Universität Heidelberg
Medizinische Falultät der Universität Heidelberg

Multimodale Mammadiagnostik

Julia Krammer Dr. med.Kaiser

Leitung

Dr. Julia Krammer

Vertretung

Dr. Clemens Kaiser

Fax:  0621 383 1461

 

 

Ärztliche Mitarbeiter

N.N.

 

wissenschaftliche Mitarbeiter

Cand. med. Anja Dutschke
Cand. med. Kathrin Stepniewski

 

 

Ziele

Unsere Forschungsaktivitäten sind eingebettet in das Konzept der multimodalen Mammadiagnostik mit modernen bildgebenden Verfahren der Radiologie und Nuklearmedizin. Hier möchten wir das Verständnis über morphologische und funktionelle Veränderungen optimieren, so dass in der Primärdiagnostik, genauso wie im Staging, der Therapieplanung und der Nachsorge des Mammakarzinoms eine Trennung zwischen bösartigen und gutartigen Befunden gelingt, sowie eine möglichst exakte Bestimmung der lokalen und systemischen Tumormanifestation.

 

 

Methoden

Auf radiologischer Seite kommen die Röntgen-Mammographie (einschließlich Tomosynthese bei speziellen Fragestellungen), die hochauflösende Sonographie und die MR-Mammographie zum Einsatz. Für nuklearmedizinische Fragestellungen steht uns eine SPECT-Gammakamera und ein PET-CT zur Verfügung.
Zur histologischen Verifizierung verwenden wir als minimal-invasive Verfahren die Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie, die Vakuum-Saug-Biopsie und die Feinnadelpunktion.

 

Inhalte

Nachsorgediagnostik nach IORT

Ein Forschungsschwerpunkt liegt in der Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms nach intraoperativer Radiotherapie (IORT).Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Mannheim ist eines der weltweit führenden Zentren auf dem Gebiet der IORT, die sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitet hat. Ähnlich wie in den achtziger Jahren die Einführung der brusterhaltenden Therapie mit postoperativer Bestrahlung, so ist es aktuell das neue Verfahren der IORT, welches ein neues Verständnis in der radiologischen Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms verlangt. Eine erste Studie unserer Arbeitsgruppe konnte belegen, dass die IORT im frühen (bis zu 2 Jahre) posttherapeutischen Verlauf zu verstärkt ausgeprägten strukturellen Veränderungen im ehemaligen Tumorbett führt, allen voran zu persistierenden Hämatomen/Seromen in unterschiedlichen Stadien der Organisation. Die Untersuchungen zum Langzeitverlauf (bis zu 5 Jahre postoperativ) bestätigten diese Beobachtung und ergaben zudem, dass die Hämatome/Serome im Randbereich ausgeprägt narbig organisiert sind, u.a. i.S. von Fettgewebsnekrosen, wie durch histopathologische und MR-tomographische Korrelationen belegt wurde. Dies erklärt das häufige Auftreten von großen Ölzysten im späteren Verlauf nach IORT. Dieses Phänomen muss dem Radiologen in der Nachsorgediagnostik bekannt sein. Ansonsten können Arzt und Patientin unnötig verunsichert werden. Nach bisherigen Erkenntnissen halten wir solche Veränderungen für nicht weiter abklärungsbedürftig (i.S. von Stanzbiopsien o.ä.), wenn diese im üblichen Nachsorgeturnus kontrolliert werden. Diese ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden auf dem Kongress der deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart 2008 vorgestellt und mit einem Preis ausgezeichnet. Mittlerweile wurden 5 Arbeiten zu dieser Thematik durch unsere Arbeitsgruppe publiziert (siehe Literatur 5-9).

Mammographie IORTKlick ins Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht

 

 

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PET-CT Staging

Eine laufende Studie beschäftigt sich mit der PET-CT bei primär fortgeschrittenem Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, ob mit Hilfe der PET-CT das diagnostische und therapeutische Procedere signifikant verbessert wird und das Verfahren eine zentrale Rolle beim initialen Staging des Mammakarzinoms einnehmen kann, so wie im unten aufgeführten Flussdiagramm dargestellt.

