UMM an EU-Projekt beteiligt, das Vorhersagen über die Wirksamkeit von Avastin erlauben soll
Mannheim, den 6. Februar 2012
Die Prognose für Darmkrebspatienten hat sich in den vergangenen Jahren erheblich zum Positiven hin verändert. Dies ist vor allem auf verbesserte Chemotherapien zurückzuführen sowie auf den Einsatz von Substanzen, die „zielgerichtet“ dem Tumorwachstum entgegenwirken. Der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab – bekannt unter dem Handelsnamen Avastin (Roche) – zählt zu diesen Substanzen. Viele Patienten profitieren von der Therapie mit Avastin. Es gibt aber ebenso Patienten, die nicht auf die Therapie ansprechen.
Die Europäische Union hat jetzt ein Projekt initiiert, das zum Ziel hat, Avastin künftig nur noch zielgerichtet denjenigen Patienten mit Darmkrebs zu verabreichen, die tatsächlich einen Nutzen von der Therapie haben. Das Projekt „Angiopredict“ läuft über drei Jahre und wird in diesem Zeitraum mit insgesamt 6 Millionen Euro gefördert. Davon gehen rund 600.000 Euro an Professor Dr. Matthias Ebert von der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).
Es ist das Ziel einer „individualisierten Medizin“, jedem einzelnen Patienten möglichst schnell die für ihn am besten geeignete Therapie zukommen zu lassen. Dies spart Zeit, vermeidbare Nebenwirkungen sowie unnötige Kosten. Dazu gehört es, anhand von so genannten Biomarkern die Patienten herauszufiltern, die von einer Therapie profitieren. Das europaweite Forschungsprojekt Angiopredict hat zur Aufgabe, entsprechende Marker bei Darmkrebspatienten zu identifizieren. Gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Mechanismen dieser Erkrankung.
In einer klinischen Studie, die nach identischem Studienprotokoll in Deutschland und Irland durchgeführt wird, untersuchen die Mannheimer Mediziner die Wirksamkeit von Avastin in Kombination mit Chemotherapie bei Darmkrebspatienten. Parallel dazu werden Gewebe- und Blutproben für die Identifizierung von Biomarkern gewonnen. Die Studie koordiniert Professor Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der UMM, der dafür ein regionales Studiennetz aufbauen wird. Darüber hinaus führen die Mannheimer Wissenschaftler experimentelle Gewebeuntersuchungen durch. Ein Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit im Rahmen des Projektes Angiopredict liegt darauf, im Krebsgewebe epigenetische Biomarker zu identifizieren, die mit dem Nicht-Ansprechen auf die Therapie mit Avastin korrelieren.
Die individualisierte Tumortherapie ist ein wichtiger Schwerpunkt von Professor Ebert. Für die Identifizierung von potenziellen Markern für Diagnose und Prognose bei Tumorerkrankungen setzt er modernste Technologien ein. Dazu gehören beispielsweise die DNA-Chip-Technologie, die Proteomik sowie DNA-Methylierungs-Analysen, um epigenetische Veränderungen der DNA nachweisen zu können, die mit dem Ansprechen auf bestimmte Medikamente in Verbindung gebracht werden können.
Das Projekt Angiopredict wird in Mannheim von Professor Ebert geleitet. Darüber hinaus sind von der UMM Professor Dr. Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik, Professor Dr. Philipp Ströbel, stellvertretender Leiter des Pathologischen Instituts, Dr. Elke Burgermeister, Leiterin des wissenschaftlichen Labors der II. Medizinischen Klinik, sowie Professor Dr. Ralf Hofheinz, Oberarzt an der III. Medizinischen Klinik und Leiter des Tagestherapiezentrums am Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim, beteiligt.
Der Wirkstoff von Avastin ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF). Der Antikörper verhindert, dass sich der Tumor durch die Neubildung von Gefäßen an die Sauer- und Nährstoffversorgung über das Blutgefäßsystem ankoppelt. Auf diese Weise wird der Tumor ausgehungert, gleichzeitig wird die Metastasierung unterbunden.
EU-Projekt Angiopredict
Europaweites Projekt zur Identifizierung von Biomarkern, die eine Vorhersage über die Wirksamkeit von Avastin beim einzelnen Darmkrebspatienten erlauben.
Laufzeit des Projektes: 3 Jahre
Fördersumme insgesamt: 6 Mio. Euro
Fördersumme UMM: rund 600.000 Euro
Darmkrebs
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in der westlichen Welt und gleichzeitig der zweithäufigste Grund für Krebsassoziierte Todesfälle. Etwa die Hälfte der Patienten entwickeln Metastasen.
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Festliche Veranstaltung in der Aula der Alten Universität / Ehrung von Dr. Fuchs und Dr. Martini
Mannheim, den 24. Januar 2012
Mit einem „feierlichen Einzug“ eröffnet der Rektor, Professor Dr. Bernhard Eitel, gemeinsam mit seinen Ehrengästen Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker, Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs und Dr. Hans Martini die heutige Festveranstaltung in der Aula der Alten Universität. Drei besondere Anlässe, die alle einen Bezug zur Stadt Mannheim haben, sind Garant dafür, dass die Aula bis auf den letzten Platz besetzt ist: Im Mittelpunkt steht die feierliche Einführung von Professor Bicker in das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, anschließend werden zwei weitere Persönlichkeiten geehrt: Der Mannheimer Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs erhält die Universitätsmedaille und dem ehemaligen Sozialbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Hans Martini, wird die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät Mannheim verliehen.
Professor Bicker hat am 1. Oktober 2011 seine Aufgaben in der Medizinischen Fakultät Mannheim von Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, dem langjährigen Vorsitzenden des Fakultätsvorstands, übernommen. Für das Amt vorgeschlagen wurde er Anfang des vergangenen Jahres vom Rektor der Universität Heidelberg, im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Mannheim GmbH. Professor Bicker stieß auch innerhalb der Medizinischen Fakultät auf große Zustimmung. Ende Februar wählte der Fakultätsrat ihn mit großer Mehrheit zum hauptamtlichen Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.
Der 66-jährige Wissenschaftler, Mediziner und Manager verfügt aus den Jahrzehnten seiner äußerst erfolgreichen Karriere über umfangreiche unternehmerische Erfahrungen aus der forschenden Industrie, verbunden mit einer ausgewiesenen Expertise im ökonomischen Bereich. Hinzu kommt, dass er die Universität Heidelberg seit seinem Medizinstudium kennt und ihr als Ehrensenator verbunden ist. In der Medizinischen Fakultät Mannheim ist er als außerplanmäßiger Professor seit seiner Habilitation im Fach „Experimentelle Chemie“ verwurzelt.
„Seine vielseitigen Erfahrungen aus verschiedenen Positionen im Hochschulbereich ebenso wie an verantwortlicher Stelle in der Wirtschaft machen ihn zur idealen Besetzung für diese verantwortungsvolle Aufgabe“, betont der Rektor in seiner Ansprache. Es gelte, die Medizin im Zusammenwirken mit dem Universitätsklinikum am Standort Mannheim durch Medizintechnik und mit dem erfolgreichen Studiengang MaReCuM weiter zu profilieren und zugleich die standortübergreifende Zusammenarbeit im lebenswissenschaftlichen Bereich in der Metropolregion zu intensivieren. "Ich bin überzeugt, dass er das erfolgreich umsetzen wird."
Der Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs erhält die Universitätsmedaille aus der Hand des Rektors, der damit seinen außerordentlichen Einsatz für die Universität Heidelberg und insbesondere sein Engagement für die Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg anerkennt. Dr. Fuchs ist ein Mannheimer Unternehmer. Er entwickelte das Schmierstoffunternehmen, das er von seinem Vater übernommen hatte, zu einem der weltweit größten Schmierstoffhersteller. Heute ist Dr. Fuchs stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Hauptaktionär der Fuchs Petrolub AG.
Dr. Hans Martini wird von der Medizinischen Fakultät Mannheim die Würde eines Doktors der Medizin ehrenhalber (Dr. med. honoris causa) für sein herausragendes Engagement für die Medizinische Fakultät Mannheim und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit verliehen. Er ist damit die sechste Persönlichkeit, die die Mannheimer Medizinfakultät seit ihrer Gründung im Jahr 1964 mit dieser Auszeichnung ehrt. Dr. Martini hat in den 60er und 70er Jahren, in denen er als Bürgermeister das Sozialdezernat der Stadt Mannheim leitete, die Sozial- und Gesundheitspolitik Mannheims gestaltet und bleibende Akzente gesetzt.
An der Gründung der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) war er maßgeblich beteiligt. „Ohne Herrn Dr. Martini, quasi dem Geburtshelfer, wäre das ZI nicht in dieser Form, und sicher nicht in Mannheim entstanden“, so Professor Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, in seiner Laudatio.
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Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Geschäftsführer des Universitäts- klinikums Mannheim für das Geschäfts- feld Forschung und Lehre, Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Uwe Bicker. |
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Im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie zeigt: Opioide löschen das Schmerzgedächtnis im Rückenmark dauerhaft
Mannheim, den 14. Januar 2012
Schmerzforscher der Medizinischen Universität Wien und der Universitätsmedizin Mannheim haben eine wichtige Entdeckung gemacht, die möglicherweise die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen verändern wird. Im Laborversuch konnten sie mit einer hoch dosierten Gabe von Opioiden (morphinähnliche Substanzen) das Schmerzgedächtnis, das für chronische Schmerzen verantwortlich ist, löschen.
Schmerzen sind stets unangenehm, und trotzdem als Warnsignal unverzichtbar, um den Körper auf Gefahr hinzuweisen und auf diese Weise zu schützen. Neben dem akuten Schmerz als normaler Reaktion des Körpers, gibt es auch den chronischen Schmerz, der bestehen bleibt, wenn der Auslöser der normalen Schmerzreaktion längst nicht mehr vorhanden ist. Über längere Zeit andauernder akuter Schmerz führt dabei zu zellulären Veränderungen an den Synapsen, den Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Rückenmark. Über die so genannte synaptische Potenzierung bildet sich eine „Gedächtnisspur“, die sich als Schmerzgedächtnis im Rückenmark ausbildet. Genau diese Gedächtnisspur im Rückenmark lässt sich durch Opioide wieder löschen.
Opioide werden erfolgreich in der Langzeittherapie von Schmerzen eingesetzt. Sie lindern Schmerzen, solange sie dem Körper zugeführt werden. Bislang war es jedoch nicht gelungen, damit auch die Ursachen von Schmerzen zu beheben.
Die aktuellen Untersuchungen sind an Versuchstieren in tiefer Narkose durchgeführt worden. Dabei werden Schmerzfasern kontrolliert erregt und die Gedächtnisbildung im Rückenmark aufgezeichnet. Das vollständige Absetzen von Opioiden kann Schmerzen verursachen. Die Forscher haben nun gezeigt, dass eine hohe Dosis von Opioiden einen ebenso starken Effekt erzielt. Sie konnten nachweisen, dass eine hoch dosierte Kurzzeittherapie Veränderungen an den Synapsen verursacht, die die zelluläre Gedächtnisspur im Rückenmark löschen kann.
Studien mit chronischen Schmerzpatienten sind in Planung. Wenn sich der wissenschaftliche Ansatz dort bestätigt, könnte dies einen Paradigmenwechsel in der Schmerztherapie bedeuten, indem in Zukunft Schmerzen nicht mehr nur symptomatisch behandelt, sondern die Ursachen von chronischen Schmerzen, die Ausbildung des Schmerzgedächtnisses im Rückenmark, beseitigt werden können.
Erasure of a Spinal Memory Trace of Pain by a Brief, High-Dose Opioid Administration
Ruth Drdla-Schutting, Justus Benrath, Gabriele Wunderbaldinger, Jürgen Sandkühler
Science 13 January 2012; Vol. 335 no. 6065 pp. 235-238
DOI: 10.1126/science.1211726
http://www.sciencemag.org/content/335/6065/235.full
Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Justus Benrath
Oberarzt, Leiter Schmerzzentrum
Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin
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Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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Ministerpräsident würdigt besondere Verdienste von Professor Bicker mit dem Hessischen Verdienstorden
Mannheim, den 13. Januar 2012
„In Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um das Land Hessen“ ist Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde dem Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg heute von der Staatssekretärin im Hessischen Finanzministerium, Professor Dr. Luise Hölscher, in der Hessischen Staatskanzlei überreicht.
In seiner Laudatio im Rahmen des feierlichen Aktes hob Professor Dr. Horst F. Kern, ehemaliger Präsident der Phillipps-Universität Marburg, drei Aspekte des Wirkens von Professor Bicker besonders hervor, die dem Land Hessen und seiner Bevölkerung zugute gekommen seien: seine Rolle bei der Umstrukturierung der Behringwerke in Marburg ab 1994, seine wichtige Rolle bei der Initiierung von start up Firmen in der Nano- und Biotechnologie in Hessen sowie sein ehrenamtliches Engagement bei der Profilierung von Universitäten und Fakultäten.
Professor Bicker ist Chemiker und Mediziner mit umfangreichen Erfolgen im Forschungs- und Unternehmensmanagement. Von 1975 bis 1994 war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche Diagnostics) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Von dort wechselte er 1994 zur Hoechst Gruppe, wo er in den folgenden zehn Jahren seine Expertise an der Schnittstelle von Forschung und deren Umsetzung, bis hin zur Produktion, in führenden Positionen verschiedener Unternehmen einbringen konnte - so auch im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg, und als Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG.
„Das von Professor Bicker in den Jahren 1994 bis 2002 getragene unternehmerische Konzept der Neustrukturierung der „alten“ Behringwerke hat sich inzwischen als nachhaltige Weiterentwicklung des mittelhessischen Industrieraums erwiesen“, so Professor Kern. Auch sei der weltweit größte und innovativste Diagnostikkonzern, die Siemens Healthcare Diagnostics, maßgeblich durch das persönliche Engagement von Professor Bicker entstanden.
Daneben hob Professor Kern das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Professor Bicker für Universitäten und kulturelle Einrichtungen in Hessen hervor. So war er maßgeblich an der Initiierung des „Science4life“ Wettbewerbs beteiligt, der über die Jahre in Hessen zur Gründung einer großen Zahl von start up Firmen geführt hat, hauptsächlich von Absolventen der verschiedenen Hochschulen. Darüber hinaus habe er sich als ehrenamtliches Mitglied des Stiftungsvorstands der Aventis Foundation in ungewöhnlicher Weise um die Förderung von hessischen Projekten verdient gemacht, wie die Förderung der Alten Oper, des Ensemble Moderne, der Kronberg Akademie und der Kunsthalle Schirn in Frankfurt.
Seit 1999 ist Professor Bicker Vorsitzender des Universitätsbundes der Philipps Universität Marburg und langjähriges Mitglied des Hochschulrats, dem er heute vorsitzt. Darüber hinaus ist er Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ verlieh ihm der Bundespräsident 2007 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Professor Bicker hat im Oktober 2011 das Hauptamt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg übernommen und ist gleichzeitig Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.
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Die Staatssekretärin und das Ehepaar Bicker bei der Feierstunde (v.l.n.r. Prof. Dr. Luise Hölscher, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Uwe Bicker, Christa Bicker). Foto: e.blatt |
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Methylierungsstatus des Gens TFAP2E entscheidet offenbar über die Wirksamkeit der Chemotherapie
Mannheim, den 5. Januar 2012
Einen möglicherweise bedeutenden Schritt hin zur individualisierten Behandlung von Darmkrebs haben Wissenschaftler der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) getan. In einer Studie mit mehr als 200 Patienten konnten sie in dem Gen TFAP2E einen neuen Biomarker identifizieren, der eine Vorhersage über das Ansprechen von Darmkrebspatienten auf die Chemotherapie erlauben sollte; und zwar einerseits auf eine Chemotherapie mittels 5-Fluorouracil (5-FU) und anderen Chemotherapeutika und andererseits von 5-FU in Verbindung mit einer Strahlentherapie. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt im New England Journal of Medicine publiziert.
Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine Hypermethylierung des Gens mit einer Resistenz gegen den bei dieser Erkrankung häufig eingesetzten Wirkstoff 5-FU einhergeht. In vier unabhängig voneinander untersuchten Patientenkollektiven mit kolorektalem Karzinom ließ sich dieser Zusammenhang nachweisen. Auch dem Mechanismus dieser Resistenz sind die Wissenschaftler auf der Spur: Sie fanden heraus, dass die Methylierung von TFAP2E dazu führt, dass das Gen DKK4 verstärkt abgelesen wird. DKK4 ist bereits früher mit einer Resistenz gegen 5-FU in Verbindung gebracht worden.
Die unter der Leitung von Professor Dr. Matthias Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der UMM, durchgeführte Studie zeigt als eine der ersten wissenschaftlichen Studien überhaupt, dass das Methylierungsmuster eines Gens als Biomarker für eine Chemoresistenz dienen kann. „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zielgerichteten Therapie. Die Daten müssen allerdings zunächst in einer prospektiv angelegten Studie bestätigt werden. Halten sie der Überprüfung stand, so sollte der neue Biomarker künftig dazu beitragen, dem einzelnen Darmkrebs-Patienten von Anfang an die für ihn am besten passende Therapie zukommen zu lassen“, so Professor Ebert.
Denn obwohl die Krebsforschung wirkungsvolle Medikamente hervorgebracht hat, spricht doch nicht jeder Patient gleich gut auf die Chemotherapeutika an. Manche Krebszellen haben Resistenzen gegen normalerweise wirksame Medikamente entwickelt. Häufig ist eine Fehlregulation bestimmter Gene verantwortlich, wenn Patienten von einer Therapie nicht profitieren. Prädiktive Marker, die eine Vorhersage über das Ansprechen oder die Resistenz gegenüber einer bestimmten Therapie erlauben – eben beispielsweise der Nachweis eines solchen fehlregulierten Gens – sind daher wichtig, um schon vor dem Einsatz einer Chemotherapie ermitteln zu können, ob der Tumor darauf ansprechen wird oder nicht.
Die Forschung im Zusammenhang mit TFAP2E und DKK4 geht weiter: Zunächst müssen die Erkenntnisse nun im Rahmen von weiterführenden klinischen Studien überprüft werden. Und auch der genaue Wirkmechanismus birgt noch Geheimnisse. Sollte sich TFAP2E als prädiktiver Marker für die Chemoresistenz bestätigen, könnte die Hemmung von DKK4 darüber hinaus ein Ansatzpunkt für eine Therapie sein, um Tumoren wieder sensibel für die Chemotherapie zu machen.
TFAP2E/DKK4 and Chemoresistance in Colorectal Cancer
Matthias P.A. Ebert, et al.
New England Journal of Medicine; January 5, 2012
http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1009473
Epigenetische Modifizierung
Die Epigenetik befasst sich mit vererbbaren Eigenschaften von Zellen, die nicht in der Sequenz der Erbsubstanz DNA festgelegt sind, sondern durch Modifikationen an den Chromosomen erfolgen. Eine der wichtigsten epigenetischen Veränderungen ist die Methylierung der DNA.
DNA-Methylierung als Mechanismus der Genregulation
Bei der Methylierung der DNA werden Methylgruppen auf eine der vier Basen der DNA (Cytosin) übertragen. Die DNA-Methylierung findet generell in den regulatorischen Regionen der betroffenen Gene statt und spielt eine Rolle bei der Regulation der Gen-Expression. Die Methylierung der DNA ist in vielen verschiedenen Lebewesen nachgewiesen. Da die Methylierung die Abfolge der Bausteine der DNA nicht verändert, handelt es sich nicht um eine genetische Mutation, wenngleich die Methylierungsmuster vererbt werden.
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Medizinische Fakultät Mannheim hat erfolgreich Mittel aus dem „Qualitätspakt Lehre“ eingeworben
Mannheim, den 21. Dezember 2011
Eine gute Investition in die Qualität der Lehre: Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat sich gemeinsam mit ihrer Schwesterfakultät in Heidelberg, sowie den medizinischen Fakultäten der Universitäten Tübingen und Freiburg, mit einem Verbundantrag in der zweiten Runde des „Qualitätspakts Lehre“ durchgesetzt. Die im „Kompetenznetz Lehre Baden-Württemberg“ zusammengefassten vier Medizinfakultäten werden über fünf Jahre mit sechs Millionen Euro darin unterstützt, ihre Lehrkonzepte für die Ausbildung junger Ärzte weiter zu entwickeln.
Mit dem „Qualitätspakt Lehre“ will das Bundesministerium dazu beitragen, die Studienbedingungen an den Universitäten weiter zu verbessern und die Qualität der Lehre zu fördern. In der Medizin soll dabei das Lernen, Lehren und Prüfen inhaltlich und methodisch noch stärker an der ärztlichen und wissenschaftlichen Berufspraxis ausgerichtet werden.
Aus dem gemeinsamen Topf fließen rund 2,5 Millionen Euro an die beiden Medizinfakultäten der Universität Heidelberg. „Wir bieten hier in Mannheim bereits eine hervorragende Medizinerausbildung. Die vom Bundesministerium zugesagten Mittel werden wir dafür verwenden, die Ausbildung unserer Studierenden im Praktischen Jahr noch zu verbessern“, so Professor Dr. Udo Obertacke, Leiter des „Kompetenzzentrum Praktisches Jahr“ an der Medizinischen Fakultät Mannheim.
Seit die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Jahr 2006 den Modellstudiengang MaReCuM eingerichtet hat, bescheinigt ihr alljährlich das hervorragende Abschneiden ihrer Studierenden im Ersten Staatsexamen (M1) eine besonders hohe Qualität der Lehre im neu aufgebauten Grundstudium: Die Mannheimer Medizinstudenten belegten seit dem Bestehen der Vorklinik jedes Jahr in der bundesweiten Zentralprüfung einen der vordersten Plätze – in den vergangenen zwei Jahren jeweils den Spitzenplatz.
Die Mannheimer Medizinfakultät ist außerdem darauf bedacht, die Lehre auch im Praktischen Jahr (PJ) weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt dieses letzten Studienabschnitts vor dem Eintritt in den Beruf des Arztes steht die Ausbildung am Patienten im Klinikalltag - und inzwischen vermehrt auch im ambulanten Bereich. Das „Kompetenzzentrum Praktisches Jahr“ an der Medizinischen Fakultät Mannheim hat im August 2011 ein neues, innovatives Lehrkonzept im PJ eingeführt. Als bundesweit erste Medizinfakultät hat sich die Mannheimer Fakultät von dem klassischen Konzept der Tertiale in Chirurgie, Innerer Medizin und einem Wahlfach verabschiedet. Das PJ untergliedert sich nun in vier Quartale. Das vierte Praxisquartal wird verbindlich in der „Ambulanten Medizin“ absolviert – also zum Beispiel in einer Hochschulambulanz, klinischen Tageseinrichtung oder fachärztlichen Praxis.
„Mit dem neuen Lehrkonzept wollen wir unsere Studenten noch besser auf die aktuellen Gegebenheiten vorbereiten“, so der Unfallchirurg Professor Obertacke. „Denn die Zahl der Patienten, die im ambulanten Bereich diagnostiziert und behandelt werden, steigt und der Stellenwert der ambulanten Versorgung wird weiter zunehmen“, skizziert Professor Obertacke die Entwicklung.
Im Praktischen Jahr sollen die Studierenden optimal darauf vorbereitet werden, die Anforderungen, die an den ärztlichen Beruf gestellt werden – wie Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit – im Berufsalltag gut bewältigen zu können. Damit dies in Zukunft noch besser gelingt, will die Fakultät mit den vom Bundesministerium zugesagten Mitteln zunächst eine Bestandsaufnahme der fachübergreifenden ärztlichen Kompetenzen vor dem Praktischen Jahr vornehmen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend maßgeschneiderte, innovative Unterrichtskonzepte für die PJ-Studenten entwickelt werden. Damit will die Fakultät dem gesteckten Ziel gerecht werden, ihre angehenden Mediziner ideal auf die ärztliche und wissenschaftliche Berufspraxis vorzubereiten.
Der „Qualitätspakt Lehre“ ist als dritte Säule des Hochschulpakts 2020 im Juni 2010 beschlossen worden. Das von Bund und Ländern getragene Programm zielt darauf ab, die Studienbedingungen zu verbessern und die Qualität in der Lehre zu fördern.
Das „Kompetenznetz Lehre in der Medizin Baden-Württemberg“ hatte einen Verbundantrag eingereicht, der nun auch in der zweiten Runde erfolgreich war. Die vier am Kompetenznetz beteiligten Medizinfakultäten in Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Tübingen arbeiten an unterschiedlichen Themenschwerpunkten in den Bereichen Lernen, Lehren und Prüfen. Durch die Zusammenarbeit der Verbundpartner kann so ein umfassendes neues Modell der Lehre im Medizinstudium entstehen.
Kontakt:
Dr. Harald Fritz
Geschäftsbereich Studium und Lehrentwicklung
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-9736 (Sekretariat)
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de
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Neue Studie weist flexible Immunabwehr in evolutionsbiologisch alten Immunzellen nach
Mannheim, den 2. Dezember 2011
Offenbar sind die Makrophagen lange Zeit unterschätzt worden. Rund 130 Jahre nach der Entdeckung dieser Immunfresszellen durch den Nobelpreisträger Ilja Iljitsch Metschnikow hat jetzt eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erstmals nachgewiesen, dass es Makrophagen gibt, die über ein flexibles Immunerkennungssystem verfügen. Die Makrophagen, die seit jeher als klassische Pfeiler des angeborenen Immunsystems angesehen werden, besitzen demnach Eigenschaften, die bisher nur dem adaptiven Immunsystem zugeschrieben wurden.
Die möglichen Implikationen dieses bisher unbekannten Makrophagen-Immunsystems für die Entzündungsforschung sind zahllos. „Da Makrophagen an chronischen Entzündungsprozessen nahezu jeglicher Couleur beteiligt sind, beeinflusst die Entdeckung die Erklärungsmodelle für unterschiedlichste Erkrankungen, deren Entstehung und Verläufe bislang unverstanden sind“, so Professor Dr. Wolfgang Kaminski. Der als Oberarzt am Institut für Klinische Chemie der UMM tätige Labormediziner hat die Forschungen gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Beham, Oberarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie der UMG, federführend geleitet.
Am Beispiel der Tuberkulose konnte die Gruppe um Professor Kaminski bereits nachweisen, dass das neu entdeckte Makrophagen-Verteidigungssystem eine bedeutende Rolle bei der Immunabwehr im Zusammenhang mit dieser gefährlichen Infektionskrankheit spielt, an der derzeit weltweit etwa 10 Millionen Menschen erkrankt sind.
Zum Hintergrund der Entdeckung: Unser Immunsystem verfügt über zwei verschiedene Mechanismen, mit denen es als „fremd“ erkannte Organismen oder Substanzen bekämpft: die angeborene (innate) und die erworbene (adaptive) Immunantwort. Das aus evolutionsbiologischer Sicht deutlich ältere System ist die angeborene Immunantwort.
Bislang war die Wissenschaft davon überzeugt, dass die angeborene Immunantwort im Gegensatz zur erworbenen Immunantwort nicht flexibel ist, nur unselektiv auf fremde Reize reagieren kann und daher auch über kein „immunologisches Gedächtnis“ verfügt. Demgegenüber sind die Gedächtniszellen des lernenden Immunsystems besonders wirksam bei wiederkehrenden Reizen: Wurden diese beim ersten Kontakt als gefährlich eingestuft, so wird eine sehr produktive und selektive Immunantwort ausgelöst. Reize, die als ungefährlich eingestuft wurden, erzeugen eine Immuntoleranz.
Die aktuelle Arbeit legt jedoch nahe, dass die in der Evolution lange vor den Lymphozyten des lernenden Immunsystems entstandenen Makrophagen bereits über dieselben spezifischen Immunerkennungsmechanismen verfügen, die die Lymphozyten als Ausführungsorgane des heutigen adaptiven Immunsystems nutzen. Die neu entdeckte Makrophagenpopulation bildet möglicherweise eine Brücke zwischen dem klassisch angeborenen Immunsystem und dem nach bisheriger Kenntnis nur von Lymphozyten benutzten lernenden Immunsystem.
Angesichts der zentralen Bedeutung der Makrophagen in der generellen Immunabwehr gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das neu entdeckte flexible Makrophagen-Verteidigungssystem eine wichtige Rolle bei der Entstehung weiterer makrophagen-abhängiger Entzündungserkrankungen einnimmt. Hierzu zählen neben der Atherosklerose, der Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall, rheumatische und neurodegenerative Erkrankungen sowie Krebs-assoziierte Entzündungen.
„Die Erkenntnisse aus dieser von Kollegen Kaminski und Mitarbeitern durchgeführten Arbeit sind unbedingt wegweisend und werfen gleichzeitig viele neue Fragen auf: Wie umfangreich wird das immunologische Repertoire von diesen Makrophagen genutzt, und wieweit sind sie tatsächlich „lernfähig“? Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen könnte die Behandlung von vielen Erkrankungen grundlegend verändern und ist schon deshalb nicht hoch genug einzuschätzen“, so Professor Dr. Michael Neumaier, Direktor des Mannheimer Instituts für Klinische Chemie.
An der aktuell publizierten Studie sind außer der Universitätsmedizin Mannheim und der Universitätsmedizin Göttingen auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin Göttingen, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Universitäten Sydney, Dublin und Moskau beteiligt.
Publikation
Die Ergebnisse der Studie sind aktuell im renommierten open-access Fachmagazin Public Library of Science Pathogens [PLoS Pathogens] publiziert:
TNF-Regulated Recombinatorial Macrophage Immune Receptor Implicated in Granuloma Formation in Tuberculosis
November 2011; Volume 7, Issue 11, e1002375
doi:10.1371/journal.ppat.1002375
http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.1002375
Makrophagen
Ilja Iljitsch Metschnikow hat die Immunfresszellen vor rund 130 Jahren entdeckt und ist dafür im Jahr 1908 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Seitdem war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die evolutionsbiologisch „alten“ Makrophagen als Bestandteil der angeborenen Immunantwort – im Gegensatz zu den Lymphozyten des adaptiven Immunsystems – nicht über ein System der flexiblen Immunabwehr verfügen.
Für die Entdeckung der so genannten Dendritischen Zellen, der immunologischen „Geschwisterzellen“ der Makrophagen (beide gehen aus derselben innaten Vorläuferzelle hervor), wird Ralph Steinman posthum am 10.12.2011 der Medizinnobelpreis verliehen.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Wolfgang Kaminski
Institut für Klinische Chemie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-4012
E-Mail: Wolfgang.Kaminski@umm.de
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(0188.txt)
Onkologischer Arbeitskreis Mannheim würdigt die Arbeiten zweier Wissenschaftlerinnen
Mannheim, den 18. November 2011
Der Onkologische Arbeitskreis Mannheim hat auch in diesem Jahr im Rahmen seines Herbstsymposiums zwei junge Wissenschaftlerinnen für ihre besonders innovativen Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die diese an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) durchgeführt haben: Dr. med. Genevieve Schindler überzeugte mit ihrer wissenschaftlichen Publikation über eine Genmutation, die sie gehäuft in seltenen Hirntumoren nachweisen konnte, und erhielt dafür den Preis für Experimentell-Onkologische Forschung. Dr. sc. hum. Teresa Peccerella setzte sich mit ihrer Doktorarbeit, in der sie die Identifizierung neuer Tumormarker im Blut von Krebspatienten beschreibt, im Wettbewerb um den Promotionspreis durch.
Dr. med. Genevieve Schindler ist 31 Jahre alt und Assistenzärztin in der Weiterbildung an der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Mannheim. Die Arbeit, die in der ausgezeichneten Publikation mündete, erfolgte in Kooperation mit der Neuropathologischen Klinik in Heidelberg und mit dem DKFZ. Hier wurden insgesamt 1.320 Gewebeproben von verschiedenen Hirntumoren auf einen bestimmten Gendefekt hin untersucht: Eine Punktmutation im B-Raf-Gen, einem Krebsgen (Onkogen), das die Information zur Synthese einer Proteinkinase bereitstellt. Die Mutation in B-Raf führt dazu, dass ein wichtiger zellulärer Signalweg, der in gesunden Zellen nur bei akutem Bedarf eingeschaltet wird, dauerhaft aktiv ist und dadurch zur unkontrollierten Zellvermehrung führt.
Die junge Ärztin konnte zeigen, dass die Mutation gehäuft in einigen seltenen Hirntumoren anzutreffen war. Für den einzelnen Patienten ist der Nachweis der Mutation entscheidend, denn bei Trägern dieser Mutation kann im Anschluss an die chirurgische Entfernung des Tumors eine zielgerichtete Chemotherapie empfohlen werden, da die Tumore aufgrund ihrer ungünstigen Lage häufig nicht vollständig entfernt werden können.
Dr. sc. hum. Teresa Peccerella ist 32 Jahre alt. Sie hat an der Hochschule Mannheim studiert und am Institut für Klinische Chemie der Medizinischen Fakultät Mannheim promoviert. Ziel ihrer Arbeit war es, im Blut von Krebspatienten Tumormarker zu identifizieren, die bereits im Frühstadium der Erkrankung eine Vorhersage über die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung und des Überlebens der Patienten erlauben. Dafür erstellte sie mittels Massenspektrometrie Proteom-Expressionsprofile aus dem Blut von Patienten mit Melanomen und anderen soliden Tumoren.
Die junge Wissenschaftlerin konnte dabei ein Protein identifizieren, das als Tumormarker dienen kann. Im Rahmen ihrer Arbeit entwickelte sie darüber hinaus eine Methode zum massenspektrometrie basierten Protease-Profiling, einem Verfahren mit dem krankheitsassoziierte Veränderungen der Proteinausstattung in der Zelle detektiert werden können. Dies kann dazu dienen, ein verbessertes prognostisches Klassifikationssystem für solide Tumoren zu etablieren.
Herbstsympsoium des Onkologischen Arbeitskreises
Das Herbstsymposium des am Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim (ITM) angesiedelten Onkologischen Arbeitskreises, bei dem die beiden Wissenschaftlerinnen ausgezeichnet wurden, widmete sich am 15. Oktober 2011 dem Thema „High Tech“ und „Soft Skills“ – Beiträge zum Diagnose- und Therapiefortschritt in der Onkologie.
Kontakt:
Prof. Dr. Peter Hohenberger
Chirurgische Klinik
Leiter der Sektion Thoraxchirurgie und spezielle Chirurgische Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-2609
E-Mail: peter.hohenberger@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0187.txt)
Mannheimer Wissenschaftler an Forschungsprojekt zum Myelodysplastischen Syndrom beteiligt / Ergebnisse in Nature publiziert
Mannheim, den 16. November 2011
Hämatologen der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sind intensiv an einem internationalen Kooperationsprojekt zum Myelodysplastischen Syndrom (MDS) beteiligt, das überraschende Erkenntnisse über einen bislang unbekannten Entstehungsmechanismus dieser bösartigen Erkrankung des Knochenmarks liefert.
Die Wissenschaftler entdeckten gehäuft genetische Veränderungen, die einen Mechanismus bei der Synthese der Blutzellen betreffen. Dass die vorliegenden Ergebnisse im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht wurden, unterstreicht deren Relevanz: „Es liegt auf der Hand, dass der Nachweis dieser Mutationen künftig die Therapie dieser Krebserkrankung beeinflussen wird“, bestätigt Dr. med. Daniel Nowak, einer der Erstautoren der Publikation, der als Assistenzarzt und Gruppenleiter im molekulargenetischen Labor wichtigen Anteil an der Arbeit hat.
Als Myelodysplastisches Syndrom wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen der Reifungsprozess bei der Blutbildung nachhaltig gestört ist. Ausgehend von genetisch veränderten Ursprungszellen (Stammzellen) des Knochenmarks bildet der Körper funktionsuntüchtige Blutzellen. Die Erkrankungen sind selten, treten aber mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf. Die III. Medizinische Klinik der UMM hat in den vergangenen zwei Jahren unter der Leitung ihres Direktors Professor Dr. med. Wolf-Karsten Hofmann ein international zertifiziertes Exzellenz-Zentrum für MDS aufgebaut. Dort werden viele Patienten behandelt und die Grundlagen der Erkrankung intensiv erforscht.
Mittels des so genannten whole-exome sequencing, also der Bestimmung der kompletten genetischen Information aller bekannten Gene von insgesamt 29 Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom, entdeckten die an dem Kooperationsprojekt beteiligten Wissenschaftler gehäuft genetische Veränderungen, die einen Mechanismus der Proteinsynthese betreffen, und zwar die so genannte mRNA splicing Maschinerie. Die mRNA ist eine Abschrift der genetischen Information DNA (Desoyribonukleinsäure). Sie dient als Vorlage für die Synthese von Proteinen. Bevor dieser Prozess, die Translation, eingeleitet wird, müssen aus den initial transkribierten RNA Molekülen nicht-kodierende Sequenzen, so genannte Introns, entfernt werden. Dieser Vorgang wird als splicing bezeichnet.
Die meisten der neu identifizierten Mutationen betreffen Gene, die eine Funktion beim splicen von RNA haben. Durch die Beeinträchtigung der Funktion dieser Gene ist der normale Splicevorgang in den Stammzellen des blutbildenden Knochenmarks gestört, was bei diesen Patienten die Blutbildung (Hämatopoese) beeinträchtigt.
Die Mannheimer Wissenschaftler konnten die den Splicing Pathway betreffenden genetischen Veränderungen, die von mehreren japanischen Arbeitsgruppen identifiziert worden waren, validieren und mit anderen molekularen Techniken bestätigen. Die Mutationen sind signifikant häufig und sehr spezifisch in den Tumoren des Knochenmarks zu finden. Die vorliegenden Ergebnisse liefern erstmals einen Hinweis darauf, dass genetische Veränderungen der Splicing Maschinerie eine Rolle in der Entstehung des Myelodysplastischen Syndroms spielen. „Diese Entdeckung eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die gezielte Therapie dieser Erkrankungen“, ist sich Dr. Nowak sicher.
Publikation
Frequent pathway mutations of splicing machinery in myelodysplasiahttp://www.nature.com/nature/journal/v478/n7367/full/nature10496.html
Kontakt:
Dr. med. Daniel Nowak
III. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383-6935
E-Mail: daniel.nowak@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0186.txt)
Aktuelles Buch von Herbert Renz-Polster fordert neues Maß für die Erziehung
Mannheim, den 10. Oktober 2011
Wenn es um die Erziehung von Kindern geht, sind die Ansichten vielfältig. Immer neue Theorien erklären, was Kinder brauchen und was Eltern angeblich falsch machen. Das Problem: Die Theorien ändern sich nicht nur ständig, sie widersprechen sich auch. Kein Wunder, dass die Eltern verunsichert sind.
„Ein guter Teil von dem, was über Kinder behauptet wird, ist reine Spekulation“, davon ist Dr. med. Herbert Renz-Polster überzeugt. Er ist Vater von vier Kindern, Kinderarzt, und hat als Autor gerade sein drittes „Elternbuch“ herausgebracht, das sich mit der Kindergesundheit und der kindlichen Entwicklung befasst. Am Mannheimer Institut für Public Health (MIPH; Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg) beschäftigt er sich vor allem mit Fragen der Entwicklungs- und Gesundheitsförderung bei Kindern.
Renz-Polster verfolgt einen evolutionsbiologischen Ansatz. Danach folgt die Entwicklung von Kindern nicht der Willkür, sondern einem sinnvollen Muster, das sich als Antwort auf die Herausforderungen gebildet hat, vor denen die Kinder in der Menschheitsgeschichte immer wieder standen. Die wissenschaftliche Basis von Renz-Polsters publizistischem Werk liegt damit in der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie, die davon ausgeht, dass das Aussehen und Verhalten der heutigen Lebewesen darauf beruht, dass sie mit diesen Eigenschaften in der Vergangenheit Erfolg hatten.
Auch in seinem neuen Buch „Menschenkinder. Plädoyer für eine artgerechte Erziehung“, das Anfang des Monats im Kösel-Verlag erschienen ist, empfiehlt Renz-Polster, in der Erziehung an den Kindern selbst Maß zu nehmen, wie sie sich über Tausende von Jahren entwickelt haben. Sein Motto: Erziehung neu denken. Letztlich geht es darum, die in den Kindern angelegten Stärken zu erkennen und zur Grundlage von Erziehung zu machen.
„Wer Kinder von ihren evolutionären Wurzeln her versteht, landet automatisch bei einer Frage, die wir heute zwar für Legehennen stellen, für Kinder aber viel zu lange vernachlässigt haben: der Frage nach dem artgerechten Entwicklungsrahmen“, so Renz-Polster. Auf 192 Seiten geht er den Fragen nach, unter welchen Umständen Kinder am besten gedeihen, was ihnen Rückenwind verschafft und was Gegenwind, und was wir – als Eltern, aber auch als Gesellschaft – tun können, um für unsere Kinder einen angemessenen Entwicklungsrahmen zu schaffen. Dabei räumt er auch mit Lügen und Mythen auf, die den Eltern bei der Erziehung heute oft genug im Weg stehen.
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(0185.txt)
Förderpreis für Schmerzforschung an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim
Mannheim, den 6. Oktober 2011
Der Nerven-Wachstums-Faktor NGF trägt dazu bei, dass Schmerzen verstärkt und länger wahrgenommen werden: Zwei Forscher der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. med. Otilia Obreja und PD Dr. rer. nat. Roman Rukwied, konnten zeigen, dass der Nerven-Wachstums-Faktor NGF ein Grund dafür ist, dass die Nervenfasern, die den Schmerzreiz ans Gehirn übermitteln, bei Patienten mit chronischen Schmerzen nicht wie bei Gesunden auf Dauer „ermüden“. NGF ist für das längere Durchhaltevermögen der Fasern verantwortlich.
Für ihre Arbeit, die im Fachjournal PAIN veröffentlicht ist („NGF enhances electrically-induced pain, but not axon reflex sweating“; PAIN 2011, Vol.152, 1865-1863), wurden die beiden Wissenschaftler heute beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim mit dem mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis der Kategorie Grundlagenforschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2011 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. vergeben. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).
Dauerhafte Schmerzzustände und gesteigerte schmerzhafte Empfindungen sind typisch für Patienten mit Nervenschädigung (Neuropathie). Die genauen Ursachen und Mechanismen dieser neuropathischen Schmerzen sind noch weitgehend ungeklärt. Neue Hinweise fanden die Mannheimer Forscher dank Untersuchungen an gesunden Menschen, Studien an Patienten und tierexperimenteller Forschung. „Nervenfasern haben die Funktion, die Informationen eines äußeren Reizes, etwa Helligkeit von Licht oder Intensität von Schmerz, vom Reizort zu unserem Gehirn zu leiten, vergleichbar mit einem elektrischen Kabel, das ein Signal von A nach B überträgt. Die Nervenfasern, die zur Schmerzempfindung beitragen, sogenannte Nozizeptoren, leiten besonders langsam und werden bei wiederholter Aktivierung zunehmend langsamer, als würden sie ermüden“, erläutert Dr. Obreja. Diese „Ermüdung“ der Nervenfasern ist bei Patienten mit chronischen Schmerzen weniger stark ausgeprägt, allerdings nur in einer speziellen Untergruppe von Fasern, die für mechanische Reize unempfindlich sind (sogenannte „stumme“ Nozizeptoren).
Die Forscher konnten am Menschen zeigen, dass ein körpereigenes Eiweiß, der sogenannte Nerven-Wachstums-Faktor NGF, eine mechanische Überempfindlichkeit auslöst, einhergehend mit einer Übererregbarkeit der „Leitungskabel“, die sie mittels elektrischer Stimulation der Haut testeten. „Diese Übererregbarkeit war spezifisch für Nozizeptoren, da der gleiche elektrische Reiz die Funktion der „autonomen“ Nervenfasern, die unsere Schweißdrüsen aktivieren, nicht veränderte“, erklärt Dr. Rukwied. Die direkte Wirkung von NGF auf einzelne Nervenfasern wurde am Hausschwein untersucht, dessen Nervenfasern denen des Menschen am ähnlichsten sind. Tatsächlich reduzierte NGF das „Ermüden“ lediglich bei den „stummen“ Nozizeptoren. Wie beim Menschen waren auch beim Hausschwein die „autonomen“ Nervenfasern von NGF nicht beeinflusst.
Die Forschungsansätze der beiden Mannheimer Wissenschaftler eröffnen neue Perspektiven bei der Aufklärung der Mechanismen, die zur Schmerzchronifizierung führen, indem ihre Ergebnisse das Konzept der Schmerzentstehung auf die „Kabel“ der Nervenzellen erweitern. Die klinische Relevanz der Untersuchungen belegt der erfolgreiche Einsatz von Antikörpern gegen NGF (Tanezumab®) bei der Behandlung chronischer Schmerzpatienten. Die Ergebnisse von Dr. Obreja und PD Dr. Rukwied eröffnen damit auch neue Perspektiven für die Therapie von chronischen Schmerzen.
Kontakt:
Dr. med. Otilia Obreja
PD Dr. rer. nat. Roman Rukwied
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon 0621 / 383-3170 oder -4157
Otilia.Obreja@medma.uni-heidelberg.de
Roman.Rukwied@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0184.txt)
Professor Bicker lenkt künftig die Geschicke der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Universitätsklinikums Mannheim in Forschung und Lehre
Mannheim, den 4. Oktober 2011
Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker ist seit dem 1. Oktober 2011 Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre. Beide Ämter hat er von Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern übernommen, der die Fakultät 20 Jahre fast durchgängig führte.
Der in Bensheim lebende, 65-jährige Wissenschaftler und Manager ist seit dem Jahr 1976 als außerplanmäßiger Professor mit der Mannheimer Medizinfakultät verbunden. Nach dem Studium der Chemie in Berlin und dem Medizinstudium in Heidelberg - akademische Ausbildungen, die er jeweils mit der Promotion abschloss - hatte er sich hier im Fach „Experimentelle Chemotherapie“ habilitiert.
Als Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg konnte Professor Bicker die Geschicke der Fakultät bereits in der Vergangenheit mit gestalten, etwa als es um die Frage ging, ob die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät ausgebaut werden soll.
In der Industrie hat Professor Bicker höchste Managerpositionen bekleidet. Rund 20 Jahre war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche AG) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Anschließend brachte er rund zehn Jahre seine Expertise in führenden Positionen verschiedener Unternehmen der Hoechst Gruppe (heute Sanofi Aventis) ein. Der Naturwissenschaftler und Mediziner war im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg, und Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG, 2004 wurde er in den Stiftungsvorstand von Aventis Research & Technology Frankfurt berufen.
Professor Bicker hält Mandate in verschiedenen Aufsichtsräten und Beiräten und wirkt in den Gremien zahlreicher universitärer, wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen. Unter anderem engagiert er sich im Kuratorium der gemeinnützigen Aventis Foundation. Im Jahr 2007 erhielt er für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Professor Bicker bringt vieles mit, was der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) künftig zugute kommt: Begeisterung für die Grundlagenforschung ebenso wie für die forschende klinische Medizin, Verständnis für die Belange der forschungsgeleiteten Lehre sowie unternehmerische Erfahrung.
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Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker. |
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(0183.txt)
Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Andreas Fischer für die Leitung einer neuen Helmholtz-Nachwuchsgruppe aus
Mannheim, den 29. September 2011
Dr. Andreas Fischer baut künftig als Nachwuchsgruppenleiter eine eigene Forschungsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf. Dafür stellt ihm die Helmholtz-Gemeinschaft über fünf Jahre ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro zur Verfügung, mit dem er neben der eigenen Stelle mindestens drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung finanzieren kann.
Dr. Fischer war bislang Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Fischer erforscht unter anderem die Entwicklung von Blutgefäßen. Er untersucht molekulare Signale, die auf Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, einwirken. Diese Signale bestimmen, wo diese Zellen zu neuen Äderchen aussprossen, ob sich die neuen Gefäße zu Venen oder zu Schlagadern entwickeln und wie die jungen Blutgefäße ausreifen. In der Krebsforschung ist die Angiogenese, das Sprossen neuer Blutgefäße, ein zentraler Vorgang: Ohne Ankopplung an die Versorgungswege der Blutbahnen könnte kein Tumor über die Größe eines Stecknadelkopfes hinaus wachsen. Die molekularen Signale an Endothelzellen spielen jedoch nicht nur bei Krebs eine Rolle: Sie sind, wie Dr. Fischers Arbeiten zeigen, auch an der korrekten Ausbildung der Anatomie des Herzens beteiligt. Störungen in dieser Signalkaskade führen außerdem zu Gefäßfehlbildungen im Gehirn.
Für seine Arbeiten wurde Andres Fischer bereits mehrfach ausgezeichnet: Allein in diesem Jahr erhielt Fischer sowohl den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller Förderpreis, als auch den Dr. Hella-Bühler-Preis in Höhe von 75.000 Euro.
Das Nachwuchsgruppen-Programm dient der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum – in diesem Fall das DKFZ – übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, um sich auch für eine Universitätskarriere zu qualifizieren. Dr. Fischer wird daher seine bisherige Anbindung an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beibehalten und in die Lehre involviert sein.
„Die Auszeichnung durch die Helmholtz-Gesellschaft ist für mich eine große Bestätigung für meine bisherige Arbeit und ein wichtiger Meilenstein meiner Laufbahn. Der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum bietet mir neben ausgezeichneten Bedingungen für meine wissenschaftlichen Projekte auch eine hervorragende persönliche Zukunftsperspektive“, freut sich Andreas Fischer.
Andreas Fischer (34 Jahre) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch.
Insgesamt ermöglichte die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, bislang damit nun insgesamt 151 Nachwuchsgruppen.
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(0182.txt)
Internationales Symposium zur Gefäßforschung im Mannheimer Schloss, 29./30. September 2011
Mannheim, den 28. September 2011
„Die besten Köpfe der Gefäßforschung“ aus Deutschland, dem europäischen Ausland und den USA versammeln sich bei einem internationalen Symposium im Mannheimer Schloss. Professor Dr. Hellmut G. Augustin, Sprecher des Sonderforschungsbereich/ Transregio SFB-TR23 („Vascular Differentiation and Remodeling“) und Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, freut sich besonders darüber, dass dieses hochkarätige Treffen in Mannheim stattfindet.
Die Gefäßforschung in Deutschland konzentriert sich in der Rhein-Main-Neckar-Region. Neben dem SFB-TR23 sind hier zwei weitere, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsverbünde angesiedelt, die gemeinsam mit dem SFB-TR23 zu dem Symposium am 29. und 30. September 2011 im Mannheimer Schloss eingeladen haben: das internationale Graduiertenkolleg GRK880/3 („Vascular Medicine“; Sprecher: Prof. Dr. Hans-Peter Hammes, Mannheim) und der Sonderforschungsbereich SFB834 („Endothelial Signalling and Vascular Repair“; Sprecherin: Prof. Dr. Ingrid Fleming, Frankfurt).
Unmittelbar profitieren von dem Symposium vorwiegend Wissenschaftler und Ärzte, die in Deutschland biomedizinische Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Gefäßbiologie und Gefäßmedizin betreiben. Bedeutung hat die Tagung aber auch indirekt für Patienten.
