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Forschungsdaten-Management (FDM)

Die erhöhten Investitionen für die Forschung in den letzten Jahren und die Feststellung, dass ein überwiegender Teil der Forschungsdaten (FD) im Laufe der Jahre verloren geht, hat den Druck erhöht, mit diesem teuren Gut bewusster umzugehen. Immer mehr öffentliche und privatwirtschaftliche Fördermittelgeber verlangen als Voraussetzung der finanziellen Unterstützung, dass schon am Anfang der Forschung geplant wird, wie die Forschungsdaten langfristig gespeichert werden, zur Verfügung bleiben bzw. wie sie veröffentlicht werden sollen.

Auch die Europäische Kommission hat sich im Rahmen des Programms zur Open Access-Verfügbarkeit der Forschungspublikationen Horizon 2020 (pdf) der Sicherstellung und freien Verfügbarkeit der FD angenommen: es geht u.a. um das Verfassen von Anträgen, Erstellung von FD-Plänen, Speicherung von FD in Repositorien der Forschungseinrichtungen, Zuweisung von Permalinks, Lehrveranstaltungen.

Angebot der Universität Heidelberg

Research Data Policy

Die Universität Heidelberg hat 2014 eine neue Research Data Policy zur F.A.I.R.en Behandlung der FD erstellt, damit diese

Findable,

Accessible,

Interoperable,

Reusable

langfristig vorliegen. Damit fördert die Universität Heidelberg eine Open Science-Kultur, bei der die FD möglichst frei und unbegrenzt zugänglich sind.

Kompetenzzentrum Forschungsdaten (KFD)

Das Kompetenzzentrum Forschungsdaten (KFD) der Universität Heidelberg ist eine gemeinsame Serviceeinrichtung der Universitätsbibliothek und des Universitäts-Rechenzentrums und bietet Wissenschaftlern der Universität Heidelberg gemäß der Research Data Policy der Universität zentrale Dienste zur Verarbeitung, Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten an.

Dabei bleiben die Forschenden selbst für die Rechtmäßigkeit und Integrität ihrer Forschungsdaten verantwortlich. Das Kompetenzzentrum führt keine juristischen Beratungen durch.

Das KFD leistet in allen Phasen des Forschungsprozesses Unterstützung:

Projekt- und FDM-Planung

Phase 1: Planung des Projektes und FD-Managements

Schon zu Projektbeginn geht es um die Frage, wie die FD langfristig nutzbar bleiben sollen. Die Planung ist dynamisch, d.h. sie ändert sich ggf. im Laufe des Forschungsprojektes. Zwecke sind u.a. die mögliche Verwertung seitens zukünftiger Forschung, zusätzliche Überprüfung des korrekten Ablaufs der Forschung, Bedingungen von Fördereinrichtungen.

Angebot in Heidelberg:

  • Unterstützung bei der Erstellung des Forschungsdatenplans (FDP):

    Ziel des FDP ist es festzulegen, wie man mit den FD in der Gegenwart umgehen soll und wie die FD für die Zukunft aufbewahrt werden sollen.
    Die Autoren kooperieren beim FDP u.a. bei der Erstellung der begleitenden Dokumentation und Datenbeschreibung.

  • Kurse:

    Von Coffee Lectures bis zu 4stündigen Workshops - auch auf Englisch

  • Klärung von organisatorischen und technischen Fragen:
    Die Forschungsprojekte werden vom Kompetenzzentrum im Einzelfall analysiert um festzustellen, ob und welche Dienstleistung am besten passt.

    Unterstützung in der Anfangsphase bei der Recherche von schon existierenden Forschungsdaten in einem Forschungsbereich

Vorüberlegungen für den Forschungsdatenplan:

  • Welche Daten-Formate sollen eingesetzt werden?
  • Sollen die FD archiviert werden?
  • Sollen die FD anonymisiert werden?
  • Könnten in Zukunft ethische Fragen für die FD gelten?
  • Steht genug Speicherplatz zur Verfügung?
  • Weiß man, wo die FD gespeichert werden sollen?
  • Es kann vorkommen, dass man zu einer anderen Forschungseinrichtung wechselt. Soll eine Kopie der FD weiterhin an der bisherigen Forschungseinrichtung gespeichert / archiviert werden? Wo soll diese Kopie der FD gespeichert werden?
  • Gibt es Vorschriften zur Handhabung der FD?
    An der Universität Heidelberg besteht die Verpflichtung, die FD 10 Jahre lang verfügbar zu halten. Die Umsetzungsmodalitäten sind nicht vorgegeben. Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (1998) § 2 Abs. 3.
  • Sind die FD einfach nur gespeichert oder sind sie mit Metadaten oder einer Dokumentation verbunden?
  • Dürfen die FD auch von Dritten verwendet werden? Unter welchen Bedingungen?

