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Pressemitteilung

29.01.2018

Seit 30 Jahren lebensrettend: UMM feiert „ECMO“ mit Symposium

Eine echte Pionierleistung: Vor 30 Jahren haben Mitarbeiter des Mannheimer Klinikums zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum erfolgreich Neugeborene mit Lungenversagen mithilfe einer extrakorporalen Membran-oxygenierung (ECMO) behandelt – und so vorübergehend die Funktion der Lunge ersetzt. Bis heute ist die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) deutschlandweit das wichtigste Zentrum für diese vielfach lebensrettende Behandlung.

Eingesetzt wird eine ECMO außer bei erworbenen Erkrankungen wie zum Beispiel schweren Lungenentzündungen auch häufig, wenn eine angeborene Zwerchfellhernie vorliegt. Bei dieser Fehlbildung können sich Teile der Bauchorgane in den Brustkorb schieben. Das behindert die Entwicklung der Lunge des ungeborenen Kindes. Nach der Geburt kann die Lunge deshalb nicht richtig arbeiten. ECMO übernimmt dann vorübergehend deren Aufgabe, befreit das Blut von Kohlendioxid und reichert es mit Sauerstoff an.

Meilenstein der Neugeborenen-Medizin
„Mit der erfolgreichen Anwendung von ECMO bei Neugeborenen haben wir einen echten Meilenstein erreicht in der Behandlung von Babys, bei denen ein Lungenversagen droht oder vorliegt“, erläuert Prof. Dr. med. Walter Kachel, der vor 30 Jahren in Mannheim die Therapie im deutschsprachigen Raum zum ersten Mal erfolgreich angewendet hat.

Heute werden an der UMM pro Jahr etwa 35 Neugeborene und fünf Kinder mit ECMO therapiert. „Für schwer kranke Kinder, die mit konventionellen intensivmedizinischen Methoden nicht mehr stabilisiert werden können, ist das Verfahren auch heute noch oft die einzige Möglichkeit zu überleben“, ergänzt Prof. Dr. med. Thomas Schaible, der die Klinik für Neonatologie der UMM leitet.

Die technisch anspruchsvolle Behandlung liegt an der UMM in den Händen hoch spezialisierter Ärzte und Pflegekräfte. „Unsere Mitarbeiter achten zudem immer darauf, dass die Eltern mit ihren Sorgen ernstgenommen werden“, erläutert Schaible.

Symposium zeigt Weiterentwicklung
Die große Erfahrung der Mannheimer Mediziner macht sich bezahlt: Mit ECMO konnten mittlerweile über 750 Patienten erfolgreich behandelt werden. Diese Erfolgsgeschichte setzt die UMM fort: Am Wochenende trafen sich bei einem Symposium anlässlich des Jubiläums in Mannheim ECMO-Experten der wichtigsten europäischen Fachzentren. Sie tauschten sich unter anderem über neueste Weiterentwicklungen von ECMO aus. Beispielsweise wird ECMO immer häufiger auch bei Erwachsenen mit Lungenversagen eingesetzt.

Auf dem Symposium gab es außerdem ein ganz besonderes Wiedersehen: Prof. Kachel, der Medizin-Pionier, der vor 30 Jahren die Therapie in Mannheim erstmals erfolgreich anwendet hat, trifft auf Robin Thelen – einen seiner ersten ECMO-Patienten von damals.

Ein Baby, das mit ECMO behandelt wird.

Seit 30 Jahren ist die UMM das wichtigste Zentrum für das ECMO-Verfahren zur Behandlung von Neugeborenen mit Lungenversagen im deutschprachigen Raum. Auf dem Symposium feierten Prof. Dr. med. Walter Kachel, Prof. Dr. med. Thomas Schaible, Robin Thelen und seine Eltern dieses Jubiläum.

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