Ein zentrales Thema der Konferenz ist die Gefäßneubildung, die so genannte Angiogenese, die unter anderem eine entscheidende Rolle bei Krebserkrankungen spielt. Blutgefäße sind sowohl für die Entwicklung als auch für die Ausbreitung eines Tumors essentiell: Sie dienen einerseits als Pipeline für Nährstoffe und Sauerstoff, andererseits können Tumore auf diesem Weg metastasieren, indem sich einzelne Krebszellen vom Tumorherd über das Gefäßsystem auf den Weg zu weiteren Organen machen, wo sie sich ansiedeln. Die Angiogenese ist außerdem ein wichtiger physiologischer Prozess, da sie während der Embryonalentwicklung für die Ausbildung des Blutgefäßsystems verantwortlich ist.
Normale sowie auch krankhafte Angiogenese wirft interessante Fragen auf, die innerhalb der Forschungsgruppen bearbeitet und während des Symposiums diskutiert werden. Wie bewerkstelligt es der Tumor, dass Blutgefäße auf ihn zuwachsen, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen? Wie schafft es eine einzelne Krebszelle, aus dem Blutstrom heraus sich an einer bestimmten Stelle der Gefäßinnenwand festzusetzen, das Gefäß zu durchdringen und sich im Gewebe anzusiedeln – wie findet sie ihre Nische?
Bekannt ist inzwischen, dass die Neubildung von Gefäßen durch wachstumsfördernde Substanzen stimuliert wird. Diese regen die Vermehrung von Endothelzellen an und sorgen auch dafür, dass sich die Zellen gerichtet fortbewegen. Tumore sind aktiv um ihr Wohl bemüht, indem sie selbst solche Substanzen bilden und somit dafür sorgen, dass sie an das Blutgefäßsystem angebunden werden.
Die Mechanismen der Blutgefäßbildung sind im Embryo und im Tumor weitgehend identisch, nur dass die Vorgänge im Tumor unkontrolliert ablaufen und es dabei zu einer überschießenden Gefäßbildung kommt. Die Wissenschaftler lernen von den natürlichen Prozessen, indem sie die frühe Entwicklung des Blutgefäßsystems in der Maus untersuchen und ihre Ergebnisse auf die pathologischen Prozesse im Menschen übertragen.
Ein wichtiges Thema der Grundlagenforschung ist die Signalweiterleitung in der Zelle, die einerseits dazu führt, Endothelzellen zur Zellteilung zu stimulieren, damit genügend Bausteine für die Gefäßbildung zur Verfügung stehen. Die Signalweiterleitung spielt aber auch eine wichtige Rolle, Endothelzellen zur gerichteten Wanderung anzuregen, die dazu führt, dass das Blutgefäß exakt in Richtung des Tumors wächst. Diese spannenden Fragestellungen werden bei der Tagung erörtert.
Ein weiteres Kongressthema ist die Atherosklerose, die Gefäßverkalkung. Sie steht in engem Zusammenhang mit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen zählen. Hier arbeiten die Wissenschaftler an der Entschlüsselung der molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung, um so die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Ablagerungen in den Gefäßwänden zu entwickeln.
Internationales Symposium „Vascular Differentiation and Remodeling“
am 29. und 30. September 2011
im Mannheimer Schloss / Rittersaal
Programm
http://www.transregio23.de/meetings.html
Beteiligte Forschungsverbünde
SFB/TR23 "Vascular Differentiation and Remodeling"
Sprecher: Prof. Dr. Hellmut Augustin
Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie, Centrum für Biomedizin und
Medizintechnologie, Medizinische Fakultät Mannheim
GRK 880/3 "Vascular Medicine"
Sprecher: Prof. Dr. Hans-Peter Hammes
Leiter der Sektion Endokrinologie, V. Medizinische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim
SFB 834 "Endothelial Signalling and Vascular Repair"
Sprecherin: Prof. Dr. Ingrid Fleming
Leiterin des Institute for Vascular Signalling, Universität Frankfurt
Kontakt:
Prof. Dr. Hellmut G. Augustin
Leiter des Forschungsbereichs Vaskuläre Biologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolph-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 383-9960
E-Mail: augustin@angiogenese.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0181.txt)
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer informiert sich vor Ort über das Potenzial in Mannheim im Zukunftsfeld Medizintechnik
Mannheim, den 28. September 2011
Mannheim und insbesondere die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat in der Medizintechnik die Nase vorn. Davon konnte sich gestern die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer überzeugen. Bei ihrem Besuch der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gewann sie einen Überblick über die vielfältigen Forschungsaktivitäten und Potenziale dieses Schwerpunktes an der Mannheimer Medizinfakultät und Einblick in ausgewählte medizintechnische Innovationen.
„Die Universitätsmedizin Mannheim ist für die Metropolregion Rhein-Neckar von größter Bedeutung - als Arbeitgeber, als Krankenhaus der Maximalversorgung für die Patientinnen und Patienten aus der Region, aber auch als Forschungseinrichtung. Einen beeindruckenden Schwerpunkt bildet hier die Medizintechnik, in dem die Universität Heidelberg, die Hochschule Mannheim und die Fraunhofer-Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Die Art und Weise, wie hier mit viel Enthusiasmus auch Hochschularten-übergreifend kooperiert wird, um neue Entwicklungen voranzutreiben, aber auch Studiengänge zu schaffen, die wir brauchen und die von den jungen Menschen angenommen werden, beeindruckt mich sehr.“ Die vom Land Baden-Württemberg gegründete Fraunhofer-Projektgruppe ermögliche den Aufbau eines neuartigen Arbeitsgebietes mit großem Potenzial sowohl für die Forschung als auch für die Wirtschaft.
Die Medizintechnik ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim und gleichzeitig eines von vier Kompetenzfeldern der Stadt Mannheim. Die neu eingerichtete Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB), die sich in den nächsten Jahren zu einem eigenständigen Fraunhofer-Institut entwickeln soll, zeugt von dem Potenzial in punkto Medizintechnik. Anfang des Jahres hatte das Land Baden-Württemberg diesem Projekt eine Zukunft gegeben, indem es grünes Licht für die erforderlichen Mittel gab, zunächst für fünf Jahre. Die inzwischen zentral in der Universitätsmedizin Mannheim angesiedelte Abteilung ist spezialisiert auf die Entwicklung von Automatisierungslösungen für den Umgang mit biologischen Materialien. Hier analysieren künftig auf Automatisierungstechnik spezialisierte Ingenieure von Fraunhofer gemeinsam mit Medizinern und Biotechnologen der UMM, welche technischen Entwicklungen die Medizin voranbringen könnten, und arbeiten daran, diese umzusetzen. Projekte mit verschiedenen Forschungsgruppen in der UMM sind bereits angelaufen.
„Die Medizintechnik ist ein wichtiger Schwerpunkt der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim. Die Einrichtung einer Fraunhofer-Projektgruppe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Universitätsmedizin Mannheim werte ich als großartigen Schritt für den Ausbau des Medizintechnik-Standortes Mannheim. Mannheim hat die entsprechende wissenschaftliche und wirtschaftliche bzw. unternehmerische Umgebung für ein solches Institut. Vor allem aber bietet Mannheim eine kontinuierliche Linie von der Ausbildung über die Forschung zur Anwendung. Und mit der Medizinischen Fakultät auch eine entsprechende Applikationsplattform – alles in allem ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“ erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
Dr. Jan Stallkamp, Leiter der Projektgruppe PAMB, vermittelte seine Vision von neuen Produkten der Automatisierungstechnik, die künftig die medizinische Forschung vorantreiben könnten: von chirurgischen Assistenzsystemen und multifunktionellen Instrumenten, die in der Diagnostik und Therapie die Grenzen des manuellen (Un-) Vermögens des Menschen überwinden, Geräten und Methoden zur Steigerung von Qualität und Effizienz in biotechnischen Laboren bis hin zu „intelligenten“ Implantaten.
Voraussetzung für die Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe ist das Einrichtungs-übergreifende Umfeld, das eine anwendungsbezogene Forschung in einem technischen Zukunftsfeld möglich macht. Dies bietet die Universitätsmedizin Mannheim etwa mit dem Institut für Medizintechnologie (IMT), einer wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim. Hier finden medizintechnische Forschung und eine integrierte Nachwuchsförderung gleichermaßen statt. Mehrere akkreditierte Studiengänge wurden in diesem Institut eingerichtet, die von den Lehrenden beider Hochschulen gemeinsam betrieben werden.
Bei ihrem Besuch konnte sich die Ministerin anhand von drei praktischen Beispielen
unterschiedlicher Fachgebiete ein Bild von der praktischen Anwendung medizintechnischer
Entwicklungen machen, an denen Wissenschaftler der Universitätsmedizin beteiligt sind.
Präsentiert wurden:
- das „schlaue“ Pflaster, mit dem die Organfunktion minimal-invasiv, nämlich
mittels Lichtsignalen gemessen werden kann
- die Intraoperative Radiotherapie, die langwierige strahlentherapeutische
Behandlungseinheiten beim Brustkrebs ersetzen kann
- ein neues MRT-System (Magnetresonanztomograph) mit einer Feldstärke von 3
Tesla, mit dem unter Einsatz neu entwickelter Empfangsspulen Tumorgewebe in Niere
und Prostata besser charakterisiert werden kann.
Praxisorientiert und hochdekoriert
Das „schlaue Pflaster“ ist ein in Mannheim unter der Federführung von Professor Dr. Norbert Gretz entwickeltes Verfahren, mit dem in der Zukunft Organfunktionen gemessen werden können, ohne dass der Körper - etwa durch regelmäßige Blutentnahme – angetastet werden müsste. Professor Gretz ist Geschäftsführender Direktor des IMT und Direktor des Zentrums für Medizinische Forschung der Medizinischen Fakultät Mannheim. Bei dem neuartigen Messverfahren ermittelt eine in einem Pflaster verborgene Leiterplatte in regelmäßigen Abständen die Konzentration eines vorher injizierten Diagnostikums im Gewebe. Die gemessenen Werte geben Auskunft über die Aktivität des zu untersuchenden Organs. Die Kommunikation sowohl zwischen dem Pflaster und dem Gewebe, als auch die Weiterleitung der Information vom Pflaster zum Computer, findet über Lichtsignale statt. Da das Pflaster in regelmäßigen, kurzen Abständen ein Lichtsignal an den PC sendet, ist das Ergebnis eine detaillierte Verlaufsgrafik der Organfunktion. Das Forschungsprojekt ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt beim Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen 2011".
Die Intraoperative Radiotherapie (IORT) ist eine der innovativsten Behandlungsmethoden in der brusterhaltenden Krebstherapie. Sie zeichnet sich durch eine besonders hohe Präzision bei der Bestrahlung und verkürzte Behandlungsserien aus. Bei der IORT kommt ein Miniaturröntgenstrahlengenerator von Zeiss Meditec zum Einsatz, dessen jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit Professor Dr. Frederik Wenz als klinischer Partner eng begleitet hat.
Bei dem Verfahren wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, eine einmalige Bestrahlungsdosis mit hoher Präzision direkt im Tumorbett appliziert, um möglicherweise noch unerkannt vorhandene Krebszellen zu vernichten. Professor Wenz hat die Behandlungsmethode vor einem Jahrzehnt an der Universitätsmedizin Mannheim eingeführt - als erstem Zentrum in Deutschland. Zukunftsperspektiven zeigen sich für die IORT auch in anderen Einsatzbereichen, etwa bei der Behandlung von Wirbelkörpermetastasen. An der UMM wird dazu ein kombiniertes Therapieverfahren erprobt, die so genannte Kypho-IORT. Professor Wenz erhielt Anfang dieses Jahres für seine Arbeit zur Intraoperativen Radiotherapie bei Brustkrebs den mit 20.000 Euro dotierten Claudia von Schilling-Preis. Im selben Jahr sind drei weitere Wissenschaftler seiner Klinik im Zusammenhang mit der IORT mit Preisen ausgezeichnet worden.
Als erstes Institut der Welt hat das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) zusammen mit der Industrie ein neues MRT-System (Magnetresonanztomographie) mit einer Feldstärke von 3 Tesla und 64 separaten Empfangskanälen implementiert und am Mannheimer Standort weiter entwickelt. Das Hochleistungsgerät leistet sowohl in der Diagnostik von Tumorerkrankungen als auch zur Überwachung von modernen Therapien der interventionellen Tumorbehandlung hervorragende Dienste. Gemeinsam mit MR-Physikern konnten die Mannheimer Wissenschaftler unter Einsatz des MRT-Systems innovative Methoden entwickeln, mit denen Normal- und Tumorgewebe in der Niere und Prostata funktionell und in ihrem Stoffwechsel charakterisiert werden können. Sie dienen als Grundlage sowohl für eine verbesserte Planung der Strahlenbehandlung als auch der Nachsorge.
Professor Dr. Stefan Schönberg, Direktor des IKRN, stellte der Ministerin das „Mannheimer Konzept für bildgestützte Therapie“ vor, das er gemeinsam mit seinen klinischen und wissenschaftlichen Kooperationspartnern im Institut für Medizintechnologie etabliert hat. Das Besondere dieser Innovation ist eine schnelle Übertragung neuester medizintechnischer Entwicklungen in die Praxis, die den Patienten sowohl im Bereich der Diagnostik als auch der Therapie zugute kommt.
Auch die Wissenschaftler des IKRN werden für ihre Forschung immer wieder ausgezeichnet, in der nahen Vergangenheit etwa mit zwei Forschungspreisen der weltweit größten radiologischen Vereinigung, Radiological Society of North America (RSNA), dem Fellow Trainee Research Prize und dem Resident Trainee Research Prize, als auch mit dem Röntgenring und dem Walter-Friedrich-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft.
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Die Ministerin Theresia Bauer interessiert sich für die medizintechnischen Entwicklungen in der UMM (v.l.n.r. Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern (Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim), Ministerin Theresia Bauer, Prof. Dr. h.c. Dietmar von Hoyningen-Huene, Dr. Peter Kurz (OB Mannheim), Prof. Dr. Stefan Schönberg (Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin). |
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Spitzenplatz beim Ersten Staatsexamen der Medizin im bundesweiten Gesamtfeld der Teilnehmer
Mannheim, den 20. September 2011
Die Studierenden der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigen nachhaltig die Qualität der Lehre im Rahmen des Modellstudiengangs nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM): Auch in diesem Jahr haben sie beim Ersten Staatsexamen (M1) im Gesamtergebnis von allen Studierenden der insgesamt 33 Medizinfakultäten am besten abgeschnitten – wie schon ihre Kommilitonen im vergangenen Jahr. Das Konzept des Modellstudiengangs an der Universitätsmedizin Mannheim geht offenbar auf. Dass die Studierenden am besten auf diese bundesweite Zentralprüfung vorbereitet sind, belegt auch die erfreulich geringe Durchfallquote von 2,7 Prozent, der niedrigste Wert aller Medizinfakultäten.
Das Erste Staatsexamen (M1) ist der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung im Medizinstudium. Mit diesem Examen schließen die Studierenden ihr Grundstudium ab und wechseln in den klinischen Studienabschnitt. Für die Mannheimer Medizinfakultät hat das M1 eine besondere Bedeutung, da das Grundstudium erst im Jahr 2006, im Zuge des Ausbaus der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät, aufgebaut worden ist. Bis dahin hatten die Mannheimer Medizinstudenten ihre Vorklinik in Heidelberg absolviert.
Das Grundstudium ist ein wichtiger Bestandteil des MaReCuM-Modellstudiengangs, der mit all seinen Neuerungen im Vergleich zum Regelstudiengang stetig auf dem Prüfstand steht. Schließlich geht es darum, den jungen Studierenden eine besonders gute, fundierte Ausbildung zu bieten. Von Anfang an gab der Erfolg beim Ersten Staatsexamen dem Konzept der neu eingerichteten Vorklinik Recht: Viermal wurden Studierende auf ihre Kenntnisse zu den Inhalten des Grundstudiums im M1 abgefragt, und jedes Mal rangierten die Mannheimer Medizinstudenten auf einem der ersten vier Plätze, zuletzt zweimal in Folge auf dem ersten Platz.
Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter freut sich: „Unsere Studierenden genießen im MaReCuM-Studium eine hervorragende Ausbildung, das belegen die Ergebnisse. Dies ist sicherlich dem stimmigen Gesamtkonzept des Modellstudiengangs geschuldet, das neben der reinen Wissensvermittlung auch grundlegende ärztliche Kompetenzen wie Kommunikation, Selbstreflektion und wissenschaftliches Arbeiten vermittelt. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf die gezielte Auswahl der Studierenden aus einem großen Bewerberfeld, und ganz ohne Zweifel haben wir ausgesprochen motivierte Dozentinnen und Dozenten.“ Für das Wintersemester 2011/12 haben sich über 1.600 Abiturienten um einen der begehrten Studienplätze in Mannheim beworben. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren werden aus diesen Bewerbern bis Anfang Oktober 182 Studienanfänger ausgewählt.
„Abgesehen vom hervorragenden Gesamtabschneiden, freuen wir uns besonders über die exzellenten Ergebnisse im Fach Anatomie“, so Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereichs Studium und Lehrentwicklung der Medizinischen Fakultät Mannheim. Auch hier haben die Mannheimer Studierenden am höchsten gepunktet – ebenso wie im vergangenen Jahr. Die Mannheimer Medizinfakultät hat in der Anatomie ein eigenes Lehrkonzept entwickelt, das weitgehend auf den Präparierkurs im klassischen Sinne verzichtet. Stattdessen wird die Anatomie über das gesamte Grundstudium in organbezogenen Modulen mithilfe von Plastinatscheiben und -präparaten gelehrt. An die Stelle des herkömmlichen Präparierkurses tritt am Ende des Grundstudiums ein Kurs, in dem die Studierenden unter anderem die inneren Organe präpariern. Die hervorragenden Ergebnisse im Fach Anatomie zeigen, dass sich Plastinate offenbar mindestens so gut wie die konventionell präparierten Körper für die Lehre der Anatomie eignen. Ein Theatrum Anatomicum, angeleitetes Selbststudium und E-Learning in der Histologie unterstützen die Lehre in der Anatomie.
Die Ergebnisse von Examina sind wichtig für die Einschätzung der eigenen Lehr-Konzepte und haben Auswirkungen auf die weiteren Reformen im MaReCuM-Medizinstudiengang, auch im klinischen Studienabschnitt und im so genannten Praktischen Jahr, bis zum Abschluss des Studiums. Ziel ist es, auch hier Spitzenergebnisse zu erzielen und damit die Attraktivität der Mannheimer Medizinfakultät für Studienplatzbewerber weiter zu erhöhen.
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Hochwertige Ausbildung: Medizinstudium in Mannheim nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM). |
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Dr. Harald Fritz
Leiter des Geschäftsbereichs Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de
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(0179.txt)
Kinder-Uni Medizin beendet: Wissensdurst der Jungstudenten fürs Erste gestillt
Mannheim, den 12. August 2011
Das kurze Semester 2011 der Kinder-Uni Medizin am Universitätsklinikum Mannheim ist gestern zu Ende gegangen, für die kleinen Studenten der Kinder-Uni ist wieder vorlesungsfreie Ferienzeit eingekehrt. Rund 1.000 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren haben in den vergangenen zwei Wochen in insgesamt acht Vorlesungen spannende Einblicke in die Welt der Medizin gewonnen und hier ihren Wissensdurst stillen können. Bei der Kinder-Uni Medizin lernen die Kinder etwas über die Funktionen des menschlichen Körpers und was es bedeutet, wenn im Körper etwas nicht richtig funktioniert. Und natürlich, wie die Medizin hilft, einen kranken Menschen wieder gesund zu machen. Schöner Nebeneffekt: Viele der kleinen Besucher legen ganz nebenbei ihre Ängste vor weißen Kitteln und dem Krankenhaus ab.
Die Themen der diesjährigen Kinder-Uni Medizin zogen sich quer durch die Disziplinen der Universitätsmedizin Mannheim. Da schauten Chirurgen „durch das Knopfloch“ in den Bauch und die kleinen Studenten lernten etwas über die Organe, die man dabei betrachten kann – zum Beispiel die Leber, die Chemiefabrik des Körpers. Dabei konnten sie auch selbst trainieren, Unnützes – in diesem Fall Gummibärchen – mit dem „Laparoskop“ aus der Bauchhöhle zu entfernen. Die Kinder spürten Gefahrenquellen für Verbrennungen im Haushalt auf und lernten das richtige Verhalten bei Brandverletzungen im praktischen Einsatz am Ort des Geschehens und bei der Erstversorgung in der Notaufnahme eines Klinikums. Dabei legten sie selbst Hand an, steril in grünem Kittel und mit Handschuhen, Haube und Mundschutz.
Die kleinen Studenten lernten auch, warum Fieber zwar unangenehm, aber dennoch sinnvoll ist. Im Zeitraffer konnten sie die Jagd eines echten Makrophagen, einer „Polizeizelle“, auf ein Bakterium verfolgen. Sie erfuhren, dass ein Knorpel ausgehungert wird, wenn das Gelenk nicht bewegt wird, und dass dies zur Arthrose führt. Und dass sich alleine im Darm eines jeden Menschen etwa 100.000 Milliarden einzelne Bakterien aufhalten - manche davon gut, manche böse – die allesamt in einer Operationswunde nichts verloren haben.
Spaß hat’s gemacht, den Kindern und den Dozenten. Diese haben sich wieder einiges einfallen lassen, um ihr Wissen anschaulich an die Kinder zu vermitteln. So wurde die Verdoppelung der Erbinformation in den Chromosomen mittels Wäscheleinen dargestellt, an denen Enzyme in Gestalt von Reparaturtrupps und Reinigungskräften Fehler korrigierten - vom Klinikdirektor höchstpersönlich an der Erbinformation, der DNA, entlang geführt. Eine selbstgebastelte Luftröhre samt Lungenflügeln vermittelte Anatomie und Volumen des Organs, und auch der Simulator, der den Hustenreiz nicht nur optisch sondern auch akustisch nachahmte, war Marke Eigenbau.
Die einzige rein medizinische Kinder-Uni ist ein Kooperationsprojekt von Universitätsmedizin Mannheim und Mannheimer Morgen. Die Vorlesungsreihe erzeugt Wiederholungstäter, das zeigte die Frage des Moderators Dr. Tom, wer denn schon einmal dagewesen sei: Wie der Blitz schnellten die Finger der Kinder fast ausnahmslos in die Höhe. Das schöne Projekt wird nicht nur von der Klinikleitung und den begeisterten Dozenten unterstützt, sondern auch von Sponsoren. Der „symbolische“ Eintrittspreis von einem Euro geht an die Aktion „Wir wollen helfen“ des Mannheimer Morgen.
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Spannendes Programm bei der Kinder-Uni Medizin. |
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Kinder-Studenten assistieren bei der Erstversorgung eines "Patienten" mit Verbrennungen. |
Die Mannheimer Kinder-Uni Medizin
Die Kinder-Uni Medizin des Universitätsklinikums Mannheim öffnet ihren Hörsaal seit 2006 immer dienstags und donnerstags in den ersten beiden Wochen der baden-württembergischen Sommerferien. Hier können Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren in Vorlesungen, die ihrem Alter entsprechend konzipiert sind, ausprobieren, wie es sich anfühlt, als Student die Welt der Medizin zu erfahren.
Internet / Preisrätsel / facebook
http://www.kinder-uni-medizin.de
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Klaus Wingen
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(0176.txt)
Privat-Dozentin Dr. Ulrike Attenberger – steile Karriere in der Radiologie
Mannheim, den 9. August 2011
Die bislang jüngste Habilitierte der Deutschen Röntgengesellschaft heißt Dr. Ulrike Attenberger und kommt aus Mannheim. Anfang des Jahres hat sich die Radiologin im Alter von 31 Jahren an der Medizinischen Fakultät Mannheim habilitiert und damit die Venia legendi (Lehrberechtigung) der Universität Heidelberg für ihr Fachgebiet erlangt. Innerhalb von nur knapp zwölf Jahren hat Privat-Dozentin Dr. med. Ulrike Attenberger damit den Sprung von der Abiturientin zur Oberärztin und Leiterin eines eigenen Geschäftsfeldes innerhalb des Institutes für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gemeistert.
Ein kurzer Abriss ihres bisherigen Werdegangs: Ihr Medizinstudium absolvierte Dr. Attenberger an der Ludwig-Maximilians-Universität München, mit einem Stipendium der Hochbegabtenförderung (Bayern). Ihre Promotionsarbeit, die sich bereits mit der Magnetresonanztomographie (MRT) befasste, schloss sie Anfang 2006 ab. Betreut wurde die Arbeit von ihrem „Doktorvater“ Professor Dr. Stefan Schönberg, seit 2007 Direktor des Institutes für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der UMM. Im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt in den USA, den sie dazu nutzte, ihre Forschungsschwerpunkte rund um die MRT zu vertiefen, folgte Dr. Attenberger ihrem Mentor nach Mannheim. Ihre Facharztweiterbildung in der „Diagnostischen Radiologie“ schloss sie 2010 erfolgreich innerhalb der Mindestweiterbildungszeit von fünf Jahren mit der Facharztprüfung ab.
Dr. Attenberger hat in ihrer bisherigen Karriere umfangreich und erstklassig publiziert. Sie wurde Ende 2010 von der weltweit größten radiologischen Vereinigung, der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika, für ihre Arbeit zur Optimierung und Dosisreduktion kontrastverstärkter MR-Angiographien mit dem Fellow-Award ausgezeichnet. Und zudem Mitte 2010 in das Assistant Editorial Board der zweitgrößten radiologischen Fachzeitschrift Investigative Radiology berufen.
Dass es sich bei Priv.-Doz. Dr. med. Ulrike Attenberger um eine außerordentlich begabte junge Ärztin handelt, die wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringt, davon hat sich jetzt auch die Robert-Bosch-Stiftung überzeugt und sie in ihr so genanntes Fast Track Programm aufgenommen, mit dem sie 20 ausgewählte exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen der Lebenswissenschaften über zwei Jahre fördert, um ihnen „den Weg zur Spitze in Wissenschaft und Forschung zu ebnen“. Die Stiftung verfolgt damit das Ziel, in Deutschland den Anteil an vielversprechenden Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen zu steigern. Mit Intensivtraining und Kompaktseminaren werden die ausgewählten Persönlichkeiten strategisch auf eine arriere in einer Führungsposition vorbereitet. Das Programm dient darüber hinaus der Netzwerkbildung mit Führungskräften.
Was genau ist das wissenschaftliche Thema, das die Radiologin fesselt? Es ist der Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) für die frühe Diagnostik von Zivilisationserkrankungen aus dem kardiovaskulären Bereich, also Erkrankungen der Gefäße und des Herzens, und des Bewegungsapparates sowie von Krebserkrankungen.
Dr. Attenberger hat die klinische und wissenschaftliche Leitung des Geschäftsfelds Präventive Bildgebung inne. Ziel ihrer Arbeiten ist es hierbei, hoch-sensitive und gleichzeitig schonende Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt ist das Bemühen, bei der MR-Angiographie die Kontrastmittelgabe so weit wie möglich zu reduzieren, ohne Verluste in der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen. Zur Verwendung kommt dabei die Hochfeldbildgebung, also MRT-Systeme, die bei einer Feldstärke von 3 Tesla arbeiten, unter Einsatz von Multikanal-MR-Systemen.
Eines der erst kürzlich von der Radiologin strategisch ausgebauten Arbeitsfelder ist der Einsatz der MRT sowie deren Optimierung im Zusammenhang mit Knorpelverletzungen – einerseits um frühe Stadien zu entdecken, andererseits um den Therapiefortschritt nach der Knorpeltransplantation beurteilen zu können. Dabei arbeitet sie eng mit dem Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der UMM zusammen.
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Die erfolgreiche Radiologin PD Dr. med. Ulrike Attenberger. |
Das Geschäftsfeld Präventive Bildgebung
…am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der UMM wird von PD Dr. Ulrike Attenberger geleitet.http://www.umm.uni-heidelberg.de/inst/ikr/forschung_praeventiv.html
Robert-Bosch-Stiftung
Fast Track: Exzellenz und Führungskompetenz für Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur.http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/11732.asp
Kontakt:
PD Dr. med. Ulrike Attenberger
Leiterin des Geschäftsfeldes Präventive Bildgebung
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 383-2067
E-Mail: ulrike.attenberger@umm.de
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Naturwissenschaftler und Mediziner kooperieren in neuer DFG-Forschergruppe
Mannheim, den 4. August 2011
Wissenschaftler des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS) und Ärzte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sind an einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Blutgerinnung beteiligt. Langfristiges Ziel der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus ganz Deutschland und Linz (Österreich) ist es, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern.
Ein Schlüsselprotein bei der Blutgerinnung, der sogenannte von Willebrand-Faktor (VWF), trägt entscheidend dazu bei, im Blut die Balance zwischen Verblutung und Blutgerinnung zu halten. Gelingt dieser Balanceakt nicht, kann es zu Blutungsstörungen oder Thromboseerscheinungen kommen. Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus elf Einrichtungen bündeln jetzt ihre Kompetenzen, um die Struktur und die Funktionen des Schlüsselproteins VWF zu erforschen. Das Besondere daran: Theoretische Forscher arbeiten Schulter an Schulter mit angewandten Wissenschaftlern und klinisch tätigen Ärzten und verfolgen dabei das gemeinsame Ziel, langfristig die Diagnostik und Therapie von angeborenen Bluterinnungsstörungen, akuten Thrombosen und Schlaganfällen voranzubringen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sichert mit rund 2,5 Millionen Euro die Blutgerinnungsforschung für die kommenden drei Jahre.
Viele der an der neuen DFG-Forschergruppe „Shear Flow Regulation of Hemostasis – Bridging the Gap Between Nanomechanics and Clinical Presentation“ (SHENC) beteiligten Wissenschaftler haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet. Dazu gehören auch zwei Einrichtungen aus der Metropolregion Rhein-Neckar: das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und die Universitätsmedizin Mannheim (UMM).
Die HITS-Forschungsgruppe Molecular Biomechanics unter der Leitung von Dr. Frauke Gräter erforscht mit Computersimulationen, wie das VWF-Protein auf der atomaren Ebene funktioniert. So deckten die HITS-Forscher erstmals einen molekularen Mechanismus bei der Blutgerinnung auf, der mit dem Scherfluss im Blut zusammenhängt. Auch simulieren sie krankhaft veränderte VWF-Varianten.
Den Zusammenbau klinisch bedeutsamer VWF-Mutationen und ihre Wirkung auf Blutgefäße und auf weiße und rote Blutkörperchen untersucht Professor Dr. Stefan W. Schneider (Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie) mit seiner Gruppe an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg mithilfe der Nanotechnologie.
Darüber hinaus sind sechs weitere deutsche Universitäten und drei Forschungsinstitute an der DFG-Forschergruppe beteiligt. Kooperationen gibt es mit Wissenschaftlern in den USA und China sowie mit Partnern aus der Industrie. Sprecher der Gruppe ist Professor Dr. Reinhard Schneppenheim (Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf), seine Stellvertreterin ist Dr. Frauke Gräter (HITS).
HITS
Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) ist eine private Forschungseinrichtung der Klaus Tschira Stiftung (KTS). Es wurde im Januar 2010 von Klaus Tschira ins Leben gerufen und betreibt Grundlagenforschung auf Forschungsfeldern, die große Datenmengen verarbeiten und strukturieren – von der Astrophysik bis zur Zellbiologie.http://http://www.h-its.org/english/research/mbm/index.php
UMM
Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gehört zu den größten medizinischen Einrichtungen und Forschungszentren der Region Rhein-Neckar. Sie setzt sich zusammen aus der Medizinischen Fakultät Mannheim, einer eigenständigen Einrichtung der Universität Heidelberg, und dem Universitätsklinikum Mannheim, in dem pro Jahr über 70.000 Patienten behandelt werden.![]() |
Die an der neuen Forschergruppe beteiligten Wissenschaftler von HITS und UMM (ganz vorne Dr. Frauke Gräter, direkt dahinter Prof. Dr. Reinhard Schneppenheim, hinten ganz rechts außen Prof. Dr. Stefan W. Schneider. |
Kontakt:
Prof. Dr. Stefan W. Schneider
Leiter der Sektion Experimentelle Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6901
E-Mail: stefan.schneider@medma.uni-heidelberg.de
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(0174.txt)
Erste Max-Eder-Nachwuchsgruppe zur Hauttumorforschung an der Universitätsmedizin Mannheim von Deutscher Krebshilfe eingerichtet
Mannheim, den 26. Juli 2011
Wie entsteht der schwarze Hautkrebs? Das sogenannte maligne Melanom ist der am häufigsten tödlich verlaufende Tumor der Haut, da er dazu neigt, sich bereits in einem frühen Stadium über Lymph- und Blutbahnen im Körper zu verbreiten und in entferntem Gewebe anzusiedeln. Die Zahl der Menschen, die an diesem hochgradig bösartigen Tumor neu erkranken, ist weltweit steigend.
Der Dermatologe Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Dermatoonkologie zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), erforscht den Entstehungsmechanismus des malignen Melanoms. Die Mannheimer Klinik ist Exzellenzzentrum für Dermatologie des Landes Baden-Württemberg. Die Forschung von Dr. Utikal wird nun von der Deutschen Krebshilfe unterstützt: Die gemeinnützige Organisation fördert sein Forschungsprojekt in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms mit rund 500.000 Euro.
Dem jungen Wissenschaftler (36 Jahre) ist es bereits gelungen, gesunde pigmentierte Zellen der Haut (Melanozyten) in potenzielle Tumorzellen umzuwandeln und damit den Mechanismus der Krebsentstehung künstlich in Gang zu setzen. Ein Mix bestimmter Gene wie Oct4, Sox2, Klf4 und c-Myc, in die Zellen eingebracht und kontrolliert angeschaltet, transformiert die gutartigen Zellen zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS). Gene wie p53 oder p16 / p19 spielen dabei, wie auch bei der Tumorentstehung, eine wesentliche Rolle. iPS-Zellen haben alle Eigenschaften von embryonalen Stammzellen, darunter die Fähigkeit zur Selbsterneuerung („Unsterblichkeit“) und zur Bildung von Tumoren. Was dabei exakt in der Zelle abläuft, ist bisher weitgehend unbekannt, aber im Visier der neuen Arbeitsgruppe zur Melanom-„Stammzell“-Forschung von PD Dr. Utikal. Mittels verschiedener molekular- und zellbiologischer Untersuchungen wollen die Wissenschaftler den genauen Mechanismus entschlüsseln.
„Wir betreiben Grundlagenforschung. Im Blick haben wir dabei aber den Patienten und die Frage, wie sich unsere Ergebnisse in diagnostische und therapeutische Anwendungen übertragen lassen. Denn jeder Einblick, den unsere Forschung in die Entstehung der Tumoren erlaubt, kann der Schlüssel zu neuartigen Therapiemöglichkeiten sein“, so Utikal.
PD Dr. Jochen Utikal forschte als Postdoktorand mit einem Stipendium der Dr. Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung zwei Jahre an der Harvard Medical School in Boston (USA), am Harvard Stem Cell Institute, einem der weltweit führenden Labors auf dem Gebiet der iPS-Zelltechnologie. Hier beteiligte er sich intensiv am Aufbau eines neuen Labors für iPS-Zellen und wirkte insbesondere an der Herstellung von iPS-Zellen aus Zellen der Haut mit. Die Ergebnisse seiner Forschung zu iPS Zellen konnte er 2009 in dem Fachjournal Nature publizieren. Im Jahr 2010 erhielt er den mit 100.000 Euro dotierten Hella Bühler-Preis.
Max-Eder-Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe
Mit dem Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm fördert die Deutsche Krebshilfe wissenschaftlichen Nachwuchs, der erfolgreich auf dem Gebiet der klinischen oder kliniknahen Onkologie forscht.http://www.krebshilfe.de/nachwuchsfoerderung.html
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(0173.txt)
Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation in Mannheim und Heidelberg
Mannheim, den 25. Juli 2011
Insgesamt 40 junge Ärzte aus 23 europäischen Ländern nehmen zurzeit an der Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation (ESO) teil. Sieben Tage lang (vom 24. bis 30 Juli 2011) werden die speziell ausgewählten jungen Ärzte von Schlaganfallexperten der Rhein-Neckar-Region sowie von nationalen und internationalen Experten auf dem Gebiet der Schlaganfallmedizin in der Diagnostik, Prävention und Therapie des Schlaganfalls aus- und fortgebildet.
Die Summer School der ESO findet zum 15. Mal in Mannheim und Heidelberg statt. Sie wird von den Neurologischen Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim (Prof. Dr. Michael Hennerici, PD Dr. Rolf Kern, PD Dr. Kristina Szabo) und des Universitätsklinikums Heidelberg (Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hacke, Prof. Dr. Roland Veltkamp) gemeinsam ausgerichtet. Die Fachtagung dient der intensiven Aus- und Fortbildung von jungen Ärzten aus ganz Europa, die neben der kostenlosen Teilnahme an der Veranstaltung auch freie Unterkunft und Verpflegung erhalten.
Ein besonderer Höhepunkt der Tagung ist ein Festsymposium am Mittwoch, 27. Juli 2011, um 16.30 Uhr, in der Alten Aula der Universität in Heidelberg. Renommierte europäische Wissenschaftler referieren hier für die akademische Öffentlichkeit über verschiedene aktuelle Themen auf dem Gebiet der Schlaganfallforschung.
Schlaganfälle sind eine zentrale medizinische und gesellschaftliche Herausforderung in den industrialisierten Ländern und weltweit. So ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache dauerhafter Behinderung. Die Bedeutung des Schlaganfalls wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft noch erheblich zunehmen. In den letzten Jahren sind – unter maßgeblicher Beteiligung der Neurologischen Kliniken in Heidelberg und Mannheim – erhebliche Fortschritte in der Frühdiagnose und Akuttherapie des Schlaganfalls erzielt worden. Im Bereich der Prävention ist es besonders wichtig, spezifische Erkrankungen, die mit dem Schlaganfall vergesellschaftet sind, etwa die Carotisstenose und das Vorhofflimmern, zu erkennen und adäquat zu behandeln.
Summer School der Europäischen Schlaganfall-Organisation
vom 24. bis 30. Juli 2011Weitere Informationen:
http://www.stroke-summer-school-2011.com
Festsymposium
am Mittwoch, 27. Juli 2011
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(0172.txt)
Internationale Sommerschule Chronopharmakologie beginnt am 25. Juli 2011 in Mannheim
Mannheim, den 19. Juli 2011
Chronopharmakologie heißt die Wissenschaft von der Inneren Uhr. Professor Dr. Björn Lemmer heißt der Mannheimer Experte dieses Fachgebiets, der Jahr für Jahr sowohl Dozenten als auch Teilnehmer aus aller Welt zu seiner internationalen Sommerschule nach Mannheim anzieht.
Für die Behandlung eines breiten Spektrums von Erkrankungen kann die Innere Uhr Bedeutung haben, etwa von Schmerz, Asthma und Schlafstörungen, Erkrankungen der Hormondrüsen, des Herzens und der Gefäße, wie auch von psychischen Erkrankungen. Am deutlichsten nehmen wir die Innere Uhr beim Jet-lag und bei der Schichtarbeit wahr, wenn wir den gewohnten Wach-Schlaf-Rhythmus durchbrechen.
Die 12. Sommerschule Chronopharmakologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät Mannheim behandelt all diese Themen - mit Dozenten aus Deutschland, Frankreich, Belgien, England Schottland, Israel, Italien und den USA. Des Weiteren werden einerseits die Zusammenhänge zwischen der Morphologie und der Molekularbiologie der Inneren Uhr und andererseits die Regulation der „Uhrengene“ bei Pflanze, Tier und Mensch im Rahmen des Kurses thematisiert.
Professor Lemmer erwartet in diesem Jahr über 40 Teilnehmer aus Italien, Russland, der Mongolei und der Türkei, Tunesien, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei und Deutschland. Der Kurs ist von der Medizinischen Fakultät Mannheim als Wahlpflichtfach im Rahmen des Junior Scientific Master Class Programms anerkannt und wird vom Dekan, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, am 25. Juli um 9 Uhr eröffnet.
12th International Course on Chronopharmakology
vom 25. Juli bis 2. August 2011Details zum Kursprogramm:
http://www.chronopharmacology.de
Kontakt:
Prof. Dr.med. Dr. h.c. Björn Lemmer
Medizinische Fakultät Mannheim
der Universität Heidelberg
Institut für Experimentelle und Klinische
Pharmakologie und Toxikologie
Maybachstr.14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9704
E-Mail: bjoern.lemmer@pharmtox.uni-heidelberg.de
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(0171.txt)
Promotionsfeier der Mannheimer Medizinfakultät in der Alten Aula der Universität Heidelberg
Mannheim, den 19. Juli 2011
Zum kommenden Samstag, 23. Juli 2011, lädt die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ihre jüngst promovierten Absolventen zur Promotionsfeier in die Alte Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein. Insgesamt 139 junge Medizinerinnen und Mediziner, die in den vergangenen zwölf Monaten ihre Doktorarbeit an der Universitätsmedizin (UMM) abgeschlossen haben, erhalten dort im festlichen Rahmen ihre Promotionsurkunden aus der Hand des Dekans, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern. Insgesamt zehn Promotionen wurden als „hervorragende Leistung“ gewürdigt und entsprechend mit der Bestnote bewertet – summa cum laude.
Die weiblichen Promovenden sind in diesem Jahr deutlich in der Überzahl: 90 Frauen stehen 49 Männern gegenüber. Perfekt darauf abgestimmt ist der Festvortrag der ehemaligen stellvertretenden Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Professor Dr. Grietje Beck, der den Titel „Die Zukunft der Medizin – Frauen auf der Überholspur“ trägt.
Im Rahmen der Promotionsfeier vergibt Professor Dr. Dr. h.c. Dietmar von Hoyningen-Huene den Promotionspreis des Vereins „Kompetenzzentrum Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e.V.“ an Dr. Ing. Frank Schneider. Dessen Promotionsarbeit, die sich mit dem Einsatz eines Miniaturröntgengenerators bei der Behandlung des Endometriumkarzinoms (Gebärmutterkrebs) befasst, ist ebenfalls mit summa cum laude bewertet worden.
In bewährter Weise sorgt die Bigband des Droste-Hülshoff-Gymnasiums Rottweil, unter der Leitung von Armin Gaus, für schwungvolle Akzente. Insgesamt drei der sechs Titel begleiten Anne Bantle und Neele Gaus mit ihrem Gesang. Die Bandbreite der Schülerband reicht von Steve Wonder über Burt Bacharach bis hin zu Julie Gold.
An die Feier schließt sich ein Empfang in der Bel Etage des Rektors an. Die Promotionsfeier richtet sich an die Promovenden und ihre Familien sowie den Lehrkörper der Fakultät und dabei insbesondere die Doktorväter und -mütter. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.
Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
am Samstag, 23. Juli 2011
um 10.30 Uhr
in der Alten Aula der Universität Heidelberg
Grabengasse 1 in Heidelberg
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0170.txt)
Heinrich-Vetter-Stiftung fördert Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Mannheim
Mannheim, den 18. Juli 2011
Handelt es sich beim klassischen Röntgenbild um eine zweidimensionale Abbildung aus dem Körperinnern, so erlauben neue Technologien und extrem schnelle Computer inzwischen dreidimensionale Darstellungen unserer Organe. Jetzt stoßen die Spezialisten in eine neue Dimension vor: Mit funktionellen Messungen der Organe erfassen sie Veränderungen im Zeitverlauf – und damit in der vierten Dimension.
Dank einer Anschubfinanzierung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung in Höhe von 15.000 Euro können Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) nun ein Projekt starten, mit dem sie diesen Weg konsequent weiter verfolgen. Denn das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine Software weiter zu entwickeln, mit der die Berechnung der Organdurchblutung erleichtert wird; und zwar auf eine so anwenderfreundliche Weise, dass sie wie selbstverständlich in die klinischen Routineabläufe der Radiologie integriert werden kann. Der bisherige Vorsitzende der Heinrich-Vetter-Stiftung, Professor Dr. Carl-Heinrich Esser, konnte sich gemeinsam mit seinem Nachfolger, Professor Dr. Peter Frankenberg, bei einem Besuch im Universitätsklinikum von den Vorteilen des Verfahrens überzeugen.
Angesiedelt ist das Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und damit bei Professor Dr. Lothar Schad, der die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin hervorhebt: „Seit Conrad Röntgen wissen wir, dass Physik und Medizin gemeinsam unglaublich viel bewirken können,“ blickt Schad in die Geschichte der Medizintechnik zurück. Und er weiß, wovon er spricht. Denn der Kernphysiker arbeitet tagtäglich eng mit seinen Arztkollegen aus der Radiologie zusammen. „So kurze Wege, wie wir sie hier in der Universitätsmedizin haben, und dazu eine ausgeprägte Wertschätzung für die Arbeit des anderen – das ist die ideale Ausgangsbasis, damit neue Entwicklungen aus der Physik schnell in die medizinische Anwendung gelangen. Davon profitieren Patienten mit verschiedensten Erkrankungen.“
Der Messung des Blutdurchflusses, der so genannten Perfusion, liegt mit der Magnetresonanztomographie (MRT) ein bewährtes bildgebendes Verfahren zugrunde. Diese nicht-invasive Technik arbeitet ohne Strahlenbelastung für die Patienten und wird in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung von Struktur und Funktion des Körpergewebes und der inneren Organe eingesetzt. Die Messung der Organdurchblutung ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil in der Diagnostik und Therapie vieler Krankheitsbilder, etwa des Prostatakarzinoms oder der Nierenfehlfunktion.
Eine besondere Herausforderung ist jedoch der Umgang mit der dabei unweigerlich anfallenden Datenflut. Und genau hier setzt das Projekt an: Die moderne Informationstechnologie soll die Zahl der Abbildungen, die bei jeder dieser Messungen in die Tausende geht, eigenständig durchforsten und das Resultat übersichtlich darstellen. Denn erst solche intelligenten Dämme machen die Datenflut kanalisierbar und damit wirklich handhabbar.
„Im rein wissenschaftlichen Umfeld sind bereits sehr brauchbare Techniken zur Darstellung der Perfusion entstanden, aber sie haben noch keinen Einzug in die klinische Routine gehalten,“ sagt Privat-Dozent Dr. Gerald Weisser, Oberarzt und Teleradiologie-Spezialist im Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. „Nun geht es uns um die Integration dieser Verfahren in das klinische Befundungssystem und damit in unseren Arbeitsalltag. Dabei bauen wir auf die weltweit eingesetzte und frei verfügbare DICOM Workstation OsiriX, die es uns erlaubt, eigene Weiterentwicklungen dort in Form eines Plugins anzudocken.“
„Damit machen wir unsere Entwicklung auch Dritten zugänglich, beispielsweise anderen Kliniken“, ergänzt Dr. Ing. Frank Zöllner vom Institut für Computerunterstützte Klinische Medizin. Die Förderung durch die Heinrich-Vetter-Stiftung ist eine Anschubfinanzierung für einen Projektantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Damit bildet sie eine verheißungsvolle Basis dafür, dass eines nicht allzu fernen Tages die MRT-gestützte Perfusions-Bildgebung ganz normaler Krankenhausalltag wird.
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Privat-Dozent Dr. Dietmar Dinter (l.) erläutert Professor Dr. Peter Frankenberg (3. v. r.) und Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser (r.) das Forschungsprojekt; angesiedelt ist es am Lehrstuhl von Professor Dr. Lothar Schad (2. v. r.). |
Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Forschungsbereich Medizintechnik
Computerunterstützte Klinische Medizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5121
E-Mail: lothar.schad@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0169.txt)
Ergebnisse zur differenzierten Regulation des Zelltods in „Molecular Cell“ veröffentlicht
Mannheim, den 9. Juli 2011
Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), haben in Hauttumorzellen einen Proteinkomplex entdeckt, der eine zentrale Rolle bei der Entscheidung spielt, ob eine Zelle am programmierten Zelltod (Apoptose) oder der programmierten Nekrose (Nekroptose) zugrunde geht. Die Kenntnis der Regulationsmechanismen, die darüber entscheiden, in welcher Weise Zellen abgebaut werden, ist von hohem klinischem Interesse. Denn der nekrotische Zelltod wirkt offenbar immunstimulierend und bietet damit möglicherweise neue Ansätze für die Therapie von Tumorerkrankungen.
Zum Hintergrund: Die meisten Gewebe des Organismus erneuern sich stetig. Kontinuierlich werden neue Zellen gebildet, während gleichzeitig andere Zellen zugrunde gehen. Das Absterben von Zellen geschieht im gesunden Organismus streng kontrolliert. Zellen kennen aber verschiedene Wege, programmiert zu sterben. Beim sogenannten programmierten Zelltod, der Apoptose, durchlaufen einzelne Zellen ein Selbstmordprogramm, ohne dass angrenzende Gewebe von diesem physiologischen Prozess betroffen sind.
Seit einiger Zeit wird einer weiteren Form des Zelltodes, der programmierten Nekrose (Nekroptose), vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Die Nekroptose wird durch schädigende Einflüsse ausgelöst und führt über bislang weitgehend unbekannte Mechanismen zu Entzündungsreaktionen. Diese entzündlichen Reaktionen schädigen nicht nur die eigentlich betroffene Zelle, sie führen auch zum Untergang unbeteiligter Zellen in Gewebeverbänden, möglicherweise indem toxische oder entzündliche Signale freigesetzt werden. Die Nekroptose könnte daher bei der Bekämpfung eines Tumors durch das Immunsystem förderlich sein, wenn nämlich solch ein Prozess in einem Tumorgewebe ausgelöst werden könnte.
Die Mannheimer Wissenschaftler konnten den Proteinkomplex, über den entschieden wird, ob Zellen durch Apoptose oder Nekroptose zugrunde gehen, mit biochemischen und molekularbiologischen Methoden genauer charakterisieren. Die Gruppe um Professor Leverkus identifizierte die Kinase RIP1 als zentralen Bestandteil dieser intrazellulären Signalplattform und bezeichnete diese deshalb als „Ripoptosom“. Des Weiteren stellten sie fest, dass die Mengenverhältnisse verschiedener Komponenten in dem Komplex darüber entscheiden, ob und auf welchen Wegen die Zellen absterben – durch Apoptose oder Nekroptose.
Weiterhin sind an der Regulation der Signalplattform die seit mehreren Jahren bekannten „inhibitors of apoptosis proteins“ (IAP Proteine) beteiligt, und zwar unmittelbar über die Kinase RIP1. Darüber hinaus identifizierten die Wissenschaftler verschiedene Isoformen des Proteins cFLIP (cFLIPL und cFLIPS) als wichtige Komponenten des Komplexes, die interessanterweise entweder Apoptose hemmen (cFLIPL) oder Nekroptose erleichtern (cFLIPS). Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Zelltod-fördernde Funktion von RIP1 nicht mehr durch IAPs gehemmt wird.
Aufbauend auf den neuen Erkenntnissen werden die Wissenschaftler den Komplex weiter erforschen und daraus neue Strategien für die Behandlung von Tumorerkrankungen entwickeln. Die Ergebnisse sind im Journal Molecular Cell publiziert und ab heute online verfügbar.
