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Industrie und sonstige Fördermittelgeber

Die Auftragsforschung, bei der in der Regel nichtöffentliche Fördermittelgeber mit der Universität Gegenleistungen in Form von Gutachten, Befunden, Untersuchungsergebnissen und dgl. vereinbaren, stellt eine wirtschaftliche Tätigkeit für die Universität dar. Um eine Beihilfe (Subvention) aus öffentlichen Mitteln bei der Durchführung der Auftragsforschung auszuschließen, muss die Leistung entweder zum Marktpreis oder durch eine Kalkulation inklusive Vollkosten plus einer angemessenen Gewinnspanne erfolgen.

Zusammenarbeit mit privaten Drittmittelgebern

Die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg mit privaten Drittmittelgebern kann unterschiedliche Formen annehmen. Für die vertragliche Ausgestaltung der Projektarbeit ist es notwendig, die reine Auftragsforschung für einen privaten Auftraggeber von der Kooperationsforschung sowie einer wissenschaftlichen Dienstleistung (WDL) zu unterscheiden.

Die Wahl der am besten geeigneten Vertragsform trägt entscheidend zu einem reibungslosen Ablauf der Zusammenarbeit mit privaten Dritten bei. Es ist besonders für die Projektbudgetierung und die Verwertungsrechte wichtig, die Auftragsforschung von anderen Arten der Zusammenarbeit mit privaten Dritten abzugrenzen.

Übersicht der Kooperationsformen mit privaten Drittmittelgebern (pdf)

Die Medizinische Fakultät Mannheim bietet schon vor der Vertragsanbahnung umfassende Beratungsleistungen an, damit die korrekte Einteilung eines Forschungsvorhabens vorgenommen werden kann. Alle entstehenden vertraglichen Vereinbarungen werden im Dezernat Forschung juristisch geprüft und gegebenenfalls unterzeichnet. Schon vor der Angebotserstellung unterstützt die Medizinische Fakultät Mannheim darüber hinaus bei der Kalkulation der Kosten und informiert bei Bedarf auch die Auftraggeber über die an der Medizinischen Fakultät Mannheim gültige Kalkulationsgrundlage.

Forschungs- und Lehrzulage

Professoren, die nach Bundesbesoldungsordnung W berufen sind sowie Junior- und Hochschuldozenten nach §51 des Landeshochschulgesetzes, können für die Dauer einer Projektfinanzierung im Bereich der Auftragsforschung eine nicht ruhegehaltfähige Leistungszulage beanspruchen. Die Zulage erhält der Wissenschaftler persönlich zu seinen Bezügen ausgezahlt.

Die Verhandlungen darüber, ob eine Forschungszulage gezahlt wird und wenn ja, in welcher Höhe, führt der Forschende zunächst eigenständig mit dem privaten Drittmittelgeber. die Forschungszulage kann nur gewährt werden, wenn der Drittmittelgeber sie zusätzlich zu den den direkten und indirekten Kosten sowie zusätzlich zum Gewinnaufschlag des Forschungsvorhabens zu zahlen bereit ist.

Das Auftragsvolumen und die damit verbundene Forschungszulage müssen darüber hinaus in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. In einem Kalenderjahr darf der Maximalbetrag der Forschungszulage das Jahresgrundgehalt nicht übersteigen.

Im Rektoratsbeschluss vom 9.12.2009 zur Auf­trags­for­schung wird die Mög­lich­keit gewährt, ab dem 1.1.2010 eine For­schungs­zu­lage bei Auf­trags­for­schungs­auf­trä­gen ein­zu­wer­ben. Die For­schungs­zu­lage, ge­mäß Lan­des­be­züge­ver­ord­nung §8 (1), kann da­bei nur von Pro­fessor­en in der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W und von Junior- und Hoch­schul­do­zen­ten nach §51 des Lan­des­hoch­schul­ge­setz­es ein­ge­wor­ben werden. Hier­bei muss der Dritt­mittel­ge­ber aus­drück­lich Mittel für die For­schungs­zu­lage vor­sehen, die ne­ben den direkten Kosten, den Gemein­kosten und der Gewinn­spanne in die Kal­ku­lation des Auf­trages ein­fließ­en.

Weiter ent­hält der Bes­chluss die Auf­lage, im Lau­fe 2010 (erw. zum 1.7.2010) alle Pro­jekte im Be­reich der Auf­trags­for­schung nach Markt­prei­sen oder zu Voll­kost­en plus Ge­winn­spanne zu kalku­lieren.

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