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Quantitative sensorische Testung (QST) bei neuropathischem Schmerz

Läsionen im peripheren oder zentralen Nervensystem können chronische Schmerzen verursachen ("neuropathische Schmerzen"). In diesem Projekt haben wir ein standardisiertes Protokoll der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) für den Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz entwickelt und betreuen die Erstellung einer Normwertdatenbank und multizentrische Therapiestudien.

QST-Schulung

Im DFNS-Schulungszentrum am Lehrstuhl für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg werden nach Certkom-Kriterien standardisierte Schulungsinhalte vermittelt. Die Schulungsdauer beträgt ca. 8 Stunden. Eine Überprüfung der korrekten Durchführung der Applikation einzelner Testreize erfolgt am Ende des Schulungstags.

Flyer zur QST-Schulung (pdf)

Schulungsinhalte

  1. Einweisung in die Geräte (ggf. auch entsprechend Medizin-Produkte-Gesetz)
  2. Durchführung eigener Messungen an Probanden inkl. der computer-basierten Auswertung
  3. Überprüfung und Dokumentation der von Hand applizierten Reize
  4. Grundlagen der Psychophysik und der klinischen Sensibilitätsprüfungen (theoretische Einführung)
  5. Abschließend Befunderhebung und Beurteilung von Datensätzen (Übungen)

Zu Punkt 2: Die Schulungsteilnehmer untersuchen sich hierbei gegenseitig. Das Einverständnis, die Untersuchungen an sich selbst durchführen zu lassen, ist Voraussetzung für die Schulungsteilnahme und die Erlangung eines Zertifikats über die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung.

Mehr Informationen unter Methodik der QST

Termine

Die Schulungstermine werden individuell vereinbart und finden in Gruppengrößen von ein bis vier Personen unter Betreuung eines Schulungsleiters/einer Schulungsleiterin statt. Bitte senden Sie zur Terminvereinbarung zwei bis drei Terminvorschläge, zu denen alle Schulungsteilnehmer Ihrer Gruppe Zeit haben, rund einen Monat im Voraus an: qst@remove-this.medma.uni-heidelberg.de

Schulungsort

Die Schulung findet im Tridomusgebäude in der Ludolf-Krehl-Str. 13-17, Haus C, Ebene 4, Neurophysiologie statt.

Kosten

Die Kosten richten sich nach der Teilnehmerzahl und nach dem Engagement der Teilnehmer im DFNS. Diese beinhalten die Schulungsgebühr ohne Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungs-kosten. Die Dauer der Schulung beträgt 8 Stunden, verteilt auf 1-2 Tage.

Preistabelle QST-Schulung

Aktive Mitglieder des DFNS

 

  • 1 Person 875,00 €
  • 2 Personen 875,00 € pro Person
  • 3 Personen 770,00 € pro Person
  • 4 Personen 700,00 € pro Person

Dies setzt eine Mitgliedschaft des direkten Vorgesetzten bzw. des zu Schulenden im DFNS voraus. Bitte senden Sie uns, um den DFNS- Schulungspreis zu erhalten, einen schriftlichen Nachweis der Mitgliedschaft zusammen mit Ihren Terminvorschlägen an qst@remove-this.medma.uni-heidelberg.de

Externe Schulungsteilnehmer

 

  • 1 Person 1.250,00 €
  • 2 Personen 1.250,00 € pro Person
  • 3 Personen 1.100,00 € pro Person
  • 4 Personen 1.000,00 € pro Person

DFNS-nahe Einrichtungen können nach Rücksprache einen Rabatt erhalten.

Die Zahlung erfolgt per Überweisung nach Rechnungserhalt.

Voraussetzungen der Teilnahme

Es handelt sich um einen praktischen Kurs. Die Teilnahme an den Untersuchungen nicht nur als Untersucher, sondern auch als Versuchsperson in einem Standard-Testareal (Gesicht, Hand oder Fuß) ist daher Grundvoraussetzung für die Erlangung des Teilnahmezertifikats. Das Ein- verständnis dazu wird vorausgesetzt (Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Punkt „Schulungsinhalte“).

Alle Schulungs- teilnehmer müssen im Vorfeld über die Teilnahme- voraussetzungen informiert sein und sollten sich vor der Schulung mit der Methodik auseinandergesetzt haben (siehe Literaturliste, mindestens Lektüre der Publikation zur Methodik: Rolke et al., Eur J Pain, 2006).

Die vollständige Ausstattung des QST-Labors der Schulungsteilnehmer ist erforderlich (Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Punkt „Geräte“). Um die Schulungsinhalte zu festigen, sollten sofort nach der Schulung Untersuchungen zunächst an 5 gesunden Probanden durchgeführt werden.