Publikation
cIAPs Block Ripoptosome Formation, a RIP1/Caspase-8 Containing Intracellular Cell Death Complex Differentially Regulated by cFLIP IsoformsMaria Feoktistova, Peter Geserick, Beate Kellert, Diana Panayotova Dimitrova, Claudia Langlais, Mike Hupe, Kelvin Cain, Marion MacFarlane, Georg Häcker and Martin Leverkus
Molecular Cell, Volume: 43; Issue: 3
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1097276511004527
Kontakt:
Professor Dr. med. Martin Leverkus
Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie, und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1643 (Büro)
E-Mail: Martin.Leverkus@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0168.txt)
Workshop des Europäischen Leukämienetzes im Jubiläumsprogramm der Universität Heidelberg
Mannheim, den 29. Juni 2011
Seit zwei Jahrzehnten ist der Internationale Leukämieworkshop ein wichtiges Forum für den wissenschaftlichen Austausch von Leukämieexperten. Zum 20. Workshop, der in das Jubiläumsprogramm anlässlich des 625-jährigen Bestehens der Universität Heidelberg eingebettet ist, werden vom 1. bis 3. Juli rund 150 Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA in Mannheim erwartet. Hier nämlich laufen bei Professor Dr. Rüdiger Hehlmann die Fäden der Leukämieforschung in Europa zusammen.
Anlässlich des Jubiläums bietet ein zweitägiges Programm im Anschluss an den eigentlichen Workshop einen exklusiven Rückblick aus erster Hand auf 40 Jahre Leukämieforschung. Dabei werden Schlüsselentdeckungen in der Biomedizin und deren klinische Umsetzung von Wissenschaftlern dargestellt, die selbst an deren Erforschung und Anwendung beteiligt waren. Darunter auch Professor Dr. Rolf Neth, der vor 40 Jahren erstmals Biochemiker, Ärzte und Virologen in dem Dorf Wilsede in der Lüneburger Heide zusammenbrachte, damit diese über „Modern Trends in Human Leukemia“ diskutierten, ihr spezifisches Fachwissen teilten und voneinander lernten.
Seit vier Jahrzehnten ist die Leukämie damit Gegenstand der Forschung in Deutschland und die „Wilsede Meetings“ dabei ein wichtiger Motor. Die Biomedizin bescherte in dieser Zeit gerade der Leukämieforschung enorme Fortschritte, die sich auch auf die Erforschung anderer Erkrankungen auswirkten. Dienen die Leukämien doch schon lange als Modell für viele verschiedene Erkrankungen, darunter Infektionserkrankungen und Krebserkrankungen im Allgemeinen.
Zu den insgesamt fünf Schlüsselentdeckungen die bei dem Leukämieworkshop exemplarisch für 40 Jahre Forschung stehen, gehört beispielsweise die genaue Kenntnis der Vorgänge, die zu einer chronischen myeloischen Leukämie führen, ebenso wie die Entwicklung von Therapien, die an deren Ursachen angreifen. Und natürlich gehört dazu auch die Entdeckung von Retroviren im Menschen sowie deren Rolle beim „Management“ von Leukämien als auch ihre Verwendung als Impfstoff gegen AIDS.
Mit einem Höhepunkt endet das Programm am Sonntag Mittag (12.30 Uhr), einer „special lecture“ von Professor Robert Gale über die Folgen von nuklearen Unfällen, am Beispiel von Tschernobyl und Fukushima. Gale war schon bei der Katastrophe von Tschernobyl, im Jahr 1986, „ein Mann der ersten Stunde“ und auch bei der aktuellen Katastrophe in Fukushima als Experte gefragt.
20. Internationaler Leukämie-Workshop
1. bis 3. Juli 2011Der Internationale Leukämie Workshop wird seit 1992 von der 1982 gegründeten CML Study-Group (Chronische Myeloische Leukämie) veranstaltet. Er dient dazu, deren Mitglieder über die internationale Forschung auf diesem Gebiet zu informieren.
Programm und weitere Informationen
http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/home/kalender/?record_id=e31323
Kontakt:
Professor Dr. Rüdiger Hehlmann
III. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Pettenkoferstraße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6931
Fax: 0621 / 383 - 6932
E-Mail: sekretariat.hehlmann@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0167.txt)
Tag der Lehre widmet sich am 1. Juli dem Thema „Ärztliche Kommunikation“
Mannheim, den 27. Juni 2011
Der Tag der Lehre, zu dem das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg einlädt, widmet sich am 1. Juli 2011 wieder einem spannenden und vor allem für angehende Mediziner wichtigen Thema: der ärztlichen Kommunikation.
Sie nämlich gehört zu den Schlüsselkompetenzen eines jeden Mediziners. Gespräche mit Patienten und Angehörigen, Austausch mit Kollegen, Pflegepersonal oder Praxis-Mitarbeitern: Mindestens ein Drittel der Arbeitszeit eines Arztes nimmt die Kommunikation ein, bei machen Facharztgruppen ist es sogar mehr als die Hälfte.
Eine gute Kommunikation trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Dabei geht es nicht nur darum, klar zu kommunizieren und Missverständnisse zu vermeiden. Ein guter persönlicher Umgang mit Patienten trägt zur Zufriedenheit und damit letztlich zur Gesundheit bei. Und auch im Behandlungsteam und im Umgang mit den verschiedenen Berufsgruppen in einer Klinik ist klar: Der Ton macht die Musik. Und der will gelernt sein.
Der Tag der Lehre bietet einen Einblick in Forschung und Methoden der Kommunikation in Theorie und Praxis. Im Eröffnungsvortrag von Professor Dr. Wim Gijselaers aus Maastricht geht es um „Communication between Medical Professionals“. Im Anschluss wird Professor Dr. Wolf Langewitz aus Basel darstellen, dass kommunikative Kompetenz zwar nicht jedem angeboren, aber durchaus lehr- und lernbar ist. Auf Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede geht dann Frau Professor Dr. Eva Eckkrammer von der Universität Mannheim ein, Dr. Peter Görlich aus Heidelberg referiert über die "Kommunikation als Wertschöpfung". Am Nachmittag bieten verschiedene Workshops Tipps und Strategien für die Praxis.
Der Tag der Lehre bietet auch den feierlichen Rahmen für die Verleihung der Medizindidaktischen Zertifikate Baden-Württemberg. Am Abend klingt der Tag der Lehre mit dem studentischen Sommerfest aus. Dabei prämieren die Studierenden in bewährter Weise besonders überzeugende Dozenten mit Lehrpreisen. Für musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene Bands und Musikgruppen.
Die Veranstaltung richtet sich an die Studierenden der Mannheimer Medizinfakultät und an die interessierte Öffentlichkeit.
Tag der Lehre 2011
Ärztliche Kommunikation: Mehr als das Patientengespräch
Detaillierte Informationen
http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0166.txt)
25. Juni 2011: „Medizin hautnah“ und „Kinder-Uni Medizin“ zu Gast beim Uni-Jubiläum in der Altstadt
Mannheim, den 20. Juni 2011
Am kommenden Samstag, 25. Juni 2011, können sich die Bürger und Besucher beim Bummel durch die Heidelberger Altstadt ein Bild von der Vielfalt der Heidelberger Universität machen. An diesem Tag gastiert eine Zeltstadt in den romantischen Gassen der Altstadt – Fakultäten und Einrichtungen der Ruperto Carola beziehen dort vorübergehen Quartier und heißen die Besucher auf der UniMeile willkommen.
Mittendrin, zentral auf dem Universitätsplatz, gestattet die Medizinische Fakultät Mannheim einen Einblick in ihre Welt der Medizin unter dem Titel „Herz, Schmerz - und die Medizin von morgen“. Ein riesiges Herz-Modell gibt dort all die Geheimnisse dieses Organs preis. Ganzkörper-Scheibenpräparate eröffnen einen detaillierten Einblick in unser Innenleben. An Laparoskopie- und Kathetertrainer können sich die Besucher als Chirurgen oder Kardiologen versuchen. Oder sie „altern“ mittels eines Simulators innerhalb von Sekunden um Jahrzehnte und erleben so am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, alt und gebrechlich zu sein.
Die kleinen Besucher sind eingeladen, Hörsaal-Luft zu schnuppern. Die Mannheimer Kinder-Uni, die bundesweit einzige Kinder-Uni mit ausschließlich medizinischen Themen, die nun schon seit sechs Jahren regelmäßig kleine Studienanwärter im Alter von etwa acht bis zwölf Jahren in den Sommerferien einlädt, gibt ein Gastspiel in der „Neuen Universität“ in Heidelberg. Um 14 Uhr und um 15 Uhr empfängt Dr. Tom Terboven die Kids zu den altersgerechten Vorlesungen. Es wird richtig spannend, wenn Dr. James Blunk fragt: „Kennt ein Indianer keinen Schmerz!?“ und Dr. Rüdiger Adam die Kinder auf eine multimediale und atemberaubende Reise in den „Dschungel im Bauch“ mitnimmt.
Das und vieles mehr bietet die Medizinische Fakultät Mannheim zentral in ihren Zelten
(44 / 45) auf dem Universitätsplatz und in der Neuen Universität. Herzlich willkommen
in unserer Welt der Medizin…
http://www.umm.de/4776.0.html
Unimeile zum Auftakt der zentralen Festwoche anlässlich des Jubiläums der Universität
am Samstag, 25. Juni 2011Mannheimer Medizinfakultät auf dem Universitätsplatz
„Herz, Schmerz - und die Medizin von morgen“
Medizin hautnah: begehbares Herz – Anatomie mittels Scheiben-Präparaten – OP durchs Knopfloch – Studium des Schmerzes – und vieles mehr!
Universitätsplatz, Zelte 44 / 45
Mannheimer Kinder-Uni Medizin
14.00 Uhr
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz!?“
15.00 Uhr
Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren können bei der Kinder-Uni mit Experten der UMM die spannende Welt der Medizin erkunden.
Neue Universität, Hörsaal 13 (1. OG)
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(0165.txt)
Dr. Andreas Fischer erhält einen der beiden Hella-Bühler-Preise
Mannheim, den 16. Juni 2011
Mit dem Hella-Bühler-Preis für onkologische Forschung werden in diesem Jahr zwei Mediziner der Universität Heidelberg ausgezeichnet: Preisträger 2011 sind Dr. Andreas Fischer und Dr. Sven Danckwardt, die ein Preisgeld von jeweils 75.000 Euro erhalten. Dr. Fischer ist Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruperto Carola und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Dr. Danckwardt forschte bis vor kurzem im Rahmen der Molecular Medicine Partnership Unit; diese Einrichtung wird vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg getragen. Die zum sechsten Mal vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscher der Universität Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2011 statt.
Andreas Fischer (Jahrgang 1976) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 an der Universität Würzburg promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch. Im Januar dieses Jahres hat Dr. Fischer den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller-Förderpreis für seine wegweisenden Arbeiten zu zellulären Signalwegen erhalten.
Die Auszeichnung mit dem Hella-Bühler-Preis gilt Dr. Fischers Untersuchungen zur Entstehung von Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Diese sogenannten zerebralen Kavernome sind durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße gekennzeichnet. Wachsen diese Kavernome, so steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Dr. Fischer konnte mit seinen Forschungen zeigen, dass ein gestörter Signalweg in den die Gefäße auskleidenden Endothelzellen zu einem überschüssigen und unkontrollierten Gefäßwachstum und damit zur Bildung von Kavernomen führt. Am Tiermodell testet seine Arbeitsgruppe nun den Einsatz eines Krebsmedikaments, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt und damit ein Kandidat auch für die Behandlung von Kavernomen ist.
Sven Danckwardt (Jahrgang 1973) studierte Humanmedizin in Tübingen, Berlin und San Diego (USA). Nach dem Ende des Studiums 2001 wurde er im Jahr 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer wegweisenden Arbeit zu Mechanismen der Genotyp-Phänotyp-Modulation promoviert. Dafür erhielt er den Robert-Koch-Preis der Humboldt-Universität. Nach der Promotion war er zunächst als Assistenzarzt in Berlin tätig, ehe er 2003 an das Universitätsklinikum Heidelberg wechselte. Als Postdoktorand forschte Dr. Danckwardt an der Molecular Medicine Partnership Unit von EMBL und Medizinischer Fakultät Heidelberg. Zum 1. April folgte der Wissenschaftler einem Ruf an die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Mit seinen Forschungsarbeiten verfolgt Dr. Danckwardt das Ziel, die Grundlage für die „rätselhafte“ Beziehung zwischen aktivierter Blutgerinnung und der Entstehung sowie Metastasierung von Tumorerkrankungen zu erforschen. Dieser bislang weitgehend unbekannte Zusammenhang mit weitreichenden Konsequenzen für die Prognose von Krebserkrankungen ist in den vergangenen Jahren vor allem in klinischen Arbeiten beobachtet und beschrieben worden. Mit seinen Untersuchungen will Dr. Danckwardt einen Beitrag dazu leisten, den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus aufzuklären und damit auch neue Erkenntnisse für die Tumorbiologie und daraus resultierende therapeutische Ansätze zu gewinnen.
Der von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis soll junge Heidelberger Wissenschaftler unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen. In diesem Jahr werden mit Dr. Fischer und Dr. Danckwardt erstmals zwei Preisträger ausgezeichnet, nachdem die Jury die Forschungen der beiden Wissenschaftler als preiswürdig bewertet hat.
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Der Preisträger Dr. Andreas Fischer. |
Verleihung des Hella-Bühler-Preises
Den Festakt zur Verleihung des Hella-Bühler-Preises 2011 eröffnet Professor Dr. Thomas Rausch, Prorektor der Universität Heidelberg. Anschließend spricht der Preisträger des vergangenen Jahres, Privatdozent Dr. Jochen Utikal, ebenfalls Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim, aus der Dermatologie. Die Laudationes auf die beiden diesjährigen Träger des Hella-Bühler-Preises hält Professor Dr. Matthias Henze, der am EMBL forscht und einer der beiden Direktoren der Molecular Medicine Partnership Unit ist. Es folgt die Vorstellung der ausgezeichneten Forschungsarbeiten. Dr. Fischer erläutert, „Wie Signalwege Blutgefäße im ruhenden Zustand halten und die Entwicklung zerebraler Kavernome verhindern“. Dr. Danckwardt wird in seinem Vortrag der Frage „Die rätselhafte Beziehung zwischen Blutgerinnung und Krebs: Epiphänomen oder funktionell relevant?“ nachgehen. Die Veranstaltung am 22. Juni 2011 findet im BioQuant-Zentrum, Im Neuenheimer Feld 267, Großer Hörsaal, statt und beginnt um 17.00 Uhr.
Kontakt:
Dr. Andreas Fischer
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0164.txt)
Fachgesellschaft fördert wissenschaftliche Studie
Mannheim, den 14. Juni 2011
Dr. Henriette Schneider, eine junge Assistenzärztin, die an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) forscht, ist mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde der Ärztin im April, bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft in Leipzig, für eine wissenschaftliche Studie verliehen, die sich mit dem Zusammenhang von Petechien und Infektionskrankheiten befasst.
Petechien sind stecknadelkopfgroße rote Punkte auf der Haut, die durch Einblutungen entstehen. Obwohl Petechien weder jucken noch Schmerzen verursachen und selbst keinen Schaden anrichten, ist Vorsicht geboten, da sie auf eine bedrohliche Erkrankung hinweisen können. Dazu zählen Hirnhautentzündung, Blutvergiftung sowie eine gestörte Funktion der Blutplättchen.
Kinder sind häufiger als Erwachsene von Petechien betroffen. In etwa 15 Prozent der Fälle liegt ihnen eine Infektion mit Meningokokken, den Erregern der Hirnhautentzündung, zugrunde. In vielen Fällen gelingt der Nachweis des Erregers aber nicht, die Ursache bleibt ungeklärt. Systematische Untersuchungen zu möglichen Erregern – Bakterien und Viren – sind notwendig, um bessere Erkenntnisse zu den Ursachen von Petechien zu gewinnen.
Dr. Henriette Schneider führt seit 2009 an der Universitäts-Kinderklinik eine Studie durch, bei der sie systematisch die Erreger aus dem Nasen-Rachen-Sekret von jungen Patienten mit Petechien nachweist und erfasst. Die Studie schließt sowohl junge Patienten des Universitätsklinikums Mannheim als auch des St. Anna-Stift-Krankenhauses in Ludwigshafen ein.
Ziel der von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie ausgezeichneten Studie ist es, die Diagnostik der Ursachen von Petechien zu verbessern und damit unnötige Therapien und invasive diagnostische Eingriffe, wie die Lumbalpunktion, zu vermeiden – und damit letztendlich die Behandlung von Kindern mit diesen Hauteinblutungen zu verbessern.
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Die Preisträgerin Dr. Henriette Schneider. |
Pädiatrische Infektiologie an der Universitätsmedizin Mannheim
Die Pädiatrische Infektiologie ist ein ausgewiesener klinischer und wissenschaftlicher SSchwerpunkt der Kinderklinik an der UMM. Die Klinik gehört zu den wenigen von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zertifizierten Ausbildungszentren für dieses Spezialgebiet.
Kontakt:
Dr. med. Henriette Schneider
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2504
E-Mail: henriette.schneider@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0163.txt)
Forschungsprojekt befasst sich mit Auswirkungen von Stress und Schwerelosigkeit auf das Immunsystem bei Langzeitaufenthalten im All
Mannheim, den 18. Mai 2011
Internationale Experten diskutieren am 19. und 20. Mai 2011 in der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zukünftige Projekte auf der Raumstation ISS. In den nächsten Jahren wird ein internationales Forscherteam die gesundheitlichen Auswirkungen von lang andauernden Weltraumaufenthalten auf der ISS (International Space Station) untersuchen. Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist mit einem Projekt von Professor Dr. Manfred Thiel mit an Bord. Der Anästhesist und Intensivmediziner erforscht die Auswirkungen von Stressfaktoren auf die Immunabwehr des Menschen. Die Erkenntnisse, die die Mannheimer Wissenschaftler erwarten, sind nicht nur für künftige Weltraumaufenthalte wichtig, sondern können auch für Patienten in der Intensivmedizin von Nutzen sein.
Langzeitweltraumflüge bedeuten für Astronauten eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Zu den bekannten Stressfaktoren gehören unter anderem Schwerelosigkeit, erhöhte Radioaktivität, Sauerstoffarmut, veränderte Ernährung und eine große psychische Belastung. Um die gesundheitlichen Folgen dieser Stressfaktoren besser abschätzen zu können, fördert die Europäische Weltraumorganisation (ESA) innovative Forschung auf diesem Gebiet.
Im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens durch die European Science Foundation wurde von der ESA ein internationales Projekt ausgewählt, das die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem von Raumfahrern untersucht. Im Fokus der Untersuchungen des am ausgewählten Projekt beteiligten Forscherteams um Professor Thiel stehen dabei die komplexen Funktionen des Immunsystems, insbesondere die Abwehr von Mikroorganismen. Thiel ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der UMM. Er beschäftigt sich seit Jahren mit einem auch bei Operationen und in der Notfall- sowie Intensivmedizin gut bekannten Stressfaktor und dessen Auswirkungen auf das Immunsystem, dem Sauerstoffmangel (Hypoxie).
Chronischer Sauerstoffmangel hat komplexe Anpassungsreaktionen im Energiestoffwechsel zur Folge, die dazu führen, dass Funktionen vor allem des spezifischen Immunsystems unterdrückt werden. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen mit Bakterien und Viren. Auch die Wahrscheinlichkeit, mit der Tumoren auftreten, wird erhöht. Die Auswirkungen von durch Sauerstoffmangel hervorgerufenem Stress auf die Abwehrfunktion des Immunsystems ermitteln die Mannheimer Wissenschaftler, indem sie regelmäßig die Funktionen von Lunge und Herz-Kreislauf-System der ISS-Besatzung sowie deren Blutzellen vor und nach dem Weltraumaufenthalt untersuchen.
Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts sind für die Planung längerer Weltraumaufenthalte, wie beispielsweise bei einer Mars-Mission, von großer Bedeutung. Die Wissenschaftler hoffen zudem, dass die unter den Extrembedingungen des Weltraums gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse über die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem helfen, auch stressbedingte Erkrankungen auf der Erde besser zu verstehen und behandeln zu können. „Auch Patienten, die infolge von Operationen oder der Behandlung auf einer Intensivstation eine verringerte Infektabwehr aufweisen, könnten von den Erkenntnissen profitieren“, so Thiel.
Der internationale Verbund, der sich mit Forschungsprojekten rund um die gesundheitlichen Auswirkungen von langen Aufenthalten im All befasst, besteht aus Forscherteams aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, der Schweiz, Belgien, Österreich, Russland und den USA. Er wird koordiniert von Privatdozent Dr. Alexander Choukèr, Ludwig-Maximilians-Universität München.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Manfred Thiel
Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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(0161.txt)
Eiweiß dient als Schalter für zwei Mechanismen: Es kann den programmierten Zelltod verhindern und eine Immunreaktion unterdrücken
Mannheim, den 18. Mai 2011
Die Zunahme der UV-Strahlung und das steigende Lebensalter der Bevölkerung lassen die Häufigkeit von Hautkrebserkrankungen weiter ansteigen. Noch häufiger als der sehr bösartige schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist der weiße Hautkrebs. Dazu zählen die sogenannten Basalzellkarzinome und das Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt. Sie machen etwa 15 Prozent aller bösartigen Tumore des Menschen aus.
Ob eine Hautzelle einen normalen Lebenszyklus durchläuft oder zum weißen Hautkrebs führt, darauf hat das Eiweiß cFLIP einen entscheidenden Einfluss. Wie Forscher der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) unter der Leitung von Professor Dr. Martin Leverkus zeigen konnten, nutzt cFLIP zwei Mechanismen, um eine normale Hautzelle zur Tumorzelle zu transformieren: Zum einen kann das Protein den programmierten Zelltod verhindern, indem es in der Zelle Signale der sogenannten „Todesrezeptor“-Familie blockiert. Zum anderen kann es eine den Tumor abstoßende Immunantwort unterdrücken, indem es entzündungsfördernde Signale hemmt.
Der programmierte Zelltod (Apoptose) ist ein körpereigener Mechanismus, durch den einzelne überflüssige oder störende Zellen sich selbst eliminieren. Im gesunden Organismus sorgt die Apoptose für die Vernichtung schädlicher Zellen sowie für ein ausgewogenes Verhältnis von Zellvermehrung (Proliferation) und Zelltod. Ist der programmierte Zelltod fehlerhaft reguliert, kann dies zur Bildung von Tumoren führen.
Normalerweise binden die Botenstoffe der „Todesrezeptor“-Familie an Oberflächenmoleküle der Tumorzellen und können dadurch Apoptose auslösen. Ist der Inhibitor cFLIP jedoch in den Hautzellen stark exprimiert, verhindert dieses blockierende Eiweiß, dass der programmierte Zelltod ausgelöst wird.
Die exakten Mechanismen, wie Hauttumorzellen durch cFLIP das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen anregen, sind bislang nicht aufgeklärt. Bekannt ist allerdings, dass das Protein in der Zelle in verschiedenen Isoformen, also mit etwas unterschiedlichem Aufbau, vorkommt. Um deren Bedeutung bei der Entwicklung von Hautkrebs weiter aufzuklären, schleusten die Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion für Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), verschiedene Isoformen von cFLIP mittels viraler Vektoren in Tumorzellen ein. Auf diese Wiese konnten sie einzelne Signale identifizieren, die durch cFLIP moduliert werden.
„Mit der Kenntnis der beteiligten Signale können wir nach Wegen suchen, wie wir diese in den Hautkrebszellen abschalten und auf diese Weise sowohl den Zelltod als auch eine Immunantwort auslösen können, die den Tumor vernichtet“, so Leverkus.
Publikation
Die Ergebnisse der Mannheimer Wissenschaftler sind publiziert:cFLIP isoforms block CD95- and trail death receptor-induced gene induction irrespective of processing of caspase-8 or cFLIP in the death-inducing signalling complex
Shyam M. Kavuri, Peter Geserick, Daniela Berg, Diana Panayotova Dimitrova, Maria Feoktistova, Daniela Siegmund, Harald Gollnick, Manfred Neumann, Harald Wajant and Martin Leverkus
The Journal of Biological Chemistry, Vol. 286, Issue 21, 18614-18622, MAY 27, 2011
http://www.jbc.org/content/early/2011/03/22/jbc.M110.148585.abstract
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Die elektronenmikroskopische Darstellung zeigt eine Hauttumorzelle, die durch Stimulation eines Oberflächenrezeptors in die Apoptose gebracht wurde und dadurch die typischen „Apoptose-Bläschen“ zeigt. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Martin Leverkus
Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2344
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(0160.txt)
Mannheimer Medizinfakultät der Universität Heidelberg setzt sich beim CHE-Ranking deutlich ab
Mannheim, den 10. Mai 2011
Das Abitur ist in der Tasche und der Weg damit frei für einen neuen Lebensabschnitt – das Studium. Für die Wahl des passenden Faches und des „richtigen“ Studienortes kann ein Blick in den aktuellen ZEIT Studienführer hilfreich sein. Fällt die Wahl auf das Medizinstudium, so offenbart schon der „erste Überblick“ beim Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) das hervorragende Abschneiden der Medizinischen Fakultät Mannheim: Als einzige Medizinfakultät gehört sie nach jedem der fünf übergeordneten Kriterien zur jeweiligen Spitzengruppe. Alle anderen Medizinfakultäten schafften es nur bei maximal drei Kriterien in die Spitzengruppe.
Das CHE-Ranking erfasst insbesondere die Forschungsleistungen sowie die Qualität der Lehre und bewertet die Studiensituation insgesamt an den einzelnen Fakultäten. Neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung umfasst das Ranking auch eine umfangreiche Liste von Punkten, über die Studierende selbst die Studienbedingungen an ihrer Hochschule beurteilen. Und nicht zuletzt wird auch die Reputation, die die Fakultät in Studium, Lehre und Forschung genießt, erfasst.
Die Medizinische Fakultät Mannheim ist - ebenso wie die Medizinische Fakultät Heidelberg - eine Fakultät der Universität Heidelberg. Sie bietet zurzeit rund 1.400 jungen Menschen ein Medizinstudium nach einem im Jahr 2006 neu entwickelten Studienkonzept, dem Mannheim Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe. Das MaReCuM-Medizinstudium ist eine besonders praxisnahe und forschungsorientierte Ausbildung, über die klassischen Fächergrenzen hinweg. Ergänzend zum Studium der Humanmedizin bietet die Fakultät drei Masterstudiengänge an, die besonders leistungsstarke Studierende bereits parallel zum Studium belegen können, in Medical Physics, Health Economics und Translational Medical Research.
Daten von „Ranking Kompakt“ im Netz
Vergleich der Hochschulen / Fakultäten nach ausgewählten Kriterien:
http://ranking.zeit.de/che2011/de/rankingkompakt?esb=36&ab=3&hstyp=1
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Medizinstudium an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. |
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(0159.txt)
Der Transkriptionsfaktor HOXC9 kann Blutgefäße in einen gesunden Ruhezustand versetzen
Mannheim, den 21. April 2011
In einer aktuellen Publikation der wissenschaftlichen Zeitschrift Circulation Research beschreiben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wie zur Gefäßbildung aktivierte Endothelzellen – Zellen die das Innere der Gefäße auskleiden – über die verstärkte Bildung des Transkriptionsfaktors HOXC9 in ein ruhendes, funktionell intaktes Endothel überführt werden können. Die Wissenschaftler konnten auch den Mechanismus aufdecken, über den HOXC9 die Prozesse der Blutgefäßbildung unterbinden kann. Die Ergebnisse der Mannheimer Forscher können eine wichtige Erkenntnis in Bezug auf das Wachstum von Tumoren - und damit von deren Behandlung - sein.
Die Bildung von Gefäßen ist ein wichtiges Forschungsgebiet auch der Krebsforscher. Denn um wachsen zu können, sind Tumoren auf die Versorgung durch Blutgefäße angewiesen, die ihnen Sauerstoff und Nahrung zuführen. Sie können sogar selbst die Bildung von Blutgefäßen in Gang setzen, indem sie gezielt Wachstumsfaktoren freisetzen. Diesen Prozess bezeichnet man als Tumorangiogenese.
Privatdozent Dr. Jens Kroll, von der Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim, konnte mit seinem Team jetzt zeigen, dass der Transkriptionsfaktor HOXC9, der in intakten, ruhenden Endothelzellen stark produziert wird, in aktivierten Endothelzellen des Blutgefäßsystems nicht mehr gebildet wird. Besonders interessant ist die Beobachtung, dass umgekehrt eine verstärkte „künstliche“ Bildung von HOXC9 aktivierte Endothelzellen in einen ruhenden, aber dennoch funktionellen Zustand versetzen kann.
HOX Gene haben eine wichtige Funktion in der frühen Entwicklung eines Organismus, etwa indem sie dort die Gliederung der Körperachsen steuern. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass HOX Gene über ihre entwicklungsbiologische Funktion hinaus einen Einfluss auf weitere wichtige physiologische Prozesse in einem Organismus haben. So regulieren sie im Gefäßsystem sowohl Neubildung als auch Rückbildung von Blutgefäßen während der Embryonalentwicklung. Und sie regen die Gefäßbildung im Zusammenhang mit krankhaften Veränderungen an, etwa während der Tumorentstehung.
Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Kroll konnte jetzt sowohl in kultivierten Endothelzellen als auch in Blutgefäßen im Zebrafisch zeigen, dass HOXC9 die Bildung des für Blutgefäße wichtigen Faktors Interleukin 8 hemmt und auf diese Weise eine Aktivierung der Endothelzellen und Neubildung der Blutgefäße verhindern kann. Dabei wiesen sie im Detail nach, dass HOXC9 vielfältige Prozesse der Blutgefäßbildung, wie die Neubildung und Wanderung von Endothelzellen, hemmt, und dass diese Funktionen von HOXC9 ausschließlich über den Faktor Interleukin 8 vermittelt werden.
Die Ergebnisse haben eine wichtige Bedeutung sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die medizinische Forschung. Die Wissenschaftler lernen, wie Blutgefäße in der Embryonalentwicklung entstehen können. Und sie verstehen besser, wie die Bildung von Blutgefäßen, die den Tumor versorgen, reguliert wird. Ein weiterer Aspekt sind Erkenntnisse die Entzündungsprozesse betreffen, nämlich wie hier die überschießende lokale Aktivierung des Endothels reguliert wird.
Im Mittelpunkt der weiteren Forschung in diesem Zusammenhang steht insbesondere die Frage, ob eine gesteigerte Bildung von HOXC9 nicht nur aktivierte Endothelzellen in einen Ruhezustand versetzen, sondern tatsächlich auch die Neubildung von Blutgefäßen verhindern kann.
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Ruhende Endothelzellen bilden große Mengen des Transkriptionsfaktors HOXC9, der hier in kultivierten, ruhenden humanen Zellen mittels roter Fluoreszenz-Färbung sichtbar gemacht wird. |
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In kultivierten humanen Zellen, die sich im aktivierten Zustand befinden, ist HOXC9 quasi nicht nachweisbar; blau gefärbt sind hier die Zellkerne. |
Aktuelle Publikation
The transcription factor HOXC9 regulates endothelial cell quiescence and vascular
morphogenesis in zebrafish via inhibition of interleukin 8.
Sandra J Stoll, Susanne Bartsch, Hellmut G. Augustin and Jens Kroll
Circulation Research, published April 14, 2011.
http://circres.ahajournals.org/onlinefirst.shtml
Kontakt:
PD Dr. Jens Kroll
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Medizinische Fakultät Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9965
Fax: 0621 / 383 - 9961
E-Mail: jens.kroll@medma.uni-heidelberg.de
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(0158.txt)
Mannheimer Klinikdirektor in den Vorstand der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie gewählt
Mannheim, den 13. April 2011
Professor Dr. Maurice S. Michel, Direktor der Klinik für Urologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist in der vergangenen Woche, auf der Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie in Tübingen, einstimmig in der Vorstand der Fachgesellschaft gewählt worden. Professor Michel ist bereits Mitglied im Vorstand sowohl der Deutschen als auch der Europäischen Urologischen Fachgesellschaft. Mit der Wahl in den Vorstand der Südwestdeutschen Fachgesellschaft kann sich der 41-jährige Klinikchef nun auch in der Region noch stärker für die Weiterentwicklung seines Faches einsetzen und dabei Synergien aus seinem deutschland- und europaweiten Engagement ziehen.
Die Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e.V. wurde vor fast 50 Jahren gegründet. Mit rund 400 Mitgliedern aus Baden-Württemberg sowie den angrenzenden Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland, ist sie die zweitgrößte urologische Fachgesellschaft in Deutschland.
Mit seiner Wahl holt Professor Michel im Jahr 2014 die Jahrestagung der Fachgesellschaft in den Mannheimer Rosengarten. Zu dem viertägigen Kongress werden rund 1.000 Ärzte erwartet.
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Prof. Dr. Maurice S. Michel |
Kontakt:
Prof. Dr. Maurice S. Michel
Direktor der Klinik für Urologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2229
Fax: 0621 / 383-2184
E-Mail: claudia.bittlingmaier@umm.de (Sekretariat)
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0157.txt)
Medizinische Fakultät mischt erfolgreich bei Ideenwettbewerb des Wissenschaftsministeriums mit
Mannheim, den 5. April 2011
Zwei Projekte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gehören zu den Gewinnern eines Ideenwettbewerbs, den das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg Ende 2010 ausgeschrieben hatte. Ein weiteres Projekt steht in enger Verbindung zur UMM; es liegt in der Hand von Dr.-Ing. Jan Stallkamp, dem Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart. Dr. Stallkamp baut derzeit an der UMM eine Fraunhofer-Projektgruppe auf, die er selbst leiten wird.
Das Land fördert mit dem Wettbewerb innovative Ideen im Bereich der Biotechnologie und Medizintechnik. Und zwar Ideen, die in hohem Grade wissenschaftlich-technischen Erfolg versprechen. Insgesamt werden 42 Projektgruppen aus den vier Schwerpunktthemen synthetische Biologie, Bioverfahrenstechnik, molekulare Bionik und Medizintechnik gefördert. Die drei „Mannheimer“ Projekte gehören allesamt zur Medizintechnik, einem von vier Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.
Was haben die Mannheimer Wissenschaftler in der Pipeline?
Nicht-invasives Monitoring der Restenose
Professor Dr. Steffen Diehl vom Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Professor Dr. Jürgen Hesser, Leiter der Abteilung Experimentelle Radioonkologie, entwickeln eine neue Technik, mit der sie Ablagerungen an Stents mittels nicht-invasiver Bildgebung darstellen können.
Was haben die Mannheimer Wissenschaftler in der Pipeline?Verengungen in Gefäßen, die zu einem Verschluss führen können, werden seit Jahren sehr erfolgreich minimal-invasiv mittels Gefäßstützen, so genannten Stents, behandelt. Leider kommt es häufiger vor, dass sich die Gefäße aufgrund von Zellwucherungen mit der Zeit wieder verengen. Es gibt verschiedene Ansätze, um Zellwucherungen an Stents zu verhindern, beispielsweise durch den Einsatz von Stents, die mit Medikamenten beschichtet sind. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Arten von Stents werden in der Wissenschaft jedoch kontrovers diskutiert. So stehen beispielsweise medikamentenbeschichtete Stents im Verdacht, Thrombosen auslösen zu können.
Um zu überprüfen, ob sich Ablagerungen an Stents bilden, ist bislang ein invasiver Eingriff mittels Katheter notwendig. Gerade für Patienten mit kardiologischen Erkrankungen ist ein solcher Eingriff jedoch stets mit einem Risiko für Komplikationen verbunden. Die Gefäßmediziner wünschen sich daher ein nicht-invasives Verfahren, mit dem sie solche Untersuchungen in der klinischen Routine ohne Risiko für den Patienten durchführen können.
Die Technik der Mannheimer Wissenschaftler soll mittels Computertomograph (CT) und speziell entwickelter Auswertmethoden Ablagerungen sehr frühzeitig „von außen“ darstellen können.
Strahlungsreduzierendes Navigationssystem für CT-gestützte Biopsien
Professor Dr. Steffen Diehl ist an einem weiteren Projekt beteiligt, das im Ideenwettbewerb ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Professor Dr. Marcus Vetter, Studiendekan an der Fakultät für Informationstechnik der Hochschule Mannheim, entwickelt er ein neuartiges Navigationssystem, das den Arzt bei der Entnahme von Gewebeproben unterstützen soll.
Gewebeproben werden in der Medizin vorwiegend im Rahmen der onkologischen Diagnostik entnommen. Das geplante Navigationssystem soll sich für die Probenentnahme an Weichteilen im Bauchraum, etwa der Leber, eignen. Da die Organe nicht starr sind, sondern sich im Bauchraum bewegen können und zudem deformierbar sind, stellt dies besondere Anforderungen an das System.
Das Verfahren, das die Mannheimer Wissenschaftler entwickeln, nutzt ebenfalls die Computertomographie. Kernstück der Entwicklungsarbeit ist eine Hard- und Software, die die Genauigkeit der Probenentnahme und damit die Sicherheit des Patienten deutlich verbessert. Ein weiterer Aspekt des zu entwickelnden Systems ist eine drastische Reduzierung der Strahlenbelastung.
Mikrohydraulikatoren für chirurgische Instrumente
In der Chirurgie versucht man heute, so oft wie möglich auf große Schnitte zur verzichten. Viele operative Eingriffe in Bauchraum und Brustkorb können minimal-invasiv durch kleinste Hautschnitte durchgeführt werden. Möglich wird die sogenannte Schlüssellochchirurgie erst durch die Entwicklung von miniaturisierten chirurgischen Instrumenten.
Die Instrumente, die heute in der minimal-invasiven Chirurgie zum Einsatz kommen, lassen jedoch noch Wünsche offen, die Dr. Jan Stallkamp mit seinem Team erfüllen will. Es geht beispielsweise um den Antrieb, über den die Handbewegung des Operateurs auf das Instrument übertragen wird. Noch sind die Instrumente in der Regel mit mechanischen Antriebseinheiten versehen, bei denen die Handbewegungen über Seilzüge oder Zug- und Druckstangen übertragen werden. Jan Stallkamp verfolgt das Ziel, mikrohydraulische Antriebseinheiten für chirurgische Instrumente zu entwickeln - idealerweise mit der Besonderheit, dass sie dem Chirurgen ein direktes Feed-back über die eingesetzte Kraft geben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mikrohydraulische Antriebe ließen sich deutlich feinfühliger bedienen und es könnten außerdem größere Kräfte übertragen werden.
Die heute verwendeten mikrochirurgischen Instrumente, beispielsweise Präparierzange oder Gewebeschere, erlauben nur eingeschränkte mechanische Abläufe. In der Regel beschränkt sich die Bewegung auf das Öffnen und Schließen und die Rotation um den Instrumenten-Schaft. Die Instrumente, die Stallkamp mit seinem Team entwickeln will, sollen Bewegungen in zusätzlichen räumlichen Dimensionen erlauben und dadurch in ihrem Einsatz flexibler werden.
Außerdem arbeitet der Ingenieur an Lösungsansätzen, wie sich unerwünschte Nebeneffekte, beispielsweise der natürliche Tremor des Chirurgen, herausfiltern lassen - eine wichtige Voraussetzung für präzises Operieren im Mikrobereich.
Innovative Projekt-Ideen aus der UMM:
Nicht-invasives Monitoring der Restenose mittels Subvoxelverfahren
Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Hesser
Experimentelle Radioonkologie (UMM)
Prof. Dr. med. Steffen Diehl
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (UMM)
Entwicklung eines innovativen strahlungsreduzierenden Navigationssystems für CT-gestützte Biopsien und minimal- invasive Thermotherapie
Prof. Dr. Steffen Diehl (UMM)
Prof. Dr. Marcus Vetter
Hochschule Mannheim
Fakultät für Informationstechnik
MaiA – Mikrohydraulikatoren für chirurgische Instrumente
Dr.-Ing. Jan Stallkamp
Fraunhofer Institut IPA, Stuttgart
Abt. Produktions- und Prozessautomatisierung
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Die Wissenschaftler vor einem Computertomographen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Jürgen Hesser, Prof. Dr. Marcus Vetter, Prof. Dr. Steffen Diehl |
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(0156.txt)
Neuer Ansatz für die Therapie des Prostatakrebses mittels Nanotechnologie
Mannheim, den 29. März 2011
Ein internationales Forscherteam um Dr. Rutledge Ellis-Behnke, Leiter des „Nanomedicine Translational Think Tank“ der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, hat eine Methode entwickelt, mit der Krebsstammzellen möglicherweise daran gehindert werden können, sich zu vermehren und zu metastasieren. Der Trick: Nanomaterialien, die die Krebsstammzellen in Gewahrsam nehmen.
Bei den untersuchten Zellen handelte es sich um Stammzellen aus Prostatatumoren. Diese Zellen werden für das Fortschreiten der Krebserkrankung und die Metastasierung verantwortlich gemacht und bilden daher einen wesentlichen Angriffspunkt, um die Erkrankung zu kontrollieren und einzudämmen.
Die von den Wissenschaftlern entwickelten Nanomaterialien sind kleinste Proteine, die sich selbst zu geordneten Strukturen organisieren (sogenannte self-assembling nanomaterials made of peptides, SAP). Diese „Fallen“ im Kleinstformat umschließen die Stammzellen und hindern sie daran, sich weiter zu differenzieren und fortzubewegen, so die Ergebnisse von Studien. Die Zellen teilten sich nicht mehr und bildeten keine Zellkolonien.
Die selbstorganisierenden Nanomaterialien sind möglicherweise geeignet, das Fortschreiten einer Krebserkrankung und die Metastasierung zu unterbinden. Und sie können darüber hinaus die Stammzellen, die sich sonst der lokalen Behandlung durch Migration (Ortswechsel) entziehen, fixieren und sie damit der weiteren Therapie zugängig machen.
„Ziel der Krebstherapie ist es, Krebszellen daran zu hindern, sich zu teilen und zu migrieren“, so Dr. Rutledge Ellis-Behnke, der an der Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) forscht und die Ergebnisse gemeinsam mit Kollegen von der University of Hong Kong in der Fachzeitschrift „Cell Transplantation“ veröffentlicht hat. „Wir konnten nachweisen, dass SAPs die Selbsterneuerung der Stammzellen über einen längeren Zeitraum unterbinden können, ohne aber deren Lebensfähigkeit oder deren spezielle Eigenschaften dauerhaft zu beeinflussen.“
Die Ergebnisse bieten einen neuen Ansatz, aus dem sich möglicherweise neue Strategien zur Behandlung von bislang unheilbaren Krebserkrankungen entwickeln lassen. Denkbar wäre beispielsweise, die SAPs an chemotherapeutische Agenzien zu koppeln und direkt in den Tumor zu injizieren, und auf diese Weise zu verhindern, dass sich die Stammzellen der Behandlung entziehen. Die bislang in vitro, also an Zellkulturen gewonnenen Ergebnisse müssen in weiteren Studien verifiziert werden.
self-assembling nanomaterials made of peptides (SAP)
...sind eine Kategorie von kleinen Proteinen, die sich spontan in geordnete Nanostrukturen
zusammenfügen. Sie kommen beispielsweise in der biomedizinischen Nanotechnologie zur Anwendung.
Publikation
Using Self-Assembled Nanomaterials to Inhibit the Formation of Metastatic Cancer
Stem Cell Colonies In Vitro
Ling, Patrick M. T.; Cheung, Sunny W. H.; Tay, David K. C.; Ellis-Behnke, Rutledge G.
Cell Transplantation
Volume 20, Number 1, 2011 , pp. 127-131(5)
http://www.ingentaconnect.com/content/cog/ct/2011/00000020/00000001/art00014
Kontakt:
Dr. Rutledge Ellis-Behnke
Medizinische Fakultät Mannheim
Leiter des "Nanomedicine Translational Think Tank"
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6078
E-Mail: rutledge.ellis-behnke@medma.uni-heidelberg.de
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Verleihung des Mestemacher KITA-Preises am 1. April 2011
Mannheim, den 28. März 2011
Die Vollkornbäckerei Mestemacher aus Gütersloh zeichnet am Freitag, den 1. April 2011, sechs Mannheimer Kindertagesstätten mit dem „Mestemacher KITA-Preis“ aus. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 18.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Das vor 140 Jahren gegründete Traditions-Unternehmen verleiht den KITA-Preis jährlich in wechselnden Städten an dort ansässige Kindertagesstätten, die in besonderer Weise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, eine geschlechterdemokratische Erziehung ihrer Schützlinge fördern und insgesamt exzellente pädagogische Arbeit leisten. „Hinter Kitas, die eine solch hohe Qualität der Kindererziehung bieten, steht immer ein gutes Konzept sowie ein besonders hohes Engagement von Erzieherinnen und Erziehern. Das ist auf jeden Fall eine besondere Würdigung wert“, begründet Professor Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung der Mestemacher-Gruppe, ihr persönliches Engagement und das von Mestemacher.
Den ersten Platz unter den ausgezeichneten Kitas belegen die MEDI-KIDS, die betriebliche Kindertagesstätte der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Das ist auch der Grund dafür, dass die Preisverleihung am 1. April in den Räumlichkeiten der Medizinischen Fakultät stattfindet. Die MEDI-KIDS wurden im Juni 2009 zunächst als Krippe für Kinder im Alter von acht Wochen bis drei Jahren in Betrieb genommen und im Oktober 2010 um eine altersgemischte Gruppe mit Kindern von zwei Jahren bis zur Schulpflicht ergänzt. Das Angebot der Kinderbetreuung richtet sich sowohl an die Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät als auch an die Studierenden.
Die Plätze zwei und drei nehmen das Mannheimer Kinderhaus Kleine Riedstraße und der Evangelische Melanchthon Kindergarten ein, danach folgen: Die Kleinen Stromer e.V., die Regenbogenkindergärten und Krippe sowie die Kinderkrippe Krabbelkäfer.
Professor Dr. Ulrike Detmers hat den Mestemacher KITA-Preis initiiert und 2001 aus der Taufe gehoben. Sie ist Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin des Stifterunternehmens Mestemacher, und darüber hinaus Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Bielefeld. Die Förderung der Gleichstellung ist für Frau Professor Detmers ein wichtiges und persönliches Anliegen. Auf ihre Initiative hin engagiert sich die Mestemacher GmbH seit Jahren für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Wirtschaft.
Mestemacher ist ein in über 87 Ländern vertretener Anbieter von Vollkornbroten, Pumpernickel und internationalen Brotspezialitäten. Das Unternehmen wurde 1871 als Stadtbäckerei gegründet. Heute umfasst die Mestemacher-Gruppe fünf Großbetriebe und beschäftigt 553 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Preisverleihung:
am Freitag, 1. April 2011
10 bis ca. 12 Uhr
Medizinische Fakultät Mannheim
Lehrgebäude Alte Brauerei, Hörsaal 02
Röntgenstraße 7, 68167 Mannheim
Die ausgezeichneten Kindertagesstätten:
MEDI-KIDS der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
7.500 Euro
Kinderhaus Kleine Riedstraße
5.000 Euro
Evangelischer Melanchthon Kindergarten
2.500 Euro
Die Kleinen Stromer e.V.
1.000 Euro
Regenbogenkindergärten und Krippe
1.000 Euro
Kinderkrippe Krabbelkäfer
1.000 Euro
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Kontakt:
Prof. Dr. Ulrike Detmers
Telefon: 05241 / 870968
E-Mail: ulrike.detmers@mestemacher.de
http://www.kita-preis.de
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Auszeichnungen bei der Tagung der „Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung" verliehen
Mannheim, den 25. März 2011
Als erfolgreiche Veranstaltung werden die jungen Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) die Tagung der „Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung“ in Tübingen (17. bis 19. Februar 2011) in Erinnerung behalten. Denn gleich drei von Ihnen wurden dort für ihre jeweiligen Forschungsarbeiten ausgezeichnet.
Der Biologe Dr. Marc Schmidt erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Allergologiepreis, den die European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) gestiftet hat. Ausgezeichnet wurde seine Arbeit über die der Nickel-Allergie zugrunde liegenden Mechanismen. Dr. Schmidt, der inzwischen am Dermatologischen Zentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen arbeitet, hatte die wegweisenden Arbeiten zur Entschlüsselung der allergiefördernden Eigenschaften von Nickel gemeinsam mit Kollegen an der Dermatologischen Klinik der UMM durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Nature Immunology veröffentlicht worden.
Nickel ist das mit Abstand häufigste Allergen. Sich davor zu schützen ist fast nicht möglich, da Nickel in vielen Gegenständen des alltäglichen Lebens enthalten ist. Dr. Schmidt und seine Kollegen identifizierten in dem toll-like receptor 4 (TLR4) eine körpereigene Erkennungsstruktur für Nickel, über die das Allergen seine entzündliche Wirkung entfaltet. TLR4 ist ein Rezeptor, der das angeborene Immunsystem aktiviert. Die Identifizierung einer Zielstruktur des Allergens könnte einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren Nickelallergie bedeuten.
Dr. Cyrill Géraud befasst sich mit der organspezifischen Endothelzelldifferenzierung und ihrer Funktion in der Physiologie und Pathophysiologie, also im gesunden Organismus sowie im Zuge des Krankheitsprozesses. Das Endothel kleidet die Blutgefäße als innerste Schicht aus und ist für eine Vielzahl von physiologischen Funktionen bedeutsam. So spielt das Endothel eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen, aber auch bei der Gewebshomöostase und bei der Angiogenese, also bei der Sprossung neuer Gefäße. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro fördern die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und die Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung (ADF) ein neues Forschungsprojekt von Dr. Géraud. Ziel des geförderten Projekts ist die Charakterisierung des erst kürzlich von ihm und seinem Team in Lebersinusendothelzellen identifizierten Leda-1 Proteins sowie die Untersuchung seiner Funktion beim bösartigen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom).
In der mit dem ADF-Posterpreis ausgezeichneten Forschungsarbeit untersucht Dr. Astrid Schmieder die Wechselwirkungen zwischen einem Tumor und den mit ihm assoziierten Makrophagen (so genannte Fresszellen). Die junge Mannheimer Wissenschaftlerin geht der Frage nach, ob Tumor-assoziierte Makrophagen das Wachstum des Tumors und das Fortschreiten der Erkrankung fördern. Dazu untersucht sie, inwieweit die Makrophagen vom Tumor verändert werden und über welche Mechanismen diese wiederum das Tumorwachstum beeinflussen. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten sind im International Journal of Cancer publiziert. Der Posterpreis ist mit 1.000 Euro dotiert.
Preisträger und ihre Preise:
Allergologiepreis der ADF und ECARF
Award for European Allergy Research
Stifter: European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)
Preisträger: Dr. rer. nat. Marc Schmidt
Publikation: Nature Immunology
http://www.nature.com/ni/journal/v11/n9/full/ni.1919.html
Forschungspreis der DDG und ADF
Stifter: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung (ADF)
Preisträger: Dr. med. Cyrill Géraud
Mit dem geförderten Projekt verbundene Publikationen:
The Journal of Clinical Investigation
http://www.jci.org/articles/view/44740?search[article_text]=&search[authors_text]=Cyrill+G%C3%A9raud
Hepathology
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20578158?dopt=Abstract
ADF-Posterpreis
Stifter: Almirall Hermal GmbH
Preisträgerin: Dr. med. Astrid Schmieder
Publikation: International Journal of Cancer
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijc.25657/full
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0153.txt)
Offizielle Zertifizierung am Freitag, 25. März 2011
Mannheim, den 18. März 2011
Als erste Kindertageseinrichtung (KiTa) in der Metropolregion Rhein-Neckar sind die MEDI-KIDS, betriebliche KiTa der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, erfolgreich „BeKi-zertifiziert“ worden. „BeKi – fit essen schmeckt“ ist das Motto einer Landesinitiative des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dabei steht BeKi für "Bewusste Kinderernährung“. Ziel der Landesinitiative sind gesunde Kinder, die die Vielfalt der Lebensmittel kennen und schätzen lernen, Freude am vielseitigen Essen und Trinken haben und Selbstständigkeit im Umgang mit Lebensmitteln erlangen.