FD-Speicherung und -Bearbeitung

Phase 2: Speicherung und Bearbeitung der operativen Forschungsdaten während der Forschung

In dieser Phase geht es um die Bearbeitung der FD im Projekt. Dabei werden Server- und Speicherkapazitäten zur Verfügung gestellt, um allein oder kooperativ mit den FD umzugehen.

Folgende Dienste werden in Heidelberg angeboten:

heiCLOUD: IT-Ressourcen im Web (Infrastruktur, Plattformen und Anwendungen). Das Angebot wird vom Rechenzentrum der Universität Heidelberg bereitgestellt und verfügbar gemacht.

HeiBOX: Synchronisierung und Teilen der FD mit anderen Nutzern. Das Angebot wird vom Rechenzentrum der Universität Heidelberg bereitgestellt und verfügbar gemacht.

SDS@HD: (Scientific Data Storage): Zweite Hardware-Generation der Large Scale Data Facility (LSDF2) für High Performance Computing (HPC).
Zugriff z.Zt. nur als Uni-Angehöriger in HD. Sinnvoll, wenn die FD in der operativen Phase häufig zur Verfügung stehen müssen.
SDS@HD gehört zum Angebot bwFileStorage des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWFK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Speicherort von großen operativen Datenmengen bei Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg. Bis 200 GB pro angemeldetem Profil. Angesiedelt bei der Universitätsbibliothek Karlsruhe.

F*EX: IP-Netzwerk über das "Baden-rttembergs extended LAN" (BelWü) zum Versenden großer Dateien. Es wird zentral in Stuttgart betrieben und steht allen Hochschulen im Land zur Verfügung

FD-Veröffentlichung und -Archivierung

Phase 3:  Veröffentlichung bzw. Archivierung (gegebenenfalls Konvertierung) der FD 

In dieser Phase werden die endgültigen Forschungsdaten langfristig gespeichert und evtl. veröffentlicht. Dazu stehen teilweise dieselben Instrumente zur Verfügung wie für Phase 2:

SDS und HeiBOX für größere bzw. kleinere Datensätze

Zusätzlich werden folgende Instrumente angeboten:

heiDATA ist das FD-Repositorium der Universität Heidelberg. Angehörige der Universität können FD hier veröffentlichen und archivieren. Dabei kann man u.a. einen Permalink zu den eigenen FD erstellen. In diesem Rahmen wird eine DOI vergeben.

Veröffentlichte Forschungsdaten von Angehörigen der Universität sind in der Universitätsbibliographie heiBIB und damit in HEIDI, dem Online-Katalog der Universität Heidelberg nachgewiesen.

heidICON ist das Repositorium der Universität Heidelberg für Bilder und multimediale Daten.

Angebot der Bibliothek 

Schnittstelle zum KFD

Die Bibliothek der Medizinischen Fakultät Mannheim dient als Schnittstelle zwischen der Biomedizinischen Forschung an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und dem Kompetenzzentrum Forschungsdaten (KFD) der Universität Heidelberg.

Bei Bedarf informiert die Bibliothek über das Angebot des Kompetenzzentrums und beantwortet allgemeine Fragen bezüglich des Forschungsdatenmanagements (FDM).

Ihr Ansprechpartner in der Bibliothek ist
Maurizio Grilli
Tel. 0621-383-3711
maurizio.grilli@remove-this.medma.uni-heidelberg.de

Hausbesuche

Mitarbeiter der Bibliothek besuchen gerne die Einrichtungen der UMM, um das Angebot des Kompetenzzentrums Forschungsdaten (KFD) zu präsentieren und Fragen zum Forschungsdatenmanagement (FDM) zu beantworten.

Ihr Ansprechpartner in der Bibliothek ist
Maurizio Grilli
Tel. 0621-383-3711
maurizio.grilli@remove-this.medma.uni-heidelberg.de

Forschungsdaten-Repositorien

heiDATA

heiDATA ist das Forschungsdaten-Repositorium der Universität Heidelberg und wird vom Kompetenzzentrum Forschungsdaten (siehe auch oberer Abschnitt) betreut.

re3data.org

Registry of Research Data Repositories (re3data.org)

  • detaillierte Informationen zu mehr als 2.000 Forschungsdatenspeichern
  • Referenzquelle für Forschungsdateninfrastrukturen weltweit
  • Entwicklung von Mindestanforderungen an Forschungsdatenspeicher und Rahmenbedingungen für  fachspezifisches Forschungsdatenmanagement via Science Europe

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