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Klinische Kooperationseinheit Healthy Birth

preGvent - Personalisierte Prävention und Gesundheitsförderung für Gravidität und Geburt mithilfe neuer digitaler Technologien

Trotz der Fortschritte der modernen Geburtshilfe im Verlauf der letzten Jahre persistieren gravierende Probleme: Die Frühgeburtenrate in Deutschland gehört unverändert zu den höchsten in Europa, mit einer erheblichen Morbidität bei den betroffenen Kindern. Die Adipositasprävalenz bei Müttern und durch epigenetische Einflüsse nachfolgend bei den Kindern steigt unvermindert weiter. Deutschlands Kaiserschnittrate ist auf einem medizinisch nicht begründbaren Niveau. All dies ist mit immensen Kosten für das Gesundheitswesen verbunden.                 

Psychosoziale Belastungen beeinflussen die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen. Durch das bestehende Vorsorgeprogramm und das resultierende "Präventionsdilemma" werden besonders belastete Gruppen unterversorgt. Bisher findet die Schwangerschaftsvorsorge gemäß Mutterschaftsrichtlinie, die weitgehend einem „One size fits all“-Konzept folgt, trotz großer Erfolgsgeschichte in Deutschland keine zufriedenstellenden Lösungen für die oben genannten Probleme.  

Ziel der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Healthy Birth ist es, Schwangeren mit Wohnort Mannheim ergänzend zur konventionellen Schwangerschaftsvorsorge mit den Möglichkeiten der digitalen Medizin frühzeitig eine individualisierte Förderung der bio-psycho-sozialen Gesundheit anzubieten. Digitales Verhaltens- und Befindlichkeitsmonitoring sowie Motivationshilfen sollen das Empowerment der werdenden Mütter stärken, mit positiven (epigenetischen) Auswirkungen für das Kind.

Gemeinsam mit der Abteilung Biomedizinische Informatik des CPD-BW soll eine App entwickelt werden mit den Modulen Informationsvermittlung, Befindlichkeits- und Lifestyleerhebung, Tracking von Vitaldaten und einer Chat- sowie Videofunktion für die telemedizinische Sprechstunde. Den Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe wird zusätzlich zur digitalen Informationsvermittlung eine speziell geschulte Hebamme bzw. medizinische Fachangestellte als persönliche Lotsin zur Seite gestellt, um Hilfestellung bei der Beseitigung schädlicher Einflüsse und Überwindung aversiver Verhaltensweisen zu geben und frühzeitig eine persönliche professionelle Betreuung im Bedarfsfall sicherzustellen. Dies beinhaltet neben der Möglichkeit, Fragen über einen Chat zu stellen, auch regelmäßige videogestützte Einzelgespräche. Bei Bedarf vermitteln die Lotsen den Kontakt zu regionalen Unterstützungsangeboten oder telemedizinischer Beratung durch Ärztin und Psychologin.

Untersucht werden die Auswirkungen dieser individuellen Begleitung auf den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, Empowerment, Gesundheitskompetenz und die Qualität der Mutter-Kind-Bindung.

Beteiligte Einrichtung

Frauenklinik (Prof. Dr. Marc Sütterlin)

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