Dazu gehört es beispielsweise, Ernährungsfehlern entgegenzuwirken sowie ernährungsbedingte Krankheiten und Essstörungen zu verhindern. Regionale und saisonale Kost, täglich frisch und appetitlich zubereitet durch eine hauswirtschaftliche Fachkraft, wird bei den MEDI-KIDS ebenso angeboten wie beispielsweise die Pflege eines eigenen Kräuterbeetes, Elternabende zum Thema gesunde Ernährung und die Beratung von Schwangeren und stillenden Müttern.
Die offizielle Zertifizierung wird der Ministerialdirektor im Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Dr. Albrecht Rittmann, am Freitag, den 25. März 2011, um 14.30 Uhr in den Räumen der Einrichtung vornehmen. Als Vertreter der Medizinischen Fakultät Mannheim werden unter anderem der Dekan, Professor Dr. Klaus van Ackern, und die Gleichstellungsbeauftragte, PD Dr. Eva Neumaier Probst, teilnehmen.
Termin der Zertifizierung
am Freitag, 25. März 2011
um 14.30 Uhr
in den Räumen der MEDI-KIDS
Cheliusstraße 8 – 10
68167 Mannheim
„BeKi – fit essen schmeckt“
Nähere Informationen unter:
http://www.ernaehrungsportal-bw.de/servlet/PB/menu/1331649_l1/index.html
Kontakt:
Antonia Scheib-Berten
Referentin für Gleichstellungsfragen
Medizinische Fakultät Mannheim
V. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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E-Mail: antonia.scheib-berten@medma.uni-heidelberg.de
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(0152.txt)
Medizin zum Anfassen: Die Medizinische Fakultät Mannheim informiert mit dem „Erlebnistag Medizin“ über das Studium
Mannheim, den 16. März 2011
Das Medizinstudium ist faszinierend und facettenreich – das wird an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Rahmen der Rhein-Neckar-Orientierungstage gezeigt. „Medizin zum Anfassen“ lautet das Motto beim „Erlebnistag Medizin“ am 23. März 2011. Schülerinnen und Schüler können hier unter anderem ihre Blutgruppe selbst bestimmen, per Ultraschall einen Blick in den eigenen Körper werfen oder die Reaktionsfähigkeit testen.
Informationsstände und Vorträge beantworten zudem Fragen über das Mannheimer Reformierte Curriculum MaReCuM und die Voraussetzungen für ein Medizinstudium. Auch das Lernkrankenhaus Thesima öffnet seine Pforten für die Schüler und Schülerinnen, hier zeigen Studierende Elemente ihres Studiums und führen durch die Räumlichkeiten.
„Wir möchten interessierten jungen Menschen das Medizinstudium nahe bringen“, so Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter. „Der Modellstudiengang MaReCuM zeichnet sich durch eine hohe Praxisnähe aus, das machen wir hier deutlich. Wir informieren über die Besonderheiten von MaReCuM, etwa die Option, schon während des Medizinstudiums zusätzliche Masterabschlüsse zu erwerben, und über verschiedene Berufswege in der Medizin.“
In den vergangenen Jahren war der „Erlebnistag Medizin“ auf sehr positive Resonanz gestoßen. Vor allem die Möglichkeit, Informationen über das Studium zu erhalten und selbst medizinische Handgriffe ausprobieren zu können, wurde von den Besuchern gelobt.
„Erlebnistag Medizin“
Mittwoch, 23. März 2011
15.00 bis 18.00 Uhr
Lehrgebäude Alte Brauerei
Röntgenstraße 7
68167 Mannheim
Der „Erlebnistag Medizin“ ist eine Veranstaltung im Rahmen der Rhein-Neckar-Orientierungstage.
Schülerinnen und Schüler gewinnen hier Einblicke in verschiedene Bereiche der Medizin.
Mit Infoständen und Vorträgen wird über die Voraussetzungen und Anforderungen des Medizinstudiums informiert.
Studierende der Fakultät stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und liefern Informationen aus erster Hand.
Mit Infoständen und Vorträgen wird über die Voraussetzungen und Anforderungen des Medizinstudiums informiert.
Die Medizinische Fakultät Mannheim beteiligt sich zum vierten Mal an dieser Informationsreihe für Studieninteressierte.
Weitere Informationen
http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium
http://www.orientierungstage-rhein-neckar.de
Kontakt:
Jutta Becher
Referentin für Studienbegleitende Programme
Universitätsmedizin Mannheim
Studiendekanat der Medizinischen Fakultät Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9761
E-Mail: jutta.becher@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0151.txt)
Dr. Nowak erhält Franziska-Kolb-Preis für den Nachweis neuer genetischer Defekte bei der CML
Mannheim, den 10. März 2011
Dr. Daniel Nowak, Assistenzarzt an der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist im Rahmen des Dies Academicus der Universität Ulm am 4. Februar 2011 mit dem Franziska-Kolb-Preis für Leukämieforschung ausgezeichnet worden. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wurde dem jungen Wissenschaftler für seine Forschung zu Resistenzmechanismen gegen sogenannte Tyrosinkinase-Inhibitoren bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) verliehen. Die Ergebnisse der ausgezeichneten Forschungsleistung sind in der Fachzeitschrift der American Society of Hematology, „Blood“, veröffentlicht.
Dr. Nowak und sein Team suchten im Genom von Patienten mit fortgeschrittener chronischer myeloischer Leukämie nach genetischen Veränderungen, die verantwortlich für Resistenzen gegen ursprünglich in der Therapie erfolgreiche Tyrosinkinase-Inhibitoren sein könnten. Dafür nutzten sie ein neues Verfahren: die SNP Array Analyse. Diese innovative DNA-Chip Technologie erlaubt es, das gesamte menschliche Genom schnell, zuverlässig und in hoher Auflösung abzutasten und dabei Schäden, die mikroskopisch nicht sichtbar sind, zu detektieren.
Den Wissenschaftlern gelang es auf diese Weise, zahlreiche Veränderungen in den therapieresistenten Leukämiezellen von Patienten mit fortgeschrittener CML zu identifizieren. Um festzustellen, ob die genetischen Defekte tatsächlich an der Entstehung der Therapieresistenzen beteiligt sind, werden die Gene, die von diesen Veränderungen betroffen sind, im nächsten Schritt funktionell untersucht.
Zum Hintergrund: Die chronische myeloische Leukämie ist die zweithäufigste Form der chronischen Leukämien. Bei 95 Prozent der CML-Patienten lässt sich als Ursache eine bestimmte Chromosomen-Translokation, also der Austausch von zwei Abschnitten verschiedener Chromosomen, nachweisen. Von der Translokation sind zwei Gene (BCR und ABL) betroffen. Das ABL-Gen birgt die Information für die Synthese einer Tyrosinkinase, eines Enzyms, das eine Rolle bei der zellulären Wachstumsregulation spielt. Durch die Fusion der beiden Gene entsteht eine Tyrosinkinase, die permanent aktiviert ist. Dies führt zu einer unkontrollierten Vermehrung der Zelle, die schließlich zur Tumorzelle entartet.
Die chronische myeloische Leukämie lässt sich in vielen Fällen erfolgreich mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) behandeln. Manche Patienten entwickeln jedoch im Laufe der Behandlung Resistenzen gegen die ursprünglich erfolgreichen Substanzen, etwa durch Mutationen. Den Mechanismen dieser Resistenzen sind Dr. Nowak und sein Team auf der Spur. Im Rahmen einer klinischen Studie untersuchten sie das Erbgut von 45 Patienten, die Resistenzen gegen TKI entwickelt hatten. Von 20 dieser Patienten stand ihnen zusätzlich DNA vom Zeitpunkt der Erstdiagnose zur Verfügung, sodass sie die DNA vor und nach der Resistenzentwicklung vergleichen konnten.
„Dr. Nowak hat mit seiner Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Pathogenese dieser Leukämieform geleistet. Die Ergebnisse sind wegweisend im Hinblick auf neue therapeutische Ansätze“, begründen die Stifter des Franziska-Kolb-Preises die Auszeichnung des Mannheimer Forschers.
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Verleihung des Franziska-Kolb-Preises für Leukämieforschung: (v.l.) Prof. Dr. Dieter Kolb (Stifter), Prof. Dr. Hartmut Döhner (Laudator), Dr. Daniel Nowak (Preisträger) und Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling |
Publikation
SNP array analysis of tyrosine kinase inhibitor-resistant chronic myeloid leukemia
identifies heterogeneous secondary genomic alterations
Daniel Nowak et al.
Blood. 2010; 115(5): 1049-1053.
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/abstract/115/5/1049
Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung
Die Franziska Kolb Stiftung wurde 1994 von Professor Dieter M. Kolb gegründet, um die Leukämieforschung zu fördern. Mit dem Preis werden herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler auf diesem Gebiet ausgezeichnet.
Kontakt:
Dr. Daniel Nowak
Universitätsmedizin Mannheim
III. Medizinische Klinik, Hämatologie und Onkologie
Pettenkofer Straße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6935
E-Mail: daniel.nowak@medma.uni-heidelberg.de
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(0150.txt)
Medizinische Hochschulwoche für medizinisch interessierte Laien vom 14. bis 18. März 2011
Mannheim, den 8. März 2011
Mitte März ist es wieder soweit. Dann können interessierte Bürger im direkten Kontakt mit Experten der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) interessante Einblicke in die moderne Medizin gewinnen. Am Montag, den 14. März 2011, startet die Medizinische Hochschulwoche, eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Mannheimer Abendakademie und der Medizinischen Fakultät Mannheim. An diesem und den darauf folgenden vier Abenden stehen verschiedene medizinische Themen auf dem Programm. Die Vortragsreihe richtet sich an alle, die sich dafür interessieren, was die Medizin heute leisten kann. Es geht um die Wissenschaft, um die Diagnostik und die Behandlung von Erkrankungen; und zwar in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache.
Wer schon mal an einer einfachen Harnwegsinfektion oder gar an einer Nierenbeckenentzündung erkrankt war, erinnert sich vor allem an die damit verbundenen Schmerzen. Die wenigsten wissen jedoch, dass Schmerzen gar nicht typisch für Nierenerkrankungen sind. Die meisten Nierenerkrankungen verlaufen „stumm“. Was auf den ersten Blick beruhigend klingt, ist gefährlich, weil vorhandene Erkrankungen nicht bemerkt werden und unbehandelt die Nieren schädigen können. Neben entzündlichen und angeborenen Ursachen spielen der Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit eine Rolle bei der Entstehung von Nierenschädigungen. Professor Dr. Bernhard Krämer, Nierenexperte und Direktor der V. Medizinischen Klinik, erläutert am Montag, den 14. März, die Krankheitsbilder, die zur Nierenschädigung führen können sowie die diagnostischen Möglichkeiten, um eine Neuerkrankung rechtzeitig zu entdecken.
Wenn es um das Harnsteinleiden geht, ist die Vielfalt der Mythen beträchtlich. Fördern Milch oder Rhabarber die Bildung von Harnsteinen? Sind Männer häufiger betroffen als Frauen? Können Harnsteine so groß werden wie ein Tennisball? Das Harnsteinleiden ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt: Etwa fünf Prozent der Bundesbürger leben mit Harnsteinen. Sie bilden sich, indem normalerweise im Harn gelöste Stoffe auskristallisieren. Wandern Harnsteine in den Harnleiter, können sie zu einem Verschluss führen. Sie machen sich dann durch qualvolle krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und häufigen Harndrang bemerkbar. Professor Dr. Maurice Michel, Direktor der Urologischen Klinik, bringt Licht in den Dschungel von Mythen und Legenden rund um das Harnsteinleiden. In seinem Vortrag am Dienstag, den 15. März, erläutert er außerdem, mit welchen Untersuchungen die Mediziner herausfinden, ob ein Patient unter einem Harnstein leidet und wie Steine mittels moderner Techniken meist schonend entfernt werden können.
Störungen der normalen Funktion von Blutgefäßen sind direkt oder indirekt an der Entstehung der wichtigsten und bedrohlichsten Volkskrankheiten beteiligt – so auch von Herz-Kreislauferkrankungen. Ein wesentlicher Risikofaktor für Gefäßerkrankungen ist das zunehmende Alter. In den vergangenen Jahren konnte die Zahl der tödlichen Herzinfarkte durch die Entwicklung neuer Medikamente und medizinischer Techniken deutlich gesenkt werden. Insbesondere das schnelle Öffnen des Gefäßes durch Einführung eines Katheters und Implantation eines Stents trägt heute im Ernstfall zum Überleben auch auf längere Sicht bei. Patienten mit sehr schweren Herzinfarkten sind jedoch häufig auf ein Herzunterstützungssystem angewiesen. Professor Dr. Tim Süselbeck, Leitender Oberarzt der I. Medizinischen Klinik, diskutiert am Mittwoch, den 16. März, aktuelle Ergebnisse zur Therapie und Diagnostik des Herzinfarktes und erklärt, wie heute ein solcher behandelt wird.
Dass wir schwere Infektionskrankheiten wie Diphtherie und Wundstarrkrampf fast nur noch dem Namen nach kennen, verdanken wir der Entwicklung von wirkungsvollen Impfstoffen gegen gefährliche Krankheitserreger. Deutschland bietet ein umfassendes Impfprogramm, das die überwiegende Mehrheit der Eltern gerne in Anspruch nimmt. Manche Eltern stehen Impfungen jedoch skeptisch gegenüber, ein geringer Teil lehnt Impfungen gar grundsätzlich ab. Dabei ist das Risiko von Komplikationen bei einer Infektionskrankheit um ein Vielfaches höher als bei der entsprechenden Impfung. Privat-Dozent Dr. Tobias Tenenbaum, Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, stellt in seinem Vortrag am Donnerstag, den 17. März, die Argumente für die Durchführung von Schutzimpfungen dar und geht auf die häufigsten Behauptungen erklärter Impfgegner ein.
Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Früherkennungsmaßnahmen machen es möglich, Tumore in einem Stadium zu erkennen, wo sie noch nicht gestreut haben. Diese kleinen Tumore können oftmals brusterhaltend operiert werden. Anschließend wird die Brust über eine Dauer von sechs bis sieben Wochen fast täglich von außen bestrahlt, um die Gefahr von überlebenden Tumorzellen möglichst gering zu halten. Seit 2002 hat die Universitätsmedizin in Mannheim als erstes Zentrum in Deutschland die Intraoperative Radiotherapie eingeführt, bei der die Wundhöhle direkt nach der chirurgischen Entfernung des Tumors mit einer hohen Dosis bestrahlt wird. Diese Form der gezielten Strahlenapplikation erspart den Patientinnen die sechs- bis siebenwöchige Bestrahlung der ganzen Brust und schont andere Organe wie die Lunge, das Herz und die Haut. Eine große Studie hat gezeigt, dass es bei der Intraoperativen Radiotherapie nicht häufiger zu Rückfällen kommt als bei der herkömmlichen Therapie. In ihrem Vortrag am Freitag, den 18. März, erklärt Dr. Elena Blank, Ärztin an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, die schonende Methode und erläutert, für welche Patientinnen sie infrage kommt.
38. Medizinische Hochschulwoche
14. bis 18. März 2011
Montag, 14.3.2011
Gibt es eine „stille Epidemie“ von Nierenerkrankungen?
Dienstag, 15.3.2011
Harnsteinleiden zwischen Mythos und Realität
Mittwoch, 16.3.2011
Man wird so alt wie seine Gefäße – moderne Therapie beim akuten Herzinfarkt
Donnerstag, 17.3.2011
Impfungen im Kindesalter – Freund oder Feind?
Freitag, 18.3.2011
Strahlenbehandlung während der Operation – schonende Methode
beim Brustkrebs
Eintritt frei!
18 Uhr, Saal
der Mannheimer Abendakademie
U 1, 16 – 19
Programm
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0149.txt)
Gemeinsame Pressemitteilung von José Carreras Leukämie-Stiftung und Medizinischer Fakultät Mannheim
Mannheim, den 7. März 2011
Dr. Susanne Saußele und ihr Team an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) verfolgen seit kurzem ein großes Ziel: Sie untersuchen in einer Studie die Lebensqualität von Leukämiepatienten. Mit dieser Studie wollen die Leukämieexperten Aufschluss darüber gewinnen, wie sich die Lebensqualität von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) vor und nach ihrer Therapie sowie unter verschiedenen Therapien unterscheidet. Die Ergebnisse sollen den behandelnden Ärzten künftig eine wichtige Grundlage bei Therapieentscheidungen sein.
Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert die auf zwei Jahre angelegte Studie mit 202.800 Euro.
„Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, Leukämiepatienten neues Wohlbefinden und damit neue Lebenskraft zu schenken“, erklärt Dr. Saußele und ergänzt: „Es gibt bisher nur wenige Studien, in denen die Lebensqualität während und nach Abschluss von verschiedenen Therapien untersucht wird. Wir wollen mit unserer Arbeit diesen wichtigen Faktor berücksichtigen.“
Im Zentrum ihrer Untersuchungen steht die Erhebung der Daten von rund 600 Patienten, die im Rahmen einer geplanten CML Studie (CML V-Studie) vor Therapiebeginn sowie drei, sechs, zwölf und vierundzwanzig Monate nach der Therapie erhoben werden. Dabei arbeiten die Wissenschaftler mit Partnern an der Universität Jena und München zusammen.
Die Erhebung der Daten erfolgt durch eine Patientenbefragung; diese wird anhand von Fragebögen der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) durchgeführt. Die Fragen umfassen die wichtigsten Bereiche der Lebensqualität, wie zum Beispiel das körperliche Wohlbefinden, die Bewegungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie das Schlafverhalten. Zusätzlich kommt ein ergänzender Fragebogen zum Einsatz, der spezifische, auf die Leukämieerkrankung bezogene Fragen enthält. Zudem sollen die Patienten nach ihrer Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und zur Befolgung ihrer Anweisungen gefragt werden. In einer europäischen Kooperation soll hier ein standardisierter Fragebogen rechtsverbindlich zur Anwendung kommen.
Hintergrundinformation
Der spanische Tenor José Carreras gründete die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung im Jahre 1995 aus Dankbarkeit, dass er von seiner Leukämie-Erkrankung geheilt werden konnte, und um anderen Leukämiepatienten zu helfen. Die Stiftung ermöglicht den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Heilungsmöglichkeiten sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. Weitere Informationen und Einblicke zu der Vergabe der Fördermittel bei den Projekten auf www.carreras-stiftung.de.
Spendenkonto
José Carreras Leukämie-Stiftung
Konto: 319 96 66 01
BLZ: 700 800 00
Commerzbank AG München
Kontakt:
Dr. Susanne Saußele
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
III. Medizinische Klinik
Pettenkofer Straße 22
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6962
E-Mail: susanne.saussele@medma.uni-heidelberg.de
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(0148.txt)
Neurodegenerative Erkrankung an der Retina ähnelt in ihrem Verlauf der Alzheimer-Erkrankung
Mannheim, den 7. März 2011
Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erforschen ein Modellsystem, bei dem degenerative Prozesse am Auge der Ratte eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Vorgängen im Gehirn von Alzheimer-Patienten aufweisen. Beiden Erkrankungen ist gemein, dass in einem zweistufigen Prozess zunächst Nervenzellen und in der Folge Gefäßzellen zugrunde gehen. Die am Tiermodell ermittelten Genexpressionsprofile geben Aufschluss über die an den degenerativen Prozessen beteiligten Gene und Signalwege und zeigen zu den Genexpressionsprofilen bei anderen entzündlichen und neurodegenerativen Erkrankungen, wie der Alzheimer-Erkrankung, deutliche Parallelen.
Beim Modellsystem der transgenen Ratten ist eine Mutation in einem Ciliopathie-Gen* dafür verantwortlich, dass Photorezeptoren in der Netzhaut (Retina) degenerieren und es im weiteren Verlauf zur Vasoregression, zum Abbau von kleinsten Gefäßen in der Retina, kommt. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik der UMM, interessieren sich vor allem für die molekularen Mechanismen, die der Vasoregression zugrunde liegen. Anhand der Genexpressionsprofile vor und nach dem Beginn des Gefäßabbaus in der Retina konnten sie die zeitliche und strukturelle Entwicklung der Degeneration am Tiermodell darstellen. Dabei zeigte sich, dass die Mechanismen an der Schaltstelle zwischen Nervenschaden und Gefäßschaden das sogenannte angeborene, unspezifische Immunsystem einschließlich der entzündlichen Signalkaskaden und des Komplementsystems betreffen, und dass auch Zellen der Mikroglia an der Einleitung der Vasoregression beteiligt sind.
Die Mikroglia ist das Zellgewebe des Nervensystems, das die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen ausfüllt. Zellen der Mikroglia sind vor allem für die Erkennung von Infektionen und frühe Maßnahmen zu deren Bekämpfung wichtig. Die Wissenschaftler konnten verschiedene Komponenten des Immunsystems, die in der Mikroglia exprimiert werden, als Mediatoren der Vasoregression identifizieren; darunter auch das Genprodukt von CD74, das auch bei entzündlichen Prozessen in glatten Muskelzellen stark exprimiert wird sowie in der Mikroglia bei bekannten neurodegenerativen Erkrankungen, wie Alzheimer. Die ermittelten Faktoren stellen vielversprechende Angriffspunkte dar, um der Vasoregression in der Retina entgegenzuwirken und sind Gegenstand weiterführender Forschung.
Die Wissenschaft kommt schrittweise dahinter, was bei degenerativen Erkrankungen passiert. Wenn die Prozesse am vorliegenden Modellsystem besser verstanden sind, könnte auch dieses möglicherweise dazu beitragen, die Prozesse, die der Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegen, besser zu verstehen.
* Ciliopathien gehen mit dem Funktionsverlust von Zilien einher, die auf der Oberfläche der meisten Zelltypen im Körper vorkommen. Im vorliegenden Fall sind die Photorezeptorzellen der Retina betroffen.
Publikation
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sind in PLoS ONE publiziert:
"Gene expression profiling of vasoregression in the retina - involvement of microglial cells"
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0016865
Förderung
Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von
der Deutschen Diabetes Gesellschaft gefördert.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Leiter der Sektion Endokrinologie
Universitätsmedizin Mannheim
V. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
E-Mail: hans-peter.hammes@umm.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0147.txt)
Nachfolge im Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Geschäftsführers des Universitätsklinikums Mannheim steht fest
Mannheim, den 4. März 2011
Die Nachfolge von Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern im Hauptamt des Dekans der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und als Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre ist geklärt: Wenn Professor van Ackern Ende September 2011 im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand geht, übergibt er den Stab an Professor Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker.
Das Vertrauen in den in Bensheim lebenden, 65-jährigen Wissenschaftler und Mediziner mit umfassenden Management- und Führungserfahrungen ist groß, die Wahl seiner Person ging problemlos durch alle Gremien: Er wurde vom Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel, und vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Klinikum Mannheim GmbH, Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, gemeinsam vorgeschlagen und anschließend vom Fakultätsrat mit großer Mehrheit zum künftigen hauptamtlichen Dekan gewählt sowie vom Aufsichtsrat der Klinikum Mannheim GmbH zum Geschäftsführer für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre bestellt.
Wer ist der künftige Dekan der Mannheimer Medizinfakultät? Seine neue Wirkungsstätte, die Medizinische Fakultät Mannheim, ist ihm nicht fremd. Nach dem Studium der Chemie in Berlin, das er mit einer Promotion zum Dr. rer. nat. abschloss, studierte er in Heidelberg Medizin, wurde hier zum Dr. med. promoviert und habilitierte sich an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg für das Fach „Experimentelle Chemotherapie“. Der Fakultät ist er seitdem als außerplanmäßiger Professor verbunden. Auch konnte er als Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bereits die Geschicke der Fakultät mitgestalten, etwa als es um die Frage der Einrichtung der Vorklinik ging und damit letztlich um den Ausbau der Fakultät für Klinische Medizin zur Vollfakultät.
Professor Bicker ist Naturwissenschaftler und Mediziner, sein Schwerpunkt liegt im Forschungsmanagement und später vor allem im Unternehmensmanagement und der Unternehmensführung. Von 1975 bis 1994 war er bei der Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche AG) in verschiedenen Führungspositionen tätig. Von dort wechselte er 1994 zur Hoechst Gruppe, wo er in den folgenden zehn Jahren seine ausgewiesene Expertise an der Schnittstelle von Forschung und deren Umsetzung, bis hin zur Produktion, in führenden Positionen verschiedener Unternehmen einbringen konnte, etwa im Vorstand der Behringwerke AG, Marburg und als Mitglied des Vorstandes der Hoechst Marions Roussell AG. 2004 wurde er in den Stiftungsvorstand von Aventis Research & Technology Frankfurt berufen. Darüber hinaus hält Professor Bicker Mandate in verschiedenen Gremien bedeutender Unternehmen und wirkt in den Gremien zahlreicher universitärer, wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen. Für sein „Engagement bei der Förderung von wissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung“ erhielt er 2007 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Die Person von Professor Bicker als neue Führungspersönlichkeit innerhalb der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist auf große Zustimmung gestoßen. Dies spiegelt sich im Wahlergebnis sowohl für das Amt des Dekans als auch des Geschäftsführers Forschung und Lehre wider sowie in der persönlichen Einschätzung der Spitzen von Stadt und Universität. „Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat als Teil der Universitätsmedizin Mannheim eine herausragende Bedeutung für unsere Stadt. Die Wahl von Professor Bicker als Nachfolger von Professor van Ackern ist daher eine gewichtige Entscheidung für die Zukunft auch der Stadt. Ich bin stolz, dass wir Professor Bicker für diese Aufgabe gewinnen konnten. Mit seiner Person sehe ich die fruchtbare Zusammenarbeit von Krankenversorgung und Forschung und Lehre in der Universitätsmedizin Mannheim gesichert. Die Erfahrungen, die Professor Bicker aus der Wissenschaft und der Leitung großer forschender Unternehmen mitbringt, sind gar nicht hoch genug einzuschätzen, gerade im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen – etwa die geplante Entwicklung eines Fraunhofer Institutes am Mannheimer Standort“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
Der Rektor der Universität, Professor Dr. Bernhard Eitel: „Professor Bicker ist Experte im Forschungsmanagement und der Führung von großen forschenden Konzernen. Er bringt all das mit, was wir in unserer Mannheimer Medizinfakultät brauchen: Begeisterung für die Grundlagenforschung ebenso wie für die forschende klinische Medizin, Verständnis für die Belange der forschungsgeleiteten Lehre sowie unternehmerische Erfahrung. Letzteres kommt sicher auch dem Aufbau des neuen Fraunhofer Institutes für Medizintechnik auf dem Mannheimer Campus zugute. Ich danke dem noch amtierenden Dekan Professor van Ackern für die geleisteten Dienste und bin sicher, dass Professor Bicker ein idealer Nachfolger für unsere Medizinische Fakultät in Mannheim ist.“
Professor van Ackern wurde im Jahr 1991 – zwei Jahre nach seiner Berufung zum Ordinarius für Anästhesiologie und Intensivmedizin – zum Dekan der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg gewählt. Er hat die Fakultät seitdem fast durchgängig geführt. Im April 2009 wurden die Leitungsgremien der Universitätsmedizin Mannheim neu strukturiert. Vor dem Hintergrund der gewachsenen Bedeutung von Forschung und Lehre im Zuge des Ausbaus der Fakultät für Klinische Medizin zur Vollfakultät, sollte die Medizinische Fakultät stärker in die Leitung der UMM eingebunden werden. Seitdem ist Professor van Ackern hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer der Universitätsmedizin Mannheim, verantwortlich für das Geschäftsfeld Forschung und Lehre.
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Der künftige Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim, Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Bicker. |
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(0146.txt)
Wie eine Mutation vor den Folgen einer Sepsis schützt
Mannheim, den 24. Februar 2011
Auf dem 55. Kongress der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), der vom 16. bis 19. Februar 2011 in Wiesbaden stattfand, wurde der Mannheimer Hämostaseologe Professor Dr. Carl-Erik Dempfle mit dem Alexander Schmidt-Preis ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um die wichtigste wissenschaftliche Anerkennung, die die Fachgesellschaft zu vergeben hat. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Blutgerinnungsforschung und der Gefäßmedizin vergeben und würdigt die langfristige, effektive wissenschaftliche Tätigkeit des Preisträgers.
Die Hämostaseologie ist die Wissenschaft von der Blutgerinnung und ihrer Störungen. Professor Dempfle leitet den Bereich Klinische und Experimentelle Hämostaseologie an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die sich in über 150 Fachpublikationen widerspiegelt, ist Professor Dempfle insbesondere durch seine auch überregional anerkannte Spezialambulanz für Gerinnungsstörungen bekannt.
In der prämierten, im Fachjournal Blood veröffentlichten Arbeit gewannen Professor Dempfle und sein Forschungsteam Erkenntnisse über einen Mechanismus, der vor den Folgen einer Sepsis (Blutvergiftung) schützt. Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt war eine große internationale Studie zur Sepsis. Dabei wurde beobachtet, dass Patienten mit einer Mutation im Gen für Faktor V (Faktor V-Leiden-Mutation; V steht für römisch fünf), die ein großes Risiko für die Entwicklung von Thrombosen mit sich bringt, trotz dieses erblichen Risikofaktors überraschenderweise eine schwere Sepsis eher überlebten als Patienten ohne diese Mutation. Die Wissenschaftler identifizierten lösliches Fibrin als zentralen Faktor beim Schutz im Falle einer Sepsis.
Die jetzt gewürdigte Arbeit weist einen direkten Bezug zu den Forschungen des Namensgebers des Preises, des deutsch-baltischen Arztes und Physiologen Hermann Adolf Alexander Schmidt (1831-1894) auf. Dieser wies bei seinen Forschungsarbeiten mit Felix Hoppe-Seyler (1825-1895) in Berlin und Carl Ludwig (1816-1985) in Leipzig nach, dass die Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin ein enzymatischer Prozess ist.
Für Fachmedien:
Der Faktor V ist ein Protein, das die Blutgerinnung fördert; die Mutation im Gen für Faktor V verstärkt diese Funktion. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht zugunsten gerinnungsfördernder Einflüsse und die Neigung, Thrombosen zu entwickeln, nimmt zu. Der Mechanismus ist folgender: Der Gerinnungsfaktor Thrombin wird vermehrt gebildet, Thrombin spaltet das Fibrinogen und es entsteht dadurch vermehrt Fibrin, außerdem werden mehrere Blutgerinnungsfaktoren aktiviert.
Lösliches Fibrin, das bei Patienten mit Faktor V-Leiden-Mutation verstärkt gebildet wird, spielt offenbar eine zentrale Rolle beim Schutz vor den Folgen einer Sepsis. Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass lösliches Fibrin die Fibrinolyse, also die Auflösung des Thrombus, fördert, und zwar indem es die Aktivierung des Plasminogen unterstützt. Das entstehende Plasmin löst Gerinnsel in den kleinsten Gefäßen der Organe auf und kann so vor dem Organversagen schützen.
Publikation
Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Zeitschrift ‘Blood‘ veröffentlicht:
Factor V Leiden mutation enhances fibrin formation and dissolution in vivo in a human endotoxemia model
Elif Elmas, Nenad Suvajac, Bernd Jilma, Hartmut Weiler, Martin Borggrefe, and Carl-Erik Dempfle
Blood, Aug 2010; 116: 801 - 805.
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/full/116/5/801?maxtoshow=&hits=10&RESULTFORMAT=&fulltext=Factor+V+Leiden&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance&resourcetype=HWCIT
Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH)
Die Mitglieder der GTH beschäftigen sich klinisch und wissenschaftlich mit der Prävention, Diagnose und Therapie von Störungen der Blutgerinnung sowie thrombotischen Krankheitsbildern. Die Fachgesellschaft mit Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kooperiert eng mit anderen nationalen und internationalen Fachgesellschaften.
Der Preis wurde Professor Dempfle bei der Eröffnungsfeier der 55. Jahrestagung, am 16. Februar 2011, übergeben.
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Der Preisträger Prof. Dr. Carl-Erik Dempfle. |
Kontakt:
Prof. Dr. Carl-Erik Dempfle
Universitätsmedizin Mannheim
I. Medizinische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4002
Fax: 0621 / 383 - 3821
E-Mail: carl-erik.dempfle@med.ma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
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Veranstaltung der "Stunde der Universität" im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 625-jährigen Bestehen der Universität Heidelberg
Mannheim, den 21. Februar 2011
Wie erfolgreich die Behandlung einer Krebserkrankung ist, hängt maßgeblich davon ab, die für den individuellen Krebstyp am besten passende Therapie zu identifizieren. Die Diagnostik spielt daher bei Krebserkrankungen eine besonders wichtige Rolle. Zu den diagnostischen Möglichkeiten bei Blut- oder Lymphknotenkrebs gehören die mikroskopische Untersuchung, die immunologische Analyse sowie die Darstellung der Chromosomen der Krebszellen. Mit dem DNA-Chip hält außerdem seit wenigen Jahren schrittweise eine neue Technik Einzug in die Krebsdiagnostik, die dem Arzt ein genaues Abbild der vorliegenden Erkrankung liefert. Die diagnostischen Möglichkeiten sind ein wichtiger Schritt hin zur individualisierten und damit wirksameren Behandlung von Blutkrebs und Lymphknotenkrebs.
Im Rahmen einer „Stunde der Universität“ gewährt Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), allen interessierten Bürgern in einem seiner modernen wissenschaftlichen Labors Einblicke in die verschiedenen Techniken der Genanalyse. Dabei werden verschiedene Genveränderungen demonstriert und beschrieben, die mit dem Auftreten von Tumorerkrankungen verbunden sind. Gleichzeitig wird erläutert, wie die Erkenntnis über diese Genveränderungen direkt genutzt wird, um die Therapie der Patienten mit Blutkrebserkrankungen zu verbessern.
In der Veranstaltungsreihe „Stunde der Universität“ präsentiert sich die Ruperto Carola im Jubiläumsjahr jeweils donnerstags der Öffentlichkeit. Dabei werden verschiedene Lehr- und Forschungsbereiche in einer verständlichen und spannenden Form vorgestellt. Informationen im Internet sind unter der Adresse http://625.uni-heidelberg.de abrufbar.
Öffentliche Veranstaltung ohne Anmeldung, Eintritt frei!
"Stunde der Universität": Kranke Gene – der Schlüssel für eine erfolgreiche
Krebstherapie?!
am Donnerstag, 24. Februar 2011
von 17.00 bis 18.00 Uhr
Universitätsmedizin Mannheim
III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie)
Wissenschaftliches Labor,
Pettenkofer Straße 22, 68169 Mannheim
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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Promotion am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim
Mannheim, den 9. Februar 2011
Zum Anfang des Jahres hat der gerade erst 19 Jahre alte Sebastian Weingärtner seine Doktorarbeit am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg begonnen. Zuvor hatte er an der Universität Würzburg parallel zur Schule Informatik studiert. Sein Diplom hielt er fast gleichzeitig mit seinem Abiturzeugnis in den Händen.
Für seine Doktorarbeit plant Sebastian Weingärtner zwei bis drei Jahre ein. Die zurückhaltende Einschätzung hängt sicher auch mit seinem Thema zusammen. „Ich habe ihm eine harte Nuss zu knacken gegeben“, sagt sein Doktorvater, Professor Dr. rer. nat. Lothar Schad, Inhaber des Lehrstuhls für Computerunterstützte Klinische Medizin. Ein Eindruck, den der junge Informatiker teilt und schätzt, da er die Herausforderung liebt. „Ich würde sagen, es ist ein sehr anspruchsvolles Thema, das gute Ideen braucht. Es kann sein, dass mir in den nächsten Wochen etwas ganz Tolles einfällt, es kann aber auch sein, dass es bis dahin noch zweieinhalb Jahre dauert.“
Und was ist sein Thema? Es hat mit der Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MR) zu tun, eine für den Körper schonende Technik ohne Strahlung, die exzellente Bilder aus dem Körperinneren liefert. Aber das Verfahren hat einen Nachteil: lange Aufnahmezeiten. Auf der Ebene der Hardware ist die Technik ausgereizt, jetzt ist eine Software-Lösung gefragt, mit der man den Prozess beschleunigen kann. „Meine Aufgabe besteht darin, mir intelligente Verfahren zu überlegen, mit denen man mit wenigen Messdaten genügend gute Bilder für eine sichere Diagnostik kreieren kann.“
Für den Fall, dass Sebastian Weingärtner mit der Promotion nicht ausgelastet ist, hat ihm Professor Schad angeboten, parallel ein Medizinstudium aufnehmen zu können. Darüber denkt der junge Doktorand nach. Die Doppelbelastung scheut er nicht, die empfand er auch bei Schule und Studium nicht als zu große Herausforderung. Zwei Tage in der Woche konnte er sich von der Schule für das Studium freistellen lassen. Beides war für Sebastian Weingärtner „nicht mit Mega-Aufwand verbunden“. Besonders das Studium, in dem alle Fächer einen naturwissenschaftlichen Kontext hatten, fiel ihm leicht. Denn vor allem hier liegt die besondere Stärke von Sebastian Weingärtner - „in Deutsch hatte ich eine zwei minus.“
Die Doppelbelastung von Schule und Studium hat auch seinem Notendurchschnitt nicht geschadet: Seine Schule verlieh ihm einen Preis für das beste Abitur (Note 1,1) und auch das Studium schloss er nur mit Bestnoten ab. Die Deutsche Mathematiker Vereinigung und die Deutsche Physikalische Gesellschaft zeichneten ihn für die besten Abiturleistungen in ihren Fächern aus, die Universität verlieh ihm gleichzeitig mit dem Diplom noch die besondere Auszeichnung als „erster diplomierter Frühstudent in Süddeutschland“.
Trotz seiner besonderen Begabung und schon fast „unheimlichen“ Erfolge ist der junge Mann auf dem Teppich geblieben. Neben Schule und Studium war es Sebastian Weingärtner wichtig, Zeit für Hobbys, Freunde und seine Freundin zu finden. Im Sport sieht er einen wichtigen Ausgleich zur Kopfarbeit: „Beim Sport denkt man nicht viel nach. Das tut einfach gut, mal richtig loszulassen und sich zu entspannen.“
Während seines Studiums wurde Sebastian Weingärtner von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt, als jüngster Stipendiat der jemals von ihr gefördert wurde. Die „Deutsche Telekom Stiftung“ fördert ihn während seiner Promotion mit einem Stipendium.
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Sebastian Weingärtner ist mit 19 Jahren der mit Abstand jüngste Doktorand - nicht nur im Institut von Professor Dr. Lothar Schad, sondern an der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Uni- versität Heidelberg; vermutlich ist er der derzeit jüngste deutsche Doktorand bundesweit. |
Kontakt:
Dipl. Inf. Sebastian Weingärtner
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Computerunterstützte Klinische Medizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5103
E-Mail: sebastian.weingaertner@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0143.txt)
Hervorragende Perspektiven für die Entwicklung von Automatisierungsprozessen in der Medizin und Biotechnologie am Standort Mannheim
Mannheim, den 4. Februar 2011
Das Land Baden-Württemberg hat grünes Licht für die erforderlichen Mittel zur Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) in Mannheim gegeben. Das Projekt ist ein Thema der Wissenschaft und der Politik gleichermaßen, schließlich haben alle Beteiligten das Potenzial einer Ansiedelung von Fraunhofer auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erkannt: Die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorhandene wissenschaftliche Expertise sowie gut ausgebaute Strukturen im Bereich ihres Schwerpunkts Medizintechnik bieten der Fraunhofer-Gesellschaft ideale Voraussetzungen für ihre Entwicklungsarbeit - und damit ihr und der Universität Heidelberg hervorragende Perspektiven für eine gewinnbringende Zusammenarbeit, etwa bei der Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme im Operationssaal.
Das Land Baden-Württemberg hat mit seiner Entscheidung, die Mittel bereitzustellen, dem Projekt ganz gezielt eine Zukunft gegeben. „Die Forschung in Mannheim und in ganz Baden-Württemberg wird damit im wichtigen Zukunftsfeld Medizintechnik einen großen Schub erhalten. Durch die Zusammenarbeit von Medizin und Ingenieurwissenschaften in der neuen Fraunhofer-Projektgruppe sollen zum Wohle der Patientinnen und Patienten neue Wege beschritten werden. Am Ende eines solchen Weges könnte zum Beispiel ein Mikro-„Roboter“ stehen, der an einzelnen Zellen arbeitet und so Krebserkrankungen bekämpft“, sagte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Fraunkenberg. „Das Land wird die Arbeit der Gruppe mit 9,3 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre unterstützen. Dann wird entschieden, ob in Mannheim das 15. Fraunhofer-Institut im Südwesten entsteht“.
Dr. Hans Freudenberg, Ministerialdirektor des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, ergänzt: "Das Zusammenspiel von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist der Schlüssel für erfolgreiche Innovationen. In keinem Bundesland gibt es so viele Fraunhofer-Institute wie in Baden-Württemberg: 25 Prozent aller Fraunhofer-Beschäftigten arbeiten in unserem Land. Mit der neuen Projektgruppe in Mannheim entstehen in Baden-Württemberg zurzeit insgesamt drei neue Fraunhofer-Projektgruppen, allesamt mögliche Vorstufen für neue Institute."
Auf kommunaler Ebene wurde das Projekt stark forciert. Auf Landesebene und mit der Fraunhofer Gesellschaft wurden Gespräche geführt; Vorbereitungen für eine erfolgreiche Ansiedlung getroffen. Nun freut man sich sehr, dass die Bemühungen zum Erfolg führten. „Die Medizintechnik ist eines von zwei Kompetenzfeldern der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim. Die Einrichtung einer Fraunhofer-Projektgruppe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Universitätsmedizin Mannheim werte ich als großartigen Schritt für den Ausbau des Medizintechnik-Standortes Mannheim. Wir freuen uns daher sehr, dass das Land die Einrichtung der Fraunhofer-Projektgruppe PAMB, die sich auf die Automatisierungstechnik für verschiedene Anwendungen in der Bio- und Medizintechnologie fokussiert, in Mannheim fördert“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
Die Mannheimer Fraunhofer-Projektgruppe PAMB wird als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart geführt. Schon in den nächsten Wochen wird sie sich auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim einrichten, wo sie künftig im Rahmen von so genannten Leitprojekten mit verschiedenen Forschungsgruppen vor Ort kooperiert. Neben der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist ein weiteres Institut der Universität Heidelberg an dem Projekt beteiligt, das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR). „Die enge Vernetzung der Fraunhofer-Projektgruppe mit der Universitätsmedizin Mannheim und dem IWR schafft eine durchgängige Produktentwicklungskette. Diese beginnt mit der professionellen Entwicklung eines Produktes durch Fraunhofer und kann bis zu dessen klinischer Zertifizierung führen. Dies verspricht einen erheblichen Wettbewerbsvorteil, den wir durch die Einbeziehung weiterer universitärer Forschungsgruppen ausbauen wollen“, so die Einschätzung des Rektors der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel.
Dr. Jan Stallkamp ist Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer-Institut IPA. Seine Abteilung wird die ersten Mitarbeiter in die Projektgruppe entsenden, zugleich wird er die Mannheimer Projektgruppe, die bis Ende des Jahres 12 Wissenschaftler umfassen soll, leiten. Auf die neue Herausforderung freut er sich: „Die Automatisierungstechnik bietet der Medizin ein unschätzbares Potenzial. Sie kann beispielsweise im Operationssaal die Grenzen einer manuellen Medizin aufheben. Und sie verknüpft die unterschiedlichen Disziplinen und Kompetenzen aus Medizin und Naturwissenschaften – etwa bei der Entwicklung von automatisierten Instrumenten und bei medizintechnischen Anlagen, die bei der medizinischen Intervention und Diagnostik zum Einsatz kommen, oder auch im Bereich der Bioproduktionstechnik.“ Sein oberster Chef, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. e.h. mult. Dr. h.c. mult. Hans-Jörg Bullinger, ist sich sicher in seinen Erwartungen: „Die gemeinsamen Forschungsprojekte werden richtungsweisend für eine völlig neue Produktgeneration sein. Das garantiert förmlich die angestrebte enge organisatorische und räumliche Vernetzung zwischen den klinischen und biotechnischen Disziplinen und unseren Ingenieuren.“
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Gruppenbild bei der Pressekonferenz v.l.n.r.: Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Prof. Dr. Dietmar von Hoyningen-Huene, Prof. Dr. Klaus van Ackern, Dr. Peter Kurz, Prof. Dr. Peter Frankenberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, Dr. Hans Freudenberg. |
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0142.txt)
Professor Dr. Matthias Ebert leitet II. Medizinische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim
Mannheim, den 28. Januar 2011
Die II. Medizinische Universitätsklinik in Mannheim hat einen neuen Direktor: Professor Dr. med. Matthias Ebert hat diese Aufgabe zum 1. Januar 2011 übernommen – Schwerpunkte der Klinik sind die medizinischen Fachgebiete Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. Damit verbunden ist seine Berufung auf den Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Professor Ebert wechselt aus München an die Universitätsmedizin Mannheim. Der 42-jährige Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie war am dortigen „Klinikum rechts der Isar“ der Technischen Universität München zuletzt als Direktor des Roman-Herzog-Krebszentrums und als Leiter der gastrointestinalen Onkologie in der II. Medizinischen Klinik tätig.
Zu den fachlichen Schwerpunkten von Professor Ebert in der Krankenversorgung und in der Forschung gehören seit vielen Jahren Tumorerkrankungen des Verdauungstraktes, etwa das Magenkarzinom und das kolorektale Karzinom (Darmkrebs). Dabei widmet er sich beispielsweise der Entstehung und Ausbreitung dieser bösartigen Tumoren, der Entwicklung neuer Behandlungsverfahren und der Möglichkeit, genetische Veränderungen in Krebszellen für eine individualisierte Erkennung und Behandlung zu nutzen. Dieses Arbeits- und Interessengebiet spiegelt sich wider in seiner Tätigkeit als Sekretär der Arbeitsgemeinschaft Gastrointestinale Onkologie (AGIO) der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), in seinem Engagement in den Leitgruppen der Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft und in seinem Wirken als Leiter verschiedener klinischer Studien beziehungsweise als Projektleiter von Konsortien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich molekulare Diagnostik.
Sein Studium der Humanmedizin absolvierte Matthias Ebert von 1988 bis 1994 in Regensburg, München und Ulm. Einem Forschungsaufenthalt in den USA (University of California, Irvine) folgte eine Karriere als Hochschulmediziner an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg – mit der Erlangung der Facharztqualifikation, der Habilitation, der Oberarzttätigkeit und einem zur weiteren Spezialisierung auf die Gastroenterologie genutzten Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2006 erhielt er den Ruf auf die Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Klinische und Molekulare Gastroenterologie an der TU München, begleitet von der Ernennung zum Leiter des Arbeitsbereichs Onkologie an der dortigen II. Medizinischen Klinik. Außerdem übernahm Professor Ebert 2009 als Gründungsdirektor die Leitung des Roman-Herzog-Krebszentrums. Mit Beginn des Jahres 2011 nimmt er nun seine Tätigkeit an der Universitätsmedizin Mannheim auf. Professor Ebert ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Der neue Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber der II. Medizinischen Universitätsklinik in Mannheim ist im Laufe seiner eindrucksvollen Karriere in der Hochschulmedizin mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet worden.
Sein Vorgänger als Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber der II. Medizinischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim war Professor Dr. med. Manfred V. Singer, der 1990 nach Mannheim kam und im Dezember 2010 mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand trat. Mit dem Wechsel liegen die Geschicke der auf Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie spezialisierten Klinik nun in Händen von Professor Ebert.
Die zuletzt ebenfalls von Professor Singer geleitete, auf Geriatrie (Alternserkrankungen) spezialisierte IV. Medizinische Klinik wird zunächst von Privat-Dozent Dr. Heinrich Burkhardt kommissarisch geleitet.
Die fachliche Spezialisierung von Professor Ebert passt mit ihrem Schwerpunkt Tumorerkrankungen gut zum Spektrum der UMM in Krankenversorgung und Wissenschaft. So sichert das hier angesiedelte Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) eine enge Zusammenarbeit der Krebsspezialisten über verschiedene Kliniken und Institute hinweg.
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Der neue Klinikdirektor Prof. Dr. Matthias Ebert. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Matthias Ebert
Direktor der II. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3284
Fax: 0621 / 383 - 3805
E-Mail: matthias.ebert@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0140.txt)
Andreas Fischer erhält den Chica und Heinz Schaller Förderpreis
Mannheim, den 26. Januar 2011
Für seine wegweisende Forschung zur Bedeutung von zellulären Signalwegen für die Entwicklung von Blutgefäßen und das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhält der Mediziner Dr. Andreas Fischer den Chica und Heinz Schaller Förderpreis. Die mit Forschungsmitteln in Höhe von 100.000 Euro dotierte Auszeichnung der C.H.S.-Stiftung wird jährlich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Heidelberg für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung vergeben. Dr. Fischer ist Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Die Preisverleihung findet am 2. Februar 2011 statt.
Wie entwickeln sich die Blutgefäße des Menschen? Das ist die zentrale Frage, um die sich Dr. Fischers aktuelle Forschung dreht. Er untersucht molekulare Signale, die auf Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, einwirken. Diese Signale bestimmen, wo diese Zellen zu neuen Äderchen aussprossen, ob sich die neuen Gefäße zu Venen oder zu Schlagadern entwickeln und wie die jungen Blutgefäße ausreifen. Gerade in der Krebsforschung ist die Angiogenese, das Sprossen neuer Blutgefäße, ein zentraler Vorgang: Ohne Ankopplung an die Versorgungswege der Blutbahnen könnte kein Tumor über die Größe eines Stecknadelkopfes hinaus wachsen. Die molekularen Signale an Endothelzellen spielen nicht nur bei Krebs eine Rolle: Sie sind, wie Dr. Fischers frühere Arbeiten zeigten, auch an der korrekten Ausbildung der Anatomie des Herzens beteiligt. Störungen in dieser Signalkaskade führen außerdem zu Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Die Arbeitsgruppe um Andreas Fischer entwickelt daher Modellsysteme, an denen Medikamente gegen diese Erkrankungen getestet werden können.
Andreas Fischer (34 Jahre) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch.
C.H.S.-Stiftung
Die C.H.S.-Stiftung wurde im Jahr 2000 von den Wissenschaftlern Chica und Heinz Schaller gegründet. Sie fördert biomedizinische Grundlagenforschung an der Universität Heidelberg durch die Finanzierung innovativer Forschungsvorhaben. Durch die Vergabe flexibel einsetzbarer Mittel sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler bei der Durchführung unabhängiger Projekte unterstützt werden. Ein wesentliches Instrument dafür ist der Förderpreis, der seit 2005 jährlich verliehen wird.
