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First Aid for All Mannheim schult über 500 Schüler*innen und Erwachsene

Im Juni 2019 feiert "First Aid For All Mannheim“ Geburstag! Ziel der Initiative, die vor einem Jahr von Studierenden der Medizinischen Fakultät Mannheim ins Leben gerufen wurde, ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, im Notfall zu helfen und das Richtige zu tun. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Reanimation. Hauptzielgruppe sind Schüler*innen der Mannheimer Schulen in Mittel- und Oberstufe. Die Studierenden von "First Aid for All" blicken auf ein spannendes und erfolgreiches erstes Jahr zurück.

In Mannheim haben bisher rund 350 Schülerinnen und Schüler ein kostenloses Training erhalten, das zwei oder vier Schulstunden dauert. Teilgenommen haben die Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule, das Moll-Gymnasium, die Friedrich-List-Schule, das Liselotte-Gymnasium und die Wilhelm-Wundt-Realschule. Die Studierenden planen, das Angebot auf weitere Schulen in Mannheim auszuweiten.

Am ersten „World Restart A Heart Day“ (16.10.2018) war "First Aid For All" mit 14 Trainer*innen auf den Mannheimer Kapuzinerplanken präsent und boten Passant*innen eine Kurzschulung zur Reanimation an. Im Rahmen von kirchlichen Projekttagen oder Fortbildungen ehrenamtlicher Gruppen wurden zudem weitere 50 Jugendliche ausgebildet.

Aktionstag "World Restart A Heart Day" am 16.10.2018
Demonstration einer Herzdruckmassage

„First Aid For All Mannheim“ war die erste Lokalgruppe des bundesweiten Projekts "First Aid For All“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd). Die studentischen Trainerinnen und Trainer arbeiten rein auf ehrenamtlicher Basis und die Trainings in den Schulen werden kostenlos angeboten. Die Lokalgruppe Mannheim wird durch die Fachschaftsinitiative Medizin Mannheim e.V., den Studierendenrat Heidelberg und das Lernkrankenhaus TheSiMa Mannheim unterstützt.

In Deutschland wird nur in ca. 40% der Herzstillstände eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Anwesende durchgeführt, in skandinavischen Ländern geschieht dies dagegen mittlerweile in über 70% der Fälle. Der Rettungsdienst benötigt in Deutschland durchschnittlich 8-9 Minuten bis zum Notfallort. Da bei einem Herzstillstand, bei dem keine Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden, die Überlebenswahrscheinlichkeit durch die unterbrochene Sauerstoffversorgung des Gehirns pro Minute um ca. 10% sinkt, ist eine frühe Reanimation (durch Ersthelfer*innen) für das Patientenüberleben entscheidend.

Mitte des Brustkorbes, 5-6 cm tief und 100 - 120 mal pro Minute (z.B. im Takt zu „Stayin‘ Alive“) – so einfach funktioniert die Herzdruckmassage. Sie kann durch jeden Jugendlichen oder Erwachsenen ohne große Probleme durchgeführt werden und überbrückt die Zeit bis der Rettungsdienst eintrifft. Wer sich die Atemspende im Rhythmus 30:2 zutraut, kann diese durchführen. Wichtig ist aber vor allem die Herzdruckmassage, denn nur so wird frisches Blut ins Gehirn transportiert. Getreu dem Motto „Prüfen - Rufen – Drücken“ kann also jeder im Ernstfall eventuell ein Leben retten!

Die Angst etwas falsch zu machen ist einer der größten Faktoren, weshalb Erwachsene eine Reanimation gar nicht oder zu spät durchführen. Durch das frühzeitige Trainieren von Erste Hilfe Maßnahmen bereits im Jugendalter wollen die aktuell 45 geschulten Medizinstudierenden den Mannheimer Schüler*innen diese Angst nehmen und ihnen grundlegende Fähigkeiten zur Ersten Hilfe mit auf den Weg geben.

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