Weitere Details zur Studie und Patienteninformation (pdf)

Mammo /PET-CTKlick ins Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht

Es werden keine Patienten mehr eingeschlossen. Die Studie befindet sich in der Auswertungsphase

 

 

 

 

Präoperative Lymphknotendiagnostik

Ein weiterer Themenschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt in der präoperativen axillären Lymphknoten-Diagnostik beim Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, welche bildgebende Methode neben der PET (siehe oben) eine möglichst genaue Diagnostik des LK-Status beim Mammakarzinom erlaubt, wobei der positive Vorhersagewert im Vordergrund steht (Wasser et al. Radiologe 2010). In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns u.a. mit dem Stellenwert der kontrastunterstützten dynamischen Magnetresonanz-Mammographie (dMRM). Die dMRM wird zunehmend in der präoperativen Diagnostik des Mammakarzinoms eingesetzt, um die Ausdehnung des Tumors genauer zu beurteilen. Dabei werden axilläre LK miterfasst. Inwieweit die Kriterien der dMRT eine Aussage über einen LK-Befall erlauben, ist bisher weitestgehend ungeklärt. Dies wurde durch zwei Arbeiten unserer Arbeitsgruppe beleuchtet (siehe Literatur 10,11 und 16)

 

Wächter-Lymphknotendiagnostik - Einflussfaktoren

Eine laufende Studie befasst sich mit der Frage, welche Faktoren die präoperative Markierung des Wächter-Lymphknotens beeinflussen (bei periareolärer Nuklidapplikation). Insbesondere wollen wir der Frage nachgehen, ob eine zuvor stattgefundene Vakuum-Saug-Biopsie in den oberen äußeren Quadranten aufgrund des Gewebetraumas die Darstellbarkeit des Wächter-Lymphknotens erschwert (Vorstellung erster Ergebnisse auf dem deutschen Senologenkongress 2013 (München) und dem amerikanischen Röntgenkongress 2013 (Chicago).

 

Präoperative Tomosynthese

Die Tomosynthese ist eine technische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Sie erlaubt die Rekonstruktion von Dünnschichten und damit eine überlagerungsfreie Darstellung des Brustgewebes. In einer laufenden Auswertung möchten wir herausfinden, ob die Tomosynthese einen Benefit in der präoperativen Diagnostik bei Patientinnen mit Brustkrebs erbringt.

 

 

Stellenwert Galaktographie

Unsere Arbeitsgruppe setzt sich ausführlich mit dem Stellenwert der Galaktographie zur Abklärung der pathologischen Sekretion auseinander. Hierzu wurden Online-Befragungen an den deutschen Brustzentren vorgenommen sowie eine systematische Literaturanalyse (siehe Literatur 13 und 14).

 

 

 

 

Kooperationspartner

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Fraunhofer Institut für Bildgestützte Medizin, Bremen.

Am Universitätsklinikum Mannheim besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologischen Klinik, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie dem Pathologischen Institut

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Ausgewählte themenbezogene Publikationen
(Stand 9/2013)