Bitte senden Sie uns vor der Schulung Ihre vollständigen Kontaktdaten (inkl. Titel) für den Erhalt der Bescheinigung über die erfolgreiche Schulungsteilnahme und für die Rechnungsadresse.

Kontakt

Postanschrift

Neurophysiologie
CBTM Haus C
Medizinische Fakultät Mannheim der
Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim

Ansprechpartner

PD Dr.W.Magerl
walter.magerl@remove-this.medma.uni-heidelberg.de
0621/383-71404

Sigrid Hugues, Dipl. BW (FH)
qst@remove-this.medma.uni-heidelberg.de
0621/383-71406

QST-Geräteliste

Geräte-Hersteller für Quantitative Sensorische Testung nach den Regeln des Deutschen Forschungsnetzes Neuropathischer Schmerz (DFNS):

Thermische Testung

TSA 2001-II von Medoc (Israel)
Deutsche Generalvertretung:
MES Forschungssysteme GmbH
Mr. Jens Grunert & Mr. Alexander Svojanovsky
Zeppelinstrasse 7, 82205 Gilching
jg@remove-this.mesmed.de
Tel: +49 (0) 8105 733 84 800
Fax: +49 (0) 8105 733 84 805
Mobil: +4915254518400
www.mesmed.de

MSA von Somedic (Schweden)
Bo Johansson Somedic Sales AB
PO Box 194 S-242 22 Hörby, Sweden
Tel. +46-415 165 50
Fax. +46-415-165 60
bo.johansson@remove-this.somedic.com

Mechanische Testung

Taktile Detektion

Von Frey-Filamente Opihair2-Set
MARSTOCKnervtest
Dr. H. Fruhstorfer
Weinbergweg 24
69198 Schriesheim, Germany
Telefon: +49-6203 108594
Fax: +49 6203 925192
info@remove-this.marstock.de

Schmerzschwelle Nadelstiche

"The Pin-Prick" und Ausstattung für Allodynie-Testung
Dr. Marcus Goetz
MRC Systems GmbH
Hans-Bunte-Strasse 10
69123 Heidelberg
www.mrc-systems.de
Tel: +49-6221-13803-13
Fax:+49-6221-13803-01
m.goetz@remove-this.mrc-systems.de

Hierbei sind die Testinstrumente zur Testung der dynamisch mechanischen Allodynie sowie ein Metronom (Korg MA30) zur Taktung der Anwendung für Schmerzsummation enthalten.

Vibration

Stimmgabel
Konventionelle 64 Hz-Stimmgabel mit 8/8-Skala.

Druckschmerzschwelle

Druckalgometer FDN200 + Rubber tip (1 cm2)
(für den Testort Gesicht wird ein feiner graduiertes Druckalgometer benötigt: FDN 100 ) für Druckalgometrie bis 2-20 kg (Gummispitze unbedingt mitbestellen)
PO Box 1217
Greenwich, CT (USA) 06836-1217
Tel: 001 203 698 9681
Fax: 001 800 443 4149
www.wagnerforce.com

Elektronisches Druckalgometer
Somedic Products
Frestavägen 6
Box 519
S-192 05 Sollentuna
SWEDEN
Phone: +46 8 35 68 27
Telefax: +46 8 35 68 74
info@remove-this.somedicprod.se

SOMEDIC Sales AB
Box 194
S-242 22 HÖRBY
SWEDEN
Tel. +46 415 165 50
Fax. +46 415 165 60
info@remove-this.somedic.com

Methodik der QST

Vereinfacht beschriebene Methodik der quantitativen sensorischen Testung (QST; Auszug aus dem Aufklärungsbogen für QST-Untersuchungen bei gesunden Probanden)

Wärme und Kälte

Zunächst wird Ihre Warm- und Kaltempfindung sowie Ihre Wahrnehmung von Kälte- und Hitzeschmerzreizen geprüft. Hierfür wird Ihnen eine ca. 13 cm2 große Metallfläche auf die Haut gelegt. Diese hat eine Ausgangstemperatur von 32°C, die in einer festgelegten Reihenfolge ansteigt oder abfällt. Sobald Sie Temperaturveränderungen oder Schmerzempfindungen an der Auflagefläche wahrnehmen, bitten wir Sie, eine Stop-Taste zu drücken, woraufhin die Metallfläche ihre Ausgangstemperatur wieder erreicht. Dieser Vorgang wiederholt sich insgesamt 3-mal für jede Temperaturänderung in jedem Testareal.

