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Aktuelles


Exzellente gefäßbiologische Forschung an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt weiter gefördert

Erfolgreicher SFB-TR 23 "Vascular Differentiation and Remodeling" geht in die dritte Förderperiode

Mannheim, den 24. Mai 2013

Der Verbund von Gefäßforschern in Mannheim, Heidelberg, Frankfurt und Bad Nauheim schöpft die maximal mögliche Förderdauer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) voll aus: Der Sonderforschungsbereich SFB-TR 23 "Vascular Differentiation and Remodeling" geht in die dritte und damit letzte mögliche Runde. Das hat jetzt der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entschieden. Für die Fortführung bis 2017 hat die DFG mehr als 10 Millionen Euro bewilligt.

Der 2005 gegründete SFB-TR 23 war der erste und lange Zeit einzige Sonderforschungsbereich in Deutschland, der sich ausschließlich der Blutgefäßforschung widmet. In der jetzt erfolgten weiteren Bewilligung sieht der Sprecher des SFB Professor Dr. Hellmut Augustin, Inhaber des Lehrstuhls für Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Aventis-Stiftung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Leiter der Abteilung Vaskuläre Onkologie und Metastasierung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), einen großen Erfolg, der nur durch die intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Arbeitsgruppen ermöglicht wurde. "Sonderforschungsbereiche haben eine wichtige strukturbildende Funktion im deutschen Forschungssystem. Der SFB-TR 23 hat dazu beigetragen, dass sich die Rhein-Main-Neckar Region zu einer der forschungsstärksten Regionen der Gefäßbiologie in Europa entwickeln konnte", so Augustin.

Auch der stellvertretende Sprecher des SFB-TR 23 Professor Dr. Karl-Heinz Plate, Inhaber des Lehrstuhls für Neuropathologie an der Goethe Universität Frankfurt, ist hocherfreut über die weitere Förderung. "Der Wettbewerb um die Forschungsgelder der DFG wird immer härter, sodass nur noch die allerbesten international erfolgreichen Verbundprojekte bestehen können", bewertet Plate die Entscheidung der DFG.

Das Blutgefäßsystem ist ein Organsystem, das den gesamten Körper durchdringt. Aufgrund seiner filigranen Verästelungen wird es aber kaum als Organ wahrgenommen. Dennoch: Alle Blutgefäße im menschlichen Körper zusammengenommen erreichen eine Länge von bis zu 90.000 Kilometern und die das Gefäßsystem auskleidenden Endothelzellen machen insgesamt eine Masse von rund einem Kilo aus. Gewichtiger als man vielleicht denkt ist auch die Rolle des Blutgefäßsystems bei einer Vielzahl von Erkrankungen, unter diesen die so genannten Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankungen, aber auch Bluthochdruck, Augen- und Hauterkrankungen. Insgesamt gehen zwei Drittel aller Erkrankungen direkt oder indirekt auf Störungen der normalen Funktion von Blutgefäßen zurück. Dies schlägt sich auch in der Todesstatistik nieder: Gefäßerkrankungen sind an drei Viertel aller Todesfälle beteiligt.

Insgesamt 17 Arbeitsgruppen erforschen in den kommenden vier Jahren die komplexen zellulären Interaktionen bei der Neubildung und dem Umbau von Gefäßen. An den beiden Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg, in Mannheim und Heidelberg, und dem DKFZ sind insgesamt zehn Projekte angesiedelt, an der Universität Frankfurt und dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim sieben. Dabei beschäftigen sich die Wissenschaftler mit folgenden Fragestellungen: Was wirkt auf die Endothelzellen ein (Mediatoren und Effektoren), wie werden die Signale in den Zellen verarbeitet (zelluläre Antworten) und wie interagieren Endothelzellen mit ihrer Umgebung (zelluläre und systemische Interaktionen)?

Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, systematisch normale und gestörte Funktionen von Blutgefäßen auf der molekularen und zellulären Ebene zu analysieren, um damit die Basis für die Entwicklung von neuen therapeutischen und diagnostischen Verfahren zu schaffen. "Grundlagenforschung findet nicht mehr im Elfenbeinturm statt. Vielmehr arbeiten Grundlagenwissenschaftler heute eng mit klinischen Wissenschaftlern zusammen, um die gewonnenen Erkenntnisse so rasch wie möglich zum Nutzen der Patienten umzusetzen", so die Einschätzung des Sprechers des SFB-TR 23, Professor Dr. Hellmut Augustin.



Der Sprecher des SFB-TR 23
Prof. Dr. Hellmut Augustin


Sonderforschungsbereich TransRegio 23:

Im SFB-TR 23 erforschen in den kommenden vier Jahren die folgenden 17 Arbeitsgruppen die Funktion und die Differenzierung von Zellen in gesunden und erkrankten Blutgefäßen:

A3 Hellmut Augustin (Mannheim/Heidelberg)
A6 Ingrid Fleming (Frankfurt)
A8 Johannes Eble (Frankfurt)
A9 Stefan Schneider (Mannheim)
A10 Stefanie Dimmeler (Frankfurt)
B1 Sergij Goerdt, Cyrill Géraud (Mannheim)
B2 Marina Schorpp-Kistner, Peter Angel (Heidelberg)
B6 Thomas Wieland (Mannheim)
B7 Stefan Liebner (Frankfurt)
C1 Yvonne Reiss, Karl Plate (Frankfurt)
C5 Thomas Korff (Heidelberg)
C6 Markus Hecker (Heidelberg)
C7 Stefan Offermanns, Nina Wettschureck (Bad Nauheim/Frankfurt)
C8 Didier Stainier (Bad Nauheim/Frankfurt)
Z1 Tobias Bäuerle (Heidelberg)
Z5 Jens Kroll (Mannheim)


Kontakt:

Prof. Dr. Hellmut Augustin, PhD
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9962
E-Mail: hellmut.augustin@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0246.txt)


Wegweisende Arbeiten in der Radioonkologie ausgezeichnet

Zwei Wissenschaftler der UMM erhalten Forschungspreise der Fachgesellschaft DEGRO

Mannheim, den 14. Mai 2013

Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hat auf ihrer 19. Jahrestagung in Berlin am 9. Mai 2013 gleich zwei Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) für ihre Forschungsarbeiten im Bereich der Strahlentherapie ausgezeichnet. Beide prämierten Arbeiten wurden an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (Direktor Prof. Dr. Frederik Wenz) erstellt. Auch wenn sie sich unterschiedlichen Themen widmen, dienen beide Arbeiten einem gemeinsamen Ziel: die Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten zu verbessern.

PD Dr. sc. hum. Hansjoerg Wertz, Medizinphysik-Experte an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, ist mit dem Holthusen-Preis ausgezeichnet worden, dem mit 5.000 Euro hoch dotierten Wissenschaftspreis der Fachgesellschaft. Dr. med. Julia Köck ist Assistenzärztin an der Klinik. Sie erhielt den DEGRO-Dissertationspreis für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen ihrer Doktorarbeit.

PD Dr. Wertz erforscht in der ausgezeichneten Arbeit neue Techniken der Bestrahlung in Kombination mit moderner Bildgebung. Gerade bei Patienten mit Zielen, die sich während des Atmens bewegen, also beispielsweise Tumoren der Lunge, ist es wichtig, die Position des Tumors während der Bestrahlung exakt bestimmen zu können. Eine Computertomographie (CT), die vor der Bestrahlung als Grundlage für die Bestrahlungsplanung aufgenommen wird, kann jedoch letztendlich nur eine Momentaufnahme sein, die Auskunft über die innere Anatomie eines Patienten und seine anatomischen Strukturen gibt. Ziel müssen also Konzepte der bildgestützten, so genannten adaptiven Strahlentherapie sein sowie Bildgebungsverfahren, die in unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Nähe zur eigentlichen Bestrahlung anwendbar sind. Diese machen eine zielgerichtete Bestrahlung und korrekte bildgestützte Patientenpositionierung überhaupt erst möglich.

Genau das ist es, was PD Dr. Wertz interessiert. So entwickelten er und seine Gruppe unter anderem ein neues CT-Verfahren für eine beschleunigte Volumenbildgebung direkt am Bestrahlungsgerät, das der exakten Positionierung des Patienten während der Bestrahlung dient. Wird diese neue Entwicklung in die klinische Routine überführt, so kann dies die Applikation der bildgestützten Strahlentherapie grundlegend verbessern, insbesondere bei Patienten mit atembeweglichen Zielen.

Dr. med. Julia Köck hat im Rahmen ihrer Doktorarbeit das Ziel verfolgt, Spätfolgen, die durch die Strahlentherapie von bösartigen Tumoren des Lymphsystems (Hodgkin-Lymphom) entstehen können, so gering wie möglich zu halten. Bei der Therapie von Hodgkin-Lymphomen ist es besonders wichtig, eine möglichst hohe Lebensqualität nach der Therapie zu erhalten, da die Heilungsquoten bei dieser Erkrankung – mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate bis über 90 Prozent – sehr gut sind.

Ein Ansatz der jungen Wissenschaftlerin war es, das Bestrahlungsfeld beim Hodgkin-Lymphom möglichst klein zu halten. Dabei kommt es darauf an, das richtige Maß zu ermitteln, bei dem die Belastung so gering wie möglich ist, ohne den Heilungserfolg zu verringern. Es gelang Dr. Köck, ein „Bestrahlungsdesign“ zu entwickeln, das die Risikoorgane Herz, Lunge und Brust deutlich schont, und zwar durch ein kleineres Bestrahlungsfeld und die Verwendung von verschiedenen Bestrahlungsrichtungen.

Beide Preisträger sind nicht zum ersten Mal ausgezeichnet worden. PD Dr. Wertz erhielt 2009 den Promotionspreis des Kompetenzzentrums Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e.V. und 2010 den mit 2.000 Euro dotierten Innovationspreis der DEGRO. Dr. Julia Köck ist Ende 2012 bereits einmal für ihre exzellente onkologische Doktorarbeit ausgezeichnet worden, und zwar vom Onkologischen Arbeitskreis Mannheim (OAK).



Die Preisträger Dr Julia Köck
und PD Dr. Hansjörg Wertz bei
der Preisverleihung.


Preise der DEGRO

Die Fachgesellschaft hat auf ihrem Kongress insgesamt acht Wissenschaftler für ihre Forschungen ausgezeichnet. Den prämierten Arbeiten ist gemeinsam, dass sie aktuelle Behandlungsmethoden produktiv erweitern und optimieren oder Ausblicke auf eine effektive Behandlung von morgen geben.


Kontakt:

PD Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1179
E-Mail: hansjoerg.wertz@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0245.txt)


"Networking" in der Krebszelle

Mannheim, den 7. Mai 2013

Heidelberger und Mannheimer Wissenschaftler entwickelten ein Verfahren, um die Wechselwirkung aller Gene einer Krebszelle im großen Maßstab zu untersuchen. Die genaue Kenntnis dieses Zusammenspiels soll dabei helfen, wirksamere Kombinationen von Medikamenten zu identifizieren. Die Ergebnisse sind in der neuesten Ausgabe von Nature Methods veröffentlicht.

Krebs ist eine Erkrankung der Gene. In Tumorzellen sind jedoch nicht nur einzelne Krebsgene verändert, sondern es liegt meist eine Vielzahl an Mutationen vor. Die jeweilige Kombination der Mutationen bestimmt das Verhalten der Zellen, etwa ihr Wachstum und auch das Ansprechen auf Therapien. Genau dies lässt sich jedoch oft nicht vorhersagen. Um Therapien, die sich gezielt gegen einzelne Veränderungen der Krebszelle richten, sinnvoll kombinieren zu können, müssen Wissenschaftler zunächst verstehen, wie sich die veränderten Gene gegenseitig beeinflussen.

Um diese Frage zu beantworten, haben Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg sowie vom Europäischen Labor für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg ein neues Verfahren entwickelt. Sie wollen im großen Maßstab untersuchen, wie Gene miteinander interagieren, sich also gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken oder neutralisieren. Die Interaktionsprofile der Gene funktionieren wie in sozialen Netzwerken: Haben zwei Menschen sehr ähnliche Freundeslisten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich gut kennen. Analog ist es wahrscheinlich, dass zwei Gene mit ähnlichen Interaktionsprofilen eng zusammenarbeiten - so lassen sich ganze Netzwerke von kooperierenden Genen erstellen. Vergleichbare Verfahren wurden bereits für Modellorganismen wie Hefe und Fruchtfliege entwickelt. Nun ist es zum ersten Mal gelungen, die Methode bei menschlichen Krebszellen anzuwenden.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich vor allem auf Gene, die die sogenannte epigenetische Regulation beeinflussen. "Solche Gene steuern die Aktivität anderer Gene und beeinflussen die Struktur von Chromosomen. Sie haben daher großen Einfluss auf die korrekte Zellteilung und sind deshalb für die Krebsforschung interessant", sagt Michael Boutros, Inhaber einer Brückenprofessur an DKFZ und Medizinischer Fakultät Mannheim. "Mit unserer Methode können wir nun herausfinden, wie sich diese epigenetischen Faktoren gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen."

"Dazu haben wir insgesamt 323 epigenetisch aktive Gene einzeln und auch in Kombination ausgeschaltet", beschreibt Christina Laufer, die Erstautorin der Arbeit, den Forschungsansatz. Das Vorhaben hatte außergewöhnliche Dimensionen, insgesamt kamen über 50.000 Einzelexperimente zusammen. Um zu beobachten, wie sich das kombinierte Ausschalten der Gene auf die Krebszellen auswirkte, färbten die Wissenschaftler verschiedene Zellstrukturen wie Kern und Zellskelett an und fotografierten alle Zellen. Insgesamt erhielten sie so über 600.000 Bilder.

"Eine solche Menge Bilder kann man natürlich nicht mehr mit dem Auge auswerten", erklärt Wolfgang Huber vom EMBL. "Geholfen hat uns eine spezielle Bildverarbeitungsmethode, mit der wir die Auswertung automatisiert haben." Die Software ermöglichte es, die Folgen der genetischen Eingriffe innerhalb kurzer Zeit festzustellen.

"Wir konnten bestätigen, dass sich unsere Methode hervorragend dazu eignet, das Zusammenspiel von Genen zu ermitteln", sagt Michael Boutros. "Um zu verstehen, was eine Krebszelle von einer gesunden Zelle unterscheidet, müssen wir dieses Zusammenspiel kennen. Erst auf dieser Basis kann es gelingen, gezielt in einen Prozess einzugreifen und damit bessere Medikamente in wirksameren Kombinationen gegen Krebserkrankungen zu entwickeln."

Das Projekt wurde im Rahmen des Exzellenzclusters CellNetworks der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Michael Boutros ist Abteilungsleiter am DKFZ und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Wolfgang Huber ist Senior Scientist und Gruppenleiter am EMBL.


Publikation

Mapping genetic interactions in human cancer cells with RNAi and multiparametric phenotyping.
Laufer C, Fischer B, Billmann M, Huber W, Boutros M.
Nature Methods 2013
DOI: 10.1038/nmeth.2436

http://www.nature.com/nmeth/journal/v10/n5/full/nmeth.2436.html


Kontakt:

Prof. Dr. Michael Boutros
Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6950
E-Mail: michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

Hinweis: Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ (Koh) übernommen.

(0244.txt)


Erfolgsprojekt im Kampf gegen Leukämie wird fortgesetzt

Mannheim, den 3. Mai 2013

Die Universität Heidelberg und die Firma Novartis haben heute, am 3. Mai 2013, einen Vertrag zur Fortsetzung einer seit 2007 bestehenden „private-public partnership“ unterzeichnet. Die unter dem Namen European Treatment and Outcome Study (EUTOS) vereinbarte Kooperation hat zum Ziel, Ursachen und Verlauf der chronischen myeloischen Leukämie (CML), einer bösartigen Erkrankung des Blutbildenden Systems, besser zu verstehen und die Therapiebedingungen der Patienten in Europa und weltweit zu verbessern. Novartis wird dafür weitere 6 Millionen Euro zur Verfügung stellen, über 18 Millionen Euro sind bereits in das Projekt geflossen.

Projektpartner in Heidelberg ist das European LeukemiaNet, ein europaweiter Zusammenschluss der führenden Expertengruppen im Bereich der Leukämien, der in der Mannheimer Klinik für Hämatologie durch die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Rüdiger Hehlmann koordiniert wird. Derzeit arbeiten fast 200 Institutionen aus 39 Ländern im European LeukemiaNet zusammen.

Als zentrales Projekt wird ein Register gefördert, in dem Personen bezogene Daten, Behandlungsarten und -erfolge von 7000 europäischen CML-Patienten seit 2007 anonymisiert gesammelt werden. In den kommenden zwei Jahren werden diese Daten ausgewertet und auf dieser Grundlage die bisher gültigen Therapieempfehlungen weiterentwickelt. Professor Hehlmann ist sich sicher: "Die jüngste Forschung zeigt, dass die persönlichen Konstellationen des Patienten, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Lebensumfeld, ethnisch bedingte genetische Abweichungen, einen großen Einfluss auf den Behandlungserfolg haben. Eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapie wird insbesondere Patienten, die auf die bisherigen Behandlungsverfahren nicht ansprechen, ein längeres Überleben ermöglichen und einer Heilung der CML näher bringen."

Der Nachweis der CML und damit einhergehender genetischer Abweichungen erfolgt durch hoch sensitive Untersuchungsverfahren. Auf Grundlage der Laborergebnisse wird die Therapieform und -intensität für den Patienten festgelegt. Daher ist die Überprüfung der Arbeitsqualität und Standardisierungen der Untersuchungsprozesse in den über den gesamten europäischen Raum verteilten Laboratorien auf hohem Niveau ein weiteres Ziel der Zusammenarbeit. Bislang wurden mehr als 60 europäische Labore, die die hohen Standards erfüllen, durch das European LeukemiaNet zertifiziert, weitere 30 sollen in den kommenden zwei Jahren folgen. Ziel ist es, mindestens ein Referenzlabor pro Land in Europa zu qualifizieren. Allein in Deutschland gibt es zwölf Labore, die sich um die Standardisierung bemühen.

Ein dritter Schwerpunkt der Kooperation ist die Weitergabe von Expertenwissen und der neuesten Forschungsergebnisse an die behandelnden Ärzte. Dazu zählen beispielsweise Veranstaltungen zur Ausbildung junger Hämatologen, Informations- und Weiterbildungsangebote via Internet, regelmäßige wissenschaftliche Newsletter sowie die Finanzierung von Expertentreffen.

"Das European LeukemiaNet und das EUTOS Projekt sind weltweit bekannt und anerkannt. Wir freuen uns, dass Novartis unser Ziel weiter unterstützt, jedem Patienten in Europa die bestmöglichste Therapie zu ermöglichen", erklärt Dr. Susanne Saußele, Leiterin der Netzwerkzentrale in Mannheim und Projektpartnerin im EUTOS-Programm.


Die Projektpartner

Das European LeukemiaNet wurde als sogenanntes „Excellenznetzwerk“ nach seiner Gründung im Jahr 2004 zunächst von der Europäischen Kommission gefördert. Es handelt sich um einen Zusammenschluss der führenden Expertengruppen Europas auf dem Gebiet der akuten und chronischen Leukämien. In dem Netzwerk sind 194 Zentren aus 39 Ländern mit mehr als 1.000 Ärzten und Wissenschaftlern organisiert, die rund 50.000 Leukämie-Patienten betreuen. Ziele sind bessere Forschungsergebnisse durch engere Zusammenarbeit sowie der Wissenstransfer aus der Forschung an die behandelnden Ärzte weltweit.

Die Firma Novartis ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Leukämietherapie. Vor elf Jahren wurde der Wirkstoff Imatinib unter dem Handelsnamen Glivec für die Leukämietherapie in Deutschland zugelassen. Während in der Prä-Imatinib-Ära die meisten Patienten drei bis vier Jahre nach der Diagnosestellung starben, leben heute unter Behandlung mit Imatinib und ähnlichen Wirkstoffen nach zehn Jahren noch 83 Prozent der CML-Patienten.

Chronische myeloische Leukämie

Bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) handelt es sich um eine Störung des Blutbildenden Systems, die sich im Anfangsstadium oftmals unbemerkt entwickelt. Symptome können Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Gliederschmerzen sein. Unbehandelt führt die CML binnen weniger Jahre zum Tod. Kennzeichnend für die Erkrankung ist die unkontrollierte Ausschwemmung nicht funktionsfähiger, unreifer weißer Blutkörperchen. In Europa erkranken jährlich etwa 5.000 bis 10.000 Menschen neu an CML.


Kontakt:

Dr. Susanne Saußele
Leiterin des Network Management Centers des European LeukemiaNet
III. Medizinische Klinik - Hämatologie und Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Pettenkoferstr. 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6966
Fax: 0621 / 383 - 6932
E-Mail: susanne.saussßele@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0243.txt)


Forschungspreis für publizierte Studie der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Volker Gebhardt mit August-Bier-Preis ausgezeichnet

Mannheim, den 26. April 2013

Den August-Bier-Preis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) hat in diesem Jahr Volker Gebhardt, Assistenzarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), erhalten. Ausgezeichnet wurde damit eine Studie zur Spinalanästhesie bei der operativen Versorgung von Enddarmerkrankungen, die der junge Wissenschaftler im Rahmen seiner Doktorarbeit erstellt hat. Der Forschungspreis ist dem Preisträger im Rahmen der Eröffnungsfeier des Deutschen Anästhesiekongresses in Nürnberg, am 20. April 2013, verliehen worden.

Etwa fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter Hämorrhoiden und anderen Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Einige dieser Erkrankungen bedürfen der chirurgischen Behandlung und damit einer Betäubung. Allein an der UMM werden in enger Kooperation mit dem End- und Dickdarmzentrum Mannheim pro Jahr fast 3.000 solcher chirurgischen Eingriffe durchgeführt, die meisten ambulant.

Die Wahl der anästhesiologischen Versorgung bei einem solchen Eingriff hängt von verschiedenen Faktoren ab: Anfälligkeit für Komplikationen, „Praktikabilität“ (Lokalanästhesie versus Vollnarkose) sowie die Akzeptanz beim Patienten. Welche Form der Narkose sich für einen bestimmten Eingriff am besten eignet, lässt sich anhand verschiedener Parameter, wie Schmerzmittelverbrauch und Erholungszeiten nach der Operation, ermitteln. Nach diesen Kriterien sowie bezüglich der Patientenzufriedenheit ist die Spinalanästhesie „in Sattelblocktechnik“, bei der kleinste Mengen sogenannter hyperbarer Lokalanästhetika verwendet werden, der Vollnarkose überlegen. Bei der Spinalanästhesie werden einzelne Nervensegmente betäubt, indem ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den Wirbelkörperkanal injiziert wird.

Im Jahr 2010 ist ein neues Lokalanästhetikum (Prilocain 2% hyperbar) zugelassen worden, das ein sehr günstiges Nebenwirkungsprofil aufweist und für den Einsatz bei Eingriffen am Enddarm besonders geeignet scheint. Doch was ist die optimale Dosierung von Prilocain 2% hyperbar bei diesen proktologischen Eingriffen? Dies ermittelte Volker Gebhardt im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der UMM (Direktor: Prof. Dr. Manfred Thiel). Dazu teilte er insgesamt 120 Patienten nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen ein, denen das Medikament in unterschiedlichen Dosierungen verabreicht wurde (randomisierte prospektive Studie) und untersuchte folgende Parameter: die Ausbreitung der örtlichen Betäubung hinsichtlich Sensorik und Motorik sowie die postoperativen Erholungszeiten und möglichen Nebenwirkungen.

Gebhardt konnte zeigen, dass das Medikament zwar in allen drei Dosierungen zur Operation ambulanter proktologischer Eingriffe geeignet ist, die höchste Empfehlung aber gilt für die niedrigste der drei untersuchten Konzentrationen.

Die Studie von Volker Gebhardt leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des Enddarms. Denn mithilfe der gewonnen Daten können Patienten nun noch schonender operiert werden. Die ausgezeichnete Arbeit wurde von PD Dr. med. Marc Schmittner betreut, dessen Arbeitsgruppe sich seit Jahren damit beschäftigt, die Narkose bei solchen Eingriffen zu optimieren.


August-Bier-Preis der DGAI

Der August-Bier-Preis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin geht auf den Landarzt und Chirurgen August Karl Gustav Bier (1861 bis 1949) zurück. In einem aufsehenerregenden Selbstversuch im Jahr 1898 führte er die erste Spinalanästhesie durch. Der Forschungspreis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jährlich im Rahmen der Jahrestagung der DGAI verliehen. Volker Gebhardt teilt sich den Preis mit einer Arbeitsgruppe aus Münster.

Publikation

Die ausgezeichnete Arbeit wurde in der Februarausgabe 2013 der renommierten anästhesiologischen Fachzeitschrift „Acta Anaesthesiologica Scandinavica“ veröffentlicht:

Dosage finding for low-dose spinal anaesthesia using hyperbaric prilocaine in patients undergoing perianal outpatient surgery
Acta Anaesthesiologica Scandinavica 2013; 57: 249–256
V. Gebhardt, A. Herold, C. Weiss, A. Samakas and M. D. Schmittner
doi: 10.1111/aas.12031

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aas.12031/full


Kontakt:

PD Dr. med. Marc D. Schmittner
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2415
E-Mail: marc.schmittner@umm.de


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(0242.txt)


Vorzeigeprojekt für deutsch-französische Forschungskooperation

Geplante grenzüberschreitende Institution unter Beteiligung des Heinrich-Lanz-Zentrums der Fakultät bei Festakt mit deutscher und französischer Wissenschaftsministerin gewürdigt

Mannheim, den 15. April 2013

Die Medizinische Fakultät Mannheim und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) betreiben mit Volldampf die Planung eines deutsch-französischen Zentrums zur biomedizinischen Forschung. Der Aufbau einer solch einzigartigen Institution, des "French-German Advanced Translational drug discovery Center" (FGATC), hat letztendlich zum Ziel, neue Therapien und Medikamente zu entwickeln. In gleich zweifacher Hinsicht agiert dieses Projekt grenzüberschreitend: Es verbindet mit der Translationalen Forschung Grundlagenforschung mit klinischer Forschung und Entwicklung, und zwar über die Staatsgrenze hinweg.

Wenn heute (am 15. April) die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professor Dr. Johanna Wanka, gemeinsam mit ihrer französischen Amtskollegin Geneviève Fioraso die „deutsch-französische Woche der Wissenschaften“ eröffnet – eine zentrale Veranstaltung im Deutsch-Französischen Jahr anlässlich 50 Jahre Elysée-Vertrag – gehört die Unterzeichnung der „Willenserklärung“ zu diesem einzigartigen Projekt der transnationalen Kooperation zum festlichen Programm, das die beiden Ministerinnen gemeinsam absolvieren. Das geplante Zentrum ist eine von insgesamt sieben Initiativen zwischen deutschen und französischen Institutionen, die im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der „Semaine Franco-Allemande de la Science et des Alumni“ gewürdigt werden. Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. Dr. Uwe Bicker, und der Vorstandsvorsitzende des DKFZ, Professor Dr. Otmar D. Wiestler, unterzeichnen das Memorandum gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität Straßburg, Professor Alain Beretz, dem Vorstandsvorsitzenden des Institut national de la santé et de la recherche médicale (Inserm), Professor André Syrota, und dem Präsidenten Global Research & Development des Pharmaunternehmens Sanofi, Dr. Elias Zerhouni, in Anwesenheit der beiden Ministerinnen.

Das „French-German Advanced Translational drug discovery Center“ ist eine Öffentlich-private Partnerschaft (public-private-partnership, PPP), die herausragende Forschungsinstitutionen im Oberrheintal beidseits der deutsch-französischen Grenze verbindet. Ganz im Sinne eines geeinten Europa hebt das Projekt die nationale Grenze für diese einzigartige Forschungskooperation auf. Auf deutscher Seite vertreten die Medizinische Fakultät Mannheim mit dem im Aufbau befindlichen „Heinrich-Lanz-Zentrum für Personalisierte Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg“ und das Deutsche Krebsforschungszentrum den klinischen und translationalen Teil der Forschung. Die Universität Straßburg und Sanofi in Straßburg bringen ihre spezielle Expertise in der Grundlagenforschung ein, vor allem im Bereich des Screenings auf der Basis eines neuen in-vitro Bildgebungsverfahrens.

Es geht bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auch darum, Erkenntnisse, die in der Grundlagenforschung gewonnen werden, in die klinische Entwicklung zu überführen – „from bench to bedside“ –, der Fokus liegt aber darauf, umgekehrt Erkenntnisse der klinischen Forschung in die Grundlagenforschung zurückfließen zu lassen, um daraus neue Impulse für die Forschung zu setzen.

Von der transnationalen Initiative, die im Deutsch-Französischen Jahr gestartet wird, erwarten sich die beteiligten Partner Innovationen im Sektor Biomedizin, zum Nutzen der Standorte beiderseits des Rheins, aber vor allem zum Nutzen der Patienten.


La Semaine Franco-Allemande de la Science et des Alumni
(15. bis 19. April 2013)

… ist eine zentrale Veranstaltung des Deutsch-Französischen Jahrs anlässlich 50 Jahre Elysée-Vertrag, des Freundschaftsvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik, mit dessen Unterzeichnung der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle im Jahr 1963 die deutsch-französische Zusammenarbeit vertraglich besiegelten.


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(0241.txt)


Gemeinsam forschen für Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen

Deutsche Krebshilfe fördert MDS-Verbundprojekt mit 3 Millionen Euro

Mannheim, den 9. April 2013

Die Deutsche Krebshilfe fördert ein Verbundprojekt zu Myelodysplastischen Syndromen über drei Jahre mit 3 Millionen Euro. Ziel ist die Behandlung einer großen Zahl von Patienten mit diesen Erkrankungen des Knochenmarks nach einheitlichen Qualitätsstandards, sowie gleichzeitig eine systematische Erforschung der Mechanismen, die zu diesen Erkrankungen führen.

Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die von einer ineffektiven Blutbildung im Knochenmark gekennzeichnet sind. Mit diesen Erkrankungen ist ein hohes Risiko verbunden, Akute Myeloische Leukämie, eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, zu entwickeln.

Das mittlere Erkrankungsalter für Patienten mit MDS liegt bei etwa 68 Jahren. Von 100.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen drei und 15 Personen an MDS. Noch höher ist die Zahl der Betroffenen im Alter: Von den über 85-Jährigen erkranken jedes Jahr etwa 30 von 100.000 Menschen neu an MDS. Auf der Grundlage dieser epidemiologischen Daten rechnet man alleine in Deutschland jährlich mit 4.000 bis 6.000 Neuerkrankungen.

"Durch die gemeinsame und koordinierte Untersuchung von Blut- und Knochenmarkzellen einer Vielzahl von Patienten mit MDS bietet dieses Verbundprojekt die große Chance, neue valide Erkenntnisse zu erlangen. Wir rechnen damit, den betroffenen Patienten damit rasch zu einer verbesserten Diagnostik und Therapie verhelfen zu können", erklärt Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik für Hämatologie und Onkologie der Universitätsmedizin Mannheim und Sprecher des Forschungsverbundes.

Von insgesamt zehn der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekte widmen sich sechs der Grundlagenforschung, vier Projekte beschäftigen sich mit einer standardisierten und zentralen Diagnostik, inklusive dem Aufbau einer Biobank von Gewebeproben der MDS-Patienten. Die grundlagenwissenschaftlichen Teilprojekte sollen vor allem neue Erkenntnisse zur Biologie der alternden hämatopoetischen Stammzelle und damit zur Pathophysiologie der Myelodysplastischen Syndrome liefern.

An dem Verbundprojekt beteiligen sich erfahrene Forschergruppen aus Düsseldorf, Freiburg, Göttingen, Hannover, Mannheim und Regensburg, die seit langem Myelodysplastische Syndrome intensiv erforschen und damit bereits in der Vergangenheit nachhaltig zu neuen Erkenntnissen beigetragen haben. Das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Verbundprojekt wird die Vernetzung und den wissenschaftlichen Austausch dieser Gruppen untereinander weiter fördern.


Deutsche Krebshilfe

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 490.000 Menschen neu an Krebs. Den Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, ist das wichtigste Anliegen der Deutschen Krebshilfe.

Nach dem Motto "Helfen. Forschen. Informieren." fördert die gemeinnützige Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe.


Kontakt:

Prof. Dr. Wolf-Karsten Hofmann
Direktor der III. Medizinischen Klinik
Hämatologie und Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4115
E-Mail: W.K.Hofmann@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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ZOBEL in der Metropolregion Rhein Neckar

Gründung eines regional und national einzigartigen Zentrums zur Verbesserung der Versorgung und Forschung in der geriatrischen Onkologie

Mannheim, den 2. April 2013

Zobel bezeichnet nicht allein ein Pelztier. ZOBEL steht nun auch für ein Zentrum, das sich eine bessere Versorgung von älteren Patienten mit Tumorerkrankungen zum Ziel gesetzt hat, das „Zentrum für Geriatrische Onkologie und Biologie in der Metropolregion Rhein Neckar“. Das Zentrum nimmt sich damit einer Versorgungslücke an, die eine Vielzahl von Patienten betrifft. Von den rund 2,4 Mio. Menschen, die in der Metropolregion Rhein Neckar leben, sind etwa 25 Prozent 60 Jahre und älter.

Das Projekt ZOBEL erhält eine Anschubfinanzierung durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von rund 635.000 Euro bis Ende 2014. Die Mittel kommen aus der „Perspektivförderung“ im Rahmen des Innovationsfonds Medizin. Das Zentrum ist an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelt und wird von Professor Dr. Matthias Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), geleitet. ZOBEL will einerseits bestehende Defizite in der Versorgung der geriatrischen Tumorpatienten in der Metropolregion beheben sowie Forschungsaktivitäten und Weiterbildungsmaßnahmen in der geriatrischen Onkologie und Biologie im klinischen und präklinischen Bereich entwickeln.

Aufgrund der höheren Lebenserwartung nimmt der Anteil älterer Menschen stetig zu. Damit steigt gleichzeitig die Zahl von Tumorerkrankungen, die sich bekanntlich im Alter häufen. Der Vielzahl von Tumorpatienten im fortgeschrittenen Alter steht ein Mangel an wissenschaftlichen Daten über Tumorerkrankungen speziell dieser Altersgruppe gegenüber, der auch die Versorgung dieser Patienten beeinträchtigt.

Obwohl sich die Krebsmedizin stetig weiter entwickelt, tritt sie in Bezug auf den älteren Menschen auf der Stelle. Es fehlt an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den besonderen biologischen Charakteristika von Tumoren in der alternden Bevölkerung, und wie diese am besten zu behandeln sind. Dies gilt insbesondere für Patienten, die gleichzeitig unter mehreren Erkrankungen leiden (Multimorbidität).

Diese Erkenntnisse sind unter anderem deshalb nicht verfügbar, weil alte Menschen – insbesondere solche mit einschlägig geriatrischen Komorbiditäten oder eingeschränkter Funktionalität – nicht in klinische Studien eingeschlossen werden. Tumorerkrankungen bei älteren Menschen müssen separat als geriatrische onkologische Erkrankungen erforscht werden. Bislang fehlt es jedoch an entsprechenden Netzwerken und der notwendigen Struktur, um die geriatrische Onkologie als Forschungsschwerpunkt zu etablieren und spezielle klinische Studien in dieser Altersgruppe durchzuführen.

Genau hier setzt ZOBEL an. Das Zentrum führt die verschiedenen Bereiche der Onkologie, der Geriatrie und der Versorgungsforschung sowie wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit Schwerpunkten in der Tumorbiologie der Metropolregion Rhein Neckar zusammen. Die onkologischen Schwerpunkte beider Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg, in Mannheim und Heidelberg, sind beteiligt, das Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg, sowie weitere Forschungseinrichtungen in der Region, die sich der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung widmen.

Eine Vernetzung soll auch mit den niedergelassenen Ärzten sowie Ärzten an den verschiedenen stationären Einrichtungen in der Region stattfinden. Um die geriatrische Onkologie nachhaltig zu implementieren, wird beispielsweise auch die Aus- und Weiterbildung in der geriatrischen Onkologie gefördert. Ebenso soll die Selbsthilfe ausgebaut werden, mit speziellen Angeboten für Patienten in der Metropolregion.

Ein solches überregionales Zentrum für die geriatrische Onkologie ist bislang in Deutschland nicht etabliert.


ZOBEL

Am Zentrum für Geriatrische Onkologie und Biologie in der Metropolregion Rhein Neckar (ZOBEL) sind die folgenden Einrichtungen maßgeblich beteiligt:

II. Medizinische Klinik (UMM)
Prof. Dr. Matthias Ebert (Sprecher)

III. Medizinische Klinik (UMM)
Prof. Dr. Wolf-Karsten Hofmann

Mannheimer Institut für Publik Health (MIPH)
Prof. Dr. Joachim Fischer

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (UMM)
Prof. Dr. Frederik Wenz

IV. Medizinische Klinik (UMM)
Geriatrisches Zentrum
Prof. Dr. Heinrich Burkhardt

Medizinische Onkologie (NCT)
Prof. Dr. Dirk Jäger


Kontakt:

Prof. Dr. Matthias Ebert
Direktor der II. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3284
E-Mail: matthias.ebert@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0239.txt)


Genveränderungen definieren die Prognose beim Krebs

Nachweis von Mikrosatelliteninstabilität und Chromosomen-Explosion

Mannheim, den 12. März 2013

Obwohl viele mit dem Beruf des Pathologen spontan die Obduktion von Leichen verbinden, beschreibt dies das Spektrum des Faches Pathologie nur am Rande. Denn in erster Linie befasst sich die Pathologie mit dem lebenden Patienten. Ihre Hauptaufgabe ist die Diagnostik von morphologisch erfassbaren krankhaften Veränderungen des Körpers. In erster Linie mithilfe des Mikroskops, zunehmend aber auch mittels biochemischer und molekularbiologischer Methoden, gibt der Pathologe Auskunft über die Art einer Erkrankung und ihren Schweregrad. Er liefert damit wichtige Informationen zur Prognose des einzelnen Patienten, vor allem bei Krebserkrankungen, und bietet außerdem dem klinisch tätigen Arzt tumorbiologische Informationen, mit denen dieser die am besten geeignete Therapie wählen kann.

Pathologen beherrschen aber nicht nur die zytologische und histologische Routinediagnostik, sie betreiben auch medizinische Forschung. Ein Beispiel dafür ist Privatdozent Dr. Timo Gaiser, Leitender Oberarzt am Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Mannheim. In der von Professor Dr. Alexander Marx geleiteten Einrichtung beschäftigt er sich mit genetischen Veränderungen (Mutationen) im Zusammenhang mit bösartigen Tumoren. Die Ergebnisse seiner Forschungen, die er kürzlich in zwei hochrangigen Journalen veröffentlicht hat, helfen dabei, Patienten mit prognostisch günstigeren Tumoren zu identifizieren.

Mutationen sind nicht zwangsläufig ein Indiz für krankhafte Veränderungen. Das komplette Erbgut gesunder Menschen weist im Schnitt etwa 120 bis 400 Veränderungen in den Genen auf. In Zellen eines bösartigen Tumors jedoch geht die Zahl der Mutationen in die Tausende. Diese massiven Veränderungen spielen nicht nur bei der Entstehung, sondern auch für die Prognose einer Krebserkrankung eine wichtige Rolle.

PD Dr. Gaiser hat eine wichtige Entdeckung im Zusammenhang mit der Prognose von Dickdarmkrebs gemacht. Dickdarmkrebs entwickelt sich aus harmlosen Vorstufen, den Darmpolypen. Diese gutartigen Geschwulste sind zwar per se nicht gefährlich, sie haben aber das Potenzial zu entarten. Daher werden sie entfernt, wenn sie bei einer Darmspiegelung entdeckt werden. Die abgetragenen Polypen werden anschließend vom Pathologen untersucht, um festzustellen ob sie gutartig sind, oder bereits auf dem Weg, bösartig zu werden.

Das Team um PD Dr. Gaiser konnte zeigen, dass sich bereits am Polypen ermitteln lässt, ob dieser sich zu einem so genannten mikrosatelliteninstabilen Karzinom entwickeln wird. Die Mikrosatelliteninstabilität ist auf einen Gendefekt im DNA-Reparatursystem der Zelle zurückzuführen. Obwohl sie Ursache für vererbbare Tumore des Dickdarms ist, ist der Nachweis der Mikrosatelliteninstabilität mit einer besseren Prognose des Krankheitsverlaufs vergesellschaftet. Für betroffene Patienten ist diese Entdeckung wichtig, weil damit früher das richtige Überwachungsintervall gewählt sowie die notwendige Diagnostik des familiären Umfelds des Patienten eingeleitet werden kann.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit wurden im September des vergangenen Jahres im International Journal of Cancer veröffentlicht. In einer weiteren Arbeit ist es dem Forscherteam gelungen, einen prognostischen genetischen Faktor im Zusammenhang mit dem besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu entschlüsseln.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das genetische Phänomen der so genannten Chromosomen-Explosion (Chromothripsis) für die Prognose des Melanoms relevant ist. Genetische Veränderungen werden normalerweise langsam und schrittweise erworben. In seltenen Fällen treten jedoch zahlreiche Mutationen bei einer einzigen Zellteilung auf. Diese so genannte Chromosomen-Explosion konnten die Wissenschaftler auch im Melanom nachweisen und zeigen, dass Patienten mit einem solchen Phänomen im Tumor eine deutlich schlechtere Prognose haben als Patienten ohne eine solche Chromothripsis. Diese Arbeit hat das Team um PD Dr. Gaiser in der Fachzeitschrift Cancer Research publiziert.



Der Pathologe PD Dr. Timo Gaiser


Publikationen

Molecular patterns in the evolution of serrated lesion of the colorectum
Gaiser Timo, Meinhardt Sandra, Hirsch Daniela, Killian Jonathan Keith, Gaedcke Jochen, Jo Peter, Ponsa Immaculada, Miró Rosa, Rüschoff Josef, Seitz Gerhard, Hu Yue, Camps Jordi, Ried Thomas
International Journal of Cancer, 2012 Sep 26
DOI: 10.1002/ijc.27869

Chromothripsis and focal copy number alterations determine poor outcome in malignant melanoma
Hirsch Daniela, Kemmerling Ralf, Davis Sean, Camps Jordi, Meltzer Paul S., Ried Thomas, Gaiser Timo
Cancer Research, 2012 Dec 27
DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-12-0928


Kontakt:

PD Dr. med. Timo Gaiser
Ltd. Oberarzt
Leiter Molekularpathologie
Pathologisches Institut
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2876
E-Mail: timo.gaiser@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
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Ehrenpreis für Mannheimer Schmerzforscher

Prof. Dr. Treede von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. ausgezeichnet

Mannheim, den 11. März 2013

Der Mannheimer Schmerzforscher Professor Dr. med. Rolf-Detlef Treede ist auf dem 24. Deutschen Schmerz- und Palliativtag, am 8. März 2013 in Frankfurt am Main, mit dem Ehrenpreis des Deutschen Schmerzpreises ausgezeichnet worden. Professor Treede ist Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM).

Der mit 5.000 Euro dotierte Ehrenpreis des Deutschen Schmerzpreises - Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie - wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. verliehen. Ausgezeichnet werden damit Persönlichkeiten, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände verdient gemacht oder die durch ihre Arbeit oder ihr öffentliches Wirken entscheidend zum Verständnis des Problemkreises Schmerz und der davon betroffenen Patienten beigetragen haben. Das Preisgeld stiftet die Firma TEVA Pharma.

„Als Physiologe hat er nicht nur die Grundlagenforschung zur zentralen Schmerzverarbeitung vorangebracht, er leistet auch in wissenschaftlichen Gremien, derzeit als President-elect der „International Association for the Study of Pain“ (IASP), produktive Arbeit in der Forschungspolitik“, würdigte Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Treede bei der Preisverleihung. Es gebe, so Müller-Schwefe, kaum einen deutschen Physiologen mit vergleichbar starkem klinischem Bezug in seiner schmerzrelevanten Grundlagenforschung.



Der Präsident der Deutschen Gesellschaft
für Schmerztherapie, Dr. med. Gerhard H. H.
Müller-Schwefe (li.) gratuliert dem Preisträger
Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede.
(Foto: Bernd Bostelmann)


Kontakt:

Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Str.13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Blutfluss und Gerinnung - eine lebensnotwendige Partnerschaft

Mannheimer Wissenschaftler bestätigen Theorie zum Mechanismus der Blutgerinnung mithilfe eines künstlichen Blutgefäßsystems

Mannheim, den 8. März 2013

Wissenschaftlern der Sektion Experimentelle Dermatologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, die sich mit der Gerinnungsforschung beschäftigen, ist es erstmals gelungen, die gemeinsam mit ihren Forschungspartnern postulierten physikalischen Mechanismen der initialen Blutgerinnung experimentell, mithilfe eines künstlich nachgebildeten Blutgefäßsystems, nachzuvollziehen. Es geht um den ersten Schritt der Blutgerinnung beim Wundverschluss und darüber hinaus um den Mechanismus, der dafür sorgt, dass es selbst unter höchsten Flussgeschwindigkeiten ausschließlich zum Verschluss der Wunde und nicht zu einem Gefäßverschluss kommt. Die Mannheimer Wissenschaftler Dr. Volker Huck und Professor Dr. Stefan W. Schneider konnten bestätigen, dass es sich dabei um eine reversible Polymer-Kolloid-Interaktion handelt, die durch hohe Scherkräfte induziert wird.

Die erfolgreiche Aufklärung dieses Mechanismus sollte dazu beitragen, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern. Nur die gemeinsame interdisziplinäre, physikalisch-biomedizinische Forschung mit Wissenschaftlern der Universität Augsburg, Baxter Innovations Wien, der Boston University und des Massachusetts Institute of Technology im Rahmen der 2011 gegründeten DFG-Forschergruppe SHENC konnte dieses Projekt zum Erfolg führen. Die Ergebnisse hat die Forschergruppe im Januar 2013 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Das Blut erfüllt wesentliche Aufgaben, die dazu dienen, die Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. Eine der wichtigsten Funktionen ist die des Transports. Indem das Blut Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen transportiert und im Gegenzug Kohlendioxid abtransportiert, ist es für die Atmung unabdingbar. Es versorgt außerdem die Zellen mit Nährstoffen und sorgt für den Abtransport von Stoffwechselendprodukten. Zu den Aufgaben des Blutes gehören aber auch die Abwehrfunktion und Wärmeregulierung, und nicht zuletzt der Wundverschluss.

Der lebensnotwendige Blutfluss basiert auf einer feinen Balance zwischen Verblutung und Gerinnung, die permanent im Blut aufrecht erhalten werden muss. Wird das Gleichgewicht gestört, kann es zu Störungen im Blutfluss oder gar zum Verschluss von Blutgefäßen (Thrombosen) kommen. Im umgekehrten Fall können schon kleinste äußere Verletzungen zum Tod durch Verbluten führen.

Die Blutgerinnung sorgt dafür, dass Wunden innerhalb kürzester Zeit verschlossen werden – und zwar ohne dass der Blutfluss unterbrochen wird und ohne dabei gesunde Gefäße zu verstopfen. Diesem kleinen Wunder der Natur sind die Wissenschaftler auf der Spur. Eine wichtige Funktion spielt dabei der von Willebrand-Faktor (VWF). Der VWF ist ein Protein, das nachweislich eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Balance zwischen Verblutung und Blutgerinnung spielt, indem es Blutplättchen bindet. Bereits 2007 konnten die an der aktuellen Studie beteiligten Forscher durch Simulation in einem so genannten Chip Labor zeigen, dass die mechanischen Scherkräfte, die die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes auf den von Willebrand-Faktor ausübt, eine Zustandsänderung dieses hoch spezialisierten Makromoleküls bewirken und damit seine Bindungseigenschaften ändern (Publikation in PNAS).

Sehr hohe Fließgeschwindigkeiten, wie sie im menschlichen Körper im Bereich verletzter Gefäße auftreten, führen dazu, dass sich das ursprünglich kugelförmige Protein zu einem mehrere hundert Mikrometer langen Faden auffaltet und dabei Bindungsstellen freigibt, die zuvor im Inneren der Kugel verborgen waren. Über diese Bindungsstellen kann der VWF an verschiedene Eiweiße der verletzten Gefäßwand sowie auch der Blutplättchen binden. Unter dauerhaft starker Strömung kommt es außerdem zur Quervernetzung von VWF-Fäden (Polymere) im fließenden Blut, an die sich Blutplättchen (Kolloide) heften können. Diese Polymer-Kolloid-Aggregate bilden einen kleinen Blutpfropf, der die Wunde verschließt.

Diese Vorgänge postulierten die Wissenschaftler auf der Basis theoretischer Modelle in computergestützten Simulationen. Es fehlte jedoch der experimentelle Beweis und es stellte sich folgende Frage: Wie kommt es, dass die Blutgerinnung nur lokal an der Verletzung vonstattengeht und es dabei nicht zum Verschluss von unverletzten Gefäßen kommt?

Die Mannheimer Wissenschaftler konnten jetzt mithilfe eines dem menschlichen Blutgefäß nachempfundenen Flusskammersystems und gleichzeitiger Anwendung der Reflexions-Interferenz-Kontrast-Mikroskopie (RICM) die Polymer-Kolloid-Bildungstheorie experimentell belegen. Und sie konnten nachweisen, dass der Prozess des „self-assembly“ im fließenden Blut reversibel ist und nur Aggregate aus VWF und Blutplättchen, die Kontakt zur Wunde finden, ihre blutstillende Wirkung zeigen. Schwimmen sie an der Wunde vorbei, so zerfallen sie aufgrund der veränderten Scherkräfte binnen Sekunden vollständig. Es bildet sich also gezielt nur am Ort der Gefäßverletzung ein kleiner Blutpfropfen, und es kommt daher nicht zum Verschluss von unverletzten Gefäßen.


Publikationen

Blood-clotting-inspired reversible polymer–colloid composite assembly in flow
Nature Communications 2013
DOI:10.1038/ncomms2326

Shear-induced unfolding triggers adhesion of von Willebrand factor fibers
Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 2007
DOI:10.1073/pnas.0608422104


Kontakt:

Prof. Dr. Stefan W. Schneider
Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 6902 (Sekretariat)
E-Mail: stefan.schneider@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Neue Analysemethoden für die Zellbiologie

Workshop zum Einsatz der Rasterkraftmikroskopie in der Medizin

Mannheim, den 28. Februar 2013

Welches Potenzial besitzt die Rasterkraftmikroskopie für den Einsatz in der zellbiologischen Grundlagenforschung und für konkrete Anwendungen in der klinischen Praxis? Antworten auf diese Frage gibt der Workshop "Rasterkraftmikroskopie in der Medizin: von der Grundlagenforschung zu ersten klinischen Anwendungen", der am Mittwoch, den 6. März 2013 an der Universitätsmedizin Mannheim stattfindet.

Mit Hilfe der Rasterkraftmikroskopie können kleinste Strukturen bis zu einer Auflösung im Nanometerbereich dargestellt werden. Damit eröffnet diese Technik Anwendern aus der biomedizinischen Forschung ungeahnte Möglichkeiten zur Analyse zellbiologischer Proben. So hinterlassen beispielsweise Stress, Krebs oder dermatologische Erkrankungen ihre „Spuren“ in der Morphologie von Zellen, die durch den Einsatz der Rasterkraftmikroskopie detektiert werden können. Auch zur Beantwortung toxikologischer / pharmakologischer Fragestellungen, beispielsweise im Rahmen von Wirkstoff-Screenings, eignet sich die Rasterkraftmikroskopie als sehr sensitive Analysemethode.

Mit dem Workshop sollen die Anwendungsmöglichkeiten der Rasterkraftmikroskopie in der biomedizinischen Forschung aufgezeigt und verdeutlicht werden, wie diese Technologie für die Zellforschung nutzbar gemacht werden kann.

Nach einführenden Vorträgen über die Grundlagen des Einsatzes der Rasterkraftmikroskopie in der biologischen und medizinischen Forschung, können die Teilnehmer anhand von Beispielen aus der Praxis die Anwendung dieser Technologie in der Onkologie und Dermatologie sowie bei der Erkennung von Entzündungsreaktionen kennenlernen. Das Potenzial dieser Methode für den Einsatz in der Grundlagenforschung bis hin zu konkreten Anwendungen in der klinischen Praxis wird dabei deutlich.

Eine begleitende Ausstellung informiert über die Funktionsweise moderner Rasterkraftmikroskope.

Der Workshop wird gemeinsam von der Sektion Experimentelle Dermatologie der Universitätsmedizin Mannheim (Sektionsleiter Professor Dr. med. Stefan Werner Schneider sowie Dr. rer. nat. Christian Gorzelanny), BIOPRO Baden-Württemberg, dem Medizintechnologiecluster Mannheim sowie der Serend-ip GmbH organisiert.



Kombinierte Fluoreszenz- und Rasterkraftmikroskopische
Aufnahme von zwei menschlichen Endothelzellen mit einem
Nanopartikel (Ausschnitt Vergrößerung) – aus einer
wissenschaftlichen Arbeit zur Belastung des menschlichen
Organismus durch Feinstaub.


Workshop
Rasterkraftmikroskopie in der Medizin

von der Grundlagenforschung zu ersten klinischen Anwendungen

am 6. März 2013, von 15 bis 19 Uhr

Universitätsmedizin Mannheim
Lehrgebäude „Alte Brauerei“, Hörsaal 02
Röntgenstraße 7, 68167 Mannheim

Teilnahme / Programm / Anmeldung
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erwünscht.
Das detaillierte Programm: http://www.bio-pro.de/artikel/08873

Hinweis: Die Pressemitteilung wurde nahezu wortgleich von BIOPRO übernommen.


Kontakt:

Prof. Dr. Stefan W. Schneider
Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 6902 (Sekretariat)
E-Mail: stefan.schneider@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Von Mannheim aus koordiniertes European Stroke Network Vorzeigeprojekt der EU

Europäische Forschungsallianz zur Erforschung des Schlaganfalls auf der Tagung der American Association for Advancement of Science in Boston

Mannheim, den 12. Februar 2013

Die Europäische Kommission hat das von Mannheim aus koordinierte Europäische Netzwerk zur Erforschung des Schlaganfalls (European Stroke Network, ESN) ausgewählt, um es beim diesjährigen Treffen der American Association for Advancement of Science (AAAS) in Boston zu präsentieren. Professor Dr. Stephen Meairs, Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und Koordinator des European Stroke Network, stellt die europäische Forschungsallianz am 15. Februar 2013 im Rahmen einer Session zur Schlaganfallforschung vor, bei der über die zukünftige transatlantische Forschungsstrategie diskutiert wird.

Die Session hat Dr. Ruxandra Draghira-Akli organisiert und moderiert sie auch selbst. Als Direktorin der Abteilung „Gesundheit“ innerhalb der Generaldirektion „Forschung und Innovation“ der Europäischen Kommission hat sie entscheidenden Einfluss auf die medizinische Forschung in Europa.

Der Schlaganfall ist eine globale Herausforderung. Weltweit erleiden jedes Jahr mehr als 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall und mehr als 6 Millionen Menschen sterben an diesem Ereignis. Rund 55 Millionen Menschen müssen derzeit mit den Folgen eines Schlaganfalls leben. Die Belastungen für die Patienten und ihre Angehörigen, aber auch der Gesundheitssysteme, sind gewaltig. Schätzungen belaufen sich auf über 1.000 Milliarden Dollar, die der Schlaganfall die Industrienationen jedes Jahr kostet. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird eine weltweite Verdoppelung dieser Zahlen bis 2030 prognostiziert.

Bis heute gibt es wenige effektive Therapien für die Behandlung des Schlaganfalls. Die Forschung scheitert bislang am so genannten Translational Roadblock, der „translationalen Hürde“. Obwohl die experimentelle Schlaganfallforschung in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Angriffspunkten für die therapeutische Intervention identifiziert hat, lieferten assoziierte klinische Schlaganfallstudien häufig unbefriedigende Ergebnisse. So ist es vielfach nicht gelungen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in wirksame Arzneien umzusetzen. Weltweit ringen Schlaganfallforscher und die Industrie um Strategien, um diese Hürde zu überwinden, die der Entwicklung von effektiven Therapien im Wege steht.

Im Jahr 2008 ist das European Stroke Network von der Europäischen Kommission gegründet worden. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Therapien durch die Bündelung der europaweit vorhandenen Expertise in der Schlaganfallforschung voranzutreiben. Die besten klinischen und experimentellen Schlaganfallforscher und multidisziplinären Experten, etwa auf dem Gebiet der Blut-Hirn-Schranke, der Immunologie, Biochemie, Pharmakologie und Nanotechnologie, arbeiten Hand in Hand daran, den „Translationalen Roadblock“ zu überwinden. Das Netzwerk schließt auch Wissenschaftler ein, die zuvor keine Schlaganfallforschung betrieben haben. Ihre auf anderen Gebieten erworbenen Erfahrungen bieten ein hohes Potenzial, um völlig neue Ansätze zu denken. Neben den 30 europäischen Forschungszentren gehören dem ESN Industriepartner und Patientenorganisationen aus 23 Ländern an.

Nicht zufällig wird das European Stoke Network von Mannheim aus geleitet. Seit mehr als zwei Jahrzehnten spielt die Neurologische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, die 1998 eine der ersten Stroke Units in Baden-Württemberg eingerichtet hat, eine wichtige Rolle in der Schlaganfallforschung. Sowohl auf der Ebene der Grundlagenforschung als auch der klinischen Forschung verfolgt der Direktor der Klinik, Professor Dr. Michael Hennerici, hartnäckig und erfolgreich das Ziel, die Pathophysiologie des Schlaganfalls aufzuklären und die gewonnenen Erkenntnisse umgehend zu nutzen, um die Therapie des Schlaganfalls zu verbessern. Die Gründung der European Stroke Conference (1991) und der Europäischen Plattform „Cerebrovascular Diseases“ durch ihn, haben dem ESN den Weg bereitet, das ebenfalls hier initiiert wurde.

Der multidisziplinäre Forschungsansatz innerhalb des European Stroke Network hat bereits zu einer Anzahl von wichtigen Entdeckungen geführt. So haben Experten der Nanotechnologie, der Blut-Hirn-Schranke, der Ultraschall-Physik und der Gentherapie gemeinsam einen absolut neuen Ansatz für die gezielte, nicht-invasive Gentherapie im Gehirn entwickelt. Die von Mannheim aus geleitete Gruppe nutzte dazu gerichteten Ultraschall in Verbindung mit „Microbubbles“, um kurzfristig die Blut-Hirn-Schranke in einer bestimmten Region des Gehirns zu überwinden und damit viralen Vektoren gezielt den Eintritt in das Gehirn zu ermöglichen.

Andere Forschungen belegen, dass eine „anregende“ Umgebung den Genesungserfolg nach einem Schlaganfall verbessert. Mittels raffinierter Bildgebungstechniken konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich dabei neue neuronale Verschaltungen im Gehirn ausbilden. In einem weiteren Versuch konnten Ultraschall-Physiker und Schlaganfallforscher gemeinsam Blutgerinnsel in Gefäßen des Gehirns mittels akustischer Energie auflösen. Es wurde außerdem eine Immuntherapie entwickelt, um die Nebenwirkungen des Tissue Plasminogen Activators (tPA) zu verringern, der bislang einzigen Therapie des akuten Schlaganfalls. Und es ist gelungen, die gehirneigenen Stammzellen zu aktivieren.

Ein kürzlich erzielter Durchbruch in der Schlaganfallforschung zeigt besonders eindrücklich den Nutzen der engen Zusammenarbeit von Grundlagenforschern, klinischen Forschern sowie Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen im ESN. Ein Team von Neuroimmunologen, Biochemikern und Zellbiologien, Neuropathologen und Neurologen des ESN hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Rolle der Entzündungsreaktion beim Schlaganfall weiter aufzuklären. Dabei widerlegten sie ein gängiges Dogma. Mehr als ein Jahrhundert glaubten Pathologen, dass vermeintlich schädliche Immunzellen, die zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zählenden neutrophilen Granulozyten, beim Schlaganfall durch das Endothel wandern, welches die Blutgefäße im Gehirn auskleidet, um in das betroffene Gehirngewebe einzudringen und dort entzündliche Kaskaden in Gang zu setzen, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Die Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass die neutrophilen Granulozyten gar nicht bis zu den Nervenzellen vordringen, sondern in den Blutgefäßen des Gehirns stecken bleiben. Diese revolutionäre Entdeckung, die ganz neue Perspektiven für innovative Ansätze in der Behandlung des Schlaganfalls eröffnet, war nur auf der Basis von aktuellen Entwicklungen in der Immunhistochemie möglich.

Die Erfolgsgeschichte des European Stroke Network hat nun auch zu einer transatlantischen Kooperation geführt, von der die Partner, das European Stroke Network und das Canadian Stroke Network, zusätzlichen Benefit erwarten. Sechs gemeinsame Pilot-Projekte wurden auf den Weg gebracht. Sie nutzen die Sachkunde von 22 Forschungszentren in Kanada und Europa. „Die Ergebnisse, die aus dieser transatlantischen Kooperation erwachsen werden, könnten als Keimzelle für weitere internationale Vernetzungen dienen, um gemeinsam möglichst bald den „Translationalen Roadblock“ zu überwinden“, hofft Professor Meairs.


AAAS Annual Meeting 2013

vom 14. bis 18. Februar 2013 in Boston

Session zur Schlaganfallforschung
„Neue Konzepte und innovative Lösungen“
am 15. Februar 2013, um 15 Uhr im Hynes Convention Center

Teilnehmer:

Ruxandra Draghia-Akli, MD, PhD
Leiterin der Abteilung „Gesundheit“ innerhalb der Generaldirektion „Forschung und Innovation“ der Europäischen Kommission
-Leitung der Session

Walter Korsohetz, MD
Stellvertretender Direktor des National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS)
-Diskussionsteilnehmer

Sowie hochkarätige Redner aus den USA (Constantino Iadecola, MD; Weill Cornell Medical College, New York), Kanada (Prof. Dr. Molly Shoichet; University of Toronto) und Europa (Prof. Dr. Stephen Meairs; Med. Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg).

Die Jahrestagung der American Association for Advancement of Science ist eine der wissenschaftlichen Veranstaltungen weltweit, die besondere Beachtung in der Fachwelt finden.

http://www.aaas.org/meetings/


Kontakt:

Prof. Dr. med. Stephen Meairs
Koordinator des European Stroke Network
Geschäftsführender Oberarzt
Neurologische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-3550
E-Mail: meairs@uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Auf der Suche nach den Ursachen der diabetesbedingten Nierenschädigung

Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert Forschungsprojekt an der UMM zur diabetischen Nephropathie

Mannheim, den 8. Februar 2013

Sie ist noch in der Ausbildung zur Nephrologin an der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und ist trotzdem schon ein „alter Hase“, wenn es um ihr Forschungsthema, die diabetische Nephropathie, geht. Hinter diesem Fachbegriff verbergen sich chronische Nierenschäden als Folge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Seit 2004, mit dem Beginn ihrer Doktorarbeit an der V. Medizinischen Klinik, beschäftigt sich Dr. med. Sibylle Hauske mit diesem Thema, seit 2008 in der Funktion einer Assistenzärztin. In den kommenden zwei Jahren wird sie dabei von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit insgesamt gut 140.000 Euro gefördert. Die Stiftung mit dem Motto „Forschung fördern. Menschen helfen.“ will damit dazu beitragen, die Behandlung und Prognose der diabetischen Nephropathie zu verbessern und das Risiko diabetischer Spätkomplikationen zu verringern.

Der Diabetes mellitus ist weltweit die häufigste Stoffwechselstörung. Unabhängig von der Ursache des Diabetes mellitus (Typ 1 oder Typ 2), führt ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel häufig zu einer diabetischen Nephropathie, einer fortschreitenden Nierenerkrankung, welche die mit Abstand häufigste Ursache für ein dauerhaftes Versagen der Nierenfunktion in der westlichen Welt ist. Die Erkrankung ist mit viel Leid der Betroffenen verbunden und stellt auch ökonomisch gesehen ein großes Problem dar. Denn die weltweit deutliche steigende Zahl von Typ-2-Diabetikern führt zu einer immensen Kostenzunahme im Gesundheitswesen.

Die Therapie der diabetischen Nephropathie gilt bislang nur der Linderung der Symptome und behandelt nicht deren Ursachen. "Das heißt, es gibt bisher keine Behandlung, mit der wir die Entstehung einer diabetischen Nephropathie tatsächlich verhindern können. Und auch deren Fortschreiten, bis hin zum dialysepflichtigen Nierenversagen, können wir nur unzureichend verzögern", so Dr. Hauske. Für die Betroffenen und die Solidargemeinschaft besteht deshalb die dringende Notwendigkeit, neue Therapieoptionen dieser Erkrankung zu ergründen. Wie wichtig dieses Forschungsthema aktuell ist, zeigt auch eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Dr. Hauske bereits 2011 zu diesem Thema erhalten hat.

Schon in ihrer Doktorarbeit hat Dr. Hauske die „Rolle des L-Carnosin bei der Entstehung der diabetischen Nephropathie“ erforscht. L-Carnosin ist ein Dipeptid, ein kleines Protein also, das aus nur zwei Aminosäuren besteht, und es ist ein natürlicher Nahrungsbestandteil. Es ist erwiesen, dass das L-Carnosin eine Vielzahl schützender Eigenschaften besitzt. Auch der schädigenden Wirkung hoher Zuckerkonzentrationen auf Nierenzellen kann L-Carnosin sichtbar entgegenwirken. Es ist daher davon auszugehen, dass L-Carnosin bei der Entwicklung einer diabetischen Nephropathie eine protektive Rolle spielt. Gegenspieler des L-Carnosin ist das Enzym Carnosinase, welches das L-Carnosin abbaut und somit unwirksam macht. Als Regulator des L-Carnosin-Spiegels spielt die vorhandene Menge dieses Enzyms im Blut von Patienten ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Serum-Carnosinase konnte tatsächlich als Risikofaktor für die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie identifiziert werden. Diabetespatienten, die reinerbig eine bestimmte Variante des Carnosinase-Gens aufweisen – das (CTG)5 Allel – erkranken signifikant seltener an einer diabetischen Nephropathie. Beim (CTG)5 Allel wird das Enzym in einer geringeren Konzentration in das Blut abgegeben und auch dessen Aktivität scheint verringert zu sein. Somit wird vermutet, dass es bei Patienten mit dieser schützenden Genvariante – dem „Carnosinase Mannheim Allel“ – zu einem geringeren Abbau des L-Carnosins kommt, dessen protektive Wirkung dadurch mehr zum Tragen kommt.

Trotz vieler experimenteller Hinweise auf eine protektive Wirkung von L-Carnosin vor diabetischen Spätschäden, fehlt bisher ein definitiver Beweis im lebenden Organismus, dass L-Carnosin eine diabetische Nephropathie tatsächlich verhindern kann. Hierfür gibt es zwei wichtige Gründe: Zum Einen weil bei bisherigen „diabetischen Tiermodellen“ die Schädigungen der Nieren nur sehr mild ausgeprägt sind und bei Weitem nicht den schweren Schädigungen der menschlichen Niere entsprechen. Zum Anderen kann die Effektivität der Carnosin-Behandlung auf die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie in Nagern nicht „translational“ untersucht werden, da Mäuse keine Serum-Carnosinase besitzen.

Ein Tiermodell zu „entwickeln“, in dem die Wirkung einer Carnosin-Behandlung auf die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie erforscht werden kann, stellt daher eine besondere Herausforderung dar. Dieser Aufgabe stellt sich Dr. Hauske in ihrem aktuellen Projekt. Ausgangspunkt dafür ist ein erst kürzlich entwickeltes diabetisches Mausmodell (BTBR ob/ob), das erstmals ausgeprägte Nierenschäden aufzeigt, die den pathologischen Veränderungen bei der fortgeschrittenen diabetischen Nephropathie im Menschen sehr ähnlich sind. Wenn es gelingt, in diese diabetischen Tiere das Gen für die Serum-Carnosinase einzubringen, könnte in diesem Mausmodell erstmals nicht nur die therapeutische Wirkung einer Carnosin-Behandlung oder einer Behandlung mit Carnosinase-Inhibitoren untersucht werden, sondern die Ergebnisse wären auch auf den Menschen übertragbar. Im Weiteren bietet dieses so genannte transgene Mausmodell die Möglichkeit, die molekularen Wirkmechanismen, über die L-Carnosin Nierenzellen schützen kann, näher zu beleuchten, denn diese sind bisher weitgehend ungeklärt.

Dem Projekt von Dr. Hauske wird außerordentliche wissenschaftliche Bedeutung beigemessen. „Die Ergebnisse, die mit einem solchen Forschungsmodell zu erzielen sind, könnten tatsächlich zu einem vollkommen neuartigen therapeutischen Ansatz führen, mit dem die Behandlung und Prognose von Diabetespatienten verbessert und das Risiko diabetischer Spätkomplikationen verringert werden könnten“, so Professor Dr. Bernhard Krämer, der die Habilitation von Dr. Hauske als Direktor der V. Medizinischen Klinik betreut und unterstützt.


Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner, geb. Fernau, gegründet. Else Kröner starb 1988 und hat der Stiftung testamen­tarisch ihr gesamtes Vermögen vermacht. Die Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt darüber hinaus auch medi­zinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zählt heute zu den größten Stiftungen in Deutschland. Bis heute hat die Stiftung rund 1.100 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 150 Millionen Euro gefördert.

http://www.ekfs.de



Dr. med. Sibylle Hauske erforscht
im Rahmen ihrer Habilitation
die diabetische Nephropathie
und wird dabei von der Else Kröner-
Fresenius-Stiftung unterstützt.


Kontakt:

Dr. med. Sibylle Hauske
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2110
E-Mail: sibylle.hauske@umm.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0233.txt)


Die Gicht liegt wesentlich in den Genen begründet

Weltweit größte Studie definiert genetisches Risiko: 220 Wissenschaftler, 140.000 Studienteilnehmer, 28 genetische Risikovarianten

Mannheim, den 11. Januar 2013

Wie kommt es zu erhöhten Konzentrationen von Harnsäure im Blut, wie man sie bei Patienten findet, die unter Gicht leiden? Und wie tragen die erhöhten Harnsäure-Konzentrationen zur Entwicklung der Gicht bei? Antworten auf diese Fragen suchte und fand ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern (Global Urate Genetics Consortium, GUGC), unter ihnen Forscher der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt (Hyperurikämie). Bilden sich dabei Harnsäurekristalle, so können diese sich in Gelenken, Nieren und Harnwegen ablagern. Extrem schmerzhafte Gichtattacken sind Folge dieser Ablagerungen in den Gelenken, die zur Entzündung und dauerhaften Gelenkschädigung führen können. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung der westlichen Industriestaaten sind von der Gicht betroffen.

Die Beobachtung, dass erhöhte Harnsäure-Konzentrationen und Gicht in manchen Familien gehäuft auftreten, ist nicht neu und weist auf eine genetische Komponente hin. In der aktuell im Fachjournal Nature Genetics veröffentlichten Studie untersuchten die 220 international tätigen Wissenschaftler des Forschungsverbunds GUGC die Erbinformation von insgesamt 140.000 Studienteilnehmern, um den genetischen Ursachen der Gicht auf die Spur zu kommen.

In die weltweit größte Studie zu dieser Thematik gingen Daten von mehr als 70 einzelnen Studien ein, die in Europa, den Vereinigten Staaten, Japan und Australien durchgeführt wurden. Dazu zählt auch die LURIC-Studie (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health), eine prospektive, epidemiologische Studie, die sich der Aufgabe widmet, unbekannte klinische, biochemische und genetische Faktoren zu finden, mit deren Hilfe das Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen bestimmt werden kann.

Die Harnsäure-Forscher des GUGC suchten die gesamte Erbinformation der Studienteilnehmer mittels modernster Methoden systematisch nach genetischen Risiko-Varianten ab. Dabei identifizierten sie 28 Genorte, die mit erhöhten Konzentrationen von Harnsäure im Blut assoziiert sind, und stellten fest, dass diese genetischen Varianten auch mit einem deutlich erhöhten Risiko für Gicht einhergehen.

Die Studie hat außerdem gezeigt, dass die erhöhte Harnsäure-Konzentration im Blut nicht immer auf eine verminderte Ausscheidung der Harnsäure durch die Niere zurückzuführen ist, sondern auch von Produktion und Verstoffwechselung der Harnsäure beeinflusst wird.

Die Forschung an diesem Thema geht weiter. Die Wissenschaftler haben unter anderem die molekularen Mechanismen im Visier, die einer Neigung zur Gicht zugrunde liegen. Die Kenntnis dieser Mechanismen bildet die Grundlage, um neue Therapien entwickeln und Fortschritte in der Diagnostik sowie der Vorsorge der chronischen Gicht erzielen zu können.

Die Ergebnisse der weltweiten Studie können die medizinische Forschung vorantreiben, weit über die Gicht-Forschung hinaus. Eine 2011 von der LURIC-Studiengruppe veröffentlichte Arbeit zeigt, dass die Konzentration der Harnsäure im Blut auch mit dem Risiko für Herzerkrankungen korreliert. „Die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten genomweiten Assoziationsstudien bieten uns konkrete Ansatzpunkte um zu klären, ob die Harnsäure nicht nur die Gicht bedingt, sondern auch das Herz schädigt“, so Professor Dr. Winfried März, der die LURIC-Studie gemeinsam mit Dr. Marcus Kleber vom Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Universitätsmedizin Mannheim leitet.


Publikationen

Genome-wide association analyses identify 18 new loci associated with serum urate concentrations
Nature Genetics (2012)
Published online 23 December 2012
doi: 10.1038/ng.2500

http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2500.html


Uric acid is predictive of cardiovascular mortality and sudden cardiac death in subjects referred for coronary angiography.
Nutr. Metab. Cardiovasc. Dis. (2011)
Silbernagel G., Hoffmann M.M., Grammer T.B., Boehm B.O., März W.
doi:10.1016/j.numecd.2011.02.008

http://www.nmcd-journal.com/article/S0939-4753%2811%2900055-X/abstract


Kontakt:

Prof. Dr. med. Winfried März
Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH)
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 7-11
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9910
E-Mail: winfried.maerz@medma.uni-heidelberg.de


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(0232.txt)


15 Jahre Forschung zur Vermeidung von Gefäßerkrankungen

Symposium vermittelt Erkenntnisse der LURIC-Studie

Mannheim, den 21. Dezember 2012

Noch immer ist annähernd die Hälfte aller Todesfälle auf Erkrankungen des Herzens oder der Gefäße zurückzuführen. Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte hat eine Vielzahl von Risikofaktoren identifizieren können. Seit 15 Jahren leistet die „Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health“ (LURIC)-Studie neben vielen anderen prospektiven, epidemiologischen Studien einen wesentlichen Beitrag dazu.

Die LURIC-Studie wird von Professor Dr. Winfried März und Dr. Marcus Kleber vom an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelten „Mannheimer Institut für Public Health“ (MIPH) geleitet. Sie hat zum Ziel, bisher unbekannte klinische, biochemische und genetische Faktoren zu finden, mit deren Hilfe das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen abgeschätzt werden kann – und damit die Grundlage für eine wirksame Vorbeugung zu legen.

In die LURIC-Studie wurden allein zwischen 1997 und 2001 mehr als 3.500 Patienten des Herzzentrums Ludwigshafen eingeschlossen, die sich dort einer Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiographie) unterzogen. Die Studienteilnehmer wurden eingehend klinisch untersucht und es wurde eine große Zahl von Laborwerten erhoben. „Wir sind schon damals davon ausgegangen, dass wir nur mit einem sehr breit angelegten Untersuchungsspektrum neue Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen aufspüren würden“, sagt Professor März, der die Studie maßgeblich mit konzipierte. Dieser Ansatz hat sich als besonders ertragreich erwiesen. So waren es die LURIC-Forscher, die schon sehr früh auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und Herzerkrankungen hinwiesen. Inzwischen wird das gesamte Spektrum von Risikofaktoren und Mechanismen der Gefäßerkrankungen bearbeitet.

Die LURIC-Studie wird seit vielen Jahren von der Europäischen Union gefördert. Sie ist eingebunden in die wesentlichen nationalen und internationalen Konsortien, die sich der Aufklärung der Genetik und Pathobiochemie von Gefäßerkrankungen widmen und erreicht damit auch internationale Sichtbarkeit. Dies belegen eindrucksvoll mehr als 120 internationale Publikationen, die über die Ergebnisse, die in den vergangenen 15 Jahren erzielt wurden, berichten – zuletzt Anfang Dezember in Nature Genetics*.

In einem zweitätigen Symposium, am 18. und 19. Januar 2013, stellen nun die an der Studie beteiligten Wissenschaftler aktuelle Teilprojekte und Ergebnisse dem Fachpublikum vor. Die interessierte Öffentlichkeit ist ebenfalls willkommen. Am Freitag, den 18. Januar 2013, widmet sich die Tagung vor allem genetischen und biochemischen Fragen rund um Gefäßerkrankungen. Am Samstag werden die Ergebnisse der LURIC-Studie, die direkte Implikationen für die ärztliche Praxis – und damit für den Patienten – haben, dargestellt. „Schon alleine das Engagement der Patienten, die sich bereit erklärt haben, an der Studie mitzuwirken, ist uns Verpflichtung, die Studie weiterzuführen“, betont Professor März.


Symposium

Biomarker und Gefäßerkrankungen
15 Jahre LURIC-Studie
18. und 19. Januar 2013
Medizinische Fakultät Mannheim
Hörsaal „Alte Brauerei“
Röntgenstraße 7
68167 Mannheim

Das Symposium wird gemeinsam vom Mannheimer Institut für Public Health (MIPH), der LURIC Datenbank GbR sowie der synlab-Akademie für ärztliche Fortbildung veranstaltet.

Programm

http://miph.umm.uni-heidelberg.de/miph/cms/upload/pdf/Symposium_Biomarker.pdf


Publikation

Large-scale association analysis identifies new risk loci for coronary artery disease
Nature Genetics, 2012
DOI: 10.1038/ng.2480

http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2480.html


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(0231.txt)


Wissenschaftsrat evaluiert Mannheimer Medizinfakultät Mitte 2013

Mannheim, den 21. Dezember 2012

Der Wissenschaftsrat wird die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im kommenden Jahr evaluieren. Was die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei ihrem Besuch der Mannheimer Medizinfakultät Anfang Oktober angekündigt hat, wird nun konkret. Die vom Ausschuss Medizin eingesetzte Bewertungsgruppe plant ihren Ortsbesuch für den 13. und 14. Juni 2013. Die Kommission, die die Aufgabe hat, die universitätsmedizinische Einrichtung fachlich zu begutachten, wird sich vor Ort ein Bild über die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und die Strukturen der Medizinischen Fakultät machen.

Die Fakultät bereitet sich bereits seit einiger Zeit auf die Evaluation des Wissenschaftsrates vor. Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Uwe Bicker, sieht der Begutachtung selbstbewusst entgegen: „Ich bin zuversichtlich, dass unsere junge Fakultät auch vor einem kritischen Gutachtergremium mit ihren Leistungen bestehen kann.“


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(0230.txt)


Neue genetische Varianten als Risikofaktoren für Herzerkrankungen identifiziert

Gewichtige wissenschaftliche Publikation in Nature Genetics unter Mannheimer Beteiligung

Mannheim, den 11. Dezember 2012

Koronare Herzkrankheiten stellen eine große Gefahr für Leib und Leben dar. Alleine in Deutschland erleiden jedes Jahr rund 280.000 Menschen einen Herzinfarkt, den etwa 90.000 nicht überleben. Neben beeinflussbaren Faktoren, die mit schlechten Gewohnheiten zu tun haben, wie Bewegungsmangel, Rauchen, „falsche“ Ernährung und erhöhter Alkoholkonsum, sowie Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes, liegt die Veranlagung für koronare Herzerkrankungen auch in den Genen.

Eine groß angelegte Studie unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Mannheim zu koronaren Gefäßerkrankungen hat jetzt viele neue genetische Regionen identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt assoziiert sind. Sie bietet damit neue Einblicke in die genetischen Ursachen koronarer Herzkrankheiten sowie des Herzinfarkts.

Ein Konsortium (CARDIoGRAMplusC4D), das mehr als 180 Wissenschaftler aus Europa, Libanon, Pakistan, Korea, USA und Kanada umfasst, analysierte die Erbsubstanz von mehr als 60.000 Patienten sowie 130.000 Personen in der Kontrollgruppe. In die Erhebung flossen auch Daten der LURIC-Studie (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health) ein, eine prospektive, epidemiologische Studie, die vor 15 Jahren begonnen wurde, um unbekannte klinische, biochemische und genetische Faktoren ausfindig zu machen, mit deren Hilfe das Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen bestimmt werden kann. Die Studie wird von Professor Dr. Winfried März und Dr. Marcus Kleber vom Mannheimer Institut für Public Health geleitet und hat bereits wesentliche Beiträge zur Identifizierung von Risikofaktoren für diese Erkrankungen geleistet.

Die Wissenschaftler des Konsortiums konnten gemeinsam 15 neue genetische Regionen identifizieren, die mit einem erhöhten Risiko assoziiert sind, einen Herzinfarkt zu erleiden. Damit steigt die Zahl der Loci, die mit einer solchen Prädisposition in Verbindung gebracht werden können, auf insgesamt 46. Die Autoren der Studie vermuten allerdings, dass damit erst ein kleiner Teil von vielleicht rund 10 Prozent der Erblichkeit koronarer Herzkrankheiten erklärt werden kann.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass es nicht einzelne genetische Schalter sind, die für die Prädisposition für einen Herzinfarkt verantwortlich sind und für eine Vorhersage des individuellen Risikos als Marker genutzt werden könnten. Vielmehr scheint es ein subtiles Zusammenspiel von Dutzenden oder gar Hunderten von genetischen Varianten zu sein, die das individuelle Herzinfarktrisiko ausmachen, von denen aber jede einzelne für sich unbedeutend ist.

Der Wert der aktuellen Ergebnisse liegt vor allem darin, biologische Mechanismen zu identifizieren, die eine Rolle bei der Entstehung von Herzerkrankungen spielen. Die Ergebnisse weisen – nicht überraschend – darauf hin, dass sowohl der Fettstoffwechsel als auch entzündliche Prozesse eine bedeutsame Rolle spielen. So wirken einige der neu entdeckten genetischen Varianten über bekannte Risikofaktoren von koronaren Herzkrankheiten, wie hoher Blutdruck und erhöhter Cholesterin-Spiegel. Darüber hinaus scheint es aber etliche Varianten zu geben, die über bisher unbekannte Mechanismen agieren.

Hier wird die weitergehende Forschung ansetzen, mit dem Ziel zu verstehen, wie diese genetischen Varianten das Risiko für koronare Herzerkrankungen beeinflussen, um auf diese Weise neue Angriffsziele für die künftige Entwicklung neuer Medikamente identifizieren zu können.


Publikation

Large-scale association analysis identifies new risk loci for coronary artery disease
Nature Genetics, 2012
DOI: 10.1038/ng.2480

http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2480.html


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(0229.txt)


Sicherheits-Check für lokales Anästhesieverfahren

Interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit zur Patientensicherheit ausgezeichnet

Mannheim, den 7. Dezember 2012

Der Publikationspreis 2012 der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC e.V.) ging in diesem Jahr an die Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Die Fachgesellschaft honorierte damit eine Arbeit, in der zwei Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen die Auswirkungen eines weit verbreiteten regionalen Anästhesieverfahrens der Haut (Tumeszenzlokalanästhesie, TLA) auf das Immunsystem untersucht haben. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ist am vergangenen Samstag (1. Dezember 2012) im Rahmen des 11. Internationalen Darmstädter Live-Symposiums verliehen worden.

Patienten und Ärzte schätzen die Tumeszenzlokalanästhesie, die routinemäßig vor allem bei chirurgischen Eingriffen an der Haut eingesetzt wird, gleichermaßen als Alternative zur Vollnarkose. Der behandelnde Arzt profitiert außerdem davon, dass er den Eingriff ohne Narkosearzt durchführen kann. Bei großflächigen Eingriffen kommt es jedoch zum Einsatz großer Mengen des Medikaments Prilocain. Das wird nicht unkritisch gesehen, da sich nach der Gabe von Prilocain Methämoglobin (MHb) anreichert.

Methämoglobin entsteht aus Hämoglobin durch Oxidation. Im Gegensatz zum Hämoglobin, das in den roten Blutkörperchen dem Sauerstofftransport dient, ist das Methämoglobin funktionsunfähig, da es den aufgenommenen Sauerstoff nicht wieder abgeben kann. Die Umwandlung von Hämoglobin in Methämoglobin unterbindet also den Sauerstofftransport in der Zelle. Aus der Intensivmedizin weiß man, dass eine erhöhte Konzentration von Methämoglobin im Blut zur Ausschüttung von Interleukinen führt – körpereigenen Botenstoffen, die von Zellen des Immunsystems freigesetzt werden und letztendlich Risikofaktoren für entzündungsfördernde Ereignisse darstellen.

Besteht also beim großflächigen Einsatz der Tumeszenzlokalanästhesie möglicherweise die Gefahr von Entzündungsreaktionen im Körper? Dieser Fragestellung, bei der es um die Sicherheit der Patienten geht, haben sich die beiden Mediziner der UMM gewidmet. PD Dr. Jörg Faulhaber (ehemals Arzt der Hautklinik) und PD Dr. Marc Schmittner (Anästhesiologische Klinik) ermittelten die Konzentration verschiedener Mediatoren der Immunantwort im Zeitverlauf, über 72 Stunden hinweg, nach der Gabe von Prilocain bei großflächigen Eingriffen, um auch mögliche späte Effekte erfassen zu können.

Neben den Konzentrationen von Prilocain und MHb bestimmten die Mannheimer Wissenschaftler die Konzentration der körpereigenen Botenstoffe des Immunsystems Interleukin 6 und 8 (IL-6, IL-8) sowie des Tumornekrosefaktors a (TNF-a) im Blutplasma. Dabei konnten sie folgendes zeigen: Auch eine ausgesprochen hohe Dosis von Prilocain führt nicht unbedingt zu einer kritisch erhöhten Konzentration von Methämoglobin im Blut. Das entstandene Methämoglobin induziert zwar einen signifikanten Anstieg von IL-6 im Körper, die Konzentrationen von IL-8 und TNF-a hingegen sind davon unberührt. Wenngleich die Tumeszenzlokalanästhesie den Spiegel an Interleukin 6 signifikant erhöht, bestätigen die Forschungsergebnisse nicht den Verdacht einer akuten oder auch verspäteten Entzündungsreaktion im Körper.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Verfahren der Tumeszenzlokalanästhesie unter Verwendung des Prilocain für die Gesundheit der Patienten unbedenklich ist. Dennoch setzen die beiden Mannheimer Wissenschaftler ihre Forschungstätigkeit fort, um das Verfahren weiter zu verbessern. Vielversprechende Ergebnisse erzielten sie dabei mit der Kombination verschiedener Lokalanästhetika.


Publikation

Influence of high dose tumescent local anaesthesia with prilocaine on systemic interleukin (IL)-6, IL-8 and tumour necrosis factor-a
M.D. Schmittner, J. Faulhaber, B. Kemler, W. Koenen, J.O. Thumfart, C. Weiss, M. Neumaier, G.C. Beck
Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology, Nov. 2010
DOI: 10.1111/j.1468-3083.2010.03653.x


Kontakt:

Privat-Dozent Dr. med. Marc D. Schmittner
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2415
E-Mail: marc.schmittner@umm.de


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(0228.txt)


Mehr als preisverdächtig

Arbeiten im Rahmen der Promotion an der Abteilung für Neuroradiologie der UMM ausgezeichnet

Mannheim, den 23. November 2012

Zwei junge Wissenschaftler der Abteilung für Neuroradiologie an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sind im Rahmen der 47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) in Köln (11. bis 13. Oktober 2012) für ihre wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet worden.

