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Pressemitteilung

17.12.2015

Mannheimer Medizinphysiker mit Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Onkologischer Arbeitskreis Mannheim würdigt Forschungsarbeit zur Verbesserung der Strahlenbehandlung

Eine wissenschaftliche Arbeit, die zum Ziel hat, die Qualität der Behandlungsplanung in der Strahlentherapie zu verbessern, ist vom Onkologischen Arbeitskreis Mannheim mit dem Preis für experimentell-onkologische Forschung ausgezeichnet worden. Preisträger ist Dr. sc. hum. Obioma Nwankwo, der am Stiftungslehrstuhl Medizinische Strahlenphysik/Strahlenschutz (Leiter: Prof. Dr. Gerhard Glatting) in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie an der Universitätsmedizin Mannheim forscht. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde Dr. Nwankwo im Rahmen des Herbstsymposiums des Onkologischen Arbeitskreises am 7. Oktober 2015 übergeben.

Ziel der Behandlung eines Krebspatienten mittels Strahlung ist es, den Tumor zu zerstören und dabei das umliegende gesunde Gewebe möglichst wenig in Mitleidenschaft zu ziehen. Eine optimale Dosisverteilung wäre erreicht, wenn sämtliche Energie im Tumor, also an einem bestimmten Punkt im Körper, abgegeben wird. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Strahlung ist dies jedoch nicht möglich. Aufgabe der Bestrahlungsplanung ist es deshalb, dem erreichbaren Optimum möglichst nahe zu kommen. Mit Hilfe komplexer physikalischer Berechnungen kann heute die Strahlenwirkung sehr genau modelliert werden.

Die Qualität der Strahlentherapie variiert jedoch zwischen verschiedenen Strahlentherapie-Zentren. Nicht zuletzt hängt sie von der individuellen Erfahrung der Personen ab, die die Bestrahlung planen. Ziel der ausgezeichneten Arbeit war es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Qualität der Behandlungsplanung in der Strahlentherapie auf höchstem Niveau vereinheitlicht werden kann, mit einer möglichst geringen Strahlenbelastung der Risikoorgane, die besonders empfindlich auf Strahlung reagieren.

In den vorliegenden Arbeiten entwickelte Dr. Nwankwo eine Methode, die es erlaubt, die optimale Therapie vorherzusagen, welche die Risikoorgane bei einer geplanten Strahlenbehandlung maximal schont. Um einen solchen Algorithmus ermitteln zu können, bediente sich der Wissenschaftler der in der Klinik für Strahlentherapie vorliegenden Datenbank hochwertiger (optimaler) Planungen für die Strahlenbehandlung von Prostatakrebs.

Der entwickelte Algorithmus erlaubt, ausgehend von der individuellen Anatomie der zu bestrahlenden Organe, eine Vorhersage der im besten Fall zu erwartenden Dosis bei der Planung einer Strahlentherapie. Auf der Basis dieser Vorhersage kann die individuelle Bestrahlungsplanung auch von weniger erfahrenen Therapieplanern in optimaler Qualität durchgeführt werden. Damit ist es außerdem möglich, ein Qualitätssicherungssystem für die personalisierte Bestrahlungsplanung zu implementieren.

Ausgezeichnete Publikationen
A global quality assurance system for personalized radiation therapy treatment planning for the prostate (or other sites).
Nwankwo O, Sihono DSK, Schneider F, Wenz F.
Phys Med Biol 2014; 59: 5575-91.

Knowledge-based radiation therapy (KBRT) treatment planning versus planning by experts: validation of a KBRT algorithm for prostate cancer treatment planning.Nwankwo O, Mekdash H, Sihono D, Wenz F, Glatting G.
Radiat Oncol 2015; 10: 111.

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