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Zeitschriftenrankings

Zeitschriftenranking-Datenbanken werten Zitationen zwischen Artikeln der ausgewerteten Zeitschriften aus und erstellen daraus verschiedene Kennzahlen (bibliometrische Indikatoren) je Zeitschrift innerhalb eines Fachgebietes. Sie können zum Beispiel dazu benutzt werden, um Zeitschriften auf ihre relative Bedeutung innerhalb eines Fachgebietes zu überprüfen, oder um als Autor Zeitschriften für zukünftige Publikationen auszuwählen.

Ausgewählte Datenbanken mit bibliometrischen Daten

In den Datenbanken ist eine Einschränkung auf Open Access Journals möglich (außer in Google Scholar Metrics).

SJR - Scimago Journal & Country Rank

Die frei zugängliche Datenbank Scimagojr.com offeriert unter anderem den Wert SCImago Journal Rank (SJR, ab 1999), der mit dem Impact Factor (IF) vergleichbar ist. In die Berechnung des SJR wird aber unter anderem das Prestige einer Zeitschrift einbezogen, das heißt Zitationen von Artikeln vielzitierter Zeitschriften erhöhen das Prestige der Zeitschrift deren Artikel zitiert werden.

Datengrundlage ist die Datenbank SCOPUS (Konkurrenzprodukt zu Web of Science; in Mannheim nicht lizenziert), in der mehr Zeitschriften ausgewertet werden als in Journal Citaton Reports oder Web of Science. Für die Auswertung der Zitationen wird ein 3-Jahres-Zeitraum verwendet. Selbstzitationen werden ausgefiltert. Die Daten werden jährlich im November aktualisiert (neue Jahresauswertung).

Über die Journal-Anzeige werden - sortiert nach Fachgebiet oder für einzelne Zeitschriften - neben dem SJR z.B. Quartil, H-Index, Scope note mit Quellenlink, durchschnittliche Zitierungen je Publikation und Grad der internationalen Zusammenarbeit angezeigt.

Mit dem Country Rank lassen sich einzelne Länder und 8 Weltregionen seit 1996 nach Fachgebieten auswerten - die Werte sind unter anderem: Anzahl der Publikationen, Zitationen pro Publikation (Durchschnitt), Selbstzitationen, Nichtzitierte Publikationen und der H-Index (Anzahl der Publikationen h, die mindestens h Zitationen erhalten haben).

Zu den Viz Tools gehört zum Beispiel der Subject Bubble Chart, mit dem sich unter anderem die Fachgebiete der Medizin mittels Blasendiagrammen nach verschiedenen Kriterien vergleichen lassen.

JCR - InCites Journal Citation Reports (Clarivate Analytics)

In der Datenbank InCites Journal Citation Reports (Sciences Edition) der Firma Clarivate Analytics werden jährlich die Aufsatz- und Zitationsdaten von über 8000 hauptsächlich englischsprachigen Zeitschriften aus den Bereichen Medizin, Technik und Naturwissenschaften ausgewertet.

Daneben gibt es noch die - in Mannheim nicht lizenzierte - JCR Social Sciences Edition.

Die Daten werden jeweils im Juli eines Jahres online veröffentlicht und beziehen sich auf die Auswertungen des Vorjahres (JCR-Jahr).

Journal Impact Factor

Der Journal Impact Factor (IF) gibt für eine bestimmte Zeitschrift an, wie häufig die zitierbaren Aufsätze der beiden Jahre vor dem JCR-Jahr durchschnittlich im JCR-Jahr zitiert wurden. Ein Impact Factor von 1,0 bedeutet also, dass jeder zitierbare Aufsatz der vergangenden zwei Jahre durchschnittlich 1 mal zitiert wurde. Die Zitationen können aus der gleichen Zeitschrift stammen.

Beispiel für eine Zeitschrift X im JCR-Jahr 2006:

Hinweis: "Zitierbare Aufsätze" im Nenner sind in der Regel research articles und reviews. Im Zähler dagegen werden die Zitationen von allen Dokumenttypen aller Web-of-Science-Zeitschriften auch auf die nicht-zitierbaren Dokumenttypen wie zum Beispiel editorials, letters, news items und meeting abstracts gezählt.

5-Year Journal Impact Factor

Seit JCR 2007 gibt es diesen Wert, bei dem das Zeitfenster für die zitierbaren Aufsätze von 2 auf 5 Jahre erweitert wurde.

