gezielt die gewünschten Blutzellen, in diesem Falle Stammzellen, zu sammeln. Für dieses Verfahren ist kein Krankenhausaufenthalt und keine Narkose nötig. Das Risiko von Langzeitnebenwirkungen des Medikamentes ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft als gering einzuschätzen, kann aber derzeit nicht abschließend beurteilt werden.

Welche Nachteile/Risiken gibt es für den Spender?
Für die Knochenmarkentnahme ist ein eintägiger Krankenhausaufenthalt und eine Kurznarkose notwendig. Das Risiko einer Kurznarkose ist für den gesunden Spender sehr gering. Nach der Spende kann es zu leichten Knochenschmerzen kommen, die bereits nach wenigen Tagen abklingen. Bei der maschinellen Stammzellspende, die ambulant durchgeführt wird, treten für die Dauer der Medikamentenverabreichung Nebenwirkungen auf. Meist handelt es sich um grippale Beschwerden, wie leichte Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber u. ä. Dem Spender entstehen keine Kosten durch eine Spende. Sämtliche Kosten (Fahrtgeld, Arbeitsausfall etc.) werden erstattet.

Wie wahrscheinlich ist es, Stammzellspender zu werden?
Das ZKRD erhält derzeit jährlich Suchanfragen für über 1.100 deutsche Patienten und ca. 4.000 Patienten aus dem Ausland. Bei einem Drittel der Spender erfolgt im Laufe der Jahre wenigstens einmal eine Nachuntersuchung (Feintypisierung). Selten folgen noch weitere Untersuchungen (z. B. aktuelle Infektionsparameter).
Nur etwa 1 % der registrierten Spender werden jemals tatsächlich Stammzellspender.

Weitere Informationen zum Herunterladen:
Infoblatt - Blutstammzell-/Knochenmark-Spende und -Transplantation in Mannheim


Wenn Sie weitere Fragen zur Knochenmark-/Stammzellspende haben, rufen Sie an:
Kontakt:   Knochenmarkspender-Datei Rhein-Neckar
DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen
Tel.: 0621 3706-8116 (Frau Daniela Griffiths)
Fax: 0621 3706-8118
E-Mail: knochenmarkspende-ma@blutspende.de
Spendenkonto:   ARGE KMSB / Knochenmarkspende Mannheim
(Arbeitsgemeinschaft der Knochenmarkspender-Dateien Deutscher Blutspendedienste)
Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main
Konto-Nummer: 7 236 680 06
Bankleitzahl: 500 700 24
 
Startseite

 

Zurück

 

Das Institut | Blutspende | Nabelschnurblut | Knochenmarkspende
Termine | Mitarbeiter | Forschung | Studium | Links | Kontakt | Suche

 

Seitenbearbeiter: Prof. Dr. P. Bugert