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Medizinsystemtechnologie (Medical Systems Technologies, MST)

Die Medizinsystemtechnologie mit ihren Schwerpunkten im Gebiet der apparativen und prozessorientierten Medizintechnik, digitalen Gesundheit und Früherkennung sowie integrierten Diagnostik entwickelt sich zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Erforschung und Anwendung neuer diagnostischer Verfahren und minimal-invasiver Therapien. In einem Umfeld zunehmend komplexerer medizinischer Verfahren und Daten sichert eine strukturelle Einbettung der Medizinsystemtechnologie in vorklinische und klinische Forschung den Fokus auf die Entwicklung von Lösungen für eine effiziente, individualisierte Präzisionsmedizin.

Unter dem Dach der Universität Heidelberg entstand am Standort Mannheim in den vergangenen Jahren ein Zentrum für die medizinsystemtechnische Forschung und Entwicklung mit aktuell mehr als 120 Wissenschaftler/innen. Tendenz steigend. Neben den Fachgruppen des Forschungsschwerpunktes an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg gehören inner- und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, u.a. das Institut für Medizintechnik IMT, die Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB, das Centrum für Integrative Diagnostik und das Bruker Preclinical Imaging Reference Center zum Standort. Enge Kooperationen und Vernetzungen bereiten als Ziel den Ausbau der Medizinsystemtechnologie unter dem Dach der Universität Heidelberg mit einem zentralen Standort Mannheim vor.

Schnittstellen zu medizinischen Experten

Die enge Vernetzung der Medizin mit der Medizinphysik und Ingenieur-Naturwissenschaften ermöglicht eine Erforschung konkreter Fragestellungen an medizinsystemtechnische Lösungen aus der Klinik ebenso wie den Transfer von neuen Technologien für medizinische Anwendungen. Strategische Partnerschaften im aufstrebenden Gebiet der künstlichen Intelligenz mit Experten aus der Mathematik, Informatik und Datenwissenschaften ermöglichen integrative Datenanalysen und innovative Modellierungen von Prozessabläufen im Gebiet der frühen Erkennung von Gesundheitsstörungen. Darüber hinaus existieren die Schnittstellen zu den medizinischen Experten im Gebiet der diagnostischen und minimal-invasiven Medizin mit der erforderlichen Infrastruktur für die Simulation und experimentelle Evaluation komplexer technischer Abläufe, für eine klinische Translation sowie einer Validierung in klinischen Studien – und alles auf unmittelbar benachbartem Raum und höchstem Niveau. Perspektivisch soll die enge Zusammenarbeit in der präklinischen Forschung mit den Experten einer auf komplexe biochemische und molekulare Marker fokussierten Labormedizin, der Radiochemie mit molekularer Bildgebung und den Materialwissenschaften die wissenschaftlichen und anwendungsspezifischen Potenziale für disruptive Entwicklungen weiter erschließen.

Langfristige Verbundprojekte

Ein breites Fachspektrum der Medizintechnik von Bildgebung, Sensorik und Analytik sowie Automatisierung bis zur Radiopharmazie mit Zyklotron ermöglichen in Mannheim eine einzigartige interdisziplinäre und prozessorientierte Zusammenarbeit auch zwischen ingenieur-naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen. Neue Fachgebiete wie die Medizinische Informatik werden am Standort bedarfsgerecht systematisch aufgebaut. Durch die Einwerbung einer prominenten Verbundförderung im Medizininformatik Konsortium MIRACUM werden die cloud-basierte Datenverfügbarkeit, die Integration multidimensionaler Daten sowie die Entwicklung von Algorithmen nachhaltig gestärkt für die Etablierung endpunktbasierter, selbstlernender diagnostisch-therapeutischer Prozesse, welche insbesondere auch die Sekundärnutzung klinischer Daten für Erkrankungsmodelle und deren Validierungen mit einschließen können.

Das Kompetenzfeld ergänzt komplementär die medizintechnische Landschaft in Baden-Württemberg. Langfristige Projekte wie der BMBF Forschungscampus M2OLIE - Mannheim Molecular Intervention Environment mit einer Laufzeitperspektive von 15 Jahren ermöglichen die interdisziplinäre Weiterentwicklung von komplexen, fachübergreifenden Themenfeldern, beispielsweise innovativer hardwarebasierter Lösungen für die minimal-invasive, radiologisch-interventionelle und operative Therapie. Flankiert wird diese öffentlich-private Partnerschaft durch die digitale Innovationsplattform INSPIRE als klinisches Reallabor für die digitale Generierung sämtlicher in vivo Patientendaten im Rahmen einer Modellstation (Physioparameter, Labor, klinischer Verlauf). In enger Partnerschaft mit Softwarefirmen werden hier neue KI-gestützte Softwareprodukte für den klinischen Einsatz entwickelt.

Mit der Etablierung der Mannheimer Industrie-in-Klinik-Plattform (MIKP) wird die Kette zwischen der wissenschaftlichen Entwicklung neuer medizintechnischer Systemanwendungen und der Umsetzung in vermarktungsfähige, zukunftsweisende Soft- und Hardwareprodukte geschlossen. Beschleunigt wird dieser Prozess durch die unmittelbare Nachbarschaft der Universitätsmedizin Mannheim zum Mannheim Medical Technology Campus als Innovationstreiber und -raum für Medizintechnikhersteller, vom Start-up über die klein- und mittelständische Industrie bis zu Großunternehmen.

Wir sind uns bewusst, dass Antworten auf die großen medizinischen Fragestellungen der Zukunft keine Einzellösungen und Einzelleistungen aus dem Bereich der Medizintechnik mehr sein können, sondern auf Synergiegewinnne gerichtete Systemansätze erfordern. Daher sind wir sehr an einer Zusammenarbeit mit Partnern aus Akademie und Industrie interessiert. Wir freuen uns daher über Ihr Interesse und stehen Ihnen gerne für Gespräche zur Verfügung!