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Empfehlungen zur Beurteilung von Dissertationsschriften Dr. sc. hum.

Vom Berichterstatter und von den Gutachtern sollten grundsätzlich folgende Kriterien bei der Beurteilung einer Arbeit berücksichtigt werden:

  1. Die Befähigung des Doktoranden/Doktorandin zur wissenschaftlichen Arbeit und zum kritischen Denken. Hierzu zählt auch die Fähigkeit, aus durch Literaturstudium gewonnenen Erkenntnissen und vom Doktorvater vermittelten methodischen Grundlagen selbständig Lösungswege für die vorgegebenen Problemen zu entwickeln, persönliches Engagement und der termingerechte Abschluss der Arbeit.
  2. Die Relevanz der Thematik, damit verbunden die Originalität der Frage-bzw. Aufgabenstellung und der zu erwartende wissenschaftliche Erkenntnisgewinn.
  3. Die systematische Planung des Vorgehens. Bei Beobachtungsstudien und experimentellen Arbeiten zählt hierzu eine adäquate Studien- bzw. Versuchsplanung.
  4. Die Qualität der erzielten Ergebnisse. Bei Beobachtungsstudien und experimentellen Arbeiten zählt hierzu eine adäquate Methodik der Auswertung.
  5. Redaktionelle Aspekte der Dissertation: Länge und Proportionierung der Arbeit, Darstellung der Grundlagen, des Untersuchungsgutes und der Methodik, sowie der Ergebnisse ( einschl. Tabellen und Abbildungen), Diskussion der Ergebnisse, auch in Bezug zur Literatur, Stil und Ausdruck, Gliederung der Arbeit.

Über die allgemeinen Kriterien hinaus werden für die Benotung nachstehende Empfehlungen gegeben:

3 = Rite

  1. Beobachtungsstudien (z.B. Fallzusammenstellungen einfacher Art. Kasuistiken seltener Fälle
  2. experimentelle, im wesentlichen nachvollziehende Arbeiten unter Anleitung mit etablierten Methoden
  3. theoretische Arbeiten einfachen, überwiegend referierenden Charakters.

2 = Cum laude

  1. selbständig durchgeführte Beobachtungsstudien, möglichst unter klarer Darstellung neuer wissenschaftlicher Aspekte, vor allem durch Untersuchung von Kontroll- und Versuchsgruppen zur Verifizierung und Falsifizierung bisher bestehender Auffassungen
  2. experimentelle Arbeiten unter Einbeziehung verschiedenster, etablierter, aber schwieriger Methoden mit selbständiger Durchführung der Experimente, sinnvoller Arbeitsplanung und Strukturierung des Aufgabenkomplexes durch den Doktoranden/Doktorandin
  3. Arbeiten wie unter 3.3 genannt, die bei vorgegebener wissenschaftlicher Problematik ein deutliches Maß eigener Initiative des Doktoranden/Doktorandin zur Entwicklung wissenschaftlicher Lösungswege erkennen lassen

1 = Magna cum laude

  1. Anspruchsvolle Beobachtungsstudien, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben und im Wesentlichen von dem Doktoranden/ der Doktorandin selbständig geplant und durchgeführt worden sind. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden/ der Doktorandin als Erst- oder Zweitautor. Ausnahmen bedürfen der eingehenden Begründung.
  2. Experimentelle, methodisch schwierige Arbeiten, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben, unter Einbeziehung neuer bzw. durch den Doktoranden / die Doktorandin modifizierter Methoden bei im Wesentlichen selbständiger Planung und Durchführung der Arbeiten. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden / der Doktorandin als Erst- oder Zweitautor. Ausnahmen bedürfen der eingehenden Begründung.
  3. Theoretische Arbeiten, die, gestützt auf umfassende Bearbeitung der Literatur und kritische Analyse bestehender Auffassungen, zu einer von dem Doktoranden / der Doktorandin eigenständig entwickelten und überzeugend begründeten neuen wissenschaftlichen Erkenntnis oder Auffassung geführt haben. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden / der Doktorandin als Erst- oder Zweitautor. Ausnahmen bedürfen der eingehenden Begründung.

Summa cum laude

  1. Arbeiten, die zu bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben mit neuen, originellen, über la) hinausgehenden Untersuchungs- bzw. Beobachtungsmethoden, die von dem Doktoranden / der Doktorandin selbständig entwickelt und durchgeführt worden sind. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden/ der Doktorandin als Erstautor. Aus-nahmen bedürfen der eingehenden Begründung.
  2. Experimentelle Arbeiten mit neuen bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die auch in der Weise über 1.2 hinausgehen, dass diese Erkenntnisse auf der Basis eines selbständig erarbeiteten Versuchsplanes und mit selbständig entwickelten Untersuchungsmethoden gewonnen worden sind. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden/ der Doktorandin als Erstautor. Ausnahmen bedürfen der eingehenden Begründung.
  3. Theoretische Arbeiten, die zu neuen bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben. Diese wurden durch einen neuen, originellen Denkansatz und ein komplexes theoretisches Modell ermöglicht, die der Doktorand / die Doktorandin selbst entwickelt und überzeugend dargestellt hat. Eine weitere Voraussetzung ist die Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Doktoranden / der Doktorandin als Erstautor. Ausnahmen bedürfen der eingehenden Begründung.

Begriffe

Experimentell im Sinne dieser Empfehlungen ist eine Studie dann, wenn die Einflussfaktoren, die studiert werden sollen, vom Untersucher selbst oder nach einem von ihm festgelegten Verfahren gesteuert werden, wie z.B. bei in-vitro-Experimenten, Tierversuchen und randomisierten klinischen Studien.

Studien, bei denen die Einflussfaktoren nur festgestellt (beobachtet) werden, wie z.B. bei Fall-Kontroll-Studien oder Kohortenstudien, sind hier unter Beobachtungsstudien zusammengefasst.

Theoretisch werden hier solche Arbeiten genannt, für die keine eigene Datengewinnung erfolgt ist.

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Abgabetermine

Dr. med. und Dr. med. dent.
bis zum 19.09.2017
bis zum 07.11.2017
bis zum 09.01.2018

Dr. sc. hum.
bis zum 20.09.2017
bis zum 22.11.2017