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Vaskuläre Biologie und Medizin

Die Gefäßbiologie (Vaskuläre Biologie) ist ein Teilgebiet der Herz-Kreislaufforschung. Im Gegensatz zu dem sehr homogenen und weit entwickelten Gebiet der kardiologischen Forschung ist das Gebiet der Kreislaufforschung der jüngere, bisher deutlich weniger entwickelte und heterogenere Forschungsast.

Dies ist unter anderem in der inhärent interdisziplinären Natur der gefäßbiologischen Forschung begründet, da Gefäße sämtliche Organe des Körpers durchziehen und mithin sehr viele und diverse Organdisziplinen betroffen sind. Gleichwohl sind Störungen der normalen Blut- und Lymphgefäßfunktion die häufigste Todesursache und sind an mehr als 70% aller Todesfälle direkt oder indirekt beteiligt. Aus diesem Grund hat die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg die Herz-Kreislaufforschung mit einem primären Fokus auf dem Gebiet der Kreislaufforschung zu einem ihrer vier Forschungsschwerpunkte (FSP) erklärt.

Zu den pathophysiologisch relevantesten Teilbereichen der Vaskulären Biologie gehören die

  • Erforschung des Blutgefäßwachstums (erwünscht bei Regenerationsprozessen; unerwünscht beim Tumorwachstum)
  • Blutgerinnungsforschung
  • Blutdruckforschung
  • Entzündungsforschung
  • Atheroskleroseforschung
  • Schlaganfallforschung
  • Diabetesforschung

Die Bedeutung der kardiologischen Forschung ist als Bestandteil des FSP ebenso fest verankert, was sich unter anderem in der Mitgliedschaft der Medizinischen Fakultät Mannheim im Deutschen Zentrum für Herz- Kreislaufforschung (DZHK) ausdrückt.

Perspektiven

Die zentrale Bedeutung von Blut- und Lymphgefäßen für die ungestörte Organfunktion und die wesentliche Bedeutung gestörter Gefäßfunktionen bei den meisten Krankheitsprozessen hat das Gebiet der Vaskulären Biologie und Medizin zu einem der sich am dynamischsten entwickelnden Disziplinen der aktuellen biomedizinischen Grundlagen- und Krank­heits­forschung gemacht, von der zukünftig wesentliche Impulse für neue diagnostische und therapeutische An­wendun­gen zu erwarten sind.

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg wird daher den eingeschlagenen Weg konsequent weiterentwickeln, um die etablierten Stärken und Alleinstellungsmerkmale der Fakultät konsequent auszubauen. Besonders attraktiv ist dabei die Entwicklung interdisziplinärer Programme im Grenzbereich zu den anderen FSP der Fakultät, insbesondere Wechselbeziehungen zwischen dem Gefäßsystem und wachsenden Tumoren (FSP Onkologie) sowie Signalwege zwischen dem Gefäßsystem und dem Nervensystem (FSP Neuronale Plastizität und Schmerzforschung) mit dem Ziel der Einwerbung weiterer Großprojekte der Verbundforschung.

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