Giovanna Figueiredo erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Marc-Dünzl-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie für Ihre im American Journal of Neuroradiology publizierte Arbeit zur Darstellung der Blutgefäße im Gehirn der Maus mittels unterschiedlicher Bildgebungsverfahren: der CT-Angiographie und der digitalen Subtraktionsangiographie. Die prämierte Arbeit liefert eine wichtige Grundlage für die Erforschung und Behandlung von Erkrankungen der Hirngefäße. Giovanna Figueiredo, die auch ihre Doktorarbeit zu diesem Thema verfasst hat, ist Assistenzärztin in der Abteilung für Neuroradiologie.

Fatih Seker ist für seine experimentelle Arbeit zur „Dosis-Wirkungsbeziehung der lokalen Nimodipingabe bei zerebralen Vasospasmen“ mit dem Preis des Vereins für Hirn-Aneurysma-Erkrankte e.V. „Der Lebenszweig“ geehrt worden. Der Preis ist mit 400 Euro dotiert. In der Arbeit untersucht Seker, inwieweit eine lokale Applikation des Calcium-Kanal-Antagonisten Nimodipin die verengten, spastischen Hirngefäße nach einer Subarachnoidalblutung - einer Form des Schlaganfalls - entspannen kann. Die Daten bilden die Grundlage für die weiteren laufenden Arbeiten mit dem Ziel, die Medikamentendosis zu optimieren.

Seker ist Medizinstudent im Praktischen Jahr an der Medizinischen Fakultät Mannheim. Auch er hat die ausgezeichnete Arbeit, die er in der Fachzeitschrift Neuroradiology publizieren konnte, im Rahmen seiner Promotion durchgeführt. Die Arbeit ist ein Kooperationsprojekt der Neuroradiologie, der Kardiovaskulären Physiologie sowie der Experimentellen Strahlentherapie an der UMM.



Die beiden Preisträger
Giovanna Figueiredo
und Fatih Seker vor
dem Mikro-CT


Publikationen

G. Figueiredo, H. Boll, M. Kramer, C. Groden, M.A. Brockmann

In Vivo X-Ray Digital Subtraction and CT Angiography of the Murine Cerebrovasculature Using an Intra-Arterial Route of Contrast Injection.

American Journal of Neuroradiology 2012, 33:1702-9


F. Seker, J. Hesser, E. Neumaier-Probst, C. Groden, M.A. Brockmann, R. Schubert, C. Brockmann

Dose-response relationship of locally applied nimodipine in an ex vivo model of cerebral vasospasm.

Neuroradiology 2012; DOI 10.1007/s00234-012-1079-8


Kontakt:

Prof. Dr. med. Marc A. Brockmann, MSc
Leiter AG Experimentelle Neuroradiologie
und Präklinische Bildgebung
Abteilung für Neuroradiologie
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2443 (Sekr.)
E-Mail: marc.brockmann@umm.de


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Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0227.txt)


Herausragende Arbeiten der onkologischen Forschung

Zwei junge Wissenschaftlerinnen der Medizinischen Fakultät Mannheim ausgezeichnet

Mannheim, den 22. November 2012

Dr. Sonja Thaler und Julia Köck sind die beiden Wissenschaftlerinnen, die am 10. November 2012 im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Tumorzentren und Onkologischen Schwerpunkte und Arbeitskreise in Baden-Württemberg (ATO) mit den Forschungspreisen des Onkologischen Arbeitskreises Mannheim (OAK) ausgezeichnet wurden.

Als „wichtige und wegweisende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der klinischen Krebsforschung“ hat der OAK die Arbeit von Dr. Sonja Thaler gewertet, in der sie die Bedeutung des Tumorsuppressors RASSF1A auf die Entstehung Östrogen-Rezeptor positiver Brusttumoren untersucht. Sie erhielt dafür den mit 1.000 Euro dotierten Preis für klinisch-onkologische Forschung. Dr. Thaler leitet ein eigenes von der DFG gefördertes Projekt. Ihre Forschungsarbeit führt sie im Labor von Professor Dr. Jonathan P. Sleeman durch, der die Abteilung für Mikrovaskuläre Biologie der Medizinischen Fakultät Mannheim leitet.

Rund 70 Prozent aller Brusttumore sind Östrogen-Rezeptor a positiv. Es ist bekannt, dass der Östrogen-Rezeptor a eine Bedeutung für das Wachstum dieser Tumore hat. Unklar ist jedoch, inwieweit der Rezeptor auch zur Entstehung der Brusttumore beiträgt. Es ist aber auch bekannt, dass der Rezeptor eine zentrale Rolle für die Bildung und Funktion des gesunden Brustgewebes spielt. Daraus schloss Dr. Thaler, dass sich der Östrogen-Rezeptor a in normalem Gewebe anders verhält als im Tumor. Als mögliche Erklärung vermutete sie, dass im gesunden Brustgewebe Regulatoren existieren, die die Funktion dieses Rezeptors genau kontrollieren. Kommt es zum Verlust eines solchen Regulators, sollte dies zu einer veränderten Funktion des Östrogen-Rezeptors a führen und somit zur Entstehung von Brusttumoren beitragen.

Dr. Thaler gelang es nachzuweisen, dass ein Protein der RAS association domain family, das RASSF1A, den Östrogen-Rezeptor a in gesunden Zellen reguliert und damit das Östrogen-abhängige Tumorzellwachstum unterbindet. Ist umgekehrt RASSF1A nur in geringer Konzentration oder gar nicht in der Zelle vorhanden, wird der Östrogen-Rezeptor a vermehrt gebildet, was wiederum mit Tumorentstehung und vermehrtem Tumorzellwachstum einhergeht.

Diese Beobachtung könnte wichtig für die Therapie von Brusttumoren sein, wenn es nämlich gelingt, in Tumoren mit einer zwar vorhandenen, aber nur geringen Expression des RASSF1A, diese nach oben zu regulieren. Einen möglichen Kandidaten dafür hat Dr. Thaler in dem Wirkstoff Bortezomib identifizieren können. Bortezomib hemmt wie RASSF1A die Transkription des Östrogen-Rezeptors und hemmt darüber hinaus nachweislich auch den Abbau von RASSF1A. Bortezomib könnte daher die Therapie dieser Brusttumoren verbessern, was im Rahmen einer klinischen Studie untersucht werden sollte.

Mit dem Promotionspreis des OAK ist Julia Köck für ihre exzellente onkologische Doktorarbeit ausgezeichnet worden. Entstanden ist die Arbeit an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (Direktor: Professor Dr. med. Frederik Wenz), betreut wurde sie von Doktorvater Professor Dr. med. Frank Lohr. Der Promotionspreis ist mit einer Annerkennungsprämie von 200 Euro ausgestattet.

Ziel der prämierten Arbeit, die sich mit der Strahlentherapie bösartiger Tumore des Lymphsystems (Mediastinales Hodgkin-Lymphom) befasst: Spätfolgen, die durch die Strahlentherapie dieser Erkrankung entstehen können, so gering wie möglich zu halten. Dies ist beim Hodgkin-Lymphom von besonderer Bedeutung, weil die Heilungschancen dieser Krebserkrankung hoch sind, mit Fünf-Jahres-Überlebensraten von über 90 Prozent. Daher ist es umso wichtiger, eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten, damit die Patienten nicht durch Spätfolgen der Therapie – etwa Schäden am Herzen oder Zweittumoren der Lunge oder Brust – beeinträchtigt sind.

Dem vorgegebenen Ziel näherte sich die junge Wissenschaftlerin, indem sie die Ergebnisse unterschiedlicher Variablen verglich: Durch Reduktion der Bestrahlungsvolumina, die Anwendung bestimmter moderner Bestrahlungstechniken (Intensitätsmodulierte Strahlentherapie, IMRT) und unterschiedliche Methoden der Dosisberechnung.

Bei der Verkleinerung des Bestrahlungsfeldes kommt es darauf an, das richtige Maß zu ermitteln, bei dem die Belastung so gering wie möglich ist, ohne den Nutzen, also den Heilungserfolg, zu verringern. Auch beim Einsatz der Intensitätsmodulierten Strahlentherapie, die potenziell zu einer deutlichen Dosisreduktion in zu schonenden Organen führt, müssen im Einzelfall die Vor- und Nachteile der Technik abgewogen werden. Julia Köck konnte in ihrer Arbeit die dafür wesentlichen Rahmenbedingungen definieren.



Die Preisträgerinnen Dr. Sonja
Thaler (li.) und Julia Köck (re.)
mit dem Vorsitzenden des
Onkolgischen Arbeitskreises
und Leiter der Chirurgischen
Onkologie und Thoraxchirurgie
an der Universitätsmedizin
Mannheim, Professor Dr. Peter
Hohenberger.


Kontakt:

Prof. Dr. Peter Hohenberger
Chirurgische Klinik
Leiter der Sektion Thoraxchirurgie und spezielle Chirurgische Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2609
E-Mail: peter.hohenberger@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0226.txt)


Den Diabetes im Blick

Grünes Licht für Graduiertenkolleg zur diabetischen Schädigung kleinster Gefäße

Mannheim, den 13. November 2012

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Internationales Graduiertenkolleg an der Universität Heidelberg, das Doktoranden ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm in der Diabetes-Forschung bietet und damit Nachwuchswissenschaftler im Bereich dieser schnell voranschreitenden Volkskrankheiten „generiert“. Das Graduiertenkolleg „Diabetic Microvascular Complications“ (DIAMICOM) stützt sich auf eine bestehende internationale Vernetzung der beiden medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg – Medizinische Fakultät Mannheim und Medizinische Fakultät Heidelberg – mit der Rijksuniversiteit Groningen, in Form des bestehenden Graduiertenkollegs 880 „Vascular Medicine“.

Dieses wurde 2004 gegründet und schreibt eine nunmehr neunjährige Erfolgsgeschichte, die sich noch ein weiteres Jahr fortsetzen wird. Damit gibt es ab Anfang 2013 zwei aktive Graduiertenkollegs mit komplementärer Thematik an den Standorten Mannheim, Heidelberg und Groningen. Sprecher beider Graduiertenkollegs ist Professor Dr. Hans-Peter Hammes, der an der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim die Sektion Endokrinologie leitet. Sprecher des Kooperationspartners in den Niederlanden ist Professor Dr. Han Moshage vom Universitair Medisch Centrum Groningen.

Die Erkrankung Diabetes hat epidemische Ausmaße erreicht. Weltweit knapp 350 Millionen Menschen sind derzeit an Diabetes mellitus erkrankt – Tendenz steigend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt den Diabetes zu den „wesentlichen, nicht-übertragbaren Erkrankungen der Menschheit“ und stellt den Diabetes damit auf eine Stufe mit Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erblindung, Dialysepflichtigkeit und Amputationen sind häufige Folgen dieser Erkrankung. Die Hoffnung richtet sich auf neue Erkenntnisse der Wissenschaft. Um diese Hoffnungen erfüllen zu können, bedarf es des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Graduiertenkolleg DIAMICOM betreibt hier Vorsorge, indem es junge Klinische Forscher mit einer hohen Expertise in dieser Thematik heranbildet. Dabei widmet sich die Forschung speziell den Schädigungen sowie deren Entstehungsmechanismen, die der Diabetes in den kleinen Blutgefäßen von Augen, Nieren und Nerven anrichtet.

Zwei Besonderheiten vereint das Internationale Graduiertenkolleg DIAMICOM in sich: Wie auch das GRK 880 führt es lebenswissenschaftlichen und medizinischen Nachwuchs zusammen und bietet den jungen Wissenschaftlern die besten Voraussetzungen, um auf hohem fachlichen Niveau zu promovieren. Das Programm fördert insgesamt acht lebenswissenschaftliche und sechs medizinische Doktoranden der beiden Medizinfakultäten der Universität Heidelberg, die zusammen mit weiteren assoziierten Kollegiaten der Universität Heidelberg und der Universität Groningen bei der Erforschung des Diabetes intensiv zusammenarbeiten. Dies stärkt die Wissenschaftlichkeit in der Medizinerausbildung und bringt hochqualifizierte Klinische Forscher hervor.

Vorarbeit leistet hier die seit 2002 an der Medizinischen Fakultät Mannheim eingerichtete Junior Scientific Masterclass, die jedes Jahr 20 Studierenden des dritten Studienjahrs die Möglichkeit bietet, ihr Wissen zu vertiefen und insbesondere ihre Fähigkeiten im Laborbereich auszubauen. Dieses Programm erfolgt ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der Universität Groningen.

Neu ist die Kooperation mit der forschenden Pharmaindustrie, die mit dem Graduiertenkolleg DIAMICOM verbunden ist. Die Firma Sanofi und die Forschung im Industriepark Höchst, die sich mit Adipositas und Diabetes befasst, unterstützen die Kooperation innerhalb gemeinsamer Projekte sowie durch praktische Ausbildungsmodule und besondere Forschungsreagenzien.


Das GRK DIAMICOM

… ist eines von insgesamt 23 neuen Graduiertenkollegs und unter diesen eines von acht neuen Internationalen Graduiertenkollegs, die von der DFG gefördert werden.

Insgesamt rund 78 Millionen Euro investiert die DFG in die neuen Promotionsprogramme in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren – inklusive einer Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte.

DIAMICOM im Internet

Weitere Informationen zum Graduiertenkolleg DIAMICOM unter: http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/grk1874/

Pressemitteilung der DFG

http://www.dfg.de/download/pdf/presse/das_neueste/das_neueste_2012/121112_pm_nr_56_graduiertenkollegs.pdf


Kontakt:

Prof. Dr. Hans-Peter Hammes
Leiter der Sektion Endokrinologie
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
E-Mail: hans-peter.hammes@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0225.txt)


BMBF fördert Projekt eines handgehaltenen Operationsroboters

Verbundprojekt „Intelligent Tool Drive“ eines der ersten Projekte im Rahmen des "KMU-innovativ Medizintechnik"

Mannheim, den 19. Oktober 2012

Ein pfiffiges Verbundprojekt unter der wissenschaftlichen Leitung der am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim angesiedelten Sektion experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie hat gleich bei der ersten Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des "KMU-innovativ Medizintechnik" den Zuschlag erhalten. Das Projekt wird mit über 1,3 Mio. Euro gefördert. Koordinator des Verbunds ist das Heidelberger Medizintechnik-Unternehmen MRC Systems GmbH. Die weiteren Kooperationspartner sind die Fa. Binder Elektronik GmbH, Sinsheim, der Lehrstuhl für Automation am ZITI der Universität Heidelberg und das EMB-Lab der Hochschule Mannheim.

Zum Zuge kommt der so genannte „Intelligent Tool Drive“ (ITD), ein handgehaltenes robotisches System für chirurgische Anwendungen. Bei dieser Entwicklung arbeiten Mensch und Maschine im wahrsten Sinne des Wortes „Hand in Hand“: Hier wird der Roboter von der Hand des Chirurgen geführt, er dient aber dazu, die ihn führende Hand zu korrigieren. Aufgabe des ITD ist es, Störbewegungen auszugleichen – und zwar die der Hand des Chirurgen ebenso wie mögliche Bewegungen des Patienten – um damit die Präzision der Operationstechnik zu erhöhen.

Der Operationsroboter ist zunächst als Bohrer bzw. als Fräse konzipiert und soll vor allem bei Gelenkersatzoperationen am Hüft- und Kniegelenk eingesetzt werden. Ziel ist es aber, den ITD als Universal-Bearbeitungsmaschine zu entwickeln, um auf diese Weise OP-Instrumente einsparen zu können. Die verschiedenen Arbeitsgänge, die das System leisten soll, werden mit seiner „Intelligenz“ so gesteuert, dass Bearbeitungsfehler gar nicht erst auftreten können. Die „Planung“ findet am Computer statt, aber die vorprogrammierten Arbeitsgänge bleiben in der Hand und unter der Kontrolle des Operateurs.

Der ITD ist weit über die Vision hinaus. Ein Funktionsmuster ist bereits erstellt – im Rahmen von Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (Projektträger: AiF Projekt GmbH). Jetzt geht es darum, an diesem weiter zu feilen, etwa die Größe und das Gewicht zu reduzieren, um es im OP besser handhabbar zu machen – bis zum Ende der Projektlaufzeit im Juni 2015 soll der Intelligent Tool Drive schlanker, kleiner, „smart“ werden.

Der ITD ist nicht der erste Operationsroboter. Gerade im Bereich der Hüftgelenksersatzoperation hatten sich in der Vergangenheit die Operationsroboter Robodoc und Caspar einen Namen gemacht. Diese sehr präzise arbeitenden chirurgischen Roboter waren jedoch in die Kritik geraten. Patienten waren mit den Operationsergebnissen nicht immer zufrieden. Zudem haben diese Operationsroboter ein Akzeptanzproblem, weil der Chirurg nahezu die gesamte Kontrolle an das System abgeben muss. Vom ITD erwarten sich die Entwickler mehr Akzeptanz – vom Patienten und von Ärzten – weil letztendlich immer noch der Chirurg die Operation ausführen wird. Er hat die Gewalt über das Geschehen und wird vom Operationsroboter lediglich unterstützt.

Der ITD fällt in den Bereich der mechanischen Konstruktionen, einem der Schwerpunkte der MRC Systems GmbH, die höchst anspruchsvolle medizintechnische Systeme auch in den Bereichen Laser und Optik, Kernspintomographie, Elektronik und Software entwickelt. Bei dem innovativen Verbundprojekt kooperiert das von Professor Dr. Markus Schwarz geleitete Forschungslabor der „Sektion experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie“ mit dem Lehrstuhl für Automation am Zentralen Institut für Technische Informatik (ZITI) der Universität Heidelberg, wo die anspruchsvolle Steuer- und Regelungstechnik entwickelt wird.

Bei der Firma Binder Elektronik GmbH in Sinsheim werden die elektronischen Baugruppen des Roboters in miniaturisierter Form designt und aufgebaut. Das EMB-Lab an der Fakultät für Informationstechnik der Hochschule Mannheim entwickelt ein Trackingsystem, welches einen wesentlichen Teil der Sensorik darstellt. Mit von der Partie ist auch das Unternehmen Aesculap in Tuttlingen, eine Sparte der B. Braun Melsungen AG, die sich auf Produkte und Dienstleistungen für chirurgische und interventionelle Kernprozesse fokussiert.

Von den mehr als 1,3 Millionen Euro, mit denen das Projekt gefördert wird, gehen 600.000 Euro zusammen an die Sektion experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mannheim und den Lehrstuhl für Automation am Institut für Technische Informatik (ZITI), also an die Universität Heidelberg.



Der ITD als Funktionsmuster, auf einem
Dreibein montiert (Gesamthöhe ca. 65 cm).
Am Gehäuse und am Werkstück sind passive
Marker (Leuchtpunkte) angebracht, sodass
beide mit einem optischen Trackingsystem
verfolgt werden können.
Das Werkzeug (Bohrer) wird über eine sog.
Hexaglide Kinematik in sechs Freiheitsgraden
bewegt, sodass Störungen von außen in allen
Richtungen ausgeglichen werden können,
wenn ein „Werkstück“ bearbeitet wird.

„KMU-innovativ Medizintechnik"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Jahr 2011 "KMU-innovativ Medizintechnik" als Förderlinie eingerichtet. Ziel ist es, Projekte zu fördern, in denen kleine und mittlere Unternehmen mit wissenschaftlichen Abteilungen zum gegenseitigen Nutzen zusammenarbeiten.

Das F&E Vorhaben ITD repräsentiert als translational angelegtes Entwicklungsprojekt den Forschungsschwerpunkt Medizintechnik an der Medizinischen Fakultät Mannheim.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Markus Schwarz
Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum (OUZ)
Sektion experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4569
E-Mail: markus.schwarz@ortho.ma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0224.txt)


Kreislauf-Forschung an Mikrogefäßen

Jahrestagung der Gesellschaft für Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie in Mannheim „nicht nur für alte Hasen“

Mannheim, den 8. Oktober 2012

Über 120 Experten, die sich mit der Erforschung der Funktion kleinster Blutgefäße befassen, trafen sich Ende September (27. bis 29. September 2012) in der „Alten Brauerei“, im Hörsaal der Medizinischen Fakultät Mannheim, um neueste Fortschritte auf den Gebieten der Mikrozirkulation und der Vaskulären Biologie zu präsentieren und ihre wissenschaftlichen Erfahrungen und Ideen auszutauschen.

Professor Dr. Rudolf Schubert ist nicht nur Leiter der Sektion Kardiovaskuläre Physiologie am Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik der Medizinischen Fakultät Mannheim (CBTM), sondern auch Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie (GfMVB). In dieser Funktion hatte er die diesjährige Jahrestagung der Fachgesellschaft nach Mannheim geholt.

Zur besonderen Attraktivität der Tagung trugen einerseits Vortragssymposien zu aktuellen Schwerpunktthemen der Mikrozirkulationsforschung bei. Andererseits war die Tagung durch die Besonderheit geprägt, dass sie sich ausdrücklich an junge Kollegen richtete - nicht nur an die etablierten Spezialisten. Dies verdeutlichte das Motto der Tagung „The Young Investigator Forum“, und dies spiegelte sich auch im Programm wider: Jeder zweite Beitrag, der von einem jungen Wissenschaftler angemeldet wurde, war in das Vortragsprogramm aufgenommen worden. Und ein spezielles Symposium, die „Young Investigator Session“, in deren Rahmen auch der Young Investigator Award vergeben wurde, bestritten ausschließlich junge Wissenschaftler. Der 1. Preis ging an Larissa Pfisterer, Stipendiatin des an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelten Graduiertenkollegs „Vascular Medicine“ (GRK 880) für ihre Arbeit zur Rolle des Transkriptionsfaktors Myokardin in glatten Gefäßmuskelzellen.

Bereichert wurde die Jahrestagung der Gesellschaft für Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie auch dadurch, dass die holländischen Kollegen die Tagungen ihrer Fachgesellschaften - der Dutch Society for Endothelial Biology (DEBS) und der Dutch Society for Microcirculation and Vascular Biology (MiVaB) - andockten und damit sowohl das Themenspektrum als auch das Forum erweiterten.

Die Tagung der GfMVB wurde von den Mitarbeitern der Sektion Kardiovaskuläre Physiologie organisiert. Aber auch Experten benachbarter Forschungsbereiche der Mannheimer Medizinfakultät beteiligten sich aktiv an der Tagung – etwa Wissenschaftler des Lehrstuhls für Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese, des in Mannheim beheimateten Sonderforschungsbereichs (SFB) „Vaskular Differentiation and Remodelling“ und des Mannheimer GRK 880. Darüber hinaus konnten die Mannheimer Wissenschaftler vor allem Referenten aus dem weiteren Rhein-Main-Neckar-Gebiet gewinnen, aber auch aus München und Münster sowie zwei Experten aus Übersee.


Gesellschaft für Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie

Die Gesellschaft befasst sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen der Mikrozirkulation und vaskulären Biologie sowohl im deutschsprachigen und im europäischen Raum und verfolgt dabei folgende Ziele:
-Die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und des Informationsaustauschs auf dem gesamten Gebiet der Mikrozirkulation und vaskulären Biologie.
-Die Pflege der interdisziplinären Zusammenarbeit, insbesondere zwischen experimenteller und theoretischer Grundlagenforschung einerseits und klinisch angewandter Forschung andererseits.
-Die Zusammenarbeit mit anderen fachnahen, auch ausländischen Gesellschaften.
-Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses entsprechend der Zielsetzung der Gesellschaft.

Informationen zur IASP:http://www.gfmvb.com//

Der Begriff Mikrozirkulation bezeichnet in der Medizin den Teil des Blutkreislaufs, der sich in den kleinsten Blutgefäßen, den so genannten Mikrogefäßen, vollzieht.


Kontakt:

Prof. Dr. Rudolf Schubert
Leiter der Sektion Kardiovaskuläre Physiologie
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolf-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9640
E-Mail: rudolf.schubert@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0223.txt)


Stärkung des Wissenschafts- und Industriestandorts Mannheim

„Forschungscampus“ fördert Partnerschaft von Wissenschaft und Wirtschaft / Fäden laufen bei gemeinsamem Institut der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim zusammen

Mannheim, den 25. September 2012

Ein ausgesprochen anspruchsvolles Projekt mehrerer wissenschaftlicher Einrichtungen aus der Metropolregion Rhein-Neckar bekommt Rückenwind aus Berlin: Das Projekt „Mannheim Molecular Intervention Environment“ (M²OLIE) gehört zu den zehn Gewinnern des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen Wettbewerbs „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“. Das hat das BMBF heute [25. September 2012] bekannt gegeben.

Die Fäden des innovativen Projektes, eines Forschungscampus im Bereich der Medizintechnologie, laufen in der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zusammen. Das Mannheimer Vorhaben soll über bis zu 15 Jahre mit jährlich ein bis zwei Millionen Euro unterstützt werden. Grundvoraussetzung war die gemeinsame Antragstellung von Hochschuleinrichtungen und Industrieunternehmen, in diesem Falle auch von Großunternehmen, nicht nur mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Der Mannheimer Fakultät gelang es, die Siemens AG als Partner zu gewinnen.

Dem Projekt M²OLIE liegt der Ansatz zugrunde, die Behandlung insbesondere von Krebserkrankungen durch Eingriffe in die Struktur der Körperzellen weiter zu verbessern. Die Basis dafür bieten die neueren Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung, die immer detaillierter die Prozesse im menschlichen Körper - und damit auch des Krankheitsgeschehens - auf der molekularen Ebene erklären. Damit einhergehend verlagert sich auch die Perspektive in der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen, nämlich vom Organ oder Gewebe hin zu zellulären oder noch kleineren – molekularen – Strukturen. Die so genannte molekulare Intervention bietet die Möglichkeit, die Ursache einer Krankheit direkt an ihren Wurzeln anpacken zu können, indem gezielt ein einzelner Defekt in der Zelle geheilt wird.

Solche Eingriffe auf molekularer Ebene bedürfen nicht nur der Kombination neuartiger Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, sie erfordern auch veränderte Abläufe, an denen neben der Medizin auch naturwissenschaftliche Fächer und Ingenieurwissenschaften beteiligt sind. Das Projekt Forschungscampus M²OLIE hat konkret zum Ziel, einen Eingriffsraum zu entwickeln, in dem die neuen Anforderungen an die verschiedenen Disziplinen sowie die Prozesse und Abläufe in diesem Zusammenhang berücksichtigt sind, und der für solch eine molekulare Intervention ebenso gut geeignet ist wie ein herkömmlicher OP-Saal für chirurgische Eingriffe an einem erkrankten Organ. Durch den Forschungscampus soll neben der medizinischen Anwendung der molekularen Intervention aber auch die wirtschaftliche Verwertung der Ergebnisse von M²OLIE gefördert werden.

In den letzten Jahren hat sich mit dem gemeinsamen Institut für Medizintechnologie (IMT) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim ein multidisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk gebildet, das mit einer renommierten Medizin, Biotechnologie und zahlreichen Ingenieurwissenschaften ideale Voraussetzungen für eine komplexe und nachhaltige Entwicklung in diesem Bereich bietet. Zu den Partnern des Projektes M²OLIE gehören neben dem IMT vier an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) angesiedelte Einrichtungen der Medizinischen Fakultät Mannheim, nämlich die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, die Computerunterstützte Klinische Medizin und das Zentrum für Medizinische Forschung. Hinzu kommen fünf weitere Institute der Hochschule Mannheim sowie die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim, die im direkten Umfeld der UMM angesiedelte Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) sowie eine Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die ebenfalls beteiligte Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim sowie die Beteiligung mehrerer namhafter Unternehmen, wie Siemens Healthcare Diagnostic, KUKA Laboratories GmbH und Carl Zeiss Meditec AG, stellen die Anwendungsorientierung der geplanten Entwicklungen sicher.

Organisatorisch laufen die Fäden von M²OLIE am von Professor Dr. med. Norbert Gretz geleiteten Institut für Medizintechnologie zusammen. Der Jury in Berlin vermittelte Professor Dr. med. Stefan Schönberg den hohen Anspruch, der mit M²OLIE verbunden ist. Er leitet das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der UMM.

Der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, dankte den Kollegen für ihr großes Engagement im Wettbewerb und erklärte: „Mit dem Industry on Campus-Konzept und der maßgeblichen Beteiligung an zwei BMBF-Spitzenclustern hat die Universität Heidelberg bereits erfolgreich Projekte der langfristig ausgerichteten Zusammenarbeit zwischen grundlagenorientierter Forschung und Wirtschaft mit einem großen Potential für Innovationen etabliert. Von der Förderung des Forschungscampus-Vorhabens in der Medizintechnologie versprechen wir uns weitere Synergieeffekte, wenn es darum geht, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung zu überführen.“

„Der Forschungscampus ist ein signifikanter Meilenstein in der strategischen Ausrichtung unserer Fakultät, Schwerpunkte der patientennahen Forschung und Entwicklung zu stärken. Neben der engen Kooperation mit der Siemens AG eröffnet der Forschungscampus außerdem die Möglichkeit weiterer fruchtbarer Kooperationen mit Industrieunternehmen. Dies sollte die Pläne der Stadt, Life Science Unternehmen in Mannheim anzusiedeln, deutlich erleichtern“, so der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. Dr. Uwe Bicker.

"Eine schöne Belohnung für das erfolgreiche Bemühen, besonders findige Köpfe im Bereich der Medizintechnologie hier im Umfeld der Universitätsmedizin Mannheim zu bündeln", kommentiert Alfred Dänzer, Sprecher der Geschäftsführung der Universitätsmedizin Mannheim die Berliner Entscheidung.


M²OLIE

Das von der Initiative „Forschungscampus“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Mannheimer Projekt verbirgt sich hinter einem etwas kryptischen Kürzel: M²OLIE. Dies steht für „Mannheim Molecular Intervention Environment“ und bezeichnet folglich die Entwicklung einer Arbeitsumgebung, die ideal dem Zweck angepasst ist, Patienten auf molekularer Ebene behandeln zu können.



Das Bild zeigt eine PET-CT Aufnahme –
diese Technologie verbindet die
Vorteile zweier bildgebender Verfahren
(Positronen-Emissions-Tomographie und
Computer-Tomographie).


Kontakt:

Prof. Dr. med. Norbert Gretz
Geschäftsführender Direktor des
Instituts für Medizintechnologie
Zentrum für Medizinische Forschung
Medizinische Fakultät Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5602
E-Mail: norbert.gretz@medtech.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0222.txt)


Examensergebnisse bestätigen Lehrkonzept des Mannheimer Modellstudiengangs MaReCuM

Mannheim, den 17. September 2012

Die aktuellen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: „MaReCuM“ bereitet Medizinstudierende bestens auf ihre Examina vor. Beim bundesweit einheitlichen ‚Ersten Staatsexamen’ (M1) schnitten die Studierenden der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg in diesem Sommersemester am besten ab. Und das nicht zum ersten Mal: Bereits in den vergangenen zwei Jahren erzielten die Mannheimer Kommilitonen im M1 den Spitzenplatz. Das Lehrkonzept im Modellstudiengang MaReCuM (Mannheimer Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) bietet den Studierenden einen geeigneten Rahmen, um hervorragende Leistungen zu erbringen.

Die sehr guten Ergebnisse freuen nicht nur die Studierenden. „Das ist für uns die Bestätigung, dass unser Konzept des Modellstudiengangs im Zusammenspiel mit Dozentinnen und Studierenden aufgeht“, so Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereiches Studium und Lehrentwicklung an der Medizinischen Fakultät Mannheim. „Wir bieten unseren Studierenden ein innovatives Curriculum, und wir haben einen sehr engagierten Lehrkörper, der sich mit der integrierten Lehrvermittlung identifiziert. Das spiegelt sich in einem solchen Examensergebnis auch wider.“

Das Erste Staatsexamen ist der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung im Medizinstudium. Mit dieser zentralen Prüfung schließen die Studierenden ihr Grundstudium ab und wechseln anschließend in den klinischen Studienabschnitt. Für die Mannheimer Medizinfakultät hat das M1 eine besondere Bedeutung: Das Grundstudium ist in Mannheim erst im Jahr 2006 im Zuge der Einführung des Modellstudienganges eingerichtet worden. In seiner modularen Unterrichtsstruktur werden die klassischen Fachgrenzen durchbrochen und Organsysteme und Krankheitsbilder in den Fokus gerückt.

Von Anfang an gab der Erfolg der Mannheimer Studierenden dem Modell-Konzept Recht: Fünf Mal wurde die Hauptkohorte der MaReCuM-Studierenden in der staatlichen M1-Prüfung bisher auf ihre Kenntnisse abgefragt, jedes Mal rangierten sie auf einem der ersten Plätze - zuletzt drei Mal in Folge ganz an der Spitze.

Für Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter haben sich die mit dem Aufbau der Vorklinik verbundenen Anstrengungen der Lehrplanung und der Lehrvermittlung gelohnt. Dass gerade im Fach Anatomie die Mannheimer Studierenden wieder bundesweit am besten abgeschnitten haben, sieht er als doppelte Bestätigung: „Für unser einzigartiges Lehrkonzept haben wir auch Vorbehalte von außen zu hören bekommen. Es ist erfreulich zu sehen, dass das Konzept aufgeht, auch und gerade in der Anatomie. Jetzt gilt es, den begonnenen Weg zum Ausbau der Fakultät konsequent weiter zu verfolgen. Und natürlich freuen wir uns auch ganz einfach für unsere Studierenden.“

Die Ergebnisse von zentralen Examina sind wichtig für eine objektive Evaluation und Einschätzung des Lehrkonzepts eines Modellstudienganges im Sinne eines nationalen Benchmarkings. Die Modellstudiengänge werden gerade vom Wissenschaftsrat unter die Lupe genommen. In Mannheim werden in diesem Jahr die ersten Medizinstudierenden seit Einführung des Modellstudienganges MaReCuM ihr Studium mit dem Zweiten Staatsexamen (M2) abschließen. Sehr gute Ergebnisse sind auch hier das erklärte Ziel von Fakultät und Studierenden gleichermaßen.

Die wiederholt hervorragenden M1- Ergebnisse von MaReCuM machen sich mittlerweile auch bei den Bewerbungen um einen Medizinstudienplatz in Mannheim bemerkbar. Zunehmend interessieren sich junge Menschen gezielt für ein Medizinstudium an der Mannheimer Fakultät.

Für das Wintersemester 2012/13 haben sich mehr als 1.800 Abiturienten um einen der begehrten Studienplätze beworben. In einem mehrstufigen Verfahren werden aus diesen Bewerbern bis Anfang Oktober 200 Studienanfänger ausgewählt.

Kontakt:

Dr. Harald Fritz
Leiter Geschäftsbereich Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Str.13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9736 (Sekretariat)
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0221.txt)


Mannheimer Medizinstudentin reitet auf Weltklasseniveau

Nadine Kraft erringt Gold und Bronze bei der Hochschul-Weltmeisterschaft im Reiten in Aachen

Mannheim, den 30. August 2012

Deutschlands „Studentenreiter“ sind Weltspitze… und die Mannheimer Medizinstudentin Nadine Kraft ist eine von ihnen. Bei der Weltmeisterschaft der Studierenden im Reiten (WUEC, World University Equestrian Championship), die in der vergangenen Woche in der Aachener Soers, dem „Wimbledon des Pferdesports“, ausgetragen wurde, räumten drei deutsche Studentinnen ordentlich ab. Nadine Kraft (Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg), Lisette Ahrens (Universität Göttingen) und Charlotte Rehborn (Universität Bochum) holten alleine drei der vier Weltmeistertitel: Gold im kombinierten Mannschaftswettkampf, im kombinierten Einzelwettkampf und in der Dressur. Doch damit nicht genug: Nicht nur bei der kombinierten Teamwertung, auch bei der kombinierten Einzelwertung standen die drei deutschen studentischen Reiterinnen gemeinsam auf dem Treppchen, denn neben Gold holten sie auch Silber und Bronze.

Nadine Kraft hat zwei Medaillen mit nach Hause gebracht: neben der Goldmedaille im kombinierten Mannschaftswettbewerb, der „Nationenwertung“, die aus einer gemeinsamen Dressuraufgabe des Teams sowie einzelnen Springprüfungen der drei Reiter besteht, auch die Bronzemedaille in der kombinierten Einzelwertung von Dressur und Springen. Teilnehmer aus insgesamt 26 Nationen waren bei der Studierenden-Weltmeisterschaft angetreten. Die drei jungen Frauen aus Mannheim, Göttingen und Bochum haben studentischen Spitzenreitsport abgeliefert und damit Deutschland als Gastgebernation hervorragend repräsentiert.

Wenn Nadine nicht auf dem Rücken ihres Schimmelwallachs Topas sitzt, studiert sie – ebenfalls erfolgreich – Medizin an der Mannheimer Medizinfakultät, im achten Semester. Das Studium hat Priorität, dennoch trainiert sie fast täglich nach der Uni mit Topas. „Reiten, und alles was dazugehört, ist für mich der ideale Ausgleich“, so die junge Studentin. Ende 2011 hatte sie bereits den Sieg bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Iserlohn errungen. Topas war dabei jedoch genauso wenig mit von der Partie wie in Aachen. Denn die Wettkämpfe der Studierenden bergen die besondere Herausforderung, dass sie nicht auf Pferden bestritten werden, die den Reitern vertraut sind, sondern auf „geliehenen“ Pferden. Das Team von Reiter und Ross wird vor jedem einzelnen Wettkampf ausgelost. „Wir haben beim Training im Vorfeld des Wettkampfes versucht, viele verschiedene Pferde zu reiten und uns so auf die Besonderheit der Zulosung der Pferde vorzubereiten“, erklärt Nadine Kraft. Das Erfolgsrezept der deutschen Reiterinnen ist aufgegangen.



Das Goldteam: Lisette
Ahrens, Nadine Kraft
und Charlotte Rehborn
(v.l.n.r.) freuen sich
über den gemeinsamen
Erfolg.




Eine perfekte Einheit:
Nadine Kraft und ihr
„Teampartner“.



Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Einsatz für die weltweite Verbesserung der Schmerztherapie

Mannheimer Schmerzexperte Professor Treede designierter Präsident der Internationalen Schmerzgesellschaft

Mannheim, den 28. August 2012

Der Mannheimer Neurophysiologe Professor Dr. Rolf-Detlef Treede hat weltweit in Fachkreisen einen Namen als Schmerzexperte. Dies belegt eindrucksvoll seine Wahl zum designierten Präsidenten der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP). Am 30. August 2012 wird er im Rahmen des 14. Weltkongresses des Schmerzes, der vom 27. bis 30. August in Mailand stattfindet, in das Amt eingeführt. In den kommenden sechs Jahren wird Professor Treede damit auch auf höchster internationaler Ebene dazu beitragen können, die Schmerztherapie zu verbessern. Denn an die zwei Jahre als designierter Präsident schließen sich jeweils zwei Jahre der Präsidentschaft sowie als Past-Präsident an.

Professor Treede ist Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie innerhalb des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Als Wissenschaftler befasst er sich mit der Physiologie des Schmerzes allgemein, sowie mit dem neuropathischen Schmerzsyndrom im Speziellen. In der Gremienarbeit ist Professor Treede erfahren. Von 2002 bis 2008 war er Mitglied des Beirats der IASP und von 2008 bis 2010 Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Im Europäischen Dachverband, der European Federation of IASP Chapters (EFIC), leitet er außerdem eine Kommission, die sich auf politischer Ebene um die Verbesserung der Schmerztherapie im Europäischen Raum bemüht. Damit ist er auf das Amt des künftigen Präsidenten der IASP bestens vorbereitet.

Die deutschen Schmerzexperten sind in den nächsten Jahren hervorragend innerhalb der IASP vertreten – und zwar mit starker Mannheimer Präsenz. Drei der insgesamt 15 Schmerzexperten, die den Beirat der internationalen Gesellschaft bilden, kommen aus Deutschland: Gleichzeitig mit Professor Treede ist Professor Dr. Herta Flor, Inhaberin der Professur für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und Präsidentin der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft e.V., in den Beirat der IASP gewählt worden, ebenso wie Professor Dr. Claudia Sommer, Leitende Oberärztin an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Würzburg. Professor Flor ist Expertin vor allem im Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie, wo sie wegweisende Arbeiten publiziert hat, sowie beim Thema Phantomschmerz. Dem Beirat gehört außerdem seit zwei Jahren Professor Dr. Ralf Baron an, der an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein die Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie leitet.

Was sind die Akzente, die Professor Treede in seinem Amt setzen will? Zum einen hält er es für ausgesprochen wichtig, dass sich alle auf dem Gebiet der Schmerztherapie tätigen Grundlagenforscher, Ärzte, Psychologen sowie das Pflegepersonal enger miteinander vernetzen, um gemeinsam die Schmerztherapie zu verbessern.

Darüber hinaus plädiert er dafür, dass sich mehr medizinische Disziplinen um die Thematik Schmerz kümmern – etwa Kardiologen, Rheumatologen und Onkologen. Denn auch die „Organmediziner“ sollten wissen, wie sie schmerztherapeutisch behandeln können und wie die Chronifizierung von Schmerzen verhindert werden kann.



Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede.


International Association for the Study of Pain (IASP)

Mit mehr als 7.000 Mitgliedern in 129 Ländern und 86 nationalen Verbänden ist die IASP der führende, internationale Fachverband im Bereich von Schmerzforschung und Schmerztherapie. Die Mitglieder der IASP gehören sämtlichen Berufen und Fachgruppen an, die sich mit der Erforschung, der Diagnostik oder der Behandlung von Schmerz beschäftigen.

Die IASP bringt Wissenschaftler, Kliniker, Anbieter von Gesundheitsleistungen und politische Entscheidungsträger zusammen, um die Schmerzforschung zu fördern und deren Erkenntnisse für eine weltweit verbesserte Schmerztherapie nutzbar zu machen.

Die Vision der IASP: Gemeinsam die Welt vom Schmerz befreien.

Informationen zur IASP:http://www.iasp-pain.org/


Kontakt:

Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Str.13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de


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Stellungnahme der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

... zum angekündigten Rücktritt des Dekans

Mannheim, den 6. August 2012

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigt Medienberichte, nach denen Professor Dr. Dr. Uwe Bicker, Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, zum 30. September 2012 vom Amt des hauptamtlichen Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim und als Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH zurücktritt. Er hat diesen Schritt am vergangenen Freitag der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg, Theresia Bauer, dem Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel, und dem Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, in einem Schreiben offiziell mitgeteilt. Professor Bicker begründet diesen Schritt mit einer fehlenden Vertrauensbasis innerhalb der Fakultät.

Professor Bicker hatte das Amt des Dekans im Oktober 2011 angetreten. Er stellte sich damit der Herausforderung, die Fakultät in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Situation zu leiten und den Studiengang MaReCuM nachhaltig zu sichern.

Ein tragfähiges Zukunftsszenario der Fakultät sieht Professor Bicker unabdingbar mit einer intensiven Zusammenarbeit innerhalb der Universität, mit wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Akteuren im Bereich der Lebenswissenschaften in der Metropolregion verbunden.

„Ich versichere, dass ich in den vergangenen Monaten ausschließlich die Sicherung des Standortes Mannheim und seiner Fakultät in schwieriger Lage als Ziel hatte“, so Professor Bicker. „Es tut mir sehr leid, diese Konsequenz ziehen zu müssen. Ich hätte der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg gerne geholfen, ihren Platz in einer sich weiter entwickelnden und blühenden Universitätslandschaft der Metropolregion zu finden.“


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Transplantationsmediziner erneut ausgezeichnet

Rudolf Pichlmayr Preis der Deutschen Transplantationsgesellschaft geht an PD Dr. Bernd Krüger

Mannheim, den 27. Juli 2012

Die Deutsche Transplantationsgesellschaft hat die kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit von Privat-Dozent Dr. Bernd Krüger im Bereich der Transplantation mit dem Rudolf Pichlmayr Preis gewürdigt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist die renommierteste Auszeichnung innerhalb der deutschen Transplantationsmedizin. Der Preis wurde dem Oberarzt, der in der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) das Geschäftsfeld Transplantation und Labor leitet, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft verliehen, die vom 15. bis 19. Juli 2012 in Berlin stattfand.

PD Dr. Krüger erforscht mit seinem Team Mechanismen, die die Funktion von transplantierten Organen negativ beeinflussen. Der Rudolf Pichlmayr Preis ist eine persönliche Bestätigung in der wissenschaftlichen Karriere von PD Dr. Krüger und gleichzeitig Ausdruck der hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit an der V. Medizinischen Klinik. PD Dr. Krüger hatte im vergangenen Jahr bereits den Hans-U.-Zollinger Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie für eine im European Journal of Immunology veröffentlichte immunologische Arbeit im Bereich der Nierentransplantation erhalten.



PD Dr. Bernd Krüger (Mitte)
bei der Preisverleihung in
Berlin, mit Prof. Dr. Wolf
O. Bechstein (li.; Präsident
der Deutschen Transplanta-
tionsgesellschaft) und
Dr. Bärbel Buschmeier (re.;
Biotest AG).


Rudolf-Pichlmayr Preis der Deutschen Transplantationsgesellschaft

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Transplantationschirurgen Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr (1932-1997) benannt, einem Pionier im Bereich der deutschen Transplantationsmedizin. Pichlmayr war Lehrstuhlinhaber der Klinik für Abdominal- und Transplantationsmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover, die er zu einem der führenden klinischen und wissenschaftlichen Zentren für Transplantationsmedizin in Deutschland und weltweit ausbaute. Ihm zu Ehren gab die Deutsche Transplantations-gesellschaft ihrem Forschungspreis seinen Namen.


Kontakt:

PD Dr. med. Bernd Krüger
V. Medizinische Klinik
Leiter des Geschäftsbereichs Transplantation und Labor
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3006
E-Mail: bernd.krueger@umm.de


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Welche Bedeutung hat die „Innere Uhr“ in der Medizin?

Wissenschaftler aus aller Herren Länder widmen sich eine Woche lang der Chronobiologie

Mannheim, den 20. Juli 2012

Ausgesprochen international geht es zu beim „13th International Course on Chronopharmacology“, der vom 30. Juli bis 4. August 2012 bereits zum 13. Mal von Professor Dr. Björn Lemmer an der Medizinischen Fakultät Mannheim ausgerichtet wird. Dozenten aus Frankreich, England, Schottland, Italien, USA, der Schweiz und Deutschland erörtern dabei Fragestellungen der Chronobiologie, also der Wissenschaft von der „Inneren Uhr“.

Die Teilnehmer wiederum kommen aus Italien, Russland, Holland, Marokko, Mexiko, Tunesien, Ungarn, Kanada und Deutschland. Auch deren fachlicher Hintergrund ist breit gefächert, er reicht von der Medizin über die Pharmazie, Veterinärmedizin und Biologie bis hin zur pharmazeutischen Industrie. Der Kurs ist außerdem Teil des Programms der Junior Scientific Master Class der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Konkret geht es bei der „Internationalen Sommerschule“ etwa um die Bedeutung der „Inneren Uhr(en)“ für die Behandlung von Schmerz, Asthma und Schlafstörungen sowie von kardiovaskulären, endokrinen und psychischen Erkrankungen. Ebenso wie deren Bedeutung für Jet-lag, Schichtarbeit und Unfälle. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen sowohl der Morphologie als auch der Molekularbiologie der „Inneren Uhr“ und der Uhrengene sowie deren Regulation bei Pflanze, Tier und Mensch erörtert.


13th International Course of Chronopharmacology:

30. Juli bis 4. August 2012

Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie

Maybachstraße 14, 68169 Mannheim

Details zum Programm:http://www.chronopharmacology.de


Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Björn Lemmer
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Maybachstr.14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9704
E-Mail: bjoern.lemmer@pharmtox.uni-heidelberg.de


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Medizinische Fakultät entzieht Dr. Shang venia legendi

Mannheim, den 18. Juli 2012

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entzieht Dr. Edward Shang wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens die venia legendi (Lehrbefugnis). Dr. Shang hatte sich 2006 an der Medizinischen Fakultät Mannheim habilitiert und an der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) den Arbeitsbereich Bariatrische Chirurgie geleitet. Im August 2010 nahm er den Ruf der Universität Leipzig auf die Professur für Bariatrische Chirurgie an und leitete die Sektion Bariatrische Chirurgie am dortigen Klinikum.

Wie Anfang Mai mitgeteilt, hatte der Direktor der Chirurgischen Klinik der UMM, Prof. Dr. Stefan Post, bei einer Überprüfung festgestellt, dass mehrere von Dr. Shang publizierte Arbeiten offenbar auf „Ergebnissen“ von Studien beruhten, die er gar nicht durchgeführt hatte. Dieser hatte Dr. Shang daraufhin dazu veranlasst, die entsprechenden Publikationen zurückzuziehen und den Dekan der Medizinischen Fakultät über den Vorgang informiert.

Der Habilitationsausschuss der Medizinischen Fakultät Mannheim hat das mutmaßliche Fehlverhalten von Dr. Shang überprüft und dabei auch festgestellt, dass drei der sechs zurückgezogenen Publikationen Teil seiner kumulativen Habilitation sind. Der Ausschuss ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Dr. Shang die venia legendi entzogen werden müsse. Dies ist heute durch die Habilitationskonferenz beschlossen worden.


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0215.txt)


Mannheimer Kardiologe vertritt sein Fach in der europäischen Fachgesellschaft

Professor Borggrefe zum Vize-Präsidenten der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie gewählt

Mannheim, den 18. Juli 2012

Professor Dr. Martin Borggrefe spielt eine gewichtige Rolle unter den Kardiologen europaweit und verleiht der Mannheimer Kardiologie damit internationale Sichtbarkeit: Der Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist kürzlich zum Vizepräsidenten in den Vorstand der European Society of Cardiology (ESC) gewählt worden. Zuvor war er von 2010 bis 2012 Ratsmitglied im Board der europäischen Fachgesellschaft.

Die European Society of Cardiology repräsentiert insgesamt mehr als 70.000 Kardiologen, hauptsächlich aus Europa und dem Mittelmeerraum. Insgesamt 54 nationale Fachgesellschaften gehören der ESC an, deren Ziel es ist, die Zahl kardivaskulärer Erkrankungen in Europa zu verringern. Dazu führt sie die in Europa vorhandene Expertise zusammen – etwa Ende August beim ESC Congress 2012 in München.

An der Mannheimer Universitätsmedizin leitet Professor Borggrefe eine der größten Einrichtungen. Die Tätigkeitsfelder seiner Klinik umfassen die Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Intensivmedizin und klinische Hämostaseologie – er deckt also das gesamte Spektrum der Erkrankungen des Herzens, der Blutgefäße, der Lunge sowie der Blutgerinnung ab. Über eine herausragende Expertise verfügt der Herzspezialist im Fachgebiet der Herzrhythmusstörungen. Erst im Mai dieses Jahres war Professor Borggrefe von der Europäischen Gesellschaft für Herzrhythmusstörungen (European Cardiac Arrhythmia Society ECAS) mit dem „Outstanding Achievement Award“ ausgezeichnet worden.



Prof. Dr. Martin Borggrefe


Kontakt:

Prof. Dr. med. Martin Borggrefe
Direktor der I. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2204
E-Mail: martin.borggrefe@umm.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Mechanismus für Nervenschmerzen bei der Krebstherapie entdeckt

Mannheimer Forscher veröffentlichen Forschungsergebnisse zu neu entdecktem Mechanismus

Mannheim, den 13. Juli 2012

In einem wissenschaftlichen Artikel, der kürzlich in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen ist, berichten Dr. Richard Carr und Kollegen über die Ursache von Missempfindungen, unter denen Patienten, die mit dem Krebsmedikament Oxaliplatin behandelt werden, leiden. Die Wissenschaftler konnten eine übersteigerte Erregung von Nervenzellen bei diesen Patienten auf die Funktionsweise eines bestimmten Natriumkanals zurückführen, der unter der Einwirkung von Oxaliplatin und Kälte nicht mehr korrekt schließt und damit Dauererregungen der Nervenzellen verursacht.

„Mach’ die Tür zu, es ist kalt!“ Vielen Eltern wird dieser Satz bekannt vorkommen. Forscher aus der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) haben in Zusammenarbeit mit den Universitäten München und Erlangen diesem Bild eine vollkommen neue Bedeutung gegeben. Die Erregung von Nervenzellen wird durch Eiweiße in der Zellwand ausgelöst, die sich wie Türen verhalten: Sie halten die im Wasser gelösten Salze aufgrund ihrer Ladung entweder zurück, oder erlauben ihnen den Eintritt, und fungieren damit als „Ionenkanäle“.

Der Ablauf einer einzelnen Erregung einer Nervenzelle wird dabei durch das einmalige Öffnen der „Tür“ für Natrium eingeleitet, wodurch Natrium-Ionen mit ihrer positiven Ladung in die Zelle gelangen. In einem zweiten Schritt öffnen Türen für Kalium-Ionen. Im Gegensatz zum Natrium sind Kalium-Ionen in der Zelle viel höher konzentriert. Deshalb verlassen die Kalium-Ionen beim Öffnen ihrer Tür die Zelle und beenden damit die Erregung der Nervenzelle.

Patienten, die wegen einer Krebserkrankung mit Oxaliplatin, einem Zellgift für Krebszellen, behandelt werden, leiden unter extremen Missempfindungen. Diese werden durch Kälte verstärkt und können so unangenehm werden, dass die Patienten die Behandlung unterbrechen müssen. Für lange Zeit wurde vermutet, dass diese Überempfindlichkeit durch eine veränderte Funktion der Sensoren für Kälte vermittelt würde.

Dr. Richard Carr und seine Kollegen fanden nun heraus, dass das Oxaliplatin das Verhalten der „Türen“ für Natrium bei Kälteeinwirkung drastisch verändert: Während sich die Natriumkanäle beim Gesunden während einer Erregung nur einmal öffnen, bewirkt das Oxaliplatin im Zusammenwirken mit niedrigen Temperaturen, dass die Natriumkanäle nach einer abgelaufenen Erregung ein weiteres Mal öffnen („resurgent current“). Bildlich gesprochen wird dabei ein Fuß in die Tür gestellt („blocking particle“), der verhindert, dass die Tür fest schließt und sich stattdessen erneut öffnet. Dieser Prozess hat für das Neuron fatale Folgen, da mit dem erneuten Öffnen ein neuer Erregungszyklus angestoßen wird. Die Nervenzellen feuern damit nicht enden wollende hochfrequente Salven. Da die Intensität der Empfindung von der Erregungsfrequenz abhängt, fühlt der Patient dieses Erregungsmuster als extrem intensiv.

Die Gabe von Calcium kann die Symptome der Patienten lindern. Diese Wirkung beruht nach den jüngsten Ergebnissen darauf, dass das wiederholte Öffnen des Natriumkanals Nav1.6 unterdrückt wird. Dr. Carr ist sich sicher, dass die Entdeckung des „resurgent currents“ und seine Verstärkung beim Abkühlen als Ursache für die sich dauernd wiederholende Erregung von Nervenfasern auch ein möglicher Mechanismus für weitere Erkrankungen mit neuronaler Übererregbarkeit und chronischem Schmerz sein kann.


Publikation

Anticancer drug oxaliplatin induces acute cooling-aggravated neuropathy via sodium channel subtype Na(V)1.6-resurgent and persistent current.

R. Sittl, A. Lampert, T. Huth, E.T. Schuy, A.S. Link, .J. Fleckenstein, C. Alzheimer, P. Grafe, R.W. Carr

Proc Natl Acad Sci U S A 2012;109:6704-6709.

Publikation:http://www.pnas.org/content/early/2012/04/03/1118058109.full.pdf


Kontakt:

Prof. Dr. Martin Schmelz
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Kompetenzzentrum Schmerz
Inhaber der Karl Feuerstein Professur für Schmerzforschung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5015
E-Mail: martin.schmelz@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0213.txt)


Stellungnahme der Medizinischen Fakultät Mannheim

Stellungnahme bezüglich der Ergebnisse, die der Rechnungshof Baden-Württemberg in seiner Denkschrift 2012 unter dem Titel „Zu hohe Zahlungen an das Klinikum Mannheim“ veröffentlicht hat

Mannheim, den 10. Juli 2012

Im Unterschied zu anderen Universitätsklinika besteht an der Universitätsmedizin Mannheim die besondere Situation, dass sich das Klinikum und die Fakultät - als Teil der Universität - in unterschiedlicher Eigentümerschaft und daher unter unterschiedlicher Finanzhoheit befinden. Die Fakultät nimmt Leistungen des Klinikums in Anspruch und muss dafür einen finanziellen Ausgleich leisten.

Ein zwischen der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Klinikum Mannheim GmbH geschlossener Kostenerstattungsvertrag regelt die Ausgleichszahlungen, beispielsweise die Erstattung der Betriebskosten für die Infrastruktur, für die Überlassung von wissenschaftlichem Hilfspersonal an die Medizinische Fakultät und für die in den klinischen Einrichtungen auf Forschung und Lehre entfallenden Kosten des medizinischen Bedarfs. Insgesamt ist es schwierig, die eng miteinander verzahnten Aufwendungen und Leistungen im Bereich von Forschung und Lehre auf der einen Seite und Krankenversorgung auf der anderen Seite in einem Universitätsklinikum scharf zu trennen.

Ein nach dem Ausbau zur Vollfakultät geschlossener Kostenerstattungsvertrag, der zwischen der Fakultät und der Klinikum Mannheim GmbH verhandelt worden ist, wurde von der Universität Heidelberg, dem Dekan als Haushaltsbeauftragtem der Medizinischen Fakultät Mannheim und dem Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH unterzeichnet und vom Ministerium genehmigt.

Die in der Denkschrift des Landesrechnungshofes verwendeten Zahlen beruhen auf Annahmen einzelner Mitarbeiter der Fakultätsverwaltung im Jahre 2010 und sind zur damaligen Zeit nicht auf Plausibilität geprüft worden. Auch der Landesrechnungshof hat diese Plausibilitätsprüfung nicht vorgenommen. Den vom Landesrechnungshof angemahnten Überzahlungen widerspricht die Klinikum Mannheim GmbH vehement.

Um eine einvernehmliche und realistische Kostenerstattung in der Zukunft sicherzustellen, ist mit dem Amtsantritt des neuen Dekans im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer des Klinikums eine externe Buchprüfungsgesellschaft beauftragt worden, die Kostenerstattung zu überprüfen. Beide Parteien, die Fakultät und die Klinikum Mannheim GmbH, werden die Empfehlungen dieser unabhängigen Buchprüfungsgesellschaft, die auf belastbaren Fakten und nicht auf Annahmen basieren, beim anstehenden neuen Vertragsabschluss berücksichtigen.


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0212.txt)


Transatlantisches Symposium zur modernsten Bildgebung in der Medizin

Radiologen und Nuklearmediziner aus Rio de Janeiro zum fachlichen Austausch in Mannheim

Mannheim, den 5. Juli 2012

Die gebündelte Expertise in Sachen „modernste bildgebende Verfahren“ aus Rio de Janeiro und Mannheim vereint sich Ende der kommenden Woche, am 13. und 14. Juli 2012, im Mannheimer Rosengarten, wenn Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), zum 5. Transatlantischen Symposium „Advances in Cross-Sectional Imaging“ einlädt.

Die Radiologen und Nuklearmediziner der UMM pflegen den fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch mit den Kollegen in Rio de Janeiro, die in diesem Bereich führend in Südamerika sind. Die Partnerschaft manifestiert sich in einem Symposium, zu dem sich die Experten aus Mannheim und Rio de Janeiro einmal im Jahr zusammenfinden – alternierend in Mannheim und in Rio.

In diesem Jahr zieht es das Team um Dr. med. Romeu Cortes Domingues (Clínica de Diagnóstico Por Imagem, Rio des Janeiro) und Professor Dr. med. Emerson Gasparetto (Department of Diagnostic Radiology, University of Rio de Janeiro) erneut nach Mannheim, um hier die Entwicklungen und Erfolge im Bereich der bildgebenden Verfahren, der bildgestützten Therapie und der bildgebenden Medizintechnologie der letzten zwölf Monate zu diskutieren. Die Fachgebiete, die hier vertreten sind, zeichnet eine so rasante Entwicklung aus, dass die Fülle der Themen groß und die Schwerpunktthemen vielfältig sind. Sie unterteilen sich in die Onkologische Bildgebung, zu der auch die bildgestützte Therapie gehört, die Kardiovaskuläre Bildgebung (Herz und Gefäßsystem), die Muskuloskelettale Bildgebung sowie das Neuroimaging, die Bildgebung des zentralen und peripheren Nervensystems.

Dass die bildgebende Diagnostik längst über die pure Abbildung anatomischer Details hinausgeht, stellt die Arbeit am IKRN täglich unter Beweis. Um beispielsweise in der Krebsdiagnostik versteckte Tumorherde ausfindig zu machen oder frühzeitig erfassen zu können, ob der Patient auf eine Therapie anspricht oder nicht, sind funktionelle Informationen notwendig. Beispiele modernster Bildgebung, die hier zum Einsatz kommen, sind die Hochfeld-MRT (Magnetresonanztomographie), die eine hochauflösende Darstellung der Organsysteme ermöglicht, und die PET-CT, die den Tumorstoffwechsel sichtbar macht. Zur bildgestützten Therapie zählen minimalinvasive Verfahren, die eine lokale Therapie beispielsweise von Lebertumoren selbst in fortgeschrittenen Stadien erlauben.

Doch nicht nur die Onkologie steht im Fokus des innovativen Symposiums, auch die Diagnostik der Herzkranzgefäße, des Herzen und systemischen Kreislaufes stellt hohe Anforderungen an die zeitliche und räumliche Auflösung. Mit keiner anderen Technik als mit neuesten bildgebenden Verfahren können darüber hinaus Frühschäden am Knorpel detektiert werden, bevor sich eine Arthrose ausbilden kann. Statt nur die Struktur und Anatomie des Knorpels zu erfassen, ist es mit modernen Ansätzen möglich, den Knorpelmetabolismus, also den Stoffwechsel im Knorpelkörper, beurteilen zu können, was wiederum Rückschlüsse auf Verschleißerscheinungen zulässt.

Im Bereich Neuroimaging geht es um neue Verfahren, mit deren Hilfe die Ultrastruktur des Gehirns beurteilt werden kann. Ein weiteres wichtiges Thema in diesem Bereich sind neue PET-Tracer, schwach radioaktiv markierte Substanzen, die im Körper verfolgt werden können. Diese Radiopharmaka spielen eine Rolle in der funktionellen Bildgebung, da sich auf diese Weise biochemische und physiologische Funktionen, etwa beim Morbus Alzheimer, abbilden lassen.

Das und vieles mehr bietet den Stoff für einen intensiven und fruchtbaren Austausch der Radiologen und Nuklearmediziner, die über den großen Teich hinweg eine wissenschaftliche Partnerschaft pflegen.


5. Transatlantisches Symposium ACSI 2012
Advances in Cross-Sectional Imaging

Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim

Freitag und Samstag, 13. und 14. Juli 2012

Congress Center Rosengarten, Mannheim

Programm:http://www.mr-pet-ct.com/


Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: melanie.stein@umm.de
www.ikrn.de


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Tag der Lehre: Wissenschaftlichkeit in der Medizin

Junior Scientific Masterclass fördert Interesse an der Wissenschaft und verbessert medizinische Promotion

Mannheim, den 4. Juli 2012

Im Jahr 2002 wurde an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg das Junior Scientific Masterclass Fokko van der Woude-Kolleg eingerichtet, um ausgewählte junge Mediziner für die klinische Forschung zu begeistern. Der diesjährige „Tag der Lehre“, den die Mannheimer Medizinfakultät am kommenden Freitag, den 6. Juli 2012 ausrichtet, nimmt das zehnjährige Bestehen der Masterclass zum Anlass, sich mit der Wissenschaftlichkeit in der Medizinerausbildung auseinanderzusetzen.

Warum ist die Wissenschaftlichkeit in der Medizin nach wie vor ein brisantes Thema? Zum einen, weil die wissenschaftliche Wertigkeit der medizinischen Promotion angezweifelt wird. Zum anderen, weil immer weniger junge Ärzte Interesse an der klinischen Forschung haben. Der sich abzeichnende Ärztemangel in der kurativen Medizin macht sich noch deutlicher in der klinischen Forschung bemerkbar.

Die mangelnde Begeisterung junger Mediziner für die Wissenschaft erklärt sich einerseits mit den unbefriedigenden Karriereperspektiven für Wissenschaftler in der Hochschulmedizin. Zum anderen werden die Studierenden nicht an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt. Die curriculare Medizinerausbildung fokussiert primär auf die praktische ärztliche Tätigkeit.

Ohne Forschung jedoch kein Fortschritt in der Medizin. Die universitäre Medizin erhebt den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar der Versorgung der Patienten zugute kommen zu lassen. Das setzt voraus, dass die jungen Mediziner eine entsprechende wissenschaftliche Ausbildung genießen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat sind sich einig, dass Studierende frühzeitig in die Forschung eingebunden und für diese strukturiert ausgebildet werden sollten.

Als die DFG den medizinischen Fakultäten im Jahr 2010 einen Katalog von Empfehlungen zur Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin an die Hand gab, war die Medizinische Fakultät Mannheim bereits weit fortgeschritten in ihrem Bemühen, wissenschaftlichen Nachwuchs durch besondere Programme zu fördern und Anreize für eine spätere Forschertätigkeit zu setzen, die der curriculare Pflichtunterricht im Medizinstudium vermissen lässt.

Das modular gestaltete Medizinstudium nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM) sieht drei neigungsorientierte Qualifizierungswege vor, von denen einer das Wahlfach Forschung ist. Interessierte Studierende können bereits ab dem zweiten Studienjahr ihren Schwerpunkt in Richtung klinische Forschung entwickeln. Im Rahmen des Wahlfachs „Klinische Forschung“ beschäftigen sie sich mit ausgewählten Wissenschaftsthemen, die an der UMM erforscht werden.

Anschließend bietet die Junior Scientific Masterclass (JSM) jedes Jahr 20 Studierenden des dritten Studienjahrs die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen und insbesondere ihre Fähigkeiten im Laborbereich auszubauen. Die Studierenden können während des Curriculums an wissenschaftlichen Projekten in Instituten und Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim intensiv mitarbeiten. Das Angebot richtet sich an Studierende, die sowohl als Forscher als auch als Kliniker tätig werden möchten und wird mit großem Enthusiasmus in Anspruch genommen. Ein Vergleich der Noten medizinischer Promotionen von JSM-Alumni mit denen der übrigen medizinischen Promotionen zeigt, dass diese mit einer signifikant besseren Note (im Durchschnitt „magna cum laude“) abschließen. Das Programm der Junior Scientific Masterclass erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der Universität Groningen in den Niederlanden.

Die Mannheimer Medizinfakultät bietet ihren MaReCuM-Studierenden mit einem systematisch angelegten Studienprogramm einen strukturierten Einstieg in die klinische Forschung. Ausgewählte Studierende können ab dem vierten Studienjahr den Masterstudiengang „Translational Medical Research“ belegen und damit neben der ärztlichen Ausbildung einen Master of Science-Abschluss (M.Sc.) erwerben. Absolventen der Junior Scientific Masterclass können außerdem in das internationale MD/PhD Programm mit Unterstützung der Groninger Universität übergehen und einen internationalen PhD-Abschluss erwerben.

Im Rahmen des Tags der Lehre der Medizinischen Fakultät Mannheim stellt der Studiendekan, Professor Dr. Harald Klüter, das „Modell zur Wissenschaftsförderung im Studium – MaReCuM“ dar. Das Thema „Wissenschaftlichkeit in der Medizin“ wird mit Vorträgen von Professor Dr. Josef Pfeilschifter, Professor Dr. Jürgen Schölmerich und Professor Dr. Martin Fischer aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert.

Die Junior Scientific Masterclass wird von Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik, seit 2006 geführt. Zum Beginn des Tags der Lehre vermittelt dieser einen Eindruck des Potenzials aus 10 Jahren Junior Scientific Masterclass und gibt am Nachmittag eine Einführung in die vier parallel laufenden Workshops der Junior Scientific Masterclass, die sich an die Studierenden der Mannheimer Medizinfakultät richten.

Einen der Workshops leitet Professor Dr. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie und Direktor des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) der Medizinischen Fakultät. Die Lehre und das wissenschaftliche Profil der Medizin ist einer der Schwerpunkte des Mediziners, der gerade wieder als Mitglied des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bestätigt worden ist, wo er die vorklinischen Fächer vertritt. Professor Treede sieht den Arzt als „Gelehrten“: „Nicht nur Mediziner, die in der Forschung tätig sind, sollten wissenschaftlich gebildet sein. Es ist wichtig, dass jeder Arzt die Ergebnisse der Forschung verstehen und Fortschritte der Wissenschaft selbst nachvollziehen kann.“ Aus seiner Sicht bietet die Medizinische Fakultät Mannheim mit der Junior Scientific Masterclass eine hervorragende methodische Grundausbildung und mit dem Masterstudiengang Translational Medical Research die besten Voraussetzungen, um die Wissenschaftlichkeit in der medizinischen Dissertation zu gewährleisten.


Tag der Lehre: Wissenschaftlichkeit im Medizinstudium

am Freitag, 6. Juli 2012

von 10.00 bis ca. 13.00 Uhr
Vorträge und Verleihung der Medizindidaktischen Zertifikate Baden-Württemberg

von 14.00 bis 16.30 Uhr
Workshops und Posterpräsentation von Doktorarbeiten der Forschungsschwerpunkte

ab 17.00 Uhr Studentisches Sommerfest


Vortragsprogramm:

Die Rolle der Wissenschaft in der medizinischen Ausbildung (Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Frankfurt)

Standpunkte zum wissenschaftlichen Nachwuchs (Prof. Dr. Jürgen Schölmerich, Frankfurt)

Wissenschaftlichkeit im Unterricht: Problemstellung und Vermittlung (Prof. Dr. Martin Fischer, München)

MaReCuM – Ein Modell zur Wissenschaftsförderung im Studium (Prof. Dr. Harald Klüter, Mannheim)

http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/tdl_programm.pdf


Workshops:

Fallstricke Wissenschaft (Prof. Dr. Rainer Birck)

Der etwas andere Journal Club (Prof. Dr. Hans-Peter Hammes)

Klinische Forschung (Prof. Dr. Peter Schnülle)

Human Experimentation (Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede)

http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/tdl_workshops.pdf


Kontakt:

Jutta Becher
Referentin für Studienbegleitende Maßnahmen
Geschäftsbereich Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9761
E-Mail: jutta.becher@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0210.txt)


Der Therapie-Resistenz beim Magenkarzinom auf der Spur

Zwei Publikationen beschreiben verschiedene Strategien für ein gemeinsames Ziel: Überwindung der Chemotherapie-Resistenz beim Magenkarzinom

Mannheim, den 3. Juli 2012

Das Magenkarzinom ist die zweithäufigste Krebserkrankung des Verdauungstraktes. Den Verlauf der Erkrankung bestimmt zum einen das Ausmaß an Metastasierung. Ein weiterer wichtiger Faktor, der zu einer schlechten Prognose dieser Erkrankung beitragen kann, ist die Ausbildung einer Resistenz gegen Zytostatika, die eine erfolgreiche Therapie des Magenkarzinoms verhindert. Zytostatika wirken, indem sie die Reparaturmechanismen des Körpers für Schäden an der Erbsubstanz (DNA) hemmen.

Die Prognose dieser Patienten könnte verbessert werden, wenn es gelänge, die Resistenz gegen Chemotherapeutika zu überwinden. Genau dieses Ziel hat sich Dr. rer. nat. Elke Burgermeister, Leiterin der Forschungsabteilung der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), gesetzt. Sie erforscht dazu die molekularen Mechanismen, die einer solchen Resistenz zugrunde liegen. Zwei Fragestellungen treiben sie dabei um: Warum sind manche Tumore gegen diese Chemotherapeutika resistent? Und: Wie kann man die Resistenzen überwinden?

Dr. Burgermeister verfolgt parallel zwei ganz unterschiedliche Forschungsansätze, um den Resistenzen auf die Schliche zu kommen: einerseits über die Signalwege in der Zelle, andererseits über die Struktur der Erbsubstanz. Zwei kürzlich erschienene wissenschaftliche Veröffentlichungen geben Auskunft über die Ergebnisse ihrer aktuellen Forschungstätigkeit.

Häufig ist eine Fehlregulation innerhalb von Signalwegen in der Zelle Auslöser für Krebserkrankungen. Dr. Burgermeister entdeckte, dass das Gerüstprotein Caveolin-1 und das sezernierte Glykoprotein WNT6 in chemoresistenten Krebszelllinien häufig überexprimiert sind. In verschiedenen Untersuchungen mit Gewebe, humanen Zelllinien und einem transgenen Mausmodell mit Magentumor konnte sie zeigen, dass WNT6 in der Zelle von Caveolin-1 reguliert wird, und dass dieser Mechanismus dafür verantwortlich ist, dass das Anthracyklin Epirubicin seine zytotoxische Wirkung nicht entfalten kann. Diese Entdeckung bietet einen Ansatzpunkt, um neue Therapien gegen Magenkrebs zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit sind im Fachjournal Oncogene publiziert.

Eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Gastroenterology beschreibt die Ergebnisse einer ganz anderen Strategie, die die Forschergruppe verfolgt. Es geht um eine neue Klasse von Therapeutika, die in die Struktur der DNA eingreifen und sie für die Therapie mit Cytostatika besser zugängig machen. Der Verpackungsgrad der Erbsubstanz, also des DNA / Histon-Komplexes (Nukleosom), wird durch das Ausmaß reguliert, in dem die Histone mit Acetylgruppen versehen sind. Die Histon Deacetylase 2 (HDAC2) ist ein Enzym, das Acetylgruppen entfernt. Dies führt zu einer engeren Verbindung der DNA mit dem Nukleosomenkern, was die Erbsubstanz für Zytostatika schlechter zugänglich macht. Dieser Mechanismus führt zu einer Resistenz gegen die Chemotherapeutika.

Die Überlebensrate von Patienten mit Magenkarzinom ist gering, wenn diese eine erhöhte Expression von HDAC2 aufweisen. Die Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass die Chemoresistenz gegen Zytostatika sinkt, wenn HDAC2 inhibiert wird, was die Apoptose (den Zelltod) der chemoresistenten Magenkarzinomzellen fördert. Und sie konnten nachweisen, dass CITED2, ein Faktor der bekanntlich eine Rolle in der Tumorsuppression spielt, auch eine Funktion bei der Vermittlung zwischen dem Inhibitor (Panobinostat) und HDAC2 spielt.

Eine kombinierte Therapie von Inhibitoren von HDAC2 und klassischen Chemotherapeutika könnte eine neue Option für die Behandlung des gegen Chemotherapeutika unempfindlichen Magenkarzinoms darstellen. Dabei verschafft der Inhibitor den Zytostatika den Zugang zur Erbsubstanz. Der Ansatz befindet sich derzeit noch im Stadium der Erforschung, eine Studie mit Patienten ist in der Planung. Es stellt sich dabei folgendes Problem: Eine solche Klasse von Therapeutika agiert an jeglicher DNA, ist also weder Tumor- noch Genspezifisch und wirkt dabei toxisch. Es muss daher exakt die richtige Dosis ermittelt werden, die beim Patienten mit einem chemoresistenten Magenkarzinom einen möglichst großen positiven Effekt bei möglichst geringen Nebenwirkungen zeigt.


Publikationen

WNT6 is a novel target gene of caveolin-1 promoting chemoresistance to epirubicin in human gastric cancer cells
G. Yuan, I. Regel, F. Lian, T. Friedrich, I. Hitkova, R. Hofheinz, P. Ströbel, R. Langer, G. Keller, C. Röcken, W. Zimmermann, R.M. Schmid, M.P. Ebert, E. Burgermeister
Oncogene, 27 February 2012

http://www.nature.com/onc/journal/vaop/ncurrent/full/onc201240a.html

Pan-Histone Deacetylase Inhibitor Panobinostat Sensitizes Gastric Cancer Cells to Anthracyclines via Induction of CITED2
Ivonne Regel, Lisa Merkl, Teresa Friedrich, Elke Burgermeister, Wolfgang Zimmermann, Henrik Einwächter, Ken Herrmann, Rupert Langer, Christoph Röcken, Ralf Hofheinz, Roland Schmid, Matthias P. Ebert
Gastroenterology, Volume 143, Issue 1, July 2012

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0016508512004489



Die Wissenschaftlerin
Dr. rer. nat. Elke
Burgermeister.


Kontakt:

Dr. rer. nat. Elke Burgermeister
II. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2900
E-Mail: elke.burgermeister@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0209.txt)


Medizinstudenten halten Sprechstunde im Teddybär-Krankenhaus ab

Teddy-Docs empfangen am 12. und 13. Juni 2012 Kinder mit ihren Puppen und Stofftieren auf den Kapuzinerplanken

Mannheim, den 31. Mai 2012

Zwei Tage lang stehen Kinder mit ihren Puppen, Teddys oder Stofftieren jeglicher Art im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wo? Beim Teddybär-Krankenhaus, das die Studierenden der Mannheimer Medizinfakultät am 12. und 13. Juni auf den Kapuzinerplanken in der Mannheimer Innenstadt errichten. Hier kümmern sie sich um die Wehwehchen der kleinen Lieblinge und nehmen sich gleichzeitig der damit verbundenen Sorgen der Puppen- und Stofftier-Muttis bzw. -Vatis an.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es werden dabei nicht tatsächlich lädierte Stofftiere oder Puppen „repariert“. Es geht vielmehr darum, Kindern Ängste vor Ärzten und dem Krankenhaus zu nehmen, indem ihnen der Ablauf eines Arztbesuchs und der Behandlung in einer Klinik nahe gebracht wird. Dazu sollten die Kinder ihre eigenen Stoffkameraden mitbringen. Die Teddy-Docs stellen vor Ort bei jedem Kuscheltier eine Anamnese, indem sie im Gespräch mit den „Eltern“ erkunden, unter welchen Beschwerden ihre Schützlinge leiden; eine auf den Befund abgestimmte Behandlung schließt sich an.

Eingeladen sind alle Kinder aus Mannheim, Ludwigshafen und der Region. Kindergärten und Grundschulen sollten vorab Kontakt mit den Organisatoren aufnehmen. Einzelne Kinder oder kleinere Grüppchen können gerne in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern auch ohne Termin vorbeischauen.

Das Teddybär-Krankenhaus öffnet seit 2001 einmal im Jahr seine improvisierten Pforten. Trotzdem ist es auch für die Teddy-Docs – angehende Ärzte, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg studieren – eine immer wieder spannende Angelegenheit; schon deshalb, weil immer neue „Generationen“ von Studierenden heranwachsen und den Dienst im Teddybär-Krankenhaus übernehmen.

Auch während eventueller Wartezeiten kommt garantiert keine Langeweile auf, dafür sorgen beispielsweise eine Hüpfburg sowie ein Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), den die Kinder ganz genau inspizieren können.






Öffnungszeiten des Teddybär-Krankenhauses

am Dienstag/ Mittwoch, 12./13. Juni 2012
auf den Kapuzinerplanken (O 5/O 6) in Mannheim
von 9 bis 15 Uhr

Eintritt und Zugang frei


Hinweis für die Presse

Unterstützung erhalten die Teddy-Docs am Mittwoch, 13. Juni, ab 11 Uhr von Prof. Dr. Karl Hörmann, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und stellvertreteder Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, sowie ab 13 Uhr von Prof. Dr. Horst Schroten, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.


Weitere Infos

http://www.teddybaer-krankenhaus.de


Hinweis für Kindergartengruppen und Schulklassen

Beim geplanten Besuch größerer Gruppen bitte vorab Organisatoren kontaktieren:
Kathleen Becker und Ann Hildner
becker-kathleen@web.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0208.txt)


Doppelte Wirkung auf Tumorblutgefäße

Mannheim, den 30. Mai 2012

Die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) gilt als eines der wichtigsten Angriffsziele für neue Krebstherapien. Einer der Hauptregulatoren der Angiogenese ist das Signalmolekül Angiopoietin-2 (Ang-2). Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entdeckten nun, dass Ang-2 die Gefäßneubildung sogar auf zweierlei Weise beeinflusst: Es wirkt einerseits auf das Aussprossen neuer Kapillaren, andererseits beeinflusst es die Ausreifung des neugebildeten Gefäßsystems. Gegen Ang-2 gerichtete Krebstherapien könnten die Gefäßneubildung daher von zwei Seiten zugleich angreifen.

Sobald sie die Größe eines Stecknadelkopfes erreicht haben, sind Tumoren auf neue Blutgefäße angewiesen. Diese Neubildung von Adern bezeichnen Wissenschaftler als Angiogenese. In diesen Prozess einzugreifen ("Anti-Angiogenese") gilt als vielversprechender Ansatz in der Krebsmedizin. Die bereits verfügbaren Medikamente, die verhindern, dass neue Blutkapillaren aussprossen, blieben allerdings hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

Eine bessere Wirksamkeit erhoffen Mediziner von anti-angiogenen Therapien, die die Gefäßentstehung von mehreren Seiten gleichzeitig angreifen. Die heute verfügbaren Medikamente richten sich gegen VEGF, den Gefäßwachstumsfaktor, der neue Blutbahnen sprossen lässt. Eine wichtige Rolle in der Angiogenese spielen jedoch auch die beiden Signalmoleküle Angiopoietin-1 und Angiopoietin-2. Ang-1 sorgt dafür, dass die Gefäße ausreifen, während Ang-2 als funktioneller Gegenspieler von Ang-1 wirkt. Beide Signalmoleküle binden an den gleichen Rezeptor, Tie-2, auf der Oberfläche von Gefäßwandzellen.

"Es gibt bereits Arbeiten, die zeigen, dass Ang-2 ein geeignetes Zielmolekül für neue Therapien ist, die sich gegen die Blutversorgung von Tumoren richten. Als aussichtsreich gelten vor allem Kombinationen mit den bereits zugelassenen anti-angiogenen Medikamenten", sagt Prof. Dr. Hellmut Augustin, dessen Arbeitsgruppen sowohl im Deutschen Krebsforschungszentrum als auch an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelt sind. "Aber weil die Rolle von Ang-2 noch nicht ganz klar war, mussten wir zunächst den molekularen Wirkmechanismus besser verstehen."

Die Wissenschaftler in Augustins Arbeitsgruppe fanden nun heraus, dass Gefäßwandzellen an der Spitze sprossender Kapillaren sehr viel Ang-2 produzieren, nicht aber dessen bekannten Rezeptor Tie-2. Trotzdem reagieren diese Zellen auf das Signalmolekül. Möglicherweise, so schlossen die Forscher daraus, kann Ang-2 auch über andere Oberflächenmoleküle als Tie-2 Signale an die Gefäßwandzellen übermitteln.

Und tatsächlich erkannten die Gefäßexperten bei den Zellen an der Spitze der neu entstehenden Kapillaren, dass Ang-2 die so genannten Integrine als alternativen Rezeptor nutzen kann. Integrine sind auf vielen Zelltypen verbreitete Membranproteine, die an zahlreichen Signalübertragungen zwischen Zellen beteiligt sind.

"Wir haben es also mit zwei voneinander unabhängigen Wirkungen zu tun", erklärt Hellmut Augustin: "einerseits die bereits bekannte Funktion als Gegenspieler von Ang-1 in Gefäßwandzellen, die den Rezeptor Tie-2 produzieren, andererseits die Integrin-abhängige Wirkung auf die Zellen der Kapillarspitze, die kein Tie-2 haben. Das erklärt uns auch, warum experimentelle Therapien gegen Ang-2 erfolgreicher sind als gegen seinen bisher bekannten Rezeptor Tie-2. Dieses Ergebnis zeigt uns, dass es sich doppelt lohnt, Therapien gegen Ang-2 weiterzuentwickeln: Damit könnten wir die Bildung von Blutgefäßen im Tumor von zwei Seiten zugleich angreifen."


Publikation
Angiopoietin-2 differentially regulates angiogenesis through TIE2 and integrin signaling.
Moritz Felcht, Robert Luck, Alexander Schering, Philipp Seidel, Kshitij Srivastava, Junhao Hu, Arne Bartol, Yvonne Kienast, Christiane Vettel, Elias K. Loos, Simone Kutschera, Susanne Bartels, Sila Appak, Eva Besemfelder, Dorothee Terhardt, Emmanouil Chavakis, Thomas Wieland, Christian Klein, Markus Thomas, Akiyoshi Uemura, Sergij Goerdt und Hellmut G. Augustin
Journal of Clinical Investigations 2012
DOI: 10.1172/JCI58832
http://www.jci.org/articles/view/58832



Nach der Geburt wachsen bei der Maus
die Blutgefäße zentrifugal in die
Netzhaut ein. Nach Blockade von
Angiopoietin-2 (rechts) weist das
Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken
(grün, >40µm) auf und die Retina
wächst langsamer.


Kontakt:

Prof. Dr. Hellmut Augustin
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
TRIDOMUS-Gebäude Haus C
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9962
E-Mail: hellmut.augustin@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0207.txt)


Gebündelte Expertise zu Herzrhythmusstörungen

Zwei Mannheimer Kardiologen von Europäischer Fachgesellschaft ausgezeichnet

Mannheim, den 23. Mai 2012

Die Europäische Gesellschaft für Herzrhythmusstörungen ECAS (European Cardiac Arrhythmia Society) verleiht alljährlich bei ihrem Fachkongress den „Outstanding Achievement Award“ an Kardiologen, die einen „außerordentlichen Anteil an der Entwicklung des Fachgebietes Herzrhythmusstörungen“ haben. Beim diesjährigen Kongress in München wurden drei exzellente Kardiologen mit dem begehrten Preis ausgezeichnet; zwei der drei Spezialisten für Herzrhythmusstörungen gehören zur Universitätsmedizin Mannheim (UMM): Professor Dr. Martin Borggrefe, Direktor der I. Medizinischen Klinik, und Professor Dr. Dobromir Dobrev, Direktor der Abteilung Experimentelle Kardiologie, wurden unabhängig voneinander für ihr bisheriges „Lebenswerk“ auf dem Gebiet der Herzrhythmusstörungen ausgezeichnet, der dritte Preis ging an Dr. Douglas L. Packer, MD, aus Rochester (USA).

Professor Dr. Martin Borggrefe war darüber hinaus ausgewählt worden, die „Philippe Coumel lecture“ zu halten. Den Festvortrag, der in jedem Jahr zu Ehren des 2004 verstorbenen Gründungsvaters der modernen Rhythmologie fest im Programm des Kongresses verankert ist, widmete Borggrefe dem Thema „Frühes Repolarisierungs-Syndrom – Mythos oder Realität?“.

Die von Professor Borggrefe geleitete I. Medizinische Klinik gehört zu den größten Einrichtungen des Mannheimer Universitätsklinikums. Sie umfasst die Schwerpunkte Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Intensivmedizin und klinische Hämostaseologie (Gerinnungsstörungen), widmet sich also Erkrankungen des Herzens, der Blutgefäße und der Lunge. Der Herzspezialist gilt als herausragender Experte für das Fachgebiet der Herzrhythmusstörungen.

Professor Dobrev leitet seit Juli 2010 die Abteilung Experimentelle Kardiologie an der I. Medizinischen Klinik. Der Herzforscher befasst sich primär mit den zellulären Grundlagen von Arrhythmien und Herzinsuffizienz. Ziel seiner Forschungsarbeiten ist es, die genetischen und molekularen Ursachen von Herzrhythmusstörungen aufzuklären und damit Ansatzpunkte für die Entwicklung innovativer diagnostischer und therapeutischer Konzepte zu identifizieren. Mit diesem Schwerpunkt sind Professor Dobrev und Professor Borggrefe auch am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung beteiligt.

Die beiden Mannheimer Herzspezialisten nehmen gemeinsam eine führende Rolle in der Entwicklung neuer Verfahren zur Behandlung von Arrhythmien ein. Dafür stehen auch die hochrangigen Auszeichnungen der Fachgesellschaft ECAS, die den Kardiologen am 20. April 2012 auf dem 8. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Herzrhythmusstörungen in München überreicht wurden. Professor Borggrefe erhielt den Preis aus der Hand des Kongress-Vorsitzenden, Professor Dr. Stefan Kääb von der Medizinischen Klinik I des Klinikums der LMU Großhadern. Professor Dobrev wurde der Preis von der Vorsitzenden des wissenschaftlichen Programms des Kongresses, Professor Dr. Ellen Hoffmann, Chefärztin am Klinikum Bogenhausen der Städtischen Kliniken München GmbH, übergeben.



