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Entwicklung der Fakultät

Festakt zur Gründung der Fakultät im Rittersaal des Mannheimer Schlosses am 5. November 1964 mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kurt Georg Kiesinger.
  • Meilensteine

    5. November 1964    

    Gründung der Mannheimer Fakultät als eine rechtlich unselbstständige Teilfakultät in der Schirmherrschaft der Medizinischen Fakultät Heidelberg: „Sektion D“.

    17. Dezember 1969

    Die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim konstituiert sich als fünfte Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg - neben den vier Fakultäten, die die Medizinische Gesamtfakultät Heidelberg ausmachen. Nach Maßgabe der Grundordnung der Universität ist sie eine völlig gleichberechtigte und eigenständige Fakultät in den akademischen Gremien der Universität Heidelberg, mit einem eigenen Promotions- und Habilitationsrecht.

    22. November 1977

    Verkündung des Universitätsgesetzes Baden-Württemberg: Die Medizinische Gesamtfakultät wird eine Kommission des Senats. Die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim wird als eine von fünf Medizinischen Fakultäten gleichberechtigtes Mitglied der Senatskommission.

    30. September 1993

    Novellierung des Universitätsklinika-Gesetzes Baden-Württemberg: Gleichstellung der Mannheimer Fakultät mit den übrigen Medizinischen Fakultäten des Landes.

    1. Oktober 1993 / 1. Oktober 1994

    Auf der Basis einer Änderung der Grundordnung im September 1993 erfolge in zwei Stufen eine „Wiedervereinigung“ der vier Heidelberger Fakultäten zu einer Medizinischen Fakultät Heidelberg. Die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim ist seither eine von zwei Medizinischen Fakultäten der Ruperto Carola.

    22. Dezember 1997

    Eine spezielle Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Klinikum Mannheim gGmbH regelt die Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen der Fakultät und dem Klinikum. Bei der Umwandlung des Mannheimer Klinikums in eine gemeinnützige GmbH wird die Bezeichnung Universitätsklinikum zum Namensbestandteil des Hauses.

    6. März 2001

    Durch eine Änderung des Universitätsklinika-Gesetzes verbrieft das Land offiziell das Recht, die Bezeichnung Universitätsklinikum zu führen: Das Mannheimer Klinikum wird offiziell zum fünften Universitätsklinikum in Baden-Württemberg.

    12./13. Dezember 2005

    Eine Senatskommission legt ein Eckpunktepapier für den Ausbau der Mannheimer Fakultät zur „Vollfakultät“ vor, dem der Senat und der Universitätsrat zustimmen.

    21. März 2006

    Der Senat beschließt, dass das vorklinische Medizinstudium an der Mannheimer Fakultät zum 1. Oktober 2006 erstmals angeboten werden soll.

    2006

    Die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim wird zur Vollfakultät ausgebaut, zur Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Dies ist verbunden mit der Einrichtung der Vorklinik und dem Aufbau des Modellstudiengangs MaReCuM, der zum Wintersemester 2006/2007 startet.

  • Entwicklung

    Die ganze Geschichte

    Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist aus der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim hervorgegangen, die am 5. November 1964 gegründet wurde. Gründerväter waren der Pathologe Prof. Dr. Wilhelm Doerr im Auftrag der Universität Heidelberg und Altbürgermeister Dr. Hans Martini im Auftrag der Stadt Mannheim.

    Mit der Gründung der Fakultät wurden drei habilitierte Instituts- und Klinikdirektoren des Städtischen Klinikums Mannheim auf die Lehrstühle ihrer Fächerberufen: der Internist Prof. Dr. Wolfgang Hoffmeister, der Chirurg Prof. Dr. Hans Oberdalhoff, und der Pathologe Prof. Dr. Günther Schallock. In den ersten fünf Jahren wurden insgesamt sieben Lehrstühle mit Chefärzten des Mannheimer Klinikums besetzt. In der Folgezeit rekrutierte die Medizinische Fakultät Mannheim ihre Professoren aus allen Regionen Deutschlands, aus dem europäischen Ausland und den USA.

    Warum wurde eine zweite Medizinische Fakultät in Mannheim ins Leben gerufen? Einerseits war die Ausbildungskapazität der Heidelberger Medizinfakultät ausgeschöpft. Insbesondere im klinischen Studienabschnitt musste die Lehre dringend entlastet werden. Andererseits hatte die Stadt ohnehin Handlungsbedarf im Hinblick auf die Weiterentwicklung der stationären Krankenversorgung in Mannheim erkannt. In einer universitär angebundenen Medizin sah die Stadt Mannheim eine Aufwertung der medizinischen Versorgung ihrer Bür-ger sowie einen wichtigen Standortfaktor.

    Eigenständige Medizinische Akademie versus Fakultät

    Welchen Status sollte die Mannheimer Ausbildungsstätte haben – rechtlich selbstständige Medizinische Akademie oder Teil einer Universität? Und sollte sie als Medizinische Fakultät der renommierten Ruprecht-Karls Universität angehören oder der damals im Aufbau befindlichen Mannheimer Universität? Diese Fragen galt es zu Beginn der gemeinsamen Initiative zu klären.

    Universität Heidelberg und Stadt Mannheim verständigten sich auf das Konzept einer zweiten Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg in Mannheim. Offenkundig fand die Vorstellung einer Medizinfakultät als in Mannheim etablierter Teil der Ruperto Carola Anklang auch bei der Stadt. Im Unterschied zur traditionsreichen Heidelberger Medizinfakultät, die sich auch als Zentrum der Grundlagenforschung verstand, sahen die Gründerväter die Mannheimer Fakultät im Kontext ihres Standortes, der Stadt der Wirtschaft und der Industrie, als Stätte der „angewandten Forschung für und in einer modernen Industriegesellschaft“, wie Axel W. Bauer in seinem medizinhistorischen Rückblick „Vom Nothaus zum Mannheimer Universitätsklinikum“ ausführt.

    Von der Fakultät für Klinische Medizin zur Vollfakultät

    Die Fakultät für Klinische Medizin Mannheim bildete von 1964 bis 2006 am Universitätsklinikum Mannheim (bis 1998 Klinikum der Stadt Mannheim) Studierende der Medizin im klinischen Teil ihres Studiums aus, nachdem diese ihre vorklinische Ausbildung in Heidelberg absolviert hatten. Hierzu war die Vorklinik in Heidelberg entsprechend ausgebaut worden. Im Wintersemester 2006/2007 erlangte die Fakultät mit dem Aufbau eines innovativen Modellstudiengangs, und damit verbunden der Einrichtung einer Vorklinik, den Status einer Vollfakultät. Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist seitdem die fünfte Medizinische Vollfakultät des Landes Baden-Württemberg

  • Bilder
    Die Städtischen Krankenanstalten Mannheim am Theodor-Kutzer Ufer um 1965
    Ball der Ärzteschaft Mannheim-Heidelberg mit Studierenden im Schwetzinger Schloss (um 1965)
    Vorlesung „Allgemeine Pathologie“ für das erste klinische Semester (WS 1964/65) mit Prof. Dr. Günther Schallock (1906–1974)
    Prof. Dr. Wilhelm Doerr (1914–1996)
    Dr. Hans Martini (* 1927)
    Prof. Dr. Wolfgang Hoffmeister (1910–1999), 1958–1979 Direktor der I. Medizinischen Klinik
    Prof. Dr. Hans Oberdalhoff (1909–1988), 1951–1972 Direktor der Chirurgischen Klinik
    Prof. Dr. Günther Schallock (1906–1974), 1951–1974 Direk-tor des Pathologischen Instituts