Öffentliche Festveranstaltung zur Vergabe des Chica und Heinz Schaller Förderpreises:
am 2. Februar 2011
um 16 Uhr
im Zentrum für Molekulare Biologie
Im Neuenheimer Feld 282, in Heidelberg
Kontakt
Dr. Barbara Müller
C.H.S.-Stiftung
Telefon 0151 / 18724924
info@chs-stiftung.de
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Der Preisträger Dr. Andreas Fischer. |
Kontakt:
Dr. Andreas Fischer
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0139.txt)
American Society of Nephrology zeichnet Professor Dr. Wilhelm Kriz mit dem Homer W. Smith Award aus
Mannheim, den 13. Januar 2011
Große internationale Anerkennung für den Anatom Professor Dr. med. Wilhelm Kriz: Der kommissarische Direktor des Forschungsbereichs Anatomie und Entwicklungsbiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist mit dem höchsten Preis, den die Nephrologie zu vergeben hat, dem Homer W. Smith Award, ausgezeichnet worden.
Mit dem Preis würdigt die führende Gesellschaft auf dem Gebiet der Nierenheilkunde, die American Society of Nephrology, die grundlegenden Arbeiten des Wissenschaftlers auf dem Gebiet der Nierenanatomie und speziell seine bahnbrechenden Arbeiten zu den physiologischen Veränderungen beim chronischen Nierenversagen. Besonders hervorgehoben wird, dass Professor Kriz als erster die kritische Rolle der so genannten Podozyten, „Füßchenzellen“, bei der Entwicklung eines chronischen Nierenversagens gezeigt hat. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Homer W. Smith Award wurde Professor Kriz am 19. November 2010 auf dem Kongress der American Society of Nephrology in Denver überreicht.
Professor Kriz ist Emeritus des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg, das er über 30 Jahre leitete. Der Forscherdrang des 74-jährigen Mediziners ist jedoch ungebrochen und „Ruhestand“ ihm unbekannt. Seit der Gründung des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM) der Medizinischen Fakultät Mannheim im Jahr 2006 leitet er dort als kommissarischer Direktor den Forschungsbereich Anatomie und Entwicklungsbiologie.
Professor Kriz hat wesentlich zum Verständnis der Nierenfunktion beigetragen. Vor allem die Morphologie und speziell die Korrelation zwischen der Struktur und der Funktion der Säugetier-Niere, wie auch die Pathologie der fortschreitenden Nierenerkrankung fesseln sein Forscherinteresse. Mit dem Namensgeber des Preises gemein hat Professor Kriz sein spezielles Interesse an der glomerulären Filtration und der Rolle der Fehlfiltration bei chronischen Nierenerkrankungen.
Die glomeruläre Filtration findet in den Nierenkörperchen statt, kugelförmigen Gebilden der Niere, die aus einer Kapsel und einem darin eingestülpten, feinen Kapillarknäuel, dem Glomerulus, bestehen. In den Nierenkörperchen beginnt die Harnbildung, indem aus dem permanent hindurchströmenden Blut vor allem Blutzellen und größere Einweißmoleküle zurückgehalten werden. Was die Filter passieren kann ist der so genannte Primärharn. Das Blut passiert im Glomerulus drei Filtersysteme unterschiedlicher Porengröße. Das dritte Filtersystem stellen die Podozyten dar, die vor allem das Hindurchtreten von größeren Eiweißmolekülen verhindern. Beim Versagen der Podozyten kommt es zu einer Proteinurie, einer Ausscheidung von Eiweiß in den Harn.
Dass es diese Podozyten sind, denen bei der Entwicklung eines chronischen Nierenversagens eine besondere Bedeutung zukommt, hat Professor Kriz erkannt und damit einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Denn lange Zeit wurden so genannte mesangeliale Zellen für chronische Krankheitsprozesse in den Glomeruli verantwortlich gemacht, die damit unangefochten als Ursache der Nierenfibrose und, durch Chronifizierung, des Nierenversagens galten.
Die besondere Expertise in der Nephrologie hat Tradition an der Universitätsmedizin Mannheim. Professor Dr. Franz Volhard, „Nestor“ der deutschen Nephrologie, wurde 1908 Direktor an der städtischen Krankenanstalt Mannheim, um hier eine neue Klinik aufzubauen, die er bis 1918 leitete. Sein besonderes Interesse galt den Erkrankungen der Nieren, der klinischen Nephrologie, die er zu einem eigenständigen Fachgebiet in Deutschland entwickelte. Seine grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen stammen aus seiner Mannheimer Zeit. Im Jahr 1914 brachte er eine erste große zusammenfassende Arbeit über Nierenerkrankungen heraus, in der er Nierenfunktionsstörungen ausführlich behandelte.
Homer W. Smith Award
Die amerikanische Fachgesellschaft für Nephrologie (American Society of Nephrology, ASN) ist mit etwa 12.000 Mitgliedern in 61 Ländern die führende Gesellschaft auf dem Gebiet der Nierenheilkunde. Seit 1964 vergibt sie auf ihrem jährlichen Kongress den Homer W. Smith Award. Mit dem Preis würdigt die Fachgesellschaft Persönlichkeiten, die mit ihrer Forschung maßgeblich dazu beigetragen haben, die Funktion der gesunden und der kranken Niere zu verstehen.
„This award recognizes one of the major intellectual forces in renal physiology“.
Homer W. Smith (1895 - 1962) hat als Direktor der Physiologischen Laboratorien der New York University Konzepte zur glomerulären Filtration, der tubulären Absorption und der Sekretion gelöster Stoffe entwickelt und weiterentwickelt. Er gilt als Begründer der Nephrologie im angelsächsischen Sprachraum.
“This award is in recognition of those who follow in his footsteps and contribute to our understanding of how the kidney functions normally and in disease states.”
http://www.asn-online.org/awards/smith.aspx
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Der Preisträger Prof. Dr. med. Wilhelm Kriz. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Wilhelm Kriz
Universitätsmedizin Mannheim
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik (CBTM)
Forschungsbereich Anatomie und Entwicklungsbiologie
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9941
E-Mail: wilhelm.kriz@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
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Forscher der UMM decken unverzichtbaren körpereigenen Entgiftungsweg auf
Mannheim, den 11. Januar 2011
Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) haben bei der Erforschung der Entgiftungsfunktionen der Leber einen Mechanismus entdeckt, mit dem die Leber die Nieren schützt. Zwei Rezeptoren auf den so genannten sinusoidalen Endothelzellen der Leber, Stabilin-1 und Stabilin-2, sind gemeinsam für die Reinigung des Blutes von Stoffwechselabbauprodukten, aber auch von Wachstumsfaktor-Proteinen durch die Leber verantwortlich. Auf diese Weise erhalten sie die Gewebehomöostase in der Leber aufrecht – und nicht nur dort, wie die Wissenschaftler zeigen konnten, sondern offenbar auch in anderen Organen des Körpers wie den Nieren.
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Hier finden die wichtigen Stoffwechselvorgänge statt, wie die Metabolisierung von Fetten, Proteinen und Kohlehydraten. Eine der wichtigsten Aufgaben der Leber ist der Abbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen – etwa der Abbauprodukte, die bei den Auf- und Umbauprozessen zur Aufrechterhaltung der Gewebehomöostase entstehen. Hierbei sind nicht nur die eigentlichen Leberzellen, die Hepatozyten, sondern auch die Endothelzellen der Lebergefäße von herausragender Bedeutung.
Viele der beim Abbau von großen Molekülen entstehenden Abfallprodukte treten in den Blutkreislauf ein, gelangen in die Leber und werden dort schließlich entsorgt. Die Entgiftungsfunktion übernehmen Zellen, die das verzweigte Gefäßbett der Leber (die Lebersinusoide) auskleiden, die so genannten Lebersinusoid-Endothelzellen (LSEC). Wie aber dieses Entsorgungs- und Recyclingsystem des Lebergefäßbetts funktioniert, war bislang nicht ausreichend geklärt. Die Wissenschaftler der Dermatologischen Universitätsklinik sind dieser Frage nachgegangen, indem sie sich die Rezeptoren dieser Zellen genauer angeschaut haben.
Die Lebersinusoid-Endothelzellen exprimieren drei Typen von Rezeptoren, die sie bei ihrer Aufgabe unterstützen, indem sie die Aufnahme von Stoffen in die Endothelzellen ermöglichen. Neben dem Mannose-Rezeptor und bestimmten Immunglobulinrezeptoren sind die Rezeptoren Stabilin-1 und Stabilin-2 das wichtigste multifunktionale Rezeptorsystem der Lebergefäße. Dieses Rezeptorsystem hatten die Mannheimer Forscher schon vor einiger Zeit entdeckt. Um die Funktionen dieser beiden Rezeptoren besser aufzuklären, entwickelten die Mannheimer Wissenschaftler – unterstützt von Gruppen am Deutschen Krebsforschungszentrum und am Universitätsklinikum Heidelberg – jetzt Mäuse, denen jeweils einer der beiden Rezeptoren fehlt, sowie Mäuse, denen beide Rezeptoren gleichzeitig fehlen.
Die Mäuse mit nur je einem der beiden Stabilin-Rezeptoren entwickeln sich phänotypisch normal, das Fehlen eines der beiden Rezeptoren scheint sie nicht zu beeinträchtigen. Mäuse dagegen, denen beide Rezeptoren fehlen, sterben deutlich früher. Allerdings scheint sich der Defekt nicht über die Leber auszuwirken, denn diese zeigt keine Funktionsstörungen. Die Mäuse entwickeln jedoch ein schweres Nierenleiden – eine Fibrose der Nierenglomeruli, bei der vermehrt Bindegewebe gebildet und die Filterfunktion der Niere massiv beeinträchtigt wird. Des Weiteren wurde ein Wachstumsfaktor (GDF-15) identifiziert, der bei diesen Mäusen unzureichend aus dem Blut entfernt wird. Somit konnte gezeigt werden, dass nicht nur Stoffwechselprodukte, sondern auch Wachstumsfaktoren von den Leberendothelzellen aufgenommen und abgebaut und ihre Spiegel im Blut über diesen Mechanismus reguliert werden können.
Diese Ergebnisse unterstreichen nicht nur die Wichtigkeit des intakten Lebergefäßbetts für den gesamten Organismus, sondern sind insbesondere auch deswegen hoch interessant, als hier ein völlig neuer Mechanismus beschrieben wird, bei dem es durch verminderte Blutreinigung im Lebergefäßbett zu einer fibrotischen Schädigung der Niere kommen kann. Die Mechanismen, die vielen Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritiden oder der diabetischen Nierenschädigung zugrunde liegen, sind noch weitestgehend unklar. Die Arbeit öffnet somit den Weg für weitergehende Untersuchungen zur Beteiligung der Leber an der Entstehung vieler Nierenerkrankungen.
Zusammenfassend konnten die Mannheimer Forscher zum ersten Mal zeigen, dass die Blutreinigungsfunktion des Lebergefäßbetts, vermittelt durch das Stabilin-Rezeptorsystem, für den Schutz der Niere, aber auch für die Gesundheit des Gesamtorganismus unverzichtbar ist.
Wissenschaftliche Veröffentlichung
Deficiency of liver sinusoidal scavenger receptors stabilin-1 and -2 in mice
causes glomerulofibrotic nephropathy via impaired hepatic clearance of noxious blood factors
Kai Schledzewski*, Cyrill Géraud*, Bernd Arnold, Shijun Wang, Hermann-Josef Gröne, Tibor Kempf, Kai C. Wollert, Beate K. Straub, Peter Schirmacher, Alexandra Demory, Hiltrud Schönhaber, Alexei Gratchev, Lisa Dietz, Hermann-Josef Thierse, Julia Kzhyshkowska and Sergij Goerdt (* die beiden Autoren haben in gleichem Maße zu der Publikation beigetragen)
The Journal of Clinical Investigation
Volume 121 Number 2, February 2011
Die Publikation ist ab sofort online verfügbar:
http://www.jci.org/articles/view/44740/pdf
Gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): SFB405, TP B12 (S. Goerdt, J. Kzhyshkowska); TRR23, TP B1 (S. Goerdt); TRR77, TP C3 (S. Goerdt, H. Augustin); International Research Training Group GRK 880/3 TP2 und TP3 (S. Goerdt, K. Schledzewski, J. Kzhyshkowska).
Kontakt:
Dr. med. Cyrill Géraud
Universitätsmedizin Mannheim
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
68167 Mannheim
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E-Mail: cyrill.geraud@umm.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0137.txt)
Weitere sechs Millionen Euro für ein besseres Management der Leukämie
Mannheim, den 20. Dezember 2010
Das von der Europäischen Union geförderte European LeukemiaNet (ELN) hat ein großes Ziel: Den erfolgreichen Kampf gegen die Leukämie. Verschrieben hat sich diesem Ziel auch das Pharmaunternehmen Novartis. Der vor drei Jahren zwischen den beiden bedeutenden Partnern geschlossene wissenschaftliche Kooperationsvertrag EUTOS (European Treatment and Outcome Study) für die chronische myeloische Leukämie (CML) geht jetzt in die Verlängerung. In das erfolgreiche Projekt investiert Novartis noch einmal 6 Millionen Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren. Im Jahr 2007, nach Abschluss des initialen Vertrags, hatte Novartis bereits 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Mit der Weiterführung ihrer Kooperation haben die beiden Partner des EUTOS-Projekts ihre Erwartungen noch höher gesteckt, nämlich die chronische myeloische Leukämie durch weniger invasive Therapien als eine Knochenmarktransplantation oder durch eine medikamentöse Therapie heilen zu können. Dies erscheint aus heutiger Sicht erreichbar. Und hierzu ist ein neues Projekt initiiert worden mit dem Titel: „Path to Cure“ – Weg zur Heilung.
Als die Keimzelle des Projektes, die Studiengruppe CML, im Jahr 1982 gegründet wurde, betrug die erwartete mittlere Überlebenszeit von Patienten mit CML nur etwa drei bis vier Jahre. Heute nähert sie sich einer normalen Lebenserwartung an – nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Europäischen Leukämienetzes und insbesondere durch Entwicklung und Einsatz des Medikaments Imatinib der Firma Novartis. Imatinib ist ein so genannter Tyrosinkinase-Inhibitor, welcher genau an der Stelle in der Leukämiezelle angreift, die für die Krebsentstehung verantwortlich ist. Neue, noch gezieltere Therapien wie Nilotinib – ebenso von Novartis – demonstrieren die Selbstverpflichtung beider Vertragspartner, die Perspektive für Patienten mit CML auch in Zukunft noch weiter zu verbessern – idealerweise bis hin zur Heilung.
Herzstück des EUTOS-Projektes ist ein europaweites Patientenregister zur CML, das weiter ausgebaut werden soll. Diese Datenbank ist die erste ihrer Art, die die Qualität der verschiedenen Therapien der CML in europäischen Ländern erfasst und damit auch ein Prognose-Modell ermöglicht. Da Leukämien eher seltene Erkrankungen sind, kann ein wirklich umfangreiches Register nur über eine internationale Zusammenarbeit aufgebaut werden. Um ein möglichst reales Bild des europaweiten Umgangs mit dieser Erkrankung zu erhalten, werden Patienten aus verschiedenen repräsentativen Regionen Europas erfasst. Das Register umfasst mittlerweile qualitätskontrollierte Daten von 4.500 Erkrankten.
„Mit der Fortführung des Programms werden wir Zugang zur größten CML-Datensammlung haben, die jemals dokumentiert wurde“, so Professor Dr. Rüdiger Hehlmann, der Koordinator des Europäischen Leukämie-Netzes und die treibende Kraft der Leukämieforschung. Ein solches zentrales Register ist aus epidemiologischer, wissenschaftlicher und klinischer Sicht hoch interessant für die Erforschung der Leukämien.
Für die Analyse der Leukämieproben wie Blut oder Knochenmark stehen inzwischen in fast allen europäischen Ländern standardisierte Labors zur Verfügung. Hier werden im Blut der Patienten quasi einzelne Krebszellen mittels PCR-Technik detektiert und somit selbst minimale „Rest-Erkrankungen“ auf molekularer Ebene nachgewiesen. Dadurch kann der Behandlungsplan individuell ausgerichtet und der Therapieerfolg kontrolliert werden. Wichtig für die Vergleichbarkeit der erhobenen Laborbefunde in den verschiedenen Ländern ist, dass Methodik und Auswertung in allen Laboren standardisiert werden. Dabei soll auch die Sensitivität der Diagnostik noch weiter erhöht werden. Dieser Standardisierungs-Prozess läuft innerhalb des EUTOS-Projektes und umfasst derzeit für das molekulare Monitoring 59 standardisierte Labore in 28 Ländern. Damit ist die im Projekt ursprünglich vereinbarte Zahl mit neun zusätzlichen Labors klar übertroffen.
Das pharmakologische Monitoring der Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib, ebenfalls ein Projekt im Rahmen der Kooperation, wurde mit einer Publikation abgeschlossen.
Ein weiteres Projekt, das sich die Partner analog den Vorgaben der europäischen Kommission für multinationale europäische Projekte auf die Fahnen geschrieben haben, ist die Information und Aufklärung, die so genannte „Spread of Excellence“. Das Projekt hat in den vergangenen drei Jahren dazu beigetragen, dass Ärzte und Wissenschaftler der beteiligten Länder auf dem Gebiet der chronischen myeloischen Leukämie kontinuierlich fortgebildet werden – durch jährliche Symposien, zahlreiche Vorträge europaweit, Aktionstage für junge Hämatologen, Schulungen sowie Informationsmaterial auch im Internet. Primär geht es darum, Ärzten und Wissenschaftlern Informationen viel leichter als bisher zugänglich zu machen. Aber auch die Information der Öffentlichkeit wird unterstützt.
EUTOS ist ein erfolgreiches Projekt der public-private-partnership von Akademie – des an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelten Europäischen Leukämienetzes - und Industrie – Novartis, eines der führenden pharmazeutischen Unternehmen in Europa – im Dienste der europaweiten Erforschung der Leukämie.
European LeukemiaNet (ELN)
Das an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelte
Europäische Leukämienetz ist eines der größten internationalen Kooperationsprojekte
der Universität Heidelberg. Das ELN etablierte sich im Jahr 2002, in das sich
führende Leukämie-Studiengruppen und ihre interdisziplinären Partner integrierten.
Ab 2004 wurde es als Exzellenznetzwerk von der Europäischen Union gefördert. Die
engere Zusammenarbeit der verschiedenen, bereits bestehenden Netzwerke in Europa
verstärkte die wissenschaftlichen und technologischen Leistungen der Leukämie-Forschung.
Chronische myeloische Leukämie (CML)
Die chronische myeloische Leukämie ist einer der vier meistverbreiteten Leukämietypen.
Jährlich erkranken in Europa etwa 5.000 bis 10.000 Patienten daran. Bei der CML
kommt es im Knochenmark und im Blut zum massiven Anstieg von weißen Blutzellen.
Die Erkrankung verläuft in mehreren Phasen, initial besteht eine chronische Phase,
die normalerweise sehr langsam verläuft, weshalb die Erkrankung „chronische“ myeloische
Leukämie genannt wird. In der chronischen Phase hat sich durch die Einführung des
Medikamentes Imatinib im Jahr 2001 eine neue Situation ergeben. Imatinib kann die
chronische Phase der CML bei einer hohen Zahl von Patienten für eine lange Zeit
stabilisieren und sogar zu einer kompletten Rückbildung der Erkrankung führen.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Rüdiger Hehlmann
Vorsitzender des Euroean LeukemiaNet (ELN)
Medizinische Fakultät Mannheim
III. Medizinische Klinik
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 6930
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0136.txt)
Universitätsmedizin Mannheim und EMBL stellen die wissenschaftlichen Koordinatoren der europäischen Infrastrukturmaßnahme Euro-BioImaging
Mannheim, den 13. Dezember 2010
Professor Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Mannheim sowie Direktoriumsmitglied des Instituts für Medizintechnologie, und Dr. Jan Ellenberg, Leiter der Zellbiologie und Biophysik Abteilung am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, koordinieren seit April 2010 gemeinsam die europäische Infrastrukturmaßnahme Euro-BioImaging. Professor Schönberg nimmt diese Aufgabe im Namen des European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR, Wien) wahr.
Das Ziel von Euro-BioImaging ist die harmonisierte Errichtung einer Infrastruktur im Bereich der bildgebenden Verfahren in den Biowissenschaften. Durch den Aufbau von Infrastruktur-Einheiten an ausgesuchten Knotenpunkten in Europa sollen modernste bildgebende Technologien flächendeckend für Wissenschaftler verfügbar gemacht werden. Sie treiben die biomedizinische Forschung voran, indem sie den Zugang zu innovativen bildgebenden Technologien ermöglichen, praktische Ausbildung anbieten, die Vernetzung von Wissenschaftlern unterstützen und damit hochkarätige Forscher aus aller Welt anziehen.
Mit Beginn dieses Monats startete nun die dreijährige Planungsphase, an welche eine vierjährige Aufbauphase anschließt. Bis zum Jahr 2017 soll die Infrastruktur aufgebaut und der Zugang zu modernsten Technologien in der biomedizinischen Bildgebung ermöglicht werden. Die Planungsphase wird von der EU gefördert. Für die weitere Finanzierung des Projektes müssen die Mitgliedstaaten gewonnen werden.
Insgesamt 13 definierte Arbeitsgruppen - fünf aus dem strategischen und acht aus dem technologischen Bereich - planen den Aufbau der Infrastruktur. Sie werden jeweils von zwei bis vier international ausgewiesenen Wissenschaftlern und Forschungspolitikern, Partnern des Euro-BioImaging Konsortiums, geleitet (insgesamt: 39). Darüber hinaus beteiligen sich bereits mehr als 80 assoziierte Partner aus insgesamt 23 Ländern am Aufbau der Euro-BioImaging Infrastruktur.
Unter der Koordination von Professor Schönberg und Dr. Ellenberg evaluieren die Arbeitsgruppen die konkreten Bedürfnisse der Nutzergruppen der unterschiedlichen biomedizinischen Bildgebungstechnologien und planen dann auf dieser Basis die Einrichtung von Infrastruktur-Knoten in den europäischen Mitgliedsstaaten. Zwei Arbeitsgruppen befassen sich mit der modernen Lichtmikroskopie (Advanced Light Microscopy, ALM), zwei Arbeitsgruppen widmen sich dem Bereich der radiologischen und nuklearmedizinischen Bildgebung (Medical Imaging) und eine der Kombination beider Bereiche (Molecular Imaging). Drei weitere, technische Arbeitsgruppen erarbeiten europaweite Trainings-, Zugangs- und Bilddatenkonzepte.
Die fünf strategischen Arbeitsgruppen arbeiten an der Erstellung der rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingung für die Forschungsinfrastruktur.
Euro-BioImaging
European Research Infrastructure for Imaging Technologies in Biological an
Biomedical Sciences
http://www.eurobioimaging.eu/
Euro-BioImaging ist eines von vier neuen biowissenschaftlichen Projekten des
European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI), das durch den Aufbau
der so genannten Research Infrastructures (RI) den Ausbau der wissenschaftlichen
Integration Europas unterstützt.
http://ec.europa.eu/research/infrastructures/index_en.cfm?pg=esfri
Kontakt:
Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat)
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0134.txt)
Veranstaltung der "Stunde der Universität" im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 625-jährigen Bestehen der Universität Heidelberg
Mannheim, den 9. Dezember 2010
Vor 40 Jahren hatte sie ihre Geburtsstunde, heute ist sie aus der Diagnostik unterschiedlichster Erkrankungen nicht mehr fortzudenken – die Computertomographie (CT), eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin.
Die technische Weiterentwicklung der CT im Laufe der Jahrzehnte gleicht einem Quantensprung. Dauerten erste klinische Aufnahmen noch mehrere Minuten, so können heute mit der modernen so genannten Dual Source CT detailreiche dreidimensionale Bilder selbst des schlagenden Herzens aufgenommen werden. Neueste Entwicklungen ermöglichen zudem durch den Einsatz verschiedener Röntgenenergien bei der Dual Energy CT eine enorme Verbesserung des Kontrastes und damit eine genauere Unterscheidung verschiedener Gewebe.
In einer „Stunde der Universität“ demonstriert das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Fakultät Mannheim die unglaublichen Möglichkeiten der Dual Energy CT.
Öffentliche Veranstaltung ohne Anmeldung, Eintritt frei!
In der Veranstaltungsreihe "Stunde der Universität" präsentiert sich die Ruperto Carola im Jubiläumsjahr jeweils donnerstags der Öffentlichkeit. Dabei werden verschiedene Lehr- und Forschungsbereiche in einer verständlichen und spannenden Form vorgestellt. Informationen im Internet sind unter der Adresse http://625.uni-heidelberg.de abrufbar.
"Stunde der Universität": Moderne Computertomographie
am Donnerstag, 16. Dezember 2010
von 17.00 bis 18.00 Uhr
Universitätsmedizin Mannheim
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Haus 8, Ebene 1
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim
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Aufnahme des Brustkorbs mittels Dual Energy CT. |
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0133.txt)
Wissenschaftspreis der Deutschen Krebsgesellschaft
Mannheim, den 6. Dezember 2010
Wie wichtig - und wie erfolgreich - eine städteübergreifende Zusammenarbeit in der Hochleistungsmedizin ist, verdeutlicht eine jetzt von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. vergebene Auszeichnung. Der mit 25.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis würdigt die Studie einer Arbeitsgruppe, die Professor Dr. Peter Hohenberger innerhalb der europaweit aktiven onkologischen Forschungsorganisation EORTC leitet.
Anhand der Krankheitsverläufe von 340 Patienten untersuchten die Ärzte, ob eine medikamentöse Behandlung in Kombination mit Tiefenhyperthermie vor der chirurgischen Entfernung von bösartigen Tumoren des Weichteilgewebes sinnvoll ist. Die Mannheimer Chirurgen führten dieser Studie die zweithöchste Patientenzahl zu. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im April dieses Jahres im renommierten Fachjournal Lancet Oncology veröffentlicht worden.
Erstautor der Publikation und damit eigentlicher Preisträger ist der Münchner Krebsexperte Dr. Rolf D. Issels von der Medizinischen Klinik III der Ludwig-Maximilians-Universität München, Professor Hohenberger, Leiter der Sektion Spezielle Chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie an der Universitätsmedizin Mannheim, zeichnet als Seniorautor. Der Preis wurde Professor Issel im Rahmen des Herbstkongresses der AIO am 19. November 2010 in Berlin übergeben.
Die ausgezeichnete Studie setzt neue Standards, da hier erstmals randomisiert belegt wurde, dass die vor einer Operation angewandte Kombination einer systemischen Chemotherapie mit Tiefenhyperthermie bei Patienten mit bösartigen Weichgewebetumoren eine bessere Tumorkontrolle und Überlebenszeit ermöglicht, als eine Chemotherapie alleine. Bei der regionalen Tiefenhyperthermie werden die Tumoren mittels elektromagnetischer Wellen auf 40 bis 44 Grad Celsius erwärmt. Ziel ist es, Tumorzellen hitzebedingt zum Absterben zu bringen und damit den Tumor vor der Operation zu verkleinern. Die systemische Chemotherapie hat zum Ziel, im Körper verstreute Krebszellen anzugreifen und abzutöten. Dafür werden die Krebsmedikamente durch eine Infusion in eine Vene geleitet und verteilen sich über das Blutsystem im gesamten Körper.
Weichgewebesarkome sind eine zwar seltene, jedoch oft sehr aggressiv verlaufende Tumorgruppe, deren Behandlung sich das Interdisziplinäre Tumorzentrum Mannheim (ITM) besonders verschrieben hat und überregionale Anerkennung genießt. An der Durchführung der Studie waren neben den beiden führenden deutschen Zentren auch Kliniken aus den USA und Norwegen beteiligt.
Publikation
Neo-adjuvant chemotherapy alone or with regional hyperthermia for localized
high-risk soft-tissue sarcoma: a phase 3 multicentre study
Issels RD, Lindner LH, Verweij J, Wust P, Reichardt P, Schem BC, Abdel-Rahman S,
Daugaard S, Salat C, Wendtner CM, Vujaskovic Z, Wessalowski R, Jauch KW, Dürr HR,
Ploner F, Baur-Melnyk A, Mansmann U, Hiddemann W, Blay JY, Hohenberger P
Lancet Oncology, April 2010
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20434400
Der Preis
Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der
Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
EORTC
Die EORTC (European Organisation für Research and Treatment of Cancer), ist eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa.
Die EORTC (European Organisation für Research and Treatment of Cancer), ist eine der wichtigsten Organisationen auf dem Gebiet der forschenden Onkologie in Europa.
Sie steht für umfangreiche Studien zur Krebstherapie auf einem besonders hohen Niveau. Mithilfe der ihr angeschlossenen Institutionen unterstützt sie die Entwicklung neuer Medikamente und effektiver Therapiestrategien und trägt damit dazu bei, die Standards der Krebsbehandlung in Europa zu verbessern.
Die EORTC hinterfragt auch eingefahrene Therapiestrategien hinsichtlich ihrer Effektivität und führt dazu groß angelegte Phase III Studien zur so genannten „Standard of Care“ Therapie durch.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Peter Hohenberger
Chirurgische Klinik
Leiter der Sektion Thoraxchiurgie und Spezielle Chirurgische Onkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2609
Fax: 0621 / 383 - 1479
E-Mail: peter.hohenberger@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0132.txt)
Musik als Wegbereiter für Kooperation und Austausch von Medizinstudierenden
Mannheim, den 16. November 2010
Eine Studienfahrt ganz besonderer Art haben musikbegeisterte Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg erlebt. Mitglieder des Orchesters der Medizinischen Fakultät unternahmen eine kleine Konzertreise nach Kolumbien. Eines der Ziele: Kontaktaufnahme mit kolumbianischen Medizinfakultäten, um das Potenzial von möglichen Kooperationen und des Austauschs von Studierenden aus Kolumbien und Mannheim auszuloten. Der Weg: gemeinsames Musizieren bei einer Konzertreihe mit Werken von Mozart, der Mannheimer Schule und kolumbianischen Stücken sowie eine erste unkomplizierte Annäherung der Studierenden beider Kulturen.
Die Reise war von Patricia Rojas-Schubert, gebürtige Kolumbianerin und Leiterin des Mannheimer Medizinerorchesters, initiiert worden. Finanziell unterstützt wurde sie mit Mitteln des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD). Eingeladen hatten die Universidad de los Andes und die Universidad Nacional de Colombia, Heimatuniversität von Patricia Rojas-Schubert in Bogotá.
Die gemeinsamen Konzerte der kolumbianischen und Mannheimer Studierenden stießen beim Publikum auf helle Begeisterung. Ein Höhepunkt der Reise war ein Gastspiel in Leticia, einem kleinen Dorf im Süden des Landes, wo die Studierenden mit Schülern der Musikschule Batuta musizierten – einer Schule die speziell Kindern aus armen Familien Instrumentalunterricht bietet.
Auch die Gespräche mit Vertretern der medizinischen Fakultäten in Bogotá verliefen positiv. Ausstattung und Infrastruktur beispielsweise im Klinikum de los Andes sind hervorragend. Einer Famulatur dort steht nichts im Wege – Spanischkenntnisse vorausgesetzt.
Bei einem „Kolumbienabend“ am Donnerstag, 25. November 2010, im Hörsaal des Lehrgebäudes Alte Brauerei, lassen die Studierenden ihre außergewöhnliche Reise noch einmal Revue passieren – mit Berichten und eindrucksvollen Bildern. Besucher sind willkommen, der Eintritt ist frei.
Kolumbienabend
am Donnerstag, 25. November 2010
um 18.30 Uhr
Lehrgebäude Alte Brauerei
Universitätsmedizin Mannheim
Käfertaler Straße 162, 68167 Mannheim
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0131.txt)
Chemotherapie vor der chirurgischen Entfernung von Adenokarzinomen der Speiseröhre und des Magens verlängert Überleben der Patienten
Mannheim, den 12. November 2010
Dr. med. Ulrich Ronellenfitsch von der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist von der amerikanischen Krebsgesellschaft „American Society of Clinical Oncology“ (ASCO) mit dem Cancer Foundation Merit Award ausgezeichnet worden. Die amerikanische Fachgesellschaft würdigte mit dem Preis eine so genannte Cochrane-Meta-Analyse zur neoadjuvanten Chemotherapie bei Adenokarzinomen der Speiseröhre und des Magens. Mit der Preisübergabe verbunden war die Vorstellung der Forschungsergebnisse bei der Jahrestagung der ASCO im Juni in Chicago.
Bei den von Dr. Ronellenfitsch analysierten Erkrankungen handelt es sich um eine besondere Form von Tumoren der Speiseröhre und des Magens. Zusammengenommen stellen sie eine der weltweit häufigsten Krebserkrankungen dar. Eine neoadjuvante Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung, die vor der chirurgischen Entfernung eines Tumors durchgeführt wird. Ihr Ziel ist es, den Tumor vor der Operation zu verkleinern, damit der chirurgische Eingriff effektiver durchgeführt werden kann.
Hat die neoadjuvante Chemotherapie einen Einfluss auf den Therapieerfolg - also auf die Lebenserwartung der Patienten? Dieser Frage ging Dr. Ronellenfitsch nach, indem er die Ergebnisse einer Vielzahl von Studien, in denen die Wirksamkeit dieser Behandlungsstrategie untersucht wurde, erfasste und statistisch analysierte. Dabei konnte der Chirurg zeigen, dass eine Chemotherapie vor der Operation von bösartigen Tumoren von Speiseröhre und Magen – alleine oder in Verbindung mit einer Strahlentherapie – das Überleben der Patienten tatsächlich verlängert.
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Der Preisträger Dr. med. Ulrich Ronellenfitsch. |
Kontakt:
Dr. med. Ulrich Ronellenfitsch
Universitätsmedizin Mannheim
Chirurgische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1501
Fax: 0621 / 383 - 2166
E-Mail: ulrich.ronellenfitsch@umm.de
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(0130.txt)
Neu entwickeltes Verfahren zur erfolgreichen Behandlung von Keloiden an der UMM
Mannheim, den 9. November 2010
Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Narbenwucherungen, so genannte Keloide, am Ohr dauerhaft erfolgreich behandelt werden können. Bei der Behandlungsmethode kommt im Anschluss an die chirurgische Entfernung des Keloids und Injektion von Kortikosteroiden ein neu entwickeltes Kompressionssystem zum Einsatz. Das erfolgreiche Behandlungsschema ist an der HNO-Klinik fest etabliert.
Die Wundheilung unterliegt einer fein regulierten Balance zwischen Synthese und Abbau von Ersatzgewebe. Beim normalen Heilungsprozess einer Wunde bildet sich eine unauffällige Narbe. Gerät der Prozess von Auf- und Abbau jedoch aus der Balance, kommt es zu Fehlentwicklungen in die eine oder andere Richtung: zu chronisch offenen Stellen oder zu Narbengewebe, das die gesunde Haut überwuchert.
Keloide treten bei fünf bis 15 Prozent der Wunden auf. Die Rückfallrate nach der erfolgreichen Entfernung des Keloids ist ausgesprochen hoch. Eine genetische Prädisposition ist wahrscheinlich. So neigt beispielsweise dunkel pigmentierte Haut zur häufigeren Ausbildung von Keloiden.
Ein Keloid ist auffällig, nicht schön anzusehen und führt häufig zu Bewegungseinschränkungen. Im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich treten Keloide bevorzugt an den Ohrmuscheln auf. Aufgrund der komplexen Form der Ohrmuschel und ihres empfindlichen Knorpelgerüsts ist der Erhalt der natürlichen Ohrmuschelform nach der Therapie eines Keloids eine Herausforderung für jeden plastischen Gesichts-Chirurgen.
Bei der Behandlung von Keloiden kommt eine Vielfalt von therapeutischen Methoden zur Anwendung; ein sicheres Zeichen dafür, dass die Entstehungsmechanismen von Keloiden komplex und bislang nicht wirklich verstanden sind. Dr. med. Gregor Bran von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik geht dem nach. Er erforscht mit seinen Mitarbeitern die Pathophysiologie, die zur Entstehung von Keloiden führt, anhand von Keloidgewebeproben. Die Wissenschaftler untersuchen die Proben im Labor auf relevante Schlüsselproteine und Zytokine. Die zentrale Frage: Sind Keloide das Ergebnis einer übermäßigen Produktion von Ersatzgewebe oder Ergebnis eines reduzierten Abbaus dieses Gewebes – oder ist es eine Kombination von beidem?
Sobald die Entstehungsmechanismen von Keloiden verstanden sind, können auf dieser Basis effektive Therapieansätze auf molekulargenetischer Ebene entwickelt werden. Bis dahin werden die klassischen therapeutischen Methoden weiter optimiert.
Der Einsatz eines neu entwickelten Kompressionssystems bei dem von Dr. Bran neben seiner Forschungsarbeit im Labor eingeführten Behandlungsschema für am Ohr befindliche Keloide führt zu einer weiteren Glättung der Narbe. Die dabei verwendeten Kompressionsschienen werden individuell angepasst, indem sie von der Ohrmuschel abgeformt werden. Sie ermöglichen eine hochpräzise Therapie, indem sie auf ein zehntel Millimeter genau Druck auf das Narbengewebe ausüben. Entwickelt wurde die Kompressionsschiene von Jörn Brom, Brom Epithetik in Heidelberg.
Keloide haben die Tendenz wiederzukommen. Mit dem Schienensystem kann dem sicher und dauerhaft vorgebeugt werden. Ein Magnetsystem vereinfacht die Anwendung, sodass die Schiene sogar von Kindern angelegt werden kann. Nach den Erfahrungen von Dr. Bran ist es ausreichend, die Schiene während der Nacht zu tragen, was die Akzeptanz bei den Patienten erhöht.
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Beispiel für die erfolgreiche Behandlung eines Keloids mittels Kombinationstherapie mit Kompressionssystem a/b: Keloid vor der Entfernung c/d: nach der chirurgischen Entfernung e/f: Behandlung mit dem Kompressionssystem g/h: Endergebnis der erfolgreichen Therapie |
Kontakt:
Dr. med. Gregor Bran
Hals-Nasen-Ohrenklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1600
Fax: 0621 / 383 - 3827
E-Mail: gregor.bran@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0129.txt)
Siemens-Nachwuchspreis an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim
Mannheim, den 29. Oktober 2010
Dr. Friedrich Wetterling, Arbeitsgruppenleiter am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Lothar Schad), ist anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP), Anfang Oktober 2010, mit dem Siemens Nachwuchspreis ausgezeichnet worden. Die Fachgesellschaft würdigt damit eine Studie, in der der junge Physiker das Ausmaß der Schädigung von Hirngewebe beim Schlaganfall mittels der so genannten quantitativen Natrium Magnetresonanztomographie (qNa-MRT) ermitteln konnte. Der Siemens Nachwuchspreis ist mit 750 Euro dotiert.
Das neu entwickelte Messverfahren verspricht bereits in der frühen Phase des Schlaganfalls Erkenntnisse darüber wie viel Gewebe abgestorben und wie viel reversibel geschädigt ist. Es erlaubt damit früh Aussagen zum Krankheitsverlauf, was für eine individuell angepasste Therapie wichtig ist.
Mit der MRT lassen sich die Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper darstellen. Sie ist eine nicht-invasive Technik in der medizinischen Diagnostik, die den Körper des Patienten nicht durch Strahlung belastet. In der konventionellen MRT resultiert das Bild aus den Protonen der körpereigenen Wassermoleküle. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, andere körpereigene Atomkerne zur Erstellung von MRT-Bildern zu verwenden.
Die Na-MRT erlaubt eine sowohl räumlich als auch zeitlich quantifizierbare Erfassung der Natriumionen-Konzentration in der Zelle. Natriumionen sind wichtig für die Reizleitung in Nerven und Muskeln. Über die Bestimmung der Natriumionen-Konzentration in den Zellen kann noch lebensfähiges von bereits geschädigtem Gewebe unterschieden werden. Das Verfahren ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, durch die sich die Vitalität von Zellen nicht-invasiv und ohne Strahlenbelastung darstellen lässt.
Der ischämische Schlaganfall - der Verschluss einer zum Gehirn führenden Arterie - zählt mittlerweile zu der am häufigsten auftretenden Gefäßerkrankung in Deutschland. Dr. Wetterling ist es in Zusammenarbeit mit einer irischen Forschergruppe des Trinity College in Dublin und der Bruker BioSpin GmBH in Etlingen erstmals gelungen, die Gewebenatrium-Konzentration in der Frühphase des Schlaganfalls mit Hilfe der Magnetresonanztomographie zu messen. Die neue Methode soll in Zukunft eine individuell angepasste Therapie unabhängig vom Zeitpunkt des Schlaganfalls erlauben. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie (PD Dr. Eva Neumeier Probst und Dr. Judith Kisubi) und der Neurologischen Klinik (PD Dr. Marc Fatar) soll dieses neue Diagnoseverfahren, das an Ratten entwickelt wurde, in Zukunft am Patienten etabliert werden.
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Karten der Gewebenatriumkonzentration zu verschiedenen Zeitpunkten nach einem Schlaganfall. Die Abbildung zeigt fünf Schichten aus dem Gehirn eines Versuchs- tieres (Ratte), gemessen mit einem hochauflösenden 7 Tesla MRT-Gerät. |
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Der Preisträger Dr. Friedrich Wetterling. |
Kontakt:
Dr. Friedrich Wetterling
Computerunterstützte Klinische Medizin
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5125
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0128.txt)
Verfahren führt zu kürzerer und schonenderer Behandlung bei Brustkrebs
Mannheim, den 29. Oktober 2010
Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wird von der Claudia von Schilling Foundation mit einem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Claudia von Schilling Preis wird dem 44-jährigen Srahlentherapeuten im Januar 2011 im Rahmen eines Kongresses in Hannover überreicht. Die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. würdigt mit der Auszeichnung die Arbeit von Professor Wenz zur Intraoperativen Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs.
Die IORT zählt zu den innovativsten Behandlungsmethoden der brusterhaltenden Krebstherapie. Professor Wenz hat die Behandlungsmethode vor knapp zehn Jahren an der UMM eingeführt - als erstem Zentrum in Deutschland. Bei dem Verfahren wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, mit hoher Präzision eine einmalige Bestrahlungsdosis direkt im Tumorbett appliziert.
Die Intraoperative Radiotherapie schont das umgebende Gewebe und verringert die Behandlungsdauer. Je nach Befund ist die intraoperative Einmalbestrahlung nach der Entfernung des Tumors als alleinige Strahlenbehandlung ausreichend oder sie verkürzt zumindest die ambulante Nachbestrahlung von außen.
An mehr als 200 Patientinnen konnte das Team um Professor Wenz die Sicherheit und Wirksamkeit des neuartigen Therapieansatzes mit einer anschließenden verkürzten, ambulanten Bestrahlungsserie zeigen. Dieser Therapieansatz ist inzwischen als mögliche Therapieoption in den Leitlinien der Fachgesellschaft verankert worden.
Bei ausgewählten Patientinnen mit niedrigem Risiko – dies sind vor allem ältere Patientinnen mit einem kleinen Tumor – wurde in einer weltweiten multizentrischen Studie an über 2.200 Patientinnen untersucht, ob nicht sogar eine alleinige IORT gleichwertige Ergebnisse wie die Standardbestrahlung über sechs Wochen erreichen kann. Die Studie wurde von Mannheim aus für Deutschland koordiniert. Die ersten Ergebnisse zeigen einen vergleichbaren Erfolg wie bei der Standardtherapie. Die Ergebnisse wurden im Sommer des Jahres im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert.
Die IORT ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Therapie bei Brustkrebs, die sehr exakt auf das individuelle Risikoprofil der Patientin zugeschnitten ist. Vor allem für Patientinnen mit niedrigem Risiko ist die IORT eine deutlich schonendere und auch psychisch weniger belastende Therapieoption.
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Der Preisträger Prof. Dr. Frederik Wenz. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Frederik Wenz
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor der Klinik für Strahlentherpie und Radionkologie
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0127.txt)
Ausgezeichnete junge Ärzte kooperieren weltweit
Mannheim, den 19. Oktober 2010
Gleich zwei Forschungspreise der weltweit größten radiologischen Fachgesellschaft, der Radiological Society of North America (RSNA), gehen in diesem Jahr nach Mannheim: Funktionsoberärztin Dr. Ulrike Attenberger und Dr. Thomas Henzler, beides Nachwuchswissenschaftler am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), werden mit dem „Fellow Trainee Research Prize“ und mit dem „Resident Trainee Research Prize“ ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 1.000 US-Dollar dotiert und werden den Ärzten während der diesjährigen Konferenz der RSNA in Chicago verliehen.
Mit ihren Arbeiten illustrieren beide Wissenschaftler den Nutzen, den technische Innovationen im Bereich der bildgebenden Diagnostik für die Patientenversorgung haben. Dr. Ulrike Attenberger verfolgte in ihrer Arbeit das Ziel, die Kontrastmitteldosis in der MR-Angiographie der Nierenarterien bei hohen Magnetfeldstärken von 3 Tesla möglichst weit zu reduzieren - zu Gunsten der Patientensicherheit. Obwohl bereits in der Vergangenheit an der UMM erfolgreich Niedrigdosisprotokolle angewendet wurden, gelang es Dr. Attenberger, die Qualität und Robustheit des Verfahrens weiter zu verbessern: Bis auf einen Milliliter kann die Dosis reduziert werden, wenn höhere Feldstärken und modernste Mehrkanaltechnologien zum Einsatz kommen. Dieses Forschungsergebnis ist vor allem für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion von Bedeutung. Einen Teil der experimentellen Arbeiten führte Dr. Attenberger zusammen mit Professor Val M. Runge von der University of Texas durch.
Dr. Henzler konnte in einer Studie nachweisen, dass mit der Diagnosestellung einer akuten Lungenembolie mittels Computertomographie (CT) ein mögliches Herzversagen bereits sicher diagnostiziert werden kann. Bisher gilt die Echokardiographie als Goldstandard zur Beurteilung der Herzfunktion, alternativ der Laborparameter NT-Pro-BNP. Gerade die Diagnostik mittels Echokardiographie kostet Zeit. Für Patienten, die durch eine Lungenembolie besonders gefährdet sind, zählt die Zeit. Für die Gesundheit dieser Patienten ist es unter Umständen entscheidend, dass sie der für sie individuell am besten geeigneten Therapie schnell zugeführt werden, ohne auf die Ergebnisse des Laborwertes warten oder eine zusätzliche Echokardiographie durchführen zu müssen.
In der ausgezeichneten Studie konnte Dr. Henzler nicht nur eine gute Übereinstimmung zwischen der CT und der Echokardiographie zeigen, sondern auch mit dem Laborparameter NT-Pro-BNP. Dr. Henzler kooperiert bei diesen Arbeiten eng mit der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim sowie mit Professor Joseph Schoepf von der Medical University of South Carolina.
Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, freut sich mit seinen Nachwuchswissenschaftlern: „Der internationale Erfolg meiner jungen Kollegen ist nicht zuletzt auch auf die enge Vernetzung unseres Institutes mit Universitätskliniken im In- und Ausland zurückzuführen. Der Erfolg bestätigt mich und meine Geschäftsfeldleiterinnen und -leiter darin, junge Ärzte weiterhin strukturiert zu betreuen und intensiv zu fördern – gerade in Zeiten von Ärztemangel und Nachwuchsproblemen.“
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Prof. Dr. Stefan Schönberg mit den beiden Preisträgern: Dr. Ulrike Attenberger und Dr. Thomas Henzler. |
RSNA
96th Scientific Assembly and Annual Meeting
Personalized Medicine: In Pursuit of Excellence
28. November bis 3. Dezember 2010
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Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
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Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0124.txt)
Junge Radiologin der UMM profitiert von Forschungsaufenthalt in der Partnerstadt Haifa
Mannheim, den 15. Oktober 2010
Die Privatdozentin Dr. Karen-Anett Büsing aus dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) steht kurz vor der Abreise nach Haifa, Israel, eine der Partnerstädte der Stadt Mannheim. Am dortigen Rambam Medical Center wird die junge Radiologin einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt zum Erfahrungsaustausch im Bereich der bildgebenden Tumordiagnostik nutzen. Als angehende doppelte Fachärztin - Radiologin und Nuklearmedizinerin - bringt sie eine spezielle Kompetenz im Hinblick auf moderne MRT-Verfahren und die Schnittstelle zur PET-Bildgebung mit, die eine präzisere Diagnose von Krankheiten auf der Ebene der Moleküle möglich macht.
Die drittgrößte Stadt Israels ist im Bereich der Medizintechnologie und speziell der Molekularen Bildgebung hervorragend ausgestattet und spielt wissenschaftlich in der ersten Liga – und ist daher für Dr. Büsing ein interessanter Partner für den wissenschaftlichen Austausch auf Augenhöhe. Am Rambam Medical Center wird die Radiologin eine Studie zur Diagnostik des Magenkarzinoms mittels PET-CT begleiten, bei der ein neues Nuklid eingesetzt wird.
„Die Zusammenarbeit zwischen unserem Institut und dem Rambam Medical Center, speziell mit Frau Professor Ora Israel, ist gelebte Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Mannheim und der Stadt Haifa. Für uns bedeutet die Kooperation außerdem eine Investition in die Zukunft, weil führende medizinische Institutionen voneinander lernen können“, so Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin.
Das Mannheimer Institut besitzt seit einem guten Jahr ein PET-CT der neuesten Generation. Das PET-CT ist ein Hybridgerät, das die beiden bildgebenden Verfahren Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie vereint. Vorteil: Das Gerät liefert im Rahmen einer einzigen Untersuchung sowohl Informationen zu Stoffwechselfunktionen als auch zur Anatomie. Das PET-CT wird vorwiegend für die onkologische Diagnostik eingesetzt. Anhand des Fusionsbildes der PET- und CT-Daten können stoffwechselaktive Tumorherde exakt lokalisiert werden.
Der Darstellung der Stoffwechselaktivität von Organen und Geweben dient das nuklearmedizinische Verfahren der PET. Dabei wird dem Patienten eine künstlich hergestellte, schwach radioaktiv markierte Substanz (Radiopharmakon) verabreicht, die im Körper verstoffwechselt wird. Aus der zeitlichen und räumlichen Verteilung der Zerfallsereignisse im Körperinneren wird auf die Verteilung des Radiopharmakons geschlossen, ein direktes Maß für die Stoffwechselaktivität.
Als Nuklid wird am häufigsten ein radioaktives Fluor Isotop (18F) verwendet. Beim in Haifa verwendeten Nuklid handelt es sich um den Proliferations-Marker 18-F-Fluor-L-Thymidin, der in der Tumordiagnostik und speziell beim Magenkrebs eingesetzt wird. Zwar kann dieses Nuklid an der UMM derzeit noch nicht vor Ort hergestellt werden, es ist aber eine Option für die nahe Zukunft. Die Erfahrungen, die Dr. Büsing in Haifa sammeln wird, könnten den Weg weisen.
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PD Dr. Karen-Anett Büsing vor dem Mannheimer PET-CT. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
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(0123.txt)
Förderung der Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Institut für Public Health / öffentlicher Vortrag des Preisträgers am 5. Oktober 2010
Mannheim, den 27. September 2010
Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Professor Dr. Julian F. Thayer von der Ohio State University in Columbus (USA) mit dem Humboldt Research Award. Der 51-jährige Gesundheitspsychologe ist der weltweit führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der vagalen autonomen Regulation. Mit dem Forschungspreis unterstützt die Stiftung gezielt den Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Medizinischen Fakultät Mannheim. Der mit 60.000 Euro dotierte Forschungspreis soll dem Preisträger längere Forschungsaufenthalte in Mannheim ermöglichen.
