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AG Müller-Steinhardt

Spenderforschung

Die Arbeitsgruppe Spenderforschung beschäftigt sich mit dem Blutspendeverhalten, der Blutspenderpopulation und den sich daraus ergebenden Veränderungen für die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Blutprodukten. Durch den sich in unserer Gesellschaft vollziehenden demographischen Wandel, ändert sich aber nicht nur das Spendeaufkommen oder das Spendeverhalten, sondern auf der anderen Seite auch der Bedarf an Blutprodukten. Es stehen weniger junge Menschen als potentielle Blutspender zur Verfügung, gleichzeitig benötigen mehr ältere Menschen Blutprodukte. Schließlich unterliegt auch die Indikationsstellung zur Bluttransfusion einem medizinischen Wandel / Fortschritt, so dass der Bedarf an Blutprodukten in Teilbereichen der Medizin abnimmt, während er in anderen steigt.

Absolute Anzahl von Vollblutspenden in den Jahren 2010, 2013 and 2016 nach Alter. Die jeweilige Altersgruppe mit den 3 Spitzenwerten ist in rot markiert.

In einer aktuellen Publikation konnten wir zeigen dass sich die Altersverteilung bei  Blutspendern verändert und insbesondere die geburtenstarken Jahrgänge der sechziger Jahre nach wie vor, einen großen Anteil an der Blutversorgung stellen (siehe Abbildung). Gleichzeitig nimmt der Anteil an Blutspenden von Spendern jünger als 30 bzw. älter als 60 deutlich zu, wohingegen Spenden von 31-59-jährigen anteilig sinken. Das wird für zukünftige Rekrutierungs- und Werbestrategien von großer Bedeutung sein. Weitere Forschungsanstrengungen werden notwendig sein, um den sich vollziehenden medizinischen und demographischen Wandel ständig zu beobachten. Nur so wird eine sichere und nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit Blutprodukten auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten möglich sein. 

Publikationen

Müller-Steinhardt M, Weidmann C, Klüter H. Changes in the Whole Blood Donor population in South-West Germany: 2010 versus 2016. Transfus Med Hemother 2017;44: (DOI: 10.1159/000479192)

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