Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Medizinische Fakultät Mannheim
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British Doctors Study

Die British Doctors Study war eine groß angelegte Kohortenstudie, die erstmals Beweise für die heute allgemein bekannten negativen Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit lieferte.

Richard Doll (Britischer Arzt) und Austin Bradford Hill (Britischer Epidemiologe und Statistiker) fanden 1950 in einer Fall-Kontroll-Studie erste Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen von Zigaretten und Lungenkrebs. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, planten Doll und Hill (später durch Doll und Richard Peto weitergeführt) eine Kohortenstudie mit Britischen Ärzten als Teilnehmer. Dazu schickten sie an alle registrierten Ärzte einen Fragebogen, der unter anderem Fragen zu deren Rauchgewohnheiten beinhaltete.[1]

Sie erhielten 59600 Antworten und hatten nach Ausschluss der Frauen (damals zu geringer Anteil) und der unter 35-Jährigen (zu geringe Lungenkrebsrate in dieser Altersklasse) 34440 Teilnehmer für die Studie, welche über einen Zeitraum von 50 Jahren andauerte.

Bereits nach den ersten zehn Jahren waren Doll und Hill imstande, eine Korrelation zwischen Rauchen und Lungenkrebs, Krebs der oberen Atemwege und des Verdauungstrakts, chronischer Bronchitis, Lungentuberkulose sowie koronaren Herzkrankheiten (KHK) ohne Hypertonie nachzuweisen.[1]

1976 konnte Rauchen eindeutig als Risikofaktor für Krebs und als Cofaktor für andere Krankheiten benannt werden. Zudem stellte sich heraus, dass Teilnehmer, die mit dem Rauchen aufhörten, ihr Risiko wieder senkten. Je jünger diese waren, desto stärker konnten sie ihr Risiko minimieren.[2]

Die Studie wurde bis 2001 durchgeführt. Die Teilnehmer wurden währenddessen insgesamt sieben Mal nach ihren Rauchgewohnheiten befragt. Dadurch, dass die praktizierenden Ärzte immer aktuell im Britischen Register geführt wurden, war die Zahl der Drop-Outs sehr gering. So konnte die Studie aussagekräftige Ergebnisse erzielen, die heute allgemein bekannt und anerkannt sind.[3]

Die Ergebnisse der Studie wurden regelmäßig publiziert. Das zuletzt veröffentlichte Paper eignet sich, um einen Überblick über die Arbeit von Doll, Hill und Peto zu gewinnen: Doll, Richard, et al. "Mortality in relation to smoking: 50 years' observations on male British doctors." BMJ 328.7455 (2004): 1519.


Literatur:
  1. Di Cicco, Maria Elisa, Vincenzo Ragazzo, and Tiago Jacinto. "Mortality in relation to smoking: the British Doctors Study." Breathe 12.3 (2016): 275.
  2. Stampfer, Meir. "New insights from the British doctors study: Risks for persistent smoking are substantially larger than previously suspected." BMJ 328.7455 (2004): 1507.
  3. Doll, Richard, et al. "Mortality in relation to smoking: 50 years' observations on male British doctors." BMJ 328.7455 (2004): 1519.