Die Stiftung würdigt mit dem Preis das bisherige Gesamtschaffen des international anerkannten Wissenschaftlers in Forschung und Lehre. Professor Thayer ist Gesundheitspsychologe mit akademischen Graden in Psychologie (B.A., Bachelor of Art), Experimenteller Psychologie (M.A., Magister Artium) und Psychophysiologe (Ph.D., doctor philosophiae). In seinem Fachgebiet, der psychosomatischen Medizin und psychophysiologischen Forschung, gehört Professor Thayer zur wissenschaftlichen Elite seines Landes. Sein spezielles Interesse gilt der Regulation des durch den Nervus vagus repräsentierten Anteils des autonomen (vegetativen) Nervensystems - der vagalen autonomen Stimulation. In seiner konzeptionellen Arbeit hat Professor Thayer die Bedeutung der Messung der Herzfrequenzvariabilität als direktes Maß für die vagale Aktivität erkannt. Der Nervus vagus ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organe beteiligt.
„Professor Thayer teilt seit Jahren gemeinsame Forschungsinteressen mit dem Direktor des Mannheimer Instituts für Public Health, Professor Dr. med. Joachim E. Fischer. Dem MIPH ist er als assoziierter Wissenschaftler verbunden. Einer der gemeinsamen Forschungsbereiche befasst sich mit den biologischen Zusammenhängen bei der Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen durch chronischen Stress. Dabei untersuchen die Wissenschaftler die Rolle des parasympathischen Nervensystems, einer der drei Komponenten des vegetativen Nervensystems, welches die meisten inneren Organe sowie den Kreislauf steuert, ohne dass wir diese Aktivität bewusst beeinflussen können. Im Rahmen der Forschungsaufenthalte am MIPH wollen die Wissenschaftler den Langzeitverlauf der vagalen Regulation messen, indem sie die Herzfrequenzvariabilität untersuchen. Dabei wollen sie klären, ob die Herzfrequenzvariabilität, die mit dem Alter abnimmt, ein nützlicher Marker für das biologische Altern sein kann.
Ein weiteres gemeinsames Projekt beschäftigt sich mit dem Zusammenwirken des vegetativen Nervensystems mit dem Immunsystem. Hier untersuchen die Wissenschaftler beispielsweise die Rolle des Nervensystems bei der Entstehung von Entzündungen und dem Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen.
Ein öffentlicher Vortrag (in englischer Sprache) bildet den Auftakt der geplanten intensivierten Zusammenarbeit zwischen Professor Thayer und den Wissenschaftlern des MIPH. Am Dienstag, 5. Oktober 2010, von 16.00 bis 17.30 Uhr im Großen Hörsaal (Hörsaal 01, Haus 6, Ebene 4) der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wird der Gesundheitspsychologe die Besucher darüber aufklären, was das Herz dem Gehirn zu sagen hat und warum es Sinn macht, darauf zu hören („What the heart says to the brain (and vice versa) and why we should Listen“). Dabei wird Thayer unter anderem das von ihm entwickelte neuroviszerale Integrationsmodell erklären und die neuesten Erkenntnisse dazu darstellen, etwa aus dem Bereich der Neuro-Bildgebung oder der Regulation von physiologischen, emotionalen und kognitiven Prozessen.
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Prof. Dr. Julian F. Thayer. |
Öffentlicher Vortrag von Prof. Thayer:
„What the heart says to the brain (and vice versa) and why we should listen”
am Dienstag, 5. Oktober 2010
von 16.00 bis 17.30 Uhr
im Großen Hörsaal der Universitätsmedizin Mannheim (Haus 6, Ebene 4)
Der Humoldt Reserach Award...
ist ein mit 60.000 Euro dotierter Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung.
Die Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen
und deutschen Forschern und verfolgt damit das Ziel, „das Wissen der Welt nach
Deutschland zu bringen“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1953 hat die Stiftung damit
ein internationales Netzwerk von über 24.000 Wissenschaftlern aufgebaut.
http://www.humboldt-foundation.de/
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(0121.txt)
Festakt mit Festvortrag des Nobelpreisträgers für Medizin Professor Dr. Harald zur Hausen
Mannheim, den 24. September 2010
Der Dies Academicus wird an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zur guten Tradition. Zum dritten Mal lädt die Fakultät ihre aktuellen und ehemaligen Mitglieder sowie Freunde, Förderer und Partner zum einem Festakt in die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ein. Am Freitag, 1. Oktober 2010, um 10 Uhr beginnt im Großen Hörsaal der UMM der akademische Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Trommelwirbel…
Ein offenes Ohr bei den rund 160 Gästen finden dann die Begrüßung durch den Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern, und die Grußworte von Vertretern der Universität Heidelberg, der Stadt Mannheim und des Universitätsklinikums Mannheim. Die Universität wird von Professor Dr. Jochen Tröger vertreten, ehemals Prorektor für Medizin, später für Forschung und die Medizinischen Institutionen. Der „Seniorprofessor distinctus“ leitet als Rektoratsbeauftragter die Planungen für das Jubiläumsjahr der Universität, das am 23. Oktober beginnt – und nimmt sich trotzdem Zeit für den Dies Academicus der Medizinischen Fakultät Mannheim.
Zwei Höhepunkte bereichern den akademischen Festtag der Fakultät: der Festvortrag des Nobelpreisträgers für Medizin 2008, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, und die Verleihung der Dr. Hans Martini-Medaille an den früheren Ministerialdirigenten aus dem Baden-Württembergischen Wissenschaftsministerium Hans-Jürgen Müller-Arens.
Der Festvortrag von Professor zur Hausen wird mit Spannung erwartet. Der Krebsforscher und langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hatte bereits in den 70er Jahren einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit humanen Papilloma-Viren und Gebärmutterhalskrebs vermutet – und rüttelte damit an einem medizinischen Dogma. Dass Viren tatsächlich Krebs auslösen können, konnte zur Hausen schließlich wissenschaftlich beweisen. Seine Forschung hat es auch ermöglicht, einen Impfstoff gegen den Gebärmutterhalskrebs, die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen, zu entwickeln. Professor zur Hausen wird in seinem Vortrag die „Perspektiven der Krebsprävention“ beleuchten.
Ministerialdirigent a.D. Hans-Jürgen Müller-Arens hat mehr als zehn Jahre die Abteilung „Hochschulen und Klinika“ im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geleitet, bis er sich vor rund einem Jahr in den Ruhestand verabschiedete. Für die Entwicklung der Mannheimer Medizinfakultät war diese Periode entscheidend. So hat Müller-Arens schon die Entwicklung begleitet, die zur Änderung des Universitätsklinika-Gesetzes im Jahr 2001 führte, nach dem das Mannheimer Klinikum offiziell die Bezeichnung Universitätsklinikum führen durfte und als fünftes Universitätsklinikum in Baden-Württemberg anerkannt wurde. Eine sicher ebenso wichtige Entwicklung war der Ausbau der Fakultät für klinische Medizin Mannheim zur Vollfakultät – verbunden mit der Einrichtung der Vorklinik und dem Aufbau des Modellstudiengangs MeReCuM. Und auch die neue Rahmenvereinbarung zwischen dem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät im Jahr 2008 ist eng mit dem Namen Müller-Arens verbunden. Die Vereinbarung schreibt eine stärkere Vertretung der Wissenschaft in den Leitungsgremien der Universitätsmedizin Mannheim sowie eine Verankerung des Wissenschaftsministeriums und der Universität Heidelberg im Aufsichtsrat der Klinikum Mannheim GmbH fest. Als Zeichen größter Wertschätzung und in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg verleiht die Fakultät Hans-Jürgen Müller-Arens nun ihre Dr. Hans Martini-Medaille.
Auch der Nachwuchs wird beim Dies Academicus bedacht. Wie auch in den vergangenen Jahren fördert das Universitätsklinikum Mannheim zehn Studierende seiner Fakultät, die sich durch herausragende Leistungen im Hauptstudium ausgezeichnet haben. Das Klinikum trägt für zwei Semester die Studiengebühren der jeweils Besten des dritten, vierten und fünften Studienjahres. Die Preise im Gegenwert von jeweils 1.000 Euro verleihen der Geschäftsbereichsleiter Personal und Logistik, Torsten Hintz, und Studiendekan Professor Dr. Harald Klüter gemeinsam.
Das Programm des Dies Academicus endet wie es begonnen hat: mit einer atemberaubenden musikalischen Überraschung aus der Musikhochschule Mannheim. Das eindrucksvolle Rahmenprogramm verdankt die Fakultät der mannheim:congress GmbH.
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Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0120.txt)
Jubel bei den Mannheimer Studierenden der Medizin und ihrer Fakultät: Erneut Top-Ergebnisse beim Ersten Staatsexamen
Mannheim, den 14. September 2010
Die hohe Qualität der Medizinerausbildung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigt sich ein weiteres Mal: Beim Ersten Abschnitt des bundesweit einheitlichen Staatsexamens belegen die Mannheimer Medizinstudenten mit ihrem Ergebnis von 75,5 Prozent richtig beantworteter Fragen den Spitzenplatz. Gleichauf mit den Studierenden der Mannheimer Fakultät sind nur die Studierenden aus Jena – dicht gefolgt von den Studierenden der Heidelberger Medizinfakultät.
Das Besondere in Mannheim: Das Erste Staatsexamen (früher Physikum), bei dem die vorklinischen Fächer Anatomie, Biochemie, Physiologie und Psychologie geprüft werden, wird an der Mannheimer Medizinfakultät erst seit 2008 abgelegt. Hintergrund: Der vorklinische Teil des Medizinstudiums ist erst mit dem Aufbau des Modellstudiengangs MaReCuM (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) im Jahr 2006 an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingerichtet worden. Seitdem bestätigen die Ergebnisse der Studierenden konsequent das Konzept des Reformstudiengangs: Platz zwei beim ersten Staatsexamen im Jahr 2008, Platz vier 2009 und der Spitzenplatz in diesem Jahr.
„Die hervorragenden Ergebnisse unserer Studierenden im bundesweiten Vergleich machen uns stolz. Sie sind Anlass zur Freude und liefern darüber hinaus einen objektiven Nachweis, dass an der Medizinischen Fakultät Mannheim hervorragende Lehre in den vorklinischen Fächern erbracht wird“, so Professor Dr. Harald Klüter, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim.
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Hochwertige Ausbildung an der Medizinischen Fakultät Mannheim |
Ergebnisse des M1:
http://www.impp.de/IMPP2010/pdf/ErgMedM1H10.pdf
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(0118.txt)
Ehemalige Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim identifizieren körpereigene Erkennungsstrukturen für Nickel – Publikation in Fachzeitschrift „Nature Immunology“
Mannheim, den 16. August 2010
Einen wesentlichen Beitrag zur Entschlüsselung der allergiefördernden Eigenschaften von Nickel haben jetzt Wissenschaftler der Universität Gießen und der Medizinischen Fakultät Mannheim gemeinsam mit Kollegen aus Freiburg, Münster und München geleistet. Unter Federführung der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Matthias Goebeler und Dr. Marc Schmidt (Zentrum für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Justus-Liebig-Universität Gießen), die bis vor kurzem an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) tätig waren und dort einen großen Teil der der Publikation zugrunde liegenden Forschungsarbeit leisteten, konnte aufgeklärt werden, auf welche Weise Nickel eine Entzündung der Haut hervorruft, die einem sichtbaren Ekzem vorausgeht. Die Ergebnisse, die für innovative Prophylaxe- und Therapieansätze von Bedeutung sein können, wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Immunology“ veröffentlicht.
Allergien gehören zu den Erkrankungen, die weiter an Häufigkeit zunehmen. An der Haut äußern sich Allergien vielfach als Kontaktekzeme, die mit Juckreiz, Rötung und Schuppung einhergehen. Das mit Abstand häufigste Allergen ist Nickel: Allein in Europa reagieren nach aktuellen Schätzungen 65 Millionen Menschen allergisch auf dieses Metall, das in vielen Gegenständen des alltäglichen Lebens wie Modeschmuck, Uhren und Münzen enthalten ist. Bis heute aber sind die Mechanismen, die zur Entstehung von Kontaktekzemen auf Nickel führen, nur unzureichend verstanden.
Die Forscher konnten nun zeigen, dass Nickel einen Rezeptor der so genannten natürlichen Immunität aktiviert und so intrazelluläre Signalübertragungswege in Gang setzt, die zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen. In der Folge kann das spezifische Immunsystem aktiviert werden und über Vermittlung von T-Lymphozyten ein Ekzem entstehen.
Der jetzt identifizierte Rezeptor, toll-like receptor 4 (TLR4), wurde bereits 1998 entdeckt, ist aber bislang nur als Erkennungsstruktur für bestimmte von Bakterien freigesetzte entzündungsfördernde Substanzen, die so genannten Lipopolysaccharide, bekannt. Natürlicherweise spielt TLR4 eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von Bakterien und verhindert durch Aktivierung des angeborenen Immunsystems bei bakteriellen Infektionen deren übermäßige Vermehrung.
Die Forscher beobachteten erstmals, dass Nickel seine entzündungsfördernden Eigenschaften im Menschen entscheidend über TLR4 vermittelt, dass aber die Zielstruktur für Nickel eine andere ist als jene, die von bakteriellen Lipopolysacchariden benutzt wird. Diese Beobachtung könnte einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren Nicklallergie bedeuten, da es prinzipiell möglich erscheint, spezifische TLR4-Hemmstoffe zu entwickeln, welche die Aktivierung des Rezeptors durch Nickel blockieren, ohne damit die wichtige natürliche Abwehrfunktion von TLR4 bei bakteriellen Infektionen zu beeinträchtigen.
Überraschenderweise ergaben weiterführende Untersuchungen, dass nur humane TLR4-Rezeptoren, nicht aber solche aus der Maus, durch Nickel aktiviert werden, da dem entsprechenden Maus-Rezeptor die bindungsrelevanten Aminosäuren fehlen. Die Wissenschaftler vermuteten, dass dies eine Erklärung für die bislang mysteriöse Beobachtung sein könnte, dass Mäuse keine Nickelallergien entwickeln und es bisher nicht gelungen ist, ein experimentelles Mausmodell für diese häufigste aller Kontaktallergien zu etablieren.
Gemeinsam mit den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stefan Martin (Universitäts-Hautklinik Freiburg) und Prof. Dr. Marina Freudenberg (Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg) konnte jetzt erstmals ein Mausmodell etabliert werden, in dem Tiere, die anstelle des Maus-TLR4 den menschlichen TLR4-Rezeptor besitzen, eine allergische Reaktion auf Nickel entwickeln. Diese Daten belegen nicht nur, dass Beobachtungen aus Tiermodellen nur begrenzt auf die menschliche Situation übertragbar sind, sondern identifizieren mit Nickel das erste Allergen, das den immunologisch wichtigen TLR4-Rezeptor des angeborenen Immunsystems direkt aktivieren kann.
Die vorgestellten Daten liefern ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass Allergien im Wesentlichen fehlgeleitete Immunreaktionen darstellen. Die Forschungsarbeiten von Prof. Goebeler und Dr. Schmidt wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Baden-Württemberg Stiftung gefördert.
Publikation
Crucial role for human Toll-like receptor 4 in the development of contact allergy to nickel.
Schmidt M., Raghavan B., Müller V., Vogl T., Fejer G., Tchaptchet S., Keck S.,
Kalis C., Nielsen P., Galanos C., Roth J., Skerra A., Martin SF, Freudenberg M,
Goebeler M.
Nature Immunology (im Druck); online erschienen am 15. August 2010 als „advance
online publication“ [DOI: 10.1038/ni.1919]
Publikation
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Promotionsfeier am 24. Juli 2010 in der Alten Aula der Universität Heidelberg
Mannheim, den 19. Juli 2010
Es ist ein erhebender Moment: Die insgesamt 155 in den vergangenen zwölf Monaten promovierten jungen Mediziner sind mit Doktorhüten geschmückt. Beim Einzug in die Alte Aula der Universität werden sie vom Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Professor Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern, angeführt - ohne Doktorhut, aber dafür im feierlichen Talar.
Mit ihrer Promotionsfeier verabschiedet die Medizinische Fakultät Mannheim am kommenden Samstag, 24. Juli 2010, junge Menschen, die sie in den vergangenen Jahren ausgebildet hat und die ihr Studium seit dem Sommer 2009 erfolgreich mit ihrer Doktorarbeit abgeschlossen haben. Insgesamt 137 Ärzte haben ihr Medizinstudium mit der Promotion zum Dr. med. gekrönt, davon fünf „mit höchstem Lob“, also der Bestnote „summa cum laude“. Darüber hinaus hat die Fakultät 18 Akademiker mit einem naturwissenschaftlichen Studium zum Dr. sc. hum. (Doctor scientiarum humanarum) promoviert, von denen sieben mit „summa cum laude“ bewertet wurden. Die Frauen sind – wie auch im vergangenen Jahr – in der Überzahl: Es haben sich 91 Frauen und 64 Männer promoviert.
Die Promotionsfeier wird mit einem Grußwort des Prorektors der Universität Heidelberg, Professor Dr. Karlheinz Sonntag, eingeleitet. Nach der Begrüßung durch den Dekan wird der Promotionspreis des Vereins Kompetenzzentrum Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e.V. verliehen. Er geht in diesem Jahr an Dr. sc. hum. Daniel Schock-Kusch für seine Arbeit, in der er sich mit der Entwicklung neuer Substanzen zur Bestimmung der Nierenfunktion, von farbmarkierten Fruktosanen, befasst hat. Der junge Wissenschaftler ist am Zentrum für Medizinische Forschung der Fakultät tätig.
In dem sich anschließenden Festvortrag spricht Professor Dr. Philipp Ströbel, Leiter der Sektion Mikroskopische Anatomie und Histopathologie, über die Wechselwirkungen von Grundlagenforschung und Medizin im 21. Jahrhundert, unter dem Titel „Interesting times“. Und dann werden schließlich die Promotionsurkunden übergeben - ein Höhepunkt des Festaktes. Der Dekan wird dabei vom Prodekan für Forschung, Professor Dr. Frederik Wenz, unterstützt.
Fast schon in alter, auf jeden Fall in bewährter Tradition – nunmehr im sechsten Jahr – sorgt die Bigband des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Rottweil für den passenden musikalischen Rahmen. Insgesamt 30 Instrumentalisten und die beiden Sängerinnen Anne Bantle und Neele Gaus bieten unter der Leitung von Armin Gaus musikalische Unterhaltung vom Feinsten. Die Feier klingt mit einem Empfang in der Bel Etage der Universität aus.
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(0116.txt)
Landesweiter Tag der Lehre der Medizinischen Fakultäten Mannheim und Heidelberg widmet sich dem gezielten Wissenszuwachs
Mannheim, den 23. Juni 2010
Ohne Fleiß kein Preis – das Lernen ist ein zentrales Thema für Studierende und daher auch Thema der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Lehrstätte für rund 1.400 Medizinstudierende. Die Fakultät hat aus diesem Grund das Thema Lernen in den Mittelpunkt ihres diesjährigen „Tag der Lehre“ gestellt, zu dem sie am 2. Juli 2010 vor allem Studierende und Lehrverantwortliche der Hochschulen in das Lehrgebäude „Alte Brauerei“ in Mannheim einlädt. Unter dem Titel „Lernen lernen – Theorien und Strategien eines lebenslangen Prozesses“ geht es bei der öffentlichen Veranstaltung um Lerntheorien, Lernmethoden und Lerninstrumente.
Das Thema Lernen kennt keine Alterbegrenzung. Lernen findet das ganze Leben lang statt. Manches lernen wir wie im Schlaf, andere Lernleistungen kosten uns viel Anstrengung und Disziplin. Gezielte Lernstrategien können da hilfreich sein. Das Lernen verändert sich außerdem mit dem Alter und dem Lebenskontext. So lernen Kinder anders als Erwachsene, und die Lernprozesse an Schule und Universität unterscheiden sich zum Teil erheblich. Junge Menschen, die von der Schule an die Universität wechseln, müssen daher ihre Lernmethoden überdenken und modifizieren.
Beim Tag der Lehre geben Experten am Vormittag Einblicke in die neurobiologische Forschung und in Methoden und Ergebnisse aus der Lernforschung. Am Nachmittag können Studierende in verschiedenen Workshops individuelle Strategien ausloten und neue Ansätze kennenlernen und ausprobieren.
Was das Thema Lernen anbelangt, will es die Fakultät beim Tag der Lehre nicht belassen: „Wir wollen den Studierenden das Thema Lernen in eigens dafür konzipierten Unterrichtsveranstaltungen gleich in den ersten Wochen ihres Studiums vermitteln und damit gezielt den Lernerfolg während der universitären Ausbildung fördern“, so Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereiches Studium und Lehrentwicklung.
Der Tag der Lehre an der Medizinischen Fakultät Mannheim bildet den landesweiten Tag der Lehre – Baden-Württemberg ab und ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Medizinischen Fakultäten Mannheim und Heidelberg. Im Rahmen der Veranstaltung werden auch die Baden-Württemberg-Zertifikate für Hochschuldidaktik in der Medizin verliehen.
Im Anschluss an den Tag der Lehre findet auf dem Hof der Alten Brauerei das studentische Sommerfest der Fakultät statt. Hier wird der begehrte „Goldene Apfel“ verliehen, ein Preis für besondere Verdienste in der Lehre. Für musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene Bands sowie das Orchester und der Chor der Fakultät.
Programm unter:
http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl.html
Kontakt:
Dr. Harald Fritz
Studiendekanat, Leiter des GB Studium und Lehrentwicklung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9735
E-Mail: harald.fritz@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0113.txt)
Gelebte Partnerschaft im Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahr: Symposium zur modernsten Bildgebung in der Medizin, Rio de Janeiro – Mannheim
Mannheim, den 22. Juni 2010
Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) lebt die Partnerschaft im „Deutsch-Brasilianischen Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation“ vor: Hochkarätige Radiologen aus Rio de Janeiro, der Stadt des Zuckerhuts, machen sich auf die Reise, um bei einem Symposium im Mannheimer Rosengarten, zu dem Professor Dr. med. Stefan Schönberg eingeladen hat, gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen aktuelle Entwicklungen und Erfolge im Bereich der bildgebenden Verfahren, der bildgestützten Therapie sowie der bildgebenden Medizintechnologie zu diskutieren. Professor Schönberg ist Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Lehrstuhlinhaber für die beiden entsprechenden Fachrichtungen. Das Team um Dr. Domingues und Prof. Gasparetto ist die führende Gruppe auf diesem Gebiet in gesamt Südamerika.
Eine präzise, hochauflösende Bildgebung mittels MRT bei hoher Feldstärke (Hochfeld-MRT), extrem hohe zeitliche Auflösung durch doppelte Röhren für Untersuchungen der Herzkranzgefäße (Dual Source CT), die molekulare Bildgebung, bei der stoffwechselaktive Krebsherde exakt im Körper lokalisiert werden können (PET-CT) – längst geht es bei der bildgebenden Diagnostik nicht mehr nur um die Abbildung anatomischer Details. Gerade in der Krebsdiagnostik benötigen Ärzte neben der Darstellung kleinster, versteckter Krebsherde auch einen Einblick in die Physiologie und den Stoffwechsel. Ohne die enorme Leistungsfähigkeit und ständig fortschreitenden Entwicklungen in den bildgebenden Diagnoseverfahren wäre beispielsweise die moderne Krebstherapie nicht denkbar. Und ohne die bildgestützte Therapie wären die Mediziner um eine wichtige Behandlungsstrategie ärmer im Kampf gegen den Krebs.
Bei dem zweitägigen Symposium am 25. und 26. Juni 2010 im Mannheimer Rosengarten, blicken Entwickler (Physiker und Ingenieure) und Anwender (Mediziner, Kliniker) im Schulterschluss in die Zukunft dieses ungemein wichtigen medizinischen Faches. So wie sie auch im Alltag gemeinsam an der Fortentwicklung der bildgebenden Verfahren arbeiten und damit für einen schnellen Transfer der technischen Entwicklung in die klinische Anwendung sorgen – zugunsten der Patienten.
Deutsch-Brasilianische Partnerschaft:
Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin,
Universitätsmedizin Mannheim (UMM)
Prof. Dr. med. Emerson Gasparetto
Department of Diagnostic Radiology, University of Rio de Janeiro
Dr. med. Romeu Côrtes Domingues
Clínica de Diagnóstico Por Imagem, Rio des Janeiro
Kontakt:
Dr. Andreas Fischer
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9963
E-Mail: andreas.fischer@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0112.txt)
Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universitätsmedizin Mannheim
Mannheim, den 21. Juni 2010
Ein gestörter Signalweg in Endothelzellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden, führt zu Kavernomen, oftmals gefährlichen Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Dies veröffentlicht ein Forscherteam der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Untersuchungen klären die Ursache für eine der häufigsten Fehlbildungen des Menschen auf und weisen darüber hinaus darauf hin, dass Kavernome mit Medikamenten behandelt werden könnten, die das Gefäßwachstum hemmen.
Gutartige Gefäßfehlbildungen, sogenannte Kavernome, können in vielen Geweben des Körpers auftreten. Diese Fehlbildungen zeichnen sich durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße aus. Medizinische Bedeutung haben vor allem Kavernome im Gehirn, die sich bei etwa einem von zweihundert Menschen entwickeln. Im Gehirn bleiben die Wucherungen oft lange Zeit unbemerkt und werden typischerweise als Zufallsbefunde bei Kernspinuntersuchungen entdeckt. Wenn sie wachsen, machen sie sich meist durch unspezifische Symptome wie Kopfschmerz oder Schwindel bemerkbar. Dabei steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Daher werden Kavernome, die Symptome verursachen, nach Möglichkeit chirurgisch aus dem Gehirn entfernt.
In der gemeinsamen Abteilung "Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung" der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums untersuchen Wissenschaftler, wie sich Blut- und Lymphgefäße bei Tumorerkrankungen neu bilden. "Unsere aktuellen Ergebnisse zeigen, dass - ähnlich wie in Tumoren - überschüssiges und unkontrolliertes Gefäßwachstum zur Entstehung von Kavernomen führt", erklärt der Leiter der aktuellen Untersuchung, Dr. Andreas Fischer.
Bereits bekannt war, dass die Krankheit entsteht, wenn in den Endothelzellen, die alle Blutgefäße auskleiden, das Gen CCM1 ausfällt. Warum dies jedoch zu den charakteristischen Missbildungen führt, war bisher nicht geklärt. Das Forscherteam identifizierte nun gemeinsam mit Kollegen aus Essen und Greifswald, welche zentralen Signalwege in Endothelzellen durch den Verlust des CCM1-Gens beeinträchtigt werden. Um die beim Menschen auftretende Erkrankung besonders gut simulieren zu können, transplantierten die Wissenschaftler menschliche Endothelzellen mit ausgeschaltetem CCM1-Gen in Mäuse. Die transplantierten Zellen wuchsen daraufhin zu den typischen Gefäßwucherungen aus. So konnten die Experimente im Mausmodell an menschlichen Blutgefäß-Fehlbildungen durchgeführt werden. Daher lassen sich die Ergebnisse gut auf die Situation bei der Erkrankung des Menschen übertragen, so dass z.B. auch Medikamententests durchgeführt werden konnten.
In einem ersten Ansatz prüften die Forscher das Krebsmedikament Sorafenib, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt. Bei den transplantierten Mäusen führte die Substanz zu einem massiven Rückgang der Gefäßwucherung. "Wir wollen nun prüfen, ob wir mit einem Medikament aus der Krebsmedizin Kavernome im Gehirn auch ohne Operation behandeln können", erklärt Dr. Andreas Fischer die zukünftigen Ziele des Projekts.
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Menschliche Blutgefäße im experimentellen Mausmodell: Ausschalten des CCM1-Gens führt zu dem typischen, unorganisierten Erscheinungsbild. |
Aktuelle Publikation
Wüstehube J, Bartol A, Liebler SS, Brütsch R, Zhu Y, Felbor U, Sure U, Augustin HG,
Fischer A:
Cerebral cavernous malformation protein CCM1 inhibits sprouting angiogenesis by activating DELTA-NOTCH signaling. Proc. Natl. Acad. Sci. USA; early online edition, June 21, 2010. DOI: 10.1073/pnas.1000132107
Kontakt:
Dr. Andreas Fischer
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung
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Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0111.txt)
Hervorragende Empfehlung zum Studium an der Medizinischen Fakultät Mannheim
Mannheim, den 16. Juni 2010
Die Bewerbung um Studienplätze läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 15. Juli 2010 können sich junge Menschen mit Hochschulreife um einen Studienplatz bewerben. Doch vorher müssen zwei wichtige Entscheidungen getroffen werden. Zunächst die Entscheidung für ein Studienfach – beispielsweise Medizin. Ist die gefallen, stellt sich als nächstes die Frage, welches der richtige Studienort ist. Wichtige Hilfe bei der Einschätzung der Qualität der Ausbildung an einer Hochschule bietet das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das jedes Jahr im aktuellen ZEIT Studienführer veröffentlicht wird.
Nach den aktuellen, für das Jahr 2009 erhobenen Daten zum Medizinstudium im deutschsprachigen Raum nimmt die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beim Vergleich der Medizinerausbildung die Spitzenposition ein. Als einzige Medizinfakultät hat sie es bei allen fünf Kriteriengruppen in die Spitzengruppe der Bewertung geschafft. Beurteilt wurden: die allgemeine Studiensituation, die Betreuung der Studierenden, eine praxisnahe Ausbildung an konkreten Krankheitsfällen, das Ansehen, das die Fakultät in der Forschung genießt, sowie die Qualität der wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Bis zum vergangenen Jahr wurde beim CHE-Ranking die Qualität der Fachpublikationen über die so genannten Impact Factoren (IF) erfasst. Der Impact Factor einer Fachzeitschrift gibt Auskunft darüber, wie oft andere Publikationen Artikel aus dieser Zeitschrift zitieren. Je höher der Impact Factor einer Zeitschrift, desto höher das Ansehen, das diese in Wissenschaftskreisen genießt. In diesem Jahr ist erstmals die Qualität der Fachpublikationen einer Fakultät statt mittels der Impact Faktoren über die Zitationen erfasst worden. Die Anzahl von Zitationen einer Publikation gibt darüber Auskunft, wie oft jede einzelne wissenschaftliche Arbeit von anderen Wissenschaftlern in Fachveröffentlichungen zitiert wird und stellt damit eine differenziertere Bewertung dar. Diese differenziertere Betrachtung hat der Medizinischen Fakultät Mannheim dazu verholfen, sich deutlich von der zweitplazierten Ausbildungsstätte abzusetzen.
Die Medizinische Fakultät Mannheim ist eine der beiden Medizinfakultäten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit dem Wintersemester 2006/2007 bietet die Mannheimer Medizinfakultät mit ihrem innovativen MaReCuM-Modellstudiengang (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) den Studierenden eine besonders praxisnahe und naturwissenschaftlich orientierte Medizinerausbildung mit unterschiedlichen Qualifizierungswegen. Vier Masterstudiengänge, die leistungsstarke Studierende bereits während des Medizinstudiums absolvieren können, ergänzen die hochwertige Ausbildung.
CHE-Ranking
Das CHE-Ranking ist als Entscheidungshilfe für die Wahl von Studienfach und Hochschule gedacht. Neben Fakten zu Studium, Lehre und Ausstattung der Hochschulen spielen beim Ranking die Urteile der Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Fakultät eine wichtige Rolle. Ergänzt werden die Studentenurteile durch die Empfehlungen von Professoren zur Reputation einer Fakultät.
Daten von „Ranking Kompakt“ im Netz
Vergleich der Hochschulen / Fakultäten nach ausgewählten Kriterien:
http://ranking.zeit.de/che2010/de/rankingkompakt?esb=36&hstyp=1
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0110.txt)
Lancet-Publikation zu positiven Ergebnissen der TARGIT-Studie findet große Beachtung beim Jahreskongress der ASCO
Mannheim, den 11. Juni 2010
Die neuesten Ergebnisse der TARGIT-Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) zur Intraoperativen Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs sind jetzt im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert worden. Die Daten haben auch bei der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie, ASCO (American Society of Clinical Oncology), besondere Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, schließlich bestätigen die Langzeitdaten den Erfolg der schonenden Behandlung.
Bei der IORT wird noch während der Operation, nachdem der Tumor aus der Brust entfernt wurde, das Gewebe im Tumorbett einer einmaligen, relativ hoch dosierten und sehr gezielten Strahlentherapie unterzogen. Eventuell noch vorhandene Tumorzellen sollen damit abgetötet werden. Im Rahmen der weltweiten TARGIT-Studie untersuchen die Experten, ob die einmalige Behandlung die konservative Therapie ersetzen kann, bei der die operierte Brust über mehrere Wochen hinweg täglich von außen bestrahlt wird.
An der TARGIT-Studie haben bislang mehr als 2.200 Patientinnen an 28 Zentren in neun Ländern teilgenommen. Das Brustzentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat sich als zweites Zentrum weltweit an der Studie beteiligt und koordiniert die inzwischen sechs deutschen an der Studie teilnehmenden Zentren. Mehr als ein Viertel der im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen wurde an deutschen Zentren rekrutiert und dort therapiert.
Die Ergebnisse, die die Mannheimer Ärzte (Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, und Professor Dr. Marc Sütterlin, Direktor der Universitäts-Frauenklinik) mit der IORT erzielten, spiegeln die in „The Lancet“ publizierten Daten wider. Bei den im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen – ältere Frauen mit kleinen Tumoren in der Brust – trat nur in einem Prozent der Fälle innerhalb der ersten vier Jahre nach dem Eingriff am gleichen Ort erneut ein Tumor auf (Lokalrezidiv). Die Ergebnisse sind mit denen der Standard-Therapie – einer sechswöchigen Bestrahlung von außen – vergleichbar. Aufgrund der guten Behandlungsergebnisse erwarten die Ärzte, dass die Therapie für viele Patientinnen mit frühen Brustkrebsstadien langfristig deutlich schonender wird, eben wenn schon während der brusterhaltenden Operation einmalig bestrahlt werden kann.
Bei der IORT kommt ein von Carl Zeiss entwickeltes Bestrahlungssystem, das „Intrabeam“, zum Einsatz.
Aktuelle Publikation
Targeted intraoperative radiotherapy versus whole breast radiotherapy for breast
cancer (TARGIT-A trial): an international, prospective, randomised, non-inferiority
phase 3 trial
Dr Jayant S Vaidya PhD, David J Joseph MD, Jeffrey S Tobias FRCR, Max Bulsara PhD,
Frederik Wenz MD, Christobel Saunders FRCS, Michael Alvarado MD, Henrik L Flyger MD,
Samuele Massarut MD, Wolfgang Eiermann MD, Mohammed Keshtgar PhD, John Dewar FRCR,
Uta Kraus-Tiefenbacher MD, Marc Sütterlin MD, Laura Esserman MD, Helle MR Holtveg MD,
Mario Roncadin MD, Steffi Pigorsch MD, Marinos Metaxas PhD, Mary Falzon FRCPath,
April Matthews BSc, Tammy Corica PGDPH, Norman R Williams PhD, Michael Baum FRCS
The Lancet, Published online june 5, 2010
DOI: doi:10.1016/S0140-6736(10)60837-9
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)60837-9/abstract
Kontakt:
Prof. Dr. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3530
E-Mail: frederik.wenz@umm.de
Kontakt:
Prof. Dr. Marc Sütterlin
Direktor der Frauenklinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2286
E-Mail: marc.suetterlin@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0109.txt)
Dr. Elmar Heinrich mit Wissenschaftspreis seiner Fachgesellschaft ausgezeichnet
Mannheim, den 11. Juni 2010
Zum wiederholten Mal geht der renommierte Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie an einen Urologen der Universitätsmedizin Mannheim (UMM): Dr. med. Elmar Heinrich, Oberarzt der Urologischen Universitätsklinik, wurde im Rahmen der 51. Jahrestagung der Fachgesellschaft, Mitte Mai dieses Jahres in Landau, mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Der junge Forscher der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg teilt sich die Auszeichnung mit einer Tübinger Arbeitsgruppe.
Die Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie zeichnet mit dem Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis jeweils den besten wissenschaftlichen Beitrag ihrer jährlichen Tagung aus. Dr. Heinrich erhielt die besondere Anerkennung für eine Studie, in der er den Zusammenhang zwischen neuroendokrinen Wachstumsfakturen und einer Hormontherapie bei Patienten mit Prostatakarzinom erforschte. Im Rahmen der Studie konnte ein neuer Serummarker identifiziert werden, über den möglicherweise eine Vorhersage über das Fortschreiten der Tumorerkrankung - die Tumorprogression - unter einer Hormontherapie möglich ist. Ein solcher Tumormarker ist wichtig, um kontrollieren zu können, ob eine gewählte Hormontherapie bei dem Patienten anschlägt oder ob eventuell eine andere Therapiestrategie erfolgreicher sein könnte.
Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Zuletzt hatte Dr. Christian Bolenz, ein Kollege von Dr. Heinrich an der Urologischen Universitätsklinik, den Preis erhalten.
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Dr. med. Elmar Heinrich |
Werner-Staehler-Gedächtnis-Preis
Professor Dr. med. Werner Staehler gilt als einer der Ärzte, die im letzten Jahrhundert dem Fachgebiet Urologie zu einer fachlichen Eigenständigkeit verholfen haben. Er war Gründungsmitglied der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie und Initiator und Ausrichter der ersten beiden Kongresse. Werner Staehler starb 1984. Die Mitglieder der Fachgesellschaft zeichnen mit dem Werner-Stehler-Preis die nach Inhalt und Präsentation besten wissenschaftlichen Beiträge der Tagung aus.
Kontakt:
Dr. med. Elmar Heinrich
Urologische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3245
E-Mail: elmar.heinrich@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0108.txt)
Ausgezeichnetes Forschungsprojekt für eine zielgenaue Behandlung beweglicher Tumore
Mannheim, den 4. Juni 2010
Ein Forscherteam um Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz hat ein neues Verfahren zur bildgestützten Strahlentherapie entwickelt, mit dem im Körper bewegliche Tumore - beispielsweise Lungentumore während des Atmens - zielgenauer behandelt werden können. Das junge Forscherteam setzt sich aus Medizinern, Medizinphysikern, Informatikern und Experten im Bereich der Bildverarbeitung zusammen. Dr. Wertz selbst ist Medizinphysik-Experte an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).
Das erfolgreiche Forschungsprojekt ist mit dem Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) ausgezeichnet worden. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird Dr. Wertz und seinem Team am 3. Juni 2010, bei der Jahrestagung der DEGRO in Magdeburg verliehen.
Die Koppelung von Computertomograph (CT) für die Bildgebung und Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie ermöglicht es, direkt vor einer Strahlenbehandlung die Lage eines Tumors genau zu ermitteln. Auf dieser Basis kann heute die Bestrahlung exakt dreidimensional geplant werden. Erschwert wird diese sehr zielgenaue Planung jedoch, wenn Tumore nicht fest im Körper fixiert sind, sondern sich um einige Millimeter bewegen, etwa durch die Atmung oder den Herzschlag des Patienten. Um beispielsweise einen Patienten mit einem Lungentumor exakt strahlentherapeutisch behandeln zu können, muss dieser während der Bildgebung und der Strahlentherapie den Atem anhalten. Eine langsame Bildgebung ist hier der limitierende Faktor.
Fast alle Patienten, die an Lungentumoren leiden, können ihren Atem wenigstens 15 Sekunden anhalten. Das Mannheimer Forscherteam setzte sich daher das Ziel, ein Verfahren zu entwickeln, das eine Bildgebung am Linearbeschleuniger in diesem Zeitrahmen ermöglicht, damit auch Patienten mit atembeweglichen Tumoren vor der Strahlenbehandlung exakt positioniert werden können. Dafür verwendeten sie den simultanen Einsatz von niederenergetischer kV- (Kilovolt) und hochenergetischer MV- (Photonen-) Strahlung. Um mit dieser Methode eine gute Bildqualität zu erzielen, musste sowohl eine spezielle Softwarelösung als auch eine externe Synchronisationshardware entwickelt werden, damit Artefakte vermieden werden und eine Synchronisation hergestellt wird.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen hat zum Ziel geführt: Tatsächlich ist es den jungen Wissenschaftlern gemeinsam gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das die Basis für eine ultraschnelle Volumenbildgebung an Linearbeschleunigern bildet. Mit der neu entwickelten Technik ist es weltweit erstmals möglich, bei gleichzeitiger, kontinuierlicher kV- und MV-Bild-Akquisition Artefakt-freie Projektionen zu erhalten, die für eine schnelle und qualitativ hochwertige Bildgebung zwingend sind.
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Mit dem Innovationspreis der DEGRO ausgezeichnet: Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz |
Kontakt:
Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Medizinische Physik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1179
E-Mail: hansjoerg.wertz@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0107.txt)
Aufklärung eines neuen Signalwegs bei der Entstehung von Blutgefäßen unterstreicht die Bedeutung des Zebrafischs als Modellsystem in der medizinischen Grundlagenforschung
Mannheim, den 1. Juni 2010
In einer aktuellen Publikation der wissenschaftlichen Zeitschrift Circulation Research beschreiben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und der Universität Freiburg einen neuen Signalweg, über den die Bildung von Blutgefäßen während der Entwicklung des Zebrafischs gesteuert werden kann. Privatdozent Dr. Jens Kroll, Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim, konnte mit seinem Team in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe des Freiburger Entwicklungsbiologen Professor Dr. Wolfgang Driever einen neuen molekularen Schalter (ELMO1) identifizieren, der die kleine GTPase Rac1 in der Blutgefäßbildung reguliert. Darüber hinaus konnten sie aufdecken, wie dieser Schalter in Gefäßzellen (in der Zellkultur) aktiviert wird und seine Funktion in der Entwicklung der Blutgefäße im Zebrafisch ermitteln.
In den letzten Jahren hat der Zebrafisch (Danio rerio) als Modellorganismus zur Erforschung der Entwicklung und Funktion des Blutgefäßsystems eine wichtige Bedeutung erfahren. Die Gründe für diese Entwicklung stehen in direktem Zusammenhang mit einer Reihe von wichtigen Vorteilen, die das Zebrafischmodell gegenüber anderen Tiermodellen bietet.
So können Zebrafische ohne großen Aufwand in sehr großer Zahl gehalten werden, sie haben ein kurzes Generationsintervall und lassen sich daher rasch sehr stark vermehren. Darüber hinaus werden die Eier der Fische extern befruchtet und die Embryonen entwickeln sich sehr schnell. Da die Entwicklung außerhalb der Mutter stattfindet, sind die Embryonen darüber hinaus einfach zugänglich und können sehr leicht manipuliert werden. Der wichtigste Vorteil des Zebrafisches im Dienste der Wissenschaft ist jedoch zweifellos die Tatsache, dass er transparent ist. Der Zebrafisch stellt mit seinem quasi durchsichtigen Körper daher ein exzellentes Modell dar, um die Entwicklung der Blutgefäße am lebenden Organismus und in Echtzeit darzustellen.
Die Forschung am Zebrafisch hat Privatdozent Dr. Jens Kroll gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe im Jahr 2008 an der Medizinischen Fakultät Mannheim aufgebaut. Aufgrund der Vorteile und der Bedeutung des Zebrafischs für die Blutgefäßforschung sowie dank des wissenschaftlichen Engagements von Dr. Kroll wurde das Projekt im Jahr 2009 als „Serviceprojekt Z5“ in den Sonderforschungsbereich „Vascular Differentiation & Remodeling“ (SFB/TR23) integriert. Dem SFB/TR23 gehören die Universitäten Heidelberg mit den Medizinischen Fakultäten in Mannheim und in Heidelberg, die Universität Frankfurt sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) an. Die im Rahmen des SFB/TR23 geförderten Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit wichtigen Fragen der Blutgefäßforschung. Das Z5 Projekt unterstützt die wissenschaftlichen Arbeitsgruppen des Sonderforschungsbereichs bei spezifischen Fragestellungen bezüglich der Entwicklung, Differenzierung und Funktion des Blutgefäßsystems.
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Embryo eines Zebrafischs - das Blutgefäßsystem wird in der Fluoreszenzmikroskopie durch endogen exprimiertes „green fluorescent protein“ (GFP) sichtbar gemacht. |
Aktuelle Publikation
The Rac1 Regulator ELMO Controls Vascular Morphogenesis in Zebrafish
Daniel Epting, Björn Wendik, Katrin Bennewitz, Christian T. Dietz, Wolfgang Driever and Jens Kroll
Circulation Research, published May 13, 2010
http://circres.ahajournals.org/onlinefirst.shtml
Informationen zum SFB/TR23
http://www.transregio23.de
Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Jens Kroll
Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9965
E-Mail: jens.kroll@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0106.txt)
Teddybär-Krankenhaus öffnet am 8. und 9. Juni auf den Kapuzinerplanken, Sprechstunden von 9:00 bis 15:00 Uhr
Mannheim, den 31. Mai 2010
Anfang Juni ist es wieder soweit: Am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. Juni 2010, leisten Studenten der Medizinischen Fakultät Mannheim freiwilligen Dienst zugunsten erkrankter Teddybären und anderer Stofftiere oder Kuschelpuppen. Kinder im Alter von vier bis acht Jahren, aus den Kindergärten Mannheims und der Umgebung, haben sich zu den Sprechstunden angemeldet. Es sind aber alle Puppen- und Stofftiermütter und -väter gleich willkommen und herzlich eingeladen, auch spontan mit ihren Stoffgefährten die Sprechstunde aufzusuchen – ohne Anmeldung und auch ohne Versichertenkarte.
Nur ihren kleinen Liebling müssen die Puppenmuttis und -vatis mitbringen. Vor allem bei Verdacht auf eine Erkrankung, aber auch wenn sie Beschwerdefrei sind – denn auch die Vorsorge ist wichtig!
In dem mobilen Lazarett der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) auf den Planken geht es zu wie in der richtigen Klinik. Nachdem die Muttis und Vatis ihre Schutzbefohlenen bei der Sprechstundenhilfe angemeldet haben, müssen Sie erst einmal im Wartezimmer Platz nehmen, wo sie ein bisschen schmökern können. Oder sie besichtigen in der Zwischenzeit den Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) oder toben sich in der Hüpfburg aus. Wenn die kleinen Patienten an der Reihe sind, wird der Teddy-Doktor zunächst eine detaillierte Anamnese vornehmen: Was plagt denn den kleinen Kameraden? Und was kann dem zugrunde liegen? Hat sich der Stoffelefant vielleicht zu ausdauernd an der Schokolade gelabt, leidet der kleine Stoffkrake unter unentwirrbar verknoteten Armen oder hat sich die Giraffe etwa den Huf verknackst?
Anschließend werden die kleinen Patienten untersucht – abgehört oder abgeklopft, in das Stoffohr geleuchtet oder tief ins Glasauge geschaut. Der eine oder andere Patient muss geröntgt werden. Bei manch einem steht gar eine OP an. Das Teddybär-Krankenhaus ist dafür bestens ausgestattet, mit Verbandsraum, Röntgengerät und OP-Saal. Hier können die Kinder beobachten, wie ein Teddybär sorgsam in die Narkose versetzt und chirurgisch versorgt wird. Wenn notwendig, gibt es eine süße Medizin auf Rezept, das in der eigenen Apotheke des mobilen Klinikums gegen Essbares eingelöst werden kann.
Das Teddybär-Krankenhaus schlägt in Mannheim zum wiederholten Mal seine Zelte auf. Angehende Mediziner – Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim – kümmern sich hier liebevoll um die postulierten Wehwehchen und Blessuren der Kuscheltiere, die die jungen Eltern ihnen vortragen, und versuchen, den Puppeneltern die Sorgen um ihre Kameraden zu nehmen. Denn schließlich soll das Teddybär-Krankenhaus dazu dienen, den Kindern die Angst vor Arzt- und Krankenhausbesuch zu nehmen.
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Die Stofftier-Mutti ist zufrieden - der kleine Liebling ist gut verarztet |
Infos zum Teddybär-Krankenhaus
http://www.teddybaer-krankenhaus.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0105.txt)
Europaweite Arzneimittel-Überwachung weiterhin mit Sachverstand aus Mannheim
Mannheim, den 28. Mai 2010
Auch nach seiner Emeritierung ist die Expertise des ehemaligen Direktors des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. med. Dr. h.c. Björn Lemmer, weiterhin gefragt. Gerade ist er vom Europäischen Parlament erneut für eine dreijährige Amtsperiode in den Aufsichtsrat der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency, EMA, London) gewählt worden. Professor Lemmer wurde erstmals 2007 vom Europäischen Parlament in das Management Board der EMA berufen.
Die EMA ist für die zentrale Zulassung von Arzneimitteln für alle 27 Länder der EU sowie der drei Länder der EFTA, der Europäischen Freihandelsassoziation, zuständig. Sie entspricht auf europäischer Ebene der Food and Drug Administration (FDA) in den USA.
Professor Lemmer ist eines von zwei Mitgliedern, die vom Europäischen Parlament in den Aufsichtsrat (Management Board) gewählt werden. Gemeinsam mit zwei von der Europäischen Kommission bestimmten Mitgliedern und jeweils einem Vertreter jeder nationalen Arzneimittelbehörde, bildet das Management Board die oberste Kontrollinstanz der EMA.
Die Europäische Arzneimittelbehörde koordiniert die wissenschaftliche Bewertung von medizinischen Produkten, Basis für die Entscheidung, ob ein Medikament für den europäischen Markt zugelassen wird. Dafür nutzt sie die wissenschaftlichen Ressourcen der über 40 nationalen Behörden in den 30 Ländern der EU und der EFTA, die sie in einem Netzwerk von über 4.500 Wissenschaftlern gebündelt hat. Kontinuierlich überwacht die Behörde außerdem die Arzneimittelsicherheit. Und sie fördert die Entwicklung von neuen medizinischen Produkten, indem sie die Forschung im pharmazeutischen Bereich stimuliert.
European Medicines Agency (EMA)
Die Europäische Arzneimittelbehörde überwacht die Arzneimittelsicherheit zum Wohl von Mensch und Tier.
Als dezentralisierte Körperschaft der Europäischen Union koordiniert sie die vorhandenen wissenschaftlichen Ressourcen, die die Mitgliedsstaaten für die Beurteilung und Überwachung medizinischer Produkte zur Verfügung stellen.
Die Behörde bietet den Mitgliedsstaaten und Institutionen der EU und der EFTA wissenschaftliche Beratung bei allen Fragen, die die Bewertung von Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte für Mensch und Tier betreffen.
Weitere Informationen unter: http://www.ema.europa.eu/
Kontakt:
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Björn Lemmer
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Maybacjstraße 14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9704
E-Mail: bjoern.lemmer@pharmtox.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0104.txt)
Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neuen Sonderforschungsbereich in Heidelberg
Mannheim, den 20. Mai 2010
Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) zur Stammzellforschung an der Universität Heidelberg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Am 18. Mai 2010 ist die Bewilligung mit einem Fördervolumen von über 10,5 Mio. Euro auf vier Jahre bekanntgegeben worden.
Der SFB 873 trägt den Titel „Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen“ und umfasst 17 Teilprojekte und drei Nachwuchsgruppen. Diese Wissenschaftlerteams sind an den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim, am Institut für Zoologie und am Institut für Angewandte Mathematik der Universität Heidelberg sowie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt.