Prof. Dr. Martin Borggrefe,
Direktor der I. Medizinischen
Klinik.


Prof. Dr. Dobromir Dobrev,
Direktor der Abteilung
Experimentelle Kardiologie.


Kontakt:

Prof. Dr. Martin Borggrefe
Direktor der I. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2204
E-Mail: martin.borggrefe@umm.de

Prof. Dr. Dobromir Dobrev
Direktor der Abteilung Experimentelle Kardiologie
Universitätsmedizin Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4181
E-Mail: Dobromir.Dobrev@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0206.txt)


Junge Radiologin erneut ausgezeichnet

Deutsche Röntgengesellschaft verleiht Walter-Friedrich-Preis an PD Dr. Attenberger

Mannheim, den 16. Mai 2012

Privat-Dozentin Dr. Ulrike Attenberger kann sich über eine weitere hochrangige Auszeichnung freuen: Im Rahmen des Röntgenkongresses, der vom 16. bis 19. Mai 2012 in Hamburg stattfindet, wird ihr von der Deutschen Röntgengesellschaft der mit 2.500 Euro dotierte Walter-Friedrich-Preis verliehen. Es ist ein weiterer Erfolg in der wissenschaftlichen Karriere der Oberärztin, die am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ein eigenes Geschäftsfeld leitet.

PD Dr. Attenberger, die im Alter von 31 Jahren habilitierte, ist in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet worden. Davon zeugte zuletzt ihre Aufnahme in das so genannte Fast Track Programm der Robert-Bosch-Stiftung, mit der diese ausgewählte exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen der Lebenswissenschaften fördert, um sie für ihren Weg zu Spitzenpositionen in Wissenschaft und Forschung fit zu machen.

Den Walter-Friedrich-Preis verleiht die Deutsche Röntgengesellschaft an Radiologen, die nicht älter als 40 Jahre sind und herausragende wissenschaftliche Arbeiten in der Radiologie erbracht haben. PD Dr. Attenberger erhält die Auszeichnung für ihre Habilitationsschrift, die sie an der Medizinischen Fakultät Mannheim unter der Leitung von Professor Dr. Stefan Schönberg, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, erstellt hat. Die junge Radiologin hatte in dieser ausgezeichneten Arbeit das Ziel, die Anwendungsmöglichkeiten der Magnetresonanztomographie (MRT) in der klinischen Routinediagnostik schwerkranker Patienten durch innovative Akquisitionstechniken zu erweitern, erfolgreich umgesetzt.

PD Dr. Attenberger leitet das Geschäftsfeld "Präventive Bildgebung" am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der UMM. Ziel ihrer Arbeiten ist es, hoch-sensitive und gleichzeitig schonende Verfahren zu entwickeln, mit denen Krankheiten so früh wie möglich erkannt und folglich effizienter therapiert werden können und die den Patienten dabei möglichst wenig belasten. Im Visier hat sie vor allem die so genannten Zivilisationserkrankungen der Gefäße und des Herzens, aber auch Krebserkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Bei der Diagnostik dieser Erkrankungen kommt insbesondere die Hochfeld-MRT zum Einsatz, die PD Dr. Attenberger für ihre speziellen Anforderungen im Team mit Medizinern und Physikern der Medizinischen Fakultät Mannheim optimiert.

PD Dr. Attenberger ist die dritte Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät Mannheim, die mit dem Walter-Friedrich-Preis ausgezeichnet wird: Professor Dr. Henrik J. Michaely, Oberarzt und Leiter des Geschäftsfeldes „Abdominelle und Vaskuläre Bildgebung“, ebenso wie PD Dr. Attenberger am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, erhielt den Preis im Jahr 2010, Professor Dr. rer. nat. Lothar R. Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin, bereits 1995.



Die Preisträgerin
Privat-Dozentin
Dr. Ulrike Attenberger.

Walter-Friedrich-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis ist nach dem Physiker Walter Friedrich (1883-1968) benannt, dem ersten Berliner Lehrstuhlinhaber für Medizinische Physik. Der Walter-Friedrich-Preis berücksichtigt insbesondere die Gemeinsamkeit von Physik, Technik, Biologie und Medizinischer Radiologie. Er wurde 1967 erstmalig von der Gesellschaft für Medizinische Radiologie der DDR (GMR) verliehen, seit den 1990er Jahren wird das Stiftungsvermögen von der Deutschen Röntgengesellschaft e.V. betreut.


Kontakt:

PD Dr. med. Ulrike Attenberger
Leiterin des Geschäftsfeldes Präventive Bildgebung
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2067
E-Mail: ulrike.attenberger@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0205.txt)


Forschungsstipendium für Mannheimer Infektiologin

Fachgesellschaft unterstützt Forschung zur Hirnhautentzündung mit 40.000 Euro

Mannheim, den 14. Mai 2012

Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Henriette Schneider, Assistenzärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), zur Hirnhautentzündung (Meningitis) ist von der Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) als so wichtig eingeschätzt worden, dass die Fachgesellschaft diese mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 40.000 Euro unterstützt.

Das Stipendium eröffnet der jungen Wissenschaftlerin die Möglichkeit, die experimentellen Arbeiten zu ihrem Forschungsprojekt dort fortsetzen zu können, wo eine besonders große Expertise für dieses Thema vorhanden ist, nämlich am Theodor-Kocher-Institut in Bern.

Dr. Henriette Schneider erforscht die Entstehungsweise der durch Viren oder Bakterien verursachten Meningitis. Dabei untersucht und charakterisiert sie speziell die an der Interaktion der Immunzellantwort beteiligten Faktoren im Bereich der Blut-Liquor-Schranke, der physiologischen Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Liquorsystem des zentralen Nervensystems, bei Infektionen und Entzündungen des zentralen Nervensystems (ZNS).

Am Theodor-Kocher-Institut in Bern wird die junge Wissenschaftlerin in der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Britta Engelhardt arbeiten. Diese beschäftigt sich seit Jahren mit der Migration (Wanderung) von Immunzellen in das ZNS und konnte dabei zeigen, dass verschiedene Zell-Adhäsionsmoleküle und ihre spezifischen Liganden wesentlich an der Regulation der T-Zelltransmigration in das ZNS beteiligt sind.

Die Arbeit von Henriette Schneider wird von Professor Dr. Horst Schroten, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMM, und Privat-Dozent Dr. Tobias Tenenbaum, Oberarzt und Infektiologe an der Klinik, unterstützt. Das Stipendium wurde der jungen Wissenschaftlerin Mitte April im Rahmen der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie in Mannheim verliehen.

Zwei weitere junge Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Professor Tenenbaum, die sich beide mit Prozessen an der Blut-Liquor-Schranke in Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen des ZNS befassen, wurden bei der Tagung für ihre Arbeiten ausgezeichnet: Die Diplom-Biologin Ulrike Steinmann erhielt für ihr wissenschaftliches Poster einen Posterpreis in Höhe von 400,- Euro. Auch der wissenschaftliche Vortrag von Tim Gründler, Medizinstudent kurz vor Abschluss seines Studiums, überzeugte die Jury, die ihn ebenfalls mit 400,- Euro honorierte.



Dr. med. Henriette Schneider
bei der Übergabe des
Forschungsstipendiums der DGPI.

Titel der ausgezeichneten Forschungsprojekte

Forschungsprojekt von Dr. Henriette Schneider:
„Role of different cell adhesion molecules in mediation of leukocyte transmigration through the blood-CSF barrier in different animal and human in vivo and in vitro models of CNS inflammation.“

Poster von Ulrike Steinmann:
„Die Transmigration von humanen neutrophilen Granulozyten und Monozyten über die Epithelzellen der humanen Blut-Liquor-Schranke nach einer bakteriellen Infektion in vitro.“

Vortrag von Tim Gründler:
„Die Rolle von InlA und InlB bei der Invasion von Listeria monocytogenes in einem humanen Modell der Blut-Liquor-Schranke.“


Kontakt:

Dr. med. Henriette Schneider
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2504
E-Mail: henriette.schneider@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0204.txt)


Medizinische Fakultät prüft mutmaßliches Fehlverhalten eines ehemaligen Mitarbeiters

Mannheim, den 9. Mai 2012

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat von dem mutmaßlichen wissenschaftlichen Fehlverhalten eines früheren Mitarbeiters Kenntnis erhalten. Der Chirurg Professor Dr. Edward Shang hat wissenschaftliche Publikationen, deren Autor er ist, auf Veranlassung seines ehemaligen Vorgesetzten an der Universitätsmedizin Mannheim, Professor Dr. Stefan Post, zurückgezogen, weil sie auf Ergebnissen von Studien beruhen, die in dieser Form offenbar gar nicht durchgeführt worden sind.

Professor Shang ist inzwischen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Leipzig. Er ist im August 2010 von der Universität Leipzig auf die Professur für Bariatrische Chirurge berufen worden und leitet die Sektion Bariatrische Chirurgie am dortigen Universitätsklinikum.

Der im Oktober 2011 in das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim eingeführte Professor Dr. Uwe Bicker drängt auf eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe. In Übereinstimmung mit Professor Dr. Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik, wurden alle Maßnahmen eingeleitet um den Vorgang unverzüglich systematisch aufzuklären. Der Habilitationsausschuss der Fakultät ist informiert worden. Das Gremium prüft das mutmaßliche Fehlverhalten von Professor Shang und hat eine schriftliche Stellungnahme von ihm angefordert. Sollte sich der Verdacht gegen Professor Shang bestätigen, wird ihm die Fakultät die venia legendi – und damit die Lehrbefugnis - entziehen.

„Sollten sich die Verdachtsmomente gegen Herrn Professor Shang erhärten, so kann die Medizinische Fakultät ein solches Fehlverhalten nicht tolerieren – nicht zuletzt weil dies dem Ansehen der medizinischen Forschung insgesamt schaden würde“, so der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Bicker.

Die Fakultät wird außerdem neben der an der Universität Heidelberg eingerichteten „Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten“ eine eigene Kommission bilden, die Mechanismen entwickeln soll, um die Sensibilität für mögliches Fehlverhalten weiter zu erhöhen.


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Mannheim ausgezeichnete Basis für den Start in den Arztberuf

Hochschulexperten analysieren Medizinstudium im bundesweiten Vergleich

Mannheim, den 2. Mai 2012

Als hervorragendes Pflaster für angehende Wirtschaftswissenschaftler wird Mannheim seit jeher hoch gehandelt, aber gerade in den letzten Jahren hat diese Stadt auch als überzeugende „Startrampe“ in den Arztberuf nachhaltig von sich reden gemacht. Dies bestätigt jetzt erneut ein bundesweiter Hochschulvergleich des Medizinstudiums.

Das von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragene, in Gütersloh ansässige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vergleicht im Drei-Jahres-Rhythmus Studiengänge in Deutschland und im benachbarten Ausland. Zu den taufrischen Zahlen des aktuellen CHEHochschulrankings gehört eine Analyse des Studienangebots im Fach Humanmedizin, und eben dort landet die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg erneut ganz vorne.

„Der Studiengang ist prima durchstrukturiert, die Betreuung ist persönlich und intensiv, und wir Studierenden verstehen uns untereinander ausgesprochen gut,“ fasst Alexander Miholic seine Erfahrung aus vier Semestern zusammen – einer von 1.400 jungen Leuten, die an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) in den Hörsälen, Labors, Seminarräumen, in der Bibliothek, auf Krankenstationen und in Ambulanzen ihr Medizinstudium absolvieren, um später im Arztberuf zu arbeiten.

Was der aus dem hohen Norden nach Mannheim gekommene Medizinstudent schildert, bestätigt auf persönlicher Ebene die abstrakteren Ergebnisse des CHE-Hochschulrankings: Im Hinblick auf die Betreuung durch Lehrende, die Verzahnung von Vorklinik und Klinik (in Grund- und Hauptstudium), die Forschungs- Reputation (das Ansehen in der Fachwelt) und die Studiensituation insgesamt wird Mannheim der Spitzengruppe zugeordnet. Bei der Relation Studierende pro Lehrkraft und Zitationen (Verweise auf Veröffentlichungen) pro Publikation liegen die Mannheimer in der Mittelgruppe.

Eine Konstellation, wie sie neben Mannheim nur die Heidelberger Medizin-Fakultät aufweist – und besser als die damit in der Metropolregion Rhein-Neckar geballte Kompetenz in Sachen Medizinstudium schneidet kein einziger der mehr als 40 vom CHE aufgeführten Hochschulstandorte ab.

Berechtigte Freude daher beim Mannheimer Studiendekan Professor Dr. med. Harald Klüter: „Das aktuelle CHE-Ranking würdigt erneut den konsequenten Schritt, den die Universität Heidelberg und das Wissenschaftsministerium am Standort Mannheim mit der Einrichtung des innovativen Medizinstudiengangs MaReCuM und mit dem Aufbau des integrierten Centrums für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM) als Teil der Universitätsmedizin Mannheim gegangen sind.“

Und weiter: „Studierende und Lehrkörper wissen, dass dieser Erfolg, zu den besten Medizinfakultäten in Deutschland zu gehören, das Ergebnis von jahrelanger Arbeit und ausgesprochen großem Fleiß ist.“ Ziel sei es, so Professor Klüter, die Medizinische Fakultät Mannheim mit ihren vielfältigen Angeboten in ihrer Rolle als feste Größe in der deutschen Medizinerausbildung weiter auszubauen.



Macht Freude und es
kommt viel dabei heraus:
Medizinstudium an der
Universitätsmedizin
Mannheim

„Vor-Ort-Hintergrund“

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg gehört – wie die Bezeichnung nahe legt – zur Universität Heidelberg, die damit als einzige Universität bundesweit über zwei voneinander unabhängige medizinische Fakultäten verfügt (Heidelberg und Mannheim). Ursprünglich nur für den zweiten, den klinischen Studienabschnitt eingerichtet, bietet die Mannheimer Fakultät seit einigen Jahren 1.400 angehenden Ärztinnen und Ärzten ein auf dem innovativen Studienplan MaReCuM (Mannheimer reformiertes Curriculum für Medizin und Medizinnahe Berufe) basierendes Vollstudium der Medizin an.

Ein gelegentliches Missverständnis: An der Universität Mannheim, die über ein ausgesprochen hohes Ansehen insbesondere hinsichtlich ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studienangebots verfügt, kann man nicht Medizin studieren.

Internet

Die Ergebnisse zum Studiengang Humanmedizin im Vergleich der Fakultäten finden Sie hier: http://ranking.zeit.de/che2012/de/rankingunion/show?esb=36&ab=3&hstyp=1#&left_f1=23&left_f2=68&left_f3=42&left_f4=291&left_f5=74&left_f6=82&order=average&unionview=table


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Was willst du einmal werden… – Arzt?

Beim „Erlebnistag Medizin“ können Jugendliche ihre beruflichen Visionen überprüfen

Mannheim, den 19. April 2012

Mit ihrem „Erlebnistag Medizin“ bietet die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg am Mittwoch, den 25. April 2012, einen spannenden Einblick in die Welt der Medizin. Studierende und Professoren nehmen sich Zeit, um jungen Menschen, die sich in der beruflichen Orientierungsphase befinden, das Studium an der Mannheimer Medizinfakultät nahezubringen.

Wie läuft das Medizinstudium im Mannheimer Modellstudiengang MaReCuM ab, welche Voraussetzungen und Interessen sollten Medizinstudenten mitbringen, welche Anforderungen stellt der Beruf des Arztes? Eine realistische Einschätzung kann helfen, eine falsche Berufswahl zu vermeiden oder eben dazu führen, dass sich der Berufswunsch verfestigt. Dies gilt vor allem bei einer Profession, die viel von dem Studierenden und dem fertigen Mediziner verlangt.

Information, Spannung, Kurzweil – das verspricht der „Erlebnistag Medizin“. Ein Streifzug durch einige der unendlich vielen Facetten, die die Medizin zu bieten hat. Die Besucher kommen den Strukturen des Körpers auf die Spur: Sie begegnen einem Skelett und können mittels bildgebender Verfahren den Körper von innen erkunden. Und auch in kleinen Handfertigkeiten, die zum Alltag in einer Klinik gehören, können sie sich ausprobieren. Die eigene Blutgruppe kann bestimmt werden. Und alle Fragen, die sich ergeben, sind willkommen…

Der „Erlebnistag Medizin“ ist eingebunden in die Orientierungstage Rhein-Neckar, die die Universitäten Heidelberg und Mannheim sowie die Agenturen für Arbeit Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim gemeinsam ausrichten, um junge Menschen bei der Studien- und Berufswahl zu unterstützen. Die Orientierungstage starten am 21. April mit einer Hochschulmesse in der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim-Neuostheim und setzen sich in den beiden folgenden Wochen mit Veranstaltungen der teilnehmenden Institutionen vor Ort fort.


Orientierungstage Rhein-Neckar 2012

Beratung und Information zur Studienorientierung aus der Metropolregion.

Infos unter http://www.unitt.de/?context=372&card=heises.b64680f1b93c4d8d33c6d6f0af119316&


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MEDI-KIDS beteiligen sich am Boys`Day

Männliche Erzieher willkommen

Mannheim, den 17. April 2012

Die Kindertagesstätte MEDI-KIDS der Medizinischen Fakultät Mannheim beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag Boys’Day: Drei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren haben am 26. April Gelegenheit, im Rahmen eines Praxistags in den Beruf des Erziehers hineinzuschnuppern. Sie werden dabei von Matthias Fichtner, Erzieher bei den MEDI-KIDS, betreut.

Der Boys’Day dient der Berufsorientierung von Jungen ab der 5. Klassenstufe. Wie beim Girls’Day, der seit 2005 regelmäßig durchgeführt wird, geht es auch beim Boys’Day darum, das Rollenverhalten in der Berufswahl zu hinterfragen und den Jugendlichen damit berufliche Perspektiven zu eröffnen, die als typisch für das andere Geschlecht gelten.

Das heißt, Jungen können an dem bundesweit koordinierten Boys’Day typische „Frauenberufe“ kennenlernen. Hierzu gehört auch der Beruf des Erziehers. Männliche Erzieher sind noch immer eine Seltenheit. Im Jahr 2010 waren nur knapp 2,7 Prozent der Mitarbeiter in KiTas Männer, im Krippenbereich, bei den Ein- bis Dreijährigen, nur ein Prozent. Und das, obwohl in der Gesellschaft längst Konsens darüber besteht, dass für die Entwicklung von Kindern männliche und weibliche Bezugspersonen wichtig sind.

„Kinder lernen von Rollenvorbildern. Durch männliche Erzieher möchten wir das Vorurteil entkräften, Männer könnten nicht mit kleinen Kindern umgehen. Matthias Fichtner ist das beste Beispiel. Die Kinder lieben ihn, und im Team ist er sehr geschätzt", betont Antonia Scheib-Berten, Referentin für Gleichstellungsfragen der Mannheimer Medizinfakultät.

„Und für mich ist es ein Traumberuf“, so Matthias Fichtner, „wenn auch oft anstrengend, ganz und gar nichts für Weicheier. Ich freue mich, durch den Boys'Day heranwachsenden Jungs einen Zugang zu meinem Beruf vermitteln zu können.“


Boys’Day 2012

Der Boys'Day findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt – am selben Tag wie der Girls’Day, der bereits seit 2005 ausgerichtet wird.

Der Boys’Day folgt denselben Regeln wie der Girls’Day: Der Aktionstag soll Jungen dazu motivieren, Berufe kennenzulernen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.

Infos unter http://www.boys-day.de/


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Augen-Experte der UMM unterstützt Massen-Screening zur Augengesundheit in China

Direktor der Universitäts-Augenklinik an Telemedizin-Projekt mit mehr als 560.000 Menschen beteiligt / Vermeidbare Erblindung verhindern

Mannheim, den 28. März 2012

Mit einer enorm hohen Beteiligung von über 80 Prozent ist die Zielgruppe eines Massen-Screenings zur Augengesundheit in China dem Aufruf des dortigen öffentlichen Gesundheitswesens gefolgt. Mehr als 560.000 Bewohner der ländlichen Region um Peking (Greater Beijing) im Alter von 55 bis 85 Jahren haben dabei ihren Augenstatus erfassen lassen. Das Projekt ist eingebettet in das Programm „Vision 2020“ der Weltgesundheitsorganisation WHO, das zum Ziel hat, weltweit bis 2020 möglichst jede einzelne vermeidbare Erblindung zu verhindern.

Die umfangreiche Studie wurde vom Beijing Institute of Ophthalmology (BIO) durchgeführt, dem WHO Zentrum für Ophthalmologie (Augenheilkunde) in China. Professor Dr. Jost Jonas, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim, ist seit 2006 Ehrendirektor („Honorary Director“) dieses Institutes. Der Mannheimer Augenspezialist pflegt dort eine sehr fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass das BIO zusammen mit dem ihm angegliederten Tongren Hospital zu den drei wissenschaftlich führenden ophthalmologischen Institutionen im Land zählt.

Infolge dieses Engagements ist Professor Jost einer der Autoren einer Fachveröffentlichung, die das „Beijing Eye Public Health Care Project“ beschreibt. Im Tongren Hospital Beijing werden jedes Jahr mehr als 750.000 ophthalmologische Patienten behandelt. Dies entspricht in etwa der Summe aller in ophthalmologischen Unikliniken behandelten Patienten in Deutschland.

China ist mit fast 1,34 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und der von der Fläche her größte Staat Ostasiens. Für eine flächendeckende Erfassung und Versorgung der Bevölkerung im Bereich der Augenheilkunde fehlt es bislang an der nötigen Infrastruktur, als auch an Kenntnissen über die Verbreitung von Sehschwäche und die ihr zugrunde liegenden Erkrankungen. Mit dem „Beijing Eye Public Health Care Project“ ist auf Basis der Telemedizin eine Infrastruktur für das Massen-Screening von älteren Menschen entwickelt und deren Effizienz gemessen worden. Das regionale Projekt, das quasi als Probelauf für ein flächendeckendes Public Health Care System zur Augengesundheit in China dient, hat den Nutzen und die Durchführbarkeit eines so groß angelegten Untersuchungsprogramms bewiesen.

Um den Augenstatus der mehr als eine halbe Million Menschen zu erfassen, wurden 2.500 Hochschulabsolventen in der Augentechnik geschult. Probanden mit einer Sehschärfe geringer als 0,3 wurden an regionale Gesundheitszentren überwiesen, in denen die erkrankten Augen fotografiert wurden. Via Telemedizin wurden die Aufnahmen an ein Zentrum transferiert, in dem der Grund der Sehschwäche zentral diagnostiziert wurde.

Das öffentliche Gesundheitswesen in China verfügt nun aufgrund dieses Projektes über hervorragende Daten zur Verbreitung von Sehschwäche sowie den zugrunde liegenden Erkrankungen in der untersuchten Population. Zur Statistik: Bei knapp zehn Prozent der untersuchten Menschen wurde auf mindestens einem Auge eine Sehschwäche diagnostiziert. Der Augenhintergrund von mehr als 34.000 Menschen wurde gespiegelt. Neben dem Katarakt (grauer Star), einer Trübung der Augenlinse, waren Erkrankungen der Retina (Netzhaut), inklusive der diabetischen Retinopathie, und das Glaukom die häufigsten Gründe für eine Sehschwäche.

Der graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung und der chirurgische Eingriff die alleinige Möglichkeit, diese Erkrankung zu behandeln. Bei knapp 6.000 der untersuchten Personen wurden eine Vorstufe oder ein reifer Katarakt diagnostiziert, die eine Operation notwendig machten. Von den rund 1.600 Personen, deren Status nach der Operation erfasst wurde, hatten rund 92 Prozent danach eine Sehfähigkeit von mindestens 0,3 wiedererlangt. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg, vermeidbare Erblindung zu verhindern.


Publikation

Beijing Eye Public Health Care Project
Ophthalmology (by The American Academy of Ophthalmology)
2012, in press
Doi: 10.1016/j.ophtha.2011.11.036
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0161642011011420


VISION 2020: The Right to Sight

VISION 2020 ist ein Programm der Weltgesundheitsorganisation WHO, das zum Ziel hat, statt der für den Zeitraum von 1990 bis 2020 vorhergesagten Verdoppelung der Zahl von vermeidbaren Erblindungen, diese bis 2020 möglichst komplett zu verhindern.

Fakt: Bis zu 80 Prozent der Blindheit in der Welt ist vermeidbar. Die Vision: Eine Welt in der niemand unnötig blind ist und in der Menschen mit nicht vermeidbarem Sehverlust ihr volles Potenzial entfalten können.

Die Initiative will die nationalen Gesundheitssysteme stärken und darin unterstützen, flächendeckende Systeme für die Versorgung von Augenerkrankungen zu implementieren, um auf diese Weise die hauptsächlichen Ursachen von vermeidbarer Erblindung zu eliminieren. Die nationalen Programme basieren auf drei Säulen: kosteneffiziente Krankheitskontrolle, Ausbildung von Fachkräften sowie Infrastruktur und Technologie.

http://www.vision2020.org/


Kontakt:

Prof. Dr. Jost B. Jonas
Direktor der Augenklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2242 (Sekretariat)
Fax: 0621 / 383-3803
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Medizinische Hochschulwoche mit spannenden Themen

„Medizin für Jedermann“ an drei Abenden in der Mannheimer Abendakademie

Mannheim, den 19. März 2012

Aus dem breiten Spektrum von Gesundheitsthemen, denen sich die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) tagtäglich widmet, haben die Medizinische Fakultät Mannheim und die Mannheimer Abendakademie eine interessante Auswahl von Themen getroffen, die Ärzte des Universitätsklinikums medizinisch interessierten Laien anschaulich im Rahmen der Medizinischen Hochschulwoche präsentieren. An drei Abenden der letzten März-Woche geht es im Großen Saal der Mannheimer Abendakademie um die moderne Therapie des Übergewichts, Sport mit über 40 und Erkrankungen des Darms.

Obwohl gesunde Ernährung im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde ist, steigt doch die Zahl übergewichtiger Menschen weltweit. Auch in Deutschland ist mehr als jeder zweite Erwachsene übergewichtig. Das Zuviel an Gewicht kann zahlreiche Krankheiten verursachen. Besonders verbreitet ist Diabetes mellitus, aber auch Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels, Beschwerden des Bewegungsapparates und viele andere Krankheiten nehmen mit steigendem Körpergewicht sprunghaft zu. So vielfältig wie die Ursachen des Übergewichts sind auch deren Therapiemöglichkeiten, wie Privat-Dozent Dr. Till Hasenberg, Oberarzt der Chirurgischen Klinik und Leiter der Adipositaschirurgie, in seinem Vortrag am 26. März darstellen wird: von der Ernährungstherapie bis hin zu Operationen.

Wie schafft man den Einstieg, wenn man nach längerer Pause wieder regelmäßig Sport treiben will? Um das 40. Lebensjahr herum erfolgt bei vielen Menschen eine Art Zäsur – im Berufsleben ist man etabliert, die Familie sozial abgesichert. Ein guter Zeitpunkt, um wieder mehr für sich zu tun. In diesem Alter erinnern sich viele an lange vernachlässigte sportliche Aktivitäten. Denn Sport trainiert nicht nur Herz und Kreislauf, er schenkt auch Lebensfreude und steigert das physische und psychische Wohlbefinden.

Mit den Jahren haben sich allerdings unsere Haltungs- und Bewegungsorgane verändert, oft ohne dass wir dies wahrnehmen. Der schleichende Prozess des Alterns beeinflusst die biomechanischen Eigenschaften von Knochen, Sehnen und Knorpel. Bei der Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten im nicht mehr jugendlichen Alter sollte der Sport daher angemessen betrieben werden, um das Verletzungsrisiko gering zu halten. Professor Dr. Hanns-Peter Scharf, Direktor des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums der UMM, zeigt in seinem Vortrag am Mittwoch, den 28. März, wie man sinnvoll auch weit über das 40. Lebensjahr hinaus Sport treiben kann. Und gibt Tipps, was man in jüngeren Jahren tun kann, um auch jenseits der 40 sportlich leistungsfähig zu sein.

Wer kennt ihn nicht, den unangenehmen Druck im Bauch. Bauchschmerzen sind oft harmlos und gehen von alleine wieder weg. Meist sind die Auslöser schnell ausgemacht – eine üppige Mahlzeit oder eine unbekömmliche Speise. Regelmäßige Bauchschmerzen treiben die Betroffen jedoch in die Arztpraxis. Oft sind auch hier die Befunde harmlos, in einigen Fällen handelt es sich aber um chronische Entzündungen oder Krebserkrankungen des Darms.

Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen stehen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Vordergrund. Diese entzündlichen Erkrankungen sind nicht nur sehr schmerzhaft, sie können nach jahrelanger Krankheitsphase auch das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Darmkrebs tritt aber sehr häufig ohne jede Entzündung auf und ist damit oft ein „stiller“ Krebs. Professor Dr. Matthias Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik, geht in seinem Vortrag am Freitag, den 30. März, vor allem auf die Behandlungsmöglichkeiten ein, die sich in den vergangenen Jahren extrem verbessert haben und damit auch Patienten mit Metastasen gute Heilungschancen versprechen.

Die Vorträge im Rahmen der Medizinischen Hochschulwoche sind öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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Margarete von Wrangell-Habilitationsstipendium für Wissenschaftlerin der UMM

Dr. Meindl-Beinker erfolgreich mit ihrer Bewerbung um das Habilitationsprogramm für Frauen

Mannheim, den 15. März 2012

Sie ist erfolgreiche Wissenschaftlerin und außerdem Mutter zweier Söhne: Dr. rer. nat. Nadja Meindl-Beinker erforscht in der Sektion „Molekulare Hepatologie – Alkoholfolgeerkrankungen“ an der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim die Mechanismen, die einer fortschreitenden Lebererkrankung zugrunde liegen. Diesem Thema wird sie auch ihre Habilitationsschrift widmen. Unterstützt wird die 36-jährige Biochemikerin dabei durch das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm. Dr. Meindl-Beinker ist damit bereits die dritte Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät Mannheim, die sich erfolgreich um das Förderprogramm beworben hat.

Mit dem Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm will das baden-württembergische Wissenschaftsministerium qualifizierte Frauen darin unterstützen, sich im Wissenschaftsbetrieb in Führungspositionen zu etablieren. Die kommenden fünf Jahre sind für Dr. Meindl-Beinker in Form einer befristeten Habilitationsstelle finanziell gesichert: drei Jahre durch das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg und den Europäischen Sozialfonds, zwei Jahre durch die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Ihre wissenschaftliche Karriere hat Dr. Meindl-Beinker an der Ruhr-Universität Bochum begonnen, wo sie im Rahmen ihrer Promotion die Biogenese der Peroxisomen erforscht hat, also die Entstehung dieser winzigen Zellorganelle, die essenziell für den Abbau verschiedener Stoffwechselprodukte ist.

Im Laufe ihrer Karriere hat Dr. Meindl-Beinker mehrfach erfolgreich Stipendien eingeworben. Einen knapp zweijährigen Forschungsaufenthalt als Gastwissenschaftlerin in Schweden unterstützte die Universität Stockholm mit einem Forschungsstipendium. In den Jahren 2008 und 2009 förderten das Land Baden-Württemberg und der Europäische Sozialfonds die Weiterqualifizierung der jungen Wissenschaftlerin und Mutter mit dem Schlieben-Lange-Stipendium.

An der Medizinischen Fakultät Mannheim forscht Dr. Meindl-Beinker seit Ende 2006 in der von Professor Dr. Steven Dooley geleiteten Sektion „Molekulare Hepatologie“. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Transforming Growth Factor (TGF-ß)-Signaltransduktion bei fortschreitenden chronischen Lebererkrankungen.

Das Thema ist vor allem deshalb besonders spannend, weil dieser Signalweg bei der Entwicklung von Lebererkrankungen ganz gegensätzliche Rollen einnimmt, je nachdem wie stark und lange eine Leber geschädigt wird. In der beispielsweise durch übermäßigen Alkoholkonsum belasteten Leber wird der Botenstoff zunächst im Rahmen des Wundheilungsprozesses aktiviert und trägt zur Organerhaltung bei. Wird die Leber jedoch dauerhaft geschädigt, ist auch der TGF-ß-Signalweg in den Leberzellen dauerhaft aktiv. Dies führt dazu, dass die hoch spezialisierten Leberzellen mehr und mehr durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt werden (Fibrose, Fibrogenese) und damit das wichtigste Stoffwechselorgan des Köpers verkümmert.

Die Kenntnis der zellulären und molekularen Mechanismen, die eine Fibrose begünstigen, ist von großer Bedeutung, um neue diagnostische Tests und dringend benötigte Medikamente entwickeln zu können. TGF-ß ist einer der wichtigsten Botenstoffe der hepatischen Fibrogenese, die ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs ist, und damit ein potenzielles Ziel molekularer Therapien.

Dr. Meindl-Beinker leitet seit Anfang 2010 gemeinsam mit Professor Dooley ein Teilprojekt im Rahmen des Sonderforschungsbereichs Transregio 77 (SFB/ TRR77; „Liver Cancer - From Molecular Pathogenesis to Targeted Therapies“), der zum Ziel hat, die molekulare Basis der Entstehung und Progression von Lebertumoren zu entschlüsseln. Dass sie dieses Thema in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn weiter verfolgen kann, dafür sorgt das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm.



Dr. rer. nat. Nadja Meindl-Beinker,
Stipendiatin des Margarete von
Wrangell-Habilitationsprogramms.

Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen

Das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, das im Jahr 1997 von der Landesregierung geschaffen wurde. Es hat zum Ziel, exzellente Wissenschaftlerinnen an den Universitäten und Hochschulen des Landes Baden-Württemberg zur Habilitation zu ermutigen, indem es diesen eine finanzielle Unterstützung gewährt.

Die Namensgeberin des Programms, Margarete von Wrangell, war die erste ordentliche Professorin in Deutschland. Sie wurde 1923 an die Universität Hohenheim (früher: Landwirtschaftliche Akademie) berufen und leitete dort bis zu ihrem Tod 1932 das Institut für Pflanzenernährungslehre.

http://margarete-von-wrangell.de/


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„Doppelbelastung Nike“ fördert Karriere ihrer Mutter

PD Dr. Carolin Brockmann hat nicht trotz, sondern wegen ihres Kindes habilitiert

Mannheim, den 5. März 2012

Privat-Dozentin Dr. Carolin Brockmann ist eine der jungen Frauen mit Bilderbuchkarriere. Die Ärztin, die in der Abteilung für Neuroradiologie an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) arbeitet, ist mit 34 Jahren die jüngste habilitierte Ärztin ihres Fachgebietes mit Kind in Deutschland. Sie ist Mutter einer knapp 3-jährigen Tochter, eine „Doppelbelastung“, die sie regelrecht zu genießen scheint. „Das Arbeiten macht mir noch mehr Spaß, seit Nike da ist. Manche Dinge klappen auch besser, wahrscheinlich weil man nicht mehr nur um berufliche Dinge kreist.“

Was ist das Geheimnis von Carolin Brockmann? Ihre Karriere wirkt gut geplant und stringent durchgezogen. Aber da widerspricht die junge Ärztin: „Ich habe schon immer sehr wenig geplant – hatte also keineswegs schon als Kind den Wunsch, einmal Ärztin zu werden, geschweige denn zu habilitieren.“ Auch die Frage „Kind ja oder nein“ hat sie eine Weile beschäftigt. „Denn eigentlich passt das ja irgendwie nie.“ Als sich der Nachwuchs dann unerwartet schnell ankündigte, hat sie sich zwar sehr gefreut, war aber auch erschrocken. Und schnell zeigte sich, dass Nike tatsächlich ihre berufliche Zukunft infrage stellte, als Carolin Brockmann trotz vieler Anfragen keine Zusage für einen Krippenplatz für ihre Tochter bekommen konnte. Da beide Elternteile keine familiäre Unterstützung vor Ort hatten, waren sie unbedingt auf einen Krippenplatz angewiesen, wenn nicht einer von beiden ganz zu Hause bleiben wollte.

Aber da sie ja ein Jahr Elternzeit nehmen wollte, hatte die junge Ärztin noch etwas Zeitpuffer. Während dieser Zeit fing sie an, ihre wissenschaftlichen Daten zu sortieren, zu bearbeiten und schließlich zu publizieren – soweit Nike das zuließ – und schaffte damit eine der Grundvoraussetzungen für eine Habilitation. Auch das hatte sie nicht konkret geplant.

Und so gesehen ist da etwas dran, wenn Carolin Brockmann auf die bewundernde Feststellung, dass sie trotz Kind habilitiert habe, antwortet: Ich habe nicht trotz, sondern wegen des Kindes habilitiert. Denn ohne Nike hätte sie sich zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht die Zeit genommen, ihre Sammlung von wissenschaftlichen Daten zusammenzufassen und zu veröffentlichen.

Als dann die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg Mitte 2009 eine eigene Betriebs-Kinderkrippe gründete, die MEDI-KIDS, fügte sich auch das Problem mit der Kinderbetreuung. Die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät, Professor Dr. Grietje Beck, wollte damit jüngeren Kolleginnen das verschaffen, was sie sich selbst gewünscht hatte, als sie junge Mutter war: Unterstützung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Angebot, das genau auf Dr. Brockmann zugeschnitten war und - fast - zum richtigen Zeitpunkt kam.

Eigentlich wollte Carolin Brockmann ein Jahr lang ganz für Ihre Tochter da sein. Doch bei den MEDI-KIDS musste sie sofort zusagen, da Ihr zu einem späteren Zeitpunkt kein fester Platz garantiert werden konnte. So kam es, dass Nike mit vier Monaten eines der allerersten und das jüngste „MEDI-KID“ war. Dass ihre Tochter zu den ersten Kindern der neu gegründeten Krippe gehörte, hat sie schon als Abenteuer empfunden. „So waren wir von Anfang an dabei. Alle waren sehr engagiert und es musste improvisiert werden. Vieles was fehlte, haben die Eltern privat mitgebracht: Sonnenschirme, eine Kaffeemaschine…“, erinnert sich Carolin Brockmann. „Es war ein Abenteuer, aber auch eine sehr amüsante Zeit. Und wir hatten von Anfang an das Gefühl, dort richtig zu sein.“

Sie hat es nicht bereut: Die stufenweise Betreuung durch die MEDI-KIDS noch während der Elterzeit brachte Freiräume mit sich, die Carolin Brockmann gut zu nutzen wusste. Zum einen gönnte sie sich und ihrer Tochter eine lange, behutsame Eingewöhnungszeit. Zum anderen arbeitete sie weiter an ihren Publikationen und unterrichtete nebenher. Und sie ist davon überzeugt: „Alleine könnten wir unsere Tochter nicht so toll erziehen wie gemeinsam mit dem MEDI-KIDS-Team.“

Nach der Elternzeit kehrte Carolin Brockmann zurück ins Arbeitsleben – mit 50 Prozent. Die anderen 50 Prozent verbringt sie mit ihrer Tochter und nutzt die Zeit auch weiterhin dafür, zu publizieren. Karriere und Kind bekommt sie gut unter einen Hut.

Was also ist ihr Erfolgsrezept? Abgesehen von ihr selbst, tragen dazu vor allem ihr Mann, ihr Chef und die MEDI-KIDS bei. Von ihrem Mann erhält sie volle Unterstützung. Professor Dr. Marc Brockmann ist ebenfalls Neuroradiologe und Oberarzt in der Abteilung für Neuroradiologie der UMM, die von Professor Dr. Christoph Groden geleitet wird. Dass ihr Mann dieselbe Profession ausübt und in derselben Abteilung arbeitet, hat Carolin Brockmann klar als Vorteil erkannt. „Dadurch bringt er Verständnis für meinen Beruf mit und wir verbringen mehr Zeit miteinander, auch einmal ohne Kind – etwa beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. Das ist sehr ausgleichend für die familiäre Situation.“

Darüber hinaus können sie relativ flexibel planen. Das wiederum ist ihrem gemeinsamen Chef, Professor Groden, zu verdanken, der ihnen entgegenkommt, etwa wenn es um flexible Arbeitszeiten geht. Und der sie fördert: „Professor Groden hat an mich geglaubt – dass ich wiederkomme und einen guten Job mache, auch wenn ich Mutter bin.“ So ist es ihr sogar möglich, auch Auslandstermine – Kongresse oder Weiterbildungen – wahrzunehmen, die sie in ihrer Karriere weiterbringen. Dann managt ihr Mann die kleine Familie, mit Unterstützung der MEDI-KIDS.

Hätte sich die junge Mutter und Ärztin auch ohne die MEDI-KIDS so früh in der Neuroradiologie habilitieren können? „Es hätte auf jeden Fall länger gedauert. Und ich hätte mich nicht so wohl damit gefühlt – ohne Schuldgefühle dem Kind gegenüber, dafür dass ich beruflich nicht so stark zurückstecke.“ Denn bei den MEDI-KIDS trifft sie auf Frauen, die die gleiche Entscheidung getroffen haben wie sie. Alle Eltern, deren Kinder hier betreut werden, arbeiten oder studieren. Das macht vermutlich auch den besonderen „Spirit“ aus, der hier herrscht. „Hier werden die Dinge angepackt – und auch die Kinder sind ziemlich aufgeweckt. Die Leitung und das pädagogische Fachpersonal sind darauf eingestellt, uns voll zu unterstützen und reden uns kein schlechtes Gewissen ein, weil wir arbeiten.“

Von außen bekommen die MEDI-KIDS schon mal zu hören, sie seien ein elitärer Haufen. „Aber wer die MEDI-KIDS kennt, weiß: Das ist ganz und gar kein elitärer, sondern vielmehr ein ganz netter, bodenständiger Haufen. Viele Eltern kennen sich auch aus dem Job in der UMM. Die Kinder leben dort wie in einer Großfamilie.“

Bei ihrer Antrittsvorlesung, mit der sie ihr Habilitationsverfahren vor drei Wochen abgeschlossen hat, waren auch die MEDI-KIDS dabei: Ungefähr 15 Kinder aus der Gruppe ihrer Tochter – den „Dreckspatzen“. Carolin Brockmann sagt: „Ich habe großes Glück gehabt, weil es zur richtigen Zeit die MEDI-KIDS gab. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir von Anfang an weniger Sorgen gemacht.“



PD Dr. Carolin Brockmann
bei ihrer Antrittsvorlesung.


PD Dr. Carolin Brockmann mit
Nike (hinten Mitte) bei der
Eröffnung der MEDI-KIDS 2009.

MEDI-KIDS

Betriebliche Kindertagesstätte der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

Mit zwei Krippengruppen (je 10 Plätze) im Alter von 0 bis 3 Jahren und einer altersgemischten,
bilingualen Kindergartengruppe (15 bis 20 Plätze).

Öffnungszeiten: 7 bis 19 Uhr
Schließzeiten: zwei Wochen im Kalenderjahr

Die MEDI-KIDS im Internet: http://www.umm.uni-heidelberg.de/medi-kids


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Individualisierte Therapie beim Darmkrebs als Ziel

UMM an EU-Projekt beteiligt, das Vorhersagen über die Wirksamkeit von Avastin erlauben soll

Mannheim, den 6. Februar 2012

Die Prognose für Darmkrebspatienten hat sich in den vergangenen Jahren erheblich zum Positiven hin verändert. Dies ist vor allem auf verbesserte Chemotherapien zurückzuführen sowie auf den Einsatz von Substanzen, die „zielgerichtet“ dem Tumorwachstum entgegenwirken. Der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab – bekannt unter dem Handelsnamen Avastin (Roche) – zählt zu diesen Substanzen. Viele Patienten profitieren von der Therapie mit Avastin. Es gibt aber ebenso Patienten, die nicht auf die Therapie ansprechen.

Die Europäische Union hat jetzt ein Projekt initiiert, das zum Ziel hat, Avastin künftig nur noch zielgerichtet denjenigen Patienten mit Darmkrebs zu verabreichen, die tatsächlich einen Nutzen von der Therapie haben. Das Projekt „Angiopredict“ läuft über drei Jahre und wird in diesem Zeitraum mit insgesamt 6 Millionen Euro gefördert. Davon gehen rund 600.000 Euro an Professor Dr. Matthias Ebert von der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).

Es ist das Ziel einer „individualisierten Medizin“, jedem einzelnen Patienten möglichst schnell die für ihn am besten geeignete Therapie zukommen zu lassen. Dies spart Zeit, vermeidbare Nebenwirkungen sowie unnötige Kosten. Dazu gehört es, anhand von so genannten Biomarkern die Patienten herauszufiltern, die von einer Therapie profitieren. Das europaweite Forschungsprojekt Angiopredict hat zur Aufgabe, entsprechende Marker bei Darmkrebspatienten zu identifizieren. Gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Mechanismen dieser Erkrankung.

In einer klinischen Studie, die nach identischem Studienprotokoll in Deutschland und Irland durchgeführt wird, untersuchen die Mannheimer Mediziner die Wirksamkeit von Avastin in Kombination mit Chemotherapie bei Darmkrebspatienten. Parallel dazu werden Gewebe- und Blutproben für die Identifizierung von Biomarkern gewonnen. Die Studie koordiniert Professor Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der UMM, der dafür ein regionales Studiennetz aufbauen wird. Darüber hinaus führen die Mannheimer Wissenschaftler experimentelle Gewebeuntersuchungen durch. Ein Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit im Rahmen des Projektes Angiopredict liegt darauf, im Krebsgewebe epigenetische Biomarker zu identifizieren, die mit dem Nicht-Ansprechen auf die Therapie mit Avastin korrelieren.

Die individualisierte Tumortherapie ist ein wichtiger Schwerpunkt von Professor Ebert. Für die Identifizierung von potenziellen Markern für Diagnose und Prognose bei Tumorerkrankungen setzt er modernste Technologien ein. Dazu gehören beispielsweise die DNA-Chip-Technologie, die Proteomik sowie DNA-Methylierungs-Analysen, um epigenetische Veränderungen der DNA nachweisen zu können, die mit dem Ansprechen auf bestimmte Medikamente in Verbindung gebracht werden können.

Das Projekt Angiopredict wird in Mannheim von Professor Ebert geleitet. Darüber hinaus sind von der UMM Professor Dr. Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik, Professor Dr. Philipp Ströbel, stellvertretender Leiter des Pathologischen Instituts, Dr. Elke Burgermeister, Leiterin des wissenschaftlichen Labors der II. Medizinischen Klinik, sowie Professor Dr. Ralf Hofheinz, Oberarzt an der III. Medizinischen Klinik und Leiter des Tagestherapiezentrums am Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim, beteiligt.

Der Wirkstoff von Avastin ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF). Der Antikörper verhindert, dass sich der Tumor durch die Neubildung von Gefäßen an die Sauer- und Nährstoffversorgung über das Blutgefäßsystem ankoppelt. Auf diese Weise wird der Tumor ausgehungert, gleichzeitig wird die Metastasierung unterbunden.


EU-Projekt Angiopredict

Europaweites Projekt zur Identifizierung von Biomarkern, die eine Vorhersage über die Wirksamkeit von Avastin beim einzelnen Darmkrebspatienten erlauben.

Laufzeit des Projektes: 3 Jahre

Fördersumme insgesamt: 6 Mio. Euro

Fördersumme UMM: rund 600.000 Euro


Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in der westlichen Welt und gleichzeitig der zweithäufigste Grund für Krebsassoziierte Todesfälle. Etwa die Hälfte der Patienten entwickeln Metastasen.


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Rektor führt Professor Bicker feierlich in das Amt des Dekans ein

Festliche Veranstaltung in der Aula der Alten Universität / Ehrung von Dr. Fuchs und Dr. Martini

Mannheim, den 24. Januar 2012

Mit einem „feierlichen Einzug“ eröffnet der Rektor, Professor Dr. Bernhard Eitel, gemeinsam mit seinen Ehrengästen Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker, Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs und Dr. Hans Martini die heutige Festveranstaltung in der Aula der Alten Universität. Drei besondere Anlässe, die alle einen Bezug zur Stadt Mannheim haben, sind Garant dafür, dass die Aula bis auf den letzten Platz besetzt ist: Im Mittelpunkt steht die feierliche Einführung von Professor Bicker in das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, anschließend werden zwei weitere Persönlichkeiten geehrt: Der Mannheimer Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs erhält die Universitätsmedaille und dem ehemaligen Sozialbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Hans Martini, wird die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät Mannheim verliehen.

Professor Bicker hat am 1. Oktober 2011 seine Aufgaben in der Medizinischen Fakultät Mannheim von Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, dem langjährigen Vorsitzenden des Fakultätsvorstands, übernommen. Für das Amt vorgeschlagen wurde er Anfang des vergangenen Jahres vom Rektor der Universität Heidelberg, im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Mannheim GmbH. Professor Bicker stieß auch innerhalb der Medizinischen Fakultät auf große Zustimmung. Ende Februar wählte der Fakultätsrat ihn mit großer Mehrheit zum hauptamtlichen Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.

Der 66-jährige Wissenschaftler, Mediziner und Manager verfügt aus den Jahrzehnten seiner äußerst erfolgreichen Karriere über umfangreiche unternehmerische Erfahrungen aus der forschenden Industrie, verbunden mit einer ausgewiesenen Expertise im ökonomischen Bereich. Hinzu kommt, dass er die Universität Heidelberg seit seinem Medizinstudium kennt und ihr als Ehrensenator verbunden ist. In der Medizinischen Fakultät Mannheim ist er als außerplanmäßiger Professor seit seiner Habilitation im Fach „Experimentelle Chemie“ verwurzelt.

„Seine vielseitigen Erfahrungen aus verschiedenen Positionen im Hochschulbereich ebenso wie an verantwortlicher Stelle in der Wirtschaft machen ihn zur idealen Besetzung für diese verantwortungsvolle Aufgabe“, betont der Rektor in seiner Ansprache. Es gelte, die Medizin im Zusammenwirken mit dem Universitätsklinikum am Standort Mannheim durch Medizintechnik und mit dem erfolgreichen Studiengang MaReCuM weiter zu profilieren und zugleich die standortübergreifende Zusammenarbeit im lebenswissenschaftlichen Bereich in der Metropolregion zu intensivieren. "Ich bin überzeugt, dass er das erfolgreich umsetzen wird."

Der Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs erhält die Universitätsmedaille aus der Hand des Rektors, der damit seinen außerordentlichen Einsatz für die Universität Heidelberg und insbesondere sein Engagement für die Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg anerkennt. Dr. Fuchs ist ein Mannheimer Unternehmer. Er entwickelte das Schmierstoffunternehmen, das er von seinem Vater übernommen hatte, zu einem der weltweit größten Schmierstoffhersteller. Heute ist Dr. Fuchs stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Hauptaktionär der Fuchs Petrolub AG.

Dr. Hans Martini wird von der Medizinischen Fakultät Mannheim die Würde eines Doktors der Medizin ehrenhalber (Dr. med. honoris causa) für sein herausragendes Engagement für die Medizinische Fakultät Mannheim und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit verliehen. Er ist damit die sechste Persönlichkeit, die die Mannheimer Medizinfakultät seit ihrer Gründung im Jahr 1964 mit dieser Auszeichnung ehrt. Dr. Martini hat in den 60er und 70er Jahren, in denen er als Bürgermeister das Sozialdezernat der Stadt Mannheim leitete, die Sozial- und Gesundheitspolitik Mannheims gestaltet und bleibende Akzente gesetzt.

An der Gründung der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) war er maßgeblich beteiligt. „Ohne Herrn Dr. Martini, quasi dem Geburtshelfer, wäre das ZI nicht in dieser Form, und sicher nicht in Mannheim entstanden“, so Professor Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, in seiner Laudatio.



Der Dekan der Medizinischen Fakultät
Mannheim der Universität Heidelberg
und Geschäftsführer des Universitäts-
klinikums Mannheim für das Geschäfts-
feld Forschung und Lehre, Professor
Dr. Dr. Dr. h.c. Uwe Bicker.


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Opioide können das Schmerzgedächtnis löschen

Im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie zeigt: Opioide löschen das Schmerzgedächtnis im Rückenmark dauerhaft

Mannheim, den 14. Januar 2012

Schmerzforscher der Medizinischen Universität Wien und der Universitätsmedizin Mannheim haben eine wichtige Entdeckung gemacht, die möglicherweise die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen verändern wird. Im Laborversuch konnten sie mit einer hoch dosierten Gabe von Opioiden (morphinähnliche Substanzen) das Schmerzgedächtnis, das für chronische Schmerzen verantwortlich ist, löschen.

Schmerzen sind stets unangenehm, und trotzdem als Warnsignal unverzichtbar, um den Körper auf Gefahr hinzuweisen und auf diese Weise zu schützen. Neben dem akuten Schmerz als normaler Reaktion des Körpers, gibt es auch den chronischen Schmerz, der bestehen bleibt, wenn der Auslöser der normalen Schmerzreaktion längst nicht mehr vorhanden ist. Über längere Zeit andauernder akuter Schmerz führt dabei zu zellulären Veränderungen an den Synapsen, den Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Rückenmark. Über die so genannte synaptische Potenzierung bildet sich eine „Gedächtnisspur“, die sich als Schmerzgedächtnis im Rückenmark ausbildet. Genau diese Gedächtnisspur im Rückenmark lässt sich durch Opioide wieder löschen.

Opioide werden erfolgreich in der Langzeittherapie von Schmerzen eingesetzt. Sie lindern Schmerzen, solange sie dem Körper zugeführt werden. Bislang war es jedoch nicht gelungen, damit auch die Ursachen von Schmerzen zu beheben.

Die aktuellen Untersuchungen sind an Versuchstieren in tiefer Narkose durchgeführt worden. Dabei werden Schmerzfasern kontrolliert erregt und die Gedächtnisbildung im Rückenmark aufgezeichnet. Das vollständige Absetzen von Opioiden kann Schmerzen verursachen. Die Forscher haben nun gezeigt, dass eine hohe Dosis von Opioiden einen ebenso starken Effekt erzielt. Sie konnten nachweisen, dass eine hoch dosierte Kurzzeittherapie Veränderungen an den Synapsen verursacht, die die zelluläre Gedächtnisspur im Rückenmark löschen kann.

Studien mit chronischen Schmerzpatienten sind in Planung. Wenn sich der wissenschaftliche Ansatz dort bestätigt, könnte dies einen Paradigmenwechsel in der Schmerztherapie bedeuten, indem in Zukunft Schmerzen nicht mehr nur symptomatisch behandelt, sondern die Ursachen von chronischen Schmerzen, die Ausbildung des Schmerzgedächtnisses im Rückenmark, beseitigt werden können.


Publikation

Erasure of a Spinal Memory Trace of Pain by a Brief, High-Dose Opioid Administration

Ruth Drdla-Schutting, Justus Benrath, Gabriele Wunderbaldinger, Jürgen Sandkühler

Science 13 January 2012; Vol. 335 no. 6065 pp. 235-238

DOI: 10.1126/science.1211726

http://www.sciencemag.org/content/335/6065/235.full


Kontakt:

Priv.-Doz. Dr. Justus Benrath
Oberarzt, Leiter Schmerzzentrum
Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 621-383 2608 (Sekretariat)
E-Mail: justus.benrath@umm.de


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Hohe Auszeichnung für den Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim

Ministerpräsident würdigt besondere Verdienste von Professor Bicker mit dem Hessischen Verdienstorden

Mannheim, den 13. Januar 2012

„In Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um das Land Hessen“ ist Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde dem Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg heute von der Staatssekretärin im Hessischen Finanzministerium, Professor Dr. Luise Hölscher, in der Hessischen Staatskanzlei überreicht.

In seiner Laudatio im Rahmen des feierlichen Aktes hob Professor Dr. Horst F. Kern, ehemaliger Präsident der Phillipps-Universität Marburg, drei Aspekte des Wirkens von Professor Bicker besonders hervor, die dem Land Hessen und seiner Bevölkerung zugute gekommen seien: seine Rolle bei der Umstrukturierung der Behringwerke in Marburg ab 1994, seine wichtige Rolle bei der Initiierung von start up Firmen in der Nano- und Biotechnologie in Hessen sowie sein ehrenamtliches Engagement bei der Profilierung von Universitäten und Fakultäten.

Professor Bicker ist Chemiker und Mediziner mit umfangreichen Erfolgen im Forschungs- und Unternehmensmanagement. Von 1975 bis 1994 war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche Diagnostics) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Von dort wechselte er 1994 zur Hoechst Gruppe, wo er in den folgenden zehn Jahren seine Expertise an der Schnittstelle von Forschung und deren Umsetzung, bis hin zur Produktion, in führenden Positionen verschiedener Unternehmen einbringen konnte - so auch im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg, und als Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG.

„Das von Professor Bicker in den Jahren 1994 bis 2002 getragene unternehmerische Konzept der Neustrukturierung der „alten“ Behringwerke hat sich inzwischen als nachhaltige Weiterentwicklung des mittelhessischen Industrieraums erwiesen“, so Professor Kern. Auch sei der weltweit größte und innovativste Diagnostikkonzern, die Siemens Healthcare Diagnostics, maßgeblich durch das persönliche Engagement von Professor Bicker entstanden.

Daneben hob Professor Kern das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Professor Bicker für Universitäten und kulturelle Einrichtungen in Hessen hervor. So war er maßgeblich an der Initiierung des „Science4life“ Wettbewerbs beteiligt, der über die Jahre in Hessen zur Gründung einer großen Zahl von start up Firmen geführt hat, hauptsächlich von Absolventen der verschiedenen Hochschulen. Darüber hinaus habe er sich als ehrenamtliches Mitglied des Stiftungsvorstands der Aventis Foundation in ungewöhnlicher Weise um die Förderung von hessischen Projekten verdient gemacht, wie die Förderung der Alten Oper, des Ensemble Moderne, der Kronberg Akademie und der Kunsthalle Schirn in Frankfurt.

Seit 1999 ist Professor Bicker Vorsitzender des Universitätsbundes der Philipps Universität Marburg und langjähriges Mitglied des Hochschulrats, dem er heute vorsitzt. Darüber hinaus ist er Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ verlieh ihm der Bundespräsident 2007 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Professor Bicker hat im Oktober 2011 das Hauptamt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg übernommen und ist gleichzeitig Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.



Die Staatssekretärin und
das Ehepaar Bicker bei
der Feierstunde (v.l.n.r.
Prof. Dr. Luise Hölscher,
Prof. Dr. Dr. Dr. h.c.
Uwe Bicker, Christa Bicker).
Foto: e.blatt


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Individualisierte Krebstherapie: Kann epigenetischer Biomarker Chemoresistenz beim Darmkrebs vorhersagen?

Methylierungsstatus des Gens TFAP2E entscheidet offenbar über die Wirksamkeit der Chemotherapie

Mannheim, den 5. Januar 2012

Einen möglicherweise bedeutenden Schritt hin zur individualisierten Behandlung von Darmkrebs haben Wissenschaftler der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) getan. In einer Studie mit mehr als 200 Patienten konnten sie in dem Gen TFAP2E einen neuen Biomarker identifizieren, der eine Vorhersage über das Ansprechen von Darmkrebspatienten auf die Chemotherapie erlauben sollte; und zwar einerseits auf eine Chemotherapie mittels 5-Fluorouracil (5-FU) und anderen Chemotherapeutika und andererseits von 5-FU in Verbindung mit einer Strahlentherapie. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt im New England Journal of Medicine publiziert.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine Hypermethylierung des Gens mit einer Resistenz gegen den bei dieser Erkrankung häufig eingesetzten Wirkstoff 5-FU einhergeht. In vier unabhängig voneinander untersuchten Patientenkollektiven mit kolorektalem Karzinom ließ sich dieser Zusammenhang nachweisen. Auch dem Mechanismus dieser Resistenz sind die Wissenschaftler auf der Spur: Sie fanden heraus, dass die Methylierung von TFAP2E dazu führt, dass das Gen DKK4 verstärkt abgelesen wird. DKK4 ist bereits früher mit einer Resistenz gegen 5-FU in Verbindung gebracht worden.

Die unter der Leitung von Professor Dr. Matthias Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der UMM, durchgeführte Studie zeigt als eine der ersten wissenschaftlichen Studien überhaupt, dass das Methylierungsmuster eines Gens als Biomarker für eine Chemoresistenz dienen kann. „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zielgerichteten Therapie. Die Daten müssen allerdings zunächst in einer prospektiv angelegten Studie bestätigt werden. Halten sie der Überprüfung stand, so sollte der neue Biomarker künftig dazu beitragen, dem einzelnen Darmkrebs-Patienten von Anfang an die für ihn am besten passende Therapie zukommen zu lassen“, so Professor Ebert.

Denn obwohl die Krebsforschung wirkungsvolle Medikamente hervorgebracht hat, spricht doch nicht jeder Patient gleich gut auf die Chemotherapeutika an. Manche Krebszellen haben Resistenzen gegen normalerweise wirksame Medikamente entwickelt. Häufig ist eine Fehlregulation bestimmter Gene verantwortlich, wenn Patienten von einer Therapie nicht profitieren. Prädiktive Marker, die eine Vorhersage über das Ansprechen oder die Resistenz gegenüber einer bestimmten Therapie erlauben – eben beispielsweise der Nachweis eines solchen fehlregulierten Gens – sind daher wichtig, um schon vor dem Einsatz einer Chemotherapie ermitteln zu können, ob der Tumor darauf ansprechen wird oder nicht.

Die Forschung im Zusammenhang mit TFAP2E und DKK4 geht weiter: Zunächst müssen die Erkenntnisse nun im Rahmen von weiterführenden klinischen Studien überprüft werden. Und auch der genaue Wirkmechanismus birgt noch Geheimnisse. Sollte sich TFAP2E als prädiktiver Marker für die Chemoresistenz bestätigen, könnte die Hemmung von DKK4 darüber hinaus ein Ansatzpunkt für eine Therapie sein, um Tumoren wieder sensibel für die Chemotherapie zu machen.


Publikation

TFAP2E/DKK4 and Chemoresistance in Colorectal Cancer

Matthias P.A. Ebert, et al.

New England Journal of Medicine; January 5, 2012

http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1009473


Epigenetische Modifizierung

Die Epigenetik befasst sich mit vererbbaren Eigenschaften von Zellen, die nicht in der Sequenz der Erbsubstanz DNA festgelegt sind, sondern durch Modifikationen an den Chromosomen erfolgen. Eine der wichtigsten epigenetischen Veränderungen ist die Methylierung der DNA.


DNA-Methylierung als Mechanismus der Genregulation

Bei der Methylierung der DNA werden Methylgruppen auf eine der vier Basen der DNA (Cytosin) übertragen. Die DNA-Methylierung findet generell in den regulatorischen Regionen der betroffenen Gene statt und spielt eine Rolle bei der Regulation der Gen-Expression. Die Methylierung der DNA ist in vielen verschiedenen Lebewesen nachgewiesen. Da die Methylierung die Abfolge der Bausteine der DNA nicht verändert, handelt es sich nicht um eine genetische Mutation, wenngleich die Methylierungsmuster vererbt werden.


Kontakt:

Prof. Dr. Matthias Ebert
Direktor der II. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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Zusätzliche Fördermittel für die Optimierung der Medizinerausbildung im PJ

Medizinische Fakultät Mannheim hat erfolgreich Mittel aus dem „Qualitätspakt Lehre“ eingeworben

Mannheim, den 21. Dezember 2011

Eine gute Investition in die Qualität der Lehre: Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat sich gemeinsam mit ihrer Schwesterfakultät in Heidelberg, sowie den medizinischen Fakultäten der Universitäten Tübingen und Freiburg, mit einem Verbundantrag in der zweiten Runde des „Qualitätspakts Lehre“ durchgesetzt. Die im „Kompetenznetz Lehre Baden-Württemberg“ zusammengefassten vier Medizinfakultäten werden über fünf Jahre mit sechs Millionen Euro darin unterstützt, ihre Lehrkonzepte für die Ausbildung junger Ärzte weiter zu entwickeln.

Mit dem „Qualitätspakt Lehre“ will das Bundesministerium dazu beitragen, die Studienbedingungen an den Universitäten weiter zu verbessern und die Qualität der Lehre zu fördern. In der Medizin soll dabei das Lernen, Lehren und Prüfen inhaltlich und methodisch noch stärker an der ärztlichen und wissenschaftlichen Berufspraxis ausgerichtet werden.

Aus dem gemeinsamen Topf fließen rund 2,5 Millionen Euro an die beiden Medizinfakultäten der Universität Heidelberg. „Wir bieten hier in Mannheim bereits eine hervorragende Medizinerausbildung. Die vom Bundesministerium zugesagten Mittel werden wir dafür verwenden, die Ausbildung unserer Studierenden im Praktischen Jahr noch zu verbessern“, so Professor Dr. Udo Obertacke, Leiter des „Kompetenzzentrum Praktisches Jahr“ an der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Seit die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Jahr 2006 den Modellstudiengang MaReCuM eingerichtet hat, bescheinigt ihr alljährlich das hervorragende Abschneiden ihrer Studierenden im Ersten Staatsexamen (M1) eine besonders hohe Qualität der Lehre im neu aufgebauten Grundstudium: Die Mannheimer Medizinstudenten belegten seit dem Bestehen der Vorklinik jedes Jahr in der bundesweiten Zentralprüfung einen der vordersten Plätze – in den vergangenen zwei Jahren jeweils den Spitzenplatz.

Die Mannheimer Medizinfakultät ist außerdem darauf bedacht, die Lehre auch im Praktischen Jahr (PJ) weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt dieses letzten Studienabschnitts vor dem Eintritt in den Beruf des Arztes steht die Ausbildung am Patienten im Klinikalltag - und inzwischen vermehrt auch im ambulanten Bereich. Das „Kompetenzzentrum Praktisches Jahr“ an der Medizinischen Fakultät Mannheim hat im August 2011 ein neues, innovatives Lehrkonzept im PJ eingeführt. Als bundesweit erste Medizinfakultät hat sich die Mannheimer Fakultät von dem klassischen Konzept der Tertiale in Chirurgie, Innerer Medizin und einem Wahlfach verabschiedet. Das PJ untergliedert sich nun in vier Quartale. Das vierte Praxisquartal wird verbindlich in der „Ambulanten Medizin“ absolviert – also zum Beispiel in einer Hochschulambulanz, klinischen Tageseinrichtung oder fachärztlichen Praxis.

„Mit dem neuen Lehrkonzept wollen wir unsere Studenten noch besser auf die aktuellen Gegebenheiten vorbereiten“, so der Unfallchirurg Professor Obertacke. „Denn die Zahl der Patienten, die im ambulanten Bereich diagnostiziert und behandelt werden, steigt und der Stellenwert der ambulanten Versorgung wird weiter zunehmen“, skizziert Professor Obertacke die Entwicklung.

Im Praktischen Jahr sollen die Studierenden optimal darauf vorbereitet werden, die Anforderungen, die an den ärztlichen Beruf gestellt werden – wie Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit – im Berufsalltag gut bewältigen zu können. Damit dies in Zukunft noch besser gelingt, will die Fakultät mit den vom Bundesministerium zugesagten Mitteln zunächst eine Bestandsaufnahme der fachübergreifenden ärztlichen Kompetenzen vor dem Praktischen Jahr vornehmen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend maßgeschneiderte, innovative Unterrichtskonzepte für die PJ-Studenten entwickelt werden. Damit will die Fakultät dem gesteckten Ziel gerecht werden, ihre angehenden Mediziner ideal auf die ärztliche und wissenschaftliche Berufspraxis vorzubereiten.


Qualitätspakt Lehre

Der „Qualitätspakt Lehre“ ist als dritte Säule des Hochschulpakts 2020 im Juni 2010 beschlossen worden. Das von Bund und Ländern getragene Programm zielt darauf ab, die Studienbedingungen zu verbessern und die Qualität in der Lehre zu fördern.

Das „Kompetenznetz Lehre in der Medizin Baden-Württemberg“ hatte einen Verbundantrag eingereicht, der nun auch in der zweiten Runde erfolgreich war. Die vier am Kompetenznetz beteiligten Medizinfakultäten in Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Tübingen arbeiten an unterschiedlichen Themenschwerpunkten in den Bereichen Lernen, Lehren und Prüfen. Durch die Zusammenarbeit der Verbundpartner kann so ein umfassendes neues Modell der Lehre im Medizinstudium entstehen.


Kontakt:

Dr. Harald Fritz
Geschäftsbereich Studium und Lehrentwicklung
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-9736 (Sekretariat)
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de


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Makrophagen sind Teil eines unbekannten Immunsystems

Neue Studie weist flexible Immunabwehr in evolutionsbiologisch alten Immunzellen nach

Mannheim, den 2. Dezember 2011

Offenbar sind die Makrophagen lange Zeit unterschätzt worden. Rund 130 Jahre nach der Entdeckung dieser Immunfresszellen durch den Nobelpreisträger Ilja Iljitsch Metschnikow hat jetzt eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erstmals nachgewiesen, dass es Makrophagen gibt, die über ein flexibles Immunerkennungssystem verfügen. Die Makrophagen, die seit jeher als klassische Pfeiler des angeborenen Immunsystems angesehen werden, besitzen demnach Eigenschaften, die bisher nur dem adaptiven Immunsystem zugeschrieben wurden.

Die möglichen Implikationen dieses bisher unbekannten Makrophagen-Immunsystems für die Entzündungsforschung sind zahllos. „Da Makrophagen an chronischen Entzündungsprozessen nahezu jeglicher Couleur beteiligt sind, beeinflusst die Entdeckung die Erklärungsmodelle für unterschiedlichste Erkrankungen, deren Entstehung und Verläufe bislang unverstanden sind“, so Professor Dr. Wolfgang Kaminski. Der als Oberarzt am Institut für Klinische Chemie der UMM tätige Labormediziner hat die Forschungen gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Beham, Oberarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie der UMG, federführend geleitet.

Am Beispiel der Tuberkulose konnte die Gruppe um Professor Kaminski bereits nachweisen, dass das neu entdeckte Makrophagen-Verteidigungssystem eine bedeutende Rolle bei der Immunabwehr im Zusammenhang mit dieser gefährlichen Infektionskrankheit spielt, an der derzeit weltweit etwa 10 Millionen Menschen erkrankt sind.

Zum Hintergrund der Entdeckung: Unser Immunsystem verfügt über zwei verschiedene Mechanismen, mit denen es als „fremd“ erkannte Organismen oder Substanzen bekämpft: die angeborene (innate) und die erworbene (adaptive) Immunantwort. Das aus evolutionsbiologischer Sicht deutlich ältere System ist die angeborene Immunantwort.

Bislang war die Wissenschaft davon überzeugt, dass die angeborene Immunantwort im Gegensatz zur erworbenen Immunantwort nicht flexibel ist, nur unselektiv auf fremde Reize reagieren kann und daher auch über kein „immunologisches Gedächtnis“ verfügt. Demgegenüber sind die Gedächtniszellen des lernenden Immunsystems besonders wirksam bei wiederkehrenden Reizen: Wurden diese beim ersten Kontakt als gefährlich eingestuft, so wird eine sehr produktive und selektive Immunantwort ausgelöst. Reize, die als ungefährlich eingestuft wurden, erzeugen eine Immuntoleranz.

Die aktuelle Arbeit legt jedoch nahe, dass die in der Evolution lange vor den Lymphozyten des lernenden Immunsystems entstandenen Makrophagen bereits über dieselben spezifischen Immunerkennungsmechanismen verfügen, die die Lymphozyten als Ausführungsorgane des heutigen adaptiven Immunsystems nutzen. Die neu entdeckte Makrophagenpopulation bildet möglicherweise eine Brücke zwischen dem klassisch angeborenen Immunsystem und dem nach bisheriger Kenntnis nur von Lymphozyten benutzten lernenden Immunsystem.

Angesichts der zentralen Bedeutung der Makrophagen in der generellen Immunabwehr gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das neu entdeckte flexible Makrophagen-Verteidigungssystem eine wichtige Rolle bei der Entstehung weiterer makrophagen-abhängiger Entzündungserkrankungen einnimmt. Hierzu zählen neben der Atherosklerose, der Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall, rheumatische und neurodegenerative Erkrankungen sowie Krebs-assoziierte Entzündungen.

„Die Erkenntnisse aus dieser von Kollegen Kaminski und Mitarbeitern durchgeführten Arbeit sind unbedingt wegweisend und werfen gleichzeitig viele neue Fragen auf: Wie umfangreich wird das immunologische Repertoire von diesen Makrophagen genutzt, und wieweit sind sie tatsächlich „lernfähig“? Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen könnte die Behandlung von vielen Erkrankungen grundlegend verändern und ist schon deshalb nicht hoch genug einzuschätzen“, so Professor Dr. Michael Neumaier, Direktor des Mannheimer Instituts für Klinische Chemie.

An der aktuell publizierten Studie sind außer der Universitätsmedizin Mannheim und der Universitätsmedizin Göttingen auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin Göttingen, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Universitäten Sydney, Dublin und Moskau beteiligt.


Publikation

Die Ergebnisse der Studie sind aktuell im renommierten open-access Fachmagazin Public Library of Science Pathogens [PLoS Pathogens] publiziert:

TNF-Regulated Recombinatorial Macrophage Immune Receptor Implicated in Granuloma Formation in Tuberculosis

November 2011; Volume 7, Issue 11, e1002375
doi:10.1371/journal.ppat.1002375

http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.1002375

Makrophagen

Ilja Iljitsch Metschnikow hat die Immunfresszellen vor rund 130 Jahren entdeckt und ist dafür im Jahr 1908 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Seitdem war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die evolutionsbiologisch „alten“ Makrophagen als Bestandteil der angeborenen Immunantwort – im Gegensatz zu den Lymphozyten des adaptiven Immunsystems – nicht über ein System der flexiblen Immunabwehr verfügen.

Für die Entdeckung der so genannten Dendritischen Zellen, der immunologischen „Geschwisterzellen“ der Makrophagen (beide gehen aus derselben innaten Vorläuferzelle hervor), wird Ralph Steinman posthum am 10.12.2011 der Medizinnobelpreis verliehen.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Wolfgang Kaminski
Institut für Klinische Chemie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-4012
E-Mail: Wolfgang.Kaminski@umm.de


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Krebsforscherinnen ausgezeichnet

Onkologischer Arbeitskreis Mannheim würdigt die Arbeiten zweier Wissenschaftlerinnen

Mannheim, den 18. November 2011

Der Onkologische Arbeitskreis Mannheim hat auch in diesem Jahr im Rahmen seines Herbstsymposiums zwei junge Wissenschaftlerinnen für ihre besonders innovativen Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die diese an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) durchgeführt haben: Dr. med. Genevieve Schindler überzeugte mit ihrer wissenschaftlichen Publikation über eine Genmutation, die sie gehäuft in seltenen Hirntumoren nachweisen konnte, und erhielt dafür den Preis für Experimentell-Onkologische Forschung. Dr. sc. hum. Teresa Peccerella setzte sich mit ihrer Doktorarbeit, in der sie die Identifizierung neuer Tumormarker im Blut von Krebspatienten beschreibt, im Wettbewerb um den Promotionspreis durch.

Dr. med. Genevieve Schindler ist 31 Jahre alt und Assistenzärztin in der Weiterbildung an der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Mannheim. Die Arbeit, die in der ausgezeichneten Publikation mündete, erfolgte in Kooperation mit der Neuropathologischen Klinik in Heidelberg und mit dem DKFZ. Hier wurden insgesamt 1.320 Gewebeproben von verschiedenen Hirntumoren auf einen bestimmten Gendefekt hin untersucht: Eine Punktmutation im B-Raf-Gen, einem Krebsgen (Onkogen), das die Information zur Synthese einer Proteinkinase bereitstellt. Die Mutation in B-Raf führt dazu, dass ein wichtiger zellulärer Signalweg, der in gesunden Zellen nur bei akutem Bedarf eingeschaltet wird, dauerhaft aktiv ist und dadurch zur unkontrollierten Zellvermehrung führt.

Die junge Ärztin konnte zeigen, dass die Mutation gehäuft in einigen seltenen Hirntumoren anzutreffen war. Für den einzelnen Patienten ist der Nachweis der Mutation entscheidend, denn bei Trägern dieser Mutation kann im Anschluss an die chirurgische Entfernung des Tumors eine zielgerichtete Chemotherapie empfohlen werden, da die Tumore aufgrund ihrer ungünstigen Lage häufig nicht vollständig entfernt werden können.

Dr. sc. hum. Teresa Peccerella ist 32 Jahre alt. Sie hat an der Hochschule Mannheim studiert und am Institut für Klinische Chemie der Medizinischen Fakultät Mannheim promoviert. Ziel ihrer Arbeit war es, im Blut von Krebspatienten Tumormarker zu identifizieren, die bereits im Frühstadium der Erkrankung eine Vorhersage über die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung und des Überlebens der Patienten erlauben. Dafür erstellte sie mittels Massenspektrometrie Proteom-Expressionsprofile aus dem Blut von Patienten mit Melanomen und anderen soliden Tumoren.

Die junge Wissenschaftlerin konnte dabei ein Protein identifizieren, das als Tumormarker dienen kann. Im Rahmen ihrer Arbeit entwickelte sie darüber hinaus eine Methode zum massenspektrometrie basierten Protease-Profiling, einem Verfahren mit dem krankheitsassoziierte Veränderungen der Proteinausstattung in der Zelle detektiert werden können. Dies kann dazu dienen, ein verbessertes prognostisches Klassifikationssystem für solide Tumoren zu etablieren.


Herbstsympsoium des Onkologischen Arbeitskreises

Das Herbstsymposium des am Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim (ITM) angesiedelten Onkologischen Arbeitskreises, bei dem die beiden Wissenschaftlerinnen ausgezeichnet wurden, widmete sich am 15. Oktober 2011 dem Thema „High Tech“ und „Soft Skills“ – Beiträge zum Diagnose- und Therapiefortschritt in der Onkologie.


Kontakt:

Prof. Dr. Peter Hohenberger
Chirurgische Klinik
Leiter der Sektion Thoraxchirurgie und spezielle Chirurgische Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2609
E-Mail: peter.hohenberger@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Neuer Mechanismus der Entstehung von Blutkrebs entdeckt

Mannheimer Wissenschaftler an Forschungsprojekt zum Myelodysplastischen Syndrom beteiligt / Ergebnisse in Nature publiziert

Mannheim, den 16. November 2011

Hämatologen der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sind intensiv an einem internationalen Kooperationsprojekt zum Myelodysplastischen Syndrom (MDS) beteiligt, das überraschende Erkenntnisse über einen bislang unbekannten Entstehungsmechanismus dieser bösartigen Erkrankung des Knochenmarks liefert.

Die Wissenschaftler entdeckten gehäuft genetische Veränderungen, die einen Mechanismus bei der Synthese der Blutzellen betreffen. Dass die vorliegenden Ergebnisse im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht wurden, unterstreicht deren Relevanz: „Es liegt auf der Hand, dass der Nachweis dieser Mutationen künftig die Therapie dieser Krebserkrankung beeinflussen wird“, bestätigt Dr. med. Daniel Nowak, einer der Erstautoren der Publikation, der als Assistenzarzt und Gruppenleiter im molekulargenetischen Labor wichtigen Anteil an der Arbeit hat.

Als Myelodysplastisches Syndrom wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen der Reifungsprozess bei der Blutbildung nachhaltig gestört ist. Ausgehend von genetisch veränderten Ursprungszellen (Stammzellen) des Knochenmarks bildet der Körper funktionsuntüchtige Blutzellen. Die Erkrankungen sind selten, treten aber mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf. Die III. Medizinische Klinik der UMM hat in den vergangenen zwei Jahren unter der Leitung ihres Direktors Professor Dr. med. Wolf-Karsten Hofmann ein international zertifiziertes Exzellenz-Zentrum für MDS aufgebaut. Dort werden viele Patienten behandelt und die Grundlagen der Erkrankung intensiv erforscht.

Mittels des so genannten whole-exome sequencing, also der Bestimmung der kompletten genetischen Information aller bekannten Gene von insgesamt 29 Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom, entdeckten die an dem Kooperationsprojekt beteiligten Wissenschaftler gehäuft genetische Veränderungen, die einen Mechanismus der Proteinsynthese betreffen, und zwar die so genannte mRNA splicing Maschinerie. Die mRNA ist eine Abschrift der genetischen Information DNA (Desoyribonukleinsäure). Sie dient als Vorlage für die Synthese von Proteinen. Bevor dieser Prozess, die Translation, eingeleitet wird, müssen aus den initial transkribierten RNA Molekülen nicht-kodierende Sequenzen, so genannte Introns, entfernt werden. Dieser Vorgang wird als splicing bezeichnet.

Die meisten der neu identifizierten Mutationen betreffen Gene, die eine Funktion beim splicen von RNA haben. Durch die Beeinträchtigung der Funktion dieser Gene ist der normale Splicevorgang in den Stammzellen des blutbildenden Knochenmarks gestört, was bei diesen Patienten die Blutbildung (Hämatopoese) beeinträchtigt.

Die Mannheimer Wissenschaftler konnten die den Splicing Pathway betreffenden genetischen Veränderungen, die von mehreren japanischen Arbeitsgruppen identifiziert worden waren, validieren und mit anderen molekularen Techniken bestätigen. Die Mutationen sind signifikant häufig und sehr spezifisch in den Tumoren des Knochenmarks zu finden. Die vorliegenden Ergebnisse liefern erstmals einen Hinweis darauf, dass genetische Veränderungen der Splicing Maschinerie eine Rolle in der Entstehung des Myelodysplastischen Syndroms spielen. „Diese Entdeckung eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die gezielte Therapie dieser Erkrankungen“, ist sich Dr. Nowak sicher.


Publikation

Frequent pathway mutations of splicing machinery in myelodysplasia
Kenichi Yoshida, Masashi Sanada, Yuichi Shiraishi, Daniel Nowak, Yasunobu Nagata et al.
Nature 478, 64–69, 06 October 2011
doi:10.1038/nature10496

http://www.nature.com/nature/journal/v478/n7367/full/nature10496.html


Kontakt:

Dr. med. Daniel Nowak
III. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-6935
E-Mail: daniel.nowak@medma.uni-heidelberg.de



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Menschenkinder – Plädoyer für eine artgerechte Erziehung

Aktuelles Buch von Herbert Renz-Polster fordert neues Maß für die Erziehung

Mannheim, den 10. Oktober 2011

Wenn es um die Erziehung von Kindern geht, sind die Ansichten vielfältig. Immer neue Theorien erklären, was Kinder brauchen und was Eltern angeblich falsch machen. Das Problem: Die Theorien ändern sich nicht nur ständig, sie widersprechen sich auch. Kein Wunder, dass die Eltern verunsichert sind.

„Ein guter Teil von dem, was über Kinder behauptet wird, ist reine Spekulation“, davon ist Dr. med. Herbert Renz-Polster überzeugt. Er ist Vater von vier Kindern, Kinderarzt, und hat als Autor gerade sein drittes „Elternbuch“ herausgebracht, das sich mit der Kindergesundheit und der kindlichen Entwicklung befasst. Am Mannheimer Institut für Public Health (MIPH; Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg) beschäftigt er sich vor allem mit Fragen der Entwicklungs- und Gesundheitsförderung bei Kindern.

Renz-Polster verfolgt einen evolutionsbiologischen Ansatz. Danach folgt die Entwicklung von Kindern nicht der Willkür, sondern einem sinnvollen Muster, das sich als Antwort auf die Herausforderungen gebildet hat, vor denen die Kinder in der Menschheitsgeschichte immer wieder standen. Die wissenschaftliche Basis von Renz-Polsters publizistischem Werk liegt damit in der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie, die davon ausgeht, dass das Aussehen und Verhalten der heutigen Lebewesen darauf beruht, dass sie mit diesen Eigenschaften in der Vergangenheit Erfolg hatten.

Auch in seinem neuen Buch „Menschenkinder. Plädoyer für eine artgerechte Erziehung“, das Anfang des Monats im Kösel-Verlag erschienen ist, empfiehlt Renz-Polster, in der Erziehung an den Kindern selbst Maß zu nehmen, wie sie sich über Tausende von Jahren entwickelt haben. Sein Motto: Erziehung neu denken. Letztlich geht es darum, die in den Kindern angelegten Stärken zu erkennen und zur Grundlage von Erziehung zu machen.

„Wer Kinder von ihren evolutionären Wurzeln her versteht, landet automatisch bei einer Frage, die wir heute zwar für Legehennen stellen, für Kinder aber viel zu lange vernachlässigt haben: der Frage nach dem artgerechten Entwicklungsrahmen“, so Renz-Polster. Auf 192 Seiten geht er den Fragen nach, unter welchen Umständen Kinder am besten gedeihen, was ihnen Rückenwind verschafft und was Gegenwind, und was wir – als Eltern, aber auch als Gesellschaft – tun können, um für unsere Kinder einen angemessenen Entwicklungsrahmen zu schaffen. Dabei räumt er auch mit Lügen und Mythen auf, die den Eltern bei der Erziehung heute oft genug im Weg stehen.


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Chronischer Schmerz: Warum die „Schmerzkabel“ weniger ermüden

Förderpreis für Schmerzforschung an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 6. Oktober 2011

Der Nerven-Wachstums-Faktor NGF trägt dazu bei, dass Schmerzen verstärkt und länger wahrgenommen werden: Zwei Forscher der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. med. Otilia Obreja und PD Dr. rer. nat. Roman Rukwied, konnten zeigen, dass der Nerven-Wachstums-Faktor NGF ein Grund dafür ist, dass die Nervenfasern, die den Schmerzreiz ans Gehirn übermitteln, bei Patienten mit chronischen Schmerzen nicht wie bei Gesunden auf Dauer „ermüden“. NGF ist für das längere Durchhaltevermögen der Fasern verantwortlich.

Für ihre Arbeit, die im Fachjournal PAIN veröffentlicht ist („NGF enhances electrically-induced pain, but not axon reflex sweating“; PAIN 2011, Vol.152, 1865-1863), wurden die beiden Wissenschaftler heute beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim mit dem mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis der Kategorie Grundlagenforschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2011 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. vergeben. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Dauerhafte Schmerzzustände und gesteigerte schmerzhafte Empfindungen sind typisch für Patienten mit Nervenschädigung (Neuropathie). Die genauen Ursachen und Mechanismen dieser neuropathischen Schmerzen sind noch weitgehend ungeklärt. Neue Hinweise fanden die Mannheimer Forscher dank Untersuchungen an gesunden Menschen, Studien an Patienten und tierexperimenteller Forschung. „Nervenfasern haben die Funktion, die Informationen eines äußeren Reizes, etwa Helligkeit von Licht oder Intensität von Schmerz, vom Reizort zu unserem Gehirn zu leiten, vergleichbar mit einem elektrischen Kabel, das ein Signal von A nach B überträgt. Die Nervenfasern, die zur Schmerzempfindung beitragen, sogenannte Nozizeptoren, leiten besonders langsam und werden bei wiederholter Aktivierung zunehmend langsamer, als würden sie ermüden“, erläutert Dr. Obreja. Diese „Ermüdung“ der Nervenfasern ist bei Patienten mit chronischen Schmerzen weniger stark ausgeprägt, allerdings nur in einer speziellen Untergruppe von Fasern, die für mechanische Reize unempfindlich sind (sogenannte „stumme“ Nozizeptoren).

Die Forscher konnten am Menschen zeigen, dass ein körpereigenes Eiweiß, der sogenannte Nerven-Wachstums-Faktor NGF, eine mechanische Überempfindlichkeit auslöst, einhergehend mit einer Übererregbarkeit der „Leitungskabel“, die sie mittels elektrischer Stimulation der Haut testeten. „Diese Übererregbarkeit war spezifisch für Nozizeptoren, da der gleiche elektrische Reiz die Funktion der „autonomen“ Nervenfasern, die unsere Schweißdrüsen aktivieren, nicht veränderte“, erklärt Dr. Rukwied. Die direkte Wirkung von NGF auf einzelne Nervenfasern wurde am Hausschwein untersucht, dessen Nervenfasern denen des Menschen am ähnlichsten sind. Tatsächlich reduzierte NGF das „Ermüden“ lediglich bei den „stummen“ Nozizeptoren. Wie beim Menschen waren auch beim Hausschwein die „autonomen“ Nervenfasern von NGF nicht beeinflusst.