Berührung

Es folgt die Prüfung Ihrer Wahrnehmungsschwellen für Berührungsreize und Nadelreize, die mittels eines Haares und einer Nadel unterschiedlichen Auflagedrucks auf der Haut geprüft wird. Darauffolgend wird untersucht, ob bei Ihnen Schmerzen durch Berührung, eine sogenannte Allodynie, bestehen. Hierzu wird mit einem Wattebausch, einem Q-Tip sowie einem standardisierten Pinsel die Haut bestrichen bzw. leichter Druck auf die Haut ausgeübt. In einer weiteren Untersuchung wird ein Einzelreiz mit einer stumpfen Nadel auf die Haut aufgebracht. Im Abstand von zehn Sekunden folgt eine Serie von zehn identischen Nadelreizen innerhalb desselben Hautareals. Unmittelbar nach dem Einzelreiz sowie erneut im Anschluss an die nachfolgende Reizserie erfolgt eine zusammenfassende Beurteilung der Empfindungsstärke mit Hilfe einer numerischen Skala von 0-100.

Vibrationsschwelle

Zur Untersuchung der Vibrationsschwelle wird eine Stimmgabel auf die Haut über einem Knochenvorsprung (z.B. an den Füßen über Innenknöchel, an den Händen über dem Handgelenk, am Kopf seitlich über der Schläfe) platziert.

Druckempfindlichkeit

Zur Prüfung der Wahrnehmung der Druckempfindlichkeit der Muskulatur wird über definierten Muskeln ein Druckstimulator aufgesetzt (z.B. an den Füßen über der Fußinnenmuskulatur, an den Händen über dem Daumenballen, am Gesicht über der Schläfenregion). Mittels einer aufsteigenden Druckintensität kann die Druckschmerzschwelle über den entsprechenden Muskeln bestimmt werden. 

Literatur zur QST

Baumgärtner U, Magerl W, Klein T, Hopf H C und Treede R-D (2002) Neurogenic hyperalgesia versus painful hypoalgesia: two distinct mechanisms of neuropathic pain. Pain. 96: 141-51.

Blankenburg M, Boekens H, Hechler T, Maier C, Krumova E, Scherens A, Magerl W, Aksu F, Zernikow B (2010) Reference values for quantitative sensory testing in children and adolescents: Development al and gender differences of somatosensory perception. Pain. 149:76-88

Chan A W, MacFarlane I A, Bowsher D und Campbell J A (1992) Weighted needle pinprick sensory thresholds: a simple test of sensory function in diabetic peripheral neuropathy. J Neurol. Neurosurg. Psychiat. 55: 56-9.

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Fruhstorfer H, Lindblom U und Schmidt W G (1976) Method for quantitative estimation of thermal thresholds in patients. J. Neurol. Neurosurg. Psychiat. 39: 1071-75.

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Geber C, Scherens A, Pfau D, Nestler N, Zenz M, Tölle T, Baron R, Treede RD, Maier C (2009) Zertifizierungsrichtlinien für QST-Labore. Schmerz. 23:65-9.

Goldberg J M und Lindblom U (1979) Standardised method of determining vibratory perception thresholds for diagnosis and screening in neurological investigation. J Neurol. Neurosurg. Psychiat. 42: 793-803.

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Maier C, Baron R, Tölle TR, Binder A, Birbaumer N, Birklein F, Gierthmühlen J, Flor H, Geber C, Huge V, Krumova EK, Landwehrmeyer GB, Magerl W, Maihöfner C, Richter H, Rolke R, Scherens A, Schwarz A, Sommer C, Tronnier V, Uçeyler N, Valet M, Wasner G und Treede RD (2010) Quantitative sensory testing in the German Research Network on Neuropathic Pain (DFNS): Somatosensory abnormalities in 1236 patients with different neuropathic pain syndromes. Pain. 150(3):439-450.

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Rolke R, Baron R, Maier C, Tölle TR, Treede RD, Beyer A, Binder A, Birbaumer N, Birklein F, Bötefür IC, Braune S, Flor H, Huge V, Klug R, Landwehrmeyer GB, Magerl W, Maihöfner C, Rolko C, Schaub C, Scherens A, Sprenger T, Valet M, Wasserka B (2006) Quantitative sensory testing in the German Research Network on NeuropathicPain (DFNS): Standardized protocol and reference values. Pain. 123: 231-43

Samuelsson M, Leffler AS, Hansson P (2005) Dynamic mechanical allodynia: On the relationship between temporo-spatialstimulus parameters and evoked pain in patients with peripheral neuropathy. Pain 115:264-72.

Vollert J, Mainka T, Baron R, Enax-Krumova EK, Hüllemann P, Maier C, Pfau DB, Tölle T und Treede RD (2015) Quality assurance for Quantitative Sensory Testing laboratories: development and validation of an automated evaluation tool for the analysis of declared healthy samples. Pain. 156(12):2423-2430.

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Ziegler EA, Magerl W, Meyer RA und Treede R-D (1999) Secondary hyperalgesia to punctate mechanical stimuli: central sensitization to A-fibre nociceptor input. Brain. 122: 2245-57.

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