Koordiniert wird der SFB an der Medizinischen Fakultät Heidelberg; Sprecher ist Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, einem der größten Zentren für Stammzelltransplantationen in Deutschland. „Mit dem grundlagenorientierten SFB 873 wird die Stellung Heidelbergs als einem der führenden Stammzellforschungszentren in Deutschland gestärkt“, erklärt Professor Ho.
In den kommenden vier Jahren wird im Detail untersucht werden, welche grundlegenden Mechanismen den Selbsterhalt und die Differenzierung von Stammzellen steuern. Im Zentrum des SFB stehen die adulten Stammzellen. Obwohl adulte Stammzellen bereits vor mehr als 50 Jahren entdeckt und seitdem intensiv untersucht worden sind, sind fundamentale Regulationsmechanismen, die ihre Selbsterneuerung und Differenzierung bestimmen, nach wie vor ungeklärt.
Interdisziplinärer Ansatz mit Modellorganismen / neue Therapiekonzepte
Das Besondere an diesem SFB ist seine interdisziplinäre und breite thematische Ausrichtung mit einer Vielzahl von Modellorganismen, die weltweit einzigartig ist. Geplant sind vergleichende Untersuchungen der grundlegenden Mechanismen für Zellteilung und Differenzierung an evolutionsbiologisch relevanten Modellorganismen bei Pflanzen (Arabidopsis) und Tieren (Süßwasserpolyp Hydra, Fruchtfliege Drosophila, Fisch, Frosch, Maus). In einfachen Modellsystemen können die Prinzipien der Stammzellsteuerung entziffert und dann auf komplexere Lebensformen bis hin zum Menschen projiziert werden.
Der SFB zeichnet sich darüber hinaus durch die enge Verzahnung von Grundlagenwissenschaft und Klinik aus. Diese ermöglicht einen interdisziplinären Ansatz bei der Aufklärung zentraler Schlüsselelemente der Stammzellbiologie und eröffnet somit neue Wege zur Entwicklung künftiger Therapiekonzepte.
Projekte der Medizinischen Fakultät Mannheim
Drei Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät Mannheim sind an dem neuen Sonderforschungsbereich beteiligt, davon zwei im Schwerpunkt „Mechanismen der Stammzell-Selbsterneuerung“: Wissenschaftler um Professor Dr. Michael Boutros, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim und Leiter der Abteilung Signalwege und Funktionelle Genomik am Deutschen Krebsforschungszentrum, analysieren systematisch die Signalwege in menschlichen mesenchymalen Stammzellen. Die Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Dermatologe an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim, befasst sich mit der Erzeugung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS) durch Reprogrammierung menschlicher Hautzellen und untersucht deren Potenzial als Hautersatz.
Im Schwerpunkt „Zell-Zell-Interaktion in der Stammzellnische“ erforscht die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Hellmut Augustin, Inhaber des Lehrstuhls für Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese an der Medizinischen Fakultät Mannheim und Leiter der Abteilung Vaskuläre Onkologie und Metastasierung am Deutschen Krebsforschungszentrum, die Rolle des Angiopoietin/Tie-Systems, eines Rezeptor-Liganden-Tyrosinkinase-Systems, in der Regulation der Stammzellnische.
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0103.txt)
Forschungsprojekt zu Apoptose-Signalnetzwerken von der Universität Heidelberg aus koordiniert
Mannheim, den 17. Mai 2010
Im Rahmen einer EU-weiten Initiative zur Systembiologie wird von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg das internationale ApoNET Forschungsprojekt koordiniert, das mit modernen Genom-Sequenziermethoden und Computermodellen zu einem besseren Verständnis von Apoptose-Netzwerken in Leberzellen beitragen soll. Das Projekt wird im Rahmen des EraSysBio+ Programms mit 1.7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Europäischen Kommission gefördert.
Professor Dr. Michael Boutros, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Leiter der Abteilung Signalwege und Funktionelle Genomik am Deutschen Krebsforschungszentrum, koordiniert das interdisziplinäre EU-Konsortium ApoNET. Projektpartner sind Professor Dr. Rainer Spang (Universität Regensburg) und Professor Dr. Henning Walczak (Imperial College London, UK).
Neuartige Krebstherapien sind darauf ausgerichtet, gezielt den Zelltod von Krebszellen herbeizuführen ohne normale Zellen zu zerstören. Einige Krebsarten sind jedoch häufig resistent gegenüber diesen Therapien, weil die Krebszellen den programmierten Zelltod (Apoptose) nicht einleiten können. Die Apoptose ist eine Art Selbstmordprogramm, das die betroffenen Zellen aktiv und streng kontrolliert durchführen. In diesem Prozess spielen die so genannten „Todesrezeptoren“ eine entscheidende Rolle.
Eine weltweit besonders häufig vorkommende Krebsart ist der Leberzellkrebs. Die Behandlung der Erkrankung scheitert oft an einem blockierten Apoptose-Signalweg. Um effektive Therapien für Leberzellkrebs entwickeln zu können ist es wichtig zu verstehen, wie die Apoptose-Signalnetzwerke in normalen Leberzellen reguliert und in Krebszellen dereguliert sind.
Das ERASysBio+ Konsortium um Professor Boutros hat sich zum Ziel gesetzt die Funktion der Signalnetzwerke von „Todesrezeptoren“ bei Leberzellkrebs systematisch zu analysieren. Die interdisziplinären Arbeiten im Konsortium laufen dabei eng mit den Projektpartnern Professor Spang und Professor Walczak zusammen. Das transnationale Projekt zielt darauf ab, das grundlegende biologische System zu verstehen, welches die Signale in normalen gegenüber veränderten Leberzellen steuert, und damit Vorhersagen in dem System möglich zu machen.
Basierend auf den experimentellen Hochdurchsatz Sequenzierungs-Daten, die die Arbeitsgruppen von Professor Boutros und Professor Walczak erarbeiten, wird die Gruppe um Professor Spang Computer-basierte Modelle generieren, um die kritischen Punkte in der Regulation dieser Signalwege zu finden. Diese statistischen Modelle werden die Wissenschaftler nutzen, um die Aktivitäten dieser Signalwege in Leberzellen zu rekonstruieren und mögliche neue Angriffspunkte für Therapien zu finden.
Zusätzlich zu neuen Erkenntnissen in der Signalweiterleitung durch „Todesrezeptoren“ in normalen und veränderten Zellen auf der Systemebene erwarten die Wissenschaftler, dass die Studie auch zu neuen Einsichten der prinzipiellen Mechanismen in der Tumorentstehung und der Therapie von resistenten Tumoren führt.
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Fluoreszenz-gefärbte Leberkrebszellen [blau: Zellkerne, grün: Zytoskelett (Aktin), rot: Zytoskelett an den Verbindungen zwischen den Zellen (Färbung mit Phalloidin)] |
ERA-NET ERASysBio+
ERA-Net ERASysBio+ ist ein Programm, das gezielt die Anwendung systembiologischer Forschungsansätze in der Biomedizin von EU-Partnerländern fördert. Ziel ist es, transnationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der aufstrebenden interdisziplinären Wissenschaft der Systembiologie zu etablieren.
ERA steht für "European Research Area" und damit für die Koordinierung von Forschungs- oder technologischen Entwicklungstätigkeiten in Europa und auf nationalen Ebenen.
Informationen zum Projekt ApoNET des Programms ERASysBio+
http://www.erasysbio.net/index.php?index=273
Kick-Off Meeting der transnationalen Forschungsprojekte ERASysBio+
am 17. und 18. Mai 2010 in Paris
Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Michael Boutros
Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Universitätsmedizin Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9650
E-Mail: michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de; m.boutros@dkfz.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0101.txt)
Deutsche Röntgengesellschaft zeichnet gleich zwei Radiologen der Universitätsmedizin Mannheim mit hochrangigen Preisen aus
Mannheim, den 13. Mai 2010
Mit Professor Dr. med. Christian Fink und Privatdozent Dr. med. Henrik J. Michaely werden gleich zwei Ärzte des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) mit hochrangigen Preisen ausgezeichnet. Christian Fink wird in diesem Jahr den Röntgenring erhalten, Henrik Michaely wird mit dem Walter-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Beides sind renommierte Preise der Deutschen Röntgengesellschaft, die im Rahmen des 91. Deutschen Röntgenkongresses, der vom 12. bis 15. Mai 2010 in Berlin stattfindet, verliehen werden.
Professor Dr. Christian Fink wird der seit diesem Jahr zu Ehren Wilhelm Conrad Röntgens umbenannte Röntgenring verliehen. Der Preis wurde bislang als Holthusenring seit 1955 jährlich an junge Wissenschaftler im Bereich der Radiologie vergeben. Den Kriterien für die Vergabe des Röntgenrings entsprechend muss sich der Preisträger bereits im Alter von unter 40 Jahren durch exzellente wissenschaftliche Arbeiten und Vorträge einen Ruf auf nationaler und internationaler Ebene erworben haben.
Professor Fink ist Geschäftsführender Oberarzt und stellvertretender Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. Der 38-jährige Radiologe vertritt damit Professor Dr. Stefan Schönberg, der seit 2006 übrigens selbst Träger des Holthusenrings ist.
Als Leiter des Geschäftsfeldes Kardiothorakale Diagnostik des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) liegen die klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte von Professor Fink in der radiologischen Diagnostik im Bereich des Brustkorbs – der Organe, wie Herz und Lunge, und des Gefäßsystems. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich darauf, die kardiothorakale Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) für die nicht-invasive Diagnostik der koronaren Herzkrankheit und von Lungenerkrankungen fortlaufend zu verbessern, sowie auf den Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Verbesserung der Diagnostik des Lungenkarzinoms. In diesem Feld ist er auch als radiologischer Experte Mitglied des Vorstands der „Lung Cancer Group“ der European Organization für Research and Treatment of Cancer (EORTC).
Für alle genannten bildgebenden Verfahren liegen Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Professor Fink in der fortlaufenden Optimierung der Untersuchungstechnik, etwa mit dem Ziel, die Strahlenbelastung für Patienten in der CT zu reduzieren oder alternativ die strahlenfreie MRT zur Diagnostik von Lungenentzündungen bei Patienten mit Leukämie einzusetzen. Diese Projekte werden durch das Bundesamt für Strahlenschutz und die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. gefördert.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse des jungen Radiologen sind in über 100 Originalarbeiten und Übersichtsartikeln in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Expertise ist er Gutachter und Mitherausgeber internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften sowie Gutachter nationaler und internationaler Forschungsgesellschaften, wie des Schweizer Nationalfonds.
Den Walter-Friedrich-Preis, mit dem PD Dr. Henrik J. Michaely ausgezeichnet wird, vergibt die Fachgesellschaft an Radiologen, die nicht älter als 40 Jahre sind und herausragende wissenschaftliche Arbeiten in der Radiologie erbracht haben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Henrik J. Michaely erhält die Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen seiner Habilitation, die er 2008 an der Medizinischen Fakultät Mannheim erlangte. Dabei befasste sich der heute 34-jährige Radiologe mit der hochaufgelösten dreidimensionalen Darstellung der Gefäße der Nieren mittels der MR-Angiographie unter Verwendung kleinster Mengen an Kontrastmittel bei 3 Tesla sowie mit der Darstellung und Messung der Nierenfunktion mittels funktioneller MR-Bildgebung.
Dr. Michaely ist Oberarzt am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin und Leiter des Geschäftsfeldes Abdominelle und Vaskuläre Bildgebung. Dieser Funktionsbereich widmet sich insbesondere der Erkennung von Erkrankungen von transplantierten Nieren sowie der schonenden und schnellen Bildgebung der Gefäße mit neuesten MR-Methoden. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Radiologen liegen im Bereich der schnellen kardiovaskulären (Herz und Gefäßsystem betreffend) und funktionellen Magnetresonanz- und Computertomographie, insbesondere unter Einsatz neuer Technologien.
PD Dr. Michaely war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Seine umfangreichen wissenschaftlichen Ergebnisse auf dem Gebiet der MR-Angioraphie und der funktionellen MRT der Nieren sind in mehr als 70 nationalen und internationalen Publikationen und etlichen Buchbeiträgen veröffentlicht. Er ist als Gutachter für zahlreiche internationale Fachzeitschriften tätig, bei zwei internationalen Fachzeitschriften wirkt er als Herausgeber mit.
Auch der Walter-Friedrich-Preis ist schon einmal an einen Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vergeben worden: Professor Dr. rer. nat. Lothar R. Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin, wurde 1995 damit ausgezeichnet.
Vergabe der Preise:
Der Röntgenring wird Prof. Dr. Christian Fink am Mittwoch, 12. Mai, im Rahmen der Eröffnungsfeier des Deutschen Röntgenkongresses verliehen, den Walter-Friedrich-Preis erhält PD Dr. Henrik J. Michaely im Rahmen der Mitgliederversammlung am Freitag, 14. Mai 2010.
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Die beiden Preisträger: PD Dr. med. Henrik J. Michaely (li.) und Prof. Dr. med. Christian Fink (re.) |
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PD Dr. med. Henrik J. Michaely |
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Prof. Dr. med. Christian Fink |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Christian Fink
Geschäftsführender Oberarzt, Leiter des Geschäftsfelds Kardiothorakale Bildgebung
PD Dr. med. Jenrik J. Michaely
Oberarzt, Leiter des Geschäftsfelds Abdominelle und Vaskuläre Bildgebung
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
E-Mail: christian.fink@umm.de; henrik.michaely@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0100.txt)
Forschungsvorhaben der Medizinischen Fakultät Mannheim erhält Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
Mannheim, den 12. Mai 2010
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft unterstützt die Forschung einer Arbeitsgruppe der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zur diabetischen Retinopathie, einer Erkrankung der Netzhaut als Folge des Diabetes, mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung 2010. Der mit 25.000 Euro dotierte Förderpreis wird dem Leiter der Arbeitsgruppe, Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Inhaber einer C3-Professur für Innere Medizin und Endokrinologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, am 13. Mai 2010 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Stuttgart verliehen.
Die diabetische Retinopathie ist eine Folge von Durchblutungsstörungen der Netzhaut, die zu einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und bis hin zur Erblindung führen kann. In den ersten 10 bis 15 Jahren ihrer Erkrankung sind etwa zwei Drittel aller Diabetiker von dieser Folgeerkrankung betroffen. In Europa ist die diabetische Netzhauterkrankung die häufigste Ursache für Erblindungen im Erwachsenenalter. Eine Heilung dieser Erkrankung ist bisher nicht möglich.
Schuld an der diabetischen Retinopathie ist die chronische Überzuckerung beim Diabetes. Über die Veränderung biochemischer Vorgänge im Körper kann die Überzuckerung zu Schäden an den kleinsten Gefäßen der Netzhaut, den Retinakapillaren, führen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Rückbildung von Blutgefäßen infolge des Verlusts von Perizyten – Zellen an der Außenwand der Kapillaren, die deren Struktur stabilisieren. Dadurch geht ein Teil der Gefäße, die die Netzhaut versorgen, zugrunde. Andere Gefäße werden durch eine Störung der Blut-Retina-Schranke für Blut und Blutbestandteile durchlässig, was zu Blutungen und schließlich zu Gefäßwucherungen führt.
Die Arbeitsgruppe von Professor Hammes befasst sich mit der Rolle der so genannten Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie. Gliazellen sind – neben den Neuronen - Zellen des Nervensystems, die Mikrogliazellen eine der drei Gruppen von Gliazellen. Mikrogliazellen sind die pathologischen Sensoren des Gehirns. Sie sorgen für eine aktive Immunabwehr im Zentralen Nervensystem. Die Aktivierung der Mikroglia im Gehirn ist mit einer Reihe von entzündlichen Erkrankungen assoziiert. In der Netzhaut finden sich Mikrogliazellen in der Nähe von Gefäßen. Sie könnten wichtige Aspekte der krankhaften Veränderungen im Rahmen einer Retinopathie erklären, wie experimentelle Studien zeigen.
Die Rolle der Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie ist bislang nur unzureichend charakterisiert. Im Rahmen des geförderten Projektes untersuchen die Wissenschaftler die Aktivierung von Mikrogliazellen im Modell der frühen diabetischen Retinopathie sowie deren Interaktion mit Gefäßwandzellen - vor allem Perizyten. Und sie versuchen die Mechanismen zu identifizieren, die zur Rückbildung des Blutgefäßsystems beitragen.
Mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung unterstützt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft aussichtsreiche Projekte von Arbeitsgruppen mit einer international ausgewiesenen Expertise in der klinischen oder experimentellen Diabetologie.
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Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Professur für Innere Medizin und Endokrinologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
E-Mail: hans-peter.hammes@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0099.txt)
Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 30. April vergeben
Mannheim, den 26. April 2010
Der mit 100.000 Euro dotierte Hella Bühler-Preis 2010 geht an Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Dermatologe an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Die zum fünften Mal vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscher der Ruperto Carola, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Mit dem Preisgeld werden Dr. Utikals Arbeiten zu pluripotenten Stammzellen gefördert. Festredner der Preisverleihung am 30. April 2010 ist Prof. Dr. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig), der über den „Ursprung des Menschen aus Sicht des Neandertals“ spricht.
Jochen Utikal (Jahrgang 1974) studierte Humanmedizin in Ulm und wurde dort 2001 mit einer Arbeit zum Hautkrebs promoviert. Von 2002 bis 2006 war er Assistenzarzt an der Universitätsmedizin Mannheim. Als Postdoktorand forschte Dr. Utikal an der Harvard Medical School in Boston (USA) und habilitierte sich im Jahr 2009 an der Medizinischen Fakultät Mannheim für das Fach Dermatologie und Venerologie. Aktuell ist der Mediziner an der Universitäts-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim tätig. Mit seinen Forschungsarbeiten verfolgt Dr. Utikal das Ziel, Pigmentzellen der Haut in sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen umzuwandeln. Diese ähneln in ihren Eigenschaften embryonalen Stammzellen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie noch nicht auf eine bestimmte Zellart spezialisiert sind. Die Untersuchungen von Dr. Utikal sollen dazu beitragen, den bislang weitgehend unbekannten Mechanismus der Umwandlung aufzuklären und damit auch neue Erkenntnisse für die Tumorgenese zu gewinnen.
Der Forschungspreis wurde von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftet. Sie hat der Universität ihr Vermögen mit der Auflage vermacht, jährlich einen Preis für besondere wissenschaftliche Leistungen in der Krebsforschung zu vergeben. Den Festakt zur Verleihung des Hella Bühler-Preises 2010 eröffnet Prof. Dr. Karlheinz Sonntag, Prorektor der Universität Heidelberg. Nach dem Festvortrag von Prof. Pääbo wird Prof. Dr. Sergij Goerdt, Direktor der Universitäts-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim, die Laudatio auf den Preisträger halten. Dr. Utikal spricht in seinem Vortrag zum Thema „Vom Melanozyten zur pluripotenten Stammzelle“. Die Veranstaltung findet in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 15 Uhr.
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Der Preisträger Priv.-Doz. Dr. Jochen Utikal |
Kontakt:
Dr. med. Jochen Utikal
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4461
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: jochen.utikal@umm.de
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(0098.txt)
CBTM der Medizinischen Fakultät Mannheim an neuartigem EU-Projekt beteiligt
Mannheim, den 21. April 2010
Wissenschaftler des Lehrstuhls für Neurophysiologie am Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) der Medizinischen Fakultät Mannheim beteiligen sich an dem großen, europaweiten Forschungsprojekt Europain (“Understanding chronic pain and improving its treatment”). Insgesamt 20 Partner aus Europa - führende universitäre und industrielle Wissenschaftler und Kliniker - forschen gemeinsam für ein besseres Verständnis der Mechanismen der Schmerzentstehung und für eine bessere Therapie chronischer Schmerzen.
Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist eine von zwölf renommierten akademischen Einrichtungen, die sich mit acht Industrieunternehmen zu dem europäischen Netzwerk zusammengeschlossen haben. Mit vereinten Kräften und gebündelter Kompetenz arbeiten sie auf ein gemeinsames Ziel hin – die Lebensqualität von Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden, zu verbessern.
Jeder fünfte Erwachsene leidet an chronischen Schmerzen. Sie gehören zu den Hauptursachen für Langzeitarbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Trotz umfangreicher Forschungsprogramme biopharmazeutischer Firmen und universitärer Einrichtungen besteht nach wie vor ein Bedarf an effektiveren Therapiestrategien mit weniger Nebenwirkungen.
Das Projekt Europain hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Über diesen Zeitraum wird es von der Innovative Medicines Initiative (IMI) mit rund sechs Millionen Euro und vom europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie (EFPIA) mit rund 12,5 Millionen Euro in Sacheinlagen gefördert. Bei dem Projekt IMI Europain handelt es sich um eine neue Förderform der Public-Private-Partnership zwischen der pharmazeutischen Industrie und universitären Einrichtungen. Deren Ziel ist es, die Forschung für die Entwicklung besserer Medikamente voranzutreiben und sicherzustellen, dass Europa im biopharmazeutischen Sektor wettbewerbsfähig bleibt.
Das Forschungsprojekt Europain ist in acht konkret definierte „work packages“ gegliedert. Eines dieser Arbeitspakete wird von Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim, geleitet. Es trägt den Titel „Translational Pain Models in Humans“ und widmet sich dem neuropathischen Schmerz – meist chronischen Schmerzen, deren Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem zu finden sind.
Der Lehrstuhl ist darüber hinaus an drei weiteren Arbeitspaketen beteiligt. Eines davon befasst sich mit der Quantitativen Sensorischen Testung (QST), einem standardisierten Verfahren, das es erlaubt, die Schmerzsymptomatik umfassend zu analysieren und darüber auf die jeweils zugrunde liegenden biologischen Mechanismen zu schließen. Prof. Treede: „Mit Europain haben wir die Möglichkeit, das standardisierte QST-Protokoll des Deutschen Forschungsverbunds Neuropathischer Schmerz (DFNS) auf einer breiten Ebene in Europa zu positionieren und unsere Qualitätsrichtlinien zu etablieren.“
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Partner des Europain Netzwerkes
Zwölf renommierte europäische Universitäten:
King’s College London (akademische Leitung), University College London, Imperial College London, University of Oxford, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Technische Universität München, Goethe Universität Frankfurt, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH / Ruhr-Universität Bochum, University Hospitals of Aarhus, Rigshospitalet Copenhagen, University of Southern Denmark
Acht europäische in der Schmerztherapie erfolgreiche Unternehmen:
AstraZeneca (Koordinator), Boehringer Ingelheim, Eli Lilly, Esteve, Pfizer, Sanofi-Aventis, UCB Pharma, SME Neuroscience Technologies in Barcelona
Die Innovative Medicines Initiative IMI
Die IMI ist eine einzigartige Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und
dem europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie EFPIA (European Federation
of Pharmaceutical Industries and Associations).
http://www.imi-europe.org
Eine übergeordnete Pressemitteilung zu diesem Thema finden Sie unter:
http://www.neuro.med.tu-muenchen.de/dfns/presse/pressemeldungen.html
Kontakt:
Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
Fax: 0621 / 383 - 9921
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de
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Fax: 0621 / 383 - 2195
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(0097.txt)
Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät Mannheim können eigenen Transportdienst für den Warentransport nutzen
Mannheim, den 20. April 2010
Ab sofort kann die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg den Transport von Waren, wie Arzneimitteln, Chemikalien oder Proben, ohne eigene Kosten von einem fakultätseigenen Transportdienst erledigen lassen. Diesen Service, der nicht nur die Logistik vereinfacht, sondern auch zur Sicherheit beim Transport beiträgt, verdankt die Fakultät der Unterstützung von insgesamt 36 Firmen der Region.
Die Firmen haben zusammengelegt und sorgen gemeinsam dafür, dass jeder Mitarbeiter der Fakultät den Transportdienst kostenlos nutzen kann. Mit ihren 60 Professoren und rund 500 vorwiegend wissenschaftlich tätigen Mitarbeitern hat die Fakultät einen hohen logistischen Bedarf. Schließlich sitzen die Wissenschaftler nicht im Elfenbeinturm, sondern pflegen aktiv den wissenschaftlichen Austausch sowohl untereinander als auch in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Institutionen.
So findet ein ständiger Fluss zwischen den eigenen Forschungslaboren an den unterschiedlichen Standorten statt, aber auch zwischen der Fakultät und Kooperationspartnern, wie der Universität Mannheim, der Hochschule Mannheim, der Heidelberger Schwesterfakultät und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ). Zum DKFZ besteht eine besonders enge Anbindung durch zwei so genannte Brückenprofessuren, die sowohl in der Medizinischen Fakultät Mannheim als auch im DKFZ verankert sind. Hinzu kommt der regelmäßige Austausch auch in Form von Material mit der eigenen Universität in Heidelberg und dem Wissenschaftsministerium in Stuttgart.
Der neu eingerichtete Transportdienst vermeidet die Nutzung von privaten Fahrzeugen und stellt einen fachgerechten Transport sicher. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Ford Transit Torneo, der speziell für den sicheren Transport auch von gefährlichen Waren ausgebaut wurde.
Als Gegenleistung für die Investition präsentieren sich sämtliche Sponsoren mit ihrer Werbebotschaft auf dem Fahrzeug. Das Projekt wurde von der Firma MOBIL Sport- und Öffentlichkeitswerbung GmbH & Co. KG abgewickelt.
Sponsoren
Brandschutz Bosslet, Hassloch; Pflegeteam Delphin, Mannheim; deutsche apotheker- und ärztebank, Filiale Mannheim; Dr. med. Joachim Grab, Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Mannheim; Maler Hauck, Heidelberg; Herbert Rhein-Neckar GmbH, Gebäudetechnik, Mannheim; Dr. med. Peter Hinz, Facharzt für Urologie, Mannheim; O. Hodzic Trockenbau, Plankstadt; HTS Haustechnischer Service GmbH, Ludwigshafen; Imtech - Best in technical performance; Kadel Installationen, Weinheim; Knörzer Rollladenbau, Mannheim; Konplan Ingenieur- und Softwarekompetenz, Mannheim; Dipl.-Ing. Wilhelm Krieger GmbH & Co KG, Systemhaus & Elektronik, Mannheim; Malerbetrieb Messner, Mannheim; Moser Bauspenglerei, Mannheim; MAMMOGRAPHIE SCREENING, Mannheim; MARUBA das Gasthaus, Mannheim; nowa GmbH Haustechnik, Mannheim; Oase Restaurant und Imbiß-Betriebs GmbH, Mannheim; Architekten Volker Praschtil & Roberto Salcedo, Heidelberg; Radiologie Zentrum Mannheim; RED-MAN Fliesen, Ludwigshafen; ROHRBACHER HOLZWERK-STÄTTE, Heidelberg; rossmanith fenster + fassade, Heidelberg; Gasthaus Schloss am Neckar, Mannheim-Seckenheim; Dr. med. Helga Schmid-Back, Fachärztin für Innere Medizin, Mannheim; Günther Schmitt GmbH, Gemüse, Obst, Molkereiprodukte, Fürth; Schreinerei im Quadrat, Mannheim; st objecteinrichtungen, Mannheim; terrachem Analysenlabor, Mannheim; Unvar & Bilgic, Bodenleger, Mannheim; Weinberg Elektrotechnik, Ketsch; Will Feinkost, Metzgerei u. Partyservice, Mannheim-Feudenheim; Bauingenieurbüro Otmar Zahnleiter, Mannheim; Zentrum für Humangenetik Mannheim
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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(0096.txt)
Erstes Sequenziergerät der neuesten Generation der Universität Heidelberg
Mannheim, den 25. März 2010
Wissenschaftler des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg werden ab sofort in ihrer Forschung durch modernste Sequenzierungstechnik unterstützt. Die Mitarbeiter des im Herbst 2008 neu gegründeten Lehrstuhls beschäftigen sich unter der Leitung des Lehrstuhlinhabers Professor Dr. Michael Boutros mit der Analyse von Signalprozessen, die während der Entstehung von Krankheiten und auch bei der Entwicklung eines Organismus eine wichtige Rolle spielen.
Der Hochleistungs-Sequenzierer der neuesten Generation (SOLiD, Applied Biosystems/Life Technologies) ist das erste Gerät dieser Art an der Universität Heidelberg. Er ermöglicht die Entschlüsselung des Erbguts (Genom) in wenigen Tagen und wird von den Wissenschaftlern beispielsweise dafür eingesetzt, im menschlichen Genom krankheitsauslösende Mutationen ausfindig zu machen. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler mit Hilfe der Sequenzierungstechnologie neue Methoden für ihre Forschungsarbeit entwickeln.
Die Wissenschaftler am Lehrstuhl beschäftigen sich insbesondere mit der zellulären Übertragung von Informationen und deren Fehlleitung bei Krankheiten. Fortwährend erhalten Zellen aus ihrer Umgebung Reize, die ihr Verhalten bestimmen. In der Zelle lösen diese Reize Signale aus, die über so genannte Signalkaskaden in das Innere der Zelle weitergeleitet werden. Im Zellinneren löst das Signal eine Reaktion aus, wie beispielsweise die Teilung oder Differenzierung der Zelle. Die zelluläre Signalübertragung ist von entscheidender Bedeutung bei der Entstehung von Krebs, bei der Regulation von Stammzellen und vielen weiteren Prozessen. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie verwenden moderne genomische und bioinformatische Ansätze, um neue Signalfaktoren zu identifizieren und deren Funktion aufzuklären.
Ein wichtiger wissenschaftlicher Ansatz, Krankheiten zu verstehen und neue therapeutische Angriffspunkte zu finden liegt darin, die zelluläre Signalübertragung im normalen und erkrankten Gewebe zu vergleichen. Die Signale, die eine Zelle erhält, hinterlassen Spuren - auch Signaturen genannt - die sich mittels RNA-Sequenzierung erfassen lassen. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl nutzen die Hochleistungs-Sequenzierung um zu untersuchen, wie sich die Signaturen in Zellen durch die erhaltenen Signale ändern.
Der SOLiD Hochleistungs-Sequenzierer wurde als von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Gerät angeschafft. Er gehört zu den wichtigsten Sequenzier-Systemen auf dem derzeitigen Markt. Die damit entwickelten neuen Methoden werden als „Next Generation Sequencing“ (NGS) bezeichnet. Forscher weltweit setzen NGS-Technologien ein, um das Erbgut auf Fehler zu untersuchen.
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Der SOLiD Hochleistungs-Sequenzierer am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
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Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Michael Boutros
Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Universitätsmedizin Mannheim
Ludolf-Krehl-Straße 13 - 17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9650
E-Mail: michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de; m.boutros@dkfz.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0095.txt)
Qualifizierte Wissenschaftlerinnen genießen Förderung durch Wissenschaftsministerium und Hochschule
Mannheim, den 22. März 2010
Mit Dr. med. Freia De Bock und Dr. med. (Univ. Debrecen) Dr. rer. nat. Judit Boda-Heggemann wurden in diesem Jahr gleich zwei Ärztinnen aus der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) für das mehrjährige Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ausgewählt. Margarete von Wrangell wurde 1923 als erste Frau ordentliche Professorin - „Ordinaria“ - an einer deutschen Universität. Mit dem nach ihr benannten Habilitationsprogramm fördert die Landesregierung Baden-Württemberg qualifizierte Frauen in der Wissenschaft. Ziel ist es, die Zahl der Professorinnen zu erhöhen.
Freia De Bock ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) und Ärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim. Bereits 2006 wurde sie für ihre Promotionsarbeit auf dem Gebiet der Neurophysiologie mit dem Dr. Wilma Moser-Preis der Medizinischen Fakultät Heidelberg ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt die Fakultät jährlich die jüngste Doktorandin, die ihre Doktorarbeit mit „summa cum laude“ abschließt. Nach zweieinhalbjähriger Facharztausbildung begann sie 2008 ihre Karriere als wissenschaftliche Projektleiterin am MIPH. Die junge Ärztin leitet eine große Studie mit über 1.000 Kindern, die Bewegungs- und Ernährungsprogramme in Kindergärten in Baden-Württemberg evaluiert. Freia De Bock erforscht dabei den Einfluss des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens auf Körperbau und andere gesundheitliche Parameter wie Schlafverhalten, aerobe Fitness und das vegetative Nervensystem der Kindergartenkinder. Ihr Habilitationsthema lautet „Bewegungsförderung im Kindergartenalter und Einflüsse des Bewegungsverhaltens auf anthropometrische und physiologische Gesundheitsparameter“.
Judit Boda-Heggemann arbeitet seit 2005 in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim und hat mehrere grundlegende Arbeiten zur bildgesteuerten Strahlentherapie veröffentlicht. Sie erhielt 2006 den Preis für klinisch-onkologische Forschung des Onkologischen Arbeitskreises Mannheim und 2007 den Hochpräzisionspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Die junge Wissenschaftlerin promovierte in Ungarn in Medizin und schloss am Deutschen Krebsforschungszentrum eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit ab. Parallel zur Facharztausbildung arbeitet Judit Boda-Heggemann an ihrem Habilitationsthema „Bildgeführte Strahlentherapie und Echtzeit-Bewegungsdetektion mittels Ultraschall-Bildgebung zur Präzisionserhöhung in der Strahlentherapie“.
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Dr. med. Freia De Bock |
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Dr. med. (Univ. Debrecen) Dr. rer. nat.
Judit Boda-Heggemann |
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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(0094.txt)
DFG-geförderte multizentrische Klinische Studie ermittelt bestes Operationsverfahren beim Enddarm-Vorfall
Mannheim, den 12. März 2010
Ein interdisziplinäres Studienteam der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und des End- und Dickdarm-Zentrums Mannheim (EDZ) hat erfolgreich Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Durchführung der multizentrischen Studie DeloRes eingeworben. Ziel der Studie ist es, die auf lange Sicht erfolgreichste chirurgische Therapie beim Enddarm-Vorfall (Rektumprolaps Grad III) zu identifizieren. Dafür werden zwei unterschiedliche, etablierte Operationsverfahren und deren Erfolg über einen Zeitraum von fünf Jahren in 13 Studienzentren miteinander verglichen. Das Mannheimer Studienteam erhält rund 440.000 Euro für die ersten drei Jahre. Das gesamte Volumen des Antrages umfasst knapp eine Million Euro.
Ein Rektumprolaps Grad III liegt vor, wenn Anteile des Enddarms aus dem After hervortreten. Patienten mit einem fortgeschrittenen Enddarm-Vorfall fühlen sich in ihrem alltäglichen Leben stark eingeschränkt und leiden unter einem erheblichen Verlust an Lebensqualität - bis hin zur sozialen Isolation, bei der die Patienten jeglichen Kontakt zur Umwelt meiden.
Da sich die betroffenen älteren Patienten häufig schämen, über ihre Erkrankung zu reden, bleibt das Leiden oft unerkannt und wird nicht richtig behandelt. Darüber hinaus sind Hausärzte oftmals nicht ausreichend darüber informiert, wo die Patienten Hilfe erhalten können. Dieses Problem greift die DeloRes-Studie auf. Sie bietet Patienten und Ärzten Hilfe durch professionelle Beratung und Behandlung.
Im Rahmen der DeloRes-Studie werden ab Juni 2010 die beiden Operationsverfahren an 13 universitären und nicht-universitären Kliniken in Deutschland und der Schweiz verglichen. Bei der Operation nach Delorme erfolgt der Zugang über den Enddarmausgang, die so genannte Resektionsrektopexie wird minimal-invasiv durch die Bauchdecke ausgeführt.
Die erfolgreiche Einwerbung der Mittel zur Durchführung der DoloRes-Studie durch das Mannheimer Studienteam begründet sich unter anderem in der seit Jahren engen Kooperation der Chirurgen des Mannheimer Universitätsklinikums mit dem End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim im klinischen und wissenschaftlichen Bereich. Das Zentrum betreibt seit 1992 eine proktologische Abteilung in und mit der Chirurgischen Universitätsklinik. Jährlich werden hier etwa 2.000 Patienten mit Enddarmleiden behandelt. Weiterhin wichtig für die Durchführung der Studie ist die enge wissenschaftliche Kooperation mit Partnern aus Heidelberg: Professor Dr. Meinhard Kieser (Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik), Privatdozent Dr. Christoph M. Seiler (Leiter des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie) und Dr. Steffen Luntz (Leiter des Koordinierungszentrums Klinische Studien).
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Das Studienteam (v.l.n.r.) Dr. Andreas Joos (EDZ), Prof. Dr. Peter Kienle (UMM), Prof. Dr. Stefan Post (UMM), Prof. Dr. Alexander Herold (EDZ), Dr. Florian Herrle (UMM), PD Dr. Dieter G. Bussen (EDZ) sowie Dr. Simone Rothenhoefer (UMM; leider nicht auf dem Foto) |
Kontakt für Ärzte und Angehörige
Dr. Florian Herrle
Tel. 0621 / 383-1501
E-Mail delores@umm.de
Kontakt:
Prof. Dr. med. Stefan Post
Direktor der Chirurgischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2225
Fax: 0621 / 383 - 3809
E-Mail: chirurgie.mannheim@umm.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0093.txt)
Vier Master-Studiengänge ergänzen das Studium im Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin
Mannheim, den 9. März 2010
Hochschulabsolventen mit einem einschlägigen akademischen Abschluss können sich mit einem zusätzlichen Master-Studium an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg neue Berufsfelder erschließen. Die international ausgerichteten, englischsprachigen Master-Studiengänge führen zu einem Master of Science (MSc.) in einem medizinnahen Fachbereich, etwa in der Gesundheitsökonomie, der Medizinischen Physik oder der Translationalen Forschung.
Die Masterstudiengänge sind in Modulen aufgebaut und entsprechen in dieser Struktur sowie durch die Vergabe von Credit Points (nach dem ECTS) den Vor¬gaben des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums. Hochschulabsolventen können die Module der Master-Studiengänge als Vollzeitstudium innerhalb eines Jahres absolvieren. Eine Ausnahme bildet der Master-Studiengang Biomedical Engineering, der über zwei Jahre geht. Alle Master-Studiengänge sind über vielfältige Kooperationen vernetzt.
Beim Master-Studiengang Medical Physics kooperiert die Fakultät mit Universitäten in London, Boston, Durham, Baltimore und Shanghai, mit denen ein systematischer Studentenaustausch stattfindet. Studierende der Medizin, aber auch Physiker, Biowissenschaftler, Informatiker oder Ingenieure werden interdisziplinär zu Medizinphysikern ausgebildet. Dabei werden Inhalte aus der Medizin, der Physik und der Technik vermittelt. Thematisch eng verwandt ist der zweijährige Master-Studiengang Biomedical Engineering. Dieser richtet sich vorwiegend an Absolventen eines dreijährigen Bachelor-Studiums in einem technischen Fach.
Der Master-Studiengang Health Economics vermittelt fundierte Kenntnisse der ökonomischen Theorie und über deren praktische Anwendung im Rahmen von gesundheitsökonomischen Evaluationen. Die Studierenden lernen, wirtschaftswissenschaftliche Theorien auf das Gesundheitswesen zu übertragen. Der Studiengang deckt ein breites Fächer- und Themenspektrum ab und bietet Anknüpfungspunkte zu benachbarten Fachgebieten wie Public Health, Gesundheitspolitik und Management.
Der Master-Studiengang Translational Medical Research ermöglicht den Studierenden einen strukturierten Einstieg in die medizinische Forschung und fördert damit systematisch die Ausbildung junger Wissenschaftler. Im Mittelpunkt stehen die Übertragung molekularwissenschaftlicher Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die klinische Diagnostik und Behandlung, ebenso wie die Rückführung klinischer Beobachtung in die Forschung (Translation). Im Rahmen von Wahlfachvertiefungen werden drei Forschungsschwerpunkte der Fakultät abgebildet: die Molekulare Onkologie, die Neurobiologie und die Vaskuläre Medizin.
Bundesweit einzigartig: Mannheimer Medizin-Studierende können im Rahmen des innovativen Modellstudiengangs nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM) bereits während ihres Studiums Module der Master-Studiengänge belegen und damit neben der ärztlichen Approbation einen Master of Science erwerben. Im Rahmen des MaReCuM-Studiums werden die Master-Studiengänge durch Stipendien finanziert. Als Vollzeitstudium sind sie kostenpflichtig.
Master-Studiengänge der Medizinischen Fakultät Mannheim
Health Economics
Medical Physics
Biomedical Engineering
Translational Medical Research
Kontakt:
Dr. Sigrid Wolter
Studiendekanat
Medizinische Fakultät Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9759
E-Mail: sigrid.wolter@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
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(0091.txt)
Abschluss-Symposium mit den Absolventen der zweiten Förderperiode
Mannheim, den 5. März 2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das an der Medizinischen Fakultät Mannheim angesiedelte, internationale Graduiertenkolleg „Vascular Medicine“ (GRK 880) für weitere drei Jahre und damit insgesamt über die maximal mögliche Förderdauer von neun Jahren. Damit geht das Projekt in die dritte Förderperiode.
Die zweite Förderperiode des Graduiertenkollegs findet ihren Abschluss in einem Symposium, zu dem die beiden Sprecher, Professor Dr. Hans-Peter Hammes (Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim) und Professor Dr. Han Moshage (Direktor des Groningen Institute of Drug Exploration), interessierte Wissenschaftler eingeladen haben. Bei dem heutigen Symposium stellen die elf Studierenden, die in den vergangenen drei Jahren gefördert wurden, in Vorträgen ihre Projekte dar. Auch der Projektpartner aus Groningen steuert Gastvorträge bei.
Die „Vaskuläre Medizin“ (Gefäßmedizin) ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim. Im Rahmen der Graduierten-Ausbildung ist das im Jahr 2004 gegründete Graduiertenkolleg ein zentrales Element dieses Schwerpunktes. Es basiert auf einer engen strategischen Zusammenarbeit mit Instituten der Rijksuniversiteit Groningen. Die gesammelte Expertise von Grundlagenforschern und Klinikern der beiden großen akademischen Institutionen, Universität Heidelberg (Medizinische Fakultät Mannheim) und Rijksuniversiteit Groningen, fließt in das internationale Gemeinschaftsprojekt ein, das auch durch die Niederländische Forschungsorganisation (NWO) gefördert wird.
Gemeinsame Forschungsvorhaben und die Ausbildung von angehenden Medizinern im Bereich der Vaskulären Medizin versprechen für die Zukunft Fortschritte in der Behandlung der großen Volkserkrankungen. Denn die Gefäße spielen eine wichtige Rolle beispielsweise bei Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.
Ziel des Ausbildungsprogramms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist es, klinisches Wissen und Grundlagenforschung im Bereich der Vaskulären Medizin zusammenzubringen. Wichtig ist auch die Vernetzung der Graduiertenstudenten mit medizinischem und lebenswissenschaftlichem Hintergrund. Durch die Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen ist es darüber hinaus erstmals für die Mannheimer Mediziner möglich, den internationalen Abschluss PhD, der dem deutschen Doktor in englischsprachigen Ländern entspricht, zu erreichen. Derzeit befinden sind drei Graduierte mit diesem Ziel in Groningen.
Im Zentrum der dritten Förderperiode des Graduiertenkollegs steht die „vaskuläre Schädigung“. Insgesamt 16 neue Projekte, davon drei Kooperationen zwischen verschiedenen Forschergruppen der Universität Heidelberg, befassen sich beispielsweise mit diabetischen Gefäßerkrankungen, entzündlichen Gefäßerkrankungen sowie dem normalen und krankhaften Wachstum kleiner Blutgefäße.
Gemeinsam mit dem TransRegio-Sonderforschungsbereich 23 “Vascular Differentiation and Remodeling“, der sich mit der Gefäßbiologischen Forschung befasst, ist das Graduiertenkolleg „Vaskuläre Medizin“ eine der wichtigen Aktivitäten für Graduiertenstudierende der Medizinischen Fakultät Mannheim.
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie bieten Doktoranden die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen.
Programm zum Abschluss-Symposium Vaskuläre Medizin:
Download
Kontakt:
Prof. Dr. med. Hans-Peter Hammes
Sektionsleiter Endokrinologie
V. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2663
Fax: 0621 / 383 - 3804
E-Mail: hans-peter.hammes@med5.ma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0090.txt)
Gleichzeitige Darstellung von Protonen, Natrium und Chlorid in der lebenden Zelle verspricht neue Erkenntnisse zu verschiedenen Erkrankungen
Mannheim, den 16. Februar 2010
Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, die Verteilung der für die Funktion von Zellen wichtigen Ionen Natrium und Chlorid in einer einzigen Untersuchung mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) im lebenden Organismus bildlich darzustellen. Natrium und Chlorid regulieren den Flüssigkeitsstrom zwischen Zellen und damit die Gewebespannung, den osmotischen Druck, im Organismus. Beide Ionen sind aber auch wichtig für die Reizleitung in Nerven und Muskeln.
Erst kürzlich hatten die Forscher eine Messmethode entwickelt, durch die sie in einer einzigen Untersuchung Protonen-, Natrium- und Kalium-Bilder mit Hilfe eines hochauflösenden 9,4 Tesla MRT-Gerätes erstellen können. Ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, durch die sich die Vitalität von Zellen ohne Strahlenbelastung darstellen lässt.
Den Forschern Dr. Stefan Kirsch, Prof. Dr. Lothar Schad, Prof. Dr. Lothar Schilling und David Seiffge von der Medizinischen Fakultät Mannheim sowie Mark Augath vom Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen ist es jetzt gelungen, das bestehende Verfahren so zu modifizieren, dass Protonen-, Natrium- und auch Chlorid-Bilder in einer Untersuchung erstellt werden können.
Neuere Forschungen zeigen, dass Chlorid eine wichtige Rolle bei Erkrankungen verschiedener Organe sowie des Nervensystems spielt. Das Forscherteam erhofft sich durch die Messmethode wichtige neue Erkenntnisse, die zu einer besseren Behandlung dieser Erkrankungen führen. „Als Gegenpart zu den positiv geladenen Ionen Natrium und Kalium ist Chlorid das wichtigste negativ geladene Ion im menschlichen Organismus. Durch die Abbildung der Chlorid-Ionen in der lebenden Zelle erwarten wir Aufschluss über die Mechanismen bei Krankheiten, bei denen Chlorid nachweislich eine Rolle spielt“, so Prof. Dr. rer. nat. Lothar Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin der Universitätsmedizin Mannheim. „Sind die Mechanismen verstanden, können auf dieser Basis neue Behandlungsstrategien entwickelt werden.“
Die MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung der Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Sie ist eine nicht-invasive Technik, die den Körper des Patienten nicht durch Strahlung belastet. In der konventionellen MRT resultiert das Bild aus den Protonen der körpereigenen Wassermoleküle. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, andere körpereigene Atomkerne zur Erstellung von MRT Bildern zu verwenden. Das Besondere an den neuen Messverfahren ist die gleichzeitige Darstellung von Protonen und verschiedenen Ionen, durch die in einer Messung sowohl die Gewebestruktur als auch die Verteilung der Ionen in den Zellen dargestellt werden kann.
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Kombinierte Protonen, Natrium und Chlorid MRT. Das Bild zeigt Schichtaufnahmen vom Kopf eines Versuchstieres: Morphologische Protonen-Bilder (a), Natrium-Bilder (b) und Chlorid-Bilder (c), sowie Überlagerungen der Natrium- (d) und Chlorid-Bilder (e) mit den jeweiligen Protonen-Bildern. |
Publikation:
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit erscheinen im Journal NMR in Biomedicine.
Sie sind in Kürze online verfügbar (doi:10.1002/nbm.1500).
Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad
Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 5121
Fax: 0621 / 383 - 5123
E-Mail: Lothar.Schad@MedMa.Uni-Heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0088.txt)
Zweitausendste Patientin der von Mannheim aus koordinierten TARGIT-Studie in Frankfurt behandelt
Mannheim, den 18. Dezember 2009
Seit März 2000 erproben weltweit Ärzte an Brustzentren im Rahmen der internationalen TARGIT Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) ein neuartiges Verfahren zur intraoperativen Strahlenbehandlung (IORT) bei Brustkrebs. Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Polen, Kanada, Australien und den USA vergleichen im Rahmen dieser Studie die Ergebnisse der konventionellen, mehrwöchigen externen Strahlentherapie mit der einmaligen, etwa 30-minütigen intraoperativen Strahlentherapie. Am Frankfurter Universitätsklinikum wurde kürzlich die zweitausendste Patientin der weltweiten Studie behandelt. Damit ist man nahe am Ziel von insgesamt mehr als 2200 an der Studie beteiligten Patientinnen. Die bisherigen Ergebnisse der intraoperativen Bestrahlung stimmen die Mediziner sehr optimistisch.
Die Strahlentherapie ist ein wichtiger und zwingender Bestandteil bei der Brust-erhaltenden Behandlung von Krebs, um eventuell noch im Gewebe vorhandene Tumorzellen nach der Operation abzutöten. Bei der intraoperativen Strahlentherapie wird das betroffene Gewebe im Tumorbett noch während der Operation, nach der Entfernung des Tumors, gezielt bestrahlt. Das umliegende Gewebe wird mit dieser Methode geschont. Zum Einsatz kommt dabei das Bestrahlungssystem „Intrabeam“ von Carl Zeiss.
Die TARGIT-Studie prüft, ob sich mit der Bestrahlung direkt am Tumorbett die Gefahr des Wiederauftretens von Krebs in der betroffenen Brust ebenso wirksam eindämmen lässt wie bei der üblichen, mehrwöchigen Nachbehandlung. Dabei entscheidet ein Zufallsverfahren, welche der teilnehmenden Frauen eine konventionelle Strahlentherapie erhält und welche intraoperativ bestrahlt wird.
Die an der Studie beteiligten deutschen Zentren werden vom Brustzentrum der Mannheimer Universitätsmedizin aus koordiniert (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Leitung: Prof. Dr. Frederik Wenz; Frauenklinik, Leitung: Prof. Dr. Marc Sütterlin). Das Mannheimer Zentrum war das zweite Zentrum weltweit, das Patientinnen in die Studie einschloss - bis heute rund 150 Frauen. Neben dem Universitätsklinikum Mannheim und dem Universitätsklinikum Frankfurt nehmen in Deutschland das Klinikum des Bayrischen Roten Kreuzes München und die Ludwig-Maximilians-Universität München, das St. Gertrauden Krankenhaus Berlin sowie das Universitätsklinikum Homburg an der Studie teil.
Professor Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim, ist optimistisch: „Die bisherigen Ergebnisse der intraoperativen Bestrahlung, des so genannten Boost, sind sehr vielversprechend. Nur bei 1,5 Prozent der intraoperativ behandelten Patientinnen wurde nach einer mittleren Beobachtungszeit von fünf Jahren erneut ein Tumor in der Brust entdeckt.“ Die Rückfallrate bei herkömmlichen Behandlungen liegt nach fünf Jahren bei drei bis fünf Prozent. „Die verkürzte Bestrahlungsphase reduziert außerdem die psychische Belastung der Patientinnen erheblich“, beschreibt Professor Wenz die weiteren Vorteile der intraoperativen Therapieoption, die mittlerweile schon den Weg in die klinische Routine gefunden hat. Die intraoperative Strahlentherapie mit „Intrabeam“ wertet der Strahlentherapeut daher als bedeutenden Schritt in der Behandlung von Brustkrebspatientinnen.