Die Forschungsansätze der beiden Mannheimer Wissenschaftler eröffnen neue Perspektiven bei der Aufklärung der Mechanismen, die zur Schmerzchronifizierung führen, indem ihre Ergebnisse das Konzept der Schmerzentstehung auf die „Kabel“ der Nervenzellen erweitern. Die klinische Relevanz der Untersuchungen belegt der erfolgreiche Einsatz von Antikörpern gegen NGF (Tanezumab®) bei der Behandlung chronischer Schmerzpatienten. Die Ergebnisse von Dr. Obreja und PD Dr. Rukwied eröffnen damit auch neue Perspektiven für die Therapie von chronischen Schmerzen.


Kontakt:

Dr. med. Otilia Obreja
PD Dr. rer. nat. Roman Rukwied
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon 0621 / 383-3170 oder -4157
Otilia.Obreja@medma.uni-heidelberg.de
Roman.Rukwied@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Neuer Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim: Professor Bicker

Professor Bicker lenkt künftig die Geschicke der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Universitätsklinikums Mannheim in Forschung und Lehre

Mannheim, den 4. Oktober 2011

Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker ist seit dem 1. Oktober 2011 Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre. Beide Ämter hat er von Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern übernommen, der die Fakultät 20 Jahre fast durchgängig führte.

Der in Bensheim lebende, 65-jährige Wissenschaftler und Manager ist seit dem Jahr 1976 als außerplanmäßiger Professor mit der Mannheimer Medizinfakultät verbunden. Nach dem Studium der Chemie in Berlin und dem Medizinstudium in Heidelberg - akademische Ausbildungen, die er jeweils mit der Promotion abschloss - hatte er sich hier im Fach „Experimentelle Chemotherapie“ habilitiert.

Als Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg konnte Professor Bicker die Geschicke der Fakultät bereits in der Vergangenheit mit gestalten, etwa als es um die Frage ging, ob die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät ausgebaut werden soll.

In der Industrie hat Professor Bicker höchste Managerpositionen bekleidet. Rund 20 Jahre war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche AG) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Anschließend brachte er rund zehn Jahre seine Expertise in führenden Positionen verschiedener Unternehmen der Hoechst Gruppe (heute Sanofi Aventis) ein. Der Naturwissenschaftler und Mediziner war im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg, und Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG, 2004 wurde er in den Stiftungsvorstand von Aventis Research & Technology Frankfurt berufen.

Professor Bicker hält Mandate in verschiedenen Aufsichtsräten und Beiräten und wirkt in den Gremien zahlreicher universitärer, wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen. Unter anderem engagiert er sich im Kuratorium der gemeinnützigen Aventis Foundation. Im Jahr 2007 erhielt er für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Professor Bicker bringt vieles mit, was der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) künftig zugute kommt: Begeisterung für die Grundlagenforschung ebenso wie für die forschende klinische Medizin, Verständnis für die Belange der forschungsgeleiteten Lehre sowie unternehmerische Erfahrung.



Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und
Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim
Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker.


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Junger Krebsforscher baut eigene Helmholtz-Nachwuchsgruppe am DKFZ auf

Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Andreas Fischer für die Leitung einer neuen Helmholtz-Nachwuchsgruppe aus

Mannheim, den 29. September 2011

Dr. Andreas Fischer baut künftig als Nachwuchsgruppenleiter eine eigene Forschungsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf. Dafür stellt ihm die Helmholtz-Gemeinschaft über fünf Jahre ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro zur Verfügung, mit dem er neben der eigenen Stelle mindestens drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung finanzieren kann.

Dr. Fischer war bislang Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Fischer erforscht unter anderem die Entwicklung von Blutgefäßen. Er untersucht molekulare Signale, die auf Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, einwirken. Diese Signale bestimmen, wo diese Zellen zu neuen Äderchen aussprossen, ob sich die neuen Gefäße zu Venen oder zu Schlagadern entwickeln und wie die jungen Blutgefäße ausreifen. In der Krebsforschung ist die Angiogenese, das Sprossen neuer Blutgefäße, ein zentraler Vorgang: Ohne Ankopplung an die Versorgungswege der Blutbahnen könnte kein Tumor über die Größe eines Stecknadelkopfes hinaus wachsen. Die molekularen Signale an Endothelzellen spielen jedoch nicht nur bei Krebs eine Rolle: Sie sind, wie Dr. Fischers Arbeiten zeigen, auch an der korrekten Ausbildung der Anatomie des Herzens beteiligt. Störungen in dieser Signalkaskade führen außerdem zu Gefäßfehlbildungen im Gehirn.

Für seine Arbeiten wurde Andres Fischer bereits mehrfach ausgezeichnet: Allein in diesem Jahr erhielt Fischer sowohl den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller Förderpreis, als auch den Dr. Hella-Bühler-Preis in Höhe von 75.000 Euro.

Das Nachwuchsgruppen-Programm dient der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum – in diesem Fall das DKFZ – übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, um sich auch für eine Universitätskarriere zu qualifizieren. Dr. Fischer wird daher seine bisherige Anbindung an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beibehalten und in die Lehre involviert sein.

„Die Auszeichnung durch die Helmholtz-Gesellschaft ist für mich eine große Bestätigung für meine bisherige Arbeit und ein wichtiger Meilenstein meiner Laufbahn. Der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum bietet mir neben ausgezeichneten Bedingungen für meine wissenschaftlichen Projekte auch eine hervorragende persönliche Zukunftsperspektive“, freut sich Andreas Fischer.

Andreas Fischer (34 Jahre) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch.

Insgesamt ermöglichte die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, bislang damit nun insgesamt 151 Nachwuchsgruppen.


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Spitzenforschung in der Gefäßbiologie und –medizin

Internationales Symposium zur Gefäßforschung im Mannheimer Schloss, 29./30. September 2011

Mannheim, den 28. September 2011

„Die besten Köpfe der Gefäßforschung“ aus Deutschland, dem europäischen Ausland und den USA versammeln sich bei einem internationalen Symposium im Mannheimer Schloss. Professor Dr. Hellmut G. Augustin, Sprecher des Sonderforschungsbereich/ Transregio SFB-TR23 („Vascular Differentiation and Remodeling“) und Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, freut sich besonders darüber, dass dieses hochkarätige Treffen in Mannheim stattfindet.

Die Gefäßforschung in Deutschland konzentriert sich in der Rhein-Main-Neckar-Region. Neben dem SFB-TR23 sind hier zwei weitere, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsverbünde angesiedelt, die gemeinsam mit dem SFB-TR23 zu dem Symposium am 29. und 30. September 2011 im Mannheimer Schloss eingeladen haben: das internationale Graduiertenkolleg GRK880/3 („Vascular Medicine“; Sprecher: Prof. Dr. Hans-Peter Hammes, Mannheim) und der Sonderforschungsbereich SFB834 („Endothelial Signalling and Vascular Repair“; Sprecherin: Prof. Dr. Ingrid Fleming, Frankfurt).

Unmittelbar profitieren von dem Symposium vorwiegend Wissenschaftler und Ärzte, die in Deutschland biomedizinische Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Gefäßbiologie und Gefäßmedizin betreiben. Bedeutung hat die Tagung aber auch indirekt für Patienten.

Ein zentrales Thema der Konferenz ist die Gefäßneubildung, die so genannte Angiogenese, die unter anderem eine entscheidende Rolle bei Krebserkrankungen spielt. Blutgefäße sind sowohl für die Entwicklung als auch für die Ausbreitung eines Tumors essentiell: Sie dienen einerseits als Pipeline für Nährstoffe und Sauerstoff, andererseits können Tumore auf diesem Weg metastasieren, indem sich einzelne Krebszellen vom Tumorherd über das Gefäßsystem auf den Weg zu weiteren Organen machen, wo sie sich ansiedeln. Die Angiogenese ist außerdem ein wichtiger physiologischer Prozess, da sie während der Embryonalentwicklung für die Ausbildung des Blutgefäßsystems verantwortlich ist.

Normale sowie auch krankhafte Angiogenese wirft interessante Fragen auf, die innerhalb der Forschungsgruppen bearbeitet und während des Symposiums diskutiert werden. Wie bewerkstelligt es der Tumor, dass Blutgefäße auf ihn zuwachsen, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen? Wie schafft es eine einzelne Krebszelle, aus dem Blutstrom heraus sich an einer bestimmten Stelle der Gefäßinnenwand festzusetzen, das Gefäß zu durchdringen und sich im Gewebe anzusiedeln – wie findet sie ihre Nische?

Bekannt ist inzwischen, dass die Neubildung von Gefäßen durch wachstumsfördernde Substanzen stimuliert wird. Diese regen die Vermehrung von Endothelzellen an und sorgen auch dafür, dass sich die Zellen gerichtet fortbewegen. Tumore sind aktiv um ihr Wohl bemüht, indem sie selbst solche Substanzen bilden und somit dafür sorgen, dass sie an das Blutgefäßsystem angebunden werden.

Die Mechanismen der Blutgefäßbildung sind im Embryo und im Tumor weitgehend identisch, nur dass die Vorgänge im Tumor unkontrolliert ablaufen und es dabei zu einer überschießenden Gefäßbildung kommt. Die Wissenschaftler lernen von den natürlichen Prozessen, indem sie die frühe Entwicklung des Blutgefäßsystems in der Maus untersuchen und ihre Ergebnisse auf die pathologischen Prozesse im Menschen übertragen.

Ein wichtiges Thema der Grundlagenforschung ist die Signalweiterleitung in der Zelle, die einerseits dazu führt, Endothelzellen zur Zellteilung zu stimulieren, damit genügend Bausteine für die Gefäßbildung zur Verfügung stehen. Die Signalweiterleitung spielt aber auch eine wichtige Rolle, Endothelzellen zur gerichteten Wanderung anzuregen, die dazu führt, dass das Blutgefäß exakt in Richtung des Tumors wächst. Diese spannenden Fragestellungen werden bei der Tagung erörtert.

Ein weiteres Kongressthema ist die Atherosklerose, die Gefäßverkalkung. Sie steht in engem Zusammenhang mit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen zählen. Hier arbeiten die Wissenschaftler an der Entschlüsselung der molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung, um so die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Ablagerungen in den Gefäßwänden zu entwickeln.


Programm zum Internationalen Symposium „Vascular Differentiation and Remodeling“

http://www.transregio23.de/meetings.html

Beteiligte Forschungsverbünde

SFB/TR23 "Vascular Differentiation and Remodeling"
Sprecher: Prof. Dr. Hellmut Augustin
Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie, Centrum für Biomedizin und Medizintechnologie, Medizinische Fakultät Mannheim

GRK 880/3 "Vascular Medicine"
Sprecher: Prof. Dr. Hans-Peter Hammes
Leiter der Sektion Endokrinologie, V. Medizinische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim

SFB 834 "Endothelial Signalling and Vascular Repair"
Sprecherin: Prof. Dr. Ingrid Fleming
Leiterin des Institute for Vascular Signalling, Universität Frankfurt


Kontakt:

Prof. Dr. Hellmut G. Augustin
Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolph-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 383-9960
E-Mail: augustin@angiogenese.de


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Forschungsschwerpunkt Medizintechnik an der Mannheimer Medizinfakultät

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer informiert sich vor Ort über das Potenzial in Mannheim im Zukunftsfeld Medizintechnik

Mannheim, den 28. September 2011

Mannheim und insbesondere die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat in der Medizintechnik die Nase vorn. Davon konnte sich gestern die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer überzeugen. Bei ihrem Besuch der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gewann sie einen Überblick über die vielfältigen Forschungsaktivitäten und Potenziale dieses Schwerpunktes an der Mannheimer Medizinfakultät und Einblick in ausgewählte medizintechnische Innovationen.

„Die Universitätsmedizin Mannheim ist für die Metropolregion Rhein-Neckar von größter Bedeutung - als Arbeitgeber, als Krankenhaus der Maximalversorgung für die Patientinnen und Patienten aus der Region, aber auch als Forschungseinrichtung. Einen beeindruckenden Schwerpunkt bildet hier die Medizintechnik, in dem die Universität Heidelberg, die Hochschule Mannheim und die Fraunhofer-Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie hier mit viel Enthusiasmus auch Hochschularten-übergreifend kooperiert wird, um neue Entwicklungen voranzutreiben, aber auch Studiengänge zu schaffen, die wir brauchen und die von den jungen Menschen angenommen werden, beeindruckt mich sehr.“ Die vom Land Baden-Württemberg gegründete Fraunhofer-Projektgruppe ermögliche den Aufbau eines neuartigen Arbeitsgebietes mit großem Potenzial sowohl für die Forschung als auch für die Wirtschaft.

Die Medizintechnik ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim und gleichzeitig eines von vier Kompetenzfeldern der Stadt Mannheim. Die neu eingerichtete Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB), die sich in den nächsten Jahren zu einem eigenständigen Fraunhofer-Institut entwickeln soll, zeugt von dem Potenzial in punkto Medizintechnik. Anfang des Jahres hatte das Land Baden-Württemberg diesem Projekt eine Zukunft gegeben, indem es grünes Licht für die erforderlichen Mittel gab, zunächst für fünf Jahre. Die inzwischen zentral in der Universitätsmedizin Mannheim angesiedelte Abteilung ist spezialisiert auf die Entwicklung von Automatisierungslösungen für den Umgang mit biologischen Materialien. Hier analysieren künftig auf Automatisierungstechnik spezialisierte Ingenieure von Fraunhofer gemeinsam mit Medizinern und Biotechnologen der UMM, welche technischen Entwicklungen die Medizin voranbringen könnten, und arbeiten daran, diese umzusetzen. Projekte mit verschiedenen Forschungsgruppen in der UMM sind bereits angelaufen.

„Die Medizintechnik ist ein wichtiger Schwerpunkt der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim. Die Einrichtung einer Fraunhofer-Projektgruppe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Universitätsmedizin Mannheim werte ich als großartigen Schritt für den Ausbau des Medizintechnik-Standortes Mannheim. Mannheim hat die entsprechende wissenschaftliche und wirtschaftliche bzw. unternehmerische Umgebung für ein solches Institut. Vor allem aber bietet Mannheim eine kontinuierliche Linie von der Ausbildung über die Forschung zur Anwendung. Und mit der Medizinischen Fakultät auch eine entsprechende Applikationsplattform – alles in allem ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“ erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Dr. Jan Stallkamp, Leiter der Projektgruppe PAMB, vermittelte seine Vision von neuen Produkten der Automatisierungstechnik, die künftig die medizinische Forschung vorantreiben könnten: von chirurgischen Assistenzsystemen und multifunktionellen Instrumenten, die in der Diagnostik und Therapie die Grenzen des manuellen (Un-) Vermögens des Menschen überwinden, Geräten und Methoden zur Steigerung von Qualität und Effizienz in biotechnischen Laboren bis hin zu „intelligenten“ Implantaten.

Voraussetzung für die Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe ist das Einrichtungs-übergreifende Umfeld, das eine anwendungsbezogene Forschung in einem technischen Zukunftsfeld möglich macht. Dies bietet die Universitätsmedizin Mannheim etwa mit dem Institut für Medizintechnologie (IMT), einer wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim. Hier finden medizintechnische Forschung und eine integrierte Nachwuchsförderung gleichermaßen statt. Mehrere akkreditierte Studiengänge wurden in diesem Institut eingerichtet, die von den Lehrenden beider Hochschulen gemeinsam betrieben werden.

Bei ihrem Besuch konnte sich die Ministerin anhand von drei praktischen Beispielen unterschiedlicher Fachgebiete ein Bild von der praktischen Anwendung medizintechnischer Entwicklungen machen, an denen Wissenschaftler der Universitätsmedizin beteiligt sind. Präsentiert wurden:
- das „schlaue“ Pflaster, mit dem die Organfunktion minimal-invasiv, nämlich mittels Lichtsignalen gemessen werden kann
- die Intraoperative Radiotherapie, die langwierige strahlentherapeutische Behandlungseinheiten beim Brustkrebs ersetzen kann
- ein neues MRT-System (Magnetresonanztomograph) mit einer Feldstärke von 3 Tesla, mit dem unter Einsatz neu entwickelter Empfangsspulen Tumorgewebe in Niere und Prostata besser charakterisiert werden kann.

Praxisorientiert und hochdekoriert

Das „schlaue Pflaster“ ist ein in Mannheim unter der Federführung von Professor Dr. Norbert Gretz entwickeltes Verfahren, mit dem in der Zukunft Organfunktionen gemessen werden können, ohne dass der Körper - etwa durch regelmäßige Blutentnahme – angetastet werden müsste. Professor Gretz ist Geschäftsführender Direktor des IMT und Direktor des Zentrums für Medizinische Forschung der Medizinischen Fakultät Mannheim. Bei dem neuartigen Messverfahren ermittelt eine in einem Pflaster verborgene Leiterplatte in regelmäßigen Abständen die Konzentration eines vorher injizierten Diagnostikums im Gewebe. Die gemessenen Werte geben Auskunft über die Aktivität des zu untersuchenden Organs. Die Kommunikation sowohl zwischen dem Pflaster und dem Gewebe, als auch die Weiterleitung der Information vom Pflaster zum Computer, findet über Lichtsignale statt. Da das Pflaster in regelmäßigen, kurzen Abständen ein Lichtsignal an den PC sendet, ist das Ergebnis eine detaillierte Verlaufsgrafik der Organfunktion. Das Forschungsprojekt ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt beim Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen 2011".

Die Intraoperative Radiotherapie (IORT) ist eine der innovativsten Behandlungsmethoden in der brusterhaltenden Krebstherapie. Sie zeichnet sich durch eine besonders hohe Präzision bei der Bestrahlung und verkürzte Behandlungsserien aus. Bei der IORT kommt ein Miniaturröntgenstrahlengenerator von Zeiss Meditec zum Einsatz, dessen jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit Professor Dr. Frederik Wenz als klinischer Partner eng begleitet hat.

Bei dem Verfahren wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, eine einmalige Bestrahlungsdosis mit hoher Präzision direkt im Tumorbett appliziert, um möglicherweise noch unerkannt vorhandene Krebszellen zu vernichten. Professor Wenz hat die Behandlungsmethode vor einem Jahrzehnt an der Universitätsmedizin Mannheim eingeführt - als erstem Zentrum in Deutschland. Zukunftsperspektiven zeigen sich für die IORT auch in anderen Einsatzbereichen, etwa bei der Behandlung von Wirbelkörpermetastasen. An der UMM wird dazu ein kombiniertes Therapieverfahren erprobt, die so genannte Kypho-IORT. Professor Wenz erhielt Anfang dieses Jahres für seine Arbeit zur Intraoperativen Radiotherapie bei Brustkrebs den mit 20.000 Euro dotierten Claudia von Schilling-Preis. Im selben Jahr sind drei weitere Wissenschaftler seiner Klinik im Zusammenhang mit der IORT mit Preisen ausgezeichnet worden.

Als erstes Institut der Welt hat das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) zusammen mit der Industrie ein neues MRT-System (Magnetresonanztomographie) mit einer Feldstärke von 3 Tesla und 64 separaten Empfangskanälen implementiert und am Mannheimer Standort weiter entwickelt. Das Hochleistungsgerät leistet sowohl in der Diagnostik von Tumorerkrankungen als auch zur Überwachung von modernen Therapien der interventionellen Tumorbehandlung hervorragende Dienste. Gemeinsam mit MR-Physikern konnten die Mannheimer Wissenschaftler unter Einsatz des MRT-Systems innovative Methoden entwickeln, mit denen Normal- und Tumorgewebe in der Niere und Prostata funktionell und in ihrem Stoffwechsel charakterisiert werden können. Sie dienen als Grundlage sowohl für eine verbesserte Planung der Strahlenbehandlung als auch der Nachsorge.

Professor Dr. Stefan Schönberg, Direktor des IKRN, stellte der Ministerin das „Mannheimer Konzept für bildgestützte Therapie“ vor, das er gemeinsam mit seinen klinischen und wissenschaftlichen Kooperationspartnern im Institut für Medizintechnologie etabliert hat. Das Besondere dieser Innovation ist eine schnelle Übertragung neuester medizintechnischer Entwicklungen in die Praxis, die den Patienten sowohl im Bereich der Diagnostik als auch der Therapie zugute kommt.

Auch die Wissenschaftler des IKRN werden für ihre Forschung immer wieder ausgezeichnet, in der nahen Vergangenheit etwa mit zwei Forschungspreisen der weltweit größten radiologischen Vereinigung, Radiological Society of North America (RSNA), dem Fellow Trainee Research Prize und dem Resident Trainee Research Prize, als auch mit dem Röntgenring und dem Walter-Friedrich-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft.



Die Ministerin Theresia Bauer interessiert sich
für die medizintechnischen Entwicklungen in der
UMM (v.l.n.r. Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern
(Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim),
Ministerin Theresia Bauer, Prof. Dr. h.c. Dietmar
von Hoyningen-Huene, Dr. Peter Kurz (OB Mannheim),
Prof. Dr. Stefan Schönberg (Direktor des Instituts
für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin).


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0180.txt)


Mannheimer Medizinstudenten schneiden bundesweit am besten ab

Spitzenplatz beim Ersten Staatsexamen der Medizin im bundesweiten Gesamtfeld der Teilnehmer

Mannheim, den 20. September 2011

Die Studierenden der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigen nachhaltig die Qualität der Lehre im Rahmen des Modellstudiengangs nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM): Auch in diesem Jahr haben sie beim Ersten Staatsexamen (M1) im Gesamtergebnis von allen Studierenden der insgesamt 33 Medizinfakultäten am besten abgeschnitten – wie schon ihre Kommilitonen im vergangenen Jahr. Das Konzept des Modellstudiengangs an der Universitätsmedizin Mannheim geht offenbar auf. Dass die Studierenden am besten auf diese bundesweite Zentralprüfung vorbereitet sind, belegt auch die erfreulich geringe Durchfallquote von 2,7 Prozent, der niedrigste Wert aller Medizinfakultäten.

Das Erste Staatsexamen (M1) ist der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung im Medizinstudium. Mit diesem Examen schließen die Studierenden ihr Grundstudium ab und wechseln in den klinischen Studienabschnitt. Für die Mannheimer Medizinfakultät hat das M1 eine besondere Bedeutung, da das Grundstudium erst im Jahr 2006, im Zuge des Ausbaus der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät, aufgebaut worden ist. Bis dahin hatten die Mannheimer Medizinstudenten ihre Vorklinik in Heidelberg absolviert.

Das Grundstudium ist ein wichtiger Bestandteil des MaReCuM-Modellstudiengangs, der mit all seinen Neuerungen im Vergleich zum Regelstudiengang stetig auf dem Prüfstand steht. Schließlich geht es darum, den jungen Studierenden eine besonders gute, fundierte Ausbildung zu bieten. Von Anfang an gab der Erfolg beim Ersten Staatsexamen dem Konzept der neu eingerichteten Vorklinik Recht: Viermal wurden Studierende auf ihre Kenntnisse zu den Inhalten des Grundstudiums im M1 abgefragt, und jedes Mal rangierten die Mannheimer Medizinstudenten auf einem der ersten vier Plätze, zuletzt zweimal in Folge auf dem ersten Platz.

Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter freut sich: „Unsere Studierenden genießen im MaReCuM-Studium eine hervorragende Ausbildung, das belegen die Ergebnisse. Dies ist sicherlich dem stimmigen Gesamtkonzept des Modellstudiengangs geschuldet, das neben der reinen Wissensvermittlung auch grundlegende ärztliche Kompetenzen wie Kommunikation, Selbstreflektion und wissenschaftliches Arbeiten vermittelt. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf die gezielte Auswahl der Studierenden aus einem großen Bewerberfeld, und ganz ohne Zweifel haben wir ausgesprochen motivierte Dozentinnen und Dozenten.“ Für das Wintersemester 2011/12 haben sich über 1.600 Abiturienten um einen der begehrten Studienplätze in Mannheim beworben. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren werden aus diesen Bewerbern bis Anfang Oktober 182 Studienanfänger ausgewählt.

„Abgesehen vom hervorragenden Gesamtabschneiden, freuen wir uns besonders über die exzellenten Ergebnisse im Fach Anatomie“, so Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereichs Studium und Lehrentwicklung der Medizinischen Fakultät Mannheim. Auch hier haben die Mannheimer Studierenden am höchsten gepunktet – ebenso wie im vergangenen Jahr. Die Mannheimer Medizinfakultät hat in der Anatomie ein eigenes Lehrkonzept entwickelt, das weitgehend auf den Präparierkurs im klassischen Sinne verzichtet. Stattdessen wird die Anatomie über das gesamte Grundstudium in organbezogenen Modulen mithilfe von Plastinatscheiben und -präparaten gelehrt. An die Stelle des herkömmlichen Präparierkurses tritt am Ende des Grundstudiums ein Kurs, in dem die Studierenden unter anderem die inneren Organe präpariern. Die hervorragenden Ergebnisse im Fach Anatomie zeigen, dass sich Plastinate offenbar mindestens so gut wie die konventionell präparierten Körper für die Lehre der Anatomie eignen. Ein Theatrum Anatomicum, angeleitetes Selbststudium und E-Learning in der Histologie unterstützen die Lehre in der Anatomie.

Die Ergebnisse von Examina sind wichtig für die Einschätzung der eigenen Lehr-Konzepte und haben Auswirkungen auf die weiteren Reformen im MaReCuM-Medizinstudiengang, auch im klinischen Studienabschnitt und im so genannten Praktischen Jahr, bis zum Abschluss des Studiums. Ziel ist es, auch hier Spitzenergebnisse zu erzielen und damit die Attraktivität der Mannheimer Medizinfakultät für Studienplatzbewerber weiter zu erhöhen.



Hochwertige Ausbildung:
Medizinstudium in Mannheim nach
dem Mannheimer Reformierten
Curriculum für Medizin
und medizinnahe Berufe (MaReCuM).


Kontakt:

Dr. Harald Fritz
Leiter des Geschäftsbereichs Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9736 (Sekretariat)
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Kinder unternahmen spannenden Ausflug in die Welt von Medizinstudenten

Kinder-Uni Medizin beendet: Wissensdurst der Jungstudenten fürs Erste gestillt

Mannheim, den 12. August 2011

Das kurze Semester 2011 der Kinder-Uni Medizin am Universitätsklinikum Mannheim ist gestern zu Ende gegangen, für die kleinen Studenten der Kinder-Uni ist wieder vorlesungsfreie Ferienzeit eingekehrt. Rund 1.000 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren haben in den vergangenen zwei Wochen in insgesamt acht Vorlesungen spannende Einblicke in die Welt der Medizin gewonnen und hier ihren Wissensdurst stillen können. Bei der Kinder-Uni Medizin lernen die Kinder etwas über die Funktionen des menschlichen Körpers und was es bedeutet, wenn im Körper etwas nicht richtig funktioniert. Und natürlich, wie die Medizin hilft, einen kranken Menschen wieder gesund zu machen. Schöner Nebeneffekt: Viele der kleinen Besucher legen ganz nebenbei ihre Ängste vor weißen Kitteln und dem Krankenhaus ab.

Die Themen der diesjährigen Kinder-Uni Medizin zogen sich quer durch die Disziplinen der Universitätsmedizin Mannheim. Da schauten Chirurgen „durch das Knopfloch“ in den Bauch und die kleinen Studenten lernten etwas über die Organe, die man dabei betrachten kann – zum Beispiel die Leber, die Chemiefabrik des Körpers. Dabei konnten sie auch selbst trainieren, Unnützes – in diesem Fall Gummibärchen – mit dem „Laparoskop“ aus der Bauchhöhle zu entfernen. Die Kinder spürten Gefahrenquellen für Verbrennungen im Haushalt auf und lernten das richtige Verhalten bei Brandverletzungen im praktischen Einsatz am Ort des Geschehens und bei der Erstversorgung in der Notaufnahme eines Klinikums. Dabei legten sie selbst Hand an, steril in grünem Kittel und mit Handschuhen, Haube und Mundschutz.

Die kleinen Studenten lernten auch, warum Fieber zwar unangenehm, aber dennoch sinnvoll ist. Im Zeitraffer konnten sie die Jagd eines echten Makrophagen, einer „Polizeizelle“, auf ein Bakterium verfolgen. Sie erfuhren, dass ein Knorpel ausgehungert wird, wenn das Gelenk nicht bewegt wird, und dass dies zur Arthrose führt. Und dass sich alleine im Darm eines jeden Menschen etwa 100.000 Milliarden einzelne Bakterien aufhalten - manche davon gut, manche böse – die allesamt in einer Operationswunde nichts verloren haben.

Spaß hat’s gemacht, den Kindern und den Dozenten. Diese haben sich wieder einiges einfallen lassen, um ihr Wissen anschaulich an die Kinder zu vermitteln. So wurde die Verdoppelung der Erbinformation in den Chromosomen mittels Wäscheleinen dargestellt, an denen Enzyme in Gestalt von Reparaturtrupps und Reinigungskräften Fehler korrigierten - vom Klinikdirektor höchstpersönlich an der Erbinformation, der DNA, entlang geführt. Eine selbstgebastelte Luftröhre samt Lungenflügeln vermittelte Anatomie und Volumen des Organs, und auch der Simulator, der den Hustenreiz nicht nur optisch sondern auch akustisch nachahmte, war Marke Eigenbau.

Die einzige rein medizinische Kinder-Uni ist ein Kooperationsprojekt von Universitätsmedizin Mannheim und Mannheimer Morgen. Die Vorlesungsreihe erzeugt Wiederholungstäter, das zeigte die Frage des Moderators Dr. Tom, wer denn schon einmal dagewesen sei: Wie der Blitz schnellten die Finger der Kinder fast ausnahmslos in die Höhe. Das schöne Projekt wird nicht nur von der Klinikleitung und den begeisterten Dozenten unterstützt, sondern auch von Sponsoren. Der „symbolische“ Eintrittspreis von einem Euro geht an die Aktion „Wir wollen helfen“ des Mannheimer Morgen.



Spannendes Programm bei
der Kinder-Uni Medizin.


Kinder-Studenten assistieren
bei der Erstversorgung
eines "Patienten" mit
Verbrennungen.

Die Mannheimer Kinder-Uni Medizin

Die Kinder-Uni Medizin des Universitätsklinikums Mannheim öffnet ihren Hörsaal seit 2006 immer dienstags und donnerstags in den ersten beiden Wochen der baden-württembergischen Sommerferien. Hier können Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren in Vorlesungen, die ihrem Alter entsprechend konzipiert sind, ausprobieren, wie es sich anfühlt, als Student die Welt der Medizin zu erfahren.

Internet / Preisrätsel / facebook

http://www.kinder-uni-medizin.de


Kontakt für Journalisten:

Klaus Wingen
Universitätsmedizin Mannheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3549
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E-Mail: klaus.wingen@umm.de

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Jüngste Habilitandin der Radiologie forscht in Mannheim rund um die MRT

Privat-Dozentin Dr. Ulrike Attenberger – steile Karriere in der Radiologie

Mannheim, den 9. August 2011

Die bislang jüngste Habilitierte der Deutschen Röntgengesellschaft heißt Dr. Ulrike Attenberger und kommt aus Mannheim. Anfang des Jahres hat sich die Radiologin im Alter von 31 Jahren an der Medizinischen Fakultät Mannheim habilitiert und damit die Venia legendi (Lehrberechtigung) der Universität Heidelberg für ihr Fachgebiet erlangt. Innerhalb von nur knapp zwölf Jahren hat Privat-Dozentin Dr. med. Ulrike Attenberger damit den Sprung von der Abiturientin zur Oberärztin und Leiterin eines eigenen Geschäftsfeldes innerhalb des Institutes für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gemeistert.

Ein kurzer Abriss ihres bisherigen Werdegangs: Ihr Medizinstudium absolvierte Dr. Attenberger an der Ludwig-Maximilians-Universität München, mit einem Stipendium der Hochbegabtenförderung (Bayern). Ihre Promotionsarbeit, die sich bereits mit der Magnetresonanztomographie (MRT) befasste, schloss sie Anfang 2006 ab. Betreut wurde die Arbeit von ihrem „Doktorvater“ Professor Dr. Stefan Schönberg, seit 2007 Direktor des Institutes für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der UMM. Im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt in den USA, den sie dazu nutzte, ihre Forschungsschwerpunkte rund um die MRT zu vertiefen, folgte Dr. Attenberger ihrem Mentor nach Mannheim. Ihre Facharztweiterbildung in der „Diagnostischen Radiologie“ schloss sie 2010 erfolgreich innerhalb der Mindestweiterbildungszeit von fünf Jahren mit der Facharztprüfung ab.

Dr. Attenberger hat in ihrer bisherigen Karriere umfangreich und erstklassig publiziert. Sie wurde Ende 2010 von der weltweit größten radiologischen Vereinigung, der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika, für ihre Arbeit zur Optimierung und Dosisreduktion kontrastverstärkter MR-Angiographien mit dem Fellow-Award ausgezeichnet. Und zudem Mitte 2010 in das Assistant Editorial Board der zweitgrößten radiologischen Fachzeitschrift Investigative Radiology berufen.

Dass es sich bei Priv.-Doz. Dr. med. Ulrike Attenberger um eine außerordentlich begabte junge Ärztin handelt, die wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringt, davon hat sich jetzt auch die Robert-Bosch-Stiftung überzeugt und sie in ihr so genanntes Fast Track Programm aufgenommen, mit dem sie 20 ausgewählte exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen der Lebenswissenschaften über zwei Jahre fördert, um ihnen „den Weg zur Spitze in Wissenschaft und Forschung zu ebnen“. Die Stiftung verfolgt damit das Ziel, in Deutschland den Anteil an vielversprechenden Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen zu steigern. Mit Intensivtraining und Kompaktseminaren werden die ausgewählten Persönlichkeiten strategisch auf eine arriere in einer Führungsposition vorbereitet. Das Programm dient darüber hinaus der Netzwerkbildung mit Führungskräften.

Was genau ist das wissenschaftliche Thema, das die Radiologin fesselt? Es ist der Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) für die frühe Diagnostik von Zivilisationserkrankungen aus dem kardiovaskulären Bereich, also Erkrankungen der Gefäße und des Herzens, und des Bewegungsapparates sowie von Krebserkrankungen.

Dr. Attenberger hat die klinische und wissenschaftliche Leitung des Geschäftsfelds Präventive Bildgebung inne. Ziel ihrer Arbeiten ist es hierbei, hoch-sensitive und gleichzeitig schonende Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt ist das Bemühen, bei der MR-Angiographie die Kontrastmittelgabe so weit wie möglich zu reduzieren, ohne Verluste in der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen. Zur Verwendung kommt dabei die Hochfeldbildgebung, also MRT-Systeme, die bei einer Feldstärke von 3 Tesla arbeiten, unter Einsatz von Multikanal-MR-Systemen.

Eines der erst kürzlich von der Radiologin strategisch ausgebauten Arbeitsfelder ist der Einsatz der MRT sowie deren Optimierung im Zusammenhang mit Knorpelverletzungen – einerseits um frühe Stadien zu entdecken, andererseits um den Therapiefortschritt nach der Knorpeltransplantation beurteilen zu können. Dabei arbeitet sie eng mit dem Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der UMM zusammen.



Die erfolgreiche Radiologin
PD Dr. med. Ulrike Attenberger.

Das Geschäftsfeld Präventive Bildgebung

…am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der UMM wird von PD Dr. Ulrike Attenberger geleitet.

http://www.umm.uni-heidelberg.de/inst/ikr/forschung_praeventiv.html

Robert-Bosch-Stiftung

Fast Track: Exzellenz und Führungskompetenz für Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur.

http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/11732.asp


Kontakt:

PD Dr. med. Ulrike Attenberger
Leiterin des Geschäftsfeldes Präventive Bildgebung
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 383-2067
E-Mail: ulrike.attenberger@umm.de


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(0175.txt)


Blutgerinnung: Forschung mittels Computersimulation und medizinisch angewandter Nanotechnologie

Naturwissenschaftler und Mediziner kooperieren in neuer DFG-Forschergruppe

Mannheim, den 4. August 2011

Wissenschaftler des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS) und Ärzte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sind an einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Blutgerinnung beteiligt. Langfristiges Ziel der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus ganz Deutschland und Linz (Österreich) ist es, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern.

Ein Schlüsselprotein bei der Blutgerinnung, der sogenannte von Willebrand-Faktor (VWF), trägt entscheidend dazu bei, im Blut die Balance zwischen Verblutung und Blutgerinnung zu halten. Gelingt dieser Balanceakt nicht, kann es zu Blutungsstörungen oder Thromboseerscheinungen kommen. Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus elf Einrichtungen bündeln jetzt ihre Kompetenzen, um die Struktur und die Funktionen des Schlüsselproteins VWF zu erforschen. Das Besondere daran: Theoretische Forscher arbeiten Schulter an Schulter mit angewandten Wissenschaftlern und klinisch tätigen Ärzten und verfolgen dabei das gemeinsame Ziel, langfristig die Diagnostik und Therapie von angeborenen Bluterinnungsstörungen, akuten Thrombosen und Schlaganfällen voranzubringen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sichert mit rund 2,5 Millionen Euro die Blutgerinnungsforschung für die kommenden drei Jahre.

Viele der an der neuen DFG-Forschergruppe „Shear Flow Regulation of Hemostasis – Bridging the Gap Between Nanomechanics and Clinical Presentation“ (SHENC) beteiligten Wissenschaftler haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet. Dazu gehören auch zwei Einrichtungen aus der Metropolregion Rhein-Neckar: das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und die Universitätsmedizin Mannheim (UMM).

Die HITS-Forschungsgruppe Molecular Biomechanics unter der Leitung von Dr. Frauke Gräter erforscht mit Computersimulationen, wie das VWF-Protein auf der atomaren Ebene funktioniert. So deckten die HITS-Forscher erstmals einen molekularen Mechanismus bei der Blutgerinnung auf, der mit dem Scherfluss im Blut zusammenhängt. Auch simulieren sie krankhaft veränderte VWF-Varianten.

Den Zusammenbau klinisch bedeutsamer VWF-Mutationen und ihre Wirkung auf Blutgefäße und auf weiße und rote Blutkörperchen untersucht Professor Dr. Stefan W. Schneider (Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie) mit seiner Gruppe an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg mithilfe der Nanotechnologie.

Darüber hinaus sind sechs weitere deutsche Universitäten und drei Forschungsinstitute an der DFG-Forschergruppe beteiligt. Kooperationen gibt es mit Wissenschaftlern in den USA und China sowie mit Partnern aus der Industrie. Sprecher der Gruppe ist Professor Dr. Reinhard Schneppenheim (Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf), seine Stellvertreterin ist Dr. Frauke Gräter (HITS).

HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) ist eine private Forschungseinrichtung der Klaus Tschira Stiftung (KTS). Es wurde im Januar 2010 von Klaus Tschira ins Leben gerufen und betreibt Grundlagenforschung auf Forschungsfeldern, die große Datenmengen verarbeiten und strukturieren – von der Astrophysik bis zur Zellbiologie.

http://http://www.h-its.org/english/research/mbm/index.php

UMM

Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gehört zu den größten medizinischen Einrichtungen und Forschungszentren der Region Rhein-Neckar. Sie setzt sich zusammen aus der Medizinischen Fakultät Mannheim, einer eigenständigen Einrichtung der Universität Heidelberg, und dem Universitätsklinikum Mannheim, in dem pro Jahr über 70.000 Patienten behandelt werden.

http://www.umm.de/1426.0.html




Die an der neuen Forschergruppe
beteiligten Wissenschaftler von
HITS und UMM (ganz vorne
Dr. Frauke Gräter, direkt dahinter
Prof. Dr. Reinhard Schneppenheim,
hinten ganz rechts außen
Prof. Dr. Stefan W. Schneider.


Kontakt:

Prof. Dr. Stefan W. Schneider
Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6901
E-Mail: stefan.schneider@medma.uni-heidelberg.de


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(0174.txt)


Deutsche Krebshilfe fördert Melanomforschung

Erste Max-Eder-Nachwuchsgruppe zur Hauttumorforschung an der Universitätsmedizin Mannheim von Deutscher Krebshilfe eingerichtet

Mannheim, den 26. Juli 2011

Wie entsteht der schwarze Hautkrebs? Das sogenannte maligne Melanom ist der am häufigsten tödlich verlaufende Tumor der Haut, da er dazu neigt, sich bereits in einem frühen Stadium über Lymph- und Blutbahnen im Körper zu verbreiten und in entferntem Gewebe anzusiedeln. Die Zahl der Menschen, die an diesem hochgradig bösartigen Tumor neu erkranken, ist weltweit steigend.

Der Dermatologe Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Dermatoonkologie zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), erforscht den Entstehungsmechanismus des malignen Melanoms. Die Mannheimer Klinik ist Exzellenzzentrum für Dermatologie des Landes Baden-Württemberg. Die Forschung von Dr. Utikal wird nun von der Deutschen Krebshilfe unterstützt: Die gemeinnützige Organisation fördert sein Forschungsprojekt in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms mit rund 500.000 Euro.

Dem jungen Wissenschaftler (36 Jahre) ist es bereits gelungen, gesunde pigmentierte Zellen der Haut (Melanozyten) in potenzielle Tumorzellen umzuwandeln und damit den Mechanismus der Krebsentstehung künstlich in Gang zu setzen. Ein Mix bestimmter Gene wie Oct4, Sox2, Klf4 und c-Myc, in die Zellen eingebracht und kontrolliert angeschaltet, transformiert die gutartigen Zellen zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS). Gene wie p53 oder p16 / p19 spielen dabei, wie auch bei der Tumorentstehung, eine wesentliche Rolle. iPS-Zellen haben alle Eigenschaften von embryonalen Stammzellen, darunter die Fähigkeit zur Selbsterneuerung („Unsterblichkeit“) und zur Bildung von Tumoren. Was dabei exakt in der Zelle abläuft, ist bisher weitgehend unbekannt, aber im Visier der neuen Arbeitsgruppe zur Melanom-„Stammzell“-Forschung von PD Dr. Utikal. Mittels verschiedener molekular- und zellbiologischer Untersuchungen wollen die Wissenschaftler den genauen Mechanismus entschlüsseln.

„Wir betreiben Grundlagenforschung. Im Blick haben wir dabei aber den Patienten und die Frage, wie sich unsere Ergebnisse in diagnostische und therapeutische Anwendungen übertragen lassen. Denn jeder Einblick, den unsere Forschung in die Entstehung der Tumoren erlaubt, kann der Schlüssel zu neuartigen Therapiemöglichkeiten sein“, so Utikal.

PD Dr. Jochen Utikal forschte als Postdoktorand mit einem Stipendium der Dr. Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung zwei Jahre an der Harvard Medical School in Boston (USA), am Harvard Stem Cell Institute, einem der weltweit führenden Labors auf dem Gebiet der iPS-Zelltechnologie. Hier beteiligte er sich intensiv am Aufbau eines neuen Labors für iPS-Zellen und wirkte insbesondere an der Herstellung von iPS-Zellen aus Zellen der Haut mit. Die Ergebnisse seiner Forschung zu iPS Zellen konnte er 2009 in dem Fachjournal Nature publizieren. Im Jahr 2010 erhielt er den mit 100.000 Euro dotierten Hella Bühler-Preis.

Max-Eder-Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe

Mit dem Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm fördert die Deutsche Krebshilfe wissenschaftlichen Nachwuchs, der erfolgreich auf dem Gebiet der klinischen oder kliniknahen Onkologie forscht.

http://www.krebshilfe.de/nachwuchsfoerderung.html


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(0173.txt)


Schlaganfall-Experten in Mannheim und Heidelberg fördern gemeinsam europäischen Nachwuchs

Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation in Mannheim und Heidelberg

Mannheim, den 25. Juli 2011

Insgesamt 40 junge Ärzte aus 23 europäischen Ländern nehmen zurzeit an der Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation (ESO) teil. Sieben Tage lang (vom 24. bis 30 Juli 2011) werden die speziell ausgewählten jungen Ärzte von Schlaganfallexperten der Rhein-Neckar-Region sowie von nationalen und internationalen Experten auf dem Gebiet der Schlaganfallmedizin in der Diagnostik, Prävention und Therapie des Schlaganfalls aus- und fortgebildet.

Die Summer School der ESO findet zum 15. Mal in Mannheim und Heidelberg statt. Sie wird von den Neurologischen Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim (Prof. Dr. Michael Hennerici, PD Dr. Rolf Kern, PD Dr. Kristina Szabo) und des Universitätsklinikums Heidelberg (Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hacke, Prof. Dr. Roland Veltkamp) gemeinsam ausgerichtet. Die Fachtagung dient der intensiven Aus- und Fortbildung von jungen Ärzten aus ganz Europa, die neben der kostenlosen Teilnahme an der Veranstaltung auch freie Unterkunft und Verpflegung erhalten.

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung ist ein Festsymposium am Mittwoch, 27. Juli 2011, um 16.30 Uhr, in der Alten Aula der Universität in Heidelberg. Renommierte europäische Wissenschaftler referieren hier für die akademische Öffentlichkeit über verschiedene aktuelle Themen auf dem Gebiet der Schlaganfallforschung.

Schlaganfälle sind eine zentrale medizinische und gesellschaftliche Herausforderung in den industrialisierten Ländern und weltweit. So ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache dauerhafter Behinderung. Die Bedeutung des Schlaganfalls wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft noch erheblich zunehmen. In den letzten Jahren sind – unter maßgeblicher Beteiligung der Neurologischen Kliniken in Heidelberg und Mannheim – erhebliche Fortschritte in der Frühdiagnose und Akuttherapie des Schlaganfalls erzielt worden. Im Bereich der Prävention ist es besonders wichtig, spezifische Erkrankungen, die mit dem Schlaganfall vergesellschaftet sind, etwa die Carotisstenose und das Vorhofflimmern, zu erkennen und adäquat zu behandeln.

Weitere Informationen zur Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation:

http://www.stroke-summer-school-2011.com


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(0172.txt)


Wie tickt unsere Innere Uhr?

Internationale Sommerschule Chronopharmakologie beginnt am 25. Juli 2011 in Mannheim

Mannheim, den 19. Juli 2011

Chronopharmakologie heißt die Wissenschaft von der Inneren Uhr. Professor Dr. Björn Lemmer heißt der Mannheimer Experte dieses Fachgebiets, der Jahr für Jahr sowohl Dozenten als auch Teilnehmer aus aller Welt zu seiner internationalen Sommerschule nach Mannheim anzieht.

Für die Behandlung eines breiten Spektrums von Erkrankungen kann die Innere Uhr Bedeutung haben, etwa von Schmerz, Asthma und Schlafstörungen, Erkrankungen der Hormondrüsen, des Herzens und der Gefäße, wie auch von psychischen Erkrankungen. Am deutlichsten nehmen wir die Innere Uhr beim Jet-lag und bei der Schichtarbeit wahr, wenn wir den gewohnten Wach-Schlaf-Rhythmus durchbrechen.

Die 12. Sommerschule Chronopharmakologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät Mannheim behandelt all diese Themen - mit Dozenten aus Deutschland, Frankreich, Belgien, England Schottland, Israel, Italien und den USA. Des Weiteren werden einerseits die Zusammenhänge zwischen der Morphologie und der Molekularbiologie der Inneren Uhr und andererseits die Regulation der „Uhrengene“ bei Pflanze, Tier und Mensch im Rahmen des Kurses thematisiert.

Professor Lemmer erwartet in diesem Jahr über 40 Teilnehmer aus Italien, Russland, der Mongolei und der Türkei, Tunesien, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei und Deutschland. Der Kurs ist von der Medizinischen Fakultät Mannheim als Wahlpflichtfach im Rahmen des Junior Scientific Master Class Programms anerkannt und wird vom Dekan, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, am 25. Juli um 9 Uhr eröffnet.

Details zum Kursprogramm:

http://www.chronopharmacology.de


Kontakt:

Prof. Dr.med. Dr. h.c. Björn Lemmer
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Institut für Experimentelle und Klinische
Pharmakologie und Toxikologie
Maybachstr.14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9704
E-Mail: bjoern.lemmer@pharmtox.uni-heidelberg.de


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(0171.txt)


Zu Ehren des medizinischen Nachwuchses

Promotionsfeier der Mannheimer Medizinfakultät in der Alten Aula der Universität Heidelberg

Mannheim, den 19. Juli 2011

Zum kommenden Samstag, 23. Juli 2011, lädt die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ihre jüngst promovierten Absolventen zur Promotionsfeier in die Alte Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein. Insgesamt 139 junge Medizinerinnen und Mediziner, die in den vergangenen zwölf Monaten ihre Doktorarbeit an der Universitätsmedizin (UMM) abgeschlossen haben, erhalten dort im festlichen Rahmen ihre Promotionsurkunden aus der Hand des Dekans, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern. Insgesamt zehn Promotionen wurden als „hervorragende Leistung“ gewürdigt und entsprechend mit der Bestnote bewertet – summa cum laude.

Die weiblichen Promovenden sind in diesem Jahr deutlich in der Überzahl: 90 Frauen stehen 49 Männern gegenüber. Perfekt darauf abgestimmt ist der Festvortrag der ehemaligen stellvertretenden Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Professor Dr. Grietje Beck, der den Titel „Die Zukunft der Medizin – Frauen auf der Überholspur“ trägt.

Im Rahmen der Promotionsfeier vergibt Professor Dr. Dr. h.c. Dietmar von Hoyningen-Huene den Promotionspreis des Vereins „Kompetenzzentrum Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e.V.“ an Dr. Ing. Frank Schneider. Dessen Promotionsarbeit, die sich mit dem Einsatz eines Miniaturröntgengenerators bei der Behandlung des Endometriumkarzinoms (Gebärmutterkrebs) befasst, ist ebenfalls mit summa cum laude bewertet worden.

In bewährter Weise sorgt die Bigband des Droste-Hülshoff-Gymnasiums Rottweil, unter der Leitung von Armin Gaus, für schwungvolle Akzente. Insgesamt drei der sechs Titel begleiten Anne Bantle und Neele Gaus mit ihrem Gesang. Die Bandbreite der Schülerband reicht von Steve Wonder über Burt Bacharach bis hin zu Julie Gold.

An die Feier schließt sich ein Empfang in der Bel Etage des Rektors an. Die Promotionsfeier richtet sich an die Promovenden und ihre Familien sowie den Lehrkörper der Fakultät und dabei insbesondere die Doktorväter und -mütter. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Intelligente Dämme in der Datenflut

Heinrich-Vetter-Stiftung fördert Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 18. Juli 2011

Handelt es sich beim klassischen Röntgenbild um eine zweidimensionale Abbildung aus dem Körperinnern, so erlauben neue Technologien und extrem schnelle Computer inzwischen dreidimensionale Darstellungen unserer Organe. Jetzt stoßen die Spezialisten in eine neue Dimension vor: Mit funktionellen Messungen der Organe erfassen sie Veränderungen im Zeitverlauf – und damit in der vierten Dimension.

Dank einer Anschubfinanzierung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung in Höhe von 15.000 Euro können Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) nun ein Projekt starten, mit dem sie diesen Weg konsequent weiter verfolgen. Denn das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine Software weiter zu entwickeln, mit der die Berechnung der Organdurchblutung erleichtert wird; und zwar auf eine so anwenderfreundliche Weise, dass sie wie selbstverständlich in die klinischen Routineabläufe der Radiologie integriert werden kann. Der bisherige Vorsitzende der Heinrich-Vetter-Stiftung, Professor Dr. Carl-Heinrich Esser, konnte sich gemeinsam mit seinem Nachfolger, Professor Dr. Peter Frankenberg, bei einem Besuch im Universitätsklinikum von den Vorteilen des Verfahrens überzeugen.

Angesiedelt ist das Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und damit bei Professor Dr. Lothar Schad, der die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin hervorhebt: „Seit Conrad Röntgen wissen wir, dass Physik und Medizin gemeinsam unglaublich viel bewirken können,“ blickt Schad in die Geschichte der Medizintechnik zurück. Und er weiß, wovon er spricht. Denn der Kernphysiker arbeitet tagtäglich eng mit seinen Arztkollegen aus der Radiologie zusammen. „So kurze Wege, wie wir sie hier in der Universitätsmedizin haben, und dazu eine ausgeprägte Wertschätzung für die Arbeit des anderen – das ist die ideale Ausgangsbasis, damit neue Entwicklungen aus der Physik schnell in die medizinische Anwendung gelangen. Davon profitieren Patienten mit verschiedensten Erkrankungen.“

Der Messung des Blutdurchflusses, der so genannten Perfusion, liegt mit der Magnetresonanztomographie (MRT) ein bewährtes bildgebendes Verfahren zugrunde. Diese nicht-invasive Technik arbeitet ohne Strahlenbelastung für die Patienten und wird in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung von Struktur und Funktion des Körpergewebes und der inneren Organe eingesetzt. Die Messung der Organdurchblutung ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil in der Diagnostik und Therapie vieler Krankheitsbilder, etwa des Prostatakarzinoms oder der Nierenfehlfunktion.

Eine besondere Herausforderung ist jedoch der Umgang mit der dabei unweigerlich anfallenden Datenflut. Und genau hier setzt das Projekt an: Die moderne Informationstechnologie soll die Zahl der Abbildungen, die bei jeder dieser Messungen in die Tausende geht, eigenständig durchforsten und das Resultat übersichtlich darstellen. Denn erst solche intelligenten Dämme machen die Datenflut kanalisierbar und damit wirklich handhabbar.

„Im rein wissenschaftlichen Umfeld sind bereits sehr brauchbare Techniken zur Darstellung der Perfusion entstanden, aber sie haben noch keinen Einzug in die klinische Routine gehalten,“ sagt Privat-Dozent Dr. Gerald Weisser, Oberarzt und Teleradiologie-Spezialist im Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. „Nun geht es uns um die Integration dieser Verfahren in das klinische Befundungssystem und damit in unseren Arbeitsalltag. Dabei bauen wir auf die weltweit eingesetzte und frei verfügbare DICOM Workstation OsiriX, die es uns erlaubt, eigene Weiterentwicklungen dort in Form eines Plugins anzudocken.“

„Damit machen wir unsere Entwicklung auch Dritten zugänglich, beispielsweise anderen Kliniken“, ergänzt Dr. Ing. Frank Zöllner vom Institut für Computerunterstützte Klinische Medizin. Die Förderung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung ist eine Anschubfinanzierung für einen Projektantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Damit bildet sie eine verheißungsvolle Basis dafür, dass eines nicht allzu fernen Tages die MRT-gestützte Perfusions-Bildgebung ganz normaler Krankenhausalltag wird.




Privat-Dozent Dr. Dietmar Dinter
(l.) erläutert Professor Dr. Peter
Frankenberg (3. v. r.) und Prof.
Dr. Carl-Heinrich Esser (r.) das
Forschungsprojekt; angesiedelt
ist es am Lehrstuhl von Professor
Dr. Lothar Schad (2. v. r.).


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Forschungsbereich Medizintechnik
Computerunterstützte Klinische Medizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5121
E-Mail: lothar.schad@medma.uni-heidelberg.de


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Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Dem programmierten Selbstmord auf der Spur

Ergebnisse zur differenzierten Regulation des Zelltods in „Molecular Cell“ veröffentlicht

Mannheim, den 9. Juli 2011

Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), haben in Hauttumorzellen einen Proteinkomplex entdeckt, der eine zentrale Rolle bei der Entscheidung spielt, ob eine Zelle am programmierten Zelltod (Apoptose) oder der programmierten Nekrose (Nekroptose) zugrunde geht. Die Kenntnis der Regulationsmechanismen, die darüber entscheiden, in welcher Weise Zellen abgebaut werden, ist von hohem klinischem Interesse. Denn der nekrotische Zelltod wirkt offenbar immunstimulierend und bietet damit möglicherweise neue Ansätze für die Therapie von Tumorerkrankungen.

Zum Hintergrund: Die meisten Gewebe des Organismus erneuern sich stetig. Kontinuierlich werden neue Zellen gebildet, während gleichzeitig andere Zellen zugrunde gehen. Das Absterben von Zellen geschieht im gesunden Organismus streng kontrolliert. Zellen kennen aber verschiedene Wege, programmiert zu sterben. Beim sogenannten programmierten Zelltod, der Apoptose, durchlaufen einzelne Zellen ein Selbstmordprogramm, ohne dass angrenzende Gewebe von diesem physiologischen Prozess betroffen sind.

Seit einiger Zeit wird einer weiteren Form des Zelltodes, der programmierten Nekrose (Nekroptose), vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Die Nekroptose wird durch schädigende Einflüsse ausgelöst und führt über bislang weitgehend unbekannte Mechanismen zu Entzündungsreaktionen. Diese entzündlichen Reaktionen schädigen nicht nur die eigentlich betroffene Zelle, sie führen auch zum Untergang unbeteiligter Zellen in Gewebeverbänden, möglicherweise indem toxische oder entzündliche Signale freigesetzt werden. Die Nekroptose könnte daher bei der Bekämpfung eines Tumors durch das Immunsystem förderlich sein, wenn nämlich solch ein Prozess in einem Tumorgewebe ausgelöst werden könnte.

Die Mannheimer Wissenschaftler konnten den Proteinkomplex, über den entschieden wird, ob Zellen durch Apoptose oder Nekroptose zugrunde gehen, mit biochemischen und molekularbiologischen Methoden genauer charakterisieren. Die Gruppe um Professor Leverkus identifizierte die Kinase RIP1 als zentralen Bestandteil dieser intrazellulären Signalplattform und bezeichnete diese deshalb als „Ripoptosom“. Des Weiteren stellten sie fest, dass die Mengenverhältnisse verschiedener Komponenten in dem Komplex darüber entscheiden, ob und auf welchen Wegen die Zellen absterben – durch Apoptose oder Nekroptose.

Weiterhin sind an der Regulation der Signalplattform die seit mehreren Jahren bekannten „inhibitors of apoptosis proteins“ (IAP Proteine) beteiligt, und zwar unmittelbar über die Kinase RIP1. Darüber hinaus identifizierten die Wissenschaftler verschiedene Isoformen des Proteins cFLIP (cFLIPL und cFLIPS) als wichtige Komponenten des Komplexes, die interessanterweise entweder Apoptose hemmen (cFLIPL) oder Nekroptose erleichtern (cFLIPS). Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Zelltod-fördernde Funktion von RIP1 nicht mehr durch IAPs gehemmt wird.

Aufbauend auf den neuen Erkenntnissen werden die Wissenschaftler den Komplex weiter erforschen und daraus neue Strategien für die Behandlung von Tumorerkrankungen entwickeln. Die Ergebnisse sind im Journal Molecular Cell publiziert und ab heute online verfügbar.

Publikation

cIAPs Block Ripoptosome Formation, a RIP1/Caspase-8 Containing Intracellular Cell Death Complex Differentially Regulated by cFLIP Isoforms

Maria Feoktistova, Peter Geserick, Beate Kellert, Diana Panayotova Dimitrova, Claudia Langlais, Mike Hupe, Kelvin Cain, Marion MacFarlane, Georg Häcker and Martin Leverkus

Molecular Cell, Volume: 43; Issue: 3

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1097276511004527


Kontakt:

Professor Dr. med. Martin Leverkus
Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie, und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1643 (Büro)
E-Mail: Martin.Leverkus@medma.uni-heidelberg.de


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Schlüsselentdeckungen aus 40 Jahren Leukämieforschung

Workshop des Europäischen Leukämienetzes im Jubiläumsprogramm der Universität Heidelberg

Mannheim, den 29. Juni 2011

Seit zwei Jahrzehnten ist der Internationale Leukämieworkshop ein wichtiges Forum für den wissenschaftlichen Austausch von Leukämieexperten. Zum 20. Workshop, der in das Jubiläumsprogramm anlässlich des 625-jährigen Bestehens der Universität Heidelberg eingebettet ist, werden vom 1. bis 3. Juli rund 150 Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA in Mannheim erwartet. Hier nämlich laufen bei Professor Dr. Rüdiger Hehlmann die Fäden der Leukämieforschung in Europa zusammen.

Anlässlich des Jubiläums bietet ein zweitägiges Programm im Anschluss an den eigentlichen Workshop einen exklusiven Rückblick aus erster Hand auf 40 Jahre Leukämieforschung. Dabei werden Schlüsselentdeckungen in der Biomedizin und deren klinische Umsetzung von Wissenschaftlern dargestellt, die selbst an deren Erforschung und Anwendung beteiligt waren. Darunter auch Professor Dr. Rolf Neth, der vor 40 Jahren erstmals Biochemiker, Ärzte und Virologen in dem Dorf Wilsede in der Lüneburger Heide zusammenbrachte, damit diese über „Modern Trends in Human Leukemia“ diskutierten, ihr spezifisches Fachwissen teilten und voneinander lernten.

Seit vier Jahrzehnten ist die Leukämie damit Gegenstand der Forschung in Deutschland und die „Wilsede Meetings“ dabei ein wichtiger Motor. Die Biomedizin bescherte in dieser Zeit gerade der Leukämieforschung enorme Fortschritte, die sich auch auf die Erforschung anderer Erkrankungen auswirkten. Dienen die Leukämien doch schon lange als Modell für viele verschiedene Erkrankungen, darunter Infektionserkrankungen und Krebserkrankungen im Allgemeinen.

Zu den insgesamt fünf Schlüsselentdeckungen die bei dem Leukämieworkshop exemplarisch für 40 Jahre Forschung stehen, gehört beispielsweise die genaue Kenntnis der Vorgänge, die zu einer chronischen myeloischen Leukämie führen, ebenso wie die Entwicklung von Therapien, die an deren Ursachen angreifen. Und natürlich gehört dazu auch die Entdeckung von Retroviren im Menschen sowie deren Rolle beim „Management“ von Leukämien als auch ihre Verwendung als Impfstoff gegen AIDS.

Mit einem Höhepunkt endet das Programm am Sonntag Mittag (12.30 Uhr), einer „special lecture“ von Professor Robert Gale über die Folgen von nuklearen Unfällen, am Beispiel von Tschernobyl und Fukushima. Gale war schon bei der Katastrophe von Tschernobyl, im Jahr 1986, „ein Mann der ersten Stunde“ und auch bei der aktuellen Katastrophe in Fukushima als Experte gefragt.

Der Internationale Leukämie Workshop wird seit 1992 von der 1982 gegründeten CML Study-Group (Chronische Myeloische Leukämie) veranstaltet. Er dient dazu, deren Mitglieder über die internationale Forschung auf diesem Gebiet zu informieren.

Programm und weitere Informationen

http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/home/kalender/?record_id=e31323


Kontakt:

Professor Dr. Rüdiger Hehlmann
III. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Pettenkoferstraße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6931
Fax: 0621 / 383 - 6932
E-Mail: sekretariat.hehlmann@medma.uni-heidelberg.de


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Der Ton macht die Musik

Tag der Lehre widmet sich am 1. Juli dem Thema „Ärztliche Kommunikation“

Mannheim, den 27. Juni 2011

Der Tag der Lehre, zu dem das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg einlädt, widmet sich am 1. Juli 2011 wieder einem spannenden und vor allem für angehende Mediziner wichtigen Thema: der ärztlichen Kommunikation.

Sie nämlich gehört zu den Schlüsselkompetenzen eines jeden Mediziners. Gespräche mit Patienten und Angehörigen, Austausch mit Kollegen, Pflegepersonal oder Praxis-Mitarbeitern: Mindestens ein Drittel der Arbeitszeit eines Arztes nimmt die Kommunikation ein, bei machen Facharztgruppen ist es sogar mehr als die Hälfte.

Eine gute Kommunikation trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Dabei geht es nicht nur darum, klar zu kommunizieren und Missverständnisse zu vermeiden. Ein guter persönlicher Umgang mit Patienten trägt zur Zufriedenheit und damit letztlich zur Gesundheit bei. Und auch im Behandlungsteam und im Umgang mit den verschiedenen Berufsgruppen in einer Klinik ist klar: Der Ton macht die Musik. Und der will gelernt sein.

Der Tag der Lehre bietet einen Einblick in Forschung und Methoden der Kommunikation in Theorie und Praxis. Im Eröffnungsvortrag von Professor Dr. Wim Gijselaers aus Maastricht geht es um „Communication between Medical Professionals“. Im Anschluss wird Professor Dr. Wolf Langewitz aus Basel darstellen, dass kommunikative Kompetenz zwar nicht jedem angeboren, aber durchaus lehr- und lernbar ist. Auf Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede geht dann Frau Professor Dr. Eva Eckkrammer von der Universität Mannheim ein, Dr. Peter Görlich aus Heidelberg referiert über die "Kommunikation als Wertschöpfung". Am Nachmittag bieten verschiedene Workshops Tipps und Strategien für die Praxis.

Der Tag der Lehre bietet auch den feierlichen Rahmen für die Verleihung der Medizindidaktischen Zertifikate Baden-Württemberg. Am Abend klingt der Tag der Lehre mit dem studentischen Sommerfest aus. Dabei prämieren die Studierenden in bewährter Weise besonders überzeugende Dozenten mit Lehrpreisen. Für musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene Bands und Musikgruppen.

Die Veranstaltung richtet sich an die Studierenden der Mannheimer Medizinfakultät und an die interessierte Öffentlichkeit.

Detaillierte Informationen

http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/


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Mannheimer Medizinfakultät auf der Heidelberger UniMeile

25. Juni 2011: „Medizin hautnah“ und „Kinder-Uni Medizin“ zu Gast beim Uni-Jubiläum in der Altstadt

Mannheim, den 20. Juni 2011

Am kommenden Samstag, 25. Juni 2011, können sich die Bürger und Besucher beim Bummel durch die Heidelberger Altstadt ein Bild von der Vielfalt der Heidelberger Universität machen. An diesem Tag gastiert eine Zeltstadt in den romantischen Gassen der Altstadt – Fakultäten und Einrichtungen der Ruperto Carola beziehen dort vorübergehen Quartier und heißen die Besucher auf der UniMeile willkommen.

Mittendrin, zentral auf dem Universitätsplatz, gestattet die Medizinische Fakultät Mannheim einen Einblick in ihre Welt der Medizin unter dem Titel „Herz, Schmerz - und die Medizin von morgen“. Ein riesiges Herz-Modell gibt dort all die Geheimnisse dieses Organs preis. Ganzkörper-Scheibenpräparate eröffnen einen detaillierten Einblick in unser Innenleben. An Laparoskopie- und Kathetertrainer können sich die Besucher als Chirurgen oder Kardiologen versuchen. Oder sie „altern“ mittels eines Simulators innerhalb von Sekunden um Jahrzehnte und erleben so am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, alt und gebrechlich zu sein.

Die kleinen Besucher sind eingeladen, Hörsaal-Luft zu schnuppern. Die Mannheimer Kinder-Uni, die bundesweit einzige Kinder-Uni mit ausschließlich medizinischen Themen, die nun schon seit sechs Jahren regelmäßig kleine Studienanwärter im Alter von etwa acht bis zwölf Jahren in den Sommerferien einlädt, gibt ein Gastspiel in der „Neuen Universität“ in Heidelberg. Um 14 Uhr und um 15 Uhr empfängt Dr. Tom Terboven die Kids zu den altersgerechten Vorlesungen. Es wird richtig spannend, wenn Dr. James Blunk fragt: „Kennt ein Indianer keinen Schmerz!?“ und Dr. Rüdiger Adam die Kinder auf eine multimediale und atemberaubende Reise in den „Dschungel im Bauch“ mitnimmt.

Das und vieles mehr bietet die Medizinische Fakultät Mannheim zentral in ihren Zelten (44 / 45) auf dem Universitätsplatz und in der Neuen Universität. Herzlich willkommen in unserer Welt der Medizin…


Mannheimer Medizinfakultät auf dem Universitätsplatz

„Herz, Schmerz - und die Medizin von morgen“

Medizin hautnah: begehbares Herz – Anatomie mittels Scheiben-Präparaten – OP durchs Knopfloch – Studium des Schmerzes – und vieles mehr!

Universitätsplatz, Zelte 44 / 45


Mannheimer Kinder-Uni Medizin

14.00 Uhr

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz!?“

15.00 Uhr

„Der Dschungel im Bauch“

Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren können bei der Kinder-Uni mit Experten der UMM die spannende Welt der Medizin erkunden.

Neue Universität, Hörsaal 13 (1. OG)


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Medizinische Fakultät Mannheim: Auszeichnung für herausragende onkologische Forschung

Dr. Andreas Fischer erhält einen der beiden Hella-Bühler-Preise

Mannheim, den 16. Juni 2011

Mit dem Hella-Bühler-Preis für onkologische Forschung werden in diesem Jahr zwei Mediziner der Universität Heidelberg ausgezeichnet: Preisträger 2011 sind Dr. Andreas Fischer und Dr. Sven Danckwardt, die ein Preisgeld von jeweils 75.000 Euro erhalten. Dr. Fischer ist Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruperto Carola und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Dr. Danckwardt forschte bis vor kurzem im Rahmen der Molecular Medicine Partnership Unit; diese Einrichtung wird vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg getragen. Die zum sechsten Mal vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscher der Universität Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2011 statt.

Andreas Fischer (Jahrgang 1976) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 an der Universität Würzburg promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch. Im Januar dieses Jahres hat Dr. Fischer den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller-Förderpreis für seine wegweisenden Arbeiten zu zellulären Signalwegen erhalten.

Die Auszeichnung mit dem Hella-Bühler-Preis gilt Dr. Fischers Untersuchungen zur Entstehung von Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Diese sogenannten zerebralen Kavernome sind durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße gekennzeichnet. Wachsen diese Kavernome, so steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Dr. Fischer konnte mit seinen Forschungen zeigen, dass ein gestörter Signalweg in den die Gefäße auskleidenden Endothelzellen zu einem überschüssigen und unkontrollierten Gefäßwachstum und damit zur Bildung von Kavernomen führt. Am Tiermodell testet seine Arbeitsgruppe nun den Einsatz eines Krebsmedikaments, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt und damit ein Kandidat auch für die Behandlung von Kavernomen ist.

Sven Danckwardt (Jahrgang 1973) studierte Humanmedizin in Tübingen, Berlin und San Diego (USA). Nach dem Ende des Studiums 2001 wurde er im Jahr 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer wegweisenden Arbeit zu Mechanismen der Genotyp-Phänotyp-Modulation promoviert. Dafür erhielt er den Robert-Koch-Preis der Humboldt-Universität. Nach der Promotion war er zunächst als Assistenzarzt in Berlin tätig, ehe er 2003 an das Universitätsklinikum Heidelberg wechselte. Als Postdoktorand forschte Dr. Danckwardt an der Molecular Medicine Partnership Unit von EMBL und Medizinischer Fakultät Heidelberg. Zum 1. April folgte der Wissenschaftler einem Ruf an die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mit seinen Forschungsarbeiten verfolgt Dr. Danckwardt das Ziel, die Grundlage für die „rätselhafte“ Beziehung zwischen aktivierter Blutgerinnung und der Entstehung sowie Metastasierung von Tumorerkrankungen zu erforschen. Dieser bislang weitgehend unbekannte Zusammenhang mit weitreichenden Konsequenzen für die Prognose von Krebserkrankungen ist in den vergangenen Jahren vor allem in klinischen Arbeiten beobachtet und beschrieben worden. Mit seinen Untersuchungen will Dr. Danckwardt einen Beitrag dazu leisten, den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus aufzuklären und damit auch neue Erkenntnisse für die Tumorbiologie und daraus resultierende therapeutische Ansätze zu gewinnen.

Der von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis soll junge Heidelberger Wissenschaftler unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen. In diesem Jahr werden mit Dr. Fischer und Dr. Danckwardt erstmals zwei Preisträger ausgezeichnet, nachdem die Jury die Forschungen der beiden Wissenschaftler als preiswürdig bewertet hat.




Der Preisträger
Dr. Andreas Fischer.

Verleihung des Hella-Bühler-Preises

Den Festakt zur Verleihung des Hella-Bühler-Preises 2011 eröffnet Professor Dr. Thomas Rausch, Prorektor der Universität Heidelberg. Anschließend spricht der Preisträger des vergangenen Jahres, Privatdozent Dr. Jochen Utikal, ebenfalls Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim, aus der Dermatologie. Die Laudationes auf die beiden diesjährigen Träger des Hella-Bühler-Preises hält Professor Dr. Matthias Henze, der am EMBL forscht und einer der beiden Direktoren der Molecular Medicine Partnership Unit ist. Es folgt die Vorstellung der ausgezeichneten Forschungsarbeiten. Dr. Fischer erläutert, „Wie Signalwege Blutgefäße im ruhenden Zustand halten und die Entwicklung zerebraler Kavernome verhindern“. Dr. Danckwardt wird in seinem Vortrag der Frage „Die rätselhafte Beziehung zwischen Blutgerinnung und Krebs: Epiphänomen oder funktionell relevant?“ nachgehen. Die Veranstaltung am 22. Juni 2011 findet im BioQuant-Zentrum, Im Neuenheimer Feld 267, Großer Hörsaal, statt und beginnt um 17.00 Uhr.


Kontakt:

Dr. Andreas Fischer
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Kinder-Infektiologin für Forschung zu Hauteinblutungen ausgezeichnet

Fachgesellschaft fördert wissenschaftliche Studie

Mannheim, den 14. Juni 2011

Dr. Henriette Schneider, eine junge Assistenzärztin, die an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) forscht, ist mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde der Ärztin im April, bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft in Leipzig, für eine wissenschaftliche Studie verliehen, die sich mit dem Zusammenhang von Petechien und Infektionskrankheiten befasst.

Petechien sind stecknadelkopfgroße rote Punkte auf der Haut, die durch Einblutungen entstehen. Obwohl Petechien weder jucken noch Schmerzen verursachen und selbst keinen Schaden anrichten, ist Vorsicht geboten, da sie auf eine bedrohliche Erkrankung hinweisen können. Dazu zählen Hirnhautentzündung, Blutvergiftung sowie eine gestörte Funktion der Blutplättchen.

Kinder sind häufiger als Erwachsene von Petechien betroffen. In etwa 15 Prozent der Fälle liegt ihnen eine Infektion mit Meningokokken, den Erregern der Hirnhautentzündung, zugrunde. In vielen Fällen gelingt der Nachweis des Erregers aber nicht, die Ursache bleibt ungeklärt. Systematische Untersuchungen zu möglichen Erregern – Bakterien und Viren – sind notwendig, um bessere Erkenntnisse zu den Ursachen von Petechien zu gewinnen.

Dr. Henriette Schneider führt seit 2009 an der Universitäts-Kinderklinik eine Studie durch, bei der sie systematisch die Erreger aus dem Nasen-Rachen-Sekret von jungen Patienten mit Petechien nachweist und erfasst. Die Studie schließt sowohl junge Patienten des Universitätsklinikums Mannheim als auch des St. Anna-Stift-Krankenhauses in Ludwigshafen ein.

Ziel der von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie ausgezeichneten Studie ist es, die Diagnostik der Ursachen von Petechien zu verbessern und damit unnötige Therapien und invasive diagnostische Eingriffe, wie die Lumbalpunktion, zu vermeiden – und damit letztendlich die Behandlung von Kindern mit diesen Hauteinblutungen zu verbessern.




Die Preisträgerin
Dr. Henriette Schneider.

Pädiatrische Infektiologie an der Universitätsmedizin Mannheim

Die Pädiatrische Infektiologie ist ein ausgewiesener klinischer und wissenschaftlicher SSchwerpunkt der Kinderklinik an der UMM. Die Klinik gehört zu den wenigen von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zertifizierten Ausbildungszentren für dieses Spezialgebiet.


Kontakt:

Dr. med. Henriette Schneider
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2504
E-Mail: henriette.schneider@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Immunabwehr im Weltraum – Medizinische Fakultät Mannheim an ISS-Raumfahrtprojekt beteiligt

Forschungsprojekt befasst sich mit Auswirkungen von Stress und Schwerelosigkeit auf das Immunsystem bei Langzeitaufenthalten im All

Mannheim, den 18. Mai 2011

Internationale Experten diskutieren am 19. und 20. Mai 2011 in der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zukünftige Projekte auf der Raumstation ISS. In den nächsten Jahren wird ein internationales Forscherteam die gesundheitlichen Auswirkungen von lang andauernden Weltraumaufenthalten auf der ISS (International Space Station) untersuchen. Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist mit einem Projekt von Professor Dr. Manfred Thiel mit an Bord. Der Anästhesist und Intensivmediziner erforscht die Auswirkungen von Stressfaktoren auf die Immunabwehr des Menschen. Die Erkenntnisse, die die Mannheimer Wissenschaftler erwarten, sind nicht nur für künftige Weltraumaufenthalte wichtig, sondern können auch für Patienten in der Intensivmedizin von Nutzen sein.

Langzeitweltraumflüge bedeuten für Astronauten eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Zu den bekannten Stressfaktoren gehören unter anderem Schwerelosigkeit, erhöhte Radioaktivität, Sauerstoffarmut, veränderte Ernährung und eine große psychische Belastung. Um die gesundheitlichen Folgen dieser Stressfaktoren besser abschätzen zu können, fördert die Europäische Weltraumorganisation (ESA) innovative Forschung auf diesem Gebiet.

Im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens durch die European Science Foundation wurde von der ESA ein internationales Projekt ausgewählt, das die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem von Raumfahrern untersucht. Im Fokus der Untersuchungen des am ausgewählten Projekt beteiligten Forscherteams um Professor Thiel stehen dabei die komplexen Funktionen des Immunsystems, insbesondere die Abwehr von Mikroorganismen. Thiel ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der UMM. Er beschäftigt sich seit Jahren mit einem auch bei Operationen und in der Notfall- sowie Intensivmedizin gut bekannten Stressfaktor und dessen Auswirkungen auf das Immunsystem, dem Sauerstoffmangel (Hypoxie).

Chronischer Sauerstoffmangel hat komplexe Anpassungsreaktionen im Energiestoffwechsel zur Folge, die dazu führen, dass Funktionen vor allem des spezifischen Immunsystems unterdrückt werden. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen mit Bakterien und Viren. Auch die Wahrscheinlichkeit, mit der Tumoren auftreten, wird erhöht. Die Auswirkungen von durch Sauerstoffmangel hervorgerufenem Stress auf die Abwehrfunktion des Immunsystems ermitteln die Mannheimer Wissenschaftler, indem sie regelmäßig die Funktionen von Lunge und Herz-Kreislauf-System der ISS-Besatzung sowie deren Blutzellen vor und nach dem Weltraumaufenthalt untersuchen.

Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts sind für die Planung längerer Weltraumaufenthalte, wie beispielsweise bei einer Mars-Mission, von großer Bedeutung. Die Wissenschaftler hoffen zudem, dass die unter den Extrembedingungen des Weltraums gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse über die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem helfen, auch stressbedingte Erkrankungen auf der Erde besser zu verstehen und behandeln zu können. „Auch Patienten, die infolge von Operationen oder der Behandlung auf einer Intensivstation eine verringerte Infektabwehr aufweisen, könnten von den Erkenntnissen profitieren“, so Thiel.

Der internationale Verbund, der sich mit Forschungsprojekten rund um die gesundheitlichen Auswirkungen von langen Aufenthalten im All befasst, besteht aus Forscherteams aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, der Schweiz, Belgien, Österreich, Russland und den USA. Er wird koordiniert von Privatdozent Dr. Alexander Choukèr, Ludwig-Maximilians-Universität München.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Manfred Thiel
Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2614 (Sekretariat)
Fax: 0621 / 383 - 3806
E-Mail: christiane.hafner@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0161.txt)


cFLIP: Schlüsselposition bei der Entstehung von weißem Hautkrebs

Eiweiß dient als Schalter für zwei Mechanismen: Es kann den programmierten Zelltod verhindern und eine Immunreaktion unterdrücken

Mannheim, den 18. Mai 2011

Die Zunahme der UV-Strahlung und das steigende Lebensalter der Bevölkerung lassen die Häufigkeit von Hautkrebserkrankungen weiter ansteigen. Noch häufiger als der sehr bösartige schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist der weiße Hautkrebs. Dazu zählen die sogenannten Basalzellkarzinome und das Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt. Sie machen etwa 15 Prozent aller bösartigen Tumore des Menschen aus.

Ob eine Hautzelle einen normalen Lebenszyklus durchläuft oder zum weißen Hautkrebs führt, darauf hat das Eiweiß cFLIP einen entscheidenden Einfluss. Wie Forscher der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) unter der Leitung von Professor Dr. Martin Leverkus zeigen konnten, nutzt cFLIP zwei Mechanismen, um eine normale Hautzelle zur Tumorzelle zu transformieren: Zum einen kann das Protein den programmierten Zelltod verhindern, indem es in der Zelle Signale der sogenannten „Todesrezeptor“-Familie blockiert. Zum anderen kann es eine den Tumor abstoßende Immunantwort unterdrücken, indem es entzündungsfördernde Signale hemmt.

Der programmierte Zelltod (Apoptose) ist ein körpereigener Mechanismus, durch den einzelne überflüssige oder störende Zellen sich selbst eliminieren. Im gesunden Organismus sorgt die Apoptose für die Vernichtung schädlicher Zellen sowie für ein ausgewogenes Verhältnis von Zellvermehrung (Proliferation) und Zelltod. Ist der programmierte Zelltod fehlerhaft reguliert, kann dies zur Bildung von Tumoren führen.

Normalerweise binden die Botenstoffe der „Todesrezeptor“-Familie an Oberflächenmoleküle der Tumorzellen und können dadurch Apoptose auslösen. Ist der Inhibitor cFLIP jedoch in den Hautzellen stark exprimiert, verhindert dieses blockierende Eiweiß, dass der programmierte Zelltod ausgelöst wird.

Die exakten Mechanismen, wie Hauttumorzellen durch cFLIP das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen anregen, sind bislang nicht aufgeklärt. Bekannt ist allerdings, dass das Protein in der Zelle in verschiedenen Isoformen, also mit etwas unterschiedlichem Aufbau, vorkommt. Um deren Bedeutung bei der Entwicklung von Hautkrebs weiter aufzuklären, schleusten die Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion für Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), verschiedene Isoformen von cFLIP mittels viraler Vektoren in Tumorzellen ein. Auf diese Wiese konnten sie einzelne Signale identifizieren, die durch cFLIP moduliert werden.

„Mit der Kenntnis der beteiligten Signale können wir nach Wegen suchen, wie wir diese in den Hautkrebszellen abschalten und auf diese Weise sowohl den Zelltod als auch eine Immunantwort auslösen können, die den Tumor vernichtet“, so Leverkus.

Publikation

Die Ergebnisse der Mannheimer Wissenschaftler sind publiziert:

cFLIP isoforms block CD95- and trail death receptor-induced gene induction irrespective of processing of caspase-8 or cFLIP in the death-inducing signalling complex

Shyam M. Kavuri, Peter Geserick, Daniela Berg, Diana Panayotova Dimitrova, Maria Feoktistova, Daniela Siegmund, Harald Gollnick, Manfred Neumann, Harald Wajant and Martin Leverkus

The Journal of Biological Chemistry, Vol. 286, Issue 21, 18614-18622, MAY 27, 2011
http://www.jbc.org/content/early/2011/03/22/jbc.M110.148585.abstract



Die elektronenmikroskopische Darstellung zeigt
eine Hauttumorzelle, die durch Stimulation eines
Oberflächenrezeptors in die Apoptose gebracht wurde
und dadurch die typischen „Apoptose-Bläschen“ zeigt.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Martin Leverkus
Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2344
E-Mail: martin.leverkus@medma.uni-heidelberg.de


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(0160.txt)


Medizinstudium in Mannheim ist einsame Spitze

Mannheimer Medizinfakultät der Universität Heidelberg setzt sich beim CHE-Ranking deutlich ab

Mannheim, den 10. Mai 2011

Das Abitur ist in der Tasche und der Weg damit frei für einen neuen Lebensabschnitt – das Studium. Für die Wahl des passenden Faches und des „richtigen“ Studienortes kann ein Blick in den aktuellen ZEIT Studienführer hilfreich sein. Fällt die Wahl auf das Medizinstudium, so offenbart schon der „erste Überblick“ beim Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) das hervorragende Abschneiden der Medizinischen Fakultät Mannheim: Als einzige Medizinfakultät gehört sie nach jedem der fünf übergeordneten Kriterien zur jeweiligen Spitzengruppe. Alle anderen Medizinfakultäten schafften es nur bei maximal drei Kriterien in die Spitzengruppe.

Das CHE-Ranking erfasst insbesondere die Forschungsleistungen sowie die Qualität der Lehre und bewertet die Studiensituation insgesamt an den einzelnen Fakultäten. Neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung umfasst das Ranking auch eine umfangreiche Liste von Punkten, über die Studierende selbst die Studienbedingungen an ihrer Hochschule beurteilen. Und nicht zuletzt wird auch die Reputation, die die Fakultät in Studium, Lehre und Forschung genießt, erfasst.

Die Medizinische Fakultät Mannheim ist - ebenso wie die Medizinische Fakultät Heidelberg - eine Fakultät der Universität Heidelberg. Sie bietet zurzeit rund 1.400 jungen Menschen ein Medizinstudium nach einem im Jahr 2006 neu entwickelten Studienkonzept, dem Mannheim Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe. Das MaReCuM-Medizinstudium ist eine besonders praxisnahe und forschungsorientierte Ausbildung, über die klassischen Fächergrenzen hinweg. Ergänzend zum Studium der Humanmedizin bietet die Fakultät drei Masterstudiengänge an, die besonders leistungsstarke Studierende bereits parallel zum Studium belegen können, in Medical Physics, Health Economics und Translational Medical Research.

Daten von „Ranking Kompakt“ im Netz

Vergleich der Hochschulen / Fakultäten nach ausgewählten Kriterien:
http://ranking.zeit.de/che2011/de/rankingkompakt?esb=36&ab=3&hstyp=1



Medizinstudium an der
Medizinischen Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg.


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(0159.txt)


In der Ruhe liegt die Kraft: Wie aktivierte Blutgefäßzellen ruhiggestellt werden können

Der Transkriptionsfaktor HOXC9 kann Blutgefäße in einen gesunden Ruhezustand versetzen

Mannheim, den 21. April 2011

In einer aktuellen Publikation der wissenschaftlichen Zeitschrift Circulation Research beschreiben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wie zur Gefäßbildung aktivierte Endothelzellen – Zellen die das Innere der Gefäße auskleiden – über die verstärkte Bildung des Transkriptionsfaktors HOXC9 in ein ruhendes, funktionell intaktes Endothel überführt werden können. Die Wissenschaftler konnten auch den Mechanismus aufdecken, über den HOXC9 die Prozesse der Blutgefäßbildung unterbinden kann. Die Ergebnisse der Mannheimer Forscher können eine wichtige Erkenntnis in Bezug auf das Wachstum von Tumoren - und damit von deren Behandlung - sein.

Die Bildung von Gefäßen ist ein wichtiges Forschungsgebiet auch der Krebsforscher. Denn um wachsen zu können, sind Tumoren auf die Versorgung durch Blutgefäße angewiesen, die ihnen Sauerstoff und Nahrung zuführen. Sie können sogar selbst die Bildung von Blutgefäßen in Gang setzen, indem sie gezielt Wachstumsfaktoren freisetzen. Diesen Prozess bezeichnet man als Tumorangiogenese.

Privatdozent Dr. Jens Kroll, von der Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim, konnte mit seinem Team jetzt zeigen, dass der Transkriptionsfaktor HOXC9, der in intakten, ruhenden Endothelzellen stark produziert wird, in aktivierten Endothelzellen des Blutgefäßsystems nicht mehr gebildet wird. Besonders interessant ist die Beobachtung, dass umgekehrt eine verstärkte „künstliche“ Bildung von HOXC9 aktivierte Endothelzellen in einen ruhenden, aber dennoch funktionellen Zustand versetzen kann.

HOX Gene haben eine wichtige Funktion in der frühen Entwicklung eines Organismus, etwa indem sie dort die Gliederung der Körperachsen steuern. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass HOX Gene über ihre entwicklungsbiologische Funktion hinaus einen Einfluss auf weitere wichtige physiologische Prozesse in einem Organismus haben. So regulieren sie im Gefäßsystem sowohl Neubildung als auch Rückbildung von Blutgefäßen während der Embryonalentwicklung. Und sie regen die Gefäßbildung im Zusammenhang mit krankhaften Veränderungen an, etwa während der Tumorentstehung.

