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Prof. Dr. med. Matthias Ebert

Präzisionsmedizin in der Gastrointestinalen Onkologie

Die Entwicklung neuer Therapiestrategien in der Onkologie wird derzeit unter dem Überbegriff der ’Präzisionsmedizin’ zusammengefasst. Diese Strategie umfasst die Entwicklung individueller und maßgeschneiderter Therapiestrategien auf der Grundlage der Modulation bzw. Hemmung der wesentlichen genetischen und molekularen Zielstrukturen im Tumor. Für viele Tumorerkrankungen ist das Ziel der personalisierten Therapie zwar noch weiter entfernt, dennoch gibt es bereits signifikante Entwicklungen u.a. bei der Therapie von Lungentumoren und verschiedenen hämatologischen Neoplasien.

Auf dieser Grundlage werden in unseren Arbeitsgruppen mit Hochdruck Konzepte und personalisierte Therapieansätze für gastrointestinalen Neoplasien entwickelt (Ebert M, New Engl J Med 2012; Regel I, Gastroenterology 2013; Friedrich T, EBiomedicine 2016). Die Analyse der biologischen Grundlagen der Tumorpathogenese und Tumorprogression, die Entwicklung von Biomarkern, die molekulare Klassifikation von Subtypen von Tumoren, die Anwendung weitreichender Drug Screens und die zusätzlichen Informationen über NGS und Big Data Analysen sind Strategien in unseren Forschungskonzepten, die erwarten lassen, dass zukünftig neue und innovative Therapiekonzepte für jeden Tumorpatienten zur Verfügung stehen werden. Diese Ansätze werden direkt in der Sprechstunde für Molekulare Onkologie der II. Medizinischen Klinik den Patienten angeboten.

Zentrum für Geriatrische Onkologie und Biologie (ZOBEL)

Aufgrund der höheren Lebenserwartung nimmt der Anteil älterer Menschen stetig zu. Damit steigt gleichzeitig die Zahl von Tumorerkrankungen, die sich im Alter häufen. Der Vielzahl von Tumorpatienten im fortgeschrittenen Alter steht jedoch ein Mangel an wissenschaftlichen Daten über Tumorerkrankungen speziell dieser Altersgruppe gegenüber, der auch die Versorgung dieser Patienten beeinträchtigt. Das Zentrum für Geriatrische Onkologie und Biologie in der Metropolregion Rhein Neckar (ZOBEL) unter der Leitung von Prof. Ebert will daher einerseits bestehende Defizite in der Versorgung der geriatrischen Tumorpatienten in der Metropolregion beheben sowie Forschungsaktivitäten und Weiterbildungsmaßnahmen in der geriatrischen Onkologie und Biologie im klinischen und präklinischen Bereich entwickeln.

Das Zentrum führt dazu die verschiedenen Bereiche der Onkologie, der Geriatrie und der Versorgungsforschung sowie wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit Schwerpunkten in der Tumorbiologie der Metropolregion Rhein Neckar zusammen. Die onkologischen Schwerpunkte beider Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg, in Mannheim und Heidelberg, sind beteiligt, das Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg, sowie weitere Forschungseinrichtungen in der Region, die sich der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung widmen.