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Angiome
Unter Angiomen versteht man Gefäßmißbildungen, die durch eine fehlerhafte Anlage versorgernder (Arterien) und abführender (Venen) charakterisiert sind (Abbildung). Sie können sowohl im Bereich des Gehirns als auch des Rückenmarks auftreten. Angiome können durch eine Vielzahl neurologischer Symptome auffällig werden. Zum einen durch Blutungen in das Hirngewebe. Das Risiko einer Angiomblutung beträgt etwa 3-4% pro Jahr. Anhand der folgenden Tabelle können Sie ihr persöhnliches Blutungsriskio in den folgenden Jahren abschätzen:
Lebenserwartung Blutungsrisiko
10 Jahre 33,5%
20 Jahre 55,8%
30 Jahre 70,6%
30 Jahre 80,3%
50 Jahre 86,8%
Im Fall einer Blutung kann es zu vorübergehenden oder bleibenden neurologischen Ausfällen, im Sinne eines Schlaganfalls, kommen. Nicht selten sind Angiomblutungen auch lebensbedrohlich. Weiterhin können Angiome Ursache für epileptische Anfälle sein. Schließlich können Angiome im Bereich des Rückenmarks zu einer Querschnittslähmung mit einer Schwäche beider Beine, Gangunsicherheit oder Blasen-/Mastdarmstörung führen.
Für die Behandlung eines Angioms stehen heute drei Verfahren zur Verfügung. Die Therapie der Wahl ist auch heute noch die mikrochirurgische Entfernung des Angioms. Dies führt in der Regel zu einer vollständigen und sofortigen Ausschaltung des Angioms und beugt damit der Angiomblutung vor, bzw. bessert die Epilepsie oder die neurologischen Ausfälle. Leider ist aber nicht jedes Angiom mit einem akzeptablem Risiko mikrochirurgisch zu behandeln, so dass in diesen Fällen eine radiochirurgische oder endovaskuläre Strategie, oder eine Kombination der zur Verfügung stehenden Verfahren erwogen werden muß. Patienten mit Angiomen sollten daher heute durch multidisziplinäre Teams mit neurovaskulärer Spezialisierung beraten und behandelt werden.
Abbildung: Schematische Darstellung eines Angioms mit vermehrtem Blutfluß (rote Pfeile).
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