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Kroll konnte jetzt sowohl in kultivierten Endothelzellen als auch in Blutgefäßen im Zebrafisch zeigen, dass HOXC9 die Bildung des für Blutgefäße wichtigen Faktors Interleukin 8 hemmt und auf diese Weise eine Aktivierung der Endothelzellen und Neubildung der Blutgefäße verhindern kann. Dabei wiesen sie im Detail nach, dass HOXC9 vielfältige Prozesse der Blutgefäßbildung, wie die Neubildung und Wanderung von Endothelzellen, hemmt, und dass diese Funktionen von HOXC9 ausschließlich über den Faktor Interleukin 8 vermittelt werden.

Die Ergebnisse haben eine wichtige Bedeutung sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die medizinische Forschung. Die Wissenschaftler lernen, wie Blutgefäße in der Embryonalentwicklung entstehen können. Und sie verstehen besser, wie die Bildung von Blutgefäßen, die den Tumor versorgen, reguliert wird. Ein weiterer Aspekt sind Erkenntnisse die Entzündungsprozesse betreffen, nämlich wie hier die überschießende lokale Aktivierung des Endothels reguliert wird.

Im Mittelpunkt der weiteren Forschung in diesem Zusammenhang steht insbesondere die Frage, ob eine gesteigerte Bildung von HOXC9 nicht nur aktivierte Endothelzellen in einen Ruhezustand versetzen, sondern tatsächlich auch die Neubildung von Blutgefäßen verhindern kann.



Ruhende Endothelzellen bilden große Mengen
des Transkriptionsfaktors HOXC9, der hier
in kultivierten, ruhenden humanen Zellen
mittels roter Fluoreszenz-Färbung sichtbar
gemacht wird.


In kultivierten humanen Zellen, die sich im
aktivierten Zustand befinden, ist HOXC9
quasi nicht nachweisbar; blau gefärbt sind
hier die Zellkerne.

Aktuelle Publikation
The transcription factor HOXC9 regulates endothelial cell quiescence and vascular morphogenesis in zebrafish via inhibition of interleukin 8.
Sandra J Stoll, Susanne Bartsch, Hellmut G. Augustin and Jens Kroll
Circulation Research, published April 14, 2011.
http://circres.ahajournals.org/onlinefirst.shtml


Kontakt:

PD Dr. Jens Kroll
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9965
Fax: 0621 / 383 - 9961
E-Mail: jens.kroll@medma.uni-heidelberg.de


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(0158.txt)


Urologe Michel vertritt sein Fach regional sowie bundes- und europaweit

Mannheimer Klinikdirektor in den Vorstand der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie gewählt

Mannheim, den 13. April 2011

Professor Dr. Maurice S. Michel, Direktor der Klinik für Urologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist in der vergangenen Woche, auf der Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie in Tübingen, einstimmig in der Vorstand der Fachgesellschaft gewählt worden. Professor Michel ist bereits Mitglied im Vorstand sowohl der Deutschen als auch der Europäischen Urologischen Fachgesellschaft. Mit der Wahl in den Vorstand der Südwestdeutschen Fachgesellschaft kann sich der 41-jährige Klinikchef nun auch in der Region noch stärker für die Weiterentwicklung seines Faches einsetzen und dabei Synergien aus seinem deutschland- und europaweiten Engagement ziehen.

Die Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e.V. wurde vor fast 50 Jahren gegründet. Mit rund 400 Mitgliedern aus Baden-Württemberg sowie den angrenzenden Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland, ist sie die zweitgrößte urologische Fachgesellschaft in Deutschland.

Mit seiner Wahl holt Professor Michel im Jahr 2014 die Jahrestagung der Fachgesellschaft in den Mannheimer Rosengarten. Zu dem viertägigen Kongress werden rund 1.000 Ärzte erwartet.



Prof. Dr. Maurice S. Michel


Kontakt:

Prof. Dr. Maurice S. Michel
Direktor der Klinik für Urologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2229
Fax: 0621 / 383-2184
E-Mail: claudia.bittlingmaier@umm.de (Sekretariat)


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0157.txt)


Innovative Ideen in Biotechnologie und Medizintechnik

Medizinische Fakultät mischt erfolgreich bei Ideenwettbewerb des Wissenschaftsministeriums mit

Mannheim, den 5. April 2011

Zwei Projekte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gehören zu den Gewinnern eines Ideenwettbewerbs, den das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg Ende 2010 ausgeschrieben hatte. Ein weiteres Projekt steht in enger Verbindung zur UMM; es liegt in der Hand von Dr.-Ing. Jan Stallkamp, dem Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart. Dr. Stallkamp baut derzeit an der UMM eine Fraunhofer-Projektgruppe auf, die er selbst leiten wird.

Das Land fördert mit dem Wettbewerb innovative Ideen im Bereich der Biotechnologie und Medizintechnik. Und zwar Ideen, die in hohem Grade wissenschaftlich-technischen Erfolg versprechen. Insgesamt werden 42 Projektgruppen aus den vier Schwerpunktthemen synthetische Biologie, Bioverfahrenstechnik, molekulare Bionik und Medizintechnik gefördert. Die drei „Mannheimer“ Projekte gehören allesamt zur Medizintechnik, einem von vier Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Was haben die Mannheimer Wissenschaftler in der Pipeline?

Nicht-invasives Monitoring der Restenose

Professor Dr. Steffen Diehl vom Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Professor Dr. Jürgen Hesser, Leiter der Abteilung Experimentelle Radioonkologie, entwickeln eine neue Technik, mit der sie Ablagerungen an Stents mittels nicht-invasiver Bildgebung darstellen können.

Was haben die Mannheimer Wissenschaftler in der Pipeline?Verengungen in Gefäßen, die zu einem Verschluss führen können, werden seit Jahren sehr erfolgreich minimal-invasiv mittels Gefäßstützen, so genannten Stents, behandelt. Leider kommt es häufiger vor, dass sich die Gefäße aufgrund von Zellwucherungen mit der Zeit wieder verengen. Es gibt verschiedene Ansätze, um Zellwucherungen an Stents zu verhindern, beispielsweise durch den Einsatz von Stents, die mit Medikamenten beschichtet sind. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Arten von Stents werden in der Wissenschaft jedoch kontrovers diskutiert. So stehen beispielsweise medikamentenbeschichtete Stents im Verdacht, Thrombosen auslösen zu können.

Um zu überprüfen, ob sich Ablagerungen an Stents bilden, ist bislang ein invasiver Eingriff mittels Katheter notwendig. Gerade für Patienten mit kardiologischen Erkrankungen ist ein solcher Eingriff jedoch stets mit einem Risiko für Komplikationen verbunden. Die Gefäßmediziner wünschen sich daher ein nicht-invasives Verfahren, mit dem sie solche Untersuchungen in der klinischen Routine ohne Risiko für den Patienten durchführen können.

Die Technik der Mannheimer Wissenschaftler soll mittels Computertomograph (CT) und speziell entwickelter Auswertmethoden Ablagerungen sehr frühzeitig „von außen“ darstellen können.

Strahlungsreduzierendes Navigationssystem für CT-gestützte Biopsien

Professor Dr. Steffen Diehl ist an einem weiteren Projekt beteiligt, das im Ideenwettbewerb ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Professor Dr. Marcus Vetter, Studiendekan an der Fakultät für Informationstechnik der Hochschule Mannheim, entwickelt er ein neuartiges Navigationssystem, das den Arzt bei der Entnahme von Gewebeproben unterstützen soll.

Gewebeproben werden in der Medizin vorwiegend im Rahmen der onkologischen Diagnostik entnommen. Das geplante Navigationssystem soll sich für die Probenentnahme an Weichteilen im Bauchraum, etwa der Leber, eignen. Da die Organe nicht starr sind, sondern sich im Bauchraum bewegen können und zudem deformierbar sind, stellt dies besondere Anforderungen an das System.

Das Verfahren, das die Mannheimer Wissenschaftler entwickeln, nutzt ebenfalls die Computertomographie. Kernstück der Entwicklungsarbeit ist eine Hard- und Software, die die Genauigkeit der Probenentnahme und damit die Sicherheit des Patienten deutlich verbessert. Ein weiterer Aspekt des zu entwickelnden Systems ist eine drastische Reduzierung der Strahlenbelastung.

Mikrohydraulikatoren für chirurgische Instrumente

In der Chirurgie versucht man heute, so oft wie möglich auf große Schnitte zur verzichten. Viele operative Eingriffe in Bauchraum und Brustkorb können minimal-invasiv durch kleinste Hautschnitte durchgeführt werden. Möglich wird die sogenannte Schlüssellochchirurgie erst durch die Entwicklung von miniaturisierten chirurgischen Instrumenten.

Die Instrumente, die heute in der minimal-invasiven Chirurgie zum Einsatz kommen, lassen jedoch noch Wünsche offen, die Dr. Jan Stallkamp mit seinem Team erfüllen will. Es geht beispielsweise um den Antrieb, über den die Handbewegung des Operateurs auf das Instrument übertragen wird. Noch sind die Instrumente in der Regel mit mechanischen Antriebseinheiten versehen, bei denen die Handbewegungen über Seilzüge oder Zug- und Druckstangen übertragen werden. Jan Stallkamp verfolgt das Ziel, mikrohydraulische Antriebseinheiten für chirurgische Instrumente zu entwickeln - idealerweise mit der Besonderheit, dass sie dem Chirurgen ein direktes Feed-back über die eingesetzte Kraft geben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mikrohydraulische Antriebe ließen sich deutlich feinfühliger bedienen und es könnten außerdem größere Kräfte übertragen werden.

Die heute verwendeten mikrochirurgischen Instrumente, beispielsweise Präparierzange oder Gewebeschere, erlauben nur eingeschränkte mechanische Abläufe. In der Regel beschränkt sich die Bewegung auf das Öffnen und Schließen und die Rotation um den Instrumenten-Schaft. Die Instrumente, die Stallkamp mit seinem Team entwickeln will, sollen Bewegungen in zusätzlichen räumlichen Dimensionen erlauben und dadurch in ihrem Einsatz flexibler werden.

Außerdem arbeitet der Ingenieur an Lösungsansätzen, wie sich unerwünschte Nebeneffekte, beispielsweise der natürliche Tremor des Chirurgen, herausfiltern lassen - eine wichtige Voraussetzung für präzises Operieren im Mikrobereich.


Innovative Projekt-Ideen aus der UMM:

Nicht-invasives Monitoring der Restenose mittels Subvoxelverfahren

Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Hesser
Experimentelle Radioonkologie (UMM)

Prof. Dr. med. Steffen Diehl
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (UMM)

Entwicklung eines innovativen strahlungsreduzierenden Navigationssystems für CT-gestützte Biopsien und minimal- invasive Thermotherapie

Prof. Dr. Steffen Diehl (UMM)

Prof. Dr. Marcus Vetter
Hochschule Mannheim
Fakultät für Informationstechnik

MaiA – Mikrohydraulikatoren für chirurgische Instrumente

Dr.-Ing. Jan Stallkamp
Fraunhofer Institut IPA, Stuttgart
Abt. Produktions- und Prozessautomatisierung



Die Wissenschaftler vor einem
Computertomographen (v.l.n.r.):
Prof. Dr. Jürgen Hesser,
Prof. Dr. Marcus Vetter,
Prof. Dr. Steffen Diehl


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(0156.txt)


Nanomaterialien nehmen Krebszellen in Haft

Neuer Ansatz für die Therapie des Prostatakrebses mittels Nanotechnologie

Mannheim, den 29. März 2011

Ein internationales Forscherteam um Dr. Rutledge Ellis-Behnke, Leiter des „Nanomedicine Translational Think Tank“ der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, hat eine Methode entwickelt, mit der Krebsstammzellen möglicherweise daran gehindert werden können, sich zu vermehren und zu metastasieren. Der Trick: Nanomaterialien, die die Krebsstammzellen in Gewahrsam nehmen.

Bei den untersuchten Zellen handelte es sich um Stammzellen aus Prostatatumoren. Diese Zellen werden für das Fortschreiten der Krebserkrankung und die Metastasierung verantwortlich gemacht und bilden daher einen wesentlichen Angriffspunkt, um die Erkrankung zu kontrollieren und einzudämmen.

Die von den Wissenschaftlern entwickelten Nanomaterialien sind kleinste Proteine, die sich selbst zu geordneten Strukturen organisieren (sogenannte self-assembling nanomaterials made of peptides, SAP). Diese „Fallen“ im Kleinstformat umschließen die Stammzellen und hindern sie daran, sich weiter zu differenzieren und fortzubewegen, so die Ergebnisse von Studien. Die Zellen teilten sich nicht mehr und bildeten keine Zellkolonien.

Die selbstorganisierenden Nanomaterialien sind möglicherweise geeignet, das Fortschreiten einer Krebserkrankung und die Metastasierung zu unterbinden. Und sie können darüber hinaus die Stammzellen, die sich sonst der lokalen Behandlung durch Migration (Ortswechsel) entziehen, fixieren und sie damit der weiteren Therapie zugängig machen.

„Ziel der Krebstherapie ist es, Krebszellen daran zu hindern, sich zu teilen und zu migrieren“, so Dr. Rutledge Ellis-Behnke, der an der Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) forscht und die Ergebnisse gemeinsam mit Kollegen von der University of Hong Kong in der Fachzeitschrift „Cell Transplantation“ veröffentlicht hat. „Wir konnten nachweisen, dass SAPs die Selbsterneuerung der Stammzellen über einen längeren Zeitraum unterbinden können, ohne aber deren Lebensfähigkeit oder deren spezielle Eigenschaften dauerhaft zu beeinflussen.“

Die Ergebnisse bieten einen neuen Ansatz, aus dem sich möglicherweise neue Strategien zur Behandlung von bislang unheilbaren Krebserkrankungen entwickeln lassen. Denkbar wäre beispielsweise, die SAPs an chemotherapeutische Agenzien zu koppeln und direkt in den Tumor zu injizieren, und auf diese Weise zu verhindern, dass sich die Stammzellen der Behandlung entziehen. Die bislang in vitro, also an Zellkulturen gewonnenen Ergebnisse müssen in weiteren Studien verifiziert werden.


self-assembling nanomaterials made of peptides (SAP)
...sind eine Kategorie von kleinen Proteinen, die sich spontan in geordnete Nanostrukturen zusammenfügen. Sie kommen beispielsweise in der biomedizinischen Nanotechnologie zur Anwendung.


Publikation
Using Self-Assembled Nanomaterials to Inhibit the Formation of Metastatic Cancer Stem Cell Colonies In Vitro
Ling, Patrick M. T.; Cheung, Sunny W. H.; Tay, David K. C.; Ellis-Behnke, Rutledge G.
Cell Transplantation
Volume 20, Number 1, 2011 , pp. 127-131(5)
http://www.ingentaconnect.com/content/cog/ct/2011/00000020/00000001/art00014


Kontakt:

Dr. Rutledge Ellis-Behnke
Medizinische Fakultät Mannheim
Leiter des "Nanomedicine Translational Think Tank"
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6078
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(0155.txt)


18.000 Euro an Mannheimer Kindertagesstätten

Verleihung des Mestemacher KITA-Preises am 1. April 2011

Mannheim, den 28. März 2011

Die Vollkornbäckerei Mestemacher aus Gütersloh zeichnet am Freitag, den 1. April 2011, sechs Mannheimer Kindertagesstätten mit dem „Mestemacher KITA-Preis“ aus. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 18.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Das vor 140 Jahren gegründete Traditions-Unternehmen verleiht den KITA-Preis jährlich in wechselnden Städten an dort ansässige Kindertagesstätten, die in besonderer Weise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, eine geschlechterdemokratische Erziehung ihrer Schützlinge fördern und insgesamt exzellente pädagogische Arbeit leisten. „Hinter Kitas, die eine solch hohe Qualität der Kindererziehung bieten, steht immer ein gutes Konzept sowie ein besonders hohes Engagement von Erzieherinnen und Erziehern. Das ist auf jeden Fall eine besondere Würdigung wert“, begründet Professor Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung der Mestemacher-Gruppe, ihr persönliches Engagement und das von Mestemacher.

Den ersten Platz unter den ausgezeichneten Kitas belegen die MEDI-KIDS, die betriebliche Kindertagesstätte der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Das ist auch der Grund dafür, dass die Preisverleihung am 1. April in den Räumlichkeiten der Medizinischen Fakultät stattfindet. Die MEDI-KIDS wurden im Juni 2009 zunächst als Krippe für Kinder im Alter von acht Wochen bis drei Jahren in Betrieb genommen und im Oktober 2010 um eine altersgemischte Gruppe mit Kindern von zwei Jahren bis zur Schulpflicht ergänzt. Das Angebot der Kinderbetreuung richtet sich sowohl an die Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät als auch an die Studierenden.

Die Plätze zwei und drei nehmen das Mannheimer Kinderhaus Kleine Riedstraße und der Evangelische Melanchthon Kindergarten ein, danach folgen: Die Kleinen Stromer e.V., die Regenbogenkindergärten und Krippe sowie die Kinderkrippe Krabbelkäfer.

Professor Dr. Ulrike Detmers hat den Mestemacher KITA-Preis initiiert und 2001 aus der Taufe gehoben. Sie ist Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin des Stifterunternehmens Mestemacher, und darüber hinaus Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Bielefeld. Die Förderung der Gleichstellung ist für Frau Professor Detmers ein wichtiges und persönliches Anliegen. Auf ihre Initiative hin engagiert sich die Mestemacher GmbH seit Jahren für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Wirtschaft.

Mestemacher ist ein in über 87 Ländern vertretener Anbieter von Vollkornbroten, Pumpernickel und internationalen Brotspezialitäten. Das Unternehmen wurde 1871 als Stadtbäckerei gegründet. Heute umfasst die Mestemacher-Gruppe fünf Großbetriebe und beschäftigt 553 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Die ausgezeichneten Kindertagesstätten:
MEDI-KIDS der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
7.500 Euro
Kinderhaus Kleine Riedstraße
5.000 Euro
Evangelischer Melanchthon Kindergarten
2.500 Euro
Die Kleinen Stromer e.V.
1.000 Euro
Regenbogenkindergärten und Krippe
1.000 Euro
Kinderkrippe Krabbelkäfer
1.000 Euro


Kontakt:

Prof. Dr. Ulrike Detmers
Telefon: 05241 / 870968
E-Mail: ulrike.detmers@mestemacher.de
http://www.kita-preis.de


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(0154.txt)


Gleich drei Forschungspreise gehen an Dermatologen der UMM

Auszeichnungen bei der Tagung der „Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung" verliehen

Mannheim, den 25. März 2011

Als erfolgreiche Veranstaltung werden die jungen Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) die Tagung der „Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung“ in Tübingen (17. bis 19. Februar 2011) in Erinnerung behalten. Denn gleich drei von Ihnen wurden dort für ihre jeweiligen Forschungsarbeiten ausgezeichnet.

Der Biologe Dr. Marc Schmidt erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Allergologiepreis, den die European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) gestiftet hat. Ausgezeichnet wurde seine Arbeit über die der Nickel-Allergie zugrunde liegenden Mechanismen. Dr. Schmidt, der inzwischen am Dermatologischen Zentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen arbeitet, hatte die wegweisenden Arbeiten zur Entschlüsselung der allergiefördernden Eigenschaften von Nickel gemeinsam mit Kollegen an der Dermatologischen Klinik der UMM durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Nature Immunology veröffentlicht worden.

Nickel ist das mit Abstand häufigste Allergen. Sich davor zu schützen ist fast nicht möglich, da Nickel in vielen Gegenständen des alltäglichen Lebens enthalten ist. Dr. Schmidt und seine Kollegen identifizierten in dem toll-like receptor 4 (TLR4) eine körpereigene Erkennungsstruktur für Nickel, über die das Allergen seine entzündliche Wirkung entfaltet. TLR4 ist ein Rezeptor, der das angeborene Immunsystem aktiviert. Die Identifizierung einer Zielstruktur des Allergens könnte einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren Nickelallergie bedeuten.

Dr. Cyrill Géraud befasst sich mit der organspezifischen Endothelzelldifferenzierung und ihrer Funktion in der Physiologie und Pathophysiologie, also im gesunden Organismus sowie im Zuge des Krankheitsprozesses. Das Endothel kleidet die Blutgefäße als innerste Schicht aus und ist für eine Vielzahl von physiologischen Funktionen bedeutsam. So spielt das Endothel eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen, aber auch bei der Gewebshomöostase und bei der Angiogenese, also bei der Sprossung neuer Gefäße. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro fördern die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und die Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung (ADF) ein neues Forschungsprojekt von Dr. Géraud. Ziel des geförderten Projekts ist die Charakterisierung des erst kürzlich von ihm und seinem Team in Lebersinusendothelzellen identifizierten Leda-1 Proteins sowie die Untersuchung seiner Funktion beim bösartigen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom).

In der mit dem ADF-Posterpreis ausgezeichneten Forschungsarbeit untersucht Dr. Astrid Schmieder die Wechselwirkungen zwischen einem Tumor und den mit ihm assoziierten Makrophagen (so genannte Fresszellen). Die junge Mannheimer Wissenschaftlerin geht der Frage nach, ob Tumor-assoziierte Makrophagen das Wachstum des Tumors und das Fortschreiten der Erkrankung fördern. Dazu untersucht sie, inwieweit die Makrophagen vom Tumor verändert werden und über welche Mechanismen diese wiederum das Tumorwachstum beeinflussen. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten sind im International Journal of Cancer publiziert. Der Posterpreis ist mit 1.000 Euro dotiert.


Preisträger und ihre Preise:

Allergologiepreis der ADF und ECARF
Award for European Allergy Research
Stifter: European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)
Preisträger: Dr. rer. nat. Marc Schmidt
Publikation: Nature Immunology
http://www.nature.com/ni/journal/v11/n9/full/ni.1919.html


Forschungspreis der DDG und ADF
Stifter: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung (ADF)
Preisträger: Dr. med. Cyrill Géraud
Mit dem geförderten Projekt verbundene Publikationen:
The Journal of Clinical Investigation
http://www.jci.org/articles/view/44740?search[article_text]=&search[authors_text]=Cyrill+G%C3%A9raud
Hepathology
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20578158?dopt=Abstract


ADF-Posterpreis
Stifter: Almirall Hermal GmbH
Preisträgerin: Dr. med. Astrid Schmieder
Publikation: International Journal of Cancer
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijc.25657/full


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0153.txt)


MEDI-KIDS – Erste zertifizierte „BeKi-Krippe“ der Metropolregion

Offizielle Zertifizierung am Freitag, 25. März 2011

Mannheim, den 18. März 2011

Als erste Kindertageseinrichtung (KiTa) in der Metropolregion Rhein-Neckar sind die MEDI-KIDS, betriebliche KiTa der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, erfolgreich „BeKi-zertifiziert“ worden. „BeKi – fit essen schmeckt“ ist das Motto einer Landesinitiative des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dabei steht BeKi für "Bewusste Kinderernährung“. Ziel der Landesinitiative sind gesunde Kinder, die die Vielfalt der Lebensmittel kennen und schätzen lernen, Freude am vielseitigen Essen und Trinken haben und Selbstständigkeit im Umgang mit Lebensmitteln erlangen.

Dazu gehört es beispielsweise, Ernährungsfehlern entgegenzuwirken sowie ernährungsbedingte Krankheiten und Essstörungen zu verhindern. Regionale und saisonale Kost, täglich frisch und appetitlich zubereitet durch eine hauswirtschaftliche Fachkraft, wird bei den MEDI-KIDS ebenso angeboten wie beispielsweise die Pflege eines eigenen Kräuterbeetes, Elternabende zum Thema gesunde Ernährung und die Beratung von Schwangeren und stillenden Müttern.

Die offizielle Zertifizierung wird der Ministerialdirektor im Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Dr. Albrecht Rittmann, am Freitag, den 25. März 2011, um 14.30 Uhr in den Räumen der Einrichtung vornehmen. Als Vertreter der Medizinischen Fakultät Mannheim werden unter anderem der Dekan, Professor Dr. Klaus van Ackern, und die Gleichstellungsbeauftragte, PD Dr. Eva Neumaier Probst, teilnehmen.


„BeKi – fit essen schmeckt“
Nähere Informationen unter:
http://www.ernaehrungsportal-bw.de/servlet/PB/menu/1331649_l1/index.html


Kontakt:

Antonia Scheib-Berten
Referentin für Gleichstellungsfragen
Medizinische Fakultät Mannheim
V. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9782
E-Mail: antonia.scheib-berten@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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„Erlebnistag Medizin“ bringt jungen Menschen das Studium nahe

Medizin zum Anfassen: Die Medizinische Fakultät Mannheim informiert mit dem „Erlebnistag Medizin“ über das Studium

Mannheim, den 16. März 2011

Das Medizinstudium ist faszinierend und facettenreich – das wird an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Rahmen der Rhein-Neckar-Orientierungstage gezeigt. „Medizin zum Anfassen“ lautet das Motto beim „Erlebnistag Medizin“ am 23. März 2011. Schülerinnen und Schüler können hier unter anderem ihre Blutgruppe selbst bestimmen, per Ultraschall einen Blick in den eigenen Körper werfen oder die Reaktionsfähigkeit testen.

Informationsstände und Vorträge beantworten zudem Fragen über das Mannheimer Reformierte Curriculum MaReCuM und die Voraussetzungen für ein Medizinstudium. Auch das Lernkrankenhaus Thesima öffnet seine Pforten für die Schüler und Schülerinnen, hier zeigen Studierende Elemente ihres Studiums und führen durch die Räumlichkeiten.

„Wir möchten interessierten jungen Menschen das Medizinstudium nahe bringen“, so Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter. „Der Modellstudiengang MaReCuM zeichnet sich durch eine hohe Praxisnähe aus, das machen wir hier deutlich. Wir informieren über die Besonderheiten von MaReCuM, etwa die Option, schon während des Medizinstudiums zusätzliche Masterabschlüsse zu erwerben, und über verschiedene Berufswege in der Medizin.“

In den vergangenen Jahren war der „Erlebnistag Medizin“ auf sehr positive Resonanz gestoßen. Vor allem die Möglichkeit, Informationen über das Studium zu erhalten und selbst medizinische Handgriffe ausprobieren zu können, wurde von den Besuchern gelobt.

Der „Erlebnistag Medizin“ ist eine Veranstaltung im Rahmen der Rhein-Neckar-Orientierungstage.

Schülerinnen und Schüler gewinnen hier Einblicke in verschiedene Bereiche der Medizin.

Mit Infoständen und Vorträgen wird über die Voraussetzungen und Anforderungen des Medizinstudiums informiert.

Studierende der Fakultät stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und liefern Informationen aus erster Hand.

Mit Infoständen und Vorträgen wird über die Voraussetzungen und Anforderungen des Medizinstudiums informiert.

Die Medizinische Fakultät Mannheim beteiligt sich zum vierten Mal an dieser Informationsreihe für Studieninteressierte.


Weitere Informationen
http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium
http://www.orientierungstage-rhein-neckar.de


Kontakt:

Jutta Becher
Referentin für Studienbegleitende Programme
Universitätsmedizin Mannheim
Studiendekanat der Medizinischen Fakultät Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9761
E-Mail: jutta.becher@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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UMM: Leukämieforscher ausgezeichnet

Dr. Nowak erhält Franziska-Kolb-Preis für den Nachweis neuer genetischer Defekte bei der CML

Mannheim, den 10. März 2011

Dr. Daniel Nowak, Assistenzarzt an der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist im Rahmen des Dies Academicus der Universität Ulm am 4. Februar 2011 mit dem Franziska-Kolb-Preis für Leukämieforschung ausgezeichnet worden. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wurde dem jungen Wissenschaftler für seine Forschung zu Resistenzmechanismen gegen sogenannte Tyrosinkinase-Inhibitoren bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) verliehen. Die Ergebnisse der ausgezeichneten Forschungsleistung sind in der Fachzeitschrift der American Society of Hematology, „Blood“, veröffentlicht.

Dr. Nowak und sein Team suchten im Genom von Patienten mit fortgeschrittener chronischer myeloischer Leukämie nach genetischen Veränderungen, die verantwortlich für Resistenzen gegen ursprünglich in der Therapie erfolgreiche Tyrosinkinase-Inhibitoren sein könnten. Dafür nutzten sie ein neues Verfahren: die SNP Array Analyse. Diese innovative DNA-Chip Technologie erlaubt es, das gesamte menschliche Genom schnell, zuverlässig und in hoher Auflösung abzutasten und dabei Schäden, die mikroskopisch nicht sichtbar sind, zu detektieren.

Den Wissenschaftlern gelang es auf diese Weise, zahlreiche Veränderungen in den therapieresistenten Leukämiezellen von Patienten mit fortgeschrittener CML zu identifizieren. Um festzustellen, ob die genetischen Defekte tatsächlich an der Entstehung der Therapieresistenzen beteiligt sind, werden die Gene, die von diesen Veränderungen betroffen sind, im nächsten Schritt funktionell untersucht.

Zum Hintergrund: Die chronische myeloische Leukämie ist die zweithäufigste Form der chronischen Leukämien. Bei 95 Prozent der CML-Patienten lässt sich als Ursache eine bestimmte Chromosomen-Translokation, also der Austausch von zwei Abschnitten verschiedener Chromosomen, nachweisen. Von der Translokation sind zwei Gene (BCR und ABL) betroffen. Das ABL-Gen birgt die Information für die Synthese einer Tyrosinkinase, eines Enzyms, das eine Rolle bei der zellulären Wachstumsregulation spielt. Durch die Fusion der beiden Gene entsteht eine Tyrosinkinase, die permanent aktiviert ist. Dies führt zu einer unkontrollierten Vermehrung der Zelle, die schließlich zur Tumorzelle entartet.

Die chronische myeloische Leukämie lässt sich in vielen Fällen erfolgreich mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) behandeln. Manche Patienten entwickeln jedoch im Laufe der Behandlung Resistenzen gegen die ursprünglich erfolgreichen Substanzen, etwa durch Mutationen. Den Mechanismen dieser Resistenzen sind Dr. Nowak und sein Team auf der Spur. Im Rahmen einer klinischen Studie untersuchten sie das Erbgut von 45 Patienten, die Resistenzen gegen TKI entwickelt hatten. Von 20 dieser Patienten stand ihnen zusätzlich DNA vom Zeitpunkt der Erstdiagnose zur Verfügung, sodass sie die DNA vor und nach der Resistenzentwicklung vergleichen konnten.

„Dr. Nowak hat mit seiner Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Pathogenese dieser Leukämieform geleistet. Die Ergebnisse sind wegweisend im Hinblick auf neue therapeutische Ansätze“, begründen die Stifter des Franziska-Kolb-Preises die Auszeichnung des Mannheimer Forschers.



Verleihung des Franziska-Kolb-Preises
für Leukämieforschung: (v.l.)
Prof. Dr. Dieter Kolb (Stifter),
Prof. Dr. Hartmut Döhner (Laudator),
Dr. Daniel Nowak (Preisträger) und
Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling

Publikation
SNP array analysis of tyrosine kinase inhibitor-resistant chronic myeloid leukemia identifies heterogeneous secondary genomic alterations
Daniel Nowak et al.
Blood. 2010; 115(5): 1049-1053.
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/abstract/115/5/1049


Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung

Die Franziska Kolb Stiftung wurde 1994 von Professor Dieter M. Kolb gegründet, um die Leukämieforschung zu fördern. Mit dem Preis werden herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler auf diesem Gebiet ausgezeichnet.


Kontakt:

Dr. Daniel Nowak
Universitätsmedizin Mannheim
III. Medizinische Klinik, Hämatologie und Onkologie
Pettenkofer Straße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6935
E-Mail: daniel.nowak@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Medizin für Jedermann!

Medizinische Hochschulwoche für medizinisch interessierte Laien vom 14. bis 18. März 2011

Mannheim, den 8. März 2011

Mitte März ist es wieder soweit. Dann können interessierte Bürger im direkten Kontakt mit Experten der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) interessante Einblicke in die moderne Medizin gewinnen. Am Montag, den 14. März 2011, startet die Medizinische Hochschulwoche, eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Mannheimer Abendakademie und der Medizinischen Fakultät Mannheim. An diesem und den darauf folgenden vier Abenden stehen verschiedene medizinische Themen auf dem Programm. Die Vortragsreihe richtet sich an alle, die sich dafür interessieren, was die Medizin heute leisten kann. Es geht um die Wissenschaft, um die Diagnostik und die Behandlung von Erkrankungen; und zwar in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache.

Wer schon mal an einer einfachen Harnwegsinfektion oder gar an einer Nierenbeckenentzündung erkrankt war, erinnert sich vor allem an die damit verbundenen Schmerzen. Die wenigsten wissen jedoch, dass Schmerzen gar nicht typisch für Nierenerkrankungen sind. Die meisten Nierenerkrankungen verlaufen „stumm“. Was auf den ersten Blick beruhigend klingt, ist gefährlich, weil vorhandene Erkrankungen nicht bemerkt werden und unbehandelt die Nieren schädigen können. Neben entzündlichen und angeborenen Ursachen spielen der Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit eine Rolle bei der Entstehung von Nierenschädigungen. Professor Dr. Bernhard Krämer, Nierenexperte und Direktor der V. Medizinischen Klinik, erläutert am Montag, den 14. März, die Krankheitsbilder, die zur Nierenschädigung führen können sowie die diagnostischen Möglichkeiten, um eine Neuerkrankung rechtzeitig zu entdecken.

Wenn es um das Harnsteinleiden geht, ist die Vielfalt der Mythen beträchtlich. Fördern Milch oder Rhabarber die Bildung von Harnsteinen? Sind Männer häufiger betroffen als Frauen? Können Harnsteine so groß werden wie ein Tennisball? Das Harnsteinleiden ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt: Etwa fünf Prozent der Bundesbürger leben mit Harnsteinen. Sie bilden sich, indem normalerweise im Harn gelöste Stoffe auskristallisieren. Wandern Harnsteine in den Harnleiter, können sie zu einem Verschluss führen. Sie machen sich dann durch qualvolle krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und häufigen Harndrang bemerkbar. Professor Dr. Maurice Michel, Direktor der Urologischen Klinik, bringt Licht in den Dschungel von Mythen und Legenden rund um das Harnsteinleiden. In seinem Vortrag am Dienstag, den 15. März, erläutert er außerdem, mit welchen Untersuchungen die Mediziner herausfinden, ob ein Patient unter einem Harnstein leidet und wie Steine mittels moderner Techniken meist schonend entfernt werden können.

Störungen der normalen Funktion von Blutgefäßen sind direkt oder indirekt an der Entstehung der wichtigsten und bedrohlichsten Volkskrankheiten beteiligt – so auch von Herz-Kreislauferkrankungen. Ein wesentlicher Risikofaktor für Gefäßerkrankungen ist das zunehmende Alter. In den vergangenen Jahren konnte die Zahl der tödlichen Herzinfarkte durch die Entwicklung neuer Medikamente und medizinischer Techniken deutlich gesenkt werden. Insbesondere das schnelle Öffnen des Gefäßes durch Einführung eines Katheters und Implantation eines Stents trägt heute im Ernstfall zum Überleben auch auf längere Sicht bei. Patienten mit sehr schweren Herzinfarkten sind jedoch häufig auf ein Herzunterstützungssystem angewiesen. Professor Dr. Tim Süselbeck, Leitender Oberarzt der I. Medizinischen Klinik, diskutiert am Mittwoch, den 16. März, aktuelle Ergebnisse zur Therapie und Diagnostik des Herzinfarktes und erklärt, wie heute ein solcher behandelt wird.

Dass wir schwere Infektionskrankheiten wie Diphtherie und Wundstarrkrampf fast nur noch dem Namen nach kennen, verdanken wir der Entwicklung von wirkungsvollen Impfstoffen gegen gefährliche Krankheitserreger. Deutschland bietet ein umfassendes Impfprogramm, das die überwiegende Mehrheit der Eltern gerne in Anspruch nimmt. Manche Eltern stehen Impfungen jedoch skeptisch gegenüber, ein geringer Teil lehnt Impfungen gar grundsätzlich ab. Dabei ist das Risiko von Komplikationen bei einer Infektionskrankheit um ein Vielfaches höher als bei der entsprechenden Impfung. Privat-Dozent Dr. Tobias Tenenbaum, Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, stellt in seinem Vortrag am Donnerstag, den 17. März, die Argumente für die Durchführung von Schutzimpfungen dar und geht auf die häufigsten Behauptungen erklärter Impfgegner ein.

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Früherkennungsmaßnahmen machen es möglich, Tumore in einem Stadium zu erkennen, wo sie noch nicht gestreut haben. Diese kleinen Tumore können oftmals brusterhaltend operiert werden. Anschließend wird die Brust über eine Dauer von sechs bis sieben Wochen fast täglich von außen bestrahlt, um die Gefahr von überlebenden Tumorzellen möglichst gering zu halten. Seit 2002 hat die Universitätsmedizin in Mannheim als erstes Zentrum in Deutschland die Intraoperative Radiotherapie eingeführt, bei der die Wundhöhle direkt nach der chirurgischen Entfernung des Tumors mit einer hohen Dosis bestrahlt wird. Diese Form der gezielten Strahlenapplikation erspart den Patientinnen die sechs- bis siebenwöchige Bestrahlung der ganzen Brust und schont andere Organe wie die Lunge, das Herz und die Haut. Eine große Studie hat gezeigt, dass es bei der Intraoperativen Radiotherapie nicht häufiger zu Rückfällen kommt als bei der herkömmlichen Therapie. In ihrem Vortrag am Freitag, den 18. März, erklärt Dr. Elena Blank, Ärztin an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, die schonende Methode und erläutert, für welche Patientinnen sie infrage kommt.

Programm Download


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0149.txt)


Verbesserung der Lebensqualität von Leukämiepatienten

Gemeinsame Pressemitteilung von José Carreras Leukämie-Stiftung und Medizinischer Fakultät Mannheim

Mannheim, den 7. März 2011

Dr. Susanne Saußele und ihr Team an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) verfolgen seit kurzem ein großes Ziel: Sie untersuchen in einer Studie die Lebensqualität von Leukämiepatienten. Mit dieser Studie wollen die Leukämieexperten Aufschluss darüber gewinnen, wie sich die Lebensqualität von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) vor und nach ihrer Therapie sowie unter verschiedenen Therapien unterscheidet. Die Ergebnisse sollen den behandelnden Ärzten künftig eine wichtige Grundlage bei Therapieentscheidungen sein.

Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert die auf zwei Jahre angelegte Studie mit 202.800 Euro.

„Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, Leukämiepatienten neues Wohlbefinden und damit neue Lebenskraft zu schenken“, erklärt Dr. Saußele und ergänzt: „Es gibt bisher nur wenige Studien, in denen die Lebensqualität während und nach Abschluss von verschiedenen Therapien untersucht wird. Wir wollen mit unserer Arbeit diesen wichtigen Faktor berücksichtigen.“

Im Zentrum ihrer Untersuchungen steht die Erhebung der Daten von rund 600 Patienten, die im Rahmen einer geplanten CML Studie (CML V-Studie) vor Therapiebeginn sowie drei, sechs, zwölf und vierundzwanzig Monate nach der Therapie erhoben werden. Dabei arbeiten die Wissenschaftler mit Partnern an der Universität Jena und München zusammen.

Die Erhebung der Daten erfolgt durch eine Patientenbefragung; diese wird anhand von Fragebögen der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) durchgeführt. Die Fragen umfassen die wichtigsten Bereiche der Lebensqualität, wie zum Beispiel das körperliche Wohlbefinden, die Bewegungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie das Schlafverhalten. Zusätzlich kommt ein ergänzender Fragebogen zum Einsatz, der spezifische, auf die Leukämieerkrankung bezogene Fragen enthält. Zudem sollen die Patienten nach ihrer Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und zur Befolgung ihrer Anweisungen gefragt werden. In einer europäischen Kooperation soll hier ein standardisierter Fragebogen rechtsverbindlich zur Anwendung kommen.


Hintergrundinformation

Der spanische Tenor José Carreras gründete die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung im Jahre 1995 aus Dankbarkeit, dass er von seiner Leukämie-Erkrankung geheilt werden konnte, und um anderen Leukämiepatienten zu helfen. Die Stiftung ermöglicht den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Heilungsmöglichkeiten sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. Weitere Informationen und Einblicke zu der Vergabe der Fördermittel bei den Projekten auf www.carreras-stiftung.de.


Spendenkonto
José Carreras Leukämie-Stiftung
Konto: 319 96 66 01
BLZ: 700 800 00
Commerzbank AG München


Kontakt:

Dr. Susanne Saußele
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
III. Medizinische Klinik
Pettenkofer Straße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6962
E-Mail: susanne.saussele@medma.uni-heidelberg.de


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(0148.txt)


Den Mechanismen von degenerativen Erkrankungen auf der Spur

Neurodegenerative Erkrankung an der Retina ähnelt in ihrem Verlauf der Alzheimer-Erkrankung

Mannheim, den 7. März 2011

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erforschen ein Modellsystem, bei dem degenerative Prozesse am Auge der Ratte eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Vorgängen im Gehirn von Alzheimer-Patienten aufweisen. Beiden Erkrankungen ist gemein, dass in einem zweistufigen Prozess zunächst Nervenzellen und in der Folge Gefäßzellen zugrunde gehen. Die am Tiermodell ermittelten Genexpressionsprofile geben Aufschluss über die an den degenerativen Prozessen beteiligten Gene und Signalwege und zeigen zu den Genexpressionsprofilen bei anderen entzündlichen und neurodegenerativen Erkrankungen, wie der Alzheimer-Erkrankung, deutliche Parallelen.

Beim Modellsystem der transgenen Ratten ist eine Mutation in einem Ciliopathie-Gen* dafür verantwortlich, dass Photorezeptoren in der Netzhaut (Retina) degenerieren und es im weiteren Verlauf zur Vasoregression, zum Abbau von kleinsten Gefäßen in der Retina, kommt. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik der UMM, interessieren sich vor allem für die molekularen Mechanismen, die der Vasoregression zugrunde liegen. Anhand der Genexpressionsprofile vor und nach dem Beginn des Gefäßabbaus in der Retina konnten sie die zeitliche und strukturelle Entwicklung der Degeneration am Tiermodell darstellen. Dabei zeigte sich, dass die Mechanismen an der Schaltstelle zwischen Nervenschaden und Gefäßschaden das sogenannte angeborene, unspezifische Immunsystem einschließlich der entzündlichen Signalkaskaden und des Komplementsystems betreffen, und dass auch Zellen der Mikroglia an der Einleitung der Vasoregression beteiligt sind.

Die Mikroglia ist das Zellgewebe des Nervensystems, das die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen ausfüllt. Zellen der Mikroglia sind vor allem für die Erkennung von Infektionen und frühe Maßnahmen zu deren Bekämpfung wichtig. Die Wissenschaftler konnten verschiedene Komponenten des Immunsystems, die in der Mikroglia exprimiert werden, als Mediatoren der Vasoregression identifizieren; darunter auch das Genprodukt von CD74, das auch bei entzündlichen Prozessen in glatten Muskelzellen stark exprimiert wird sowie in der Mikroglia bei bekannten neurodegenerativen Erkrankungen, wie Alzheimer. Die ermittelten Faktoren stellen vielversprechende Angriffspunkte dar, um der Vasoregression in der Retina entgegenzuwirken und sind Gegenstand weiterführender Forschung.

Die Wissenschaft kommt schrittweise dahinter, was bei degenerativen Erkrankungen passiert. Wenn die Prozesse am vorliegenden Modellsystem besser verstanden sind, könnte auch dieses möglicherweise dazu beitragen, die Prozesse, die der Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegen, besser zu verstehen.

* Ciliopathien gehen mit dem Funktionsverlust von Zilien einher, die auf der Oberfläche der meisten Zelltypen im Körper vorkommen. Im vorliegenden Fall sind die Photorezeptorzellen der Retina betroffen.


Publikation
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sind in PLoS ONE publiziert:
"Gene expression profiling of vasoregression in the retina - involvement of microglial cells"
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0016865


Förderung
Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft gefördert.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Leiter der Sektion Endokrinologie
Universitätsmedizin Mannheim
V. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
E-Mail: hans-peter.hammes@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
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Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0147.txt)


Professor Bicker folgt im Oktober auf Professor van Ackern

Nachfolge im Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Geschäftsführers des Universitätsklinikums Mannheim steht fest

Mannheim, den 4. März 2011

Die Nachfolge von Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern im Hauptamt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und als Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre ist geklärt: Wenn Professor van Ackern Ende September 2011 im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand geht, übergibt er den Stab an Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker.

Das Vertrauen in den in Bensheim lebenden, 65-jährigen Wissenschaftler und Mediziner mit umfassenden Management- und Führungserfahrungen ist groß, die Wahl seiner Person ging problemlos durch alle Gremien: Er wurde vom Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel, und vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Klinikum Mannheim GmbH, Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, gemeinsam vorgeschlagen und anschließend vom Fakultätsrat mit großer Mehrheit zum künftigen hauptamtlichen Dekan gewählt sowie vom Aufsichtsrat der Klinikum Mannheim GmbH zum Geschäftsführer für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre bestellt.

Wer ist der künftige Dekan der Mannheimer Medizinfakultät? Seine neue Wirkungsstätte, die Medizinische Fakultät Mannheim, ist ihm nicht fremd. Nach dem Studium der Chemie in Berlin, das er mit einer Promotion zum Dr. rer. nat. abschloss, studierte er in Heidelberg Medizin, wurde hier zum Dr. med. promoviert und habilitierte sich an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg für das Fach „Experimentelle Chemotherapie“. Der Fakultät ist er seitdem als außerplanmäßiger Professor verbunden. Auch konnte er als Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bereits die Geschicke der Fakultät mitgestalten, etwa als es um die Frage der Einrichtung der Vorklinik ging und damit letztlich um den Ausbau der Fakultät für Klinische Medizin zur Vollfakultät.

Professor Bicker ist Naturwissenschaftler und Mediziner, sein Schwerpunkt liegt im Forschungsmanagement und später vor allem im Unternehmensmanagement und der Unternehmensführung. Von 1975 bis 1994 war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche AG) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Von dort wechselte er 1994 zur Hoechst Gruppe, wo er in den folgenden zehn Jahren seine ausgewiesene Expertise an der Schnittstelle von Forschung und deren Umsetzung, bis hin zur Produktion, in führenden Positionen verschiedener Unternehmen einbringen konnte, etwa im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg und als Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG. 2004 wurde er in den Stiftungsvorstand von Aventis Research & Technology Frankfurt berufen. Darüber hinaus hält Professor Bicker Mandate in verschiedenen Gremien bedeutender Unternehmen und wirkt in den Gremien zahlreicher universitärer, wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen. Für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ erhielt er 2007 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Die Person von Professor Bicker als neue Führungspersönlichkeit innerhalb der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist auf große Zustimmung gestoßen. Dies spiegelt sich im Wahlergebnis sowohl für das Amt des Dekans als auch des Geschäftsführers Forschung und Lehre wider sowie in der persönlichen Einschätzung der Spitzen von Stadt und Universität. „Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat als Teil der Universitätsmedizin Mannheim eine herausragende Bedeutung für unsere Stadt. Die Wahl von Professor Bicker als Nachfolger von Professor van Ackern ist daher eine gewichtige Entscheidung für die Zukunft auch der Stadt. Ich bin stolz, dass wir Professor Bicker für diese Aufgabe gewinnen konnten. Mit seiner Person sehe ich die fruchtbare Zusammenarbeit von Krankenversorgung und Forschung und Lehre in der Universitätsmedizin Mannheim gesichert. Die Erfahrungen, die Professor Bicker aus der Wissenschaft und der Leitung großer forschender Unternehmen mitbringt, sind gar nicht hoch genug einzuschätzen, gerade im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen – etwa die geplante Entwicklung eines Fraunhofer Institutes am Mannheimer Standort“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Der Rektor der Universität, Professor Dr. Bernhard Eitel: „Professor Bicker ist Experte im Forschungsmanagement und der Führung von großen forschenden Konzernen. Er bringt all das mit, was wir in unserer Mannheimer Medizinfakultät brauchen: Begeisterung für die Grundlagenforschung ebenso wie für die forschende klinische Medizin, Verständnis für die Belange der forschungsgeleiteten Lehre sowie unternehmerische Erfahrung. Letzteres kommt sicher auch dem Aufbau des neuen Fraunhofer Institutes für Medizintechnik auf dem Mannheimer Campus zugute. Ich danke dem noch amtierenden Dekan Professor van Ackern für die geleisteten Dienste und bin sicher, dass Professor Bicker ein idealer Nachfolger für unsere Medizinische Fakultät in Mannheim ist.“

Professor van Ackern wurde im Jahr 1991 – zwei Jahre nach seiner Berufung zum Ordinarius für Anästhesiologie und Intensivmedizin – zum Dekan der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg gewählt. Er hat die Fakultät seitdem fast durchgängig geführt. Im April 2009 wurden die Leitungsgremien der Universitätsmedizin Mannheim neu strukturiert. Vor dem Hintergrund der gewachsenen Bedeutung von Forschung und Lehre im Zuge des Ausbaus der Fakultät für Klinische Medizin zur Vollfakultät, sollte die Medizinische Fakultät stärker in die Leitung der UMM eingebunden werden. Seitdem ist Professor van Ackern hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer der Universitätsmedizin Mannheim, verantwortlich für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.



Der künftige Dekan der Medizinischen
Fakultät Mannheim und Geschäftsführer
des Universitätsklinikums Mannheim,
Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c.
Uwe Bicker.


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Forschung zur Blutgerinnung ausgezeichnet

Wie eine Mutation vor den Folgen einer Sepsis schützt

Mannheim, den 24. Februar 2011

Auf dem 55. Kongress der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), der vom 16. bis 19. Februar 2011 in Wiesbaden stattfand, wurde der Mannheimer Hämostaseologe Professor Dr. Carl-Erik Dempfle mit dem Alexander Schmidt-Preis ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um die wichtigste wissenschaftliche Anerkennung, die die Fachgesellschaft zu vergeben hat. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Blutgerinnungsforschung und der Gefäßmedizin vergeben und würdigt die langfristige, effektive wissenschaftliche Tätigkeit des Preisträgers.

Die Hämostaseologie ist die Wissenschaft von der Blutgerinnung und ihrer Störungen. Professor Dempfle leitet den Bereich Klinische und Experimentelle Hämostaseologie an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die sich in über 150 Fachpublikationen widerspiegelt, ist Professor Dempfle insbesondere durch seine auch überregional anerkannte Spezialambulanz für Gerinnungsstörungen bekannt.

In der prämierten, im Fachjournal Blood veröffentlichten Arbeit gewannen Professor Dempfle und sein Forschungsteam Erkenntnisse über einen Mechanismus, der vor den Folgen einer Sepsis (Blutvergiftung) schützt. Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt war eine große internationale Studie zur Sepsis. Dabei wurde beobachtet, dass Patienten mit einer Mutation im Gen für Faktor V (Faktor V-Leiden-Mutation; V steht für römisch fünf), die ein großes Risiko für die Entwicklung von Thrombosen mit sich bringt, trotz dieses erblichen Risikofaktors überraschenderweise eine schwere Sepsis eher überlebten als Patienten ohne diese Mutation. Die Wissenschaftler identifizierten lösliches Fibrin als zentralen Faktor beim Schutz im Falle einer Sepsis.

Die jetzt gewürdigte Arbeit weist einen direkten Bezug zu den Forschungen des Namensgebers des Preises, des deutsch-baltischen Arztes und Physiologen Hermann Adolf Alexander Schmidt (1831-1894) auf. Dieser wies bei seinen Forschungsarbeiten mit Felix Hoppe-Seyler (1825-1895) in Berlin und Carl Ludwig (1816-1985) in Leipzig nach, dass die Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin ein enzymatischer Prozess ist.

Für Fachmedien:

Der Faktor V ist ein Protein, das die Blutgerinnung fördert; die Mutation im Gen für Faktor V verstärkt diese Funktion. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht zugunsten gerinnungsfördernder Einflüsse und die Neigung, Thrombosen zu entwickeln, nimmt zu. Der Mechanismus ist folgender: Der Gerinnungsfaktor Thrombin wird vermehrt gebildet, Thrombin spaltet das Fibrinogen und es entsteht dadurch vermehrt Fibrin, außerdem werden mehrere Blutgerinnungsfaktoren aktiviert.

Lösliches Fibrin, das bei Patienten mit Faktor V-Leiden-Mutation verstärkt gebildet wird, spielt offenbar eine zentrale Rolle beim Schutz vor den Folgen einer Sepsis. Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass lösliches Fibrin die Fibrinolyse, also die Auflösung des Thrombus, fördert, und zwar indem es die Aktivierung des Plasminogen unterstützt. Das entstehende Plasmin löst Gerinnsel in den kleinsten Gefäßen der Organe auf und kann so vor dem Organversagen schützen.


Publikation

Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Zeitschrift ‘Blood‘ veröffentlicht:

Factor V Leiden mutation enhances fibrin formation and dissolution in vivo in a human endotoxemia model

Elif Elmas, Nenad Suvajac, Bernd Jilma, Hartmut Weiler, Martin Borggrefe, and Carl-Erik Dempfle

Blood, Aug 2010; 116: 801 - 805.
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/full/116/5/801?maxtoshow=&hits=10&RESULTFORMAT=&fulltext=Factor+V+Leiden&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance&resourcetype=HWCIT


Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH)

Die Mitglieder der GTH beschäftigen sich klinisch und wissenschaftlich mit der Prävention, Diagnose und Therapie von Störungen der Blutgerinnung sowie thrombotischen Krankheitsbildern. Die Fachgesellschaft mit Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kooperiert eng mit anderen nationalen und internationalen Fachgesellschaften.

Der Preis wurde Professor Dempfle bei der Eröffnungsfeier der 55. Jahrestagung, am 16. Februar 2011, übergeben.



Der Preisträger
Prof. Dr. Carl-Erik Dempfle.


Kontakt:

Prof. Dr. Carl-Erik Dempfle
Universitätsmedizin Mannheim
I. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4002
Fax: 0621 / 383 - 3821
E-Mail: carl-erik.dempfle@med.ma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Kranke Gene – der Schlüssel für eine erfolgreiche Krebstherapie?!

Veranstaltung der "Stunde der Universität" im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 625-jährigen Bestehen der Universität Heidelberg

Mannheim, den 21. Februar 2011

Wie erfolgreich die Behandlung einer Krebserkrankung ist, hängt maßgeblich davon ab, die für den individuellen Krebstyp am besten passende Therapie zu identifizieren. Die Diagnostik spielt daher bei Krebserkrankungen eine besonders wichtige Rolle. Zu den diagnostischen Möglichkeiten bei Blut- oder Lymphknotenkrebs gehören die mikroskopische Untersuchung, die immunologische Analyse sowie die Darstellung der Chromosomen der Krebszellen. Mit dem DNA-Chip hält außerdem seit wenigen Jahren schrittweise eine neue Technik Einzug in die Krebsdiagnostik, die dem Arzt ein genaues Abbild der vorliegenden Erkrankung liefert. Die diagnostischen Möglichkeiten sind ein wichtiger Schritt hin zur individualisierten und damit wirksameren Behandlung von Blutkrebs und Lymphknotenkrebs.

Im Rahmen einer „Stunde der Universität“ gewährt Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), am 24. Februar allen interessierten Bürgern in einem seiner modernen wissenschaftlichen Labors Einblicke in die verschiedenen Techniken der Genanalyse. Dabei werden verschiedene Genveränderungen demonstriert und beschrieben, die mit dem Auftreten von Tumorerkrankungen verbunden sind. Gleichzeitig wird erläutert, wie die Erkenntnis über diese Genveränderungen direkt genutzt wird, um die Therapie der Patienten mit Blutkrebserkrankungen zu verbessern.

In der Veranstaltungsreihe „Stunde der Universität“ präsentiert sich die Ruperto Carola im Jubiläumsjahr jeweils donnerstags der Öffentlichkeit. Dabei werden verschiedene Lehr- und Forschungsbereiche in einer verständlichen und spannenden Form vorgestellt. Informationen im Internet sind unter der Adresse http://625.uni-heidelberg.de abrufbar.


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19-jähriger Medizin-Informatiker hat seine Doktorarbeit begonnen

Promotion am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim

Mannheim, den 9. Februar 2011

Zum Anfang des Jahres hat der gerade erst 19 Jahre alte Sebastian Weingärtner seine Doktorarbeit am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg begonnen. Zuvor hatte er an der Universität Würzburg parallel zur Schule Informatik studiert. Sein Diplom hielt er fast gleichzeitig mit seinem Abiturzeugnis in den Händen.

Für seine Doktorarbeit plant Sebastian Weingärtner zwei bis drei Jahre ein. Die zurückhaltende Einschätzung hängt sicher auch mit seinem Thema zusammen. „Ich habe ihm eine harte Nuss zu knacken gegeben“, sagt sein Doktorvater, Professor Dr. rer. nat. Lothar Schad, Inhaber des Lehrstuhls für Computerunterstützte Klinische Medizin. Ein Eindruck, den der junge Informatiker teilt und schätzt, da er die Herausforderung liebt. „Ich würde sagen, es ist ein sehr anspruchsvolles Thema, das gute Ideen braucht. Es kann sein, dass mir in den nächsten Wochen etwas ganz Tolles einfällt, es kann aber auch sein, dass es bis dahin noch zweieinhalb Jahre dauert.“

Und was ist sein Thema? Es hat mit der Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MR) zu tun, eine für den Körper schonende Technik ohne Strahlung, die exzellente Bilder aus dem Körperinneren liefert. Aber das Verfahren hat einen Nachteil: lange Aufnahmezeiten. Auf der Ebene der Hardware ist die Technik ausgereizt, jetzt ist eine Software-Lösung gefragt, mit der man den Prozess beschleunigen kann. „Meine Aufgabe besteht darin, mir intelligente Verfahren zu überlegen, mit denen man mit wenigen Messdaten genügend gute Bilder für eine sichere Diagnostik kreieren kann.“

Für den Fall, dass Sebastian Weingärtner mit der Promotion nicht ausgelastet ist, hat ihm Professor Schad angeboten, parallel ein Medizinstudium aufnehmen zu können. Darüber denkt der junge Doktorand nach. Die Doppelbelastung scheut er nicht, die empfand er auch bei Schule und Studium nicht als zu große Herausforderung. Zwei Tage in der Woche konnte er sich von der Schule für das Studium freistellen lassen. Beides war für Sebastian Weingärtner „nicht mit Mega-Aufwand verbunden“. Besonders das Studium, in dem alle Fächer einen naturwissenschaftlichen Kontext hatten, fiel ihm leicht. Denn vor allem hier liegt die besondere Stärke von Sebastian Weingärtner - „in Deutsch hatte ich eine zwei minus.“

Die Doppelbelastung von Schule und Studium hat auch seinem Notendurchschnitt nicht geschadet: Seine Schule verlieh ihm einen Preis für das beste Abitur (Note 1,1) und auch das Studium schloss er nur mit Bestnoten ab. Die Deutsche Mathematiker Vereinigung und die Deutsche Physikalische Gesellschaft zeichneten ihn für die besten Abiturleistungen in ihren Fächern aus, die Universität verlieh ihm gleichzeitig mit dem Diplom noch die besondere Auszeichnung als „erster diplomierter Frühstudent in Süddeutschland“.

Trotz seiner besonderen Begabung und schon fast „unheimlichen“ Erfolge ist der junge Mann auf dem Teppich geblieben. Neben Schule und Studium war es Sebastian Weingärtner wichtig, Zeit für Hobbys, Freunde und seine Freundin zu finden. Im Sport sieht er einen wichtigen Ausgleich zur Kopfarbeit: „Beim Sport denkt man nicht viel nach. Das tut einfach gut, mal richtig loszulassen und sich zu entspannen.“

Während seines Studiums wurde Sebastian Weingärtner von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt, als jüngster Stipendiat der jemals von ihr gefördert wurde. Die „Deutsche Telekom Stiftung“ fördert ihn während seiner Promotion mit einem Stipendium.



Sebastian Weingärtner ist mit 19
Jahren der mit Abstand jüngste
Doktorand - nicht nur im Institut
von Professor Dr. Lothar Schad,
sondern an der Medizinischen
Fakultät Mannheim und der Uni-
versität Heidelberg; vermutlich
ist er der derzeit jüngste
deutsche Doktorand bundesweit.


Kontakt:

Dipl. Inf. Sebastian Weingärtner
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Computerunterstützte Klinische Medizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5103
E-Mail: sebastian.weingaertner@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Gründung einer neuen Fraunhofer-Projektgruppe in Mannheim

Hervorragende Perspektiven für die Entwicklung von Automatisierungsprozessen in der Medizin und Biotechnologie am Standort Mannheim

Mannheim, den 4. Februar 2011

Das Land Baden-Württemberg hat grünes Licht für die erforderlichen Mittel zur Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) in Mannheim gegeben. Das Projekt ist ein Thema der Wissenschaft und der Politik gleichermaßen, schließlich haben alle Beteiligten das Potenzial einer Ansiedelung von Fraunhofer auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erkannt: Die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorhandene wissenschaftliche Expertise sowie gut ausgebaute Strukturen im Bereich ihres Schwerpunkts Medizintechnik bieten der Fraunhofer-Gesellschaft ideale Voraussetzungen für ihre Entwicklungsarbeit - und damit ihr und der Universität Heidelberg hervorragende Perspektiven für eine gewinnbringende Zusammenarbeit, etwa bei der Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme im Operationssaal.

Das Land Baden-Württemberg hat mit seiner Entscheidung, die Mittel bereitzustellen, dem Projekt ganz gezielt eine Zukunft gegeben. „Die Forschung in Mannheim und in ganz Baden-Württemberg wird damit im wichtigen Zukunftsfeld Medizintechnik einen großen Schub erhalten. Durch die Zusammenarbeit von Medizin und Ingenieurwissenschaften in der neuen Fraunhofer-Projektgruppe sollen zum Wohle der Patientinnen und Patienten neue Wege beschritten werden. Am Ende eines solchen Weges könnte zum Beispiel ein Mikro-„Roboter“ stehen, der an einzelnen Zellen arbeitet und so Krebserkrankungen bekämpft“, sagte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Fraunkenberg. „Das Land wird die Arbeit der Gruppe mit 9,3 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre unterstützen. Dann wird entschieden, ob in Mannheim das 15. Fraunhofer-Institut im Südwesten entsteht“.

Dr. Hans Freudenberg, Ministerialdirektor des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, ergänzt: "Das Zusammenspiel von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist der Schlüssel für erfolgreiche Innovationen. In keinem Bundesland gibt es so viele Fraunhofer-Institute wie in Baden-Württemberg: 25 Prozent aller Fraunhofer-Beschäftigten arbeiten in unserem Land. Mit der neuen Projektgruppe in Mannheim entstehen in Baden-Württemberg zurzeit insgesamt drei neue Fraunhofer-Projektgruppen, allesamt mögliche Vorstufen für neue Institute."

Auf kommunaler Ebene wurde das Projekt stark forciert. Auf Landesebene und mit der Fraunhofer Gesellschaft wurden Gespräche geführt; Vorbereitungen für eine erfolgreiche Ansiedlung getroffen. Nun freut man sich sehr, dass die Bemühungen zum Erfolg führten. „Die Medizintechnik ist eines von zwei Kompetenzfeldern der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim. Die Einrichtung einer Fraunhofer-Projektgruppe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Universitätsmedizin Mannheim werte ich als großartigen Schritt für den Ausbau des Medizintechnik-Standortes Mannheim. Wir freuen uns daher sehr, dass das Land die Einrichtung der Fraunhofer-Projektgruppe PAMB, die sich auf die Automatisierungstechnik für verschiedene Anwendungen in der Bio- und Medizintechnologie fokussiert, in Mannheim fördert“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Die Mannheimer Fraunhofer-Projektgruppe PAMB wird als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart geführt. Schon in den nächsten Wochen wird sie sich auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim einrichten, wo sie künftig im Rahmen von so genannten Leitprojekten mit verschiedenen Forschungsgruppen vor Ort kooperiert. Neben der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist ein weiteres Institut der Universität Heidelberg an dem Projekt beteiligt, das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR). „Die enge Vernetzung der Fraunhofer-Projektgruppe mit der Universitätsmedizin Mannheim und dem IWR schafft eine durchgängige Produktentwicklungskette. Diese beginnt mit der professionellen Entwicklung eines Produktes durch Fraunhofer und kann bis zu dessen klinischer Zertifizierung führen. Dies verspricht einen erheblichen Wettbewerbsvorteil, den wir durch die Einbeziehung weiterer universitärer Forschungsgruppen ausbauen wollen“, so die Einschätzung des Rektors der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel.

Dr. Jan Stallkamp ist Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer-Institut IPA. Seine Abteilung wird die ersten Mitarbeiter in die Projektgruppe entsenden, zugleich wird er die Mannheimer Projektgruppe, die bis Ende des Jahres 12 Wissenschaftler umfassen soll, leiten. Auf die neue Herausforderung freut er sich: „Die Automatisierungstechnik bietet der Medizin ein unschätzbares Potenzial. Sie kann beispielsweise im Operationssaal die Grenzen einer manuellen Medizin aufheben. Und sie verknüpft die unterschiedlichen Disziplinen und Kompetenzen aus Medizin und Naturwissenschaften – etwa bei der Entwicklung von automatisierten Instrumenten und bei medizintechnischen Anlagen, die bei der medizinischen Intervention und Diagnostik zum Einsatz kommen, oder auch im Bereich der Bioproduktionstechnik.“ Sein oberster Chef, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. e.h. mult. Dr. h.c. mult. Hans-Jörg Bullinger, ist sich sicher in seinen Erwartungen: „Die gemeinsamen Forschungsprojekte werden richtungsweisend für eine völlig neue Produktgeneration sein. Das garantiert förmlich die angestrebte enge organisatorische und räumliche Vernetzung zwischen den klinischen und biotechnischen Disziplinen und unseren Ingenieuren.“


Gruppenbild bei der Pressekonferenz
v.l.n.r.: Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger,
Prof. Dr. Dietmar von Hoyningen-Huene,
Prof. Dr. Klaus van Ackern,
Dr. Peter Kurz,
Prof. Dr. Peter Frankenberg,
Prof. Dr. Bernhard Eitel,
Dr. Hans Freudenberg.



Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0142.txt)


UMM: Neuer Klinikdirektor und Inhaber des Lehrstuhls für Gastroenterologie

Professor Dr. Matthias Ebert leitet II. Medizinische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 28. Januar 2011

Die II. Medizinische Universitätsklinik in Mannheim hat einen neuen Direktor: Professor Dr. med. Matthias Ebert hat diese Aufgabe zum 1. Januar 2011 übernommen – Schwerpunkte der Klinik sind die medizinischen Fachgebiete Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. Damit verbunden ist seine Berufung auf den Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Professor Ebert wechselt aus München an die Universitätsmedizin Mannheim. Der 42-jährige Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie war am dortigen „Klinikum rechts der Isar“ der Technischen Universität München zuletzt als Direktor des Roman-Herzog-Krebszentrums und als Leiter der gastrointestinalen Onkologie in der II. Medizinischen Klinik tätig.

Zu den fachlichen Schwerpunkten von Professor Ebert in der Krankenversorgung und in der Forschung gehören seit vielen Jahren Tumorerkrankungen des Verdauungstraktes, etwa das Magenkarzinom und das kolorektale Karzinom (Darmkrebs). Dabei widmet er sich beispielsweise der Entstehung und Ausbreitung dieser bösartigen Tumoren, der Entwicklung neuer Behandlungsverfahren und der Möglichkeit, genetische Veränderungen in Krebszellen für eine individualisierte Erkennung und Behandlung zu nutzen. Dieses Arbeits- und Interessengebiet spiegelt sich wider in seiner Tätigkeit als Sekretär der Arbeitsgemeinschaft Gastrointestinale Onkologie (AGIO) der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), in seinem Engagement in den Leitgruppen der Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft und in seinem Wirken als Leiter verschiedener klinischer Studien beziehungsweise als Projektleiter von Konsortien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich molekulare Diagnostik.

Sein Studium der Humanmedizin absolvierte Matthias Ebert von 1988 bis 1994 in Regensburg, München und Ulm. Einem Forschungsaufenthalt in den USA (University of California, Irvine) folgte eine Karriere als Hochschulmediziner an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg – mit der Erlangung der Facharztqualifikation, der Habilitation, der Oberarzttätigkeit und einem zur weiteren Spezialisierung auf die Gastroenterologie genutzten Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2006 erhielt er den Ruf auf die Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Klinische und Molekulare Gastroenterologie an der TU München, begleitet von der Ernennung zum Leiter des Arbeitsbereichs Onkologie an der dortigen II. Medizinischen Klinik. Außerdem übernahm Professor Ebert 2009 als Gründungsdirektor die Leitung des Roman-Herzog-Krebszentrums. Mit Beginn des Jahres 2011 nimmt er nun seine Tätigkeit an der Universitätsmedizin Mannheim auf. Professor Ebert ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der neue Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber der II. Medizinischen Universitätsklinik in Mannheim ist im Laufe seiner eindrucksvollen Karriere in der Hochschulmedizin mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet worden.

Sein Vorgänger als Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber der II. Medizinischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim war Professor Dr. med. Manfred V. Singer, der 1990 nach Mannheim kam und im Dezember 2010 mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand trat. Mit dem Wechsel liegen die Geschicke der auf Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie spezialisierten Klinik nun in Händen von Professor Ebert.

Die zuletzt ebenfalls von Professor Singer geleitete, auf Geriatrie (Alternserkrankungen) spezialisierte IV. Medizinische Klinik wird zunächst von Privat-Dozent Dr. Heinrich Burkhardt kommissarisch geleitet.

Die fachliche Spezialisierung von Professor Ebert passt mit ihrem Schwerpunkt Tumorerkrankungen gut zum Spektrum der UMM in Krankenversorgung und Wissenschaft. So sichert das hier angesiedelte Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) eine enge Zusammenarbeit der Krebsspezialisten über verschiedene Kliniken und Institute hinweg.


Der neue Klinikdirektor
Prof. Dr. Matthias Ebert.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Matthias Ebert
Direktor der II. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3284
Fax: 0621 / 383 - 3805
E-Mail: matthias.ebert@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0140.txt)


100.000 Euro für wegweisende Forschung zu zellulären Signalwegen

Andreas Fischer erhält den Chica und Heinz Schaller Förderpreis

Mannheim, den 26. Januar 2011

Für seine wegweisende Forschung zur Bedeutung von zellulären Signalwegen für die Entwicklung von Blutgefäßen und das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhält der Mediziner Dr. Andreas Fischer den Chica und Heinz Schaller Förderpreis. Die mit Forschungsmitteln in Höhe von 100.000 Euro dotierte Auszeichnung der C.H.S.-Stiftung wird jährlich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Heidelberg für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung vergeben. Dr. Fischer ist Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Die Preisverleihung findet am 2. Februar 2011 statt.

Wie entwickeln sich die Blutgefäße des Menschen? Das ist die zentrale Frage, um die sich Dr. Fischers aktuelle Forschung dreht. Er untersucht molekulare Signale, die auf Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, einwirken. Diese Signale bestimmen, wo diese Zellen zu neuen Äderchen aussprossen, ob sich die neuen Gefäße zu Venen oder zu Schlagadern entwickeln und wie die jungen Blutgefäße ausreifen. Gerade in der Krebsforschung ist die Angiogenese, das Sprossen neuer Blutgefäße, ein zentraler Vorgang: Ohne Ankopplung an die Versorgungswege der Blutbahnen könnte kein Tumor über die Größe eines Stecknadelkopfes hinaus wachsen. Die molekularen Signale an Endothelzellen spielen nicht nur bei Krebs eine Rolle: Sie sind, wie Dr. Fischers frühere Arbeiten zeigten, auch an der korrekten Ausbildung der Anatomie des Herzens beteiligt. Störungen in dieser Signalkaskade führen außerdem zu Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Die Arbeitsgruppe um Andreas Fischer entwickelt daher Modellsysteme, an denen Medikamente gegen diese Erkrankungen getestet werden können.

Andreas Fischer (34 Jahre) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch.


C.H.S.-Stiftung

Die C.H.S.-Stiftung wurde im Jahr 2000 von den Wissenschaftlern Chica und Heinz Schaller gegründet. Sie fördert biomedizinische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg durch die Finanzierung innovativer Forschungsvorhaben. Durch die Vergabe flexibel einsetzbarer Mittel sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler bei der Durchführung unabhängiger Projekte unterstützt werden. Ein wesentliches Instrument dafür ist der Förderpreis, der seit 2005 jährlich verliehen wird.


Kontakt
Dr. Barbara Müller
C.H.S.-Stiftung
Telefon 0151 / 18724924
info@chs-stiftung.de


Der Preisträger
Dr. Andreas Fischer.


Kontakt:

Dr. Andreas Fischer
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0139.txt)


Höchste wissenschaftliche Nephrologen-Auszeichnung für Direktor der Anatomie

American Society of Nephrology zeichnet Professor Dr. Wilhelm Kriz mit dem Homer W. Smith Award aus

Mannheim, den 13. Januar 2011

Große internationale Anerkennung für den Anatom Professor Dr. med. Wilhelm Kriz: Der kommissarische Direktor des Forschungsbereichs Anatomie und Entwicklungsbiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist mit dem höchsten Preis, den die Nephrologie zu vergeben hat, dem Homer W. Smith Award, ausgezeichnet worden.

Mit dem Preis würdigt die führende Gesellschaft auf dem Gebiet der Nierenheilkunde, die American Society of Nephrology, die grundlegenden Arbeiten des Wissenschaftlers auf dem Gebiet der Nierenanatomie und speziell seine bahnbrechenden Arbeiten zu den physiologischen Veränderungen beim chronischen Nierenversagen. Besonders hervorgehoben wird, dass Professor Kriz als erster die kritische Rolle der so genannten Podozyten, „Füßchenzellen“, bei der Entwicklung eines chronischen Nierenversagens gezeigt hat. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Homer W. Smith Award wurde Professor Kriz am 19. November 2010 auf dem Kongress der American Society of Nephrology in Denver überreicht.

Professor Kriz ist Emeritus des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg, das er über 30 Jahre leitete. Der Forscherdrang des 74-jährigen Mediziners ist jedoch ungebrochen und „Ruhestand“ ihm unbekannt. Seit der Gründung des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM) der Medizinischen Fakultät Mannheim im Jahr 2006 leitet er dort als kommissarischer Direktor den Forschungsbereich Anatomie und Entwicklungsbiologie.

Professor Kriz hat wesentlich zum Verständnis der Nierenfunktion beigetragen. Vor allem die Morphologie und speziell die Korrelation zwischen der Struktur und der Funktion der Säugetier-Niere, wie auch die Pathologie der fortschreitenden Nierenerkrankung fesseln sein Forscherinteresse. Mit dem Namensgeber des Preises gemein hat Professor Kriz sein spezielles Interesse an der glomerulären Filtration und der Rolle der Fehlfiltration bei chronischen Nierenerkrankungen.

Die glomeruläre Filtration findet in den Nierenkörperchen statt, kugelförmigen Gebilden der Niere, die aus einer Kapsel und einem darin eingestülpten, feinen Kapillarknäuel, dem Glomerulus, bestehen. In den Nierenkörperchen beginnt die Harnbildung, indem aus dem permanent hindurchströmenden Blut vor allem Blutzellen und größere Einweißmoleküle zurückgehalten werden. Was die Filter passieren kann ist der so genannte Primärharn. Das Blut passiert im Glomerulus drei Filtersysteme unterschiedlicher Porengröße. Das dritte Filtersystem stellen die Podozyten dar, die vor allem das Hindurchtreten von größeren Eiweißmolekülen verhindern. Beim Versagen der Podozyten kommt es zu einer Proteinurie, einer Ausscheidung von Eiweiß in den Harn.

Dass es diese Podozyten sind, denen bei der Entwicklung eines chronischen Nierenversagens eine besondere Bedeutung zukommt, hat Professor Kriz erkannt und damit einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Denn lange Zeit wurden so genannte mesangeliale Zellen für chronische Krankheitsprozesse in den Glomeruli verantwortlich gemacht, die damit unangefochten als Ursache der Nierenfibrose und, durch Chronifizierung, des Nierenversagens galten.

Die besondere Expertise in der Nephrologie hat Tradition an der Universitätsmedizin Mannheim. Professor Dr. Franz Volhard, „Nestor“ der deutschen Nephrologie, wurde 1908 Direktor an der städtischen Krankenanstalt Mannheim, um hier eine neue Klinik aufzubauen, die er bis 1918 leitete. Sein besonderes Interesse galt den Erkrankungen der Nieren, der klinischen Nephrologie, die er zu einem eigenständigen Fachgebiet in Deutschland entwickelte. Seine grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen stammen aus seiner Mannheimer Zeit. Im Jahr 1914 brachte er eine erste große zusammenfassende Arbeit über Nierenerkrankungen heraus, in der er Nierenfunktionsstörungen ausführlich behandelte.


Homer W. Smith Award

Die amerikanische Fachgesellschaft für Nephrologie (American Society of Nephrology, ASN) ist mit etwa 12.000 Mitgliedern in 61 Ländern die führende Gesellschaft auf dem Gebiet der Nierenheilkunde. Seit 1964 vergibt sie auf ihrem jährlichen Kongress den Homer W. Smith Award. Mit dem Preis würdigt die Fachgesellschaft Persönlichkeiten, die mit ihrer Forschung maßgeblich dazu beigetragen haben, die Funktion der gesunden und der kranken Niere zu verstehen.

„This award recognizes one of the major intellectual forces in renal physiology“.

Homer W. Smith (1895 - 1962) hat als Direktor der Physiologischen Laboratorien der New York University Konzepte zur glomerulären Filtration, der tubulären Absorption und der Sekretion gelöster Stoffe entwickelt und weiterentwickelt. Er gilt als Begründer der Nephrologie im angelsächsischen Sprachraum.

“This award is in recognition of those who follow in his footsteps and contribute to our understanding of how the kidney functions normally and in disease states.”

http://www.asn-online.org/awards/smith.aspx


Der Preisträger
Prof. Dr. med.
Wilhelm Kriz.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Wilhelm Kriz
Universitätsmedizin Mannheim
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Anatomie und Entwicklungsbiologie
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9941
E-Mail: wilhelm.kriz@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Lebergefäße schützen die Niere

Forscher der UMM decken unverzichtbaren körpereigenen Entgiftungsweg auf

Mannheim, den 11. Januar 2011

Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) haben bei der Erforschung der Entgiftungsfunktionen der Leber einen Mechanismus entdeckt, mit dem die Leber die Nieren schützt. Zwei Rezeptoren auf den so genannten sinusoidalen Endothelzellen der Leber, Stabilin-1 und Stabilin-2, sind gemeinsam für die Reinigung des Blutes von Stoffwechselabbauprodukten, aber auch von Wachstumsfaktor-Proteinen durch die Leber verantwortlich. Auf diese Weise erhalten sie die Gewebehomöostase in der Leber aufrecht – und nicht nur dort, wie die Wissenschaftler zeigen konnten, sondern offenbar auch in anderen Organen des Körpers wie den Nieren.

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Hier finden die wichtigen Stoffwechselvorgänge statt, wie die Metabolisierung von Fetten, Proteinen und Kohlehydraten. Eine der wichtigsten Aufgaben der Leber ist der Abbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen – etwa der Abbauprodukte, die bei den Auf- und Umbauprozessen zur Aufrechterhaltung der Gewebehomöostase entstehen. Hierbei sind nicht nur die eigentlichen Leberzellen, die Hepatozyten, sondern auch die Endothelzellen der Lebergefäße von herausragender Bedeutung.

Viele der beim Abbau von großen Molekülen entstehenden Abfallprodukte treten in den Blutkreislauf ein, gelangen in die Leber und werden dort schließlich entsorgt. Die Entgiftungsfunktion übernehmen Zellen, die das verzweigte Gefäßbett der Leber (die Lebersinusoide) auskleiden, die so genannten Lebersinusoid-Endothelzellen (LSEC). Wie aber dieses Entsorgungs- und Recyclingsystem des Lebergefäßbetts funktioniert, war bislang nicht ausreichend geklärt. Die Wissenschaftler der Dermatologischen Universitätsklinik sind dieser Frage nachgegangen, indem sie sich die Rezeptoren dieser Zellen genauer angeschaut haben.

Die Lebersinusoid-Endothelzellen exprimieren drei Typen von Rezeptoren, die sie bei ihrer Aufgabe unterstützen, indem sie die Aufnahme von Stoffen in die Endothelzellen ermöglichen. Neben dem Mannose-Rezeptor und bestimmten Immunglobulinrezeptoren sind die Rezeptoren Stabilin-1 und Stabilin-2 das wichtigste multifunktionale Rezeptorsystem der Lebergefäße. Dieses Rezeptorsystem hatten die Mannheimer Forscher schon vor einiger Zeit entdeckt. Um die Funktionen dieser beiden Rezeptoren besser aufzuklären, entwickelten die Mannheimer Wissenschaftler – unterstützt von Gruppen am Deutschen Krebsforschungszentrum und am Universitätsklinikum Heidelberg – jetzt Mäuse, denen jeweils einer der beiden Rezeptoren fehlt, sowie Mäuse, denen beide Rezeptoren gleichzeitig fehlen.

Die Mäuse mit nur je einem der beiden Stabilin-Rezeptoren entwickeln sich phänotypisch normal, das Fehlen eines der beiden Rezeptoren scheint sie nicht zu beeinträchtigen. Mäuse dagegen, denen beide Rezeptoren fehlen, sterben deutlich früher. Allerdings scheint sich der Defekt nicht über die Leber auszuwirken, denn diese zeigt keine Funktionsstörungen. Die Mäuse entwickeln jedoch ein schweres Nierenleiden – eine Fibrose der Nierenglomeruli, bei der vermehrt Bindegewebe gebildet und die Filterfunktion der Niere massiv beeinträchtigt wird. Des Weiteren wurde ein Wachstumsfaktor (GDF-15) identifiziert, der bei diesen Mäusen unzureichend aus dem Blut entfernt wird. Somit konnte gezeigt werden, dass nicht nur Stoffwechselprodukte, sondern auch Wachstumsfaktoren von den Leberendothelzellen aufgenommen und abgebaut und ihre Spiegel im Blut über diesen Mechanismus reguliert werden können.

Diese Ergebnisse unterstreichen nicht nur die Wichtigkeit des intakten Lebergefäßbetts für den gesamten Organismus, sondern sind insbesondere auch deswegen hoch interessant, als hier ein völlig neuer Mechanismus beschrieben wird, bei dem es durch verminderte Blutreinigung im Lebergefäßbett zu einer fibrotischen Schädigung der Niere kommen kann. Die Mechanismen, die vielen Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritiden oder der diabetischen Nierenschädigung zugrunde liegen, sind noch weitestgehend unklar. Die Arbeit öffnet somit den Weg für weitergehende Untersuchungen zur Beteiligung der Leber an der Entstehung vieler Nierenerkrankungen.

Zusammenfassend konnten die Mannheimer Forscher zum ersten Mal zeigen, dass die Blutreinigungsfunktion des Lebergefäßbetts, vermittelt durch das Stabilin-Rezeptorsystem, für den Schutz der Niere, aber auch für die Gesundheit des Gesamtorganismus unverzichtbar ist.


Wissenschaftliche Veröffentlichung
Deficiency of liver sinusoidal scavenger receptors stabilin-1 and -2 in mice causes glomerulofibrotic nephropathy via impaired hepatic clearance of noxious blood factors

Kai Schledzewski*, Cyrill Géraud*, Bernd Arnold, Shijun Wang, Hermann-Josef Gröne, Tibor Kempf, Kai C. Wollert, Beate K. Straub, Peter Schirmacher, Alexandra Demory, Hiltrud Schönhaber, Alexei Gratchev, Lisa Dietz, Hermann-Josef Thierse, Julia Kzhyshkowska and Sergij Goerdt (* die beiden Autoren haben in gleichem Maße zu der Publikation beigetragen)

The Journal of Clinical Investigation
Volume 121 Number 2, February 2011

Die Publikation ist ab sofort online verfügbar:
http://www.jci.org/articles/view/44740/pdf

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): SFB405, TP B12 (S. Goerdt, J. Kzhyshkowska); TRR23, TP B1 (S. Goerdt); TRR77, TP C3 (S. Goerdt, H. Augustin); International Research Training Group GRK 880/3 TP2 und TP3 (S. Goerdt, K. Schledzewski, J. Kzhyshkowska).


Kontakt:

Dr. med. Cyrill Géraud
Universitätsmedizin Mannheim
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2048
E-Mail: cyrill.geraud@umm.de


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„Path to Cure“- Heilung der chronischen myeloischen Leukämie scheint möglich

Weitere sechs Millionen Euro für ein besseres Management der Leukämie

Mannheim, den 20. Dezember 2010

Das von der Europäischen Union geförderte European LeukemiaNet (ELN) hat ein großes Ziel: Den erfolgreichen Kampf gegen die Leukämie. Verschrieben hat sich diesem Ziel auch das Pharmaunternehmen Novartis. Der vor drei Jahren zwischen den beiden bedeutenden Partnern geschlossene wissenschaftliche Kooperationsvertrag EUTOS (European Treatment and Outcome Study) für die chronische myeloische Leukämie (CML) geht jetzt in die Verlängerung. In das erfolgreiche Projekt investiert Novartis noch einmal 6 Millionen Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren. Im Jahr 2007, nach Abschluss des initialen Vertrags, hatte Novartis bereits 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Mit der Weiterführung ihrer Kooperation haben die beiden Partner des EUTOS-Projekts ihre Erwartungen noch höher gesteckt, nämlich die chronische myeloische Leukämie durch weniger invasive Therapien als eine Knochenmarktransplantation oder durch eine medikamentöse Therapie heilen zu können. Dies erscheint aus heutiger Sicht erreichbar. Und hierzu ist ein neues Projekt initiiert worden mit dem Titel: „Path to Cure“ – Weg zur Heilung.

Als die Keimzelle des Projektes, die Studiengruppe CML, im Jahr 1982 gegründet wurde, betrug die erwartete mittlere Überlebenszeit von Patienten mit CML nur etwa drei bis vier Jahre. Heute nähert sie sich einer normalen Lebenserwartung an – nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Europäischen Leukämienetzes und insbesondere durch Entwicklung und Einsatz des Medikaments Imatinib der Firma Novartis. Imatinib ist ein so genannter Tyrosinkinase-Inhibitor, welcher genau an der Stelle in der Leukämiezelle angreift, die für die Krebsentstehung verantwortlich ist. Neue, noch gezieltere Therapien wie Nilotinib – ebenso von Novartis – demonstrieren die Selbstverpflichtung beider Vertragspartner, die Perspektive für Patienten mit CML auch in Zukunft noch weiter zu verbessern – idealerweise bis hin zur Heilung.

Herzstück des EUTOS-Projektes ist ein europaweites Patientenregister zur CML, das weiter ausgebaut werden soll. Diese Datenbank ist die erste ihrer Art, die die Qualität der verschiedenen Therapien der CML in europäischen Ländern erfasst und damit auch ein Prognose-Modell ermöglicht. Da Leukämien eher seltene Erkrankungen sind, kann ein wirklich umfangreiches Register nur über eine internationale Zusammenarbeit aufgebaut werden. Um ein möglichst reales Bild des europaweiten Umgangs mit dieser Erkrankung zu erhalten, werden Patienten aus verschiedenen repräsentativen Regionen Europas erfasst. Das Register umfasst mittlerweile qualitätskontrollierte Daten von 4.500 Erkrankten.

„Mit der Fortführung des Programms werden wir Zugang zur größten CML-Datensammlung haben, die jemals dokumentiert wurde“, so Professor Dr. Rüdiger Hehlmann, der Koordinator des Europäischen Leukämie-Netzes und die treibende Kraft der Leukämieforschung. Ein solches zentrales Register ist aus epidemiologischer, wissenschaftlicher und klinischer Sicht hoch interessant für die Erforschung der Leukämien.

