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Inhalt

MaReCuM@MIPH

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg wurde 2006 zur Vollfakultät ausgebaut und hat mit MaReCuM (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und Medizinnahe Berufe) einen äußerst attraktiven und modernen Modellstudiengang in der Humanmedizin entwickelt.

Die Wissensvermittlung in MaReCuM zeichnet sich durch eine enge Verzahnung von vorklinischen und klinischen Kenntnissen aus, die in Form von integrierten Modulen gelehrt werden. Das MIPH leitet zwei dieser Module (Gesellschaft und Gesundheit, Primärversorgung) und entwickelt sie zusammen mit den entsprechenden Lehrbeauftragten ständig weiter.

Darüber hinaus unterstützt das MIPH andere Module des MaReCuM mit verschiedenen Lehrveranstaltungen und ist aktiv im Mentorenprogramm engagiert.

Lehrbereiche

Allgemeinmedizin

Die medizinische Versorgung in Deutschland sieht sich nicht nur einem demografischen Wandel gegenüber, sondern wird aufgrund veränderter gesellschaftlicher Strukturen und innovativer Behandlungsmodelle vermehrt ambulant statt stationär gestaltet werden. Die hausärztliche Versorgung gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Medizinstudierende müssen deshalb bereits früh für den ambulanten Tätigkeitsbereich sensibilisiert werden. Die ambulante Medizin mit speziellem Fokus auf Allgemeinmedizin soll bereits im Studium den Stellenwert erhalten, den sie später in der Versorgung einnimmt.

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrats im „Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin“ (NKLM 2015) rücken wir bisher unterrepräsentierte Lehrinhalte der ambulanten Medizin verstärkt in den Fokus der Lehre und fördern gezielt die Entwicklung von Kompetenzen in den verschiedenen Rollen des Arztes (CanMeds Rollen).

Das Fach Allgemeinmedizin vermittelt die Kompetenzen zur begleitenden Behandlung und Betreuung von Patienten in einem hausärztlichen Versorgungsansatz. Kompetenzen im Erkennen und Beurteilen gesundheitlicher Gefährdungen und Risiken sowie der Behandlung und Beurteilung von Therapieverläufen an der ersten Kontaktstelle zwischen Patient und Gesundheitssystem gehören ebenso dazu wie individuelle Gesundheitsförderung und Prävention.

Auf der Grundlage von (häufigen) Behandlungs- oder Konsultationsanlässen in der Allgemeinmedizin, soll der Studierende (im Blockpraktikum, in Seminaren und Vorlesungen sowie durch ein Blended-Learning-Konzept) erlernen, die geschilderte Symptome und anamnestischen Angaben so einzuordnen, dass zielführende Entscheide zur primären Versorgung bzw. zur weiteren Konsultation von Fachärzten resultieren. Dazu gehört die Einordnung der Erkrankung in die Biografie des Patienten sowie die Auswahl von evidenzbasierten, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Vorgehensweisen, welche den sozialen Kontext und Begleiterkrankungen des Patienten berücksichtigen.

Arbeitsmedizin

Im 5. Studienjahr wird innerhalb des Moduls „Primärversorgung“ auch das Themengebiet Arbeitsmedizin abgebildet. Im Fach Arbeitsmedizin werden die Wechselwirkungen zwischen chemischen, toxikologischen, physikalischen, physischen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz auf die Gesundheit vermittelt. Von besonderer Bedeutung ist die Verschiebung der Belastungsspektren und Exposition durch Fortschritte im Arbeitsschutz und die zunehmende Bedeutung psychischer Beanspruchungen durch moderne Arbeitswelten.
Ausgehend von Arbeitsplatzbeschreibungen und individuellen beruflichen Anforderungsprofilen werden die Auswirkungen von Krankheit und Behinderung auf die Fähigkeit zur Teilhabe am Arbeitsleben diskutiert sowie Strategien zur gesundheitlichen Prävention am Arbeitsplatz erarbeitet. Ergänzend werden konkrete Versorgungsleistungen der gesetzlichen Sozialversicherungssysteme erörtert. 

