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Hirnphysiologische und peripher-physiologische Korrelate kontextabhängiger Angstkonditionierung bei der posttraumatischen Belastungsstörung

M. Wicking, S. Diener, O. Grimm, F. Steiger, M. Ruttorf, F. Nees and H. Flor

Meeting of the Deutsche Gesellschaft f√ľr Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA) 37. APM ‚ÄěPsychologie und Gehirn‚Äú,, pp.216-217

Bei Angstst√∂rungen wie der posttraumatischen Belastungsst√∂rung (PTBS) spielen Defizite im Extinktionsprozess vermutlich eine entscheidende Rolle, wobei die Regulation der Angstreaktion hierbei unter anderem in Abh√§ngigkeit vom jeweiligen Kontext erfolgt. Wir untersuchen diese Kontextabh√§ngigkeit von Prozessen der Langzeitextinktion bei PTBS-Patienten (n=20), im Vergleich zu traumatisierten Personen ohne PTBS (n=20) und gesunden Kontrollprobanden (n=20). Im virtuellen Kontext A erlernen die Probanden eine Assoziation zwischen einer von zwei geometrischen Figuren (CS+, CS-) und einem schmerzhaften elektrischen Reiz (US). Anschlie√üend durchlaufen die Probanden eine Extinktionsphase in Kontext B. Das Wiederauftreten einer konditionierten und extingierten Reaktion bei Kontextwechsel wird als Ma√ü f√ľr den Extinktionserfolg in Kontext C getestet. Neben funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) werden peripher-physiologische und subjektive Ma√üe erfasst. Erste Ergebnisse zeigen, dass ein Erneuerungseffekt bei den PTBS-Patienten ausgel√∂st wird. In der Erneuerungsphase sch√§tzen sie die Auftretenswahrscheinlichkeit des US nach CS+ signifikant h√∂her ein, als nach CS-. Die traumatisierten Personen zeigen einen √§hnlichen Trend, bei gesunden Probanden ist dieser Effekt nicht beobachtbar. Die Differenz aus CS+ und CS- (Lernleistung) ist nur bei den PTBS-Patienten in der Erneuerungsphase signifikant gr√∂√üer als in der Extinktionsphase. Erste fMRT-Analysen der Gesamtstichprobe zeigen hippocampale Aktivierung in der kontextabh√§ngigen Extinktionsphase und frontale sowie temporale Aktivierung in der Erneuerungsphase. Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass eine dysfunktionale Aktivierung des ventromedialen Pr√§frontalcortex und des Hippocamupus dem Extinktionsdefizit bei PTBS zugrunde liegt. Vor diesem Hintergrund einer m√∂glichen hippocampal-vermittelten kontextuellen Modulation der Extinktion werden unsere Daten in Bezug auf unterschiedliche Aktivierungsmuster auf neuronaler und peripherphysiologischer Ebene im Gruppenvergleich diskutiert. (F√∂rderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Sonderforschungsbereich 636, Teilprojekte C1/ Z3)

Contact: Prof. Dr. Frank Zöllner last modified: 21.09.2020
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