Für die Analyse der Leukämieproben wie Blut oder Knochenmark stehen inzwischen in fast allen europäischen Ländern standardisierte Labors zur Verfügung. Hier werden im Blut der Patienten quasi einzelne Krebszellen mittels PCR-Technik detektiert und somit selbst minimale „Rest-Erkrankungen“ auf molekularer Ebene nachgewiesen. Dadurch kann der Behandlungsplan individuell ausgerichtet und der Therapieerfolg kontrolliert werden. Wichtig für die Vergleichbarkeit der erhobenen Laborbefunde in den verschiedenen Ländern ist, dass Methodik und Auswertung in allen Laboren standardisiert werden. Dabei soll auch die Sensitivität der Diagnostik noch weiter erhöht werden. Dieser Standardisierungs-Prozess läuft innerhalb des EUTOS-Projektes und umfasst derzeit für das molekulare Monitoring 59 standardisierte Labore in 28 Ländern. Damit ist die im Projekt ursprünglich vereinbarte Zahl mit neun zusätzlichen Labors klar übertroffen.

Das pharmakologische Monitoring der Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib, ebenfalls ein Projekt im Rahmen der Kooperation, wurde mit einer Publikation abgeschlossen.

Ein weiteres Projekt, das sich die Partner analog den Vorgaben der europäischen Kommission für multinationale europäische Projekte auf die Fahnen geschrieben haben, ist die Information und Aufklärung, die so genannte „Spread of Excellence“. Das Projekt hat in den vergangenen drei Jahren dazu beigetragen, dass Ärzte und Wissenschaftler der beteiligten Länder auf dem Gebiet der chronischen myeloischen Leukämie kontinuierlich fortgebildet werden – durch jährliche Symposien, zahlreiche Vorträge europaweit, Aktionstage für junge Hämatologen, Schulungen sowie Informationsmaterial auch im Internet. Primär geht es darum, Ärzten und Wissenschaftlern Informationen viel leichter als bisher zugänglich zu machen. Aber auch die Information der Öffentlichkeit wird unterstützt.

EUTOS ist ein erfolgreiches Projekt der public-private-partnership von Akademie – des an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelten Europäischen Leukämienetzes - und Industrie – Novartis, eines der führenden pharmazeutischen Unternehmen in Europa – im Dienste der europaweiten Erforschung der Leukämie.


European LeukemiaNet (ELN)
Das an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelte Europäische Leukämienetz ist eines der größten internationalen Kooperationsprojekte der Universität Heidelberg. Das ELN etablierte sich im Jahr 2002, in das sich führende Leukämie-Studiengruppen und ihre interdisziplinären Partner integrierten. Ab 2004 wurde es als Exzellenznetzwerk von der Europäischen Union gefördert. Die engere Zusammenarbeit der verschiedenen, bereits bestehenden Netzwerke in Europa verstärkte die wissenschaftlichen und technologischen Leistungen der Leukämie-Forschung.


Das „Network of Excellence“ besteht aus über 1.000 beteiligten Wissenschaftlern und Ärzten in 175 Institutionen und 33 Ländern, die sich darum bemühen, zeitnah das Wissen und die Expertise im Bereich der Leukämien und assoziierter Erkrankungen weiterzugeben. Die ELN-Mitglieder arbeiten weltweit und erstellen aktuelle und kritische Leitlinien für Therapieoptionen sowie Empfehlungen zu neuen Behandlungsmöglichkeiten. Bislang wurden mehr als 25 Management-Empfehlungen und Leitlinien zu Diagnose und Therapien veröffentlicht.


Das ELN fördert zahlreiche nationale und internationale Studien und europäische Register, um die Umsetzung der Empfehlungen in die klinische Praxis zu ermöglichen. Dadurch werden so viele Patienten wie möglich durch kontrollierte prospektive Studien registriert, dokumentiert und behandelt. All das bildet die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung in Europa.


Chronische myeloische Leukämie (CML)
Die chronische myeloische Leukämie ist einer der vier meistverbreiteten Leukämietypen. Jährlich erkranken in Europa etwa 5.000 bis 10.000 Patienten daran. Bei der CML kommt es im Knochenmark und im Blut zum massiven Anstieg von weißen Blutzellen. Die Erkrankung verläuft in mehreren Phasen, initial besteht eine chronische Phase, die normalerweise sehr langsam verläuft, weshalb die Erkrankung „chronische“ myeloische Leukämie genannt wird. In der chronischen Phase hat sich durch die Einführung des Medikamentes Imatinib im Jahr 2001 eine neue Situation ergeben. Imatinib kann die chronische Phase der CML bei einer hohen Zahl von Patienten für eine lange Zeit stabilisieren und sogar zu einer kompletten Rückbildung der Erkrankung führen.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Rüdiger Hehlmann
Vorsitzender des Euroean LeukemiaNet (ELN)
Medizinische Fakultät Mannheim
III. Medizinische Klinik
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6930


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0136.txt)


Projekt fördert europaweit freien Zugang zu modernen bildgebenden Verfahren

Universitätsmedizin Mannheim und EMBL stellen die wissenschaftlichen Koordinatoren der europäischen Infrastrukturmaßnahme Euro-BioImaging

Mannheim, den 13. Dezember 2010

Professor Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Mannheim sowie Direktoriumsmitglied des Instituts für Medizintechnologie, und Dr. Jan Ellenberg, Leiter der Zellbiologie und Biophysik Abteilung am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, koordinieren seit April 2010 gemeinsam die europäische Infrastrukturmaßnahme Euro-BioImaging. Professor Schönberg nimmt diese Aufgabe im Namen des European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR, Wien) wahr.

Das Ziel von Euro-BioImaging ist die harmonisierte Errichtung einer Infrastruktur im Bereich der bildgebenden Verfahren in den Biowissenschaften. Durch den Aufbau von Infrastruktur-Einheiten an ausgesuchten Knotenpunkten in Europa sollen modernste bildgebende Technologien flächendeckend für Wissenschaftler verfügbar gemacht werden. Sie treiben die biomedizinische Forschung voran, indem sie den Zugang zu innovativen bildgebenden Technologien ermöglichen, praktische Ausbildung anbieten, die Vernetzung von Wissenschaftlern unterstützen und damit hochkarätige Forscher aus aller Welt anziehen.

Mit Beginn dieses Monats startete nun die dreijährige Planungsphase, an welche eine vierjährige Aufbauphase anschließt. Bis zum Jahr 2017 soll die Infrastruktur aufgebaut und der Zugang zu modernsten Technologien in der biomedizinischen Bildgebung ermöglicht werden. Die Planungsphase wird von der EU gefördert. Für die weitere Finanzierung des Projektes müssen die Mitgliedstaaten gewonnen werden.

Insgesamt 13 definierte Arbeitsgruppen - fünf aus dem strategischen und acht aus dem technologischen Bereich - planen den Aufbau der Infrastruktur. Sie werden jeweils von zwei bis vier international ausgewiesenen Wissenschaftlern und Forschungspolitikern, Partnern des Euro-BioImaging Konsortiums, geleitet (insgesamt: 39). Darüber hinaus beteiligen sich bereits mehr als 80 assoziierte Partner aus insgesamt 23 Ländern am Aufbau der Euro-BioImaging Infrastruktur.

Unter der Koordination von Professor Schönberg und Dr. Ellenberg evaluieren die Arbeitsgruppen die konkreten Bedürfnisse der Nutzergruppen der unterschiedlichen biomedizinischen Bildgebungstechnologien und planen dann auf dieser Basis die Einrichtung von Infrastruktur-Knoten in den europäischen Mitgliedsstaaten. Zwei Arbeitsgruppen befassen sich mit der modernen Lichtmikroskopie (Advanced Light Microscopy, ALM), zwei Arbeitsgruppen widmen sich dem Bereich der radiologischen und nuklearmedizinischen Bildgebung (Medical Imaging) und eine der Kombination beider Bereiche (Molecular Imaging). Drei weitere, technische Arbeitsgruppen erarbeiten europaweite Trainings-, Zugangs- und Bilddatenkonzepte.

Die fünf strategischen Arbeitsgruppen arbeiten an der Erstellung der rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingung für die Forschungsinfrastruktur.


Euro-BioImaging
European Research Infrastructure for Imaging Technologies in Biological an Biomedical Sciences
http://www.eurobioimaging.eu/
Euro-BioImaging ist eines von vier neuen biowissenschaftlichen Projekten des European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI), das durch den Aufbau der so genannten Research Infrastructures (RI) den Ausbau der wissenschaftlichen Integration Europas unterstützt.
http://ec.europa.eu/research/infrastructures/index_en.cfm?pg=esfri


Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat)


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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Moderne Computertomographie – schneller als der Herzschlag und kontrastreich bis ins Detail

Veranstaltung der "Stunde der Universität" im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 625-jährigen Bestehen der Universität Heidelberg

Mannheim, den 9. Dezember 2010

Vor 40 Jahren hatte sie ihre Geburtsstunde, heute ist sie aus der Diagnostik unterschiedlichster Erkrankungen nicht mehr fortzudenken – die Computertomographie (CT), eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin.

Die technische Weiterentwicklung der CT im Laufe der Jahrzehnte gleicht einem Quantensprung. Dauerten erste klinische Aufnahmen noch mehrere Minuten, so können heute mit der modernen so genannten Dual Source CT detailreiche dreidimensionale Bilder selbst des schlagenden Herzens aufgenommen werden. Neueste Entwicklungen ermöglichen zudem durch den Einsatz verschiedener Röntgenenergien bei der Dual Energy CT eine enorme Verbesserung des Kontrastes und damit eine genauere Unterscheidung verschiedener Gewebe.

In einer „Stunde der Universität“ demonstriert das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Fakultät Mannheim am Donnerstag, 16. Dezember 2010, die unglaublichen Möglichkeiten der Dual Energy CT.

In der Veranstaltungsreihe "Stunde der Universität" präsentiert sich die Ruperto Carola im Jubiläumsjahr jeweils donnerstags der Öffentlichkeit. Dabei werden verschiedene Lehr- und Forschungsbereiche in einer verständlichen und spannenden Form vorgestellt. Informationen im Internet sind unter der Adresse http://625.uni-heidelberg.de abrufbar.



Aufnahme des Brustkorbs
mittels Dual Energy CT.


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Wissenschaftliche Anerkennung für Arbeit der Chirurgischen Onkologie

Wissenschaftspreis der Deutschen Krebsgesellschaft

Mannheim, den 6. Dezember 2010

Wie wichtig - und wie erfolgreich - eine städteübergreifende Zusammenarbeit in der Hochleistungsmedizin ist, verdeutlicht eine jetzt von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. vergebene Auszeichnung. Der mit 25.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis würdigt die Studie einer Arbeitsgruppe, die Professor Dr. Peter Hohenberger innerhalb der europaweit aktiven onkologischen Forschungsorganisation EORTC leitet.

Anhand der Krankheitsverläufe von 340 Patienten untersuchten die Ärzte, ob eine medikamentöse Behandlung in Kombination mit Tiefenhyperthermie vor der chirurgischen Entfernung von bösartigen Tumoren des Weichteilgewebes sinnvoll ist. Die Mannheimer Chirurgen führten dieser Studie die zweithöchste Patientenzahl zu. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im April dieses Jahres im renommierten Fachjournal Lancet Oncology veröffentlicht worden.

Erstautor der Publikation und damit eigentlicher Preisträger ist der Münchner Krebsexperte Dr. Rolf D. Issels von der Medizinischen Klinik III der Ludwig-Maximilians-Universität München, Professor Hohenberger, Leiter der Sektion Spezielle Chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie an der Universitätsmedizin Mannheim, zeichnet als Seniorautor. Der Preis wurde Professor Issel im Rahmen des Herbstkongresses der AIO am 19. November 2010 in Berlin übergeben.

Die ausgezeichnete Studie setzt neue Standards, da hier erstmals randomisiert belegt wurde, dass die vor einer Operation angewandte Kombination einer systemischen Chemotherapie mit Tiefenhyperthermie bei Patienten mit bösartigen Weichgewebetumoren eine bessere Tumorkontrolle und Überlebenszeit ermöglicht, als eine Chemotherapie alleine. Bei der regionalen Tiefenhyperthermie werden die Tumoren mittels elektromagnetischer Wellen auf 40 bis 44 Grad Celsius erwärmt. Ziel ist es, Tumorzellen hitzebedingt zum Absterben zu bringen und damit den Tumor vor der Operation zu verkleinern. Die systemische Chemotherapie hat zum Ziel, im Körper verstreute Krebszellen anzugreifen und abzutöten. Dafür werden die Krebsmedikamente durch eine Infusion in eine Vene geleitet und verteilen sich über das Blutsystem im gesamten Körper.

Weichgewebesarkome sind eine zwar seltene, jedoch oft sehr aggressiv verlaufende Tumorgruppe, deren Behandlung sich das Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) besonders verschrieben hat und überregionale Anerkennung genießt. An der Durchführung der Studie waren neben den beiden führenden deutschen Zentren auch Kliniken aus den USA und Norwegen beteiligt.


Publikation
Neo-adjuvant chemotherapy alone or with regional hyperthermia for localized high-risk soft-tissue sarcoma: a phase 3 multicentre study
Issels RD, Lindner LH, Verweij J, Wust P, Reichardt P, Schem BC, Abdel-Rahman S, Daugaard S, Salat C, Wendtner CM, Vujaskovic Z, Wessalowski R, Jauch KW, Dürr HR, Ploner F, Baur-Melnyk A, Mansmann U, Hiddemann W, Blay JY, Hohenberger P
Lancet Oncology, April 2010
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20434400


Der Preis
Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.


EORTC

Die EORTC (European Organisation für Research and Treatment of Cancer), ist eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa.

Die EORTC (European Organisation für Research and Treatment of Cancer), ist eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa.

Sie steht für umfangreiche Studien zur Krebstherapie auf einem besonders hohen Niveau. Mithilfe der ihr angeschlossenen Institutionen unterstützt sie die Entwicklung neuer Medikamente und effektiver Therapiestrategien und trägt damit dazu bei, die Standards der Krebsbehandlung in Europa zu verbessern.

Die EORTC hinterfragt auch eingefahrene Therapiestrategien hinsichtlich ihrer Effektivität und führt dazu groß angelegte Phase III Studien zur so genannten „Standard of Care“ Therapie durch.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Peter Hohenberger
Chirurgische Klinik
Leiter der Sektion Thoraxchiurgie und Spezielle Chirurgische Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2609
Fax: 0621 / 383 - 1479
E-Mail: peter.hohenberger@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0132.txt)


Studienfahrt „Musik und Medizin“ nach Kolumbien

Musik als Wegbereiter für Kooperation und Austausch von Medizinstudierenden

Mannheim, den 16. November 2010

Eine Studienfahrt ganz besonderer Art haben musikbegeisterte Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg erlebt. Mitglieder des Orchesters der Medizinischen Fakultät unternahmen eine kleine Konzertreise nach Kolumbien. Eines der Ziele: Kontaktaufnahme mit kolumbianischen Medizinfakultäten, um das Potenzial von möglichen Kooperationen und des Austauschs von Studierenden aus Kolumbien und Mannheim auszuloten. Der Weg: gemeinsames Musizieren bei einer Konzertreihe mit Werken von Mozart, der Mannheimer Schule und kolumbianischen Stücken sowie eine erste unkomplizierte Annäherung der Studierenden beider Kulturen.

Die Reise war von Patricia Rojas-Schubert, gebürtige Kolumbianerin und Leiterin des Mannheimer Medizinerorchesters, initiiert worden. Finanziell unterstützt wurde sie mit Mitteln des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD). Eingeladen hatten die Universidad de los Andes und die Universidad Nacional de Colombia, Heimatuniversität von Patricia Rojas-Schubert in Bogotá.

Die gemeinsamen Konzerte der kolumbianischen und Mannheimer Studierenden stießen beim Publikum auf helle Begeisterung. Ein Höhepunkt der Reise war ein Gastspiel in Leticia, einem kleinen Dorf im Süden des Landes, wo die Studierenden mit Schülern der Musikschule Batuta musizierten – einer Schule die speziell Kindern aus armen Familien Instrumentalunterricht bietet.

Auch die Gespräche mit Vertretern der medizinischen Fakultäten in Bogotá verliefen positiv. Ausstattung und Infrastruktur beispielsweise im Klinikum de los Andes sind hervorragend. Einer Famulatur dort steht nichts im Wege – Spanischkenntnisse vorausgesetzt.

Bei einem „Kolumbienabend“ am Donnerstag, 25. November 2010, im Hörsaal des Lehrgebäudes Alte Brauerei, lassen die Studierenden ihre außergewöhnliche Reise noch einmal Revue passieren – mit Berichten und eindrucksvollen Bildern. Besucher sind willkommen, der Eintritt ist frei.


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0131.txt)


Preis für Chirurgen der UMM

Chemotherapie vor der chirurgischen Entfernung von Adenokarzinomen der Speiseröhre und des Magens verlängert Überleben der Patienten

Mannheim, den 12. November 2010

Dr. med. Ulrich Ronellenfitsch von der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist von der amerikanischen Krebsgesellschaft „American Society of Clinical Oncology“ (ASCO) mit dem Cancer Foundation Merit Award ausgezeichnet worden. Die amerikanische Fachgesellschaft würdigte mit dem Preis eine so genannte Cochrane-Meta-Analyse zur neoadjuvanten Chemotherapie bei Adenokarzinomen der Speiseröhre und des Magens. Mit der Preisübergabe verbunden war die Vorstellung der Forschungsergebnisse bei der Jahrestagung der ASCO im Juni in Chicago.

Bei den von Dr. Ronellenfitsch analysierten Erkrankungen handelt es sich um eine besondere Form von Tumoren der Speiseröhre und des Magens. Zusammengenommen stellen sie eine der weltweit häufigsten Krebserkrankungen dar. Eine neoadjuvante Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung, die vor der chirurgischen Entfernung eines Tumors durchgeführt wird. Ihr Ziel ist es, den Tumor vor der Operation zu verkleinern, damit der chirurgische Eingriff effektiver durchgeführt werden kann.

Hat die neoadjuvante Chemotherapie einen Einfluss auf den Therapieerfolg - also auf die Lebenserwartung der Patienten? Dieser Frage ging Dr. Ronellenfitsch nach, indem er die Ergebnisse einer Vielzahl von Studien, in denen die Wirksamkeit dieser Behandlungsstrategie untersucht wurde, erfasste und statistisch analysierte. Dabei konnte der Chirurg zeigen, dass eine Chemotherapie vor der Operation von bösartigen Tumoren von Speiseröhre und Magen – alleine oder in Verbindung mit einer Strahlentherapie – das Überleben der Patienten tatsächlich verlängert.



Der Preisträger
Dr. med. Ulrich
Ronellenfitsch.

Kontakt:

Dr. med. Ulrich Ronellenfitsch
Universitätsmedizin Mannheim
Chirurgische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1501
Fax: 0621 / 383 - 2166
E-Mail: ulrich.ronellenfitsch@umm.de


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Spezielle Kompetenz in der HNO-Klinik: Wuchernde Narben unsichtbar machen

Neu entwickeltes Verfahren zur erfolgreichen Behandlung von Keloiden an der UMM

Mannheim, den 9. November 2010

Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Narbenwucherungen, so genannte Keloide, am Ohr dauerhaft erfolgreich behandelt werden können. Bei der Behandlungsmethode kommt im Anschluss an die chirurgische Entfernung des Keloids und Injektion von Kortikosteroiden ein neu entwickeltes Kompressionssystem zum Einsatz. Das erfolgreiche Behandlungsschema ist an der HNO-Klinik fest etabliert.

Die Wundheilung unterliegt einer fein regulierten Balance zwischen Synthese und Abbau von Ersatzgewebe. Beim normalen Heilungsprozess einer Wunde bildet sich eine unauffällige Narbe. Gerät der Prozess von Auf- und Abbau jedoch aus der Balance, kommt es zu Fehlentwicklungen in die eine oder andere Richtung: zu chronisch offenen Stellen oder zu Narbengewebe, das die gesunde Haut überwuchert.

Keloide treten bei fünf bis 15 Prozent der Wunden auf. Die Rückfallrate nach der erfolgreichen Entfernung des Keloids ist ausgesprochen hoch. Eine genetische Prädisposition ist wahrscheinlich. So neigt beispielsweise dunkel pigmentierte Haut zur häufigeren Ausbildung von Keloiden.

Ein Keloid ist auffällig, nicht schön anzusehen und führt häufig zu Bewegungseinschränkungen. Im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich treten Keloide bevorzugt an den Ohrmuscheln auf. Aufgrund der komplexen Form der Ohrmuschel und ihres empfindlichen Knorpelgerüsts ist der Erhalt der natürlichen Ohrmuschelform nach der Therapie eines Keloids eine Herausforderung für jeden plastischen Gesichts-Chirurgen.

Bei der Behandlung von Keloiden kommt eine Vielfalt von therapeutischen Methoden zur Anwendung; ein sicheres Zeichen dafür, dass die Entstehungsmechanismen von Keloiden komplex und bislang nicht wirklich verstanden sind. Dr. med. Gregor Bran von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik geht dem nach. Er erforscht mit seinen Mitarbeitern die Pathophysiologie, die zur Entstehung von Keloiden führt, anhand von Keloidgewebeproben. Die Wissenschaftler untersuchen die Proben im Labor auf relevante Schlüsselproteine und Zytokine. Die zentrale Frage: Sind Keloide das Ergebnis einer übermäßigen Produktion von Ersatzgewebe oder Ergebnis eines reduzierten Abbaus dieses Gewebes – oder ist es eine Kombination von beidem?

Sobald die Entstehungsmechanismen von Keloiden verstanden sind, können auf dieser Basis effektive Therapieansätze auf molekulargenetischer Ebene entwickelt werden. Bis dahin werden die klassischen therapeutischen Methoden weiter optimiert.

Der Einsatz eines neu entwickelten Kompressionssystems bei dem von Dr. Bran neben seiner Forschungsarbeit im Labor eingeführten Behandlungsschema für am Ohr befindliche Keloide führt zu einer weiteren Glättung der Narbe. Die dabei verwendeten Kompressionsschienen werden individuell angepasst, indem sie von der Ohrmuschel abgeformt werden. Sie ermöglichen eine hochpräzise Therapie, indem sie auf ein zehntel Millimeter genau Druck auf das Narbengewebe ausüben. Entwickelt wurde die Kompressionsschiene von Jörn Brom, Brom Epithetik in Heidelberg.

Keloide haben die Tendenz wiederzukommen. Mit dem Schienensystem kann dem sicher und dauerhaft vorgebeugt werden. Ein Magnetsystem vereinfacht die Anwendung, sodass die Schiene sogar von Kindern angelegt werden kann. Nach den Erfahrungen von Dr. Bran ist es ausreichend, die Schiene während der Nacht zu tragen, was die Akzeptanz bei den Patienten erhöht.



Beispiel für die erfolgreiche Behandlung eines Keloids
mittels Kombinationstherapie mit Kompressionssystem
a/b: Keloid vor der Entfernung
c/d: nach der chirurgischen Entfernung
e/f: Behandlung mit dem Kompressionssystem
g/h: Endergebnis der erfolgreichen Therapie

Kontakt:

Dr. med. Gregor Bran
Hals-Nasen-Ohrenklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1600
Fax: 0621 / 383 - 3827
E-Mail: gregor.bran@umm.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0129.txt)


Neue Messmethode zur schonenden Beurteilung von geschädigtem Hirngewebe beim Schlaganfall

Siemens-Nachwuchspreis an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 29. Oktober 2010

Dr. Friedrich Wetterling, Arbeitsgruppenleiter am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Lothar Schad), ist anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP), Anfang Oktober 2010, mit dem Siemens Nachwuchspreis ausgezeichnet worden. Die Fachgesellschaft würdigt damit eine Studie, in der der junge Physiker das Ausmaß der Schädigung von Hirngewebe beim Schlaganfall mittels der so genannten quantitativen Natrium Magnetresonanztomographie (qNa-MRT) ermitteln konnte. Der Siemens Nachwuchspreis ist mit 750 Euro dotiert.

Das neu entwickelte Messverfahren verspricht bereits in der frühen Phase des Schlaganfalls Erkenntnisse darüber wie viel Gewebe abgestorben und wie viel reversibel geschädigt ist. Es erlaubt damit früh Aussagen zum Krankheitsverlauf, was für eine individuell angepasste Therapie wichtig ist.

Mit der MRT lassen sich die Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper darstellen. Sie ist eine nicht-invasive Technik in der medizinischen Diagnostik, die den Körper des Patienten nicht durch Strahlung belastet. In der konventionellen MRT resultiert das Bild aus den Protonen der körpereigenen Wassermoleküle. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, andere körpereigene Atomkerne zur Erstellung von MRT-Bildern zu verwenden.

Die Na-MRT erlaubt eine sowohl räumlich als auch zeitlich quantifizierbare Erfassung der Natriumionen-Konzentration in der Zelle. Natriumionen sind wichtig für die Reizleitung in Nerven und Muskeln. Über die Bestimmung der Natriumionen-Konzentration in den Zellen kann noch lebensfähiges von bereits geschädigtem Gewebe unterschieden werden. Das Verfahren ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, durch die sich die Vitalität von Zellen nicht-invasiv und ohne Strahlenbelastung darstellen lässt.

Der ischämische Schlaganfall - der Verschluss einer zum Gehirn führenden Arterie - zählt mittlerweile zu der am häufigsten auftretenden Gefäßerkrankung in Deutschland. Dr. Wetterling ist es in Zusammenarbeit mit einer irischen Forschergruppe des Trinity College in Dublin und der Bruker BioSpin GmBH in Etlingen erstmals gelungen, die Gewebenatrium-Konzentration in der Frühphase des Schlaganfalls mit Hilfe der Magnetresonanztomographie zu messen. Die neue Methode soll in Zukunft eine individuell angepasste Therapie unabhängig vom Zeitpunkt des Schlaganfalls erlauben. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie (PD Dr. Eva Neumeier Probst und Dr. Judith Kisubi) und der Neurologischen Klinik (PD Dr. Marc Fatar) soll dieses neue Diagnoseverfahren, das an Ratten entwickelt wurde, in Zukunft am Patienten etabliert werden.



Karten der Gewebenatriumkonzentration
zu verschiedenen Zeitpunkten nach einem
Schlaganfall. Die Abbildung zeigt fünf
Schichten aus dem Gehirn eines Versuchs-
tieres (Ratte), gemessen mit einem
hochauflösenden 7 Tesla MRT-Gerät.


Der Preisträger
Dr. Friedrich Wetterling.

Kontakt:

Dr. Friedrich Wetterling
Computerunterstützte Klinische Medizin
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5125
Fax: 0621 / 383 - 5123
E-Mail: friedrich.wetterling@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0128.txt)


Preis für die Intraoperative Strahlentherapie

Verfahren führt zu kürzerer und schonenderer Behandlung bei Brustkrebs

Mannheim, den 29. Oktober 2010

Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wird von der Claudia von Schilling Foundation mit einem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Claudia von Schilling Preis wird dem 44-jährigen Srahlentherapeuten im Januar 2011 im Rahmen eines Kongresses in Hannover überreicht. Die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. würdigt mit der Auszeichnung die Arbeit von Professor Wenz zur Intraoperativen Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs.

Die IORT zählt zu den innovativsten Behandlungsmethoden der brusterhaltenden Krebstherapie. Professor Wenz hat die Behandlungsmethode vor knapp zehn Jahren an der UMM eingeführt - als erstem Zentrum in Deutschland. Bei dem Verfahren wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, mit hoher Präzision eine einmalige Bestrahlungsdosis direkt im Tumorbett appliziert.

Die Intraoperative Radiotherapie schont das umgebende Gewebe und verringert die Behandlungsdauer. Je nach Befund ist die intraoperative Einmalbestrahlung nach der Entfernung des Tumors als alleinige Strahlenbehandlung ausreichend oder sie verkürzt zumindest die ambulante Nachbestrahlung von außen.

An mehr als 200 Patientinnen konnte das Team um Professor Wenz die Sicherheit und Wirksamkeit des neuartigen Therapieansatzes mit einer anschließenden verkürzten, ambulanten Bestrahlungsserie zeigen. Dieser Therapieansatz ist inzwischen als mögliche Therapieoption in den Leitlinien der Fachgesellschaft verankert worden.

Bei ausgewählten Patientinnen mit niedrigem Risiko – dies sind vor allem ältere Patientinnen mit einem kleinen Tumor – wurde in einer weltweiten multizentrischen Studie an über 2.200 Patientinnen untersucht, ob nicht sogar eine alleinige IORT gleichwertige Ergebnisse wie die Standardbestrahlung über sechs Wochen erreichen kann. Die Studie wurde von Mannheim aus für Deutschland koordiniert. Die ersten Ergebnisse zeigen einen vergleichbaren Erfolg wie bei der Standardtherapie. Die Ergebnisse wurden im Sommer des Jahres im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert.

Die IORT ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Therapie bei Brustkrebs, die sehr exakt auf das individuelle Risikoprofil der Patientin zugeschnitten ist. Vor allem für Patientinnen mit niedrigem Risiko ist die IORT eine deutlich schonendere und auch psychisch weniger belastende Therapieoption.



Der Preisträger
Prof. Dr. Frederik Wenz.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Frederik Wenz
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor der Klinik für Strahlentherpie und Radionkologie
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4960
Fax: 0621 / 383 - 2476
E-Mail: sekr@umm.de (Sekretariat)


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0127.txt)


Internationaler Erfolg von Mannheimer Nachwuchswissenschaftlern

Ausgezeichnete junge Ärzte kooperieren weltweit

Mannheim, den 19. Oktober 2010

Gleich zwei Forschungspreise der weltweit größten radiologischen Fachgesellschaft, der Radiological Society of North America (RSNA), gehen in diesem Jahr nach Mannheim: Funktionsoberärztin Dr. Ulrike Attenberger und Dr. Thomas Henzler, beides Nachwuchswissenschaftler am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), werden mit dem „Fellow Trainee Research Prize“ und mit dem „Resident Trainee Research Prize“ ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 1.000 US-Dollar dotiert und werden den Ärzten während der diesjährigen Konferenz der RSNA in Chicago verliehen.

Mit ihren Arbeiten illustrieren beide Wissenschaftler den Nutzen, den technische Innovationen im Bereich der bildgebenden Diagnostik für die Patientenversorgung haben. Dr. Ulrike Attenberger verfolgte in ihrer Arbeit das Ziel, die Kontrastmitteldosis in der MR-Angiographie der Nierenarterien bei hohen Magnetfeldstärken von 3 Tesla möglichst weit zu reduzieren - zu Gunsten der Patientensicherheit. Obwohl bereits in der Vergangenheit an der UMM erfolgreich Niedrigdosisprotokolle angewendet wurden, gelang es Dr. Attenberger, die Qualität und Robustheit des Verfahrens weiter zu verbessern: Bis auf einen Milliliter kann die Dosis reduziert werden, wenn höhere Feldstärken und modernste Mehrkanaltechnologien zum Einsatz kommen. Dieses Forschungsergebnis ist vor allem für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion von Bedeutung. Einen Teil der experimentellen Arbeiten führte Dr. Attenberger zusammen mit Professor Val M. Runge von der University of Texas durch.

Dr. Henzler konnte in einer Studie nachweisen, dass mit der Diagnosestellung einer akuten Lungenembolie mittels Computertomographie (CT) ein mögliches Herzversagen bereits sicher diagnostiziert werden kann. Bisher gilt die Echokardiographie als Goldstandard zur Beurteilung der Herzfunktion, alternativ der Laborparameter NT-Pro-BNP. Gerade die Diagnostik mittels Echokardiographie kostet Zeit. Für Patienten, die durch eine Lungenembolie besonders gefährdet sind, zählt die Zeit. Für die Gesundheit dieser Patienten ist es unter Umständen entscheidend, dass sie der für sie individuell am besten geeigneten Therapie schnell zugeführt werden, ohne auf die Ergebnisse des Laborwertes warten oder eine zusätzliche Echokardiographie durchführen zu müssen.

In der ausgezeichneten Studie konnte Dr. Henzler nicht nur eine gute Übereinstimmung zwischen der CT und der Echokardiographie zeigen, sondern auch mit dem Laborparameter NT-Pro-BNP. Dr. Henzler kooperiert bei diesen Arbeiten eng mit der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim sowie mit Professor Joseph Schoepf von der Medical University of South Carolina.

Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, freut sich mit seinen Nachwuchswissenschaftlern: „Der internationale Erfolg meiner jungen Kollegen ist nicht zuletzt auch auf die enge Vernetzung unseres Institutes mit Universitätskliniken im In- und Ausland zurückzuführen. Der Erfolg bestätigt mich und meine Geschäftsfeldleiterinnen und -leiter darin, junge Ärzte weiterhin strukturiert zu betreuen und intensiv zu fördern – gerade in Zeiten von Ärztemangel und Nachwuchsproblemen.“



Prof. Dr. Stefan Schönberg
mit den beiden Preisträgern:
Dr. Ulrike Attenberger und
Dr. Thomas Henzler.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat)


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Gelebte Städtepartnerschaft

Junge Radiologin der UMM profitiert von Forschungsaufenthalt in der Partnerstadt Haifa

Mannheim, den 15. Oktober 2010

Die Privatdozentin Dr. Karen-Anett Büsing aus dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) steht kurz vor der Abreise nach Haifa, Israel, eine der Partnerstädte der Stadt Mannheim. Am dortigen Rambam Medical Center wird die junge Radiologin einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt zum Erfahrungsaustausch im Bereich der bildgebenden Tumordiagnostik nutzen. Als angehende doppelte Fachärztin - Radiologin und Nuklearmedizinerin - bringt sie eine spezielle Kompetenz im Hinblick auf moderne MRT-Verfahren und die Schnittstelle zur PET-Bildgebung mit, die eine präzisere Diagnose von Krankheiten auf der Ebene der Moleküle möglich macht.

Die drittgrößte Stadt Israels ist im Bereich der Medizintechnologie und speziell der Molekularen Bildgebung hervorragend ausgestattet und spielt wissenschaftlich in der ersten Liga – und ist daher für Dr. Büsing ein interessanter Partner für den wissenschaftlichen Austausch auf Augenhöhe. Am Rambam Medical Center wird die Radiologin eine Studie zur Diagnostik des Magenkarzinoms mittels PET-CT begleiten, bei der ein neues Nuklid eingesetzt wird.

„Die Zusammenarbeit zwischen unserem Institut und dem Rambam Medical Center, speziell mit Frau Professor Ora Israel, ist gelebte Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Mannheim und der Stadt Haifa. Für uns bedeutet die Kooperation außerdem eine Investition in die Zukunft, weil führende medizinische Institutionen voneinander lernen können“, so Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin.

Das Mannheimer Institut besitzt seit einem guten Jahr ein PET-CT der neuesten Generation. Das PET-CT ist ein Hybridgerät, das die beiden bildgebenden Verfahren Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie vereint. Vorteil: Das Gerät liefert im Rahmen einer einzigen Untersuchung sowohl Informationen zu Stoffwechselfunktionen als auch zur Anatomie. Das PET-CT wird vorwiegend für die onkologische Diagnostik eingesetzt. Anhand des Fusionsbildes der PET- und CT-Daten können stoffwechselaktive Tumorherde exakt lokalisiert werden.

Der Darstellung der Stoffwechselaktivität von Organen und Geweben dient das nuklearmedizinische Verfahren der PET. Dabei wird dem Patienten eine künstlich hergestellte, schwach radioaktiv markierte Substanz (Radiopharmakon) verabreicht, die im Körper verstoffwechselt wird. Aus der zeitlichen und räumlichen Verteilung der Zerfallsereignisse im Körperinneren wird auf die Verteilung des Radiopharmakons geschlossen, ein direktes Maß für die Stoffwechselaktivität.

Als Nuklid wird am häufigsten ein radioaktives Fluor Isotop (18F) verwendet. Beim in Haifa verwendeten Nuklid handelt es sich um den Proliferations-Marker 18-F-Fluor-L-Thymidin, der in der Tumordiagnostik und speziell beim Magenkrebs eingesetzt wird. Zwar kann dieses Nuklid an der UMM derzeit noch nicht vor Ort hergestellt werden, es ist aber eine Option für die nahe Zukunft. Die Erfahrungen, die Dr. Büsing in Haifa sammeln wird, könnten den Weg weisen.



PD Dr. Karen-Anett Büsing
vor dem Mannheimer PET-CT.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat))


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(0123.txt)


Mit dem MIPH assoziierter Wissenschaftler erhält Humboldt Research Award

Förderung der Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Institut für Public Health / öffentlicher Vortrag des Preisträgers am 5. Oktober 2010

Mannheim, den 27. September 2010

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Professor Dr. Julian F. Thayer von der Ohio State University in Columbus (USA) mit dem Humboldt Research Award. Der 51-jährige Gesundheitspsychologe ist der weltweit führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der vagalen autonomen Regulation. Mit dem Forschungspreis unterstützt die Stiftung gezielt den Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Medizinischen Fakultät Mannheim. Der mit 60.000 Euro dotierte Forschungspreis soll dem Preisträger längere Forschungsaufenthalte in Mannheim ermöglichen.

Die Stiftung würdigt mit dem Preis das bisherige Gesamtschaffen des international anerkannten Wissenschaftlers in Forschung und Lehre. Professor Thayer ist Gesundheitspsychologe mit akademischen Graden in Psychologie (B.A., Bachelor of Art), Experimenteller Psychologie (M.A., Magister Artium) und Psychophysiologe (Ph.D., doctor philosophiae). In seinem Fachgebiet, der psychosomatischen Medizin und psychophysiologischen Forschung, gehört Professor Thayer zur wissenschaftlichen Elite seines Landes. Sein spezielles Interesse gilt der Regulation des durch den Nervus vagus repräsentierten Anteils des autonomen (vegetativen) Nervensystems - der vagalen autonomen Stimulation. In seiner konzeptionellen Arbeit hat Professor Thayer die Bedeutung der Messung der Herzfrequenzvariabilität als direktes Maß für die vagale Aktivität erkannt. Der Nervus vagus ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organe beteiligt.

„Professor Thayer teilt seit Jahren gemeinsame Forschungsinteressen mit dem Direktor des Mannheimer Instituts für Public Health, Professor Dr. med. Joachim E. Fischer. Dem MIPH ist er als assoziierter Wissenschaftler verbunden. Einer der gemeinsamen Forschungsbereiche befasst sich mit den biologischen Zusammenhängen bei der Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen durch chronischen Stress. Dabei untersuchen die Wissenschaftler die Rolle des parasympathischen Nervensystems, einer der drei Komponenten des vegetativen Nervensystems, welches die meisten inneren Organe sowie den Kreislauf steuert, ohne dass wir diese Aktivität bewusst beeinflussen können. Im Rahmen der Forschungsaufenthalte am MIPH wollen die Wissenschaftler den Langzeitverlauf der vagalen Regulation messen, indem sie die Herzfrequenzvariabilität untersuchen. Dabei wollen sie klären, ob die Herzfrequenzvariabilität, die mit dem Alter abnimmt, ein nützlicher Marker für das biologische Altern sein kann.

Ein weiteres gemeinsames Projekt beschäftigt sich mit dem Zusammenwirken des vegetativen Nervensystems mit dem Immunsystem. Hier untersuchen die Wissenschaftler beispielsweise die Rolle des Nervensystems bei der Entstehung von Entzündungen und dem Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen.

Ein öffentlicher Vortrag (in englischer Sprache) bildet den Auftakt der geplanten intensivierten Zusammenarbeit zwischen Professor Thayer und den Wissenschaftlern des MIPH. Am Dienstag, 5. Oktober 2010, von 16.00 bis 17.30 Uhr im Großen Hörsaal (Hörsaal 01, Haus 6, Ebene 4) der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wird der Gesundheitspsychologe die Besucher darüber aufklären, was das Herz dem Gehirn zu sagen hat und warum es Sinn macht, darauf zu hören („What the heart says to the brain (and vice versa) and why we should Listen“). Dabei wird Thayer unter anderem das von ihm entwickelte neuroviszerale Integrationsmodell erklären und die neuesten Erkenntnisse dazu darstellen, etwa aus dem Bereich der Neuro-Bildgebung oder der Regulation von physiologischen, emotionalen und kognitiven Prozessen.



Prof. Dr. Julian F. Thayer.

Der Humoldt Reserach Award...

ist ein mit 60.000 Euro dotierter Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forschern und verfolgt damit das Ziel, „das Wissen der Welt nach Deutschland zu bringen“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1953 hat die Stiftung damit ein internationales Netzwerk von über 24.000 Wissenschaftlern aufgebaut.
http://www.humboldt-foundation.de/


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0121.txt)


Medizinische Fakultät Mannheim feiert ihren Dies Academicus

Festakt mit Festvortrag des Nobelpreisträgers für Medizin Professor Dr. Harald zur Hausen

Mannheim, den 24. September 2010

Der Dies Academicus wird an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zur guten Tradition. Zum dritten Mal lädt die Fakultät ihre aktuellen und ehemaligen Mitglieder sowie Freunde, Förderer und Partner zum einem Festakt in die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ein. Am Freitag, 1. Oktober 2010, um 10 Uhr beginnt im Großen Hörsaal der UMM der akademische Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Trommelwirbel…

Ein offenes Ohr bei den rund 160 Gästen finden dann die Begrüßung durch den Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, und die Grußworte von Vertretern der Universität Heidelberg, der Stadt Mannheim und des Universitätsklinikums Mannheim. Die Universität wird von Professor Dr. Jochen Tröger vertreten, ehemals Prorektor für Medizin, später für Forschung und die Medizinischen Institutionen. Der „Seniorprofessor distinctus“ leitet als Rektoratsbeauftragter die Planungen für das Jubiläumsjahr der Universität, das am 23. Oktober beginnt – und nimmt sich trotzdem Zeit für den Dies Academicus der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Zwei Höhepunkte bereichern den akademischen Festtag der Fakultät: der Festvortrag des Nobelpreisträgers für Medizin 2008, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, und die Verleihung der Dr. Hans Martini-Medaille an den früheren Ministerialdirigenten aus dem Baden-Württembergischen Wissenschaftsministerium Hans-Jürgen Müller-Arens.

Der Festvortrag von Professor zur Hausen wird mit Spannung erwartet. Der Krebsforscher und langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hatte bereits in den 70er Jahren einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit humanen Papilloma-Viren und Gebärmutterhalskrebs vermutet – und rüttelte damit an einem medizinischen Dogma. Dass Viren tatsächlich Krebs auslösen können, konnte zur Hausen schließlich wissenschaftlich beweisen. Seine Forschung hat es auch ermöglicht, einen Impfstoff gegen den Gebärmutterhalskrebs, die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen, zu entwickeln. Professor zur Hausen wird in seinem Vortrag die „Perspektiven der Krebsprävention“ beleuchten.

Ministerialdirigent a.D. Hans-Jürgen Müller-Arens hat mehr als zehn Jahre die Abteilung „Hochschulen und Klinika“ im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geleitet, bis er sich vor rund einem Jahr in den Ruhestand verabschiedete. Für die Entwicklung der Mannheimer Medizinfakultät war diese Periode entscheidend. So hat Müller-Arens schon die Entwicklung begleitet, die zur Änderung des Universitätsklinika-Gesetzes im Jahr 2001 führte, nach dem das Mannheimer Klinikum offiziell die Bezeichnung Universitätsklinikum führen durfte und als fünftes Universitätsklinikum in Baden-Württemberg anerkannt wurde. Eine sicher ebenso wichtige Entwicklung war der Ausbau der Fakultät für klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät – verbunden mit der Einrichtung der Vorklinik und dem Aufbau des Modellstudiengangs MeReCuM. Und auch die neue Rahmenvereinbarung zwischen dem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät im Jahr 2008 ist eng mit dem Namen Müller-Arens verbunden. Die Vereinbarung schreibt eine stärkere Vertretung der Wissenschaft in den Leitungsgremien der Universitätsmedizin Mannheim sowie eine Verankerung des Wissenschaftsministeriums und der Universität Heidelberg im Aufsichtsrat der Klinikum Mannheim GmbH fest. Als Zeichen größter Wertschätzung und in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg verleiht die Fakultät Hans-Jürgen Müller-Arens nun ihre Dr. Hans Martini-Medaille.

Auch der Nachwuchs wird beim Dies Academicus bedacht. Wie auch in den vergangenen Jahren fördert das Universitätsklinikum Mannheim zehn Studierende seiner Fakultät, die sich durch herausragende Leistungen im Hauptstudium ausgezeichnet haben. Das Klinikum trägt für zwei Semester die Studiengebühren der jeweils Besten des dritten, vierten und fünften Studienjahres. Die Preise im Gegenwert von jeweils 1.000 Euro verleihen der Geschäftsbereichsleiter Personal und Logistik, Torsten Hintz, und Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter gemeinsam.

Das Programm des Dies Academicus endet wie es begonnen hat: mit einer atemberaubenden musikalischen Überraschung aus der Musikhochschule Mannheim. Das eindrucksvolle Rahmenprogramm verdankt die Fakultät der mannheim:congress GmbH.


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0120.txt)


Einmal mehr Spitzenplatz beim Staatsexamen!

Jubel bei den Mannheimer Studierenden der Medizin und ihrer Fakultät: Erneut Top-Ergebnisse beim Ersten Staatsexamen

Mannheim, den 14. September 2010

Die hohe Qualität der Medizinerausbildung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigt sich ein weiteres Mal: Beim Ersten Abschnitt des bundesweit einheitlichen Staatsexamens belegen die Mannheimer Medizinstudenten mit ihrem Ergebnis von 75,5 Prozent richtig beantworteter Fragen den Spitzenplatz. Gleichauf mit den Studierenden der Mannheimer Fakultät sind nur die Studierenden aus Jena – dicht gefolgt von den Studierenden der Heidelberger Medizinfakultät.

Das Besondere in Mannheim: Das Erste Staatsexamen (früher Physikum), bei dem die vorklinischen Fächer Anatomie, Biochemie, Physiologie und Psychologie geprüft werden, wird an der Mannheimer Medizinfakultät erst seit 2008 abgelegt. Hintergrund: Der vorklinische Teil des Medizinstudiums ist erst mit dem Aufbau des Modellstudiengangs MaReCuM (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) im Jahr 2006 an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingerichtet worden. Seitdem bestätigen die Ergebnisse der Studierenden konsequent das Konzept des Reformstudiengangs: Platz zwei beim ersten Staatsexamen im Jahr 2008, Platz vier 2009 und der Spitzenplatz in diesem Jahr.

„Die hervorragenden Ergebnisse unserer Studierenden im bundesweiten Vergleich machen uns stolz. Sie sind Anlass zur Freude und liefern darüber hinaus einen objektiven Nachweis, dass an der Medizinischen Fakultät Mannheim hervorragende Lehre in den vorklinischen Fächern erbracht wird“, so Professor Dr. Harald Klüter, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim.


Hochwertige Ausbildung
an der Medizinischen
Fakultät Mannheim

Ergebnisse des M1:
http://www.impp.de/IMPP2010/pdf/ErgMedM1H10.pdf


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Wie Nickelallergien entstehen…

Ehemalige Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim identifizieren körpereigene Erkennungsstrukturen für Nickel – Publikation in Fachzeitschrift „Nature Immunology“

Mannheim, den 16. August 2010

Einen wesentlichen Beitrag zur Entschlüsselung der allergiefördernden Eigenschaften von Nickel haben jetzt Wissenschaftler der Universität Gießen und der Medizinischen Fakultät Mannheim gemeinsam mit Kollegen aus Freiburg, Münster und München geleistet. Unter Federführung der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Matthias Goebeler und Dr. Marc Schmidt (Zentrum für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Justus-Liebig-Universität Gießen), die bis vor kurzem an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) tätig waren und dort einen großen Teil der der Publikation zugrunde liegenden Forschungsarbeit leisteten, konnte aufgeklärt werden, auf welche Weise Nickel eine Entzündung der Haut hervorruft, die einem sichtbaren Ekzem vorausgeht. Die Ergebnisse, die für innovative Prophylaxe- und Therapieansätze von Bedeutung sein können, wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Immunology“ veröffentlicht.

Allergien gehören zu den Erkrankungen, die weiter an Häufigkeit zunehmen. An der Haut äußern sich Allergien vielfach als Kontaktekzeme, die mit Juckreiz, Rötung und Schuppung einhergehen. Das mit Abstand häufigste Allergen ist Nickel: Allein in Europa reagieren nach aktuellen Schätzungen 65 Millionen Menschen allergisch auf dieses Metall, das in vielen Gegenständen des alltäglichen Lebens wie Modeschmuck, Uhren und Münzen enthalten ist. Bis heute aber sind die Mechanismen, die zur Entstehung von Kontaktekzemen auf Nickel führen, nur unzureichend verstanden.

Die Forscher konnten nun zeigen, dass Nickel einen Rezeptor der so genannten natürlichen Immunität aktiviert und so intrazelluläre Signalübertragungswege in Gang setzt, die zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen. In der Folge kann das spezifische Immunsystem aktiviert werden und über Vermittlung von T-Lymphozyten ein Ekzem entstehen.

Der jetzt identifizierte Rezeptor, toll-like receptor 4 (TLR4), wurde bereits 1998 entdeckt, ist aber bislang nur als Erkennungsstruktur für bestimmte von Bakterien freigesetzte entzündungsfördernde Substanzen, die so genannten Lipopolysaccharide, bekannt. Natürlicherweise spielt TLR4 eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von Bakterien und verhindert durch Aktivierung des angeborenen Immunsystems bei bakteriellen Infektionen deren übermäßige Vermehrung.

Die Forscher beobachteten erstmals, dass Nickel seine entzündungsfördernden Eigenschaften im Menschen entscheidend über TLR4 vermittelt, dass aber die Zielstruktur für Nickel eine andere ist als jene, die von bakteriellen Lipopolysacchariden benutzt wird. Diese Beobachtung könnte einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren Nicklallergie bedeuten, da es prinzipiell möglich erscheint, spezifische TLR4-Hemmstoffe zu entwickeln, welche die Aktivierung des Rezeptors durch Nickel blockieren, ohne damit die wichtige natürliche Abwehrfunktion von TLR4 bei bakteriellen Infektionen zu beeinträchtigen.

Überraschenderweise ergaben weiterführende Untersuchungen, dass nur humane TLR4-Rezeptoren, nicht aber solche aus der Maus, durch Nickel aktiviert werden, da dem entsprechenden Maus-Rezeptor die bindungsrelevanten Aminosäuren fehlen. Die Wissenschaftler vermuteten, dass dies eine Erklärung für die bislang mysteriöse Beobachtung sein könnte, dass Mäuse keine Nickelallergien entwickeln und es bisher nicht gelungen ist, ein experimentelles Mausmodell für diese häufigste aller Kontaktallergien zu etablieren.

Gemeinsam mit den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stefan Martin (Universitäts-Hautklinik Freiburg) und Prof. Dr. Marina Freudenberg (Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg) konnte jetzt erstmals ein Mausmodell etabliert werden, in dem Tiere, die anstelle des Maus-TLR4 den menschlichen TLR4-Rezeptor besitzen, eine allergische Reaktion auf Nickel entwickeln. Diese Daten belegen nicht nur, dass Beobachtungen aus Tiermodellen nur begrenzt auf die menschliche Situation übertragbar sind, sondern identifizieren mit Nickel das erste Allergen, das den immunologisch wichtigen TLR4-Rezeptor des angeborenen Immunsystems direkt aktivieren kann.

Die vorgestellten Daten liefern ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass Allergien im Wesentlichen fehlgeleitete Immunreaktionen darstellen. Die Forschungsarbeiten von Prof. Goebeler und Dr. Schmidt wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Baden-Württemberg Stiftung gefördert.


Publikation

Crucial role for human Toll-like receptor 4 in the development of contact allergy to nickel.
Schmidt M., Raghavan B., Müller V., Vogl T., Fejer G., Tchaptchet S., Keck S., Kalis C., Nielsen P., Galanos C., Roth J., Skerra A., Martin SF, Freudenberg M, Goebeler M.
Nature Immunology (im Druck); online erschienen am 15. August 2010 als „advance online publication“ [DOI: 10.1038/ni.1919]

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Medizinische Fakultät Mannheim feiert ihre frisch promovierten Ärzte

Promotionsfeier am 24. Juli 2010 in der Alten Aula der Universität Heidelberg

Mannheim, den 19. Juli 2010

Es ist ein erhebender Moment: Die insgesamt 155 in den vergangenen zwölf Monaten promovierten jungen Mediziner sind mit Doktorhüten geschmückt. Beim Einzug in die Alte Aula der Universität werden sie vom Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern, angeführt - ohne Doktorhut, aber dafür im feierlichen Talar.

Mit ihrer Promotionsfeier verabschiedet die Medizinische Fakultät Mannheim am kommenden Samstag, 24. Juli 2010, junge Menschen, die sie in den vergangenen Jahren ausgebildet hat und die ihr Studium seit dem Sommer 2009 erfolgreich mit ihrer Doktorarbeit abgeschlossen haben. Insgesamt 137 Ärzte haben ihr Medizinstudium mit der Promotion zum Dr. med. gekrönt, davon fünf „mit höchstem Lob“, also der Bestnote „summa cum laude“. Darüber hinaus hat die Fakultät 18 Akademiker mit einem naturwissenschaftlichen Studium zum Dr. sc. hum. (Doctor scientiarum humanarum) promoviert, von denen sieben mit „summa cum laude“ bewertet wurden. Die Frauen sind – wie auch im vergangenen Jahr – in der Überzahl: Es haben sich 91 Frauen und 64 Männer promoviert.

Die Promotionsfeier wird mit einem Grußwort des Prorektors der Universität Heidelberg, Professor Dr. Karlheinz Sonntag, eingeleitet. Nach der Begrüßung durch den Dekan wird der Promotionspreis des Vereins Kompetenzzentrum Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e.V. verliehen. Er geht in diesem Jahr an Dr. sc. hum. Daniel Schock-Kusch für seine Arbeit, in der er sich mit der Entwicklung neuer Substanzen zur Bestimmung der Nierenfunktion, von farbmarkierten Fruktosanen, befasst hat. Der junge Wissenschaftler ist am Zentrum für Medizinische Forschung der Fakultät tätig.

In dem sich anschließenden Festvortrag spricht Professor Dr. Philipp Ströbel, Leiter der Sektion Mikroskopische Anatomie und Histopathologie, über die Wechselwirkungen von Grundlagenforschung und Medizin im 21. Jahrhundert, unter dem Titel „Interesting times“. Und dann werden schließlich die Promotionsurkunden übergeben - ein Höhepunkt des Festaktes. Der Dekan wird dabei vom Prodekan für Forschung, Professor Dr. Frederik Wenz, unterstützt.

Fast schon in alter, auf jeden Fall in bewährter Tradition – nunmehr im sechsten Jahr – sorgt die Bigband des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Rottweil für den passenden musikalischen Rahmen. Insgesamt 30 Instrumentalisten und die beiden Sängerinnen Anne Bantle und Neele Gaus bieten unter der Leitung von Armin Gaus musikalische Unterhaltung vom Feinsten. Die Feier klingt mit einem Empfang in der Bel Etage der Universität aus.


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Lernen lernen – Theorien und Strategien eines lebenslangen Prozesses

Landesweiter Tag der Lehre der Medizinischen Fakultäten Mannheim und Heidelberg widmet sich dem gezielten Wissenszuwachs

Mannheim, den 23. Juni 2010

Ohne Fleiß kein Preis – das Lernen ist ein zentrales Thema für Studierende und daher auch Thema der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Lehrstätte für rund 1.400 Medizinstudierende. Die Fakultät hat aus diesem Grund das Thema Lernen in den Mittelpunkt ihres diesjährigen „Tag der Lehre“ gestellt, zu dem sie am 2. Juli 2010 vor allem Studierende und Lehrverantwortliche der Hochschulen in das Lehrgebäude „Alte Brauerei“ in Mannheim einlädt. Unter dem Titel „Lernen lernen – Theorien und Strategien eines lebenslangen Prozesses“ geht es bei der öffentlichen Veranstaltung um Lerntheorien, Lernmethoden und Lerninstrumente.

Das Thema Lernen kennt keine Alterbegrenzung. Lernen findet das ganze Leben lang statt. Manches lernen wir wie im Schlaf, andere Lernleistungen kosten uns viel Anstrengung und Disziplin. Gezielte Lernstrategien können da hilfreich sein. Das Lernen verändert sich außerdem mit dem Alter und dem Lebenskontext. So lernen Kinder anders als Erwachsene, und die Lernprozesse an Schule und Universität unterscheiden sich zum Teil erheblich. Junge Menschen, die von der Schule an die Universität wechseln, müssen daher ihre Lernmethoden überdenken und modifizieren.

Beim Tag der Lehre geben Experten am Vormittag Einblicke in die neurobiologische Forschung und in Methoden und Ergebnisse aus der Lernforschung. Am Nachmittag können Studierende in verschiedenen Workshops individuelle Strategien ausloten und neue Ansätze kennenlernen und ausprobieren.

Was das Thema Lernen anbelangt, will es die Fakultät beim Tag der Lehre nicht belassen: „Wir wollen den Studierenden das Thema Lernen in eigens dafür konzipierten Unterrichtsveranstaltungen gleich in den ersten Wochen ihres Studiums vermitteln und damit gezielt den Lernerfolg während der universitären Ausbildung fördern“, so Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereiches Studium und Lehrentwicklung.

Der Tag der Lehre an der Medizinischen Fakultät Mannheim bildet den landesweiten Tag der Lehre – Baden-Württemberg ab und ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Medizinischen Fakultäten Mannheim und Heidelberg. Im Rahmen der Veranstaltung werden auch die Baden-Württemberg-Zertifikate für Hochschuldidaktik in der Medizin verliehen.

Im Anschluss an den Tag der Lehre findet auf dem Hof der Alten Brauerei das studentische Sommerfest der Fakultät statt. Hier wird der begehrte „Goldene Apfel“ verliehen, ein Preis für besondere Verdienste in der Lehre. Für musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene Bands sowie das Orchester und der Chor der Fakultät.


Programm unter:
http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl.html


Kontakt:

Dr. Harald Fritz
Studiendekanat, Leiter des GB Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9735
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Zuckerhut meets Wasserturm

Gelebte Partnerschaft im Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahr: Symposium zur modernsten Bildgebung in der Medizin, Rio de Janeiro – Mannheim

Mannheim, den 22. Juni 2010

Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) lebt die Partnerschaft im „Deutsch-Brasilianischen Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation“ vor: Hochkarätige Radiologen aus Rio de Janeiro, der Stadt des Zuckerhuts, machen sich auf die Reise, um bei einem Symposium im Mannheimer Rosengarten, zu dem Professor Dr. med. Stefan Schönberg eingeladen hat, gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen aktuelle Entwicklungen und Erfolge im Bereich der bildgebenden Verfahren, der bildgestützten Therapie sowie der bildgebenden Medizintechnologie zu diskutieren. Professor Schönberg ist Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Lehrstuhlinhaber für die beiden entsprechenden Fachrichtungen. Das Team um Dr. Domingues und Prof. Gasparetto ist die führende Gruppe auf diesem Gebiet in gesamt Südamerika.

Eine präzise, hochauflösende Bildgebung mittels MRT bei hoher Feldstärke (Hochfeld-MRT), extrem hohe zeitliche Auflösung durch doppelte Röhren für Untersuchungen der Herzkranzgefäße (Dual Source CT), die molekulare Bildgebung, bei der stoffwechselaktive Krebsherde exakt im Körper lokalisiert werden können (PET-CT) – längst geht es bei der bildgebenden Diagnostik nicht mehr nur um die Abbildung anatomischer Details. Gerade in der Krebsdiagnostik benötigen Ärzte neben der Darstellung kleinster, versteckter Krebsherde auch einen Einblick in die Physiologie und den Stoffwechsel. Ohne die enorme Leistungsfähigkeit und ständig fortschreitenden Entwicklungen in den bildgebenden Diagnoseverfahren wäre beispielsweise die moderne Krebstherapie nicht denkbar. Und ohne die bildgestützte Therapie wären die Mediziner um eine wichtige Behandlungsstrategie ärmer im Kampf gegen den Krebs.

Bei dem zweitägigen Symposium am 25. und 26. Juni 2010 im Mannheimer Rosengarten, blicken Entwickler (Physiker und Ingenieure) und Anwender (Mediziner, Kliniker) im Schulterschluss in die Zukunft dieses ungemein wichtigen medizinischen Faches. So wie sie auch im Alltag gemeinsam an der Fortentwicklung der bildgebenden Verfahren arbeiten und damit für einen schnellen Transfer der technischen Entwicklung in die klinische Anwendung sorgen – zugunsten der Patienten.


Deutsch-Brasilianische Partnerschaft:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin,
Universitätsmedizin Mannheim (UMM)
Prof. Dr. med. Emerson Gasparetto
Department of Diagnostic Radiology, University of Rio de Janeiro
Dr. med. Romeu Côrtes Domingues
Clínica de Diagnóstico Por Imagem, Rio des Janeiro


Kontakt:

Dr. Andreas Fischer
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Defekter Signalweg führt zu Gefäßwucherungen im Gehirn

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 21. Juni 2010

Ein gestörter Signalweg in Endothelzellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden, führt zu Kavernomen, oftmals gefährlichen Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Dies veröffentlicht ein Forscherteam der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Untersuchungen klären die Ursache für eine der häufigsten Fehlbildungen des Menschen auf und weisen darüber hinaus darauf hin, dass Kavernome mit Medikamenten behandelt werden könnten, die das Gefäßwachstum hemmen.

Gutartige Gefäßfehlbildungen, sogenannte Kavernome, können in vielen Geweben des Körpers auftreten. Diese Fehlbildungen zeichnen sich durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße aus. Medizinische Bedeutung haben vor allem Kavernome im Gehirn, die sich bei etwa einem von zweihundert Menschen entwickeln. Im Gehirn bleiben die Wucherungen oft lange Zeit unbemerkt und werden typischerweise als Zufallsbefunde bei Kernspinuntersuchungen entdeckt. Wenn sie wachsen, machen sie sich meist durch unspezifische Symptome wie Kopfschmerz oder Schwindel bemerkbar. Dabei steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Daher werden Kavernome, die Symptome verursachen, nach Möglichkeit chirurgisch aus dem Gehirn entfernt.

In der gemeinsamen Abteilung "Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung" der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums untersuchen Wissenschaftler, wie sich Blut- und Lymphgefäße bei Tumorerkrankungen neu bilden. "Unsere aktuellen Ergebnisse zeigen, dass - ähnlich wie in Tumoren - überschüssiges und unkontrolliertes Gefäßwachstum zur Entstehung von Kavernomen führt", erklärt der Leiter der aktuellen Untersuchung, Dr. Andreas Fischer.

Bereits bekannt war, dass die Krankheit entsteht, wenn in den Endothelzellen, die alle Blutgefäße auskleiden, das Gen CCM1 ausfällt. Warum dies jedoch zu den charakteristischen Missbildungen führt, war bisher nicht geklärt. Das Forscherteam identifizierte nun gemeinsam mit Kollegen aus Essen und Greifswald, welche zentralen Signalwege in Endothelzellen durch den Verlust des CCM1-Gens beeinträchtigt werden. Um die beim Menschen auftretende Erkrankung besonders gut simulieren zu können, transplantierten die Wissenschaftler menschliche Endothelzellen mit ausgeschaltetem CCM1-Gen in Mäuse. Die transplantierten Zellen wuchsen daraufhin zu den typischen Gefäßwucherungen aus. So konnten die Experimente im Mausmodell an menschlichen Blutgefäß-Fehlbildungen durchgeführt werden. Daher lassen sich die Ergebnisse gut auf die Situation bei der Erkrankung des Menschen übertragen, so dass z.B. auch Medikamententests durchgeführt werden konnten.

In einem ersten Ansatz prüften die Forscher das Krebsmedikament Sorafenib, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt. Bei den transplantierten Mäusen führte die Substanz zu einem massiven Rückgang der Gefäßwucherung. "Wir wollen nun prüfen, ob wir mit einem Medikament aus der Krebsmedizin Kavernome im Gehirn auch ohne Operation behandeln können", erklärt Dr. Andreas Fischer die zukünftigen Ziele des Projekts.


Menschliche Blutgefäße im
experimentellen Mausmodell:
Ausschalten des CCM1-Gens
führt zu dem typischen,
unorganisierten Erscheinungsbild.

Aktuelle Publikation

Wüstehube J, Bartol A, Liebler SS, Brütsch R, Zhu Y, Felbor U, Sure U, Augustin HG, Fischer A:
Cerebral cavernous malformation protein CCM1 inhibits sprouting angiogenesis by activating DELTA-NOTCH signaling. Proc. Natl. Acad. Sci. USA; early online edition, June 21, 2010. DOI: 10.1073/pnas.1000132107


Kontakt:

Dr. Andreas Fischer
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
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68167 Mannheim
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Medizinstudium in Mannheim weiterhin spitze!

Hervorragende Empfehlung zum Studium an der Medizinischen Fakultät Mannheim

Mannheim, den 16. Juni 2010

Die Bewerbung um Studienplätze läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 15. Juli 2010 können sich junge Menschen mit Hochschulreife um einen Studienplatz bewerben. Doch vorher müssen zwei wichtige Entscheidungen getroffen werden. Zunächst die Entscheidung für ein Studienfach – beispielsweise Medizin. Ist die gefallen, stellt sich als nächstes die Frage, welches der richtige Studienort ist. Wichtige Hilfe bei der Einschätzung der Qualität der Ausbildung an einer Hochschule bietet das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das jedes Jahr im aktuellen ZEIT Studienführer veröffentlicht wird.

Nach den aktuellen, für das Jahr 2009 erhobenen Daten zum Medizinstudium im deutschsprachigen Raum nimmt die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beim Vergleich der Medizinerausbildung die Spitzenposition ein. Als einzige Medizinfakultät hat sie es bei allen fünf Kriteriengruppen in die Spitzengruppe der Bewertung geschafft. Beurteilt wurden: die allgemeine Studiensituation, die Betreuung der Studierenden, eine praxisnahe Ausbildung an konkreten Krankheitsfällen, das Ansehen, das die Fakultät in der Forschung genießt, sowie die Qualität der wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Bis zum vergangenen Jahr wurde beim CHE-Ranking die Qualität der Fachpublikationen über die so genannten Impact Factoren (IF) erfasst. Der Impact Factor einer Fachzeitschrift gibt Auskunft darüber, wie oft andere Publikationen Artikel aus dieser Zeitschrift zitieren. Je höher der Impact Factor einer Zeitschrift, desto höher das Ansehen, das diese in Wissenschaftskreisen genießt. In diesem Jahr ist erstmals die Qualität der Fachpublikationen einer Fakultät statt mittels der Impact Faktoren über die Zitationen erfasst worden. Die Anzahl von Zitationen einer Publikation gibt darüber Auskunft, wie oft jede einzelne wissenschaftliche Arbeit von anderen Wissenschaftlern in Fachveröffentlichungen zitiert wird und stellt damit eine differenziertere Bewertung dar. Diese differenziertere Betrachtung hat der Medizinischen Fakultät Mannheim dazu verholfen, sich deutlich von der zweitplazierten Ausbildungsstätte abzusetzen.

Die Medizinische Fakultät Mannheim ist eine der beiden Medizinfakultäten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit dem Wintersemester 2006/2007 bietet die Mannheimer Medizinfakultät mit ihrem innovativen MaReCuM-Modellstudiengang (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) den Studierenden eine besonders praxisnahe und naturwissenschaftlich orientierte Medizinerausbildung mit unterschiedlichen Qualifizierungswegen. Vier Masterstudiengänge, die leistungsstarke Studierende bereits während des Medizinstudiums absolvieren können, ergänzen die hochwertige Ausbildung.

CHE-Ranking

Das CHE-Ranking ist als Entscheidungshilfe für die Wahl von Studienfach und Hochschule gedacht. Neben Fakten zu Studium, Lehre und Ausstattung der Hochschulen spielen beim Ranking die Urteile der Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Fakultät eine wichtige Rolle. Ergänzt werden die Studentenurteile durch die Empfehlungen von Professoren zur Reputation einer Fakultät.

Daten von „Ranking Kompakt“ im Netz

Vergleich der Hochschulen / Fakultäten nach ausgewählten Kriterien:
http://ranking.zeit.de/che2010/de/rankingkompakt?esb=36&hstyp=1


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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Intraoperative Radiotherapie bei Brustkrebs: einmalige Bestrahlung ausreichend

Lancet-Publikation zu positiven Ergebnissen der TARGIT-Studie findet große Beachtung beim Jahreskongress der ASCO

Mannheim, den 11. Juni 2010

Die neuesten Ergebnisse der TARGIT-Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) zur Intraoperativen Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs sind jetzt im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert worden. Die Daten haben auch bei der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie, ASCO (American Society of Clinical Oncology), besondere Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, schließlich bestätigen die Langzeitdaten den Erfolg der schonenden Behandlung.

Bei der IORT wird noch während der Operation, nachdem der Tumor aus der Brust entfernt wurde, das Gewebe im Tumorbett einer einmaligen, relativ hoch dosierten und sehr gezielten Strahlentherapie unterzogen. Eventuell noch vorhandene Tumorzellen sollen damit abgetötet werden. Im Rahmen der weltweiten TARGIT-Studie untersuchen die Experten, ob die einmalige Behandlung die konservative Therapie ersetzen kann, bei der die operierte Brust über mehrere Wochen hinweg täglich von außen bestrahlt wird.

An der TARGIT-Studie haben bislang mehr als 2.200 Patientinnen an 28 Zentren in neun Ländern teilgenommen. Das Brustzentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat sich als zweites Zentrum weltweit an der Studie beteiligt und koordiniert die inzwischen sechs deutschen an der Studie teilnehmenden Zentren. Mehr als ein Viertel der im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen wurde an deutschen Zentren rekrutiert und dort therapiert.

Die Ergebnisse, die die Mannheimer Ärzte (Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, und Professor Dr. Marc Sütterlin, Direktor der Universitäts-Frauenklinik) mit der IORT erzielten, spiegeln die in „The Lancet“ publizierten Daten wider. Bei den im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen – ältere Frauen mit kleinen Tumoren in der Brust – trat nur in einem Prozent der Fälle innerhalb der ersten vier Jahre nach dem Eingriff am gleichen Ort erneut ein Tumor auf (Lokalrezidiv). Die Ergebnisse sind mit denen der Standard-Therapie – einer sechswöchigen Bestrahlung von außen – vergleichbar. Aufgrund der guten Behandlungsergebnisse erwarten die Ärzte, dass die Therapie für viele Patientinnen mit frühen Brustkrebsstadien langfristig deutlich schonender wird, eben wenn schon während der brusterhaltenden Operation einmalig bestrahlt werden kann.

Bei der IORT kommt ein von Carl Zeiss entwickeltes Bestrahlungssystem, das „Intrabeam“, zum Einsatz.

Aktuelle Publikation

Targeted intraoperative radiotherapy versus whole breast radiotherapy for breast cancer (TARGIT-A trial): an international, prospective, randomised, non-inferiority phase 3 trial

Dr Jayant S Vaidya PhD, David J Joseph MD, Jeffrey S Tobias FRCR, Max Bulsara PhD, Frederik Wenz MD, Christobel Saunders FRCS, Michael Alvarado MD, Henrik L Flyger MD, Samuele Massarut MD, Wolfgang Eiermann MD, Mohammed Keshtgar PhD, John Dewar FRCR, Uta Kraus-Tiefenbacher MD, Marc Sütterlin MD, Laura Esserman MD, Helle MR Holtveg MD, Mario Roncadin MD, Steffi Pigorsch MD, Marinos Metaxas PhD, Mary Falzon FRCPath, April Matthews BSc, Tammy Corica PGDPH, Norman R Williams PhD, Michael Baum FRCS

The Lancet, Published online june 5, 2010
DOI: doi:10.1016/S0140-6736(10)60837-9
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)60837-9/abstract


Kontakt:

Prof. Dr. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3530
E-Mail: frederik.wenz@umm.de

Kontakt:

Prof. Dr. Marc Sütterlin
Direktor der Frauenklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2286
E-Mail: marc.suetterlin@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Urologe der UMM überzeugt als Tumorforscher

Dr. Elmar Heinrich mit Wissenschaftspreis seiner Fachgesellschaft ausgezeichnet

Mannheim, den 11. Juni 2010

Zum wiederholten Mal geht der renommierte Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie an einen Urologen der Universitätsmedizin Mannheim (UMM): Dr. med. Elmar Heinrich, Oberarzt der Urologischen Universitätsklinik, wurde im Rahmen der 51. Jahrestagung der Fachgesellschaft, Mitte Mai dieses Jahres in Landau, mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der junge Forscher der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg teilt sich die Auszeichnung mit einer Tübinger Arbeitsgruppe.

Die Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie zeichnet mit dem Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis jeweils den besten wissenschaftlichen Beitrag ihrer jährlichen Tagung aus. Dr. Heinrich erhielt die besondere Anerkennung für eine Studie, in der er den Zusammenhang zwischen neuroendokrinen Wachstumsfakturen und einer Hormontherapie bei Patienten mit Prostatakarzinom erforschte. Im Rahmen der Studie konnte ein neuer Serummarker identifiziert werden, über den möglicherweise eine Vorhersage über das Fortschreiten der Tumorerkrankung - die Tumorprogression - unter einer Hormontherapie möglich ist. Ein solcher Tumormarker ist wichtig, um kontrollieren zu können, ob eine gewählte Hormontherapie bei dem Patienten anschlägt oder ob eventuell eine andere Therapiestrategie erfolgreicher sein könnte.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Zuletzt hatte Dr. Christian Bolenz, ein Kollege von Dr. Heinrich an der Urologischen Universitätsklinik, den Preis erhalten.


Dr. med. Elmar Heinrich

Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis

Professor Dr. med. Werner Staehler gilt als einer der Ärzte, die im letzten Jahrhundert dem Fachgebiet Urologie zu einer fachlichen Eigenständigkeit verholfen haben. Er war Gründungsmitglied der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie und Initiator und Ausrichter der ersten beiden Kongresse. Werner Staehler starb 1984. Die Mitglieder der Fachgesellschaft zeichnen mit dem Werner-Stehler-Preis die nach Inhalt und Präsentation besten wissenschaftlichen Beiträge der Tagung aus.


Kontakt:

Dr. med. Elmar Heinrich
Urologische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3245
E-Mail: elmar.heinrich@umm.de

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Innovationspreis der DEGRO für Forscherteam der UMM

Ausgezeichnetes Forschungsprojekt für eine zielgenaue Behandlung beweglicher Tumore

Mannheim, den 4. Juni 2010

Ein Forscherteam um Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz hat ein neues Verfahren zur bildgestützten Strahlentherapie entwickelt, mit dem im Körper bewegliche Tumore - beispielsweise Lungentumore während des Atmens - zielgenauer behandelt werden können. Das junge Forscherteam setzt sich aus Medizinern, Medizinphysikern, Informatikern und Experten im Bereich der Bildverarbeitung zusammen. Dr. Wertz selbst ist Medizinphysik-Experte an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).

Das erfolgreiche Forschungsprojekt ist mit dem Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) ausgezeichnet worden. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird Dr. Wertz und seinem Team am 3. Juni 2010, bei der Jahrestagung der DEGRO in Magdeburg verliehen.

Die Koppelung von Computertomograph (CT) für die Bildgebung und Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie ermöglicht es, direkt vor einer Strahlenbehandlung die Lage eines Tumors genau zu ermitteln. Auf dieser Basis kann heute die Bestrahlung exakt dreidimensional geplant werden. Erschwert wird diese sehr zielgenaue Planung jedoch, wenn Tumore nicht fest im Körper fixiert sind, sondern sich um einige Millimeter bewegen, etwa durch die Atmung oder den Herzschlag des Patienten. Um beispielsweise einen Patienten mit einem Lungentumor exakt strahlentherapeutisch behandeln zu können, muss dieser während der Bildgebung und der Strahlentherapie den Atem anhalten. Eine langsame Bildgebung ist hier der limitierende Faktor.

Fast alle Patienten, die an Lungentumoren leiden, können ihren Atem wenigstens 15 Sekunden anhalten. Das Mannheimer Forscherteam setzte sich daher das Ziel, ein Verfahren zu entwickeln, das eine Bildgebung am Linearbeschleuniger in diesem Zeitrahmen ermöglicht, damit auch Patienten mit atembeweglichen Tumoren vor der Strahlenbehandlung exakt positioniert werden können. Dafür verwendeten sie den simultanen Einsatz von niederenergetischer kV- (Kilovolt) und hochenergetischer MV- (Photonen-) Strahlung. Um mit dieser Methode eine gute Bildqualität zu erzielen, musste sowohl eine spezielle Softwarelösung als auch eine externe Synchronisationshardware entwickelt werden, damit Artefakte vermieden werden und eine Synchronisation hergestellt wird.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen hat zum Ziel geführt: Tatsächlich ist es den jungen Wissenschaftlern gemeinsam gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das die Basis für eine ultraschnelle Volumenbildgebung an Linearbeschleunigern bildet. Mit der neu entwickelten Technik ist es weltweit erstmals möglich, bei gleichzeitiger, kontinuierlicher kV- und MV-Bild-Akquisition Artefakt-freie Projektionen zu erhalten, die für eine schnelle und qualitativ hochwertige Bildgebung zwingend sind.


Mit dem Innovationspreis
der DEGRO ausgezeichnet:
Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz


Kontakt:

Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Medizinische Physik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1179
E-Mail: hansjoerg.wertz@umm.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0107.txt)


Zebrafisch verrät, wie Blutgefäße entstehen

Aufklärung eines neuen Signalwegs bei der Entstehung von Blutgefäßen unterstreicht die Bedeutung des Zebrafischs als Modellsystem in der medizinischen Grundlagenforschung

Mannheim, den 1. Juni 2010

In einer aktuellen Publikation der wissenschaftlichen Zeitschrift Circulation Research beschreiben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und der Universität Freiburg einen neuen Signalweg, über den die Bildung von Blutgefäßen während der Entwicklung des Zebrafischs gesteuert werden kann. Privatdozent Dr. Jens Kroll, Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim, konnte mit seinem Team in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe des Freiburger Entwicklungsbiologen Professor Dr. Wolfgang Driever einen neuen molekularen Schalter (ELMO1) identifizieren, der die kleine GTPase Rac1 in der Blutgefäßbildung reguliert. Darüber hinaus konnten sie aufdecken, wie dieser Schalter in Gefäßzellen (in der Zellkultur) aktiviert wird und seine Funktion in der Entwicklung der Blutgefäße im Zebrafisch ermitteln.

In den letzten Jahren hat der Zebrafisch (Danio rerio) als Modellorganismus zur Erforschung der Entwicklung und Funktion des Blutgefäßsystems eine wichtige Bedeutung erfahren. Die Gründe für diese Entwicklung stehen in direktem Zusammenhang mit einer Reihe von wichtigen Vorteilen, die das Zebrafischmodell gegenüber anderen Tiermodellen bietet.

So können Zebrafische ohne großen Aufwand in sehr großer Zahl gehalten werden, sie haben ein kurzes Generationsintervall und lassen sich daher rasch sehr stark vermehren. Darüber hinaus werden die Eier der Fische extern befruchtet und die Embryonen entwickeln sich sehr schnell. Da die Entwicklung außerhalb der Mutter stattfindet, sind die Embryonen darüber hinaus einfach zugänglich und können sehr leicht manipuliert werden. Der wichtigste Vorteil des Zebrafisches im Dienste der Wissenschaft ist jedoch zweifellos die Tatsache, dass er transparent ist. Der Zebrafisch stellt mit seinem quasi durchsichtigen Körper daher ein exzellentes Modell dar, um die Entwicklung der Blutgefäße am lebenden Organismus und in Echtzeit darzustellen.

Die Forschung am Zebrafisch hat Privatdozent Dr. Jens Kroll gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe im Jahr 2008 an der Medizinischen Fakultät Mannheim aufgebaut. Aufgrund der Vorteile und der Bedeutung des Zebrafischs für die Blutgefäßforschung sowie dank des wissenschaftlichen Engagements von Dr. Kroll wurde das Projekt im Jahr 2009 als „Serviceprojekt Z5“ in den Sonderforschungsbereich „Vascular Differentiation & Remodeling“ (SFB/TR23) integriert. Dem SFB/TR23 gehören die Universitäten Heidelberg mit den Medizinischen Fakultäten in Mannheim und in Heidelberg, die Universität Frankfurt sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) an. Die im Rahmen des SFB/TR23 geförderten Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit wichtigen Fragen der Blutgefäßforschung. Das Z5 Projekt unterstützt die wissenschaftlichen Arbeitsgruppen des Sonderforschungsbereichs bei spezifischen Fragestellungen bezüglich der Entwicklung, Differenzierung und Funktion des Blutgefäßsystems.


Embryo eines Zebrafischs -
das Blutgefäßsystem wird in
der Fluoreszenzmikroskopie
durch endogen exprimiertes
„green fluorescent protein“
(GFP) sichtbar gemacht.

Aktuelle Publikation

The Rac1 Regulator ELMO Controls Vascular Morphogenesis in Zebrafish
Daniel Epting, Björn Wendik, Katrin Bennewitz, Christian T. Dietz, Wolfgang Driever and Jens Kroll
Circulation Research, published May 13, 2010
http://circres.ahajournals.org/onlinefirst.shtml

Informationen zum SFB/TR23

http://www.transregio23.de


Kontakt:

Priv.-Doz. Dr. Jens Kroll
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9965
E-Mail: jens.kroll@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Sanfte Behandlung kuscheliger Lieblinge

Teddybär-Krankenhaus öffnet am 8. und 9. Juni auf den Kapuzinerplanken, Sprechstunden von 9:00 bis 15:00 Uhr

Mannheim, den 31. Mai 2010

Anfang Juni ist es wieder soweit: Am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. Juni 2010, leisten Studenten der Medizinischen Fakultät Mannheim freiwilligen Dienst zugunsten erkrankter Teddybären und anderer Stofftiere oder Kuschelpuppen. Kinder im Alter von vier bis acht Jahren, aus den Kindergärten Mannheims und der Umgebung, haben sich zu den Sprechstunden angemeldet. Es sind aber alle Puppen- und Stofftiermütter und -väter gleich willkommen und herzlich eingeladen, auch spontan mit ihren Stoffgefährten die Sprechstunde aufzusuchen – ohne Anmeldung und auch ohne Versichertenkarte.

Nur ihren kleinen Liebling müssen die Puppenmuttis und -vatis mitbringen. Vor allem bei Verdacht auf eine Erkrankung, aber auch wenn sie Beschwerdefrei sind – denn auch die Vorsorge ist wichtig!

In dem mobilen Lazarett der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) auf den Planken geht es zu wie in der richtigen Klinik. Nachdem die Muttis und Vatis ihre Schutzbefohlenen bei der Sprechstundenhilfe angemeldet haben, müssen Sie erst einmal im Wartezimmer Platz nehmen, wo sie ein bisschen schmökern können. Oder sie besichtigen in der Zwischenzeit den Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) oder toben sich in der Hüpfburg aus. Wenn die kleinen Patienten an der Reihe sind, wird der Teddy-Doktor zunächst eine detaillierte Anamnese vornehmen: Was plagt denn den kleinen Kameraden? Und was kann dem zugrunde liegen? Hat sich der Stoffelefant vielleicht zu ausdauernd an der Schokolade gelabt, leidet der kleine Stoffkrake unter unentwirrbar verknoteten Armen oder hat sich die Giraffe etwa den Huf verknackst?

Anschließend werden die kleinen Patienten untersucht – abgehört oder abgeklopft, in das Stoffohr geleuchtet oder tief ins Glasauge geschaut. Der eine oder andere Patient muss geröntgt werden. Bei manch einem steht gar eine OP an. Das Teddybär-Krankenhaus ist dafür bestens ausgestattet, mit Verbandsraum, Röntgengerät und OP-Saal. Hier können die Kinder beobachten, wie ein Teddybär sorgsam in die Narkose versetzt und chirurgisch versorgt wird. Wenn notwendig, gibt es eine süße Medizin auf Rezept, das in der eigenen Apotheke des mobilen Klinikums gegen Essbares eingelöst werden kann.

Das Teddybär-Krankenhaus schlägt in Mannheim zum wiederholten Mal seine Zelte auf. Angehende Mediziner – Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim – kümmern sich hier liebevoll um die postulierten Wehwehchen und Blessuren der Kuscheltiere, die die jungen Eltern ihnen vortragen, und versuchen, den Puppeneltern die Sorgen um ihre Kameraden zu nehmen. Denn schließlich soll das Teddybär-Krankenhaus dazu dienen, den Kindern die Angst vor Arzt- und Krankenhausbesuch zu nehmen.


Die Stofftier-Mutti
ist zufrieden -
der kleine Liebling
ist gut verarztet

Infos zum Teddybär-Krankenhaus

http://www.teddybaer-krankenhaus.de


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0105.txt)


Einsatz für die Arzneimittelsicherheit in Europa

Europaweite Arzneimittel-Überwachung weiterhin mit Sachverstand aus Mannheim

Mannheim, den 28. Mai 2010

Auch nach seiner Emeritierung ist die Expertise des ehemaligen Direktors des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. med. Dr. h.c. Björn Lemmer, weiterhin gefragt. Gerade ist er vom Europäischen Parlament erneut für eine dreijährige Amtsperiode in den Aufsichtsrat der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency, EMA, London) gewählt worden. Professor Lemmer wurde erstmals 2007 vom Europäischen Parlament in das Management Board der EMA berufen.

Die EMA ist für die zentrale Zulassung von Arzneimitteln für alle 27 Länder der EU sowie der drei Länder der EFTA, der Europäischen Freihandelsassoziation, zuständig. Sie entspricht auf europäischer Ebene der Food and Drug Administration (FDA) in den USA.

Professor Lemmer ist eines von zwei Mitgliedern, die vom Europäischen Parlament in den Aufsichtsrat (Management Board) gewählt werden. Gemeinsam mit zwei von der Europäischen Kommission bestimmten Mitgliedern und jeweils einem Vertreter jeder nationalen Arzneimittelbehörde, bildet das Management Board die oberste Kontrollinstanz der EMA.

Die Europäische Arzneimittelbehörde koordiniert die wissenschaftliche Bewertung von medizinischen Produkten, Basis für die Entscheidung, ob ein Medikament für den europäischen Markt zugelassen wird. Dafür nutzt sie die wissenschaftlichen Ressourcen der über 40 nationalen Behörden in den 30 Ländern der EU und der EFTA, die sie in einem Netzwerk von über 4.500 Wissenschaftlern gebündelt hat. Kontinuierlich überwacht die Behörde außerdem die Arzneimittelsicherheit. Und sie fördert die Entwicklung von neuen medizinischen Produkten, indem sie die Forschung im pharmazeutischen Bereich stimuliert.


European Medicines Agency (EMA)

Die Europäische Arzneimittelbehörde überwacht die Arzneimittelsicherheit zum Wohl von Mensch und Tier.

Als dezentralisierte Körperschaft der Europäischen Union koordiniert sie die vorhandenen wissenschaftlichen Ressourcen, die die Mitgliedsstaaten für die Beurteilung und Überwachung medizinischer Produkte zur Verfügung stellen.

Die Behörde bietet den Mitgliedsstaaten und Institutionen der EU und der EFTA wissenschaftliche Beratung bei allen Fragen, die die Bewertung von Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte für Mensch und Tier betreffen.

Weitere Informationen unter: http://www.ema.europa.eu/


Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Björn Lemmer
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Maybacjstraße 14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9704
E-Mail: bjoern.lemmer@pharmtox.uni-heidelberg.de

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10,5 Millionen Euro für die Stammzellforschung

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neuen Sonderforschungsbereich in Heidelberg

Mannheim, den 20. Mai 2010

Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) zur Stammzellforschung an der Universität Heidelberg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Am 18. Mai 2010 ist die Bewilligung mit einem Fördervolumen von über 10,5 Mio. Euro auf vier Jahre bekanntgegeben worden.

Der SFB 873 trägt den Titel „Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen“ und umfasst 17 Teilprojekte und drei Nachwuchsgruppen. Diese Wissenschaftlerteams sind an den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim, am Institut für Zoologie und am Institut für Angewandte Mathematik der Universität Heidelberg sowie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt.