Darüber hinaus erhalten die Studierenden einen Einblick in die praktische medizinische Versorgung durch unsere Lehrpartner in Großunternehmen der Metropolregion Rhein Neckar. Auf diese Weise verbinden wir Theorie und Praxis und bieten unseren Studierenden die Möglichkeit, das umfangreiche Spektrum einer arbeitsmedizinischen Tätigkeit an ihrer Wirkungsstätte kennenzulernen.

Gesundheitsökonomie

Das Fach Gesundheitsökonomie stellt das medizinische Handeln in den Kontext wirtschaftlichen Handelns und vermittelt Grundzüge der effizienten und gerechten Verteilung medizinischer Leistungen. Bereits im vorklinischen Wahlfach Gesundheitsökonomie, welches im zweiten Studienjahr stattfindet, erhalten die Studierenden einen Überblick über Aufbau und Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens. Sie lernen über ökonomische Grundlagen in der Medizin und können gesund¬heitsökonomische Fragen ein¬ordnen und kritisch bearbeiten.

Im dritten Studienjahr wird das Fach für alle Studierenden im Modul Gesellschaft & Gesundheit abgebildet. Den Studierenden wird ein Verständnis für die Anwendung ökonomischer Theorie im Bereich Gesundheit vermittelt. Hierfür werden sowohl die wichtigsten Ansätze ökonomischen Denkens wie auch ausgewählte Anwendungsbeispiele vorgestellt. Weiterhin werden das Gesundheitssystem und aktuelle Reformansätze in Deutschland aus einer politisch-ökonomischen Sicht beschrieben.

Eine Vertiefung wird Studierenden mit dem neuen klinischen Wahlfach Gesundheitsökonomie ermöglicht, welches erstmals zum Ende des Wintersemesters 2018/19 angeboten wird. Abgerundet wird das Ganze durch die Neueinrichtung eines strukturierten Doktorandenprogramms, das eine Dissertation im Fachbereich Gesundheitsökonomie ermöglicht.

Sozialmedizin

Das Fach Sozialmedizin, welches im dritten Studienjahr im Modul Gesellschaft & Gesundheit verankert ist, vermittelt einerseits die gesetzlichen Grundlagen der Einbindung der Krankenversorgung in die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland und anderseits ein Bewusstsein für den psychosozialen Kontext von Gesundheit.

Die Studierenden sollen die Wirkung des demographischen Wandels und einer alternden Gesellschaft verstehen, das Ausmaß gesundheitlicher Ungleichheit, Risikogruppen und unterversorgte Sozialgruppen sowie die Bedeutung biopsychosozialer Einflussgrößen auf Morbidität und Mortalität kennen.
Für den Leistungsnachweis (TS Sozialmedizin) wird eine Kongresssituation simuliert, bei der die Studierenden in Kleingruppen ihre wissenschaftlichen Poster aus dem Bereich Sozialmedizin vorstellen. Zur Vorbereitung ihrer Poster hören die Studierenden u. a. Seminare zur Literaturrecherche aus dem Fachbereich wissenschaftliches Arbeiten. Dieses innovative Prüfungsformat, welches seit dem Wintersemester 2017/18 Anwendung findet, verknüpft die beiden Fachbereiche, zudem fordert und fördert es die Studierenden im Bereich der Wissenschaftlichkeit.

Die Studierenden lernen im Rahmen der simulierten Postersession, Fragen an Fachkollegen zu formulieren und zu beantworten. Dazu gehört auch der professionelle Umgang mit kritischen Fragen. Diese Fähigkeiten, sich an einem wissenschaftlichen Diskurs zu beteiligen, sind unabhängig vom Fach Sozialmedizin ein wichtiger Baustein für eine spätere wissenschaftliche Karriere.

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