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PULS! ist eine adaptive und kontextsensitive Echtzeit-Public-Health-Sentinel-Kohorte. Mit PULS! schließen wir eine strukturelle Lücke in der Gesundheitsbeobachtung, die besonders in Krisenzeiten zum Tragen kommt. Trotz der Zunahme von Ereignissen, die eine Bedrohung für die Bevölkerungsgesundheit darstellen können, fehlen bislang agile Infrastrukturen, die im Bedarfsfall zeitnah Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen liefern. Mit dem neuartigen und skalierbaren Design der PULS! Studie wird eine Studieninfrastruktur geschaffen, die sowohl longitudinale als auch kurzfristig-reaktive Datenerhebungen in Krisenzeiten ermöglicht.
Modulare Struktur
Dem Design der PULS! Studie liegt eine modulare Struktur zugrunde, sodass längsschnittliche Baseline-Messungen mit flexibel einsetzbaren, ereignisbezogenen Modulen kombiniert werden. Bereits im Vorfeld wurde ein breites Repertoire an Studienmodulen mit Fragebögen zu den wichtigsten /häufigsten vorhersehbaren gesundheitsrelevanten Themen entwickelt. Damit können im Krisenfall schnell und gezielt relevante Inhalte eingesetzt werden, was kurzfristige Datenerhebungen ermöglicht. Das Design der PULS! Studie kombiniert somit die Vorteile einer klassischen Kohortenstudie mit denen serieller Querschnittsbefragungen.
Die Studienmodule orientieren sich vorwiegend am biopsychosozialen Modell von Gesundheit und erfassen chronische und akute physische Gesundheit, mentale Gesundheit, soziale Gesundheit und Eingebundenheit sowie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen. Weitere Module berücksichtigen zudem die Akzeptanz von Maßnahmen und Schutzverhalten.
Landesweite Pionierstudie
Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen auf die körperliche, mentale und soziale Gesundheit je nach Ereignis sowohl unterschiedlich stark ausfallen als auch in unterschiedlichen Bereichen auftreten können. Ferner gehen wir davon aus, dass zwischen kurz- und langfristigen Gesundheitsauswirkungen unterschieden werden kann. Aufgrund fehlender Echtzeit-Evidenz zu gesundheitlichen Folgen krisenhafter Ereignisse werden diese im Rahmen der PULS! Studie explorativ untersucht.
Die PULS! Studie fungiert somit als eine Vorreiterstudie zur Verbesserung der Evidenzbasis für gezielte Interventionsmöglichkeiten im Krisenfall und der Planung frühzeitiger Präventionsmaßnahmen. Durch die Nutzung bevölkerungsbezogener Rückmeldungen als Datengrundlage für gesundheitsförderliche Maßnahmen bindet die Studie zudem die Perspektiven der Bevölkerung aktiv mit ein.
Ziel des Projekts ist die dauerhafte Etablierung einer Public-Health-Sentinel-Kohorte, die eine Gesundheitsbeobachtung in Krisenzeiten ermöglicht.
Methodik
Die Datenerhebung erfolgt app-basiert mittels der Data4LifeCollect App, in Kooperation mit Data4Life (D4L), einer gemeinnützigen Organisation mit ausgewiesener Expertise in digitaler Infrastruktur. Nach einem umfänglichen Eingangsfragebogen inklusive Standarddemografie erhalten die Teilnehmenden vierteljährlich kürzere Fragebögen, die einzelne Aspekte aus dem Eingangsfragebogen aufgreifen, um Veränderungen im Zeitverlauf längsschnittlich zu erfassen. Tritt ein krisenhaftes Ereignis ein, füllen die Teilnehmenden zusätzlich kurze Fragebögen aus. Bei den Umfrageinstrumenten handelt es sich, wenn möglich, um validierte oder weit verbreitete Fragebogeninstrumente, die darüber hinaus die gesundheitliche Lage bestmöglich und zeiteffizient erfassen. Fragebogeninstrumente für die agilen Fragebögen wurden entsprechend angepasst, sodass sie den möglichst aktuellen Zustand abfragen.