Informationen über TARGIT im Netz:
http://www.targit-research.org
Kontakt:
Prof. Dr. Frederik Wenz
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4960
Fax: 0621 / 383 - 3493
E-Mail: frederik.wenz@umm.de
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(0087.txt)
Neue Technologie erstmals auf weltweit größtem Radiologenkongress in Chicago präsentiert und in Mannheim implementiert
Mannheim, den 30. November 2009
Mensch und Maschine im perfekten Zusammenspiel: Ein neues System der Kernspin-Technologie, das hoch entwickelte Magnetresonanztomographie (MRT) mit einer intelligenten Steuerung verknüpft und damit den Mediziner unterstützt, wird jetzt an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingeführt. Im Rahmen des weltweit größten Radiologenkongresses, des Jahrestreffens der Radiological Society of North America (RSNA) in Chicago, wird die Technologie erstmals der Fachwelt vorgestellt.
Das von Professor Dr. Stefan Schönberg geleitete Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin unterstützt damit eine Weiterentwicklung der MRT-gestützten Bildgebung, die durch eine grundlegende Änderung der Messabläufe einen Paradigmenwechsel in der MRT herbeiführt. Die Technologie ermöglicht eine individualisierte Behandlung der Patienten und verbessert gleichzeitig die Arbeitsabläufe bei MRT-Untersuchungen erheblich.
Bei dem neuen System handelt es sich um einen MR-Tomographen der Firma Siemens mit einer Magnetfeldstärke von 3,0 Tesla, der mit zwei innovativen Technologien ausgestattet ist: Tim 4G (Total imaging matrix) und Dot (Day optimizing throughput) Engine. Die Kombination beider Technologien unterstützt den Radiologen bei der automatischen und standardisierten Erfassung aller morphologischen und funktionellen Veränderungen im Körper, die radiologisch messbar sind. Gleichzeitig kann mit dem Gerät die gesamte Ausdehnung der Erkrankung erfasst werden, ohne dass der Patient umgelagert werden müsste - vom Ganzkörperscan bis hin zu kleinsten anatomischen Details, wie etwa dem Innenohr.
Die neue, benutzerfreundliche Dot Technologie navigiert den Untersucher mit Bildern und Text Schritt für Schritt selbst durch komplexe Untersuchungen. Und dennoch können die Untersuchungen jederzeit mit wenigen Mauseklicks an den Patienten individuell angepasst werden. Die neue Technologie macht das Verfahren einfach und sicher in der Handhabung und verkürzt die Untersuchungen – zum Wohle des Patienten und der Abläufe in der Klinik. Darüber hinaus wird auf diese Weise eine gleichbleibend hohe Bildqualität auch bei komplexen Untersuchungen, wie zum Beispiel des Herzens oder der Gefäße, erreicht.
Nicht zufällig findet die neue Technologie am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim seine erste Anwendung, wo gebündelte medizinische Kompetenz und Spitzentechnologie eine gesunde Allianz eingehen. Einmal mehr erweist sich das Institut als Taktgeber bei der Einführung zukunftsweisender Technologie. Erst im Juli dieses Jahres hatte das Institut das erste PET-CT einer neuen Generation, den Biograph Molecular CT von Siemens, europaweit erstmals in dieser Konfiguration installiert.
RSNA 2009
Radiological Society of North America 95th Scientific Assembly and Annual Meeting
http://rsna2009.rsna.org/preliminary_information.cfm
Kontakt:
Prof. Dr. med. Stefan Schönberg
Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: baerbel.reichhard@umm.de (Sekretariat))
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0086.txt)
EU fördert Aufbau neuer Therapieansätze zur Nemalinen Myopathie
Mannheim, den 13. November 2009
Eine von Mannheim aus aufgebaute internationale Kooperation führt zu neuen Erkenntnissen in der Erforschung der Nemalinen Myopathie, einer Muskelerkrankung, die zu einer ausgeprägten Muskelschwäche und letztendlich zum Versagen des Zwerchfells und der Atemmuskulatur führen kann. Die Diagnose der Nemalinen Myopathie bereitet den Medizinern Probleme, weil die Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen kann. Darüber hinaus ist das die Krankheit verursachende Protein Nebulin eines der größten bekannten Proteine überhaupt, wodurch die Suche nach Mutationen der Suche nach Stecknadeln in einem Heuhaufen gleicht. Dies spiegelt sich in der Namensgebung wider: Der Eiweißstoff wurde von Wissenschaftlern als “Nebulin” bezeichnet, weil seine Eigenschaften über Jahrzehnte “nebulös” blieben.
Gegenstand der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Amsterdam sowie der University of Arizona in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) waren die Funktionen des Muskelproteins Nebulin in den Muskelfasern lebender Tiere. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das Nebulin vorwiegend als Strukturprotein die dünnen Filamente in Muskelfasern stabilisiert. Neuartige und überraschende Einblicke konnten jetzt durch Untersuchungen mit so genannten Knockout-Mäusen aus Mannheim gewonnen werden, bei denen das Nebulin-Gen ausgeschaltet ist und daher die Funktion des Nebulins entfällt. Die Wissenschaftler entdeckten dabei bisher unbekannte Eigenschaften des Proteins: Nebulin aktiviert die dünnen Filamente im Skelettmuskel und verstärkt die Kraft und Effizienz der Kontraktion im Sarkomer, und zwar indem es in den Mechanismus der Muskelkontraktion eingreift. Es beeinflusst die Kinetik der zyklischen Bildung von Querbrücken des Motorproteins Myosin der dicken Filamente mit dem Aktin der dünnen Filamente – letztendlich die Basis der Muskelkontraktion.
Die neuen Erkenntnisse helfen zu verstehen, wie der Skelettmuskel sehr rasch seine maximale Kraft aufbauen kann. Sie bieten auch eine Erklärung dafür, wie es zu dem ausgeprägten Kraftverlust bei der Nemalinen Myopathie kommt. Die Wissenschafter hoffen nun, auf dieser Basis therapeutische Ansätze für die Erkrankung entwickeln zu können.
Ein EU-Antrag, der die weitere Analyse der Krankheitsmechanismen sowie die zuverlässigere Diagnose der Nemalinen Myopathie erleichtern wird, wurde in den vergangenen Tagen positiv entschieden. Professor Dr. med. Siegfried Labeit und Privatdozent Christian Witt (beide Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Mannheim) sind in dieses Projekt als Partner für den Aufbau neuer therapeutischer Ansätze eingebunden.
Publikation
“Nebulin alters crossbridge cycling kinetics and increases thin filament activation –
a novel mechanism for increasing tension and reducing tension cost”
Chandra Murali, Ranganath Mamidi, Steven Ford, Carlos Hidalgo, Christian Witt,
Coen Ottenheijm, Siegfried Labeit, Henk L. Grazier
The Journal of Biological Chemistry
Publikation: http://www.jbc.org/content/284/45/30889.long
Kontakt:
Prof. Dr. med. Siegfried Labeit
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Leiter der Forschergruppe Molekulare Grundlagen der Muskelrestrukturierung bei chronischen Erkrankungen
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1625
Fax: 0621 / 383 - 3806
E-Mail: siegfried.labeit@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0084.txt)
Weltweit erstmalig: Intraoperative Radiotherapie während der operativen Therapie des Wirbelkörpers
Mannheim, den 10. November 2009
Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist unter Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im Rahmen einer Studie weltweit erstmals ein neues, vielversprechendes Behandlungsverfahren für Metastasen der Wirbelsäule angewendet worden. Es handelt sich um ein kombiniertes Verfahren, bei dem die Knochenmetastasen durch einen minimal invasiven Zugang zunächst intraoperativ bestrahlt werden und anschließend der Wirbelkörper über denselben Zugangsweg mittels der so genannten Kyphoplastie stabilisiert wird.
Das neue Verfahren verspricht neben der sofortigen Schmerzlinderung durch die Kyphoplastie eine sichere Therapie der Metastasen, bedingt durch die hohe lokale Strahlendosis, die direkt am Zielort appliziert werden kann.
Eine Vielzahl von bösartigen Tumoren neigt dazu, in den Knochen Tochtergeschwülste zu entwickeln. Knochenmetastasen siedeln sich vor allem in den Wirbelkörpern an. Mit der Metastasierung geht eine schmerzhafte Auflösung des Wirbelkörpers einher, die häufig die Bewegungsfähigkeit im täglichen Leben stark einschränkt. Eine Therapie in dieser Situation hat zum Ziel, das Tumorwachstum am Rückenmark zu stoppen sowie den Wirbel zu stabilisieren und den Patienten vom Schmerz zu befreien.
Standardtherapie ist bislang die Bestrahlung des von der Metastase betroffenen Wirbelkörpers durch die intakte Haut hindurch (perkutan). Der auf diese Weise behandelte Knochenanteil kann sich wieder zu tragfähigem Knochen regenerieren, was jedoch in der Regel mehr als drei Monate in Anspruch nimmt. Zudem treten bei dieser Behandlung in etwa zehn Prozent der Fälle Rezidive auf, da nur eine geringere Strahlendosis eingesetzt werden kann, um Haut und gesundes Rückenmark zu schonen.
Selten kommen operative Verfahren zur Stabilisierung der Wirbelkörper und Schmerzminderung zur Anwendung. Bei der Methode der Kyphoplastie, die ansonsten vor allem zur Stabilisierung von osteoporotischen Wirbelfrakturen zum Einsatz kommt, werden die eingebrochenen Wirbelkörper mithilfe von eingespritztem Knochenzement stabilisiert.
Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum (Professor Dr. Udo Obertacke) ist es, unter der Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie (Professor Dr. Frederik Wenz), weltweit erstmals gelungen, die Bestrahlung eines Tumor-befallenen Wirbelkörpers minimal invasiv - durch einen Schnitt von weniger als einem Zentimeter - direkt im Wirbelkörper durchzuführen und diesen gleichzeitig durch Knochenzement zu stabilisieren.
Der Therapieansatz basiert auf den unfangreichen und guten Erfahrungen der Mannheimer Strahlenklinik mit der Intraoperativen Strahlentherapie (IORT) der Brust, die hier bereits seit Jahren in enger Kooperation mit der Universitäts-Frauenklinik konsequent und erfolgreich angewendet wird - mit einer verkürzten Strahlenbehandlung und niedrigeren Rückfallraten. Darüber hinaus wird hier eine große Studie zur IORT der Brust koordiniert, an der sich in Deutschland 9 und weltweit 24 Zentren beteiligen.
Bei der IORT sowohl der Brust als auch zur Behandlung von Wirbelsäulen-Metastasen wird die Strahlung mithilfe eines mobilen Bestrahlungsgerätes (INTRABEAM®, Carl Zeiss Oberkochen) mit hoher Präzision appliziert. Trotz des Einsatzes einer relativ hohen Strahlendosis wird dabei das umgebende gesunde Gewebe geschont.
Das neue Behandlungsverfahren für Wirbelsäulen-Metastasen kann derzeit nur im Rahmen einer klinischen Studie angewendet werden. Profitieren könnten von dieser Therapie Patienten mit einzelnen Knochenmetastasen in Wirbelkörpern, die schmerzhaft sind oder von ihrer Größe her das Rückenmark zu erreichen drohen. Bei etwa 30 Prozent aller an Wirbelsäulenmetastasen erkrankten Patienten würde sich eine Kyphoplastie in Kombination mit einer IORT anbieten.
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Prof. Wenz demonstriert die korrekte Lage des Applikators für die IORT im Wirbelkörper. |
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Der Wirbelkörper wird nach der IORT mittels Ballon-Kyphoplastie aufgefüllt. |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Udo Obertacke
Direktor der Klinik für Unfallchirurgie
Stellv. Leiter des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2248
Fax: 0621 / 383 - 3818
E-Mail: udo.obertacke@umm.de
Kontakt:
Prof. Dr. med. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 3530
Fax: 0621 / 383 - 3493
E-Mail: frederik.wenz@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0082.txt)
BMBF bewilligt Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz eine dritte Förderperiode /
Aufbau eines Qualitätsmanagementzentrums an der Universitätsmedizin Mannheim geplant
Mannheim, den 2. November 2009
Der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) konnte sich eine weitere dreijährige Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sichern. Der Verbund, in dem sich Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim maßgeblich engagieren, wird damit bereits in der dritten Förderperiode unterstützt. Mit der Anschlussförderung festigt das deutschlandweite Netzwerk seine Vorreiterrolle in der Erforschung neuropathischer Schmerzen.
Jeder Schmerzmechanismus erfordert eine spezifische Therapie – so der Leitgedanke der DFNS. Man spricht von einer Mechanismen-orientierten oder Symptom-basierten Therapie. Um die dem Schmerz zugrunde liegenden biologischen Mechanismen im einzelnen Fall zu erkunden, bedarf es einer genauen Analyse der Schmerzsymptomatik. Mit der so genannten Quantitativen Sensorischen Testung (QST) kann die Schmerzsymptomatik mit einfachen Mitteln wie Pinsel und Wattebausch exakt erfasst werden. Eines der wichtigsten Ziele des Forschungsverbunds war in der Vergangenheit die Entwicklung eines standardisierten Protokolls zur Quantitativen Sensorischen Testung, mit dessen Hilfe sensible Defizite und schmerzhafte Symptome beim einzelnen Patienten nicht nur umfassend analysiert, sondern auch standardisiert erfasst werden können.
Professor Dr. med. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, gehört dem Leitungsgremium des DFNS an. Der Mannheimer Schmerzexperte hat das Projekt „Validierung der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) als klinisches Instrument zur Untersuchung neurobiologischer Mechanismen bei neuropathischem Schmerz“ geleitet und inzwischen zum Abschluss gebracht.
Aktuell treibt Professor Treede den Aufbau eines zentralen Qualitätsmanagement-Zentrums an der Universitätsmedizin Mannheim voran, um die QST flächendeckend in Deutschland und international verfügbar zu machen und damit eine hoch qualifizierte Diagnostik neuropathischer Schmerzen sicherzustellen. Ziel ist es, die QST im wissenschaftlichen als auch im medizinischen Alltag als Standard zu etablieren. Das übergreifende Qualitätsmanagement-Zentrum wird darüber hinaus auch eine Implementierung der QST in verschiedenen neurologischen und interdisziplinären Leitlinien anstreben, wie sie bereits modellhaft in der Leitlinie "Neuropathischer Schmerz" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zu finden ist.
In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Bevölkerung, also knapp fünf Millionen Menschen, an so genannten neuropathischen Schmerzen – meist chronischen Schmerzen, deren Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem zu finden sind. Etwa 20 Prozent aller Patienten, die in Deutschland wegen Schmerzen eine schmerztherapeutische Spezialeinrichtung aufsuchen, leiden an ungenügend behandelten neuropathischen Schmerzen.
Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)
Der heute weltweit anerkannte Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz wurde im Jahr 2002 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Forschungsverbünde für Schmerzforschung“ gegründet. Seitdem befasst sich der Verbund mit der Pathophysiologie, der Prävention und der Therapie neuropathischer Schmerzen mit dem Ziel, die medizinische Versorgung von Patienten mit Nervenschmerzen grundlegend zu verbessern.
Weitere Netzwerkprojekte:
Weiterer Ausbau der weltweit größten Datenbank zu neuropathischem Schmerz - unterstützt die Erforschung neuer Therapiestrategien und eine individualisierte Diagnostik.
Blut- und DNA-Bank – Ressource für genetische Analysen, zur Identifizierung von Risikogenen für neuropathische Schmerzerkrankungen.
Zentrale Organisation und Koordination klinischer Studien – diese bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer medikamentöser Therapieoptionen.
Internet:
http://www.neuropathischer-schmerz.de
Kontakt:
Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9926
Fax: 0621 / 383 - 9921
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0080.txt)
Universitätsmedizin Mannheim ist Ausbildungszentrum für Pädiatrische Infektiologie
Mannheim, den 6. Oktober 2009
Die Aussage von Professor Dr. Horst Schroten, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Mannheim, ist klar: „Viel zu wenige Kinderkliniken in Deutschland haben einen ausgebildeten Infektiologen, der den Anforderungen von zunehmenden Resistenzen, Krankenhausinfektionen und einer immer größer werdenden Zahl von immunsupprimierten Kindern gewachsen ist.“ Dies erfordere eine Spezialisierung, die weit über die Facharztweiterbildung zum Kinderarzt hinausgehe, so Schroten. Leider müssten häufig Kinderkliniken ohne einen solchen Spezialisten auskommen.
Für Professor Schroten ist es eine logische Konsequenz, an seiner Klinik eine entsprechende Ausbildungsstätte zu schaffen, zumal die infektiologische Kompetenz hier gebündelt ist. Schließlich ist nicht nur er selbst Pädiatrischer Infektiologe, er hat auch Dr. Tobias Tenenbaum von Düsseldorf mit nach Mannheim gebracht, als er hier im März 2008 die Leitung der Kinderklinik übernahm. Dr. Tenenbaum hat bei Professor Schroten zuvor die Zusatzweiterbildung „Pädiatrische Infektiologie nach europäischem Curriculum“ absolviert – als erster junger Arzt in Deutschland. Darüber hinaus ist die Pädiatrische Infektiologie ein ausgewiesener klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der Kinderklinik – wichtige Basis für die umfangreichen Anforderungen, die an ein solches Ausbildungszentrum gestellt werden.
Der erste Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim hat jetzt seine zweijährige Zusatzweiterbildung „Pädiatrische Infektiologie“ (einschließlich Immundefekte) nach europäischem Curriculum begonnen. Dr. med. Stefan Weichert hat während seiner Facharztausbildung in Freiburg und London besonderes Interesse an der Pädiatrischen Infektiologie entwickelt. Das Universitätsklinikum Freiburg gehört – ebenso wie jetzt die Universitätsmedizin Mannheim - zu den wenigen von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGIP) zertifizierten Ausbildungszentren für dieses Spezialgebiet.
Andere europäische Länder und die USA haben die Notwendigkeit der Spezialisierung im Bereich der Pädiatrischen Infektiologie früh erkannt. Sie bieten seit langem eine entsprechende Zusatzweiterbildung an. In Deutschland hat der Deutsche Ärztetag erst im Jahr 2003 der Einführung der „Zusatzweiterbildung Infektiologie“ zugestimmt, die die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie seit vielen Jahren forderte – und auch fördert: Sie hat drei durch die Industrie gesponserte Stipendienplätze für die „Zweijährige Weiterbildung Pädiatrische Infektiologie nach europäischem Curriculum“ in einem Auswahlverfahren mit nationalen und internationalen Gutachtern vergeben – eines davon an die Universitäts-Kinderklinik in Mannheim. Damit wird die Hälfte der Stelle von Dr. Weichert finanziert.
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Dr. med. Stefan Weichert |
Kontakt:
Prof. Dr. med. Horst Schroten
Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2248
Fax: 0621 / 383 - 3818
E-Mail: kinderklinik@umm.de
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Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0077.txt)
Vorbehandlung des Spenders mit Dopamin erhöht Erfolgsaussichten der Nieren-Transplantation /
Forschungsergebnisse publiziert in JAMA
Mannheim, den 25. September 2009
Wird ein hirntoter Nierenspender vor der Organentnahme mit niedrig dosiertem Dopamin behandelt, so senkt dies beim Empfänger die Notwendigkeit von Dialysebehandlungen unmittelbar nach der Operation und steigert damit den Erfolg der Transplantation. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im September von einer Forschergruppe um Professor Dr. Peter Schnülle, Kommissarischer Direktor der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (Nephrologie, Endokrinologie und Rheumatologie), im Journal der American Medical Association JAMA veröffentlicht wurde.
Weltweit stammen die meisten transplantierten Nieren von verstorbenen Spendern, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass bei noch bestehendem Kreislauf und künstlicher Beatmung auf der Intensivstation der Hirntod diagnostiziert werden muss. Durch den Hirntod des Spenders sind die Nieren Einflüssen ausgesetzt, die diese schädigen und deren Funktion nach der Transplantation beeinträchtigen können.
Mit dem Ziel, im Vorfeld der Operation möglichst gute Bedingungen für die Transplantation zu schaffen, untersuchten Professor Schnülle und seine Mitarbeiter, ob sich die Behandlung von hirntoten Spendern vor der Organentnahme mit Dopamin, einem biogenen Amin aus der Gruppe der Katecholamine, positiv auf den Erfolg der Transplantation auswirkt.
Vom Dopamin ist bekannt, dass es direkt mit der zellulären Membran interagiert und die Fähigkeit besitzt, kühl gelagerte Endothelzellen vor oxidativem Stress zu schützen. Daher bestand die Vermutung, dass das Dopamin zelluläre Prozesse, die zum Zelltod führen, verzögern könne.
Als Maß dafür, ob eine Vorbehandlung des Spenders mit Dopamin die Transplantation der Niere günstig beeinflusst, diente die Zahl der Dialysen, die nach der Transplantation notwendig sind. Die Studie wurde mit 264 verstorbenen Spendern und 487 daraus resultierenden Nieren-Transplantaten an 60 europäischen Zentren durchgeführt. Dabei ermittelten die Wissenschaftler, dass die Gabe von niedrig dosiertem Dopamin in vielen Fällen dazu führte, dass eine einzige Dialyse nach der Transplantation ausreichte, bis die Niere ihre Funktion aufnahm. Transplantatempfänger von nicht mit Dopamin vorbehandelten Spendern hingegen brauchten häufiger mehrfache Dialysen.
Die Wissenschaftler fanden darüber hinaus Hinweise, dass die Gefahr des Transplantatversagens im Langzeitverlauf nach Jahren bei mehrfach dialysierten Nieren steigt, was bei einer einzelnen Dialyse nach der Transplantation nicht zu beobachten ist. Die Ergebnisse zeigen, dass es für den Erfolg der Transplantation wichtig ist, die Schädigung des zu transplantierenden Organs durch medizinisches „Management“ des Spenders möglichst gering zu halten.
Publikation
Effects of donor pretreatment with dopamine on graft function after kidney transplantation
Peter Schnülle, MD, PhD et al.
JAMA, September 9, 2009; Vol. 302 No.10: 1067-1075
Download
Kontakt:
Prof. Dr. Peter Schnülle
Kommissarischer Direktor der V. Medizinischen Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2340
Fax: 0621 / 383 - 3804
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(0075.txt)
Dr. Christian Veltmann von europäischer Fachgesellschaft ausgezeichnet
Mannheim, den 22. September 2009
Der Mannheimer Kardiologe Dr. med. Christian Veltmann, Assistenzarzt der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Martin Borggrefe), ist mit dem "Young Investigator Award" für klinische Forschung, den die Europäische Herzrhythmus Gesellschaft (European Heart Rhythm Association, EHRA) alle zwei Jahre im Rahmen ihres Fachkongresses EUROPACE verleiht, ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.
Dr. Veltmann befasst sich in seiner Forschungsarbeit mit dem plötzlichen Herztod junger Menschen, die keine strukturelle Herzerkrankung aufweisen. Die Betroffenen leiden häufig unter keinerlei Beschwerden, sind scheinbar völlig gesund und versterben dennoch im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter am plötzlichen Herztod. Daher ist es das wichtigste Ziel der Mediziner, Risikopatienten, die vom plötzlichen Herztod bedroht sind, zu identifizieren, um sie vor dem drohenden tödlichen Schicksal bewahren zu können.
Beim plötzlichen Herztod gerät das Herz aus dem Takt. Schuld daran sind bösartige Rhythmusstörungen aus der Herzkammer, so genanntes „Kammerflimmern“. Es sind primär genetisch bedingte Erkrankungen, mit denen sich Dr. Veltmann befasst, beispielsweise das Long QT Syndrom, das Short QT Syndrom, das Brugada Syndrom, die Kathecholaminerge Polymorphe Ventrikuläre Tachykardie (CPVT) und das so genannte "Idiopathische Kammerflimmern".
Der "Young Investigator Award" der EHRA wird Forschern unter 35 Jahren verliehen. Von den eingereichten Arbeiten, die für diesen Preis in Frage kommen, werden die vier besten ermittelt und von den Wissenschaftlern in einer Sitzung im Rahmen des Kongresses vorgestellt. Der Preisträger wird dann auf der Basis seines Vortrags vor Ort bestimmt. Der Preis wurde Dr. Veltmann im Juni beim EUROPACE 2009 in Berlin verliehen.
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Der Preisträger Dr. Christian Veltmann. |
Kontakt:
Dr. med. Christian Veltmann
I. Medizinische Klinik
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2206
Fax: 0621 / 383 - 3061
E-Mail: christian.veltmann@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0073.txt)
Mannheimer Medizinstudierende belegen auch in diesem Sommer einen hervorragenden Platz beim Staatsexamen
Mannheim, den 18. September 2009
In diesem Sommer sind zum dritten Mal Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, die Humanmedizin nach dem Modellstudiengang MaReCuM studieren, zum ersten Abschnitt des Medizinischen Staatsexamens M1 angetreten. Und wie auch im vergangenen Jahr haben sie einen Platz an der Spitze belegt: Die Mannheimer Medizinstudierenden liegen mit ihren Ergebnissen auf dem vierten Platz von den insgesamt 34 Medizinischen Fakultäten, an denen Studierende das bundesweit einheitliche Staatsexamen abgelegt haben.
Dr. Harald Fritz, Leiter des Geschäftsbereiches Studium und Lehrentwicklung an der Medizinischen Fakultät freut sich: „Wir gratulieren unseren Studierenden zu diesem Ergebnis! Mit diesem Resultat können sie wirklich zufrieden sein – wir sind es allemal.“
Die Medizinische Fakultät Mannheim ist damit weiter auf Erfolgskurs: Beim ersten Staatsexamen von MaReCuM-Studierenden hatten diese im August 2008 auf Anhieb den zweiten Platz belegt. Und die Studierenden bestätigten „ihre“ Fakultät in diesem Jahr durch ihre Bewertung im bundesweiten CHE-Hochschulranking: Sie hatten der Fakultät Bestnoten bescheinigt und sie damit auf den ersten Rang der Bewertung gebracht.
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Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim schwitzen beim Examen. |
Kontakt:
Prof. Dr. Harald Klüter
Studiendekan
Medizinische Fakultät Mannheim
Haus der Fakultät (Haus 24)
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9737
Fax: 0621 / 383 - 9733
E-Mail: studiendekan@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
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(0072.txt)
Mannheimer Neurochirurg zum zweiten Mal für seine Forschung ausgezeichnet
Mannheim, den 14. September 2009
Dr. Gerrit Alexander Schubert, Facharzt an der Klinik für Neurochirurgie der Universitätsmedizin Mannheim, ist für seine wissenschaftlichen Untersuchungen zur „akuten Subarachnoidalblutung“ mit dem „Aesculap Clinical Research Prize“ ausgezeichnet worden, einem renommierten Forscherpreis der Europäischen Gemeinschaft Neurochirurgischer Fachgesellschaften (European Association of Neurosurgical Societies, EANS). Der Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wurde dem jungen Wissenschaftler Ende März im Rahmen der Jahrestagung der EANS 2009 in Marseille übergeben.
Die Arbeit, in der Dr. Schubert die pathophysiologischen Veränderungen in der akuten Phase nach der Gehirnblutung untersucht, wird in diesem Jahr im „Journal of Neurotrauma“ publiziert werden.
Bereits vor zwei Jahren hatte der „Verein für Hirn-Aneurysma-Erkrankte – der Lebenszweig“ die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Schubert und Prof. Dr. Claudius Thomé, dem stellvertretenden Direktor der Klinik, mit einem Forschungspreis ausgezeichnet.
In seiner prämierten Forschungsarbeit hat Dr. Schubert den veränderten Blutfluss im Gehirn von Patienten innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einer subarachnoidalen Blutung (SAB; eine Blutung im Schädelinneren) untersucht. Hierbei konnte mit der Xenon-verstärkten Computertomographie (XeCT) gezeigt werden, dass vermutlich periphere Engstellungen der kleinen Blutgefäße, so genannte Vasospasmen, eine deutliche Minderversorgung des Gehirns unmittelbar nach einer Blutung verursachen.
Der Subarachnoidalraum ist ein spaltförmiger Raum um das Gehirn (zwischen der Spinnwebshaut und der Hirnoberfläche), der mit Hirnwasser gefüllt ist. Viele Blutgefäße verlaufen in dieser dünnen Schicht, und wenn eines der Gefäße an dieser Stelle platzt, breitet sich das austretende Blut in diesem Raum aus. Die Folge ist ein erhöhter Druck von außen auf das Gehirn. Rund ein Viertel aller durch Hirnblutung verursachten Schlaganfälle (hämorrhagische Schlaganfälle) wird durch Subarachnoidalblutungen verursacht. In rund 85 Prozent dieser Fälle sind angeborene, sackartige Ausstülpungen der Arterien an der Schädelbasis, so genannte Aneurysmen, für die Blutungen verantwortlich. Sie weisen eine geringere Festigkeit als normale Gefäße auf und können daher leicht einreißen.
Die Folgen einer Gehirnblutung sind schwerwiegend. Entscheidend für das Überleben einer solchen Blutung, aber auch für Lebensqualität und zu befürchtende neurologische Ausfälle sind vor allem die ersten Minuten und Stunden nach dem schädigenden Ereignis. Dr. Gerrit Schubert erforschte diese ganz akute Phase, über die bislang relativ wenig bekannt ist.
Dabei stellte der Wissenschaftler erstmalig fest, dass die Durchblutung des Gehirns bei allen Patienten signifikant und charakteristisch vermindert war und dass das Befinden der Patienten vom Schweregrad dieser Unterversorgung abhing. Sowohl intracranialer als auch cerebraler Blutdruck waren hingegen bei den untersuchten Patienten nicht messbar verändert. Dr. Schubert folgert daraus, dass Vasospasmen für diese frühe Phase der anhaltenden Minderdurchblutung verantwortlich sein könnten.
Publikation
„Acute vasospasm causes hypoperfusion immediately after subarachnoid hemorrhage –
A Xenon contrast-enhanced CT study”
Gerrit Alexander Schubert, MD, Marcel Seiz, MD, Aldemar Andrés Hegewald, MD, Jérôme
Manville, MD, Claudius Thomé, MD
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Der Preisträger Dr. Gerrit Alexander Schubert. |
Kontakt:
Dr. Gerrit Alexander Schubert
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2327
E-Mail: gerrit.schubert@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0071.txt)
Alternativer Weg der Zell-Zell-Kommunikation kann mit Herzmuskelschwäche in Zusammenhang stehen
Mannheim, den 7. September 2009
Wie schafft es eine Zelle, so unterschiedliche Funktionen wie Sinneswahrnehmung, Verdauung oder Herzschlag zu regulieren? Der Antwort auf diese spannende Frage sind Wissenschaftler der beiden Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg - der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Medizinischen Fakultät Heidelberg – ein Stück näher gekommen. In einem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Wieland, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Mannheim und Privatdozent Dr. Wolfgang Rottbauer, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie des Universitätsklinikums Heidelberg, untersuchen sie die Mechanismen der Zell-Zell-Kommunikation. Ihre Forschungsergebnisse, die aktuell in den Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) publiziert sind, sind von Bedeutung für die künftige Behandlung beispielsweise der Herzmuskelschwäche.
Zellen kommunizieren untereinander mit Hilfe von Signalstoffen, die an Rezeptor-Proteine in ihrer Zellwand binden. Die meisten Rezeptoren geben das Signal ins Zellinnere über die Aktivierung so genannter G-Proteine weiter. Die G-Proteine wiederum aktivieren Enzyme, die einen zentralen zweiten Botenstoff, den so genannten "second messenger", bilden. Einer der wichtigsten durch G-Proteine regulierte "second messenger" ist das cAMP (cyklisches Adenosinmonophosphat). Ein Mitglied aus der Familie der G-Proteine, das Gs-Protein, aktiviert das Enzym Adenylylcyclase, das diesen zentralen Botenstoff herstellt. Eine Zunahme an cAMP hat eine Vielzahl von Reaktionen im Zellstoffwechsel zur Folge. Im Herzen reguliert cAMP unter anderem die Geschwindigkeit und Kraft des Herzschlages.
Bereits im Jahr 2003 machten die Arbeitsgruppen von Professor Wieland sowie von Dr. Hans-Jörg Hippe und Professor Dr. Feraydoon Niroomand, Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie des Universitätsklinikums Heidelberg, unter der Leitung von Professor Dr. Hugo Katus, eine entscheidende Entdeckung. Sie konnten biochemisch und zellbiologisch nachweisen, dass das cAMP, wichtiger Kontrollpunkt in unseren Körperzellen, nicht nur von außen, über Rezeptoren in der Zellwand, aktiviert werden kann. Das cAMP kann auch innerhalb der Zelle, über das Enzym Nukleosid Diphosphat Kinase (NDPK), gesteuert werden. Da es Hinweise dafür gab, dass dieser Mechanismus für Erkrankungen wie die Herzmuskelschwäche eine Rolle spielen könnte, untersuchten die Forscher, inwieweit die Herzfunktion durch diesen Mechanismus beeinflusst werden kann. Im Jahr 2007 konnten die Wissenschaftler belegen, dass die Regulation des cAMP-Gehalts über die NDPK in isolierten Herzzellen tatsächlich die Kontraktion der Zelle steuern kann (Hippe H.-J. et al., Circulation Research 2007; 100: 1191).
In einem weiteren Schritt untersuchten die Wissenschaftler die Bedeutung dieses neuen Signalwegs für lebende Wirbel- bzw. Säugetiere. Dazu arbeiteten sie mit der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Rottbauer zusammen. In der jetzt erschienenen Publikation im renommierten Journal PNAS zeigen sie, dass NDPK nicht nur die Aktivität, sondern auch den Gehalt der Zellen an G-Proteinen sowie deren Wechselwirkung mit den so genannten Caveolinen, Gerüstproteinen in der Zellmembran, reguliert. Das Fehlen des Enzyms NDPK, beispielsweise in Zebrafischen, hat daher eine drastische Abnahme der Herzfunktion zur Folge.
Die Wechselwirkung der NDPK mit G-Proteinen scheint also von grundlegender Bedeutung für eine intakte Zell-Zell-Kommunikation zu sein. Da in früheren Untersuchungen eine dreifach erhöhte Menge an NDPK in Herzzellen von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz gegenüber Herzgesunden festgestellt wurde, könnten die aktuellen Befunde Ausgangspunkt für neue Therapieansätze zur Behandlung von Herzmuskelschwäche und anderen Erkrankungen mit veränderter Zell-Zell-Kommunikation über G-Proteine sein.
Aktuelle Publikation
“The interaction of nucleoside diphosphate kinase B with Gß? dimers controls heterotrimeric G protein function.”
Hippe H.-J., Wolf N.M., Abu-Taha I., Mehringer, R., Just S., Lutz S., Postel E., Niroomand F., Katus H.A., Rottbauer W., Wieland T.
Proc Natl Acad Sci USA. 2009, September X,
E-pub ahead of print: http://www.pnas.org/content/early/2009/09/03/0901679106.full.pdf+html
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Wieland
Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim
E-Mail: thomas.wieland@medma.uni-heidelberg.de
PD Dr. Wolfgang Rottbauer
Leitender Oberarzt, Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Heidelberg
E-Mail: wolfgang.rottbauer@med.uni-heidelberg.de
Dr. Hans-Jörg Hippe
Assistenzarzt, Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Heidelberg
E-Mail: hans-joerg.hippe@med.uni-heidelberg.de
Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Wieland
Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Maybachstrasse 14
68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 9610
Fax: 0621 / 383 - 9611
E-Mail: thomas.wieland@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0070.txt)
Symposium zeigt Möglichkeiten der modernen PET-CT auf
Mannheim, den 3. September 2009
Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim, unter der Leitung von Professor Dr. Stefan O. Schönberg, verfügt seit Juli dieses Jahres über eines der modernsten PET-CT, das m(olecular)CT der Firma Siemens Medical Solutions. Es wurde damit das europaweit erste Gerät dieser Bauart in Mannheim installiert. Die Hybridtechnik des mCT eröffnet vor allem in der onkologischen Diagnostik neue Horizonte. Das Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin lädt für Samstag, 12. September 2009, zu einem wissenschaftlichen Symposium ein, bei dem die Teilnehmer erahnen können, welches enorme Potenzial für die diagnostische Bildgebung bei onkologischen und anderen Erkrankungen in diesem Gerät steckt.
Die Möglichkeiten der Behandlung onkologischer Erkrankungen werden stetig verbessert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Diagnostik. Eine gute Diagnostik unterstützt die Tumortherapie, beispielsweise durch eine exakte radiologisch-nuklearmedizinische Stadieneinteilung, durch frühzeitige Kontrolle, ob der Patient auf die gewählte Therapie anspricht, und durch frühes Auffinden möglicher Rezidive. Die Hybridtechnik der PET-CT stellt insbesondere für das umfassende Staging bei Tumorerkrankungen sowie für die Beurteilung des Therapieansprechens eine ideale diagnostische Methode dar. In einem Untersuchungsgang können durch diese Art der Ganzkörperbildgebung sowohl Aussagen zur Ausdehnung als auch zum Metabolismus eines Tumors getroffen werden. So kann beispielsweise durch die genauere Erfassung der Tumorausdehnung die strahlen- oder chemotherapeutische Behandlung von Patienten noch präziser durchgeführt werden. Die Ergebnisse der PET-CT haben daher einen wesentlichen Einfluss auf die weitere Therapieplanung für den einzelnen Patienten.
Beim mCT kommen schnelle Aufnahmetechniken und empfindliche Detektionssysteme zum Einsatz. Darüber hinaus konnte eine hochleistungsfähige CT-Technologie implementiert werden. All dies trägt zu einer besseren räumlichen Auflösung bei wesentlich kürzerer Untersuchungszeit bei. Die deutlich weitere Öffnung des Gerätes erhöht gleichzeitig den Patientenkomfort und erleichtert die Planung radiologisch-interventioneller oder strahlentherapeutischer Therapien.
Neben der diagnostischen Bildgebung bei onkologischen Erkrankungen sind kardiovaskuläre, neurologische und internistisch-infektiologische Indikationen klinisch wichtige Untersuchungsbereiche, bei denen die PET-CT zum Einsatz kommt. Auch hierzu bietet das Symposium Informationen, etwa zur die Diagnostik von Erkrankungen des ZNS und des neuroendokrinen Systems.
Wissenschaftliches Symposium „mCT: Neue Horizonte in der onkologischen Bildgebung“
am Samstag, 12. September 2009
um 9:00 Uhr
Universitätsmedizin Mannheim
Großer Hörsaal H01 (Haus 6, Ebene 4)
Programm unter: http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/ikr/pdf/programm_mCT_2009_.pdf
Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenlos.
Kontakt:
Prof. Dr. Stefan O. Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2276
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: stefan.schoenberg@rad.ma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
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Deutsche Krebsgesellschaft e.V. vergibt Gütesiegel an Mannheimer Zentrum
Mannheim, den 7. August 2009
Das Hauttumorzentrum Mannheim der Universitätsmedizin Mannheim ist von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert worden. Das Zentrum ist damit eine von fünf zertifizierten Einrichtungen für Krebserkrankungen der Haut in Deutschland. Nach dem Brustzentrum ist es das zweite Organzentrum der Universitätsmedizin Mannheim, dem das Gütesiegel der onkologischen Fachgesellschaft zuteil wurde.
Das Zertifikat dokumentiert, dass das Zentrum den besonderen Anforderungen der Fachgesellschaft an Struktur, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Qualitätssicherung entspricht. Den Patienten gibt es die Sicherheit, im Hauttumorzentrum Mannheim von erfahrenen Teams auf hohem Standard behandelt zu werden - sei es in der Ambulanz oder stationär im Klinikum.
Das Hauttumorzentrum Mannheim zeichnet sich dadurch aus, dass hier alle Disziplinen der Universitätsmedizin Mannheim, die in die Diagnose oder Behandlung von Hautkrebs involviert sind, eng kooperieren. Die Universitäts-Hautklinik (Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie) koordiniert das Zentrum. Die fünf Hauptbehandlungspartner sind über Kooperationsvereinbarungen mit dieser verbunden. Das Herzstück der Zusammenarbeit ist die regelmäßige interdisziplinäre Hauttumorkonferenz. Hier werden fachübergreifende Fragestellungen im interdisziplinären Expertenteam besprochen und gemeinsam die Diagnostik und Therapie für den einzelnen Patienten festgelegt.
Die Behandlung innerhalb des Hauttumorzentrums orientiert sich an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Dermatoonkologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Darüber hinaus bietet das Zentrum neue Therapieoptionen, die zum Teil in der Region nur hier angeboten werden: etwa die Tumorchemosensitivitätstestung, die Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT), die Hypertherme Extremitätenperfusion und die Radiatio mit lokaler Hyperthermie.
Das Hauttumorzentrum Mannheim der Universitätsmedizin Mannheim arbeitet in der Nachsorge und Betreuung der Patienten mit Hauttumoren eng mit niedergelassenen Dermatologen zusammen. Dies haben aktuell 67 Hautarztpraxen in einem Kooperationsbrief bestätigt. Das Hauttumorzentrum Mannheim weitet die psychologische Betreuung von Hautkrebspatienten sowie die Beratung der Patienten durch den Sozialdienst aus. Darüber hinaus ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe Hautkrebs in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V. geplant.
Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie ist Exzellenzzentrum für Dermatologie des Landes Baden-Württemberg. Diese gemeinsame Einrichtung des Landes, der Medizinischen Fakultät Mannheim und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) basiert auf Empfehlungen der Medizinstrukturkommission des Landes Baden-Württemberg.
Kennzahlen des Hauttumorzentrums Mannheim
Patientenzahlen 2008:
ca. 900 Patienten mit Melanom (Schwarzer Hautkrebs)
ca. 900 Patienten mit epithelialen Tumoren (Weißer Hautkrebs)
ca. 100 Patienten mit seltenen Hauttumoren (kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome, Weichteilsarkome)
ca. 100 Patienten mit seltenen Hauttumoren (kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome, Weichteilsarkome)
Mehr als 1.300 Hauttumore wurden chirurgisch entfernt
Enge interdisziplinäre Kooperation
Hauptbehandlungspartner der Klinik für Dermatologie:
Chirurgische Klinik
Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie (III. Medizinische Klinik)
Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Pathologisches Institut
Darüber hinaus Kooperation mit allen in der Behandlung von Hautkrebs involvierten Kliniken.
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Hauttumorkonferenz: Ärzte der unterschiedlichen Disziplinen beraten über die Therapie einer Melanompatientin (im Hintergrund MRT des Schädels der Patientin). |
Informationen im Netz
Hauttumorzentrum Mannheim: http://www.umm.de/2794.0.html
Exzellenzzentrum Dermatologie: http://www.umm.de/1427.0.html
Kontakt:
Prof. Dr. Sergij Goerdt
Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Exzellenzzentrum Dermatologie Mannheim des Landes Baden-Württemberg
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2280
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: sergij.goerdt@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
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Forschungsergebnisse des Mannheimer Dermatologen Dr. Jochen Utikal in Nature publiziert
Mannheim, den 6. August 2009
Der Mannheimer Dermatologe Dr. Jochen Utikal ist einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Zellersatztherapie bei degenerativen Erkrankungen vorangekommen. Dem Wissenschaftler ist es gelungen einen Mechanismus zu entschlüsseln, durch den so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) mit gutem Erfolg hergestellt werden können. Dr. Utikal ist Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, dem Exzellenzzentrum Dermatologie Mannheim des Landes Baden-Württemberg.
Erst seit kurzem gelingt es überhaupt, Hautzellen durch das Einschleusen von Genen und eine daraus resultierende verstärkte Expression von Transkriptionsfaktoren in pluripotente Zellen zu verwandeln. Diese iPS-Zellen haben ebenso wie embryonale Stammzellen die Fähigkeit, sich in jegliches Gewebe entwickeln zu können. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den iPS-Zellen, dass diese die embryonalen Stammzellen in der medizinischen Forschung ersetzen können.
Das Hauptinteresse der Forschung an menschlichen Stammzellen gilt möglichen Zellersatztherapien. Die Basis dafür sind pluripotente Zellen, die in spezialisierte Zellen differenziert und vermehrt werden können. Forschung auf diesem Gebiet musste sich in der Vergangenheit auf embryonale Stammzellen stützen, da nur diesen die natürliche Fähigkeit gegeben ist, sich in jeden möglichen Zelltypen und damit in jedes Gewebe differenzieren zu können.
Da embryonale Stammzellen aus Embryonen gewonnen werden müssen, ist die Verwendung embryonaler Stammzellen in der Forschung Gegenstand der ethischen Diskussion und in Deutschland mit dem Stammzellgesetz strikt reglementiert. Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daher mit Hochdruck daran, alternative Verfahren zur Herstellung von pluripotenten Stammzellen zu entwickeln, um künftig auf embryonale Stammzellen in der Forschung verzichten zu können.
Da iPS-Zellen ohne Zerstörung eines Embryos erzeugt werden, gelten sie als ethisch unbedenklich. Darüber hinaus besitzen iPS-Zellen einen weiteren entscheidenden Vorteil: Da sie aus Körperzellen des Patienten gewonnen werden können, haben die Zellen alle das Erbgut des Patienten und werden bei einer Therapie mit Gewebe, das aus diesen Zellen gezüchtet wurde, vom Körper des Patienten nicht abgestoßen. Die Möglichkeit, Patienten-spezifisch pluripotente Zellen zu generieren hat daher ein enormes therapeutisches Potenzial.
Die Herstellung von iPS-Zellen ist zwar in der Vergangenheit gelungen, jedoch nur mit einer sehr geringen Ausbeute. Nur etwa eine von 10.000 Zellen ließ sich in eine iPS-Zelle verwandeln. Dr. Utikal ist es nun gelungen einen Mechanismus zu entschlüsseln, durch den die Rate der hergestellten iPS-Zellen sich wesentlich steigern lässt. Um die Zelle zur Pluripotenz zu bringen müssen mehrere Gene gezielt ausgeschaltet werden.
Im nächsten Schritt wird Dr. Utikal die Möglichkeiten der therapeutischen Anwendung von iPS-Zellen erforschen. Und da der von Dr. Utikal identifizierte Mechanismus auch bei der Entstehung von Tumoren eine wesentliche Rolle spielen kann, wird auch die Tumorforschung Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit sein.
Originalpublikation:
“Cellular immortalization eliminates a roadblock during the reprogramming of somatic
cells into iPS cells.”
Utikal J, Polo JM, Stadtfeld M, Maherali N, Kulalert W, Walsh RM, Khalil A,
Rheinwald JG, Hochedlinger K.
Nature, in press
Die wissenschaftliche Arbeit wird am 9. August um 19.00 Uhr vorab als Advance Online Publication auf www.nature.com veröffentlicht [URL: http://dx.doi.org/ DOI: 10.1038/nature08285]. Bis dahin gilt die Sperrfrist.
Der Wissenschaftler Dr. Utikal:
Dr. Utikal, Facharzt für Hauterkrankungen mit den Zusatzbezeichnungen Allergologie und Medikamentöse Tumortherapie, ist nach einem rund zweijährigen Forschungsaufenthalt in Boston Anfang dieses Jahres an die Klinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Mannheim zurückgekehrt.
Hier war er bereits von 2002 bis 2006 tätig. Von 2007 bis Anfang 2009 ging er mit einem Stipendium der Dr. Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung an das Harvard Stem Cell Institute, Massachusetts General Hospital der Harvard University in Boston, USA, zu Professor Konrad Hochedlinger. Dieser leitet eines der weltweit führenden Labors auf dem Gebiet der iPS-Zelltechnologie. Hier beteiligte sich Dr. Utikal intensiv am Aufbau eines neuen Labors für iPS-Zellen und wirkte insbesondere an der Herstellung von iPS-Zellen aus Zellen der Haut mit.
Kontakt:
Dr. med. Jochen Utikal
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4461
Fax: 0621 / 383 - 3815
E-Mail: jochen.utikal@umm.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
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Strahlenschutz und optimierte Strahlenwirkung im Rahmen von Früherkennung und Heilkunde
Mannheim, den 28. Juli 2009
Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Professor Dr. Peter Frankenberg, hat die gute Kunde nach Mannheim gebracht: Der Stiftungsprofessur für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz an der Universitätsmedizin Mannheim steht nichts mehr im Weg. Die Professur soll im Rahmen eines durch die beiden Bundesministerien BMBF und BMU finanzierten Großprojektes von der Klinikum Mannheim GmbH und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie eingerichtet werden. Der Antrag der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist auch vom Ministerrat bestätigt worden. Damit kann die Ausschreibung der Professur nun erfolgen.
„Die Forschungsaktivitäten, die wir mit der Professur verbinden, sind von besonderer Tragweite für die Bevölkerung und werden ihr zugute kommen. Die Politik hat Beratungsbedarf bei Fragen des Strahlenschutzes. Dafür werden wir die Mannheimer Kompetenz zu nutzen wissen“, so Minister Frankenberg.
Mit der Professur sind zwei Forschungsschwerpunkte verbunden, die auf die Schnittstellen zwischen den Themenfeldern Strahlenwirkungen und Bildgebung fokussiert sind. Eines der Forschungsziele ist es, die Strahlenwirkungen in der Tumortherapie zu optimieren. Hierzu sollen Bildgebungstechniken entwickelt werden, mit denen die Tumorbiologie sowie die Bioverteilung, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Substanzen, die die Strahlenwirkung modifizieren, charakterisiert werden können.
Ein anderer Schwerpunkt liegt auf dem Strahlenschutz. Röntgenbasierte Verfahren haben in der Diagnostik und Therapie einen wesentlichen Anteil daran, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industrienationen deutlich gestiegen ist. Die Fortschritte in der röntgenbasierten Technologie haben jedoch auch zu einem erheblichen Anstieg der Strahlenexposition der Bevölkerung geführt. Auf der Basis einer Risikobewertung röntgenbasierter Verfahren sollen hier Maßnahmen erarbeitet werden, durch die die Exposition medizinischer Strahlenanwendungen im Rahmen der Früherkennung und Heilkunde reduziert wird.
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte implizieren eine enge Verbindung sowohl mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie als auch mit dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin. Die Professur ist dem Forschungsschwerpunkt Medizintechnik zugeordnet und wird wegen des Schwerpunktes Strahlenwirkung als Abteilung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie geführt.
Die Einrichtung der W3-Stiftungsprofessur für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz stärkt die Medizintechnik, einen der vier ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim, in Forschung und Lehre. So werden auch die an der Medizinischen Fakultät Mannheim Studierenden von der neuen Professur profitieren, die eine zentrale Rolle in der studentischen Lehre im Querschnittsbereich der Bildgebenden Verfahren, der Strahlenbehandlung und des Strahlenschutzes übernehmen wird. Dies gilt im Besonderen für den akkreditierten Masterstudiengang „Medical Physics with Distinction in Radiotherapy and Biomedical Optics“.
Darüber hinaus soll der künftige Inhaber der Professur den Technologietransfer von der Grundlagenforschung in die klinische Medizin in diesem Bereich vorantreiben. Aufgaben in der Krankenversorgung sind mit der Professur hingegen nicht verbunden.
Stiftungsprofessur Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz:
Schwerpunkt der Professur sind Forschungsarbeiten im Bereich der physikalisch-technischen sowie biologischen Grundlagen der Strahlenwirkung.
Insgesamt zehnte Stiftungsprofessur der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Fördervolumen: 1,5 Mio. Euro für fünf Jahre
Kontakt:
Prof. Dr. Frederik Wenz
Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsmedizin Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 4960
Fax: 0621 / 383 - 2476
E-Mail: frederik.wenz@medma.uni-heidelberg.de
Kontakt für Journalisten:
Dr. Eva Maria Wellnitz
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2195
E-Mail: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de
(0065.txt)