Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs und Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Der Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2025 geht an den Mediziner PD Dr. med. Dr. rer. nat. Lukas Bunse. Der Neurologe untersucht als Clinician Scientist an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), wie das körpereigene Immunsystem bei der Bekämpfung von Hirntumoren unterstützt werden kann.
Der Stifter des Preises und Ehrensenator der Universität Heidelberg, Dr. h.c. Manfred Lautenschläger, vergibt den mit 25.000 Euro dotierten Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende Forscherinnen und Forscher an der Universität Heidelberg in frühen Karrierestufen.
Bösartige Hirntumoren aus der Gruppe der Gliome und Glioblastome sind mit verfügbaren Therapien äußerst schwierig zu behandeln. Schon während seines Medizinstudiums war Lukas Bunse an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen eine bestimmte Form der Hirntumoren, der so genannten IDH1-mutierten Gliome, beteiligt.
Eine noch schlechtere Prognose als IDH-mutierte Gliome haben Glioblastome, die vor allem Menschen im mittleren Lebensalter betreffen. Im Gegensatz zu Gliomen präsentieren sie keine einheitliche Mutation als Zielantigen auf ihrer Oberfläche, gegen das geimpft werden könnte. Hier erproben Bunse und sein Team einen zelltherapeutischen Ansatz.
Zunächst gelang es ihnen, auch in Glioblastomzellen geeignete Zielmoleküle für die Immunabwehr zu identifizieren. Daraufhin statteten sie patienteneigene T-Zellen außerhalb des Körpers mit Rezeptoren für diese Tumorproteine aus. Die so aufgerüsteten T-Zellen werden den Patienten zurückübertragen und können sich gezielt auf die Jagd nach Hirntumorzellen machen. An Mäusen haben sich diese Ansätze bereits als erfolgreich erwiesen. Erste klinische Prüfungen dieser innovativen zellulären Immuntherapie mit transgenen T-Zellen sind nun in Vorbereitung.
Lukas Bunse studierte Medizin an der Universität Heidelberg und am University College London. Nach seiner medizinischen Doktorarbeit schloss er 2020 eine weitere Doktorarbeit im Fach Biologie ab. Er ist Clinician Scientist an der Medizinischen Fakultät Mannheim und seit 2024 Oberarzt in der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim. Darüber hinaus forscht er als selbstständiger Teamleiter in der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am DKFZ.
Nach dem Ruprecht-Karls-Preis 2018 und dem mit 100.000 Euro dotierten Hella-Bühler-Preis 2019 wurde er 2023 mit dem Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ausgezeichnet. 2025 wurde ihm der Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie sowie der Heinz Maier-Leibnitz-Preis zuerkannt, der als Deutschlands wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs gilt.
Darüber hinaus wurde Lukas Bunse Ende November mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Gestiftet ist der mit 10.000 Euro dotierte Preis von der Monika Kutzner Stiftung. Er wird jährlich im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag der Akademie an eine/n junge Wissenschaftler/in für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung verliehen.