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Forschung

Unsere Arbeitsgruppe untersucht die Mechanismen von Nozizeption und Schmerz im peripheren Nervensystem, im Rückenmark und im Gehirn. Zu diesem Zweck führen wir Untersuchungen an tierexperimentellen In-vitro-Modellen und an humanexperimentellen Surrogatmodellen des akuten und chronischen Schmerzes durch. Die hieraus entwickelten Methoden übertragen wir in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus verschiedenen Kliniken in klinische Studien an Schmerzpatienten. 

Wir untersuchen die Verarbeitung von Nozizeption und Schmerz beim Menschen, wobei wir uns sowohl für die normalen Vorgänge als auch pathologische Veränderungen bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen und bei Patienten mit veränderter Schmerzwahrnehmung aus dem Bereich Psychiatrischer Störungen interessieren. 

Wir untersuchen insbesondere die Mechanismen, die der neuronalen Kodierung tatsächlich oder potenziell gewebeschädigender, sogenannter noxischer Reize in primären nozizeptiven Neuronen dienen, sowie deren Weiterleitung zum und Verarbeitung im Rückenmark.

PD Dr. sc. hum. biol. Wolfgang Magerl

Zentralnervöse Plastizität des nozizeptiven Systems und Schmerzgedächtnis

Die Signale von den primären nozizeptiven Afferenzen werden innerhalb des ZNS weitergeleitet und verarbeitet, was u.a. zur Wahrnehmung dieser Reize als schmerzhaft führt. Darüber hinaus steigert die Erregungsübertragung die Empfindlichkeit des nozizeptiven Systems (zentrale Sensibilisierung), was sich in einer Überempfindlichkeit gegenüber mechanischen Reizen äußert. 

Nachdem Schlafstörungen gleichermaßen zu den häufigsten Begleitbeschwerden von Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen zählen, ist das Forschungsthema zum pathophysiologischen Zusammenhang zwischen Schlafentzug und Schmerz von besonderer therapeutischer Relevanz.

Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede

Neurobiologische Mechanismen nichtspezifischer Rückenschmerzen

Im Tiermodell werden Mechanismen untersucht, die dazu beitragen, dass sich chronische Rückenschmerzen in andere Körperbereiche ausbreiten. Ziel der Experimente ist es Mechanismen zu identifizieren, die den Übergang von lokalem zu ausstrahlendem Rückenschmerz kontrollieren. Das Ausschalten dieser Mechanismen könnte zu neuen Behandlungsmethoden von Rückenschmerzpatienten oder von Patienten mit anderen Formen chronischer myofaszialer Schmerzen führen. 

Wir untersuchen die Kodierung tatsächlich oder potenziell gewebeschädigender Reize (noxische Reize) in primären nozizeptiven Neuronen und die anschließende Signalverarbeitung im nozizeptiven System. Wir verwenden dafür Elektrophysiologie und Live-Cell-Imaging in zellulären Systemen, Elektrophysiologie und Verhaltenstests in Nagermodellen des neuropathischen Schmerzes und des Rückenschmerzes, sowie Psychophysik, Elektrophysiologie und funktionelle Bildgebung bei gesunden Probanden und bei Patienten mit chronischen Schmerzen bzw. Erkrankungen des Nervensystems. 

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