Universität Heidelberg
Medizinische Falultät der Universität Heidelberg

Multimodale Mammadiagnostik

PET-CT zum initialen Staging des Mammakarzinoms

 

Patientinnen mit Mammakarzinom erhalten initial ein lokoregionäres und systemisches Staging, um mögliche lokale Lymphknotenmetastasen bzw. Fernmetastasen aufzudecken. Die aktuellen S3-Leitlinien für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Auflage 2008) sehen für das lokoregionäre Staging eine klinische Untersuchung und einen Ultraschall vor. Für das systemische Staging wird eine Röntgen-Thorax-Untersuchung, eine Lebersonographie und eine Skelettszintigraphie empfohlen. Letztgenannte Untersuchungen müssen häufig durch weitere bildgebende Verfahren ergänzt werden (vor allem Computertomographie und Kernspintomographie), so dass für die Komplettierung des Stagings am Ende eine aufwändige Stufendiagnostik notwendig ist.

Das Hybridverfahren aus Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) ermöglicht eine morphologische und funktionelle Ganzkörper-Bildgebung in einer Untersuchung, und kann dabei sowohl lokoregionäre Lymphknotenmetastasen als auch Fernmetastasen aufdecken.

In der geplanten Studie soll neben den konventionellen Stagingverfahren (gemäß der S3-Leitlinien) die PET/CT bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Stadium c2T1,N+ und/oder c2T≥2 präoperativ eingesetzt werden. Bei Patientinnen im präoperativen Stadium c2T1, N0 ist gemäß der aktuellen S3-Leitlinien ein Staging zunächst nicht zwingend indiziert. Diese Patientinnen erhalten postoperativ ein PET/CT, falls histologisch ein Lymphknotenbafall nachgewiesen wird.

Die PET/CT soll nach dem oben beschriebenen Konzept beim Staging des Mammakarzinoms mit folgenden Fragestellungen prospektiv wissenschaftlich evaluiert werden:

  1. Wie sind Sensitivität, Spezifität, PPV und NPV der PET/CT im Vergleich zu den konventionellen Staging-Verfahren (einschl. lokoregionäre LK-Sonographie) in der Diagnostik des lokoregionären Lympkknotenbefalls und der Fernmetastasen?
  2. Hat die PET/CT bei der genannten Patientenselektion einen signifikanten Einfluss auf die weitere Diagnostik und Therapieplanung, verglichen mit den konventionellen Staging-Verfahren?
  3. Kann die PET/CT die zeitaufwändige Stufendiagnostik signifikant reduzieren und könnte sie in Zukunft als zentrales Instrument für das präoperative und postoperative Staging eingesetzt werden?

Rationale Präoperativ

Rationale Präoperativ

WLKB = Wächter-Lymphknoten-Biopsie

 

Rationale Postoperativ

Rationale Postoperativ

 

Studien-Algorithmus

Studien-Algorithmus

 

SLN = Sentinel Node (Wächter-Lymphknoten)

* Positronen-Emissions-Tomographie
** Ultraschall des Oberbauchs, Knochenszintigraphie, Röntgen-Thorax

 

Einschlusskriterien:

  • Präoperativ:
    Patientinnen mit einem Tumor ≥ 2 cm (in der Bildgebung) oder sonographisch dringendem Verdacht auf LK Metatsasen
  • Postoperativ:
    Patientinnen, die präoperativ kein PET-CT erhielten (da cT1, cN0) aber einen Befall des Wächterlymphknotens aufweisen


Ausschlusskriterien:

  • Diabetes mellitus
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Rezidiv- oder Zweitkarzinom
  • Andere maligne Erkrankungen aktuell oder in der Vorgeschichte

 

Untersuchungsablauf / Methodik

  • Die PET/CT-Untersuchung nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch, davon 30 Minuten Messzeit, 90 Minuten Vorbereitung (d.h. Applikation des Tracers und ruhiges Liegen für ca. 1 Stunde).
  • Als Tracer wird das gängige FDG (Fluor-Deoxyglucose) verwendet.
  • Es wird kein jodhaltiges Röntgen-Kontrastmittel verabreicht.
  • Es wird ein Low-Dose CT durchgeführt.
  • Gesamt-Strahlenbelastung aus PET und CT 10-12 mSv (durchschnittliche Jahresbelastung in der BRD liegt bei einer effektiven Dosis von 2,5 mSV).