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MedMa & Mannheimer Kultur

Dass es eine Medizinische Fakultät in der Stadt gibt, das wird den Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern vor allem dann bewusst, wenn sie auf die hervorragend ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte treffen, die nach ihrem MaReCuM-Studium in der Stadt an Rhein und Neckar verblieben sind und hier ihre Karriere beginnen.

In das kulturelle Leben Mannheims strahlt die Medizinische Fakultät dagegen eher selten aus. Eine dieser Gelegenheiten gab es nun im Sommer, bei den 20. Internationalen Schillertagen am Nationaltheater Mannheim, die in diesem Jahr unter dem Motto "Fieber" standen. Die Stipendiaten der hauseigenen Festivalakakademie konnten das Phänomen Fieber in einem aufwändigen Rahmenprogramm aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen kennenlernen und das künstlerische Potenzial des Begriffs erkunden. 

Produktionsleiterin Ronja Losert und Bastian Schlickenrieder testen Töne in einem Elektroauto.

Ein ehemaliger MaReCuM-Studierender half ihnen dabei. Bastian Schlickenrieder, Doktorand der Abteilung Neurophysiologie am Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) der MedMa, führte die Teilnehmerinnen in die physiologischen Grundlagen des Fiebers ein, in allgemeine Symptome, Extremformen wie die Hyperpyrexie oder die Klassifizierung im ICD-10-Code der Weltgesundheitsorganisation WHO. In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen beantwortet, etwa zu exotischen Krankheiten, dem Schwitzen oder der Wundheilung.

"Sehr interessant war Bastians entpathologisierende Sicht auf Fieber", sagt Laura Strack, eine der Leiterinnen der Festivalakademie. "Es hat uns sehr beeindruckt und inspiriert, wie Bastian wissenschaftliche Präzision und gleichzeitig eine große Offenheit und Sensibilität für disziplinsprengende Fragestellungen kombiniert hat."

Abschlussdiskussion zu den Geräuschen von Elektoautos während des Festivals "Wunder der Prärie"

Kurz nach dem Auftritt bei den Schillertagen konnte Schlickenrieder seine medizinische Expertise gleich in einer weiteren Beraterrolle einbringen. Beim Festival Wunder der Prärie im September 2019 saß er in einem Beirat, der mit Künstlerinnen und Künstlern darüber diskutierte, wie Elektroautos eigentlich klingen sollten. "Dem Wunsch nach weniger Belastung durch Straßenlärm steht der Sicherheitsaspekt eines eindeutig hörbaren Autos gegenüber", sagt Schlickenrieder. "Aus medizinischer Sicht ist das Verhindern von Unfällen ebenso wichtig wie eine Verringerung der Lärmbelastung." Die als Ergebnis der Diskussion produzierten Klänge wurden auf dem Festival schließlich mit einer Live-Performance von Elektroautos präsentiert.

Kontextspalte

Drama (fast) umsonst

Studierende erhalten Karten im Nationaltheater Mannheim grundsätzlich mit 25% Rabatt. Karten fürs Studio Werkhaus koste nur 10, fürs Junge NTM nur 7 Euro. Jeweils 3 Tage vor Vorstellung gibt es für Studierende außerdem Last-Minute-Karten.

 

Kennenlerntage

Bei den Kennenlerntagen des Nationaltheaters Mannheim im Oktober erhalten Studierende Karten für ausgewählte Vorstellungen für schlappe fünf Euro.