Aggregate und Median Impact Factor

Die "Aggregation" fasst Zeitschriften nach Fachgebieten zusammen und errechnet sich wie der Jounal Impact Factor, nur eben für alle Zeitschriften eines Fachgebietes. Der Medianwert bezieht sich auf alle Journal Impact Faktoren des Fachgebietes.

Weitere Werte des JCR (Auswahl)

Im JCR werden sowohl für einzelne Zeitschriften, als auch für einzelne Fachgebiete ("Subject Category") weitere Indikatoren ermittelt.

Journal Rank in Categories

Gibt einen Rankingwert für die jeweilige Zeitschrift im Fachgebiet an, basierend auf dem Journal Impact Factor.

Immediacy Index

Der "Journal Immediacy Index" gibt für eine Fachzeitschrift an, wie häufig ihre Aufsätze in ihrem Publikationsjahr durchschnittlich zitiert wurden. Er errechnet sich aus der Zahl der Zitationen eines Jahres durch die Anzahl der Artikel dieses Jahres. Die zitierenden Artikel können auch aus der gleichen Zeitschrift stammen.

Der "Aggregate Immediacy Index" ist der Wert für ein Fachgebiet.

Cited Half-Life

Der Journal Cited Half-Life ist das mittlere Alter der Aufsätze, die im JCR-Jahr zitiert wurden, d.h. die Hälfe der Zitierungen auf eine bestimmte Zeitschrift bezieht sich auf Aufsätze, die innerhalb des ermittelten Jahr-Wertes (vom JCR-Jahr rückwärts gerechnet) veröffentlicht wurden.
Ein Beispiel: Die Zeitschrift X hat im JCR-Jahr 2006 einen Wert von 7,0 Jahren. Das bedeutet, dass 50% aller Zitierungen von 2006, die sich auf die Zeitschrift X beziehen, zwischen 2000 und 2006 (inklusiv) angefallen sind.

Der "Aggregate Cited Half-Life" ist der Wert für ein Fachgebiet.

Je höher der Wert, desto größer ist also die durchschnittliche Halbwertszeit eines Aufsatzes. Weniger moderne oder weniger schnelllebige Fachgebiete, bei denen das Zitationsmaximum erst nach mehr als 2 Jahren erreicht wird, können einen geringeren Impact Factor unter Umständen mit einer höheren Halbwertszeit durch Multiplikation der beiden Werte ausgleichen, siehe Beschreibung des Impact Factors in Wikipedia (Zugriff am 10.04.2018).

Citing Half-Life

Der Journal Citing Half-Life ist das mittlere Alter der Aufsätze die von einer Zeitschrift im JCR-Jahr zitiert wurden, d.h. die Hälfe der Zitierungen in einer Zeitschrift bezieht sich auf Aufsätze, die innerhalb des ermittelten Jahr-Wertes (vom JCR-Jahr rückwärts gerechnet) veröffentlicht wurden.
Ein Beispiel: Die Zeitschrift X hat im JCR-Jahr 2006 einen Wert von 7,0 Jahren. Das bedeutet, dass 50% aller Aufsätze, die von Aufsätzen der Zeitschrift X im Jahr 2006 zitiert wurden, zwischen 2000 und 2006 (inklusiv) veröffentlicht wurden.

Der "Aggregate Citing Half-Life" ist der Wert für ein Fachgebiet.

  • Cave! Anmerkungen zum IF

    Um den Wert von Impact Factors richtig einschätzen zu können, sollten unbedingt einige Bedingungen und Schwächen berücksichtigt werden:

