Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Medizinische Fakultät Mannheim
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Nurses' Health Study

Die Nurses' Health Study (NHS) kann als weibliches Pendant zur British Doctors Study (BDS) gesehen werden. Sie ist eine von der Havard University geleitete Kohortenstudie, in der chronische Krankheiten und die weibliche Gesundheit untersucht werden sollen.

Nach dem Vorbild der BDS suchten die Leiter der Studie eine Gruppe von Teilnehmerinnen, die ein überdurchschnittliches medizinisches Wissen und eine hohe Compliance aufweisen. Deshalb schickten sie 1976 Fragebögen an registrierte Krankenschwestern zwischen 30 und 55 Jahren in elf Staaten der USA. An der Studie beteiligten sich 212.700 Krankenschwestern, die alle 2 Jahre zu ihrer Gesundheit, ihrer Kontrazeption und ab 1980 auch zur Ernährung und anderen Lebensstil-Faktoren befragt wurden. Ab 1996 kam auch eine Blutprobensammlung hinzu.

1989 startete die NHS II mit neuen Teilnehmerinnen. 1996 und 2004 wurden zudem die Kinder der NHS II-Teilnehmerinnen in der GUTS (Growing Up Today Study) erfasst. Seit 2010 befasst sich die NHS 3 vor allem mit ethnischen Minderheiten und 2015 wurden erstmals Männer als Probanden zugelassen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Östrogene und Androgene das Brustkrebsrisiko vor dem 50. Lebensjahr erhöhen und durch die postmenopausale Einnahme von Östrogenen, Androgenen oder Prolaktin das Risiko für ein östrogensensitives Mammakarzinom steigt. Diese Resultate führten zu einer kritischeren Sicht auf Hormonersatztherapien, sodass heutzutage strengere Indikationen für deren Anwendung nötig sind.

Neben diesen lieferten die Studien noch zahlreiche weitere Ergebnisse wie beispielsweise Risikogene für verschiedene Krebarten oder, dass 90% der Diabetes mellitus Typ II-Fälle theoretisch durch eine Ernährungs- und Lebensstiländerung verhindert werden könnten.

In den über 40 Jahren, die seit Beginn der ursprünglichen NHS vergangen sind, wurden mehr als 1200 Publikationen mit Daten aus den Studien veröffentlicht, welche als Vorbilder für ähnliche Studien in Australien, Brasilien und Norwegen gelten.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der NHS


Literatur:
  1. Colditz, Graham A., Sydney E. Philpott, and Susan E. Hankinson. "The impact of the Nurses' Health Study on population health: prevention, translation, and control." American journal of public health 106.9 (2016): 1540-1545.
  2. Bao, Ying, et al. "Origin, methods, and evolution of the three Nurses' Health Studies." American journal of public health 106.9 (2016): 1573-1581.
  3. Morabia, Alfredo. "120 000 nurses who shook public health." American journal of public health 106.9 (2016): 1528-1529.