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Klinische Kooperationseinheit Digital Health und Prävention von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen stellen medizinisch und ökonomisch eine erhebliche Belastung der Gesellschaft dar, wobei komplexe biopsychosoziale Interaktionen die Diagnostik und Therapie erschweren. Problematische Sektorengrenzen, offene praktische Versorgungsfragen und die unklare Ätiopathogenese hemmen den medizinischen Fortschritt sowohl in Prävention als auch in der Behandlung.

Die Klinische Kooperationseinheit (KKE) Digital Health und Prävention von Rückenschmerzen soll eine anwendergerechte Digital Health-Plattform zur individualisierten Prävention von Rückenschmerz bilden, welche sektorenübergreifend die wesentlichen Akteure im Gesundheitssystem mit den Vertretern der digitalen Medizin, aber auch der Grundlagenforschung, vernetzt. Über klassische Untersuchungsbefunde, Bilddaten und psychologische Profile hinaus sollen innovative Instrumente für die sektorenübergreifende Anwendung entwickelt werden, die dazu geeignet sind, Untergruppen zu bestimmen und relevante "gefährdende" Bewegungsmuster zu objektivieren. Der Fokus soll dabei auf das „ambient monitoring“ zur objektiven Quantifizierung digital relevanter Bewegungsdaten und auf periphere Erregbarkeitstests für Muskel-Nozizeptoren gelegt werden.

Für die Implementierung der Plattform besteht eine hohe Expertise an der Abteilung für Biomedizinische Informatik des CPD-BW (Prof. Ganslandt). Die KKE schließt an Vorarbeiten aus dem MWK-geförderten Zentrum für Innovative Versorgung sowie dem BMBF-geförderten MIRACUM-Konsortium an, die eine standortübergreifende Abstimmung auf Landes- und nationaler Ebene ermöglichen. Primäres Ziel der Plattform ist der Austausch zwischen den beteiligten Partnern, wobei das Orthopädisch-Unfallchirurgische Zentrum (OUZ) aufgrund seiner Positionierung diese integrative Rolle federführend übernehmen wird. Aktuelle Verbundforschungsprojekte zum Schmerz sind an der Medizinischen Fakultät Mannheim lokal durch Teilprojekte des SFB 1158 sowie der FOR 2690 vertreten – und werden an der KKE beteiligt sein. Dabei sind insbesondere die Chronifizierung von Rückenschmerz (Prof. Nees, Prof. Flor), das „ambient monitoring“ (Prof. Tost), Erregbarkeitstest von Nozizeptoren (Prof. Schmelz) und die sensorische Testung (Prof. Treede, Prof. Meyer-Lindenberg) relevant. Die Einbindung von betrieblichen Frühinterventionsprogrammen auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin/Public Health (Prof. Fischer) erweitert darüber hinaus die Rekrutierung von Patienten am Anfang einer möglichen Chronifizierung.

Beteiligte Einrichtungen

Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum (Prof. Dr. Sascha Gravius)

Abteilung für Experimentelle Schmerzforschung, MCTN (Prof. Dr. Martin Schmelz)

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