Koordiniert wird der SFB an der Medizinischen Fakultät Heidelberg; Sprecher ist Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, einem der größten Zentren für Stammzelltransplantationen in Deutschland. „Mit dem grundlagenorientierten SFB 873 wird die Stellung Heidelbergs als einem der führenden Stammzellforschungszentren in Deutschland gestärkt“, erklärt Professor Ho.

In den kommenden vier Jahren wird im Detail untersucht werden, welche grundlegenden Mechanismen den Selbsterhalt und die Differenzierung von Stammzellen steuern. Im Zentrum des SFB stehen die adulten Stammzellen. Obwohl adulte Stammzellen bereits vor mehr als 50 Jahren entdeckt und seitdem intensiv untersucht worden sind, sind fundamentale Regulationsmechanismen, die ihre Selbsterneuerung und Differenzierung bestimmen, nach wie vor ungeklärt.

Interdisziplinärer Ansatz mit Modellorganismen / neue Therapiekonzepte

Das Besondere an diesem SFB ist seine interdisziplinäre und breite thematische Ausrichtung mit einer Vielzahl von Modellorganismen, die weltweit einzigartig ist. Geplant sind vergleichende Untersuchungen der grundlegenden Mechanismen für Zellteilung und Differenzierung an evolutionsbiologisch relevanten Modellorganismen bei Pflanzen (Arabidopsis) und Tieren (Süßwasserpolyp Hydra, Fruchtfliege Drosophila, Fisch, Frosch, Maus). In einfachen Modellsystemen können die Prinzipien der Stammzellsteuerung entziffert und dann auf komplexere Lebensformen bis hin zum Menschen projiziert werden.

Der SFB zeichnet sich darüber hinaus durch die enge Verzahnung von Grundlagenwissenschaft und Klinik aus. Diese ermöglicht einen interdisziplinären Ansatz bei der Aufklärung zentraler Schlüsselelemente der Stammzellbiologie und eröffnet somit neue Wege zur Entwicklung künftiger Therapiekonzepte.

Projekte der Medizinischen Fakultät Mannheim

Drei Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät Mannheim sind an dem neuen Sonderforschungsbereich beteiligt, davon zwei im Schwerpunkt „Mechanismen der Stammzell-Selbsterneuerung“: Wissenschaftler um Professor Dr. Michael Boutros, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim und Leiter der Abteilung Signalwege und Funktionelle Genomik am Deutschen Krebsforschungszentrum, analysieren systematisch die Signalwege in menschlichen mesenchymalen Stammzellen. Die Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Dermatologe an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim, befasst sich mit der Erzeugung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS) durch Reprogrammierung menschlicher Hautzellen und untersucht deren Potenzial als Hautersatz.

Im Schwerpunkt „Zell-Zell-Interaktion in der Stammzellnische“ erforscht die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Hellmut Augustin, Inhaber des Lehrstuhls für Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese an der Medizinischen Fakultät Mannheim und Leiter der Abteilung Vaskuläre Onkologie und Metastasierung am Deutschen Krebsforschungszentrum, die Rolle des Angiopoietin/Tie-Systems, eines Rezeptor-Liganden-Tyrosinkinase-Systems, in der Regulation der Stammzellnische.


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(0103.txt)


Das molekulare Netzwerk der „Todesrezeptoren“ auf dem Prüfstand

Forschungsprojekt zu Apoptose-Signalnetzwerken von der Universität Heidelberg aus koordiniert

Mannheim, den 17. Mai 2010

Im Rahmen einer EU-weiten Initiative zur Systembiologie wird von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg das internationale ApoNET Forschungsprojekt koordiniert, das mit modernen Genom-Sequenziermethoden und Computermodellen zu einem besseren Verständnis von Apoptose-Netzwerken in Leberzellen beitragen soll. Das Projekt wird im Rahmen des EraSysBio+ Programms mit 1.7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Europäischen Kommission gefördert.

Professor Dr. Michael Boutros, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Leiter der Abteilung Signalwege und Funktionelle Genomik am Deutschen Krebsforschungszentrum, koordiniert das interdisziplinäre EU-Konsortium ApoNET. Projektpartner sind Professor Dr. Rainer Spang (Universität Regensburg) und Professor Dr. Henning Walczak (Imperial College London, UK).

Neuartige Krebstherapien sind darauf ausgerichtet, gezielt den Zelltod von Krebszellen herbeizuführen ohne normale Zellen zu zerstören. Einige Krebsarten sind jedoch häufig resistent gegenüber diesen Therapien, weil die Krebszellen den programmierten Zelltod (Apoptose) nicht einleiten können. Die Apoptose ist eine Art Selbstmordprogramm, das die betroffenen Zellen aktiv und streng kontrolliert durchführen. In diesem Prozess spielen die so genannten „Todesrezeptoren“ eine entscheidende Rolle.

Eine weltweit besonders häufig vorkommende Krebsart ist der Leberzellkrebs. Die Behandlung der Erkrankung scheitert oft an einem blockierten Apoptose-Signalweg. Um effektive Therapien für Leberzellkrebs entwickeln zu können ist es wichtig zu verstehen, wie die Apoptose-Signalnetzwerke in normalen Leberzellen reguliert und in Krebszellen dereguliert sind.

Das ERASysBio+ Konsortium um Professor Boutros hat sich zum Ziel gesetzt die Funktion der Signalnetzwerke von „Todesrezeptoren“ bei Leberzellkrebs systematisch zu analysieren. Die interdisziplinären Arbeiten im Konsortium laufen dabei eng mit den Projektpartnern Professor Spang und Professor Walczak zusammen. Das transnationale Projekt zielt darauf ab, das grundlegende biologische System zu verstehen, welches die Signale in normalen gegenüber veränderten Leberzellen steuert, und damit Vorhersagen in dem System möglich zu machen.

Basierend auf den experimentellen Hochdurchsatz Sequenzierungs-Daten, die die Arbeitsgruppen von Professor Boutros und Professor Walczak erarbeiten, wird die Gruppe um Professor Spang Computer-basierte Modelle generieren, um die kritischen Punkte in der Regulation dieser Signalwege zu finden. Diese statistischen Modelle werden die Wissenschaftler nutzen, um die Aktivitäten dieser Signalwege in Leberzellen zu rekonstruieren und mögliche neue Angriffspunkte für Therapien zu finden.

Zusätzlich zu neuen Erkenntnissen in der Signalweiterleitung durch „Todesrezeptoren“ in normalen und veränderten Zellen auf der Systemebene erwarten die Wissenschaftler, dass die Studie auch zu neuen Einsichten der prinzipiellen Mechanismen in der Tumorentstehung und der Therapie von resistenten Tumoren führt.


Fluoreszenz-gefärbte Leberkrebszellen
[blau: Zellkerne, grün: Zytoskelett
(Aktin), rot: Zytoskelett an den
Verbindungen zwischen den Zellen
(Färbung mit Phalloidin)]

ERA-NET ERASysBio+

ERA-Net ERASysBio+ ist ein Programm, das gezielt die Anwendung systembiologischer Forschungsansätze in der Biomedizin von EU-Partnerländern fördert. Ziel ist es, transnationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der aufstrebenden interdisziplinären Wissenschaft der Systembiologie zu etablieren.

ERA steht für "European Research Area" und damit für die Koordinierung von Forschungs- oder technologischen Entwicklungstätigkeiten in Europa und auf nationalen Ebenen.

Informationen zum Projekt ApoNET des Programms ERASysBio+

http://www.erasysbio.net/index.php?index=273

Kick-Off Meeting der transnationalen Forschungsprojekte ERASysBio+

am 17. und 18. Mai 2010 in Paris


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Michael Boutros
Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Universitätsmedizin Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9650
E-Mail: michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de; m.boutros@dkfz.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0101.txt)


Doppelte Auszeichnung für exzellente Radiologen

Deutsche Röntgengesellschaft zeichnet gleich zwei Radiologen der Universitätsmedizin Mannheim mit hochrangigen Preisen aus

Mannheim, den 13. Mai 2010

Mit Professor Dr. med. Christian Fink und Privatdozent Dr. med. Henrik J. Michaely werden gleich zwei Ärzte des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) mit hochrangigen Preisen ausgezeichnet. Christian Fink wird in diesem Jahr den Röntgenring erhalten, Henrik Michaely wird mit dem Walter-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Beides sind renommierte Preise der Deutschen Röntgengesellschaft, die im Rahmen des 91. Deutschen Röntgenkongresses, der vom 12. bis 15. Mai 2010 in Berlin stattfindet, verliehen werden.

Professor Dr. Christian Fink wird der seit diesem Jahr zu Ehren Wilhelm Conrad Röntgens umbenannte Röntgenring verliehen. Der Preis wurde bislang als Holthusenring seit 1955 jährlich an junge Wissenschaftler im Bereich der Radiologie vergeben. Den Kriterien für die Vergabe des Röntgenrings entsprechend muss sich der Preisträger bereits im Alter von unter 40 Jahren durch exzellente wissenschaftliche Arbeiten und Vorträge einen Ruf auf nationaler und internationaler Ebene erworben haben.

Professor Fink ist Geschäftsführender Oberarzt und stellvertretender Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. Der 38-jährige Radiologe vertritt damit Professor Dr. Stefan Schönberg, der seit 2006 übrigens selbst Träger des Holthusenrings ist.

Als Leiter des Geschäftsfeldes Kardiothorakale Diagnostik des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) liegen die klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte von Professor Fink in der radiologischen Diagnostik im Bereich des Brustkorbs – der Organe, wie Herz und Lunge, und des Gefäßsystems. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich darauf, die kardiothorakale Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) für die nicht-invasive Diagnostik der koronaren Herzkrankheit und von Lungenerkrankungen fortlaufend zu verbessern, sowie auf den Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Verbesserung der Diagnostik des Lungenkarzinoms. In diesem Feld ist er auch als radiologischer Experte Mitglied des Vorstands der „Lung Cancer Group“ der European Organization für Research and Treatment of Cancer (EORTC).

Für alle genannten bildgebenden Verfahren liegen Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Professor Fink in der fortlaufenden Optimierung der Untersuchungstechnik, etwa mit dem Ziel, die Strahlenbelastung für Patienten in der CT zu reduzieren oder alternativ die strahlenfreie MRT zur Diagnostik von Lungenentzündungen bei Patienten mit Leukämie einzusetzen. Diese Projekte werden durch das Bundesamt für Strahlenschutz und die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. gefördert.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des jungen Radiologen sind in über 100 Originalarbeiten und Übersichtsartikeln in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Expertise ist er Gutachter und Mitherausgeber internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften sowie Gutachter nationaler und internationaler Forschungsgesellschaften, wie des Schweizer Nationalfonds.

Den Walter-Friedrich-Preis, mit dem PD Dr. Henrik J. Michaely ausgezeichnet wird, vergibt die Fachgesellschaft an Radiologen, die nicht älter als 40 Jahre sind und herausragende wissenschaftliche Arbeiten in der Radiologie erbracht haben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Henrik J. Michaely erhält die Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen seiner Habilitation, die er 2008 an der Medizinischen Fakultät Mannheim erlangte. Dabei befasste sich der heute 34-jährige Radiologe mit der hochaufgelösten dreidimensionalen Darstellung der Gefäße der Nieren mittels der MR-Angiographie unter Verwendung kleinster Mengen an Kontrastmittel bei 3 Tesla sowie mit der Darstellung und Messung der Nierenfunktion mittels funktioneller MR-Bildgebung.

Dr. Michaely ist Oberarzt am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Leiter des Geschäftsfeldes Abdominelle und Vaskuläre Bildgebung. Dieser Funktionsbereich widmet sich insbesondere der Erkennung von Erkrankungen von transplantierten Nieren sowie der schonenden und schnellen Bildgebung der Gefäße mit neuesten MR-Methoden. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Radiologen liegen im Bereich der schnellen kardiovaskulären (Herz und Gefäßsystem betreffend) und funktionellen Magnetresonanz- und Computertomographie, insbesondere unter Einsatz neuer Technologien.

PD Dr. Michaely war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Seine umfangreichen wissenschaftlichen Ergebnisse auf dem Gebiet der MR-Angioraphie und der funktionellen MRT der Nieren sind in mehr als 70 nationalen und internationalen Publikationen und etlichen Buchbeiträgen veröffentlicht. Er ist als Gutachter für zahlreiche internationale Fachzeitschriften tätig, bei zwei internationalen Fachzeitschriften wirkt er als Herausgeber mit.

Auch der Walter-Friedrich-Preis ist schon einmal an einen Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vergeben worden: Professor Dr. rer. nat. Lothar R. Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin, wurde 1995 damit ausgezeichnet.



Die beiden Preisträger:
PD Dr. med. Henrik J. Michaely (li.) und
Prof. Dr. med. Christian Fink (re.)



PD Dr. med. Henrik J. Michaely



Prof. Dr. med. Christian Fink


Kontakt:

Prof. Dr. med. Christian Fink
Geschäftsführender Oberarzt, Leiter des Geschäftsfelds Kardiothorakale Bildgebung
PD Dr. med. Jenrik J. Michaely
Oberarzt, Leiter des Geschäftsfelds Abdominelle und Vaskuläre Bildgebung
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
E-Mail: christian.fink@umm.de; henrik.michaely@umm.de

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Rückenwind bei der Erforschung der diabetischen Netzhauterkrankung

Forschungsvorhaben der Medizinischen Fakultät Mannheim erhält Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft

Mannheim, den 12. Mai 2010

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft unterstützt die Forschung einer Arbeitsgruppe der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zur diabetischen Retinopathie, einer Erkrankung der Netzhaut als Folge des Diabetes, mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung 2010. Der mit 25.000 Euro dotierte Förderpreis wird dem Leiter der Arbeitsgruppe, Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Inhaber einer C3-Professur für Innere Medizin und Endokrinologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, am 13. Mai 2010 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Stuttgart verliehen.

Die diabetische Retinopathie ist eine Folge von Durchblutungsstörungen der Netzhaut, die zu einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und bis hin zur Erblindung führen kann. In den ersten 10 bis 15 Jahren ihrer Erkrankung sind etwa zwei Drittel aller Diabetiker von dieser Folgeerkrankung betroffen. In Europa ist die diabetische Netzhauterkrankung die häufigste Ursache für Erblindungen im Erwachsenenalter. Eine Heilung dieser Erkrankung ist bisher nicht möglich.

Schuld an der diabetischen Retinopathie ist die chronische Überzuckerung beim Diabetes. Über die Veränderung biochemischer Vorgänge im Körper kann die Überzuckerung zu Schäden an den kleinsten Gefäßen der Netzhaut, den Retinakapillaren, führen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Rückbildung von Blutgefäßen infolge des Verlusts von Perizyten – Zellen an der Außenwand der Kapillaren, die deren Struktur stabilisieren. Dadurch geht ein Teil der Gefäße, die die Netzhaut versorgen, zugrunde. Andere Gefäße werden durch eine Störung der Blut-Retina-Schranke für Blut und Blutbestandteile durchlässig, was zu Blutungen und schließlich zu Gefäßwucherungen führt.

Die Arbeitsgruppe von Professor Hammes befasst sich mit der Rolle der so genannten Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie. Gliazellen sind – neben den Neuronen - Zellen des Nervensystems, die Mikrogliazellen eine der drei Gruppen von Gliazellen. Mikrogliazellen sind die pathologischen Sensoren des Gehirns. Sie sorgen für eine aktive Immunabwehr im Zentralen Nervensystem. Die Aktivierung der Mikroglia im Gehirn ist mit einer Reihe von entzündlichen Erkrankungen assoziiert. In der Netzhaut finden sich Mikrogliazellen in der Nähe von Gefäßen. Sie könnten wichtige Aspekte der krankhaften Veränderungen im Rahmen einer Retinopathie erklären, wie experimentelle Studien zeigen.

Die Rolle der Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie ist bislang nur unzureichend charakterisiert. Im Rahmen des geförderten Projektes untersuchen die Wissenschaftler die Aktivierung von Mikrogliazellen im Modell der frühen diabetischen Retinopathie sowie deren Interaktion mit Gefäßwandzellen - vor allem Perizyten. Und sie versuchen die Mechanismen zu identifizieren, die zur Rückbildung des Blutgefäßsystems beitragen.

Mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung unterstützt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft aussichtsreiche Projekte von Arbeitsgruppen mit einer international ausgewiesenen Expertise in der klinischen oder experimentellen Diabetologie.



Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes


Kontakt:

Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Professur für Innere Medizin und Endokrinologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
E-Mail: hans-peter.hammes@umm.de

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(0099.txt)


Hella Bühler-Preis für den Dermatologen Jochen Utikal

Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 30. April vergeben

Mannheim, den 26. April 2010

Der mit 100.000 Euro dotierte Hella Bühler-Preis 2010 geht an Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Dermatologe an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Die zum fünften Mal vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscher der Ruperto Carola, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Mit dem Preisgeld werden Dr. Utikals Arbeiten zu pluripotenten Stammzellen gefördert. Festredner der Preisverleihung am 30. April 2010 ist Prof. Dr. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig), der über den „Ursprung des Menschen aus Sicht des Neandertals“ spricht.

Jochen Utikal (Jahrgang 1974) studierte Humanmedizin in Ulm und wurde dort 2001 mit einer Arbeit zum Hautkrebs promoviert. Von 2002 bis 2006 war er Assistenzarzt an der Universitätsmedizin Mannheim. Als Postdoktorand forschte Dr. Utikal an der Harvard Medical School in Boston (USA) und habilitierte sich im Jahr 2009 an der Medizinischen Fakultät Mannheim für das Fach Dermatologie und Venerologie. Aktuell ist der Mediziner an der Universitäts-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim tätig. Mit seinen Forschungsarbeiten verfolgt Dr. Utikal das Ziel, Pigmentzellen der Haut in sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen umzuwandeln. Diese ähneln in ihren Eigenschaften embryonalen Stammzellen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie noch nicht auf eine bestimmte Zellart spezialisiert sind. Die Untersuchungen von Dr. Utikal sollen dazu beitragen, den bislang weitgehend unbekannten Mechanismus der Umwandlung aufzuklären und damit auch neue Erkenntnisse für die Tumorgenese zu gewinnen.

Der Forschungspreis wurde von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftet. Sie hat der Universität ihr Vermögen mit der Auflage vermacht, jährlich einen Preis für besondere wissenschaftliche Leistungen in der Krebsforschung zu vergeben. Den Festakt zur Verleihung des Hella Bühler-Preises 2010 eröffnet Prof. Dr. Karlheinz Sonntag, Prorektor der Universität Heidelberg. Nach dem Festvortrag von Prof. Pääbo wird Prof. Dr. Sergij Goerdt, Direktor der Universitäts-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim, die Laudatio auf den Preisträger halten. Dr. Utikal spricht in seinem Vortrag zum Thema „Vom Melanozyten zur pluripotenten Stammzelle“. Die Veranstaltung findet in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 15 Uhr.


Der Preisträger
Priv.-Doz. Dr. Jochen Utikal


Kontakt:

Dr. med. Jochen Utikal
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4461
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: jochen.utikal@umm.de

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IMI Europain – Forschung für eine bessere Behandlung des chronischen Schmerzes

CBTM der Medizinischen Fakultät Mannheim an neuartigem EU-Projekt beteiligt

Mannheim, den 21. April 2010

Wissenschaftler des Lehrstuhls für Neurophysiologie am Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) der Medizinischen Fakultät Mannheim beteiligen sich an dem großen, europaweiten Forschungsprojekt Europain (“Understanding chronic pain and improving its treatment”). Insgesamt 20 Partner aus Europa - führende universitäre und industrielle Wissenschaftler und Kliniker - forschen gemeinsam für ein besseres Verständnis der Mechanismen der Schmerzentstehung und für eine bessere Therapie chronischer Schmerzen.

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist eine von zwölf renommierten akademischen Einrichtungen, die sich mit acht Industrieunternehmen zu dem europäischen Netzwerk zusammengeschlossen haben. Mit vereinten Kräften und gebündelter Kompetenz arbeiten sie auf ein gemeinsames Ziel hin – die Lebensqualität von Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden, zu verbessern.

Jeder fünfte Erwachsene leidet an chronischen Schmerzen. Sie gehören zu den Hauptursachen für Langzeitarbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Trotz umfangreicher Forschungsprogramme biopharmazeutischer Firmen und universitärer Einrichtungen besteht nach wie vor ein Bedarf an effektiveren Therapiestrategien mit weniger Nebenwirkungen.

Das Projekt Europain hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Über diesen Zeitraum wird es von der Innovative Medicines Initiative (IMI) mit rund sechs Millionen Euro und vom europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie (EFPIA) mit rund 12,5 Millionen Euro in Sacheinlagen gefördert. Bei dem Projekt IMI Europain handelt es sich um eine neue Förderform der Public-Private-Partnership zwischen der pharmazeutischen Industrie und universitären Einrichtungen. Deren Ziel ist es, die Forschung für die Entwicklung besserer Medikamente voranzutreiben und sicherzustellen, dass Europa im biopharmazeutischen Sektor wettbewerbsfähig bleibt.

Das Forschungsprojekt Europain ist in acht konkret definierte „work packages“ gegliedert. Eines dieser Arbeitspakete wird von Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim, geleitet. Es trägt den Titel „Translational Pain Models in Humans“ und widmet sich dem neuropathischen Schmerz – meist chronischen Schmerzen, deren Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem zu finden sind.

Der Lehrstuhl ist darüber hinaus an drei weiteren Arbeitspaketen beteiligt. Eines davon befasst sich mit der Quantitativen Sensorischen Testung (QST), einem standardisierten Verfahren, das es erlaubt, die Schmerzsymptomatik umfassend zu analysieren und darüber auf die jeweils zugrunde liegenden biologischen Mechanismen zu schließen. Prof. Treede: „Mit Europain haben wir die Möglichkeit, das standardisierte QST-Protokoll des Deutschen Forschungsverbunds Neuropathischer Schmerz (DFNS) auf einer breiten Ebene in Europa zu positionieren und unsere Qualitätsrichtlinien zu etablieren.“


Partner des Europain Netzwerkes

Zwölf renommierte europäische Universitäten:

King’s College London (akademische Leitung), University College London, Imperial College London, University of Oxford, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Technische Universität München, Goethe Universität Frankfurt, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH / Ruhr-Universität Bochum, University Hospitals of Aarhus, Rigshospitalet Copenhagen, University of Southern Denmark

Acht europäische in der Schmerztherapie erfolgreiche Unternehmen:

AstraZeneca (Koordinator), Boehringer Ingelheim, Eli Lilly, Esteve, Pfizer, Sanofi-Aventis, UCB Pharma, SME Neuroscience Technologies in Barcelona

Die Innovative Medicines Initiative IMI

Die IMI ist eine einzigartige Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und dem europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations).
http://www.imi-europe.org

Eine übergeordnete Pressemitteilung zu diesem Thema finden Sie unter:
http://www.neuro.med.tu-muenchen.de/dfns/presse/pressemeldungen.html


Kontakt:

Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
Fax: 0621 / 383 - 9921
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Logistische Unterstützung der Fakultät: sicher – schnell – koordiniert

Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät Mannheim können eigenen Transportdienst für den Warentransport nutzen

Mannheim, den 20. April 2010

Ab sofort kann die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg den Transport von Waren, wie Arzneimitteln, Chemikalien oder Proben, ohne eigene Kosten von einem fakultätseigenen Transportdienst erledigen lassen. Diesen Service, der nicht nur die Logistik vereinfacht, sondern auch zur Sicherheit beim Transport beiträgt, verdankt die Fakultät der Unterstützung von insgesamt 36 Firmen der Region.

Die Firmen haben zusammengelegt und sorgen gemeinsam dafür, dass jeder Mitarbeiter der Fakultät den Transportdienst kostenlos nutzen kann. Mit ihren 60 Professoren und rund 500 vorwiegend wissenschaftlich tätigen Mitarbeitern hat die Fakultät einen hohen logistischen Bedarf. Schließlich sitzen die Wissenschaftler nicht im Elfenbeinturm, sondern pflegen aktiv den wissenschaftlichen Austausch sowohl untereinander als auch in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Institutionen.

So findet ein ständiger Fluss zwischen den eigenen Forschungslaboren an den unterschiedlichen Standorten statt, aber auch zwischen der Fakultät und Kooperationspartnern, wie der Universität Mannheim, der Hochschule Mannheim, der Heidelberger Schwesterfakultät und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ). Zum DKFZ besteht eine besonders enge Anbindung durch zwei so genannte Brückenprofessuren, die sowohl in der Medizinischen Fakultät Mannheim als auch im DKFZ verankert sind. Hinzu kommt der regelmäßige Austausch auch in Form von Material mit der eigenen Universität in Heidelberg und dem Wissenschaftsministerium in Stuttgart.

Der neu eingerichtete Transportdienst vermeidet die Nutzung von privaten Fahrzeugen und stellt einen fachgerechten Transport sicher. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Ford Transit Torneo, der speziell für den sicheren Transport auch von gefährlichen Waren ausgebaut wurde.

Als Gegenleistung für die Investition präsentieren sich sämtliche Sponsoren mit ihrer Werbebotschaft auf dem Fahrzeug. Das Projekt wurde von der Firma MOBIL Sport- und Öffentlichkeitswerbung GmbH & Co. KG abgewickelt.


Sponsoren

Brandschutz Bosslet, Hassloch; Pflegeteam Delphin, Mannheim; deutsche apotheker- und ärztebank, Filiale Mannheim; Dr. med. Joachim Grab, Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Mannheim; Maler Hauck, Heidelberg; Herbert Rhein-Neckar GmbH, Gebäudetechnik, Mannheim; Dr. med. Peter Hinz, Facharzt für Urologie, Mannheim; O. Hodzic Trockenbau, Plankstadt; HTS Haustechnischer Service GmbH, Ludwigshafen; Imtech - Best in technical performance; Kadel Installationen, Weinheim; Knörzer Rollladenbau, Mannheim; Konplan Ingenieur- und Softwarekompetenz, Mannheim; Dipl.-Ing. Wilhelm Krieger GmbH & Co KG, Systemhaus & Elektronik, Mannheim; Malerbetrieb Messner, Mannheim; Moser Bauspenglerei, Mannheim; MAMMOGRAPHIE SCREENING, Mannheim; MARUBA das Gasthaus, Mannheim; nowa GmbH Haustechnik, Mannheim; Oase Restaurant und Imbiß-Betriebs GmbH, Mannheim; Architekten Volker Praschtil & Roberto Salcedo, Heidelberg; Radiologie Zentrum Mannheim; RED-MAN Fliesen, Ludwigshafen; ROHRBACHER HOLZWERK-STÄTTE, Heidelberg; rossmanith fenster + fassade, Heidelberg; Gasthaus Schloss am Neckar, Mannheim-Seckenheim; Dr. med. Helga Schmid-Back, Fachärztin für Innere Medizin, Mannheim; Günther Schmitt GmbH, Gemüse, Obst, Molkereiprodukte, Fürth; Schreinerei im Quadrat, Mannheim; st objecteinrichtungen, Mannheim; terrachem Analysenlabor, Mannheim; Unvar & Bilgic, Bodenleger, Mannheim; Weinberg Elektrotechnik, Ketsch; Will Feinkost, Metzgerei u. Partyservice, Mannheim-Feudenheim; Bauingenieurbüro Otmar Zahnleiter, Mannheim; Zentrum für Humangenetik Mannheim


Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Hochleistungs-Sequenzierung treibt Forschung voran

Erstes Sequenziergerät der neuesten Generation der Universität Heidelberg

Mannheim, den 25. März 2010

Wissenschaftler des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg werden ab sofort in ihrer Forschung durch modernste Sequenzierungstechnik unterstützt. Die Mitarbeiter des im Herbst 2008 neu gegründeten Lehrstuhls beschäftigen sich unter der Leitung des Lehrstuhlinhabers Professor Dr. Michael Boutros mit der Analyse von Signalprozessen, die während der Entstehung von Krankheiten und auch bei der Entwicklung eines Organismus eine wichtige Rolle spielen.

Der Hochleistungs-Sequenzierer der neuesten Generation (SOLiD, Applied Biosystems/Life Technologies) ist das erste Gerät dieser Art an der Universität Heidelberg. Er ermöglicht die Entschlüsselung des Erbguts (Genom) in wenigen Tagen und wird von den Wissenschaftlern beispielsweise dafür eingesetzt, im menschlichen Genom krankheitsauslösende Mutationen ausfindig zu machen. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler mit Hilfe der Sequenzierungstechnologie neue Methoden für ihre Forschungsarbeit entwickeln.

Die Wissenschaftler am Lehrstuhl beschäftigen sich insbesondere mit der zellulären Übertragung von Informationen und deren Fehlleitung bei Krankheiten. Fortwährend erhalten Zellen aus ihrer Umgebung Reize, die ihr Verhalten bestimmen. In der Zelle lösen diese Reize Signale aus, die über so genannte Signalkaskaden in das Innere der Zelle weitergeleitet werden. Im Zellinneren löst das Signal eine Reaktion aus, wie beispielsweise die Teilung oder Differenzierung der Zelle. Die zelluläre Signalübertragung ist von entscheidender Bedeutung bei der Entstehung von Krebs, bei der Regulation von Stammzellen und vielen weiteren Prozessen. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie verwenden moderne genomische und bioinformatische Ansätze, um neue Signalfaktoren zu identifizieren und deren Funktion aufzuklären.

Ein wichtiger wissenschaftlicher Ansatz, Krankheiten zu verstehen und neue therapeutische Angriffspunkte zu finden liegt darin, die zelluläre Signalübertragung im normalen und erkrankten Gewebe zu vergleichen. Die Signale, die eine Zelle erhält, hinterlassen Spuren - auch Signaturen genannt - die sich mittels RNA-Sequenzierung erfassen lassen. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl nutzen die Hochleistungs-Sequenzierung um zu untersuchen, wie sich die Signaturen in Zellen durch die erhaltenen Signale ändern.

Der SOLiD Hochleistungs-Sequenzierer wurde als von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Gerät angeschafft. Er gehört zu den wichtigsten Sequenzier-Systemen auf dem derzeitigen Markt. Die damit entwickelten neuen Methoden werden als „Next Generation Sequencing“ (NGS) bezeichnet. Forscher weltweit setzen NGS-Technologien ein, um das Erbgut auf Fehler zu untersuchen.


Der SOLiD Hochleistungs-Sequenzierer am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Michael Boutros
Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Universitätsmedizin Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9650
E-Mail: michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de; m.boutros@dkfz.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für zwei Ärztinnen der UMM

Qualifizierte Wissenschaftlerinnen genießen Förderung durch Wissenschaftsministerium und Hochschule

Mannheim, den 22. März 2010

Mit Dr. med. Freia De Bock und Dr. med. (Univ. Debrecen) Dr. rer. nat. Judit Boda-Heggemann wurden in diesem Jahr gleich zwei Ärztinnen aus der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) für das mehrjährige Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ausgewählt. Margarete von Wrangell wurde 1923 als erste Frau ordentliche Professorin - „Ordinaria“ - an einer deutschen Universität. Mit dem nach ihr benannten Habilitationsprogramm fördert die Landesregierung Baden-Württemberg qualifizierte Frauen in der Wissenschaft. Ziel ist es, die Zahl der Professorinnen zu erhöhen.

Freia De Bock ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) und Ärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim. Bereits 2006 wurde sie für ihre Promotionsarbeit auf dem Gebiet der Neurophysiologie mit dem Dr. Wilma Moser-Preis der Medizinischen Fakultät Heidelberg ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt die Fakultät jährlich die jüngste Doktorandin, die ihre Doktorarbeit mit „summa cum laude“ abschließt. Nach zweieinhalbjähriger Facharztausbildung begann sie 2008 ihre Karriere als wissenschaftliche Projektleiterin am MIPH. Die junge Ärztin leitet eine große Studie mit über 1.000 Kindern, die Bewegungs- und Ernährungsprogramme in Kindergärten in Baden-Württemberg evaluiert. Freia De Bock erforscht dabei den Einfluss des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens auf Körperbau und andere gesundheitliche Parameter wie Schlafverhalten, aerobe Fitness und das vegetative Nervensystem der Kindergartenkinder. Ihr Habilitationsthema lautet „Bewegungsförderung im Kindergartenalter und Einflüsse des Bewegungsverhaltens auf anthropometrische und physiologische Gesundheitsparameter“.

Judit Boda-Heggemann arbeitet seit 2005 in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim und hat mehrere grundlegende Arbeiten zur bildgesteuerten Strahlentherapie veröffentlicht. Sie erhielt 2006 den Preis für klinisch-onkologische Forschung des Onkologischen Arbeitskreises Mannheim und 2007 den Hochpräzisionspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Die junge Wissenschaftlerin promovierte in Ungarn in Medizin und schloss am Deutschen Krebsforschungszentrum eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit ab. Parallel zur Facharztausbildung arbeitet Judit Boda-Heggemann an ihrem Habilitationsthema „Bildgeführte Strahlentherapie und Echtzeit-Bewegungsdetektion mittels Ultraschall-Bildgebung zur Präzisionserhöhung in der Strahlentherapie“.


Dr. med. Freia De Bock


Dr. med. (Univ. Debrecen) Dr. rer. nat.
Judit Boda-Heggemann


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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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Zwei Operationsverfahren im Wettstreit

DFG-geförderte multizentrische Klinische Studie ermittelt bestes Operationsverfahren beim Enddarm-Vorfall

Mannheim, den 12. März 2010

Ein interdisziplinäres Studienteam der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und des End- und Dickdarm-Zentrums Mannheim (EDZ) hat erfolgreich Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Durchführung der multizentrischen Studie DeloRes eingeworben. Ziel der Studie ist es, die auf lange Sicht erfolgreichste chirurgische Therapie beim Enddarm-Vorfall (Rektumprolaps Grad III) zu identifizieren. Dafür werden zwei unterschiedliche, etablierte Operationsverfahren und deren Erfolg über einen Zeitraum von fünf Jahren in 13 Studienzentren miteinander verglichen. Das Mannheimer Studienteam erhält rund 440.000 Euro für die ersten drei Jahre. Das gesamte Volumen des Antrages umfasst knapp eine Million Euro.

Ein Rektumprolaps Grad III liegt vor, wenn Anteile des Enddarms aus dem After hervortreten. Patienten mit einem fortgeschrittenen Enddarm-Vorfall fühlen sich in ihrem alltäglichen Leben stark eingeschränkt und leiden unter einem erheblichen Verlust an Lebensqualität - bis hin zur sozialen Isolation, bei der die Patienten jeglichen Kontakt zur Umwelt meiden.

Da sich die betroffenen älteren Patienten häufig schämen, über ihre Erkrankung zu reden, bleibt das Leiden oft unerkannt und wird nicht richtig behandelt. Darüber hinaus sind Hausärzte oftmals nicht ausreichend darüber informiert, wo die Patienten Hilfe erhalten können. Dieses Problem greift die DeloRes-Studie auf. Sie bietet Patienten und Ärzten Hilfe durch professionelle Beratung und Behandlung.

Im Rahmen der DeloRes-Studie werden ab Juni 2010 die beiden Operationsverfahren an 13 universitären und nicht-universitären Kliniken in Deutschland und der Schweiz verglichen. Bei der Operation nach Delorme erfolgt der Zugang über den Enddarmausgang, die so genannte Resektionsrektopexie wird minimal-invasiv durch die Bauchdecke ausgeführt.

Die erfolgreiche Einwerbung der Mittel zur Durchführung der DoloRes-Studie durch das Mannheimer Studienteam begründet sich unter anderem in der seit Jahren engen Kooperation der Chirurgen des Mannheimer Universitätsklinikums mit dem End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim im klinischen und wissenschaftlichen Bereich. Das Zentrum betreibt seit 1992 eine proktologische Abteilung in und mit der Chirurgischen Universitätsklinik. Jährlich werden hier etwa 2.000 Patienten mit Enddarmleiden behandelt. Weiterhin wichtig für die Durchführung der Studie ist die enge wissenschaftliche Kooperation mit Partnern aus Heidelberg: Professor Dr. Meinhard Kieser (Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik), Privatdozent Dr. Christoph M. Seiler (Leiter des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie) und Dr. Steffen Luntz (Leiter des Koordinierungszentrums Klinische Studien).



Das Studienteam
(v.l.n.r.) Dr. Andreas Joos (EDZ), Prof. Dr. Peter Kienle (UMM), Prof. Dr. Stefan Post (UMM), Prof. Dr. Alexander Herold (EDZ), Dr. Florian Herrle (UMM), PD Dr. Dieter G. Bussen (EDZ) sowie Dr. Simone Rothenhoefer (UMM; leider nicht auf dem Foto)


Kontakt für Ärzte und Angehörige

Dr. Florian Herrle

Tel. 0621 / 383-1501

E-Mail delores@umm.de


Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Post
Direktor der Chirurgischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2225
Fax: 0621 / 383 - 3809
E-Mail: chirurgie.mannheim@umm.de

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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0093.txt)


Medizin studieren in Mannheim – mehr als ein Medizinstudium

Vier Master-Studiengänge ergänzen das Studium im Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin

Mannheim, den 9. März 2010

Hochschulabsolventen mit einem einschlägigen akademischen Abschluss können sich mit einem zusätzlichen Master-Studium an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg neue Berufsfelder erschließen. Die international ausgerichteten, englischsprachigen Master-Studiengänge führen zu einem Master of Science (MSc.) in einem medizinnahen Fachbereich, etwa in der Gesundheitsökonomie, der Medizinischen Physik oder der Translationalen Forschung.

Die Masterstudiengänge sind in Modulen aufgebaut und entsprechen in dieser Struktur sowie durch die Vergabe von Credit Points (nach dem ECTS) den Vor¬gaben des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums. Hochschulabsolventen können die Module der Master-Studiengänge als Vollzeitstudium innerhalb eines Jahres absolvieren. Eine Ausnahme bildet der Master-Studiengang Biomedical Engineering, der über zwei Jahre geht. Alle Master-Studiengänge sind über vielfältige Kooperationen vernetzt.

Beim Master-Studiengang Medical Physics kooperiert die Fakultät mit Universitäten in London, Boston, Durham, Baltimore und Shanghai, mit denen ein systematischer Studentenaustausch stattfindet. Studierende der Medizin, aber auch Physiker, Biowissenschaftler, Informatiker oder Ingenieure werden interdisziplinär zu Medizinphysikern ausgebildet. Dabei werden Inhalte aus der Medizin, der Physik und der Technik vermittelt. Thematisch eng verwandt ist der zweijährige Master-Studiengang Biomedical Engineering. Dieser richtet sich vorwiegend an Absolventen eines dreijährigen Bachelor-Studiums in einem technischen Fach.

Der Master-Studiengang Health Economics vermittelt fundierte Kenntnisse der ökonomischen Theorie und über deren praktische Anwendung im Rahmen von gesundheitsökonomischen Evaluationen. Die Studierenden lernen, wirtschaftswissenschaftliche Theorien auf das Gesundheitswesen zu übertragen. Der Studiengang deckt ein breites Fächer- und Themenspektrum ab und bietet Anknüpfungspunkte zu benachbarten Fachgebieten wie Public Health, Gesundheitspolitik und Management.

Der Master-Studiengang Translational Medical Research ermöglicht den Studierenden einen strukturierten Einstieg in die medizinische Forschung und fördert damit systematisch die Ausbildung junger Wissenschaftler. Im Mittelpunkt stehen die Übertragung molekularwissenschaftlicher Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die klinische Diagnostik und Behandlung, ebenso wie die Rückführung klinischer Beobachtung in die Forschung (Translation). Im Rahmen von Wahlfachvertiefungen werden drei Forschungsschwerpunkte der Fakultät abgebildet: die Molekulare Onkologie, die Neurobiologie und die Vaskuläre Medizin.

Bundesweit einzigartig: Mannheimer Medizin-Studierende können im Rahmen des innovativen Modellstudiengangs nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM) bereits während ihres Studiums Module der Master-Studiengänge belegen und damit neben der ärztlichen Approbation einen Master of Science erwerben. Im Rahmen des MaReCuM-Studiums werden die Master-Studiengänge durch Stipendien finanziert. Als Vollzeitstudium sind sie kostenpflichtig.


Master-Studiengänge der Medizinischen Fakultät Mannheim

Health Economics

Medical Physics

Biomedical Engineering

Translational Medical Research


Kontakt:

Dr. Sigrid Wolter
Studiendekanat
Medizinische Fakultät Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9759
E-Mail: sigrid.wolter@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Graduiertenkolleg zur Vaskulären Medizin geht in die dritte Runde

Abschluss-Symposium mit den Absolventen der zweiten Förderperiode

Mannheim, den 5. März 2010

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelte, internationale Graduiertenkolleg „Vascular Medicine“ (GRK 880) für weitere drei Jahre und damit insgesamt über die maximal mögliche Förderdauer von neun Jahren. Damit geht das Projekt in die dritte Förderperiode.

Die zweite Förderperiode des Graduiertenkollegs findet ihren Abschluss in einem Symposium, zu dem die beiden Sprecher, Professor Dr. Hans-Peter Hammes (Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim) und Professor Dr. Han Moshage (Direktor des Groningen Institute of Drug Exploration), interessierte Wissenschaftler eingeladen haben. Bei dem heutigen Symposium stellen die elf Studierenden, die in den vergangenen drei Jahren gefördert wurden, in Vorträgen ihre Projekte dar. Auch der Projektpartner aus Groningen steuert Gastvorträge bei.

Die „Vaskuläre Medizin“ (Gefäßmedizin) ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim. Im Rahmen der Graduierten-Ausbildung ist das im Jahr 2004 gegründete Graduiertenkolleg ein zentrales Element dieses Schwerpunktes. Es basiert auf einer engen strategischen Zusammenarbeit mit Instituten der Rijksuniversiteit Groningen. Die gesammelte Expertise von Grundlagenforschern und Klinikern der beiden großen akademischen Institutionen, Universität Heidelberg (Medizinische Fakultät Mannheim) und Rijksuniversiteit Groningen, fließt in das internationale Gemeinschaftsprojekt ein, das auch durch die Niederländische Forschungsorganisation (NWO) gefördert wird.

Gemeinsame Forschungsvorhaben und die Ausbildung von angehenden Medizinern im Bereich der Vaskulären Medizin versprechen für die Zukunft Fortschritte in der Behandlung der großen Volkserkrankungen. Denn die Gefäße spielen eine wichtige Rolle beispielsweise bei Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Ziel des Ausbildungsprogramms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist es, klinisches Wissen und Grundlagenforschung im Bereich der Vaskulären Medizin zusammenzubringen. Wichtig ist auch die Vernetzung der Graduiertenstudenten mit medizinischem und lebenswissenschaftlichem Hintergrund. Durch die Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen ist es darüber hinaus erstmals für die Mannheimer Mediziner möglich, den internationalen Abschluss PhD, der dem deutschen Doktor in englischsprachigen Ländern entspricht, zu erreichen. Derzeit befinden sind drei Graduierte mit diesem Ziel in Groningen.

Im Zentrum der dritten Förderperiode des Graduiertenkollegs steht die „vaskuläre Schädigung“. Insgesamt 16 neue Projekte, davon drei Kooperationen zwischen verschiedenen Forschergruppen der Universität Heidelberg, befassen sich beispielsweise mit diabetischen Gefäßerkrankungen, entzündlichen Gefäßerkrankungen sowie dem normalen und krankhaften Wachstum kleiner Blutgefäße.

Gemeinsam mit dem TransRegio-Sonderforschungsbereich 23 “Vascular Differentiation and Remodeling“, der sich mit der Gefäßbiologischen Forschung befasst, ist das Graduiertenkolleg „Vaskuläre Medizin“ eine der wichtigen Aktivitäten für Graduiertenstudierende der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie bieten Doktoranden die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen.


Programm zum Abschluss-Symposium Vaskuläre Medizin: Download


Kontakt:

Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Sektionsleiter Endokrinologie
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
Fax: 0621 / 383 - 3804
E-Mail: hans-peter.hammes@med5.ma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0090.txt)


Schonender Einblick in den Ionen-Haushalt lebender Zellen

Gleichzeitige Darstellung von Protonen, Natrium und Chlorid in der lebenden Zelle verspricht neue Erkenntnisse zu verschiedenen Erkrankungen

Mannheim, den 16. Februar 2010

Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, die Verteilung der für die Funktion von Zellen wichtigen Ionen Natrium und Chlorid in einer einzigen Untersuchung mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) im lebenden Organismus bildlich darzustellen. Natrium und Chlorid regulieren den Flüssigkeitsstrom zwischen Zellen und damit die Gewebespannung, den osmotischen Druck, im Organismus. Beide Ionen sind aber auch wichtig für die Reizleitung in Nerven und Muskeln.

Erst kürzlich hatten die Forscher eine Messmethode entwickelt, durch die sie in einer einzigen Untersuchung Protonen-, Natrium- und Kalium-Bilder mit Hilfe eines hochauflösenden 9,4 Tesla MRT-Gerätes erstellen können. Ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, durch die sich die Vitalität von Zellen ohne Strahlenbelastung darstellen lässt.

Den Forschern Dr. Stefan Kirsch, Prof. Dr. Lothar Schad, Prof. Dr. Lothar Schilling und David Seiffge von der Medizinischen Fakultät Mannheim sowie Mark Augath vom Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen ist es jetzt gelungen, das bestehende Verfahren so zu modifizieren, dass Protonen-, Natrium- und auch Chlorid-Bilder in einer Untersuchung erstellt werden können.

Neuere Forschungen zeigen, dass Chlorid eine wichtige Rolle bei Erkrankungen verschiedener Organe sowie des Nervensystems spielt. Das Forscherteam erhofft sich durch die Messmethode wichtige neue Erkenntnisse, die zu einer besseren Behandlung dieser Erkrankungen führen. „Als Gegenpart zu den positiv geladenen Ionen Natrium und Kalium ist Chlorid das wichtigste negativ geladene Ion im menschlichen Organismus. Durch die Abbildung der Chlorid-Ionen in der lebenden Zelle erwarten wir Aufschluss über die Mechanismen bei Krankheiten, bei denen Chlorid nachweislich eine Rolle spielt“, so Prof. Dr. rer. nat. Lothar Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin der Universitätsmedizin Mannheim. „Sind die Mechanismen verstanden, können auf dieser Basis neue Behandlungsstrategien entwickelt werden.“

Die MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung der Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Sie ist eine nicht-invasive Technik, die den Körper des Patienten nicht durch Strahlung belastet. In der konventionellen MRT resultiert das Bild aus den Protonen der körpereigenen Wassermoleküle. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, andere körpereigene Atomkerne zur Erstellung von MRT Bildern zu verwenden. Das Besondere an den neuen Messverfahren ist die gleichzeitige Darstellung von Protonen und verschiedenen Ionen, durch die in einer Messung sowohl die Gewebestruktur als auch die Verteilung der Ionen in den Zellen dargestellt werden kann.


Kombinierte Protonen, Natrium und Chlorid MRT.
Das Bild zeigt Schichtaufnahmen vom Kopf eines Versuchstieres:
Morphologische Protonen-Bilder (a), Natrium-Bilder (b) und
Chlorid-Bilder (c), sowie Überlagerungen der Natrium- (d)
und Chlorid-Bilder (e) mit den jeweiligen Protonen-Bildern.

Publikation:

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit erscheinen im Journal NMR in Biomedicine.

Sie sind in Kürze online verfügbar (doi:10.1002/nbm.1500).


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5121
Fax: 0621 / 383 - 5123
E-Mail: Lothar.Schad@MedMa.Uni-Heidelberg.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0088.txt)


Intraoperative Radiotherapie bei Brustkrebs stimmt Mediziner optimistisch

Zweitausendste Patientin der von Mannheim aus koordinierten TARGIT-Studie in Frankfurt behandelt

Mannheim, den 18. Dezember 2009

Seit März 2000 erproben weltweit Ärzte an Brustzentren im Rahmen der internationalen TARGIT Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) ein neuartiges Verfahren zur intraoperativen Strahlenbehandlung (IORT) bei Brustkrebs. Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Polen, Kanada, Australien und den USA vergleichen im Rahmen dieser Studie die Ergebnisse der konventionellen, mehrwöchigen externen Strahlentherapie mit der einmaligen, etwa 30-minütigen intraoperativen Strahlentherapie. Am Frankfurter Universitätsklinikum wurde kürzlich die zweitausendste Patientin der weltweiten Studie behandelt. Damit ist man nahe am Ziel von insgesamt mehr als 2200 an der Studie beteiligten Patientinnen. Die bisherigen Ergebnisse der intraoperativen Bestrahlung stimmen die Mediziner sehr optimistisch.

Die Strahlentherapie ist ein wichtiger und zwingender Bestandteil bei der Brust-erhaltenden Behandlung von Krebs, um eventuell noch im Gewebe vorhandene Tumorzellen nach der Operation abzutöten. Bei der intraoperativen Strahlentherapie wird das betroffene Gewebe im Tumorbett noch während der Operation, nach der Entfernung des Tumors, gezielt bestrahlt. Das umliegende Gewebe wird mit dieser Methode geschont. Zum Einsatz kommt dabei das Bestrahlungssystem „Intrabeam“ von Carl Zeiss.

Die TARGIT-Studie prüft, ob sich mit der Bestrahlung direkt am Tumorbett die Gefahr des Wiederauftretens von Krebs in der betroffenen Brust ebenso wirksam eindämmen lässt wie bei der üblichen, mehrwöchigen Nachbehandlung. Dabei entscheidet ein Zufallsverfahren, welche der teilnehmenden Frauen eine konventionelle Strahlentherapie erhält und welche intraoperativ bestrahlt wird.

Die an der Studie beteiligten deutschen Zentren werden vom Brustzentrum der Mannheimer Universitätsmedizin aus koordiniert (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Leitung: Prof. Dr. Frederik Wenz; Frauenklinik, Leitung: Prof. Dr. Marc Sütterlin). Das Mannheimer Zentrum war das zweite Zentrum weltweit, das Patientinnen in die Studie einschloss - bis heute rund 150 Frauen. Neben dem Universitätsklinikum Mannheim und dem Universitätsklinikum Frankfurt nehmen in Deutschland das Klinikum des Bayrischen Roten Kreuzes München und die Ludwig-Maximilians-Universität München, das St. Gertrauden Krankenhaus Berlin sowie das Universitätsklinikum Homburg an der Studie teil.

Professor Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim, ist optimistisch: „Die bisherigen Ergebnisse der intraoperativen Bestrahlung, des so genannten Boost, sind sehr vielversprechend. Nur bei 1,5 Prozent der intraoperativ behandelten Patientinnen wurde nach einer mittleren Beobachtungszeit von fünf Jahren erneut ein Tumor in der Brust entdeckt.“ Die Rückfallrate bei herkömmlichen Behandlungen liegt nach fünf Jahren bei drei bis fünf Prozent. „Die verkürzte Bestrahlungsphase reduziert außerdem die psychische Belastung der Patientinnen erheblich“, beschreibt Professor Wenz die weiteren Vorteile der intraoperativen Therapieoption, die mittlerweile schon den Weg in die klinische Routine gefunden hat. Die intraoperative Strahlentherapie mit „Intrabeam“ wertet der Strahlentherapeut daher als bedeutenden Schritt in der Behandlung von Brustkrebspatientinnen.


Informationen über TARGIT im Netz:

http://www.targit-research.org


Kontakt:

Prof. Dr. Frederik Wenz
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4960
Fax: 0621 / 383 - 3493
E-Mail: frederik.wenz@umm.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0087.txt)


Intelligente Spitzentechnologie an der UMM: Welt-Premiere in der MRT

Neue Technologie erstmals auf weltweit größtem Radiologenkongress in Chicago präsentiert und in Mannheim implementiert

Mannheim, den 30. November 2009

Mensch und Maschine im perfekten Zusammenspiel: Ein neues System der Kernspin-Technologie, das hoch entwickelte Magnetresonanztomographie (MRT) mit einer intelligenten Steuerung verknüpft und damit den Mediziner unterstützt, wird jetzt an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingeführt. Im Rahmen des weltweit größten Radiologenkongresses, des Jahrestreffens der Radiological Society of North America (RSNA) in Chicago, wird die Technologie erstmals der Fachwelt vorgestellt.

Das von Professor Dr. Stefan Schönberg geleitete Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin unterstützt damit eine Weiterentwicklung der MRT-gestützten Bildgebung, die durch eine grundlegende Änderung der Messabläufe einen Paradigmenwechsel in der MRT herbeiführt. Die Technologie ermöglicht eine individualisierte Behandlung der Patienten und verbessert gleichzeitig die Arbeitsabläufe bei MRT-Untersuchungen erheblich.

Bei dem neuen System handelt es sich um einen MR-Tomographen der Firma Siemens mit einer Magnetfeldstärke von 3,0 Tesla, der mit zwei innovativen Technologien ausgestattet ist: Tim 4G (Total imaging matrix) und Dot (Day optimizing throughput) Engine. Die Kombination beider Technologien unterstützt den Radiologen bei der automatischen und standardisierten Erfassung aller morphologischen und funktionellen Veränderungen im Körper, die radiologisch messbar sind. Gleichzeitig kann mit dem Gerät die gesamte Ausdehnung der Erkrankung erfasst werden, ohne dass der Patient umgelagert werden müsste - vom Ganzkörperscan bis hin zu kleinsten anatomischen Details, wie etwa dem Innenohr.

Die neue, benutzerfreundliche Dot Technologie navigiert den Untersucher mit Bildern und Text Schritt für Schritt selbst durch komplexe Untersuchungen. Und dennoch können die Untersuchungen jederzeit mit wenigen Mauseklicks an den Patienten individuell angepasst werden. Die neue Technologie macht das Verfahren einfach und sicher in der Handhabung und verkürzt die Untersuchungen – zum Wohle des Patienten und der Abläufe in der Klinik. Darüber hinaus wird auf diese Weise eine gleichbleibend hohe Bildqualität auch bei komplexen Untersuchungen, wie zum Beispiel des Herzens oder der Gefäße, erreicht.

Nicht zufällig findet die neue Technologie am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim seine erste Anwendung, wo gebündelte medizinische Kompetenz und Spitzentechnologie eine gesunde Allianz eingehen. Einmal mehr erweist sich das Institut als Taktgeber bei der Einführung zukunftsweisender Technologie. Erst im Juli dieses Jahres hatte das Institut das erste PET-CT einer neuen Generation, den Biograph Molecular CT von Siemens, europaweit erstmals in dieser Konfiguration installiert.


RSNA 2009

Radiological Society of North America 95th Scientific Assembly and Annual Meeting

http://rsna2009.rsna.org/preliminary_information.cfm


Kontakt:

Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat))

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0086.txt)


Nebel lichtet sich: Funktion von Nebulin bietet Erklärung für Muskelschwäche

EU fördert Aufbau neuer Therapieansätze zur Nemalinen Myopathie

Mannheim, den 13. November 2009

Eine von Mannheim aus aufgebaute internationale Kooperation führt zu neuen Erkenntnissen in der Erforschung der Nemalinen Myopathie, einer Muskelerkrankung, die zu einer ausgeprägten Muskelschwäche und letztendlich zum Versagen des Zwerchfells und der Atemmuskulatur führen kann. Die Diagnose der Nemalinen Myopathie bereitet den Medizinern Probleme, weil die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen kann. Darüber hinaus ist das die Krankheit verursachende Protein Nebulin eines der größten bekannten Proteine überhaupt, wodurch die Suche nach Mutationen der Suche nach Stecknadeln in einem Heuhaufen gleicht. Dies spiegelt sich in der Namensgebung wider: Der Eiweißstoff wurde von Wissenschaftlern als “Nebulin” bezeichnet, weil seine Eigenschaften über Jahrzehnte “nebulös” blieben.

Gegenstand der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Amsterdam sowie der University of Arizona in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) waren die Funktionen des Muskelproteins Nebulin in den Muskelfasern lebender Tiere. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das Nebulin vorwiegend als Strukturprotein die dünnen Filamente in Muskelfasern stabilisiert. Neuartige und überraschende Einblicke konnten jetzt durch Untersuchungen mit so genannten Knockout-Mäusen aus Mannheim gewonnen werden, bei denen das Nebulin-Gen ausgeschaltet ist und daher die Funktion des Nebulins entfällt. Die Wissenschaftler entdeckten dabei bisher unbekannte Eigenschaften des Proteins: Nebulin aktiviert die dünnen Filamente im Skelettmuskel und verstärkt die Kraft und Effizienz der Kontraktion im Sarkomer, und zwar indem es in den Mechanismus der Muskelkontraktion eingreift. Es beeinflusst die Kinetik der zyklischen Bildung von Querbrücken des Motorproteins Myosin der dicken Filamente mit dem Aktin der dünnen Filamente – letztendlich die Basis der Muskelkontraktion.

Die neuen Erkenntnisse helfen zu verstehen, wie der Skelettmuskel sehr rasch seine maximale Kraft aufbauen kann. Sie bieten auch eine Erklärung dafür, wie es zu dem ausgeprägten Kraftverlust bei der Nemalinen Myopathie kommt. Die Wissenschafter hoffen nun, auf dieser Basis therapeutische Ansätze für die Erkrankung entwickeln zu können.

Ein EU-Antrag, der die weitere Analyse der Krankheitsmechanismen sowie die zuverlässigere Diagnose der Nemalinen Myopathie erleichtern wird, wurde in den vergangenen Tagen positiv entschieden. Professor Dr. med. Siegfried Labeit und Privatdozent Christian Witt (beide Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Mannheim) sind in dieses Projekt als Partner für den Aufbau neuer therapeutischer Ansätze eingebunden.


Publikation

“Nebulin alters crossbridge cycling kinetics and increases thin filament activation – a novel mechanism for increasing tension and reducing tension cost”
Chandra Murali, Ranganath Mamidi, Steven Ford, Carlos Hidalgo, Christian Witt, Coen Ottenheijm, Siegfried Labeit, Henk L. Grazier
The Journal of Biological Chemistry
Publikation: http://www.jbc.org/content/284/45/30889.long


Kontakt:

Prof. Dr. med. Siegfried Labeit
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Leiter der Forschergruppe Molekulare Grundlagen der Muskelrestrukturierung bei chronischen Erkrankungen
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1625
Fax: 0621 / 383 - 3806
E-Mail: siegfried.labeit@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0084.txt)


Vielversprechendes Behandlungsverfahren für Wirbelsäulen-Metastasen

Weltweit erstmalig: Intraoperative Radiotherapie während der operativen Therapie des Wirbelkörpers

Mannheim, den 10. November 2009

Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist unter Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im Rahmen einer Studie weltweit erstmals ein neues, vielversprechendes Behandlungsverfahren für Metastasen der Wirbelsäule angewendet worden. Es handelt sich um ein kombiniertes Verfahren, bei dem die Knochenmetastasen durch einen minimal invasiven Zugang zunächst intraoperativ bestrahlt werden und anschließend der Wirbelkörper über denselben Zugangsweg mittels der so genannten Kyphoplastie stabilisiert wird.

Das neue Verfahren verspricht neben der sofortigen Schmerzlinderung durch die Kyphoplastie eine sichere Therapie der Metastasen, bedingt durch die hohe lokale Strahlendosis, die direkt am Zielort appliziert werden kann.

Eine Vielzahl von bösartigen Tumoren neigt dazu, in den Knochen Tochtergeschwülste zu entwickeln. Knochenmetastasen siedeln sich vor allem in den Wirbelkörpern an. Mit der Metastasierung geht eine schmerzhafte Auflösung des Wirbelkörpers einher, die häufig die Bewegungsfähigkeit im täglichen Leben stark einschränkt. Eine Therapie in dieser Situation hat zum Ziel, das Tumorwachstum am Rückenmark zu stoppen sowie den Wirbel zu stabilisieren und den Patienten vom Schmerz zu befreien.

Standardtherapie ist bislang die Bestrahlung des von der Metastase betroffenen Wirbelkörpers durch die intakte Haut hindurch (perkutan). Der auf diese Weise behandelte Knochenanteil kann sich wieder zu tragfähigem Knochen regenerieren, was jedoch in der Regel mehr als drei Monate in Anspruch nimmt. Zudem treten bei dieser Behandlung in etwa zehn Prozent der Fälle Rezidive auf, da nur eine geringere Strahlendosis eingesetzt werden kann, um Haut und gesundes Rückenmark zu schonen.

Selten kommen operative Verfahren zur Stabilisierung der Wirbelkörper und Schmerzminderung zur Anwendung. Bei der Methode der Kyphoplastie, die ansonsten vor allem zur Stabilisierung von osteoporotischen Wirbelfrakturen zum Einsatz kommt, werden die eingebrochenen Wirbelkörper mithilfe von eingespritztem Knochenzement stabilisiert.

Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum (Professor Dr. Udo Obertacke) ist es, unter der Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie (Professor Dr. Frederik Wenz), weltweit erstmals gelungen, die Bestrahlung eines Tumor-befallenen Wirbelkörpers minimal invasiv - durch einen Schnitt von weniger als einem Zentimeter - direkt im Wirbelkörper durchzuführen und diesen gleichzeitig durch Knochenzement zu stabilisieren.

Der Therapieansatz basiert auf den unfangreichen und guten Erfahrungen der Mannheimer Strahlenklinik mit der Intraoperativen Strahlentherapie (IORT) der Brust, die hier bereits seit Jahren in enger Kooperation mit der Universitäts-Frauenklinik konsequent und erfolgreich angewendet wird - mit einer verkürzten Strahlenbehandlung und niedrigeren Rückfallraten. Darüber hinaus wird hier eine große Studie zur IORT der Brust koordiniert, an der sich in Deutschland 9 und weltweit 24 Zentren beteiligen.

Bei der IORT sowohl der Brust als auch zur Behandlung von Wirbelsäulen-Metastasen wird die Strahlung mithilfe eines mobilen Bestrahlungsgerätes (INTRABEAM®, Carl Zeiss Oberkochen) mit hoher Präzision appliziert. Trotz des Einsatzes einer relativ hohen Strahlendosis wird dabei das umgebende gesunde Gewebe geschont.

Das neue Behandlungsverfahren für Wirbelsäulen-Metastasen kann derzeit nur im Rahmen einer klinischen Studie angewendet werden. Profitieren könnten von dieser Therapie Patienten mit einzelnen Knochenmetastasen in Wirbelkörpern, die schmerzhaft sind oder von ihrer Größe her das Rückenmark zu erreichen drohen. Bei etwa 30 Prozent aller an Wirbelsäulenmetastasen erkrankten Patienten würde sich eine Kyphoplastie in Kombination mit einer IORT anbieten.


Prof. Wenz demonstriert
die korrekte Lage des
Applikators für die IORT
im Wirbelkörper.



Der Wirbelkörper wird
nach der IORT mittels
Ballon-Kyphoplastie
aufgefüllt.


Kontakt:

Prof. Dr. med. Udo Obertacke
Direktor der Klinik für Unfallchirurgie
Stellv. Leiter des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2248
Fax: 0621 / 383 - 3818
E-Mail: udo.obertacke@umm.de

Kontakt:

Prof. Dr. med. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3530
Fax: 0621 / 383 - 3493
E-Mail: frederik.wenz@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0082.txt)


Vorreiter in der Erforschung von Nervenschmerzen

BMBF bewilligt Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz eine dritte Förderperiode /
Aufbau eines Qualitätsmanagementzentrums an der Universitätsmedizin Mannheim geplant

Mannheim, den 2. November 2009

Der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) konnte sich eine weitere dreijährige Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sichern. Der Verbund, in dem sich Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim maßgeblich engagieren, wird damit bereits in der dritten Förderperiode unterstützt. Mit der Anschlussförderung festigt das deutschlandweite Netzwerk seine Vorreiterrolle in der Erforschung neuropathischer Schmerzen.

Jeder Schmerzmechanismus erfordert eine spezifische Therapie – so der Leitgedanke der DFNS. Man spricht von einer Mechanismen-orientierten oder Symptom-basierten Therapie. Um die dem Schmerz zugrunde liegenden biologischen Mechanismen im einzelnen Fall zu erkunden, bedarf es einer genauen Analyse der Schmerzsymptomatik. Mit der so genannten Quantitativen Sensorischen Testung (QST) kann die Schmerzsymptomatik mit einfachen Mitteln wie Pinsel und Wattebausch exakt erfasst werden. Eines der wichtigsten Ziele des Forschungsverbunds war in der Vergangenheit die Entwicklung eines standardisierten Protokolls zur Quantitativen Sensorischen Testung, mit dessen Hilfe sensible Defizite und schmerzhafte Symptome beim einzelnen Patienten nicht nur umfassend analysiert, sondern auch standardisiert erfasst werden können.

Professor Dr. med. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, gehört dem Leitungsgremium des DFNS an. Der Mannheimer Schmerzexperte hat das Projekt „Validierung der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) als klinisches Instrument zur Untersuchung neurobiologischer Mechanismen bei neuropathischem Schmerz“ geleitet und inzwischen zum Abschluss gebracht.

Aktuell treibt Professor Treede den Aufbau eines zentralen Qualitätsmanagement-Zentrums an der Universitätsmedizin Mannheim voran, um die QST flächendeckend in Deutschland und international verfügbar zu machen und damit eine hoch qualifizierte Diagnostik neuropathischer Schmerzen sicherzustellen. Ziel ist es, die QST im wissenschaftlichen als auch im medizinischen Alltag als Standard zu etablieren. Das übergreifende Qualitätsmanagement-Zentrum wird darüber hinaus auch eine Implementierung der QST in verschiedenen neurologischen und interdisziplinären Leitlinien anstreben, wie sie bereits modellhaft in der Leitlinie "Neuropathischer Schmerz" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zu finden ist.

In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Bevölkerung, also knapp fünf Millionen Menschen, an so genannten neuropathischen Schmerzen – meist chronischen Schmerzen, deren Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem zu finden sind. Etwa 20 Prozent aller Patienten, die in Deutschland wegen Schmerzen eine schmerztherapeutische Spezialeinrichtung aufsuchen, leiden an ungenügend behandelten neuropathischen Schmerzen.


Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)

Der heute weltweit anerkannte Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz wurde im Jahr 2002 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Forschungsverbünde für Schmerzforschung“ gegründet. Seitdem befasst sich der Verbund mit der Pathophysiologie, der Prävention und der Therapie neuropathischer Schmerzen mit dem Ziel, die medizinische Versorgung von Patienten mit Nervenschmerzen grundlegend zu verbessern.

Weitere Netzwerkprojekte:

Weiterer Ausbau der weltweit größten Datenbank zu neuropathischem Schmerz - unterstützt die Erforschung neuer Therapiestrategien und eine individualisierte Diagnostik.

Blut- und DNA-Bank – Ressource für genetische Analysen, zur Identifizierung von Risikogenen für neuropathische Schmerzerkrankungen.

Zentrale Organisation und Koordination klinischer Studien – diese bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer medikamentöser Therapieoptionen.

Internet:

http://www.neuropathischer-schmerz.de


Kontakt:

Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
Fax: 0621 / 383 - 9921
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0080.txt)


Mangel an ausgebildeten Infektiologen in Deutschlands Kinderkliniken

Universitätsmedizin Mannheim ist Ausbildungszentrum für Pädiatrische Infektiologie

Mannheim, den 6. Oktober 2009

Die Aussage von Professor Dr. Horst Schroten, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Mannheim, ist klar: „Viel zu wenige Kinderkliniken in Deutschland haben einen ausgebildeten Infektiologen, der den Anforderungen von zunehmenden Resistenzen, Krankenhausinfektionen und einer immer größer werdenden Zahl von immunsupprimierten Kindern gewachsen ist.“ Dies erfordere eine Spezialisierung, die weit über die Facharztweiterbildung zum Kinderarzt hinausgehe, so Schroten. Leider müssten häufig Kinderkliniken ohne einen solchen Spezialisten auskommen.

Für Professor Schroten ist es eine logische Konsequenz, an seiner Klinik eine entsprechende Ausbildungsstätte zu schaffen, zumal die infektiologische Kompetenz hier gebündelt ist. Schließlich ist nicht nur er selbst Pädiatrischer Infektiologe, er hat auch Dr. Tobias Tenenbaum von Düsseldorf mit nach Mannheim gebracht, als er hier im März 2008 die Leitung der Kinderklinik übernahm. Dr. Tenenbaum hat bei Professor Schroten zuvor die Zusatzweiterbildung „Pädiatrische Infektiologie nach europäischem Curriculum“ absolviert – als erster junger Arzt in Deutschland. Darüber hinaus ist die Pädiatrische Infektiologie ein ausgewiesener klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der Kinderklinik – wichtige Basis für die umfangreichen Anforderungen, die an ein solches Ausbildungszentrum gestellt werden.

Der erste Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim hat jetzt seine zweijährige Zusatzweiterbildung „Pädiatrische Infektiologie“ (einschließlich Immundefekte) nach europäischem Curriculum begonnen. Dr. med. Stefan Weichert hat während seiner Facharztausbildung in Freiburg und London besonderes Interesse an der Pädiatrischen Infektiologie entwickelt. Das Universitätsklinikum Freiburg gehört – ebenso wie jetzt die Universitätsmedizin Mannheim - zu den wenigen von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGIP) zertifizierten Ausbildungszentren für dieses Spezialgebiet.

Andere europäische Länder und die USA haben die Notwendigkeit der Spezialisierung im Bereich der Pädiatrischen Infektiologie früh erkannt. Sie bieten seit langem eine entsprechende Zusatzweiterbildung an. In Deutschland hat der Deutsche Ärztetag erst im Jahr 2003 der Einführung der „Zusatzweiterbildung Infektiologie“ zugestimmt, die die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie seit vielen Jahren forderte – und auch fördert: Sie hat drei durch die Industrie gesponserte Stipendienplätze für die „Zweijährige Weiterbildung Pädiatrische Infektiologie nach europäischem Curriculum“ in einem Auswahlverfahren mit nationalen und internationalen Gutachtern vergeben – eines davon an die Universitäts-Kinderklinik in Mannheim. Damit wird die Hälfte der Stelle von Dr. Weichert finanziert.


Dr. med. Stefan Weichert


Kontakt:

Prof. Dr. med. Horst Schroten
Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2248
Fax: 0621 / 383 - 3818
E-Mail: kinderklinik@umm.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0077.txt)


Medizinisches Management des Organspenders fördert Erfolg der Transplantation

Vorbehandlung des Spenders mit Dopamin erhöht Erfolgsaussichten der Nieren-Transplantation /
Forschungsergebnisse publiziert in JAMA

Mannheim, den 25. September 2009

Wird ein hirntoter Nierenspender vor der Organentnahme mit niedrig dosiertem Dopamin behandelt, so senkt dies beim Empfänger die Notwendigkeit von Dialysebehandlungen unmittelbar nach der Operation und steigert damit den Erfolg der Transplantation. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im September von einer Forschergruppe um Professor Dr. Peter Schnülle, Kommissarischer Direktor der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (Nephrologie, Endokrinologie und Rheumatologie), im Journal der American Medical Association JAMA veröffentlicht wurde.

Weltweit stammen die meisten transplantierten Nieren von verstorbenen Spendern, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass bei noch bestehendem Kreislauf und künstlicher Beatmung auf der Intensivstation der Hirntod diagnostiziert werden muss. Durch den Hirntod des Spenders sind die Nieren Einflüssen ausgesetzt, die diese schädigen und deren Funktion nach der Transplantation beeinträchtigen können.

Mit dem Ziel, im Vorfeld der Operation möglichst gute Bedingungen für die Transplantation zu schaffen, untersuchten Professor Schnülle und seine Mitarbeiter, ob sich die Behandlung von hirntoten Spendern vor der Organentnahme mit Dopamin, einem biogenen Amin aus der Gruppe der Katecholamine, positiv auf den Erfolg der Transplantation auswirkt.

Vom Dopamin ist bekannt, dass es direkt mit der zellulären Membran interagiert und die Fähigkeit besitzt, kühl gelagerte Endothelzellen vor oxidativem Stress zu schützen. Daher bestand die Vermutung, dass das Dopamin zelluläre Prozesse, die zum Zelltod führen, verzögern könne.

Als Maß dafür, ob eine Vorbehandlung des Spenders mit Dopamin die Transplantation der Niere günstig beeinflusst, diente die Zahl der Dialysen, die nach der Transplantation notwendig sind. Die Studie wurde mit 264 verstorbenen Spendern und 487 daraus resultierenden Nieren-Transplantaten an 60 europäischen Zentren durchgeführt. Dabei ermittelten die Wissenschaftler, dass die Gabe von niedrig dosiertem Dopamin in vielen Fällen dazu führte, dass eine einzige Dialyse nach der Transplantation ausreichte, bis die Niere ihre Funktion aufnahm. Transplantatempfänger von nicht mit Dopamin vorbehandelten Spendern hingegen brauchten häufiger mehrfache Dialysen.

Die Wissenschaftler fanden darüber hinaus Hinweise, dass die Gefahr des Transplantatversagens im Langzeitverlauf nach Jahren bei mehrfach dialysierten Nieren steigt, was bei einer einzelnen Dialyse nach der Transplantation nicht zu beobachten ist. Die Ergebnisse zeigen, dass es für den Erfolg der Transplantation wichtig ist, die Schädigung des zu transplantierenden Organs durch medizinisches „Management“ des Spenders möglichst gering zu halten.


Publikation

Effects of donor pretreatment with dopamine on graft function after kidney transplantation
Peter Schnülle, MD, PhD et al.
JAMA, September 9, 2009; Vol. 302 No.10: 1067-1075   Download


Kontakt:

Prof. Dr. Peter Schnülle
Kommissarischer Direktor der V. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2340
Fax: 0621 / 383 - 3804
E-Mail: peter.schnuelle@med5.ma.uni-heidelberg.de

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(0075.txt)


Forscherpreis für jungen Kardiologen

Dr. Christian Veltmann von europäischer Fachgesellschaft ausgezeichnet

Mannheim, den 22. September 2009

Der Mannheimer Kardiologe Dr. med. Christian Veltmann, Assistenzarzt der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Martin Borggrefe), ist mit dem "Young Investigator Award" für klinische Forschung, den die Europäische Herzrhythmus Gesellschaft (European Heart Rhythm Association, EHRA) alle zwei Jahre im Rahmen ihres Fachkongresses EUROPACE verleiht, ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Dr. Veltmann befasst sich in seiner Forschungsarbeit mit dem plötzlichen Herztod junger Menschen, die keine strukturelle Herzerkrankung aufweisen. Die Betroffenen leiden häufig unter keinerlei Beschwerden, sind scheinbar völlig gesund und versterben dennoch im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter am plötzlichen Herztod. Daher ist es das wichtigste Ziel der Mediziner, Risikopatienten, die vom plötzlichen Herztod bedroht sind, zu identifizieren, um sie vor dem drohenden tödlichen Schicksal bewahren zu können.

Beim plötzlichen Herztod gerät das Herz aus dem Takt. Schuld daran sind bösartige Rhythmusstörungen aus der Herzkammer, so genanntes „Kammerflimmern“. Es sind primär genetisch bedingte Erkrankungen, mit denen sich Dr. Veltmann befasst, beispielsweise das Long QT Syndrom, das Short QT Syndrom, das Brugada Syndrom, die Kathecholaminerge Polymorphe Ventrikuläre Tachykardie (CPVT) und das so genannte "Idiopathische Kammerflimmern".

Der "Young Investigator Award" der EHRA wird Forschern unter 35 Jahren verliehen. Von den eingereichten Arbeiten, die für diesen Preis in Frage kommen, werden die vier besten ermittelt und von den Wissenschaftlern in einer Sitzung im Rahmen des Kongresses vorgestellt. Der Preisträger wird dann auf der Basis seines Vortrags vor Ort bestimmt. Der Preis wurde Dr. Veltmann im Juni beim EUROPACE 2009 in Berlin verliehen.


Der Preisträger
Dr. Christian Veltmann.


Kontakt:

Dr. med. Christian Veltmann
I. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2206
Fax: 0621 / 383 - 3061
E-Mail: christian.veltmann@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0073.txt)


Wieder Spitzenplatz beim Staatsexamen!

Mannheimer Medizinstudierende belegen auch in diesem Sommer einen hervorragenden Platz beim Staatsexamen

Mannheim, den 18. September 2009

In diesem Sommer sind zum dritten Mal Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, die Humanmedizin nach dem Modellstudiengang MaReCuM studieren, zum ersten Abschnitt des Medizinischen Staatsexamens M1 angetreten. Und wie auch im vergangenen Jahr haben sie einen Platz an der Spitze belegt: Die Mannheimer Medizinstudierenden liegen mit ihren Ergebnissen auf dem vierten Platz von den insgesamt 34 Medizinischen Fakultäten, an denen Studierende das bundesweit einheitliche Staatsexamen abgelegt haben.

Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereiches Studium und Lehrentwicklung an der Medizinischen Fakultät freut sich: „Wir gratulieren unseren Studierenden zu diesem Ergebnis! Mit diesem Resultat können sie wirklich zufrieden sein – wir sind es allemal.“

Die Medizinische Fakultät Mannheim ist damit weiter auf Erfolgskurs: Beim ersten Staatsexamen von MaReCuM-Studierenden hatten diese im August 2008 auf Anhieb den zweiten Platz belegt. Und die Studierenden bestätigten „ihre“ Fakultät in diesem Jahr durch ihre Bewertung im bundesweiten CHE-Hochschulranking: Sie hatten der Fakultät Bestnoten bescheinigt und sie damit auf den ersten Rang der Bewertung gebracht.


Studierende der
Medizinischen Fakultät Mannheim
schwitzen beim Examen.


Kontakt:

Prof. Dr. Harald Klüter
Studiendekan
Medizinische Fakultät Mannheim
Haus der Fakultät (Haus 24)
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9737
Fax: 0621 / 383 - 9733
E-Mail: studiendekan@medma.uni-heidelberg.de

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(0072.txt)


Anerkannte Forschung zur Gehirnblutung

Mannheimer Neurochirurg zum zweiten Mal für seine Forschung ausgezeichnet

Mannheim, den 14. September 2009

Dr. Gerrit Alexander Schubert, Facharzt an der Klinik für Neurochirurgie der Universitätsmedizin Mannheim, ist für seine wissenschaftlichen Untersuchungen zur „akuten Subarachnoidalblutung“ mit dem „Aesculap Clinical Research Prize“ ausgezeichnet worden, einem renommierten Forscherpreis der Europäischen Gemeinschaft Neurochirurgischer Fachgesellschaften (European Association of Neurosurgical Societies, EANS). Der Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wurde dem jungen Wissenschaftler Ende März im Rahmen der Jahrestagung der EANS 2009 in Marseille übergeben.

Die Arbeit, in der Dr. Schubert die pathophysiologischen Veränderungen in der akuten Phase nach der Gehirnblutung untersucht, wird in diesem Jahr im „Journal of Neurotrauma“ publiziert werden.

Bereits vor zwei Jahren hatte der „Verein für Hirn-Aneurysma-Erkrankte – der Lebenszweig“ die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Schubert und Prof. Dr. Claudius Thomé, dem stellvertretenden Direktor der Klinik, mit einem Forschungspreis ausgezeichnet.

In seiner prämierten Forschungsarbeit hat Dr. Schubert den veränderten Blutfluss im Gehirn von Patienten innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einer subarachnoidalen Blutung (SAB; eine Blutung im Schädelinneren) untersucht. Hierbei konnte mit der Xenon-verstärkten Computertomographie (XeCT) gezeigt werden, dass vermutlich periphere Engstellungen der kleinen Blutgefäße, so genannte Vasospasmen, eine deutliche Minderversorgung des Gehirns unmittelbar nach einer Blutung verursachen.

Der Subarachnoidalraum ist ein spaltförmiger Raum um das Gehirn (zwischen der Spinnwebshaut und der Hirnoberfläche), der mit Hirnwasser gefüllt ist. Viele Blutgefäße verlaufen in dieser dünnen Schicht, und wenn eines der Gefäße an dieser Stelle platzt, breitet sich das austretende Blut in diesem Raum aus. Die Folge ist ein erhöhter Druck von außen auf das Gehirn. Rund ein Viertel aller durch Hirnblutung verursachten Schlaganfälle (hämorrhagische Schlaganfälle) wird durch Subarachnoidalblutungen verursacht. In rund 85 Prozent dieser Fälle sind angeborene, sackartige Ausstülpungen der Arterien an der Schädelbasis, so genannte Aneurysmen, für die Blutungen verantwortlich. Sie weisen eine geringere Festigkeit als normale Gefäße auf und können daher leicht einreißen.

Die Folgen einer Gehirnblutung sind schwerwiegend. Entscheidend für das Überleben einer solchen Blutung, aber auch für Lebensqualität und zu befürchtende neurologische Ausfälle sind vor allem die ersten Minuten und Stunden nach dem schädigenden Ereignis. Dr. Gerrit Schubert erforschte diese ganz akute Phase, über die bislang relativ wenig bekannt ist.

Dabei stellte der Wissenschaftler erstmalig fest, dass die Durchblutung des Gehirns bei allen Patienten signifikant und charakteristisch vermindert war und dass das Befinden der Patienten vom Schweregrad dieser Unterversorgung abhing. Sowohl intracranialer als auch cerebraler Blutdruck waren hingegen bei den untersuchten Patienten nicht messbar verändert. Dr. Schubert folgert daraus, dass Vasospasmen für diese frühe Phase der anhaltenden Minderdurchblutung verantwortlich sein könnten.


Publikation

„Acute vasospasm causes hypoperfusion immediately after subarachnoid hemorrhage – A Xenon contrast-enhanced CT study”
Gerrit Alexander Schubert, MD, Marcel Seiz, MD, Aldemar Andrés Hegewald, MD, Jérôme Manville, MD, Claudius Thomé, MD


Der Preisträger
Dr. Gerrit Alexander Schubert.


Kontakt:

Dr. Gerrit Alexander Schubert
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2327
E-Mail: gerrit.schubert@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0071.txt)


Wenn die Kommunikation zwischen den Zellen unterlaufen wird

Alternativer Weg der Zell-Zell-Kommunikation kann mit Herzmuskelschwäche in Zusammenhang stehen

Mannheim, den 7. September 2009

Wie schafft es eine Zelle, so unterschiedliche Funktionen wie Sinneswahrnehmung, Verdauung oder Herzschlag zu regulieren? Der Antwort auf diese spannende Frage sind Wissenschaftler der beiden Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg - der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Medizinischen Fakultät Heidelberg – ein Stück näher gekommen. In einem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Wieland, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Mannheim und Privatdozent Dr. Wolfgang Rottbauer, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie des Universitätsklinikums Heidelberg, untersuchen sie die Mechanismen der Zell-Zell-Kommunikation. Ihre Forschungsergebnisse, die aktuell in den Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) publiziert sind, sind von Bedeutung für die künftige Behandlung beispielsweise der Herzmuskelschwäche.

Zellen kommunizieren untereinander mit Hilfe von Signalstoffen, die an Rezeptor-Proteine in ihrer Zellwand binden. Die meisten Rezeptoren geben das Signal ins Zellinnere über die Aktivierung so genannter G-Proteine weiter. Die G-Proteine wiederum aktivieren Enzyme, die einen zentralen zweiten Botenstoff, den so genannten "second messenger", bilden. Einer der wichtigsten durch G-Proteine regulierte "second messenger" ist das cAMP (cyklisches Adenosinmonophosphat). Ein Mitglied aus der Familie der G-Proteine, das Gs-Protein, aktiviert das Enzym Adenylylcyclase, das diesen zentralen Botenstoff herstellt. Eine Zunahme an cAMP hat eine Vielzahl von Reaktionen im Zellstoffwechsel zur Folge. Im Herzen reguliert cAMP unter anderem die Geschwindigkeit und Kraft des Herzschlages.

Bereits im Jahr 2003 machten die Arbeitsgruppen von Professor Wieland sowie von Dr. Hans-Jörg Hippe und Professor Dr. Feraydoon Niroomand, Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie des Universitätsklinikums Heidelberg, unter der Leitung von Professor Dr. Hugo Katus, eine entscheidende Entdeckung. Sie konnten biochemisch und zellbiologisch nachweisen, dass das cAMP, wichtiger Kontrollpunkt in unseren Körperzellen, nicht nur von außen, über Rezeptoren in der Zellwand, aktiviert werden kann. Das cAMP kann auch innerhalb der Zelle, über das Enzym Nukleosid Diphosphat Kinase (NDPK), gesteuert werden. Da es Hinweise dafür gab, dass dieser Mechanismus für Erkrankungen wie die Herzmuskelschwäche eine Rolle spielen könnte, untersuchten die Forscher, inwieweit die Herzfunktion durch diesen Mechanismus beeinflusst werden kann. Im Jahr 2007 konnten die Wissenschaftler belegen, dass die Regulation des cAMP-Gehalts über die NDPK in isolierten Herzzellen tatsächlich die Kontraktion der Zelle steuern kann (Hippe H.-J. et al., Circulation Research 2007; 100: 1191).

In einem weiteren Schritt untersuchten die Wissenschaftler die Bedeutung dieses neuen Signalwegs für lebende Wirbel- bzw. Säugetiere. Dazu arbeiteten sie mit der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Rottbauer zusammen. In der jetzt erschienenen Publikation im renommierten Journal PNAS zeigen sie, dass NDPK nicht nur die Aktivität, sondern auch den Gehalt der Zellen an G-Proteinen sowie deren Wechselwirkung mit den so genannten Caveolinen, Gerüstproteinen in der Zellmembran, reguliert. Das Fehlen des Enzyms NDPK, beispielsweise in Zebrafischen, hat daher eine drastische Abnahme der Herzfunktion zur Folge.

Die Wechselwirkung der NDPK mit G-Proteinen scheint also von grundlegender Bedeutung für eine intakte Zell-Zell-Kommunikation zu sein. Da in früheren Untersuchungen eine dreifach erhöhte Menge an NDPK in Herzzellen von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz gegenüber Herzgesunden festgestellt wurde, könnten die aktuellen Befunde Ausgangspunkt für neue Therapieansätze zur Behandlung von Herzmuskelschwäche und anderen Erkrankungen mit veränderter Zell-Zell-Kommunikation über G-Proteine sein.


Aktuelle Publikation

“The interaction of nucleoside diphosphate kinase B with Gß? dimers controls heterotrimeric G protein function.”

Hippe H.-J., Wolf N.M., Abu-Taha I., Mehringer, R., Just S., Lutz S., Postel E., Niroomand F., Katus H.A., Rottbauer W., Wieland T.

Proc Natl Acad Sci USA. 2009, September X,
E-pub ahead of print: http://www.pnas.org/content/early/2009/09/03/0901679106.full.pdf+html


Ansprechpartner:

Prof. Dr. Thomas Wieland
Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim
E-Mail: thomas.wieland@medma.uni-heidelberg.de

PD Dr. Wolfgang Rottbauer
Leitender Oberarzt, Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Heidelberg
E-Mail: wolfgang.rottbauer@med.uni-heidelberg.de

Dr. Hans-Jörg Hippe
Assistenzarzt, Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Heidelberg
E-Mail: hans-joerg.hippe@med.uni-heidelberg.de


Kontakt:

Prof. Dr. Thomas Wieland
Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Maybachstrasse 14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9610
Fax: 0621 / 383 - 9611
E-Mail: thomas.wieland@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Molekulare CT eröffnet neue Horizonte in der onkologischen Bildgebung

Symposium zeigt Möglichkeiten der modernen PET-CT auf

Mannheim, den 3. September 2009

Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim, unter der Leitung von Professor Dr. Stefan O. Schönberg, verfügt seit Juli dieses Jahres über eines der modernsten PET-CT, das m(olecular)CT der Firma Siemens Medical Solutions. Es wurde damit das europaweit erste Gerät dieser Bauart in Mannheim installiert. Die Hybridtechnik des mCT eröffnet vor allem in der onkologischen Diagnostik neue Horizonte. Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin lädt für Samstag, 12. September 2009, zu einem wissenschaftlichen Symposium ein, bei dem die Teilnehmer erahnen können, welches enorme Potenzial für die diagnostische Bildgebung bei onkologischen und anderen Erkrankungen in diesem Gerät steckt.

