Sie befinden sich hier

Inhalt

Projekt Wissenschaftlichkeit im Medizinstudium

Der Wissenschaftsrat, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland sowie Fachgesellschaften fordern wissenschaftliche Kompetenzen im Medizinstudium zu stärken. Eine aktuelle Befragung von Medizinstudierenden in Deutschland ergab, dass nur 28% sich durch das Studium befähigt sehen, Forschungsergebnisse zu interpretieren, dies aber mehrheitlich (75%) vom Studium erwarten.

Wissenschaftliches Denken und Handeln ist nicht nur bedeutungsvoll, um Experimente planen, durchführen und auswerten zu können. Ebenso relevant ist dieses für eine verantwortungsvolle klinische Tätigkeit in der Patientenversorgung. In komplexer werdenden medizinischen Versorgungssituationen müssen wissenschaftliche Erkenntnisse rezipiert und kritisch bewertet werden, inwieweit diese Auswirkungen für  die eigene klinische Tätigkeit, z.B. die Diagnose oder Therapie von Patienten, haben.

Forschungsorientierte Ausbildung

Im MaReCuM sind die „Erarbeitung und Analyse wissenschaftlicher Evidenzen, Fähigkeit zum selbstständigen Erforschen sowie die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen“ als Kernkompetenzen definiert. Im Rahmen des Projektes „Wissenschaftlichkeit im Medizinstudium“ sollen forschungsorientierte Ausbildungsangebote sowie die Lehre wissenschaftlicher Kompetenzen im Medizinstudium verstärkt verankert werden. Neben der Durchführung einer Bestandsaufnahme und Definition von wissenschaftsorientierten Lernzielen im MaReCuM wurde bereits eine Toolbox mit Instrumenten zur Lehre wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens mit MaReCuM-Lehrverantwortlichen entwickelt, die anderen Lehrenden der Fakultät zur Verfügung steht. Einige Projekte wurden bereits abgeleitet.

Zudem wurde im klinischen Studienabschnitt ein Leistungsnachweis nach § 27,2 ÄAppO mit dem Namen „Wissenschaftliches Arbeiten“ entwickelt und im WS 15/16 implementiert. Der Leistungsnachweis setzt sich aus Pflichtveranstaltungen im 3. Studienjahr im Modul Gesellschaft und Gesundheit sowie einer benoteten Forschungsarbeit zusammen. Die Kommunikation von Forschungsarbeitsthemen der Fakultät erfolgt durch eine bereitgestellte Forschungsarbeitsbörse.

Der longitudinale Strang zur Vermittlung und Abforderung der Wissenschaftskompetenz soll in einer weiteren Projektphase strukturiert weiterentwickelt werden. Evaluationen der wissenschaftsorientierten Lehre insbesondere des neuen Leistungsnachweises „Wissenschaftliches Arbeiten“ mit verpflichtender Forschungsarbeit werden derzeit und in Zukunft durchgeführt.

Kontextspalte