Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Medizinische Fakultät Mannheim
I. Medizinische Klinik Kontakt, Postanschrift, Impressum Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Sitemap  
Universität Heidelberg  >  Fakultäten  >  Medizinische Fakultät Mannheim  > I. Medizinische Klinik  >

Arbeitsgruppe Inflammation und Sepsisforschung

  

Leiterin des wissenschaftlichen Labors: PD Dr. M. Brückmann

Klinische Studien: Dr. med. U. Hoffmann

  

Der Schwerpunkt "Inflammation und Sepsisforschung" hat sich zum Ziel gesetzt, die Sepsistherapie zu optimieren, um die noch immer hohe Mortalitätsrate, die weltweit aktuell bei ca. 30 bis 50% liegt, zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sepsisgesellschaft (DSG) werden derzeit im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts (SEPNET-Regionalzentrum) epidemiologische Daten zur Inzidenz, Prävalenz, Letalität und Therapie auf deutschen Intensivstationen erhoben mit dem Ziel, evidenzbasierte Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Sepsis zu etablieren. Daneben werden BMBF-geförderte Therapiestudien zur schweren Sepsis durchgeführt. In der Behandlung der Sepsis spielen immer mehr adjuvante Therapiestrategien eine Rolle. Hierzu gehört die Behandlung mit rekombinantem aktiviertem Protein C (Drotregocin alfa (aktiviert), Xigris, rhAPC), dem ersten in Deutschland zugelassenen Medikament zur Ergänzung der Standardtherapie der schweren Sepsis auf Intensivstationen.

Das aktivierte Protein C besitzt antikoagulative, profibrinolytische und direkte anti-entzündliche Eigenschaften auf zellulärer Ebene. Durch Hemmung der aus dem inflammatorischen Prozeß resultierenden überschießenden Gerinnungsaktivierung wird der Bildung von Mikrothromben in der Endstrombahn und damit dem gefürchteten Multiorganversagen vorgebeugt. Ziel von laborexperimentellen Untersuchungen der Arbeitsgruppe Sepsis ist es, Wirkmechanismen von aktiviertem humanem Protein C (APC) aufzudecken und ihre mögliche pathophysiologische Bedeutung näher zu beleuchten. Hierzu gehört insbesondere die in vitro Untersuchung der anti-inflammatorischen, protektiven und zellregenerativen Wirkeffektivität von APC bei humanen Endothelzellen sowie Mechanismen der Signaltransduktion. Zur übertragung der in vitro gewonnenen Ergebnisse auf in vivo Bedingungen werden Untersuchungen an isolierten Monozyten von Sepsispatienten durchgeführt, wie z.B. die Messung von Inflammationsmarkern im Zellüberstand von Monozyten. Es wird hierbei die proinflammatorische Monozyten-Aktivität bei Sepsispatienten verglichen, die eine rhAPC-Therapie in vivo (Xigris®, Standarddosierung: 24µg/kg/h) erhielten mit solchen, die nicht mit rhAPC behandelt werden. Die bessere Kenntnis der Wirkmechanismen von APC könnte zukünftig bedeutsam sein für die Dosierung und Applikationsweise von APC und könnte Anlaß geben, eine Erweiterung des Indikationsbereichs in zukünftigen klinischen Studien anzustreben, z.B. für Erkrankungen, die pathophysiologisch ebenfalls durch Apoptose und Zelluntergang gekennzeichnet sind.

Als Center of Excellence, das sich aus einer Studienkooperation mit der Medizinischen Forschungsabteilung der Firma Lilly Critical Care Europe entwickelt hat, stehen Experten aus der I. Medizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Mannheim für ärztliche Kollegen aus Mitteleuropa rund um die Uhr beratend zur Verfügung zur Optimierung der Sepsistherapie und zur richtigen Indikationsstellung für Xigris (rhAPC).

Im Forschungsschwerpunkt "Inflammation und Sepsisforschung" arbeiten Doktoranden, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter an den genannten experimentellen und klinischen Forschungsschwerpunkten. Auf der Suche nach neuen prognostischen Markern für die Sepsis wird eine Blutprobenbank von septischen Patienten kontinuierlich erstellt. Es kommen vielfältige laborexperimentelle Methoden zum Einsatz, die von Gen-Arrays, über Protein- und messengerRNA-Nachweise in Zellkulturen bis hin zu molekularbiologischen Methoden (Transfektion, siRNA) reichen. Klinische Studien innerhalb dieses Schwerpunktes werden gemeinsam durch Studienkrankenschwestern, behandelnden ärzten von Station und Studienärzten durchgeführt und bietet interessierten Doktoranden die Möglichkeit, ihre Promotion durchzuführen.

 
 

So erreichen Sie uns:


Tel.: 0621/383-2875
E-Mail