Die Möglichkeiten der Behandlung onkologischer Erkrankungen werden stetig verbessert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Diagnostik. Eine gute Diagnostik unterstützt die Tumortherapie, beispielsweise durch eine exakte radiologisch-nuklearmedizinische Stadieneinteilung, durch frühzeitige Kontrolle, ob der Patient auf die gewählte Therapie anspricht, und durch frühes Auffinden möglicher Rezidive. Die Hybridtechnik der PET-CT stellt insbesondere für das umfassende Staging bei Tumorerkrankungen sowie für die Beurteilung des Therapieansprechens eine ideale diagnostische Methode dar. In einem Untersuchungsgang können durch diese Art der Ganzkörperbildgebung sowohl Aussagen zur Ausdehnung als auch zum Metabolismus eines Tumors getroffen werden. So kann beispielsweise durch die genauere Erfassung der Tumorausdehnung die strahlen- oder chemotherapeutische Behandlung von Patienten noch präziser durchgeführt werden. Die Ergebnisse der PET-CT haben daher einen wesentlichen Einfluss auf die weitere Therapieplanung für den einzelnen Patienten.

Beim mCT kommen schnelle Aufnahmetechniken und empfindliche Detektionssysteme zum Einsatz. Darüber hinaus konnte eine hochleistungsfähige CT-Technologie implementiert werden. All dies trägt zu einer besseren räumlichen Auflösung bei wesentlich kürzerer Untersuchungszeit bei. Die deutlich weitere Öffnung des Gerätes erhöht gleichzeitig den Patientenkomfort und erleichtert die Planung radiologisch-interventioneller oder strahlentherapeutischer Therapien.

Neben der diagnostischen Bildgebung bei onkologischen Erkrankungen sind kardiovaskuläre, neurologische und internistisch-infektiologische Indikationen klinisch wichtige Untersuchungsbereiche, bei denen die PET-CT zum Einsatz kommt. Auch hierzu bietet das Symposium Informationen, etwa zur die Diagnostik von Erkrankungen des ZNS und des neuroendokrinen Systems.


Kontakt:

Prof. Dr. Stefan O. Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: stefan.schoenberg@rad.ma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Hauttumorzentrum Mannheim der Universitätsmedizin Mannheim zertifiziert

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. vergibt Gütesiegel an Mannheimer Zentrum

Mannheim, den 7. August 2009

Das Hauttumorzentrum Mannheim der Universitätsmedizin Mannheim ist von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert worden. Das Zentrum ist damit eine von fünf zertifizierten Einrichtungen für Krebserkrankungen der Haut in Deutschland. Nach dem Brustzentrum ist es das zweite Organzentrum der Universitätsmedizin Mannheim, dem das Gütesiegel der onkologischen Fachgesellschaft zuteil wurde.

Das Zertifikat dokumentiert, dass das Zentrum den besonderen Anforderungen der Fachgesellschaft an Struktur, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Qualitätssicherung entspricht. Den Patienten gibt es die Sicherheit, im Hauttumorzentrum Mannheim von erfahrenen Teams auf hohem Standard behandelt zu werden - sei es in der Ambulanz oder stationär im Klinikum.

Das Hauttumorzentrum Mannheim zeichnet sich dadurch aus, dass hier alle Disziplinen der Universitätsmedizin Mannheim, die in die Diagnose oder Behandlung von Hautkrebs involviert sind, eng kooperieren. Die Universitäts-Hautklinik (Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie) koordiniert das Zentrum. Die fünf Hauptbehandlungspartner sind über Kooperationsvereinbarungen mit dieser verbunden. Das Herzstück der Zusammenarbeit ist die regelmäßige interdisziplinäre Hauttumorkonferenz. Hier werden fachübergreifende Fragestellungen im interdisziplinären Expertenteam besprochen und gemeinsam die Diagnostik und Therapie für den einzelnen Patienten festgelegt.

Die Behandlung innerhalb des Hauttumorzentrums orientiert sich an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Dermatoonkologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Darüber hinaus bietet das Zentrum neue Therapieoptionen, die zum Teil in der Region nur hier angeboten werden: etwa die Tumorchemosensitivitätstestung, die Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT), die Hypertherme Extremitätenperfusion und die Radiatio mit lokaler Hyperthermie.

Das Hauttumorzentrum Mannheim der Universitätsmedizin Mannheim arbeitet in der Nachsorge und Betreuung der Patienten mit Hauttumoren eng mit niedergelassenen Dermatologen zusammen. Dies haben aktuell 67 Hautarztpraxen in einem Kooperationsbrief bestätigt. Das Hauttumorzentrum Mannheim weitet die psychologische Betreuung von Hautkrebspatienten sowie die Beratung der Patienten durch den Sozialdienst aus. Darüber hinaus ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe Hautkrebs in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V. geplant.

Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie ist Exzellenzzentrum für Dermatologie des Landes Baden-Württemberg. Diese gemeinsame Einrichtung des Landes, der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) basiert auf Empfehlungen der Medizinstrukturkommission des Landes Baden-Württemberg.


Kennzahlen des Hauttumorzentrums Mannheim

Patientenzahlen 2008:
ca. 900 Patienten mit Melanom (Schwarzer Hautkrebs)
ca. 900 Patienten mit epithelialen Tumoren (Weißer Hautkrebs)
ca. 100 Patienten mit seltenen Hauttumoren (kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome, Weichteilsarkome)
ca. 100 Patienten mit seltenen Hauttumoren (kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome, Weichteilsarkome)

Mehr als 1.300 Hauttumore wurden chirurgisch entfernt

Enge interdisziplinäre Kooperation

Hauptbehandlungspartner der Klinik für Dermatologie:
Chirurgische Klinik
Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie (III. Medizinische Klinik)
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Pathologisches Institut Darüber hinaus Kooperation mit allen in der Behandlung von Hautkrebs involvierten Kliniken.



Hauttumorkonferenz: Ärzte der
unterschiedlichen Disziplinen
beraten über die Therapie einer
Melanompatientin (im Hintergrund
MRT des Schädels der Patientin).


Informationen im Netz

Hauttumorzentrum Mannheim: http://www.umm.de/2794.0.html
Exzellenzzentrum Dermatologie: http://www.umm.de/1427.0.html


Kontakt:

Prof. Dr. Sergij Goerdt
Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Exzellenzzentrum Dermatologie Mannheim des Landes Baden-Württemberg
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2280
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: sergij.goerdt@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0067.txt)


Wichtiger Mechanismus zur Herstellung von Stammzellen entschlüsselt

Forschungsergebnisse des Mannheimer Dermatologen Dr. Jochen Utikal in Nature publiziert

Mannheim, den 6. August 2009

Der Mannheimer Dermatologe Dr. Jochen Utikal ist einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Zellersatztherapie bei degenerativen Erkrankungen vorangekommen. Dem Wissenschaftler ist es gelungen einen Mechanismus zu entschlüsseln, durch den so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) mit gutem Erfolg hergestellt werden können. Dr. Utikal ist Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, dem Exzellenzzentrum Dermatologie Mannheim des Landes Baden-Württemberg.

Erst seit kurzem gelingt es überhaupt, Hautzellen durch das Einschleusen von Genen und eine daraus resultierende verstärkte Expression von Transkriptionsfaktoren in pluripotente Zellen zu verwandeln. Diese iPS-Zellen haben ebenso wie embryonale Stammzellen die Fähigkeit, sich in jegliches Gewebe entwickeln zu können. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den iPS-Zellen, dass diese die embryonalen Stammzellen in der medizinischen Forschung ersetzen können.

Das Hauptinteresse der Forschung an menschlichen Stammzellen gilt möglichen Zellersatztherapien. Die Basis dafür sind pluripotente Zellen, die in spezialisierte Zellen differenziert und vermehrt werden können. Forschung auf diesem Gebiet musste sich in der Vergangenheit auf embryonale Stammzellen stützen, da nur diesen die natürliche Fähigkeit gegeben ist, sich in jeden möglichen Zelltypen und damit in jedes Gewebe differenzieren zu können.

Da embryonale Stammzellen aus Embryonen gewonnen werden müssen, ist die Verwendung embryonaler Stammzellen in der Forschung Gegenstand der ethischen Diskussion und in Deutschland mit dem Stammzellgesetz strikt reglementiert. Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daher mit Hochdruck daran, alternative Verfahren zur Herstellung von pluripotenten Stammzellen zu entwickeln, um künftig auf embryonale Stammzellen in der Forschung verzichten zu können.

Da iPS-Zellen ohne Zerstörung eines Embryos erzeugt werden, gelten sie als ethisch unbedenklich. Darüber hinaus besitzen iPS-Zellen einen weiteren entscheidenden Vorteil: Da sie aus Körperzellen des Patienten gewonnen werden können, haben die Zellen alle das Erbgut des Patienten und werden bei einer Therapie mit Gewebe, das aus diesen Zellen gezüchtet wurde, vom Körper des Patienten nicht abgestoßen. Die Möglichkeit, Patienten-spezifisch pluripotente Zellen zu generieren hat daher ein enormes therapeutisches Potenzial.

Die Herstellung von iPS-Zellen ist zwar in der Vergangenheit gelungen, jedoch nur mit einer sehr geringen Ausbeute. Nur etwa eine von 10.000 Zellen ließ sich in eine iPS-Zelle verwandeln. Dr. Utikal ist es nun gelungen einen Mechanismus zu entschlüsseln, durch den die Rate der hergestellten iPS-Zellen sich wesentlich steigern lässt. Um die Zelle zur Pluripotenz zu bringen müssen mehrere Gene gezielt ausgeschaltet werden.

Im nächsten Schritt wird Dr. Utikal die Möglichkeiten der therapeutischen Anwendung von iPS-Zellen erforschen. Und da der von Dr. Utikal identifizierte Mechanismus auch bei der Entstehung von Tumoren eine wesentliche Rolle spielen kann, wird auch die Tumorforschung Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit sein.


Originalpublikation:

“Cellular immortalization eliminates a roadblock during the reprogramming of somatic cells into iPS cells.”
Utikal J, Polo JM, Stadtfeld M, Maherali N, Kulalert W, Walsh RM, Khalil A, Rheinwald JG, Hochedlinger K.
Nature, in press

Die wissenschaftliche Arbeit wird am 9. August um 19.00 Uhr vorab als Advance Online Publication auf www.nature.com veröffentlicht [URL: http://dx.doi.org/ DOI: 10.1038/nature08285]. Bis dahin gilt die Sperrfrist.


Der Wissenschaftler Dr. Utikal:

Dr. Utikal, Facharzt für Hauterkrankungen mit den Zusatzbezeichnungen Allergologie und Medikamentöse Tumortherapie, ist nach einem rund zweijährigen Forschungsaufenthalt in Boston Anfang dieses Jahres an die Klinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Mannheim zurückgekehrt.

Hier war er bereits von 2002 bis 2006 tätig. Von 2007 bis Anfang 2009 ging er mit einem Stipendium der Dr. Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung an das Harvard Stem Cell Institute, Massachusetts General Hospital der Harvard University in Boston, USA, zu Professor Konrad Hochedlinger. Dieser leitet eines der weltweit führenden Labors auf dem Gebiet der iPS-Zelltechnologie. Hier beteiligte sich Dr. Utikal intensiv am Aufbau eines neuen Labors für iPS-Zellen und wirkte insbesondere an der Herstellung von iPS-Zellen aus Zellen der Haut mit.


Kontakt:

Dr. med. Jochen Utikal
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4461
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: jochen.utikal@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Neue Stiftungsprofessur für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz

Strahlenschutz und optimierte Strahlenwirkung im Rahmen von Früherkennung und Heilkunde

Mannheim, den 28. Juli 2009

Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Professor Dr. Peter Frankenberg, hat die gute Kunde nach Mannheim gebracht: Der Stiftungsprofessur für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz an der Universitätsmedizin Mannheim steht nichts mehr im Weg. Die Professur soll im Rahmen eines durch die beiden Bundesministerien BMBF und BMU finanzierten Großprojektes von der Klinikum Mannheim GmbH und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie eingerichtet werden. Der Antrag der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist auch vom Ministerrat bestätigt worden. Damit kann die Ausschreibung der Professur nun erfolgen.

„Die Forschungsaktivitäten, die wir mit der Professur verbinden, sind von besonderer Tragweite für die Bevölkerung und werden ihr zugute kommen. Die Politik hat Beratungsbedarf bei Fragen des Strahlenschutzes. Dafür werden wir die Mannheimer Kompetenz zu nutzen wissen“, so Minister Frankenberg.

Mit der Professur sind zwei Forschungsschwerpunkte verbunden, die auf die Schnittstellen zwischen den Themenfeldern Strahlenwirkungen und Bildgebung fokussiert sind. Eines der Forschungsziele ist es, die Strahlenwirkungen in der Tumortherapie zu optimieren. Hierzu sollen Bildgebungstechniken entwickelt werden, mit denen die Tumorbiologie sowie die Bioverteilung, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Substanzen, die die Strahlenwirkung modifizieren, charakterisiert werden können.

Ein anderer Schwerpunkt liegt auf dem Strahlenschutz. Röntgenbasierte Verfahren haben in der Diagnostik und Therapie einen wesentlichen Anteil daran, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industrienationen deutlich gestiegen ist. Die Fortschritte in der röntgenbasierten Technologie haben jedoch auch zu einem erheblichen Anstieg der Strahlenexposition der Bevölkerung geführt. Auf der Basis einer Risikobewertung röntgenbasierter Verfahren sollen hier Maßnahmen erarbeitet werden, durch die die Exposition medizinischer Strahlenanwendungen im Rahmen der Früherkennung und Heilkunde reduziert wird.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte implizieren eine enge Verbindung sowohl mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie als auch mit dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. Die Professur ist dem Forschungsschwerpunkt Medizintechnik zugeordnet und wird wegen des Schwerpunktes Strahlenwirkung als Abteilung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie geführt.

Die Einrichtung der W3-Stiftungsprofessur für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz stärkt die Medizintechnik, einen der vier ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim, in Forschung und Lehre. So werden auch die an der Medizinischen Fakultät Mannheim Studierenden von der neuen Professur profitieren, die eine zentrale Rolle in der studentischen Lehre im Querschnittsbereich der Bildgebenden Verfahren, der Strahlenbehandlung und des Strahlenschutzes übernehmen wird. Dies gilt im Besonderen für den akkreditierten Masterstudiengang „Medical Physics with Distinction in Radiotherapy and Biomedical Optics“.

Darüber hinaus soll der künftige Inhaber der Professur den Technologietransfer von der Grundlagenforschung in die klinische Medizin in diesem Bereich vorantreiben. Aufgaben in der Krankenversorgung sind mit der Professur hingegen nicht verbunden.


Stiftungsprofessur Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz:

Schwerpunkt der Professur sind Forschungsarbeiten im Bereich der physikalisch-technischen sowie biologischen Grundlagen der Strahlenwirkung.

Insgesamt zehnte Stiftungsprofessur der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

Fördervolumen: 1,5 Mio. Euro für fünf Jahre


Kontakt:

Prof. Dr. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4960
Fax: 0621 / 383 - 2476
E-Mail: frederik.wenz@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0065.txt)


Universitätsmedizin Mannheim ist stark in der onkologischen Therapieforschung

Mannheim erfüllt als einziges Zentrum in Deutschland die Kriterien eines ‚Affiliated Center’ der EORTC

Mannheim, den 16. Juli 2009

Die EORTC (European Organisation für Research and Treatment of Cancer), eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa, hat ihren aktuellen Bericht über die Patientenrekrutierung der ihr angeschlossenen Zentren abgegeben. Danach ist Mannheim das einzige deutsche Zentrum, das die hohen Qualitätskriterien der Organisation in den vergangenen drei Jahren erfüllt hat und aufgrund seiner großen Beteiligung an Studien zu den „Affiliated“ Zentren gehört. Die Berliner Charité, die bisher gemeinsam mit Mannheim zu diesem Kreis gehörte, ist nicht mehr gelistet.

Die EORTC steht für umfangreiche Studien zur Krebstherapie auf einem besonders hohen Niveau. Mithilfe der ihr angeschlossenen Institutionen unterstützt sie die Entwicklung neuer Medikamente und effektiver Therapiestrategien und trägt damit dazu bei, die Standards der Krebsbehandlung in Europa zu verbessern.

Die Universitätsmedizin Mannheim ist mit vier organbezogenen Schwerpunkten in den Arbeitsgruppen der EORTC vertreten: den Gastrointestinalen Tumoren, den Tumoren des Stütz- und Weichgewebes, den Hauttumoren sowie Tumoren der Lunge. Gemeinsam bringen diese Bereiche deutschlandweit die meisten Patienten in die Europäischen Multicenterstudien ein - zum Nutzen der Patienten, denn über die qualifizierten Studien wird ein früher Zugang zu neuen Krebsmedikamenten geschaffen.

Die von der EORTC durchgeführten akademischen Studien sind unabhängig von der Industrie. Nur rund 15 Prozent aller Studien sind von der Industrie finanziert und auch diese bewahren ihre Unabhängigkeit, indem die Datenbanken bei der EORTC gehalten und ausgewertet werden. Der EORTC geht es auch darum, eingefahrene Therapiestrategien hinsichtlich ihrer Effektivität zu hinterfragen. Deshalb führt sie groß angelegte Phase III Studien zur so genannten ‚Standard of Care’ Therapie durch, um für die Patienten die beste Behandlung zu ermitteln.

Professor Dr. Peter Hohenberger, Leiter der Sektion Spezielle Chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, ist zum Januar 2009 für drei Jahre in den Vorsitz der „Soft Tissue and Bone Sarcoma Group“ der EORTC gewählt worden. Darüber hinaus wurden die Mannheimer Onkologen aktuell aufgefordert, dem exklusiven Zirkel der Network of Core Institutions (NOCI) beizutreten.

In der Akzeptanz der Mannheimer Onkologen durch die EORTC spiegelt sich die in der Universitätsmedizin Mannheim gebündelte onkologische Kompetenz wider.


EORTC:

Die Europan Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) ist eine gemeinnützige Organisation für Studien zur Krebstherapie. Sie ist eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa.
Die EORTC ist für ihre hohen Qualitätsstandards und das damit begründete wissenschaftliche Renommee bekannt. Europaweit führen Wissenschaftler in insgesamt 17 internationalen und interdisziplinären Arbeitsgruppen Therapiestudien durch. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Behandlung von Krebs zu optimieren sowie die Überlebenszeit der Patienten zu verlängern und deren Lebensqualität zu verbessern.
Die europäische Organisation unterstützt mit ihrer Arbeit auch den Übergang der Ergebnisse der klinischen Forschung in alltägliche Therapiestandards.
Weitere Informationen unter: http://www.eortc.be


Kontakt:

Prof. Dr. Peter Hohenberger
Leiter der Sektion Spezielle Chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie
Chirurgische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2609
Fax: 0621 / 383 - 1479
E-Mail: Peter.Hohenberger@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0061.txt)


Pädiatrischer Infektiologe mit europäischem Forscherpreis ausgezeichnet

Dr. Tobias Tenenbaum erhält Young Investigator Award der Fachgesellschaft ESPID

Mannheim, den 10. Juli 2009

Dr. med. Tobias Tenenbaum, Facharzt für Kinder- und Jungendmedizin an der Universitätsmedizin Mannheim, ist von der europäischen Fachgesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, ESPID (European Society of Pediatric Infectious Diseases), mit dem Young Investigator Award ausgezeichnet worden.

Der Forscherpreis wurde dem jungen Infektiologen im Rahmen der 27. Jahrestagung der Fachgesellschaft, die vom 9. bis 13. Juni 2009 in Brüssel stattfand, überreicht. Die besondere Auszeichnung hat Dr. Tenenbaum für seine Arbeiten erhalten, in denen er die Bedeutung der Blut-Liquor-Schranke (die physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Liquorsystem des Gehirns) bei der Entstehung der bakteriellen Meningitis erforscht. Dr. Tenenbaum untersucht insbesondere die Mechanismen, mit deren Hilfe Bakterien in das Zentralnervensystem gelangen und dadurch eine bakterielle Hirnhautentzündung hervorrufen.

Die Forschungsarbeiten von Dr. Tenenbaum finden seit geraumer Zeit Anerkennung. Bereits im Jahr 2004 wurde seine Arbeit mit dem Junior-Forschungs-Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie unterstützt.

Dr. Tobias Tenenbaum leitet in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin von Prof. Dr. Horst Schroten die Abteilung Kinderinfektiologie. Er begann seine Forschungstätigkeit im Bereich der Pädiatrischen Infektiologie mit dem Schwerpunkt Meningitis-Pathogenese in der Arbeitsgruppe von Professor Schroten - damals noch an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - im Jahr 2000. Professor Schroten: „Ich freue mich über die internationale Anerkennung der exzellenten Forschungsarbeit meines langjährigen Mitarbeiters. Dies bestätigt einmal mehr, dass Oberarzt Dr. Tenenbaum ein ausgewiesener Experte der Kinderinfektiologie ist.“

Dr. Tenenbaum ist Inhaber des Diploms „Pädiatrischer Infektiologe nach europäischem Curriculum“.



Dr. Tobias Tenenbaum erhält den Preis
aus der Hand von Prof. Dr. George A.
Syrogiannopoulos bei der Jahrestagung
der ESPID in Brüssel.


Young Investigator Award der ESPID:

Der Forscherpreis der europäischen Fachgesellschaft European Society of Pediatric Infectious Dieseases (ESPID) ist der einzige europäische Forscherpreis in der Kinderinfektiologie (Pädiatrische Infektiologie).


Kontakt:

Dr. Tobias Tenenbaum
Leiter der Abteilung Pädiatrische Infektiologie
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2324
Fax: 0621 / 383 - 3818
E-Mail: Tobias.Tenenbaum@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0060.txt)


Sind Bachelor- und Masterstudium in der Medizin ein gangbarer Weg?

Medizinische Fakultät Mannheim sagt „nein“ zum Bachelor in der Medizin und „ja“ zum Bachelor in Medizin- und Gesundheitswissenschaften

Mannheim, den 03. Juli 2009

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat für den „Tag der Lehre“ der Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg ein hoch aktuelles und viel diskutiertes Thema gewählt: den Bologna-Prozess in der Medizin. Und sie hat eine Antwort auf die problematische Fragestellung, ob Bachelor- und Masterstudium ein gangbarer Weg in der Medizin sind.

Zum Hintergrund: Der Bologna-Prozess steht für eine umfassende Reform der Hochschulen und ihrer Studieninhalte. Ziel ist es, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, beispielsweise durch europaweit vergleichbare und gegenseitig anerkannte Abschlüsse. Das bekannteste Ergebnis der Reform ist die Umstellung der Studiengänge auf ein zweistufiges Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Die staatlich geregelten Studiengänge Medizin und Jura sind in Deutschland bisher von der Umstellung ausgenommen. Sie behalten ihre Staatsexamina bei.

Die Fachkreise der medizinischen Lehre befassen sich dennoch mit der Frage nach neuen Studienstrukturen und diskutieren in diesem Zusammenhang die Sinnhaftigkeit eines zweistufigen Studiums mit Bachelor- und Masterabschluss in der Medizin. Dabei überwiegt die Skepsis - die Medizin hat sich bisher gegen die Einführung der neuen Studienstruktur gewehrt. Der Medizinische Fakultätentag warnt vor dem Reformmodell, von dem er sich keine Verbesserungen verspricht und höhere Kosten fürchtet.

Neue Strukturen scheinen dennoch angebracht angesichts der Problematik, dass immer häufiger zeit- und kostenaufwändig für die kurative Patientenversorgung ausgebildete Mediziner in Berufe abwandern, in denen sie nicht kurativ tätig sind. Dies belegen Daten der Bundesagentur für Arbeit. Danach ist knapp ein Viertel der berufstätigen Mediziner nicht als Arzt beschäftigt. Mit der dynamischen Entwicklung des Gesundheitssektors, gewinnen insbesondere Bereiche an Bedeutung, die nicht mit der kurativen Patientenversorgung befasst sind. Hier entstehen neue Berufsfelder, die sich den jungen Hochschulabsolventen erschließen. Gleichzeitig fehlen den Medizinern jedoch Kenntnisse aus Bereichen wie Ökonomie, Management oder Marketing, die für den von ihnen gewählten Beruf essentiell sind, was wiederum Zusatzausbildungen erfordert.

Eine Lösung für das Dilemma bietet das Konzept des Bachelor „Medizin- und Gesundheitswissenschaften“ der Medizinischen Fakultät Mannheim, der in den erfolgreichen Modellstudiengang MaReCuM (Mannheimer Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) integriert ist. Der geplante Bachelor-Studiengang bietet eine gründliche medizin-theoretische Ausbildung und kombiniert diese mit wirtschaftswissenschaftlichen, medizintechnischen, sozial- und präventiv-medizinischen Grundlagen. Auch Fähigkeiten im Bereich von Kommunikation und Management werden vermittelt. Dafür spielen originär ärztliche Tätigkeiten am Patienten in der Ausbildung keine Rolle. Die Medizinische Fakultät Mannheim plant eine hochwertige vierjährige medizin- und gesundheitswissenschaftliche Bachelor-Ausbildung, mit dem Ziel, künftige Führungskräfte im Gesundheitssektor heranzubilden. Diese verlängerte Bachelor-Studiendauer orientiert sich an international vergleichbaren Studiengängen, ist aber in Deutschland in dieser Form einmalig.

Professor Dr. Harald Klüter, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim: „Wir sagen ‚ja’ zum Bachelor in Medizin- und Gesundheitswissenschaften, ohne das Medizinstudium selbst umzustrukturieren. Dieses Angebot einer Ausbildung für medizinnahe Berufe ist an unserer Medizinfakultät durch unsere Forschungsschwerpunkte richtig angesiedelt. Wir sehen dieses Angebot als zukunftweisenden Beitrag zu einer verbesserten Gesundheitsversorgung. Allerdings brauchen wir für die Umsetzung eines solchen Studienganges die Unterstützung des Landes.“

Ein vom Landesministerium in Stuttgart in Auftrag gegebenes Gutachten zur Weiterentwicklung der Medizin an den fünf medizinischen Fakultäten des Landes hatte die Einrichtung eines solchen Bachelor-Studiengangs empfohlen.

Die Medizinstrukturkommission Baden-Württemberg hat das Studienkonzept MaReCuM mit seinem medizinnahen Bachelor-Studiengang in seinem Abschlussbericht von 2006 als innovativ bewertet. Seither studieren in Mannheim jährlich etwa 175 Studierende im neuen Modellstudiengang MaReCuM – mit bislang sehr großem Erfolg.

Symposium zum Tag der Lehre

Die Medizinische Fakultät Mannheim veranstaltet das Symposium „Der Bologna-Prozess in der Medizin“ in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Programm unter: http://www.ma.uni-heidelberg.de/studium/tdl.html

Baden-Württemberg-Zertifikat für Hochschuldidaktik

Im Rahmen des Symposiums werden auch die Hochschuldidaktischen Zertifikate Baden-Württemberg verliehen. Es handelt sich dabei um den Abschluss einer berufsbegleitenden Qualifizierung, eines Weiterbildungsprogramms, das die Qualität der Lehre verbessern soll. Als erste Medizinische Fakultät des Landes fordert die Mannheimer Fakultät von Medizinern die sich habilitieren wollen – künftigen Hochschullehrern – das Baden-Württemberg-Zertifikat ein, das für didaktische Fachkompetenz und damit für Qualität in der Lehre steht.

MaReCuM

Informationen zum Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe finden Sie auf den Seiten des Studiendekanates: http://www.ma.uni-heidelberg.de/studium/

Kontakt:

Prof. Dr. Harald Klüter
Studiendekan
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
"Alte Braucerei"
Röntgenstraße 7
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9737
Fax: 0621 / 383 - 9733
E-Mail: studiendekan@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0058.txt)


Mannheim mit modernstem PET-CT für die molekulare Bildgebung

Siemens Biograph Molecular CT verbessert die Universitäre Krankenversorgung

Mannheim, den 02. Juli 2009

Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim hat sein diagnostisches Spektrum entscheidend erweitert. Seit heute steht dem Institut ein PET-CT der neuesten Generation zur Verfügung - das Siemens Biograph Molecular CT (Biograph mCT). Es ist das erste Gerät, das in dieser CT-Konfiguration in Europa installiert wurde.

Nicht zufällig ist Mannheim Standort dieses innovativen Gerätes, das eine hohe Bildqualität und Patientenkomfort in sich vereint und darüber hinaus wirtschaftlich ist. Als Hybridgerät beinhaltet das PET-CT die beiden bildgebenden Verfahren Positronen-Emissions-Tomographie (aus der Nuklearmedizin) und Computertomographie (Radiologie) und ist damit wie geschaffen für das Mannheimer Institut, in dem die beiden Lehrstühle Klinische Radiologie und Nuklearmedizin in einem Institut unter dem Direktor Professor Dr. Stefan Schönberg vereint sind.

Das PET-CT wird vorwiegend in der onkologischen Diagnostik eingesetzt. Rund 90 Prozent der Untersuchungen betreffen Patienten mit Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Hautkrebs (Melanom) und Brustkrebs (Mammakarzinom). Das PET-CT fügt sich damit in das Gesamtkonzept der Universitätsmedizin Mannheim ein, sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung: Das Klinikum legt einen Schwerpunkt auf die onkologische universitäre Krankenversorgung - mit seinem Interdisziplinären Tumorzentrum (ITM) und einem modernen Tagestherapiezentrum. Darüber hinaus ist die Onkologie einer der vier ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät. Nicht zuletzt deshalb beteiligen sich beide, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, an den Kosten, die sich inklusive der Bau- und Nebenkosten auf rund vier Millionen Euro belaufen.

Das PET-CT liefert im Rahmen einer einzigen Untersuchung sowohl Informationen zu Stoffwechselfunktionen als auch zur Anatomie. So können stoffwechselaktive Tumorherde anhand des Fusionsbildes der PET- und CT-Daten exakt lokalisiert werden. Das PET-CT wird in der Tumordiagnostik eingesetzt, um Tumore frühzeitig und genau im gesamten Körper zu detektieren und verbessert damit die exakte Stadieneinteilung der Krebserkrankung. Wichtig ist das Gerät aber auch zur frühzeitigen Kontrolle, ob der der Tumor auf eine Chemotherapie anspricht. Durch diese Diagnostik wird dem Patienten die Belastung einer für seine Erkrankung unwirksamen Therapie erspart. Stattdessen können die Ärzte ihm rechtzeitig alternative Behandlungsmethoden anbieten. Das spart gleichzeitig mögliche Folgekosten.

Eine komplexe und hochmoderne Therapie, wie sie in der Universitätsmedizin Mannheim geboten wird, setzt gute Diagnostik voraus. Doch nicht nur in der Diagnostik wird auf das PET-CT gesetzt, sondern auch zur bildgestützten Therapie. Es unterstützt die Planung von radiologischen minimal-invasiven Therapien, beispielsweise der Radiofrequenzablation, bei der gezielt in der PET nachweisbare Tumore durch Hitze zerstört werden, oder der modernen 3D-gestützten Tumorbehandlung in der Strahlentherapie.

Die klinische Expertise, um das gesamte Spektrum des Gerätes nutzen zu können, ist am Mannheimer Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin vorhanden. Und die besondere Struktur des Institutes in Form von Geschäftsfeldern, die dafür sorgt, dass der Patient auch bei einer umfassenden Diagnostik mittels verschiedener radiologischer Verfahren stets von „seinem“ Arzt begleitet wird, kommt dem Gerät mit seinen beiden Komponenten PET und CT entgegen.

Der Biograph mCT wird auch eine zentrale Rolle für den künftigen Inhaber der W3-Stiftungsprofessur für Molekulare Bildgebung mit Schwerpunkt Radiochemie spielen, die die Fakultät ausgeschrieben hat und die an das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin angegliedert und in das neu gegründete Institut für Medizintechnologie eingebunden ist.

Technisch ist das Gerät top: Der Biograph mCT ist schnell, bietet durch seine Bildqualität aufgrund einer hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung eine hohe diagnostische Qualität, und die CT-Komponente verursacht weniger Strahlung als herkömmliche Geräte. Pro Rotation nimmt das CT 40 Schichten auf (40 Zeilen Konfiguration). Darüber hinaus ist das Gerät auch durch seine kompakte Bauart mit einem besonders weiten und sehr kurzen Tunnel und einer extra-breiten und bequemen Patientenliege Patienten-freundlich.

Der Biograph mCT unterstützt damit hervorragend die strategische Zusammenarbeit des Instituts mit den anderen Fachdisziplinen der onkologischen Versorgung von Patienten an der Universitätsmedizin Mannheim.



Die CT-Gantry des neuen
PET-CT wird mit vereinten
Kräften an den Ort seiner
Bestimmung gebracht.

Alfred Dänzer,
Prof. Dr. Stefan Schönberg
und Prof. Dr. Klaus van Ackern
(v.l.n.r.) nach getaner Arbeit
vor der PET-Gantry.

Informationen zum Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin:

http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/ikr/

PET-CT:

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, bei dem die Stoffwechselaktivität von Organen und Geweben dargestellt wird.
Die Computertomographie (CT) ist ein radiologisches Verfahren, das Informationen zur Morphologie liefert.
Beim PET-CT können beide Untersuchungen in einem Schritt durchgeführt werden. Da die exakte Postion bei beiden Messungen beibehalten werden kann, ist eine präzise Lokalisation von Befunden anhand des Fusionsbildes möglich.

Kontakt:

Prof. Dr. med Stefan Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: sekretariat@rad.ma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0056.txt)


Kinderkrippe speziell für Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät Mannheim

Engagierter Einsatz im Beruf und Familienleben sollen vereinbar sein

Mannheim, den 26. Juni 2009

Die Kinderkrippe MEDI-KIDS der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, die seit Anfang des Monats Kinder von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Fakultät und von Studierenden betreut, ist heute mit einem Festakt eröffnet worden. Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, Dekan der Medizinischen Fakultät, die Gleichstellungsbeauftragte Professor Dr. Grietje Beck sowie der Erste Bürgermeister der Stadt, Christian Specht, drückten ihre Freude über das speziell auf die Mitarbeiter der Fakultät zugeschnittene Angebot aus.

Die MEDI-KIDS sind in einem Mobilen Raumsystem in der Cheliusstraße 8 untergebracht, in unmittelbarer Nachbarschaft des Arbeitsplatzes der Fakultäts-Mitarbeiter in der Universitätsmedizin Mannheim. Hier werden künftig in zwei Gruppen insgesamt 20 Kinder im Alter von acht Wochen bis drei Jahren betreut. Die Krippe ist an Werktagen von 7 bis 19 Uhr geöffnet und nur an zehn Werktagen im Jahr geschlossen.

Die Kinderkrippe MEDI-KIDS ist eine Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Grietje Beck. Unterstützt wurde das Projekt von Anfang an sowohl von der Geschäftsführung als auch vom Dekan der Fakultät. In seiner Ansprache machte Professor van Ackern deutlich, welchen Stellenwert er der Kinderkrippe einräumt: „Das Angebot trägt zur Attraktivität unserer Arbeitsplätze bei und sichert der Medizinischen Fakultät Mannheim auch im Wettbewerb um neue, hoch qualifizierte Wissenschaftler – Frauen und Männer - einen Standortvorteil. Außerdem wünschen wir uns, dass unsere Mitarbeiter trotz ihrer anspruchsvollen Arbeit für die Wissenschaft, die vollen Einsatz verlangt, ein Privatleben mit Familie führen können. Mitarbeiter mit Kindern können sich aber nur dann mit voller Kraft den Anforderungen des Berufs stellen, wenn sie wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind - dafür setzen wir uns gerne ein.“

Es ist der Fakultät gelungen, Landesgelder und Gelder der EU nach Mannheim zu holen: Eine der beiden Gruppen wird für die Dauer von zwei Jahren durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert, die andere durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Die Gleichstellungsbeauftragte, Frau Professor Dr. Grietje Beck, stellvertretende Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, weiß, wie viel Flexibilität der Beruf der Wissenschaftlerin erfordert. „Wir wollen gezielt Frauen den Weg in unsere Fakultät ebnen. Die Kinderkrippe soll dazu beitragen, dass unsere Wissenschaftlerinnen auch Leitungspositionen bekleiden können. Und wenn Kinder mit von der Partie sind, geht das nur, wenn die Eltern bei der Kinderbetreuung unterstützt werden. “


Eröffnung der Kinderkrippe:
Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern
Christian Specht
Prof. Dr. Grietje Beck
(v.l.n.r.).

Mitarbeiter der Medizinischen
Fakultät Mannheim mit ihren
"MEDI-KIDS".


Förderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung:

Mit dem Förderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung setzt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Anreize für Unternehmen und Hochschulen, neue Betreuungsplätze für Mitarbeiterkinder und Studierendenkinder unter drei Jahren zu schaffen. Bis zu zwei Jahre lang werden 50 Prozent der zuwendungsfähigen Betriebskosten aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert - maximal 6.000 Euro pro Platz und Jahr. Gefördert werden neue Betreuungsgruppen für Mitarbeiterkinder unter drei Jahren in bestehenden oder neuen Einrichtungen.
Weitere Informationen zum Förderprogramm unter http://www.erfolgsfaktorfamilie.de

Kontakt:

Antonia Scheib-Berten
Leiterin des Gleichstellungsbüros
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5964
Fax: 0621 / 383 - 3391
E-Mail: antonia.scheib-berten@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0053.txt)


Neue gesetzliche Regelung: Solariennutzung für Minderjährige verboten

Entscheidung des Bundestags stützt sich auf Studie des Mannheimer Instituts für Public Health

Mannheim, den 23. Juni 2009

Der Bundestag hat am vergangenen Freitag eine gesetzliche Regelung beschlossen, die Minderjährigen die Nutzung einer Sonnenbank in Sonnenstudios, Sportclubs und anderen öffentlich zugänglichen Räumen künftig untersagt. Das Verbot zielt darauf ab, die Zahl der Erkrankungen an Schwarzem Hautkrebs zu senken.

Die Entscheidung für diese deutliche Maßnahme zum Schutz der Jugendlichen basiert auf einer Studie des Mannheimer Instituts für Public Health der Universitätsmedizin Mannheim, die von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) in Auftrag gegeben wurde. Im Rahmen der bevölkerungsbezogenen „SUN-Study“ (Sunbed-Use: Needs for Action-Study) wurden insgesamt 500 Mannheimer Bürger im Alter von 18 bis 45 Jahren zur Solariennutzung, Besuchshäufigkeit und zu ihrer Motivation befragt. Darüber hinaus wurde die Beratung in den Studios und das Risikobewusstsein der Nutzer erfasst.

Die Studie legt deutliche Defizite im Beratungsumfang der Sonnenstudios sowie ein geringes Risikobewusstsein der Solariumnutzer offen. So verzichten 44 Prozent der Nutzer freiwillig nicht nur auf den Service, sondern auch auf die Beratung, indem sie selbstbediente Münzsolarien bevorzugen. Doch auch dort, wo Personal zur Verfügung steht, wird wenig beraten: Sieben von zehn Nutzern wurden im Sonnenstudio nie über Gesundheitsrisiken künstlicher UV-Exposition aufgeklärt, rund 45 Prozent erhielten niemals eine Beratung zum Hauttyp. Darüber hinaus steht fünf von zehn Nutzern eines Solariums keine Schutzbrille zur Verfügung. Und wenn doch, dann wird sie häufig gar nicht aufgesetzt.

Der Mitarbeiter des Mannheimer Instituts für Public Health, Privat-Dozent Dr. Sven Schneider, ist Sozialepidemiologe. Er hat die Studie geleitet. Dr. Schneider kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: „Trotz der schlechten Beratung wissen mehr als 90 Prozent der Nutzer, dass jeder Sonnenbrand einen bleibenden Schaden in der Haut hinterlässt und sowohl natürliche als auch künstliche UV-Strahlung das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht. Vor diesem Hintergrund schätze ich als besonders bedenklich ein, dass das Wissen um die Risiken viele nicht von einem Besuch abhält. Solariennutzer gehen diese Gefahren also „sehenden Auges“ ein. Dies gilt auch für Menschen, die zu einer der bekannten Risikogruppen für Hautkrebs zählen - etwa Personen mit heller Haut, Sonnenbranderfahrung, mit Pigmentmalen oder familiärem Melanomrisiko. Sie gehen genauso häufig wie der Durchschnittsdeutsche in ein Solarium, und das nur, um vermeintlich attraktiver zu sein oder das individuelle Wohlbefinden zu erhöhen. Viele davon sind Jugendliche.“

Prof. Dr. Joachim Fischer, Direktor des Mannheimer Instituts für Public Health, begrüßt die neue gesetzliche Regelung: „Vor dem Hintergrund, dass bereits heute jeder dritte diagnostizierte Krebs ein gefährlicher Hautkrebs ist, sehe ich dies als Chance, die Zahl derer, die sich freiwillig dem Hauptrisikofaktor für Hautkrebs aussetzen, zu verringern.“


Wissenschaftliche Veröffentlichung:

Die SUN-Study erscheint in Kürze in der wissenschaftlichen Zeitschrift Acta Dermato-Venerologica:
Schneider S., Zimmermann S., Diehl K., Breitbart E., Greinert R. (2008)
Risk awareness does not correlate with behaviour: Prevalence, motives and determinants of sunbed use in German adults
Acta Dermatol (in press)

Kontakt:

PD Dr. Sven Schneider
Mannheimer Institut für Public Health
Sozial- und Präventivmedizin
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 7-11
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9917
E-Mail: sven.schneider@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0051.txt)


Mittels MRT der lebenden Zelle auf der Spur

Neuartiges Messverfahren eröffnet neue Perspektiven für die Diagnose und Therapie von Schlaganfall und Tumorerkrankungen

Mannheim, den 10. Juni 2009

Forschern der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Max-Planck-Instituts (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen ist es erstmals gelungen, die für die Zellfunktion wichtigen Ionen Natrium und Kalium gleichzeitig in der lebenden Zelle mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) abzubilden. Damit gelang den Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, mit deren Hilfe die Vitalität von Zellen ohne Strahlenbelastung dargestellt werden kann.

Die Natrium-Kalium-Pumpe ist einer der wichtigsten physiologischen Mechanismen für die Lebensfunktion von menschlichen Zellen. Sie ist für den Austausch von Natrium- und Kalium-Ionen über die Zellmembran hinweg zuständig und sorgt dafür, dass bestimmte Konzentrationen dieser Ionen in der Zelle aufrechterhalten werden. Ist die Zellfunktion durch eine Erkrankung gestört, etwa durch einen Schlaganfall oder eine Tumorerkrankung, so bricht die Natrium-Kalium-Pumpe und damit der für das Überleben wichtige Konzentrationsgradient dieser Ionen in den betroffenen Zellen zusammen.

Die Forscher machen sich dieses Wissen zunutze. Über die Verteilung der Natrium- und Kalium-Ionen wollen sie Rückschlüsse auf die Vitalität von Zellen ziehen. Bisher war es jedoch nicht möglich, mit einem schonenden Verfahren Natrium- und Kalium-Ionen in der lebenden Zelle gleichzeitig sichtbar zu machen. Prof. Dr. Lothar Schad, Dr. Stefan Kirsch und Patrick Heiler von der Medizinischen Fakultät Mannheim sowie Mark Augath (MPI Tübingen) ist dies nun erstmals mit Hilfe der MRT an einem hochauflösenden 9,4 Tesla Gerät gelungen.

Die MRT ist ein nicht-invasives, bildgebendes Verfahren ohne Strahlenbelastung für die Patienten, das in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung der Struktur und Funktion von Geweben und Organen im Körper eingesetzt wird. Die Technik basiert darauf, dass bestimmte Atomkerne - in der konventionellen MRT Wasserstoffkerne (Protonen) - im Körper elektromagnetisch angeregt werden. Gehen die Kerne wieder in ihren ursprünglichen Grundzustand über, senden sie Signale aus, die sich messen lassen. Da verschiedene Gewebearten unterschiedlich starke Signale aussenden, lassen sich auf diese Weise Strukturen sichtbar machen.

Seit einigen Jahren ist es möglich, auch andere körpereigene Atomkerne, beispielsweise Natrium, zur Erstellung von MRT-Bildern zu verwenden. Den Mannheimer Forschern gelang es nun, erstmalig MRT-Bilder basierend auf Kalium-Kernen zu erstellen. Aber nicht nur das: Sie entwickelten darüber hinaus eine „triple-resonante“ Empfangsspule, die im lebenden Organismus gleichzeitig, in einer einzigen Untersuchung, Protonen- , Natrium- und Kalium-Bilder liefert.

Professor Dr. rer. nat. Lothar Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin, freut sich: „Trotz der noch groben Auflösung der Natrium- und Kalium-Bilder lässt sich mit deren Hilfe die Funktion der Natrium-Kalium-Pumpe bildlich darstellen. Diese Darstellung der Zellvitalität eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Schlaganfall und Tumorerkrankungen."

Bisher wurden die Messungen nur an Ratten durchgeführt, jedoch beschäftigt sich das Forscher-Team derzeit mit der Verbesserung der Bildqualität und der Umsetzung dieser Technik für Messungen am Menschen.


Publikation:

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit erscheinen in Kürze im Journal of Magnetic Resonance. Die Publikation ist bereits online verfügbar, unter: doi:10.1016/j.jmr.2009.05.005


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Direktor des Lehrstuhls für Computerunterstützte Klinische Medizin
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5124
Fax: 0621 / 383 - 5123
E-Mail: lothar.schad@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0047.txt)


Wissenschaftspreis blieb kein schöner Traum

Hals-Nasen-Ohren-Arzt der Universitätsmedizin Mannheim für seine Forschungsarbeit über Schlafmedizin ausgezeichnet

Mannheim, den 05. Juni 2009

Auch wenn es um das Thema Schlaf geht – diesen Erfolg verdankt ein Forscher der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) seinem ausgesprochen wachen Verstand: Für seine Untersuchungen über die Wahrnehmung von Gerüchen im Schlaf ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Professor Dr. Boris Stuck mit dem Anton-von-Tröltsch-Preis ausgezeichnet worden. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 36-Jährigen für eine herausragende wissenschaftliche Leistung in seinem Fachgebiet verliehen.

Wie reagiert der Mensch auf Geruchs-Wahrnehmungen, wenn er schläft? Dieser Frage ist Professor Stuck nachgegangen. Antworten darauf hat er in der Fachzeitschrift „Sleep“ veröffentlicht. Dieser Artikel über die Physiologie von Sinneswahrnehmungen während des Schlafs überzeugte die Juroren auf der ganzen Linie.

Der Anton-von-Tröltsch-Preis gilt innerhalb der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde als besonders hoch angesehene Würdigung wissenschaftlicher Arbeit. Verliehen wird er von der „Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie". Professor Stuck nahm ihn am 20. Mai 2009 auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft in Rostock entgegen.

Professor Dr. Karl Hörmann, Direktor der Mannheimer Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, freut sich, dass der Preis in diesem Jahr nach Mannheim gegangen ist: „Für einen Klinikdirektor ist es immer großartig, wenn ein eigener Mitarbeiter in der Fachwelt dermaßen überzeugen kann. Die Auszeichnung ist ein schöner Beleg dafür, dass sich unsere Klinik mit ihrer Leistungsfähigkeit in Krankenversorgung und Wissenschaft wirklich sehen lassen kann. Und letztlich hat sich damit außerdem einmal mehr gezeigt, welchen Nutzen ein Schlaflabor für eine HNO-Klinik hat."

An der Universitätsmedizin Mannheim arbeitet Professor Stuck seit dem Jahr 2000 – hier hat er zuvor Medizin studiert und später seinen Facharzttitel erworben. Er ist Experte für Schlafmedizin und schlafbezogene Atmungsstörungen, aber auch für Allergologie und für Tumorerkrankungen.

In der Schlafforschung fasziniert ihn der Einfluss von Sinneswahrnehmungen weiterhin: So gelangte er kürzlich in einer im „Journal of Sleep Research“ veröffentlichten Arbeit zu dem Ergebnis, dass ein angenehmer Duft wie der nach Rosen schönere Träume zur Folge hat.


Prof. Dr. Boris Stuck
- ausgezeichnet mit dem
Anton-von-Tröltsch-Preis.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Boris A. Stuck
Universitäts-HNO-Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1600
Fax: 0621 / 383 - 3827
E-Mail: boris.stuck@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0046.txt)


Mannheimer Urologe mit Wissenschaftspreis bedacht

Dr. Christian Bolenz befasst sich mit dem Verlauf von Krebserkrankungen der Blase

Mannheim, den 25. Mai 2009

Große Freude bei den Urologen der Universitätsmedizin Mannheim (UMM): Dr. Christian Bolenz hat den diesjährigen Werner-Staehler-Gedächtnispreis erhalten. Die Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie zeichnete den Assistenzarzt jetzt auf ihrer Jahrestagung in Freiburg aus. Er teilt sich den mit 5.000 Euro dotierten Preis mit einem Kollegen des Universitätsklinikums Homburg/Saar. Damit würdigte die Fachgesellschaft die beiden besten auf dem Kongress präsentierten wissenschaftlichen Arbeiten.

Ausgezeichnet wurde Dr. Bolenz für eine Studie zum Harnblasenkrebs. Der junge Arzt und Wissenschaftler konnte in dieser wissenschaftlichen Untersuchung zeigen, dass das Eindringen von Tumorzellen in umliegende Lymphgefäße einen wichtigen Hinweis für den weiteren Verlauf der Erkrankung liefert.

„Erst vor drei Jahren ist dieser Preis schon einmal an unser Haus gegangen", freut sich Professor Dr. Maurice S. Michel, Direktor der Urologischen Universitätsklinik, für sein Ärzteteam. „Eindrucksvoller lässt sich kaum belegen, dass wir sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung in der Ersten Liga spielen."

Der Werner-Staehler-Gedächtnispreis ist nach dem 1984 verstorbenen Professor Dr. Werner Staehler benannt, der die Urologie innerhalb der Medizin zur fachlichen Eigenständigkeit führte.


Dr. Christian Bolenz
- ausgezeichnet mit dem
Werner-Staehler-Gedächtnispreis.

Kontakt:

Dr. Christian Bolenz
Urologische Universitätsklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1610
E-Mail: christian.bolenz@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0045.txt)


Stärkung der gefäßbiologischen Forschung an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt

DFG bewilligt zweite Förderperiode des SFB-TR23 “Vascular Differentiation and Remodeling“

Mannheim, den 25. Mai 2009

Störungen der normalen Funktion von Blutgefäßen sind direkt oder indirekt an mehr als zwei Drittel aller Todesfälle in der Bundesrepublik beteiligt. Sie sind daher bei den wichtigsten und bedrohlichsten Volkskrankheiten wie primäre Herz- Kreislauferkrankungen und Tumorerkrankungen, aber auch Diabetes, Augenerkrankungen und Hauterkrankungen von großer Bedeutung.

Mit der Bewilligung der zweiten Förderperiode des TransRegio-Sonderforschungsbereichs 23 bestätigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt angesiedelte Expertise in der Gefäßbiologie. Als bisher einziger Sonderforschungsbereich in Deutschland widmet sich der im Jahr 2005 eingerichtete SFB-TR23 ausschließlich der Blutgefäßforschung. Dem Forschungsverbund gehören die Universitäten Heidelberg mit den Medizinischen Fakultäten in Mannheim und in Heidelberg, die Universität Frankfurt sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) an.

Die Wissenschaftler der beteiligten Institutionen verfolgen gemeinsam das Ziel, normale und gestörte Funktionen von Blutgefäßen auf der molekularen und zellulären Ebene systematisch zu analysieren und damit die Basis für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren zu schaffen.

Der SFB-TR23 wird künftig von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg koordiniert, da mit dem Übergang in die zweite Förderperiode ein Wechsel in der Sprecherfunktion einhergeht: Professor Dr. Hellmut Augustin übernimmt diese Funktion von Prof. Dr. Karl Plate, Direktor des Neurologischen Instituts (Edinger Institut) der Universität Frankfurt, der den SFB-TR23 in der ersten Förderperiode geführt hat. Professor Augustin ist Inhaber des Lehrstuhls für Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Aventis-Stiftung am Centrum für Biomedizin und Medizintechnik der Medizinischen Fakultät Mannheim (CBTM) und Leiter der Abteilung Vaskuläre Onkologie und Metastasierung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Mit seiner Verankerung sowohl in der Medizinischen Fakultät Mannheim als auch im DKFZ in Form einer Brückenprofessur schafft er eine besonders enge Vernetzung der beiden Einrichtungen auf seinem Forschungsgebiet, die auch dem SFB-TR23 zugute kommt.

Die weitere Förderung des SFB-TR23 “Vascular Differentiation and Remodeling“ wurde für vier Jahre bewilligt. Die zweite Förderperiode ab Juli 2009 beginnt mit einem “Kickoff-Meeting“ am 15. Juli in Mannheim.


Im SFB-TR23 sind die folgenden 18 Arbeitsgruppen zusammengeschlossen:

A2 Emmanouil Chavakis, Stefanie Dimmeler (Frankfurt)
A3 Hellmut Augustin (Mannheim/Heidelberg)
A4 Mirko Schmidt (Frankfurt)
A6 Ingrid Fleming (Frankfurt)
A7 Andreas Fischer (Mannheim)
A8 Johannes Eble (Frankfurt)
A9 Stefan Schneider (Mannheim)
B1 Sergij Goerdt (Mannheim)
B2 Marina Schorpp-Kistner, Peter Angel (Heidelberg)
B5 Carmen Urbich (Frankfurt)
B6 Thomas Wieland, Susanne Lutz (Mannheim)
B7 Stefan Liebner, Karl Plate (Frankfurt)
C1 Yvonne Reiss, Karl Plate (Frankfurt)
C5 Thomas Korff (Heidelberg)
C6 Markus Hecker (Heidelberg)
C7 Nina Wettschureck, Stefan Offermanns (Heidelberg/Frankfurt/Bad Nauheim)
Z1 Tobias Bäuerle, Margareta Müller (Heidelberg)
Z2 Jens Kroll (Mannheim)


Informationen im Internet: www.transregio23.de


Kontakt:

Prof. Dr. Hellmut Augustin, PhD
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
TRIDOMUS-Gebäude Haus C
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9962
Fax: 0621 / 383 - 9961
E-Mail: hellmut.augustin@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Überzeugende Erfolge bei der Behandlung von Leukämien

Von Mannheim aus koordiniertes bundesweites Kompetenznetzwerk veröffentlicht in den zehn Jahren seines Bestehens einzigartige Erfolge

Mannheim, den 20. Mai 2009

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Kompetenznetz „Akute und chronische Leukämien“ stellt in den zehn Jahren seines Bestehens eine positive Entwicklung fest: In dieser Zeitspanne hat sich beispielsweise die prognostizierte Überlebenszeit für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML), eine der vier häufigsten Leukämieformen, um den Faktor zehn verlängert. Dies zeigt auch eine Studie des Kompetenznetzes, in der eine 5-Jahres-Überlebensrate von 92 Prozent ermittelt wurde.

Die bundesweite Zusammenarbeit im Kompetenznetz hat Anteil an diesen Erfolgen. Das Netz fördert die Kooperation zwischen Forschung und Praxis und beschleunigt damit den Wissenstransfer. Dies geschieht zum Wohle der Patienten, deren Heilungschancen und Therapiebedingungen damit verbessert werden.

Das Netz wird von der Medizinischen Fakultät Mannheim, III. Medizinische Klinik koordiniert. Über 400 Forschungsinstitute, Kliniken und Arztpraxen gehören dem Kompetenznetz bundesweit an. Vorteil: Ein schneller und direkter Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen und Therapien.

Das Kompetenznetz strukturiert wesentliche Aktivitäten der Leukämiebehandlung und –forschung in Deutschland. Alle großen Leukämiestudiengruppen und ihre interdisziplinären Partner beteiligen sich am Netz. Es ist maßgeblich an der Erstellung internationaler Richtlinien zur Therapie von Leukämien und bei der Einführung neu entwickelter Substanzen in die Therapie beteiligt. Für Ärzte ist das Kompetenznetzwerk Ansprechpartner zu laufenden Studien, Diagnostik und Therapie, für Patienten und deren Angehörige Informationsquelle bei Fragen zu neuen Therapiemöglichkeiten, klinischen Studien sowie allgemein zu den Leukämien.

Das deutsche Kompetenznetz war auch Wegbereiter europäischer Kooperation. So waren seit 2002 Ärzte und Forschergruppen des Deutschen Kompetenznetzes Mitbegründer des European LeukemiaNet (ELN). Dieses wird von der Europäischen Union gefördert und umfasst zurzeit 162 Zentren in 33 Ländern. Das Kompetenznetz unterstützt die weitere Forschungsförderung, durch Kooperationen mit anderen Kompetenznetzen, die Gründung der „Stiftung Leukämie“ und Public-Private-Partnerships mit der Industrie.

Allein in Deutschland erkranken jährlich bis zu 12.000 Menschen neu an Leukämie (Blutkrebs), darunter 600 Kinder. Diese Blut-Erkrankung, bei der sich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) unnatürlich stark vermehren und andere notwendige Blutbestandteile verdrängen, ist für die Betroffenen lebensbedrohlich.


Kompetenznetz „Akute und chronische Leukämien“

Die Medizinische Fakultät Mannheim, III. Medizinische Klinik engagiert sich aktiv in nationalen und internationalen Forschungsschwerpunkten: Das Kompetenznetwerk „Akute und chronische Leukämien“ wird ebenso wie das europaweite „European LeukemiaNet“ (ELN) von Mannheim aus koordiniert.

Weltweit erforschen Wissenschaftler die tödliche Erkrankung Leukämie. Das Netzwerk unterstützt die Vernetzung von Forschungsverbünden. Ziel ist es, gemeinsam wirksame Therapien zu entwickeln und damit die Überlebenschancen von Leukämie-Patienten zu verbessern.

Das Kompetenznetz wurde von Professor Dr. Rüdiger Hehlmann, bis September 2007 Direktor der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, vor zehn Jahren gegründet und wird von ihm bis heute geleitet. Das Netz wird seit 1999 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/home/

Kontakt:

Prof. Dr. med. Rüdiger Hehlmann
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
III. Medizinische Universitätsklinik
Kompetenznetz "Akute und chronische Leukämien"
Wiesbadener Straße 7-11
68305 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4234
Fax: 0621 / 383 - 4239
E-Mail: ruediger.hehlmann@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Modellstudiengang der Medizinischen Fakultät Mannheim an der Spitze

Im CHE-Hochschulranking ganz vorne: Mannheimer Studierende der Medizin bewerten ihre Fakultät mit Spitzennoten

Mannheim, den 05. Mai 2009

Eindrucksvolle Bestätigung für den neu entwickelten Modellstudiengang Humanmedizin im Rahmen des MaReCuM (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe): Im aktuellen Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) belegt die Medizinische Fakultät Mannheim den Spitzenplatz in der Bewertung durch ihre Studierenden - gemeinsam mit der Universität Lübeck.

Das Centrum für Hochschulentwicklung hat für das umfassendste und detaillierteste Hochschulranking im deutschsprachigen Raum knapp 300 Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland sowie ausgewählte Hochschulen in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden untersucht.

Die Medizinstudiengänge der verschiedenen Hochschulen wurden anhand von fünf Gruppen von Kriterien verglichen; dabei rangiert der Mannheimer Modellstudiengang viermal in der Spitzengruppe: bezüglich der Forschungsreputation, der Bettenausstattung, der Betreuung der Studierenden durch die Dozenten sowie der Studiensituation insgesamt.

Aus dem CHE-Ranking geht darüber hinaus hervor, dass die Medizinische Fakultät Mannheim große Wertschätzung unter den Hochschullehrern genießt: Rund 60 Prozent der Professoren an den deutschen Hochschulen würden ein Medizinstudium in Mannheim aufgrund der Qualität der Lehre empfehlen und rund 68 Prozent der Professoren halten die Medizinische Fakultät Mannheim für führend in der Forschung. Auch damit nimmt die Medizinische Fakultät Mannheim einen Spitzenplatz ein.

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat den Modellstudiengang Humanmedizin im Rahmen des MaReCuM zum Wintersemester 2006/2007 gestartet. Dieser innovative Studiengang bietet den angehenden Ärzten eine praxisnahe, naturwissenschaftlich orientierte Ausbildung mit individuellen Qualifizierungswegen. Je nach persönlicher Neigung können die Studierenden bereits während des klinischen Studienabschnitts einen von drei Qualifizierungswegen – Klinische Praxis, Medizinische Forschung und Humanmedizin mit zusätzlichem Masterabschluss - wählen. Masterstudiengänge bieten leistungsstarken Medizinstudierenden somit die Chance, sich frühzeitig in berufsnahen Feldern zusätzlich zu qualifizieren.

„Wir sehen uns durch das hervorragende Abschneiden im CHE-Ranking einmal mehr bestätigt. Erst im August 2008 haben unsere Studierenden bei ihrem ersten Staatsexamen einen bundesweiten Spitzenplatz belegt“, so Prof. Dr. Harald Klüter, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.


Medizin studieren in Mannheim-
eine hervorragende Sache urteilen
Hochschullehrer und angehende Ärzte.

CHE-Hochschulranking:

Detaillierte Informationen zum Abschneiden der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung:
http://ranking.zeit.de/che10/CHE?module=Fachbereich&do=show&id=420455

Kontakt:

Prof. Dr. med. Harald Klüter
Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Lehrgebäude "Alte Brauerei""
Röntgenstraße 7
68135 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9737
Fax: 0621 / 383 - 9733
E-Mail: harald.klueter@medma.uni-heidelberg.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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Professor Thiel leitet Mannheimer Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Mannheim, den 07. April 2009

Die Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Mannheim sowie der damit verbundene Lehrstuhl sind nach 20 Jahren von Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern an seinen Nachfolger, Professor Dr. med. Manfred Thiel, übergeben worden. Vor einer knappen Woche hat der 50-jährige Facharzt für Anästhesiologie seine neuen Ämter angetreten. Der Vater von zwei Töchtern bringt ein großes Maß an Erfahrung mit, die er in vielen Jahren in der Funktion eines Leitenden Oberarztes an der Klinik für Anästhesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München am Standort Großhadern gesammelt hat.

Professor Thiel übernahm dort 1999 auch die Leitung der interdisziplinären Intensivstation. Sein besonderes klinisches Interesse gilt der anästhesiologischen und intensivmedizinischen Betreuung von Patienten mit Organversagen, insbesondere der Lunge.

Neben seinen langjährigen Erfahrungen als Leitender Oberarzt in verschiedenen operativen Bereichen weist Professor Thiel auch eine große Expertise in der Forschung aus. So koordinierte er als Leiter des Forschungslabors seit 1999 die Forschungsarbeiten der wissenschaftlichen Arbeitsgruppen der Münchener Klinik. Der Wissenschaftler Professor Thiel widmet sich vor allem dem spannenden Thema der Stressforschung. Ziel ist es, Patienten vor, während und nach einer Operation besser als bisher vor den Folgen von psychischem und physischem Stress zu schützen, der zu einer Schädigung bis hin zum Versagen von Organfunktionen führen kann.

Professor Thiel richtet daher seine Forschung darauf aus, sowohl psychisch als auch physisch getriggerte Stressmechanismen zu identifizieren, um damit Ansatzpunkte für neue medikamentöse Strategien zu finden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Sauerstoffmangel, der mit jeder Form von Stress einhergeht. Der Mangel an Sauerstoff ist nicht nur für die Fehlfunktion der Organe bei Stress verantwortlich, sondern er aktiviert gleichzeitig körpereigene Schutzmechanismen, die die Organe vor einer weiteren Schädigung bewahren sollen. Daher steht im Zentrum der Forschung von Professor Thiel unter anderem die Analyse von Sauerstoff-abhängigen Signalmolekülen und Signalwegen und deren Bedeutung für die Regulation der Immunantwort.

Professor Thiel übernimmt eine hervorragend aufgestellt Klinik, die das gesamte Universitätsklinikum Mannheim anästhesiologisch versorgt. Pro Jahr werden hier rund 27.000 Anästhesien durchgeführt. Das gesamte methodische Spektrum der modernen Anästhesie ist verfügbar, sodass für den einzelnen Patienten das medizinisch beste und am wenigsten belastende Anästhesieverfahren gewählt werden kann.

Die Klinik ist darüber hinaus in die Notfallversorgung der Stadt Mannheim integriert und es ist ihr auch die intensivmedizinische Betreuung aller operativen Fächer zugeordnet. Die Versorgung von Schwerkranken und Unfallverletzten gehört ebenso zum breiten Spektrum der Klinik wie die Neurointensivmedizin und die Organersatztherapie. Dafür ist die Klinik nicht nur technisch-apparativ entsprechend ausgerüstet. Sie besitzt auch das pflegerische und ärztliche Know-how, um Hochrisikopatienten intensivmedizinisch zu behandeln.

Das Schmerzzentrum der Klinik versorgt jährlich rund 2.000 Patienten im Rahmen der ambulanten und der stationären Schmerztherapie. Hinzu kommen etwa 1.000 Patienten, die der Akutschmerzdienst nach Operationen betreut.

Im Vergleich aller universitären anästhesiologischen Einrichtungen nimmt die Mannheimer Klinik einen Spitzenplatz bei den Publikationsleistungen und Drittmitteln bezogen auf den Landeszuschuss ein.

Professor Thiel hat dennoch für alle Bereiche – Krankenversorgung, Studentische Lehre und Forschung – auch eigene Konzepte mitgebracht, um den schon jetzt sehr hohen Standard der Klinik weiter auszubauen.

Prof. Dr. med. Manfred Thiel
Direktor der Klinik für Anästhesiologie
und Operative Intensivmedizin

Kontakt:

Prof. Dr. med. Manfred Thiel
Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2614
Fax: 0621 / 383 - 3806
E-Mail: manfred.thiel@umm.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Lungenkrebs: Molekulare Schere entscheidet über Therapieerfolg

Mannheim, den 17. März 2009

Mit Hilfe einer molekularen Schere bahnen sich metastasierende Krebszellen beim Einwandern in benachbarte Gewebe den Weg. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Universitätsmedizin Mannheim zeigten nun, dass diese u-PAR genannte Schere ein Indikator für den Therapieerfolg beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs sein könnte: Je mehr u-PAR die Tumorzellen bilden, desto schlechter wirkt das Krebsmedikament Cetuximab.

In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Krebsmedikamenten entwickelt, die sich gezielt gegen bestimmte Schlüsselmoleküle der Tumorzellen richten. Dazu zählt auch der Antikörper Cetuximab, der an ein Eiweißmolekül andockt, das viele Krebsarten im Übermaß auf ihrer Zelloberfläche tragen. Wird dieses Oberflächenmolekül, der so genannte Wachstumsfaktor-Rezeptor EGF-R, durch Cetuximab blockiert, so empfängt die Krebszelle weniger Signale, die sie zur Zellteilung anregen.

Beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, dem häufigsten Lungenkrebs, deuten bisherige klinische Studien darauf hin, dass nur ein Teil der Patienten von einer Behandlung mit Cetuximab profitiert. Ärzte suchen daher dringend nach Biomarkern, die ein Ansprechen auf die Antikörpertherapie zuverlässig vorhersagen.

Professor Heike Allgayer leitet die Abteilung Experimentelle Chirurgie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg sowie im Deutschen Krebsforschungszentrum die Klinische Kooperationseinheit Molekulare Onkologie solider Tumoren. Die Wissenschaftlerin vermutet, dass der therapeutische Antikörper vor allem einzelne Krebszellen unschädlich machen kann, die sich vom Primärtumor abgelöst haben, in andere Gewebe einwandern und dort zur Tochtergeschwulst auswachsen. Daher konzentrierte sich Allgayer mit ihrem Team auf die Metastasierungsfähigkeit der Lungenkrebszellen. Tatsächlich konnten die Forscher mit Zelllinien des Bronchialkarzinoms erstmals zeigen, dass Cetuximab Wachstum und Einwandern der Krebszellen hemmt sowie die Häufigkeit von Metastasen verringert.

Für ihre Invasion in umgebendes, gesundes Gewebe benötigen Krebszellen bestimmte Proteine, die wie molekulare Scheren wirken und ihnen den Weg frei schneiden. Eine dieser Scheren ist das Protein u-PAR, das als Markermolekül für die Invasionsfähigkeit von Krebszellen gilt. Heike Allgayers Team fand heraus, das die Krebszellen nach Behandlung mit Cetuximab weniger u-PAR ausbilden: Der Antikörper blockiert offenbar die uPAR-Produktion der Zelle.

Allgayers Team zeigte weiterhin, dass nicht-kleinzelliger Lungenkrebs vor allem dann gegen Cetuximab-Behandlung resistent ist, wenn die Krebszellen große Mengen an u-PAR ausbilden. Schalteten die Wissenschaftler mit einem genetischen Trick die u-PAR-Produktion aus, so schlug die Cetuximab-Behandlung wieder an.

„Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass u-PAR beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs ein Indikator für den Erfolg einer Cetuximab-Behandlung sein könnte“, sagt Heike Allgayer. „Je mehr u-PAR die Zellen bilden, desto weniger sprechen sie auf das Medikament an“. In Einklang damit stehen erste Beobachtungen an Lungenkrebs- Patienten: Tumorzellen von Personen, die nicht auf Cetuximab ansprachen, produzierten in der Regel größere Mengen der molekularen Schere u-PAR.

Überraschend für die Wissenschaftlerin war, dass EGF-R selbst, das Zielmolekül des Medikaments Cetuximab, nicht mit dem Ansprechen korrelierte. Weitere Untersuchungen müssen diese Resultate noch absichern. „Wir wollen Möglichkeiten finden, das Medikament gezielt nur denjenigen Patienten zu verordnen, die auch davon profitieren können“, sagt die Ärztin und Wissenschaftlerin. „Die Suche nach geeigneten Biomarkern ist eine der dringlichsten Aufgaben bei der Einführung der neuen, zielgerichteten Therapeutika.“

Originalpublikation:

Nikolova DA, Asangani IA, Nelson LD, Hughes DPM, Siwak DR, Mills GB, Harms A, Buchholz E, Pilz LR, Manegold C, Allgayer H:
Cetuximab attenuates metastasis and u-PAR expression in non-small cell lung cancer: u-PAR and E-cadherin are novel biomarkers of Cetuximab sensitivity.
Cancer Research 2009, DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-08-3236

Kontakt:

Prof. Dr. med. Heike Allgayer, MD, PhD
Leiterin der Abteilung Experimentelle Chirurgie
Medizinische Fakultät Mannheim
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2226
Fax: 0621 / 383 - 3809
E-Mail: heike.allgayer@chir.ma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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Neues Maß für die Bösartigkeit von schwarzem Hautkrebs

Mannheim, den 11. März 2009

Ein Wachstumsfaktor, der die Neubildung von Blutgefäßen im Tumor fördert, zeigt beim schwarzen Hautkrebs das Fortschreiten der Erkrankung an. Neben seiner Wirkung auf die Gefäßwandzellen steigert der Wachstumsfaktor auch die bösartigen Eigenschaften der Krebszellen selbst, wie Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg jetzt veröffentlichten.

Jeder Tumor ist ab einer Größe von einigen Millimetern auf die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff angewiesen. Mit speziellen Wachstumsfaktoren bringt er daher die Gefäßwandzellen benachbarter Blutgefäße dazu, neue Kapillaren sprießen zu lassen, um sich so an den Kreislauf anzukoppeln.

An dieser so genannten Angiogenese ist eine ganze Reihe verschiedener Wachstumsfaktoren und ihrer jeweiligen Empfängermoleküle – Rezeptoren – auf den Gefäßwandzellen beteiligt. Die Abteilungen von Professor Dr. Hellmut Augustin und Professor Dr. Dirk Schadendorf aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg untersuchten die Rolle des Wachstumsfaktors Angiopoietin2 (Ang2) beim schwarzen Hautkrebs, dem bösartigen Melanom. Die Andockstation von Ang2 ist der Rezeptor Tie2 auf der Oberfläche der Endothelzellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden. Gemeinsam mit anderen Signalmolekülen bewirkt Ang2 das Aussprossen der Endothelzellen und die Neubildung von Kapillaren.

Beim Messen der Ang2-Konzentration in Blutproben von Melanompatienten entdeckten die Wissenschaftler, dass größere Tumoren und weiter fortgeschrittene Erkrankungen mit hohen Ang2-Spiegeln einhergehen. Verfolgt man den Ang2-Spiegel einzelner Patienten über die Zeit, so beobachtet man ein Ansteigen parallel zum Fortschreiten der Erkrankung. Patienten dagegen, die bereits lange mit dem Krebs leben – deren Erkrankung also nicht oder nur kaum fortschreitet – haben einen niedrigeren Ang2-Spiegel. Die Wissenschaftler erkannten, dass die Ang2-Konzentration im Blutserum ein präziserer Indikator für das Fortschreiten und das Stadium der Erkrankung ist als die bisher verwendeten Biomarker.

Die enge Assoziation zwischen dem Fortschreiten des Melanoms und dem Ang2-Spiegel warf die Frage auf, ob der Wachstumsfaktor Ang2 tatsächlich nur die Gefäßbildung im Tumor anregt oder ob er darüber hinaus die Eigenschaften der Krebszellen selbst beeinflusst. Ein solcher Effekt war bisher für keinen der verschiedenen Wachstumsfaktoren, die auf die Zellen der Gefäßwände wirken, beschrieben. Tatsächlich bilden die Melanomzellen sowohl das lösliche Ang2 als auch den dazugehörigen Rezeptor Tie2 auf ihrer eigenen Zellmembran. Dadurch sind sie theoretisch in der Lage, sich selbst zu aktivieren. Um dies zu überprüfen, schalteten die Forscher mit einem genetischen Trick die Produktion von Ang2 in Melanomzellen aus. In Testsystemen in der Kulturschale zeigte sich daraufhin, dass die Hautkrebszellen ihre Fähigkeit zur Zellwanderung eingebüßt hatten. Der „Wandertrieb“ von Krebszellen gilt als wichtiger Hinweis für ihre Fähigkeit, im Körper in fremde Gewebe einzudringen und Metastasen zu bilden.

Offenbar kapert der Tumor das Signalsystem der Gefäßneubildung und verstärkt dadurch seine bösartigen Eigenschaften. „Ang2 ist ein vielversprechender Kandidat“, schätzt Hellmut Augustin die Ergebnisse ein, „sowohl als Biomarker für eine bessere Verlaufskontrolle der Erkrankung, als auch als Zielstruktur für therapeutische Maßnahmen.“ Eine Blockade von Ang2 könnte nicht nur die Blutversorgung des Tumors angreifen, sondern auch sein bösartiges Wachstum vermindern.

Originalpublikation:

Iris Helfrich, Lutz Edler, Antje Sucker, Markus Thomas, Sven Christian, Dirk Schadendorf und Hellmut G. Augustin: Angiopoietin-2 Levels Are Associated with Disease Progression in Metastatic Malignant Melanoma.
Clinical Cancer Research 2009, DOI:10.1158/1078-0432.CCR-08-1615
Nikolova DA, Asangani IA, Nelson LD, Hughes DPM, Siwak DR, Mills GB, Harms A, Buchholz E, Pilz LR, Manegold C, Allgayer H:
Cetuximab attenuates metastasis and u-PAR expression in non-small cell lung cancer: u-PAR and E-cadherin are novel biomarkers of Cetuximab sensitivity.
Cancer Research 2009, DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-08-3236

Kontakt:

Prof. Dr. med. vet. Hellmut Augustin
Direktor Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-9962
Fax: 0621 / 383-9961
E-Mail: hellmut.augustin@medma.uni-heidelberg.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Telefon: 0621 / 383 - 1159
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Eisen treibt Tumorzellen in den Tod

Mannheim, den 10. März 2009

Tumorzellen und gesunde Zellen unterscheiden sich erheblich in ihrer Stoffwechselleistung. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum machten sich diesen Unterschied zunutze: Durch die Freisetzung von zellulärem Eisen konnten sie gezielt Tumorzellen in den Tod treiben.

Das schnelle Wachstum von Krebszellen und ihre häufigen Teilungen haben ihren Preis: Krebszellen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als gesunde Zellen. Ihr auf Hochtouren laufender Stoffwechsel benötigt große Mengen an Spurenelementen, insbesondere an Eisen. Jedoch führt ein hoher Eisenspiegel in der Zelle zur Produktion von extrem schädlichen freien Radikalen. Um sich davor zu schützen, inaktiviert die Zelle das freie Eisen durch die Bindung an so genannte Eisenspeicherproteine.

In Zusammenarbeit mit Dermatologen der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg untersuchten Dr. Karsten Gülow und Professor Dr. Peter Krammer, Leiter der Abteilung Immungenetik im Deutschen Krebsforschungszentrum, das Sézary-Syndrom, eine besonders aggressive Form des kutanen T-Zell-Lymphoms. Die meisten bisher verfügbaren Behandlungen können gegen diese tödlich verlaufende Krebserkrankung wenig ausrichten.

Gülow und Kollegen gelang es mit einem molekularbiologischen Trick, in den Lymphomzellen die Produktion eines der Eisenspeicherproteine zu blockieren. Dadurch steigt der Gehalt von freiem, ungebundenem Eisen in der Zelle. Das Eisen kurbelt die Bildung von freien Sauerstoffradikalen an, die oxidativen Stress auslösen und damit die Krebszellen schädigen und in den Tod treiben. Gesunde Zellen mit ihrem niedrigeren Eisenspiegel dagegen überstehen die Behandlung unbeschadet.

Die DKFZ-Forscher haben bereits Hinweise dafür gefunden, dass der Eiseneffekt auch bei anderen Lymphomen wirksam ist. Sie prüfen nun, ob sich die gezielte Eisenfreisetzung für die Entwicklung einer neuartigen Form der Krebstherapie eignet.

Originalpublikation:

Michael K. Kiessling, Claus D. Klemke, Marcin M. Kaminski, Ioanna E. Galani, Peter H. Krammer, and Karsten Gülow: Inhibition of constitutively activated NF-?B induces ROS- and iron dependent cell death in cutaneous T cell lymphoma. Cancer Research 2009; DOI:10.1158/0008-5472.CAN-08-3221.

Kontakt:

Dr. Claus-Detlev Klemke
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Oberarzt der Universitätsklinik für Dermatologie
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2282
E-Mail: claus-detlev.klemke@haut.ma.uni-heidelberg.de

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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Fax: 0621 / 383 - 2162
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(0033.txt)


Bestrahlung beeinträchtigt Leistungsfähigkeit des Gehirns nicht

Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie an der Universitätsmedizin Mannheim

Mannheim, den 6. März 2009

Kann die Bestrahlung des Schädels die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen? Eine Forschergruppe an der Universitäts-Strahlenklinik Mannheim hat in einer von der Dietmar-Hopp-Stiftung geförderten Studie nachgewiesen, dass diese Sorge nicht berechtigt ist.

Die Bestrahlung des Schädels ist eine gängige Therapie zur Behandlung von Gehirntumoren. Sie wird aber auch bei Krebspatienten angewendet, die einen bösartigen Tumor in einem anderen Organ haben und deren Gehirn frei von Tumoren ist. Die in diesem Fall prophylaktische Bestrahlung soll verhindern, dass sich - von dem primären Tumor ausgehend - Metastasen im Gehirn ansiedeln. Viele dieser Patienten sorgen sich, dass die Bestrahlung ihres Kopfes die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigen könnte. Viele Ärzte teilen diese Sorge und tun sich daher schwer bei der Entscheidung, ob sie ihren Patienten eine prophylaktische Bestrahlung empfehlen sollen. Der Verdacht, dass die Bestrahlung negative Auswirkungen auf die Hirnleistungsfähigkeit haben könnte, stammt von älteren Beobachtungen und Studien; da diese jedoch methodische Mängel aufweisen, ist deren Aussagekraft zweifelhaft und der Verdacht daher wissenschaftlich nicht belegt.

In ihrer aktuellen Studie hat eine Forschergruppe um den Leiter der Universitäts-Strahlenklinik Mannheim Professor Dr. Frederik Wenz und die Diplom-Psychologin Grit Welzel verschiedene Teilfunktionen der Hirnleistungsfähigkeit vor, während und nach der Bestrahlung des Schädels ermittelt. Es wurden Patienten mit einem gesunden Gehirn und Patienten mit durch Hirnmetastasen oder ein so genanntes Hirnödem vorgeschädigtem Gehirn untersucht. Die Wissenschaftler konnten eindeutig belegen, dass das gesunde Gehirn die Bestrahlung ohne Beeinträchtigung toleriert. Nur bei Patienten mit vorgeschädigtem Gehirn war eine vorübergehende Einschränkung des verbalen Gedächtnisses festzustellen, die das Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis) betraf.

Der Nachweis, dass die seltenen Störungen der Hirnleistungsfähigkeit bereits unmittelbar während der Strahlentherapie auftreten können, ist ebenfalls interessant. Denn dies widerspricht der auch in Lehrbüchern weit verbreiteten Meinung, dass Nebenwirkungen neuropsychologischer Prägung erst nach mehreren Jahren auftreten. Dies muss auf der Basis der neuen Erkenntnisse revidiert werden.

Die Erkenntnisse der Studie werden die Therapieentscheidung von Strahlentherapeuten und anderen Krebsärzten beeinflussen, da sie die Auswirkungen der Bestrahlung auf die Lebensqualität ihrer Patienten nun besser einschätzen und ihre Patienten entsprechend beraten können.

Originalpublikationen:

Die Ergebnisse der Studie sind publiziert:

  1. Welzel G., et al.: Memory function before and after whole brain radiotherapy in patients with and without brain metastases.
    Int. J. Radiat. Oncol. Biol. Phys. 72: 1311-1318, 2008
  2. Welzel G., et al.: Acute neurocognitive impairment during cranial radiation therapy in patients with intracranial tumors.
    Strahlenther. Onkol. 184: 647-654, 2008

Kontakt:

Grit Welzel
Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4494 / -3530
Fax: 0621 / 383 - 3493
E-Mail: grit.welzel@radonk.ma.uni-heidelberg.de

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Pilotstudie zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen

Heinrich-Vetter-Stiftung fördert innovatives Forschungsprojekt der Medizinischen Fakultät Mannheim mit 15.000 Euro

Mannheim, den 24. Februar 2009

Dank einer Anschubfinanzierung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung in Höhe von 15.000 Euro können Wissenschaftler des Lehrstuhls für Computerunterstützte Klinische Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ein Pilotprojekt starten, von dem Patienten mit Nierenerkrankungen profitieren. Ziel des Forschungsvorhabens an der Universitätsmedizin Mannheim ist es, mit der dynamischen MRT ein schonendes Verfahren zu entwickeln, das die Nierenfunktion in der klinischen Routine exakt ermittelt.

„Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung der Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Sie ist eine nicht-invasive Technik ohne Strahlenbelastung für die Patienten. Zwei Parameter charakterisieren die Nierenfunktion: der Durchfluss (so genannte Perfusion) und die Filtrationsfähigkeit der Niere. Diese können zwar mit Hilfe der MRT ermittelt werden, die Qualität der Aufnahmen ist jedoch bisher nicht zufriedenstellend, da die durch die Atembewegungen hervorgerufene Bewegung der Organe während der Aufnahmen Artefakte entstehen lässt“, so Professor Dr. rer. nat. Lothar Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin.

Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser (li)
übergibt den Förderbetrag
der Heinrich-Vetter-Stiftung an
Prof. Dr. Lothar Schad (re)

Um die Nierenfunktion mittels MRT exakt bestimmen zu können, müssen daher die Bewegungsartefakte korrigiert werden. In Voruntersuchungen konnten Mannheimer Wissenschaftler um Dr. Ing. Frank Zöllner zeigen, dass neue Aufnahmetechniken, so genannte Propellertechniken, einen Teil der Bewegungen während der Messung ausgleichen können, wodurch eine bessere Bildqualität erzielt wird. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen die Propellertechniken auf die dynamische Bildgebung zur Nierenfunktionsbestimmung übertragen werden. Für eine optimale Bildqualität müssen die Parametereinstellungen ermittelt werden, die eine gute zeitliche und räumliche Auflösung bei gleichzeitig hoher Unterdrückung von Bewegungsartefakten liefern.

„Die Erkrankung der Nieren ist ein langsamer Prozess. In der Regel dauert es Jahre, bis das Nierengewebe so weit geschädigt ist, dass eine lebenslange Dialyse oder die Transplantation einer Niere notwendig ist. Werden Nierenerkrankungen durch ein schonendes und aussagekräftiges Diagnoseverfahren in der klinischen Routine frühzeitig erkannt und dann behandelt, erspart dies vielen Patienten ein Fortschreiten der Erkrankung“, so Privatdozent Dr. med. Henrik Michaely aus dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim.

Die Förderung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung ist eine Anschubfinanzierung für einen Projektantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft („Entwicklung einer dynamischen Bildgebungstechnik für die Nierenfunktionsdarstellung mit reduzierten Bewegungsartefakten“). „Wir freuen uns, wenn wir mit unserer Förderung dazu beitragen, dass ein Forschungsprojekt, das vielen Patienten zugute kommt, auf den Weg gebracht wird“, betont der Vorsitzende der Heinrich-Vetter-Stiftung, Professor Dr. Carl-Heinrich Esser.

Kontakt:

Professor Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Direktor des Lehrstuhls für Computerunterstützte Klinische Medizin
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5124
Fax: 0621 / 383 - 5123
E-Mail: lothar.schad@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

(0031.txt)


Neue Erkenntnisse bei der Entschlüsselung von Herzinfarktgenen

Zwei europäische Studien unter Beteiligung der Medizinischen Fakultät Mannheim liefern Hinweise auf bisher unbekannte Mechanismen der Infarktentstehung

Mannheim, den 12. Februar 2009

Im Rahmen von zwei groß angelegten europäischen Studien konnten Wissenschaftler jetzt drei neue Genvarianten identifizieren, die mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einhergehen. An den Studien, die unter der Federführung von Forschern der Universität Lübeck durchgeführt wurden, waren Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beteiligt. Die Ergebnisse der Studien werden in der kommenden Print-Ausgabe des renommierten Fachmagazins Nature Genetics publiziert.

Die Mannheimer Forschergruppe hat einen wichtigen Baustein zu der neuen Entdeckung beigetragen. Im Rahmen der beiden Studien untersuchten die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. rer. nat. Peter Bugert am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie zahlreiche genetische Marker bei gesunden Probanden. Der Vergleich dieser Ergebnisse mit entsprechenden Daten von Herzinfarktpatienten identifizierte insgesamt drei Gene, die an der Entstehung eines Herzinfarktes beteiligt sind. Die Gene liegen auf unterschiedlichen Chromosomen und haben unterschiedliche Funktionen. Dem so genannten MRAS Gen auf Chromosom 3 wird eine wichtige Rolle in der Biologie der Blutgefäße zugesprochen. Das HNF1A Gen auf Chromosom 12 steht in enger Beziehung zum Cholesterinstoffwechsel. Und das LPA Gen auf Chromosom 6 reguliert die Konzentration eines so genannten Lipoproteins, eines Moleküls im Blut, das Fette transportiert.

Jedes Jahr sterben in Europa rund 750.000 Menschen an einem Herzinfarkt. Neben bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zigarettenrauchen und Übergewicht spielen vererbbare Risikofaktoren eine erhebliche Rolle bei der Infarktentstehung. Die in den Studien entdeckten Gene und ihre Vererbungsmuster liefern überraschende neue Einblicke in die Mechanismen der Herzinfarktentstehung, die wichtig für die Prävention und Therapie des Herzinfarktes sind. So können die neuen Erkenntnisse dazu beitragen, die individuelle Risikobewertung bislang nicht erkrankter Personen zu optimieren. Außerdem ist zu erwarten, dass sie in der Entwicklung neuer medikamentöser Therapien münden.

Originalpublikationen:

Die beiden Publikationen sind in der Online-Ausgabe von "Nature Genetics" als "Advanced Online Publications" verfügbar:

  1. "New susceptibility locus for coronary artery disease on chromosome 3q22.3."
    http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/pdf/ng.307.pdf
  2. "Genome-wide haplotype association study indentifies the SLC22A3-LPAL2-LPA gene cluster as a risk locus for coronary artery disease."
    http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/pdf/ng.314.pdf

Kontakt:

Professor Dr. rer. nat. Peter Bugert
Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Freidrich-Ebert-Straße 107
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 3706 - 8122 / -9495
Fax: 0621 / 3706 - 9496
E-Mail: peter.bugert@medma.uni-heidelberg.de

Kontakt für Journalisten:

Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de

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