Literatur:
  1. Wasser K, Klein SK, Fink C, Junkermann H, Sinn HP, Zuna I, Knopp MV, Delorme S: Evaluation of neoadjuvant chemotherapeutic response of breast cancer using dynamic MRI with high temporal resolution. Eur Radiol 2003, 13(1):80-87.
  2. Wasser K, Sinn HP, Fink C, Klein SK, Junkermann H, Ludemann HP, Zuna I, Delorme S: Accuracy of tumor size measurement in breast cancer using MRI is influenced by histological regression induced by neoadjuvant chemotherapy. Eur Radiol 2003, 13(6):1213-1223.
  3. Wasser K, Moehler T, Neben K, Nosas S, Heiss J, Goldschmidt H, Hillengass J, Duber C, Kauczor HU, Delorme S: Dynamische MRT des Knochenmarks zum Monitoring des Multiplen Myeloms unter Thalidomid-Monotherapie oder Kombination mit CED-Chemotherapie. Rofo 2004, 176(9):1285-1295.
  4. Wasser K, Klein SK, Junkermann H, Sinn HP, Darai S, Neff W, Kauczor HU, Delorme S: Neoadjuvante Chemotherapie des Mammakarzinoms: Welche posttherapeutischen (präoperativen) Informationen liefert die quantitative dynamische MRT. Radiologe 2007, 47(5):421-429.
  5. Wasser K, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher U, Bauer L, Brade J, Teubner J, Wenz F, Neff W: Early mammographic and sonographic findings after intraoperative radiotherapy (IORT) as a boost in patients with breast cancer. Eur Radiol 2007, 17(7):1865-1874.
  6. Ruch M, Brade J, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher U, Schnitzer A, Engel D, Wenz F, Sutterlin M, Schoenberg SO, Wasser K: Long-term follow-up-findings in mammography and ultrasound after intraoperative radiotherapy (IORT) for breast cancer. Breast 2009, 18(5):327-334.
  7. Wasser K, Ruch M, Brade J, Schoeber C, Kraus-Tiefenbacher U, Schnitzer A, Engel D, Wenz F, Sutterlin M, Schoenberg SO et al: Do structural changes in the tumour bed after intraoperative radiotherapy (IORT) of breast cancer complicate the evaluation of mammograms in a long-term follow-up? Eur J Radiol 2012, 81(3):255-259
  8. Wasser K, Schnitzer A, Engel D, Krammer J, Wenz F, Kraus-Tiefenbacher U, Suetterlin M, Schoenberg SO, Weisser G: First description of MR mammographic findings in the tumor bed after intraoperative radiotherapy (IORT) of breast cancer. Clin Imaging 2012, 36(3):176-184.
  9. Engel D, Schnitzer A, Brade J, Blank E, Wenz F, Suetterlin M, Schoenberg SO, Wasser K: Are mammographic changes in the tumor bed more pronounced after intraoperative radiotherapy for breast cancer? Subgroup analysis from a randomized trial (TARGIT-A). Breast J 2013, 19(1):92-5
  10. Krammer J, Engel D, Nissen J, Schnitzer A, Suetterlin M, Schoenberg SO, Wasser K: Characteristics of axillary lymph nodes apparent on dynamic contrast-enhanced breast MRI in healthy women. Clin Imaging 2012, 36(4):249-254.
  11. Krammer J, Wasser K, Schnitzer A, Schoenberg SO, Kaiser CG. Axillary Lymph Node Characterization in Breast Cancer Patients using Magnetic Resonance Mammography: A Prospective Comparative Study with FDG PET-CT and Healthy Women. Eur Journal Radiol 2013 (in Druck)
  12. Krammer J, Engel D, Schnitzer A, Kaiser CG, Dinter DJ, Brade J, Schoenberg SO, Wasser K. Is the assessment of the central skeleton sufficient for osseous staging in breast cancer patients? A retrospective approach using bone scans. Skeletal Radiol. 2013, 42(6):787-91.
  13. Scheurlen K, Schnitzer A, Krammer J, Kaiser C, Schönberg SO, Wasser K. Stellenwert der Galaktographie zur Abklärung der pathologischen Sekretion in der komplementären Brustdiagnostik. Teil 1: Eine Online-Umfrage an den deutschen Brustzentren. Der Radiologe (angenommen 6/2013)
  14. Scheurlen K, Schnitzer A, Krammer J, Kaiser C, Schönberg SO, Wasser K. Stellenwert der Galaktographie zur Abklärung der pathologischen Sekretion in der komplementären Brustdiagnostik. Teil 2: Eine systematische Literaturanalyse. Der Radiologe (angenommen 6/2013)
  15. Wasser K, Delorme S, van Kaick G: Radiologische Diagnostik kleinster Gefäße – Die nicht-invasive Untersuchung der Mikrozirkulation von neoplastischen Erkrankungen. Onkologe 2001, 7: 1134-1144.
  16. Wasser K, Schnitzer A, Brade J, Schoenberg SO: Nichtinvasive bildgebende Verfahren zum präoperativen axillären Lymphknotenstaging beim Mammakarzinom. Radiologe 2010, 50(11):1022-1029.
  17. Wasser K: Bildgebende Diagnostik von Brusttumoren. TumorDiagn u Ther 2013, 34(3): 132-135

 

 

Ausgewählte Buchbeiträge

  1. Wasser K, Delorme S. Behandlungserfolge sichtbar machen – Die dynamische Magnetresonanztomographie kann die Wirksamkeit neuer Therapien nachweisen. In: Krebsforschung heute 2002; Steinkopf, Darmstadt: 125-129
  2. Joan C. Vilanova and Klaus Wasser. Vasovist for breast cancer recognition. In: Leiner T, Goyen M, Rohrer M, Schönberg S (Eds.): Clinical blood pool MRI. Springer-Verlag, Heidelberg 2008: 196-199
  3. Klaus Wasser and Elena Sperk. Follow-up findings in the tumor bed after IORT - what the radiologist needs to know. In: Keshtgar M, Pigott K, F Wenz (Eds.). Practical Guide to Targeted intraoperative Radiotherapy: TARGIT. Springer-Verlag, Heidelberg 2013 (in Druck)


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