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Ortspräferenz und Studienort

Zugegeben, das mit der Ortspräferenz (OP) ist verwirrend. Das Vergabeverfahren ist ein sehr komplexer Vorgang. Wir versuchen, das Verfahren anhand von drei fiktiven Beispielen ein wenig zu verdeutlichen:

  • Beispiel 1

    Lisa Müller bewirbt sich an der Medizinischen Fakultät Medheim um einen Studienplatz. Sie hat ein Abitur von 1,8 (xy Punkte), außerdem hat sie am TMS teilgenommen. Sie hat Medheim mit zweiter Ortspräferenz gewählt, an erster OP steht Heildorf. Insgesamt kommt sie beim internen Ranking sowohl in Medheim als auch in Heildorf auf xyz Punkte. Daraus ergibt sich in Medheim der Listenplatz 282, in Heildorf der Listenplatz 306.

    Die Fakultäten übermitteln ihre Rankinglisten verschlüsselt an die Stiftung für Hochschulzulassung. Die Stiftung für Hochschulzulassung verschickt nun Zulassungsbescheide für die Ortspräferenz 1 entsprechend der Rankingliste der Fakultäten.

    Das heißt für Lisa: In der ersten Zulassungsstufe bekommt sie keinen Bescheid. Denn für einen Studienplatz in Heildorf reicht ihr dortiger Listenplatz von 306 nicht. Sie muss die zweite Vergabestufe abwarten, in der die Zulassungen für die die zweite OP vergeben werden.

    Die BewerberInnen, die in der ersten Stufe keine Zulassung für ihre erste OP bekommen haben, bilden nun die Gruppe in der zweiten Stufe, also der Vergabe für die zweite OP. Entsprechend ändert sich an diesem Wunschort ihr Listenplatz, denn auch an diesem Ort wurden ja bereits in der ersten Stufe Plätze vergeben. Die Punktezahl, die sie im Ranking erhalten hatten, ändert sich nicht.

    Lisa steht mit ihren Rankingpunkten jetzt auf Platz 52. In der zweiten Vergabestufe bekommt sie für ihre OP 2 einen positiven Bescheid und kann sich in Medheim immatrikulieren. Ihre Freundin Carolin, die es genauso gemacht hat wie Lisa, kann sich allerdings weniger freuen. Sie hatte von vornherein deutlich weniger Rankingpunkte und lag deshalb mit ihrem Listenplatz weit hinten. Für einen Studienplatz in Medheim oder Heildorf war das nicht ausreichend.

  • Beispiel 2

    Jan Meier hat ein Abi von 1,2. Den TMS hat er versäumt, er war im Ausland. Macht nichts, denkt er, ich habe ja ein prima Abitur. Er möchte am liebsten in Medheim studieren, seine zweite OP ist Krankstadt. Dort wird ein anderes Vergabeverfahren angewendet, der TMS zählt hier nicht. In Medheim bekommt Jan für sein Abitur xxx Punkte. Zusätzliche x Punkte bekommt er für das FSJ, das er nach dem Abitur gemacht hat. Seine insgesamt xxxx Punkte ergeben für ihn einen Listenplatz von 419.

    Die Fakultäten übermitteln ihre Rankinglisten verschlüsselt an die Stiftung für Hochschulzulassung. Die Stiftung für Hochschulzulassung verschickt nun Zulassungsbescheide für die Ortspräferenz 1 entsprechend der Rankingliste der Fakultäten.

    Das heißt für Jan: In der ersten Zulassungsstufe bekommt er keinen positiven Bescheid. Denn für einen Studienplatz in Medheim reicht sein Listenplatz nicht. Er muss die zweite Vergabestufe für seine OP 2 abwarten. In Krankstadt hatte Jan von vornherein bessere Karten, hier erfüllt der mit seinen Voraussetzungen die Vergabebedinungen. Er bekommt in der zweiten Stufe eine Zulassung. Die Zulassung in Krankstadt hätte er schon früher bekommen, nämlich in der ersten Vergaberunde für die OP 1. Aber mit OP 1 war er nicht für Krankstadt gelistet, hat also in dieser Vergabestufe hier keinen Platz bekommen. Jan freut sich, dass er überhaupt einen Studienplatz hat. Ein wenig schwierig wird jetzt natürlich alles Organisatorische, denn die Zusage in der zweiten Vergabestufe werden immer erst im September verschickt – da bleibt wenig Zeit für Wohnungssuche und Umzug.

  • Beispiel 3

    Marie Fischer hat ein Abi von 2,0, im TMS hat sie mit abc Punkten sehr gut abgeschnitten. Deshalb ergeben sich recht viele Punkte im internen Ranking von Medheim. Diesen Ort hat sie mit OP 1 gewählt. Aufgrund ihrer hohen Punktzahl kommt Marie auf einen Listenplatz recht weit vorn.

    Die Fakultäten übermitteln ihre Rankinglisten verschlüsselt an die Stiftung für Hochschulzulassung. Die Stiftung für Hochschulzulassung verschickt nun Zulassungsbescheide für die Ortspräferenz 1 entsprechend der Rankingliste der Fakultäten.

    Das heißt für Marie: Sie bekommt einen Zulassungsbescheid für Medheim in der ersten Vergabestufe. An der zweiten Vergabestufe nimmt ihre Bewerbung nicht mehr teil.

Unser Tip

Schauen Sie genau, welche Fakultät welche Vergabekriterien hat, und informieren Sie sich über die verschiedenen Verfahren. Dann können Sie besser einschätzen, ob Sie mit Ihren Voraussetzungen hier Chancen auf einen Studienplatz haben oder eher nicht.

Kontextspalte

Stiftung für Hochschulzulassung
Test für medizinische Studiengänge TMS

Losverfahren

In manchen Jahren werden einige Studienplätze zusätzlich ausgelost.
Teilnahmebedingungen