    • Der Impact Factor sagt nicht zwingend etwas über die Qualität oder Wahrnehmung eines einzelnen Artikels aus, da relativ wenige Aufsätze einer Zeitschrift die Mehrzahl der Zitierungen erhalten!
    • Impact Factors sind von Fachgebiet zu Fachgebiet innerhalb der Medizin unterschiedlich und nicht direkt vergleichbar, da zum Beispiel große oder stark wachsende Fachdisziplinen mehr Forscher und Publikationsorgane haben.
    • Die Auswahl der JCR-Zeitschriften liegt allein beim Hersteller der Datenbank. Es werden hauptsächlich englischsprachige Zeitschriften ausgewertet. Viele deutschsprachige Fachzeitschriften mit peer-reviewing werden nicht in den JCR aufgenommen.
    • Nicht-englischsprachige Zeitschriften haben einen relativ geringeren IF, da die Abdeckung im JCR gering ist und sie aufgrund der Sprachbarriere weltweit weniger Beachtung finden.
    • Durch absichtliches Zitieren der gleichen Zeitschrift (Selbstzitation) kann der IF manipuliert werden.
    • Zeitschriften, deren Aufsätze regelmäßig wesenlich länger als zwei Jahre zitiert werden (längere Halbwertszeit) werden vergleichsweise schlechter bewertet, siehe Cited Half-Life (weitere Werte des IF).
    • Neue Forschungszweige werden seltener zitiert.
    • Grundlagenforschung wird höher bewertet als klinische Medizin, da sich diese stark auf die Grundlagenforschung bezieht.
    • Viele Zitate auf nicht-zitierbare Dokumenttypen erhöhen den IF.
    • Zeitschriften mit einem hohen review-Anteil können einen vergleichsweise höheren IF haben, da reviews durchschnittlich häufiger als research papers zitiert werden.
    • Zeitschriften mit freiem Zugriff auf die Volltexte (Open Access) haben einen vergleichsweise hohen IF.
      (Open Access in den Lebenswissenschaften.)

    Die meisten der hier genannten Punkte stammen aus dem Aufsatz Dong; Loh; Mondry: The "impact factor" revisited (veröffentlicht am 05.12.2005).

  • AWMF-Vorschlag zur Verwendung des IF

    Die  AWMF-Kommission für Leistungsevaluation in Forschung und Lehre legt auf den AWMF-Seiten zur Leistungsevaluation Forschung die Position der AWMF zur Bibliometrie in der Medizin dar  - unter anderem den AWMF-Vorschlag zur Verwendung des "Impact Factor" mit Empfehlungen zu:

    • Verfahren zur gebietsspezifischen Wichtung
    • Verdopplung des Impactfaktors bei deutschsprachigen Zeitschriften
    • Bewertung von Publikationen in Fachzeitschriften, die nicht im SCI und SSCI gelistet sind
    • Bewertung von Beiträgen in Lehr- und Handbüchern und Monographien

Google Scholar Metrics

Dieser frei zugänglich Onlineservice verknüpft ein Top-20-Ranking von englischsprachigen Zeitschriften je Fachgebiet oder Unterfachgebiet mit der Verlinkung der zitierten Artikel, die für die Rankingposition verantwortlich sind.

Das Verzeichnis wird jährlich im Juli erstellt und bezieht sich auf Artikel die in den letzten 5 abgeschlossenen Jahren in Google Scholar indexiert wurden. Es gibt dazu einige dokumentierte Hinweise.

Für die Biomedizin gibt es in der Kategorie Health and Medical Sciences 72 Unterkategorien, und in der Kategorie Life Sciences (& Earth Sciences) rund 10 in Frage kommende Unterkategorien.

Sortiert wird nach h5-index*. Man bekommt bei Klick auf den h5-index-Wert die h Artikel der jeweiligen Zeitschrift angezeigt, sortiert nach der Anzahl der Zitationen (Cited by). Jetzt kann man entweder direkt zur Verlagseite des gewünschten Artikels springen, oder man klickt auf den jeweiligen Cited-by-Link und erhält dort wieder verlinkte Artikelnachweise.

*(am Beispiel 2013 gilt: h5-index is the h-index for articles published in the last 5 complete years.
It is the largest number h such that h articles published in 2008-2012 have at least h citations each
.)

Ein vergleicherbares JCR-Ranking wäre der 5-Year Impact Factor.

 Hinweis bei Artikelnutzung: Nur wenn man über den Link auf unserer Startseite oder Google Scholar-Seite in Metrics bzw. Kennzahlen einsteigt, hat man als berechtigter Nutzer auch von außerhalb des Fakultätsnetzes Zugriff auf lizenzierte Volltexte.

CiteScore

Bei CiteScore handelt es sich um eine Metrik der Firma Elsevier, anhand derer Auswertungen für die meisten der in der Datenbank Scopus (About Scopus) nachgewiesenen Zeitschriften und anderen Publikationstypen (> 22.600 Titel) durchgeführt werden. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen Datenbank Scopus (die von der Universität Heidelberg nicht lizenziert wird) ist CiteScore kostenfrei zugänglich.

Anders als der Journal Impact Factor gibt der CiteScore je Titel an, wie häufig die Aufsätze der drei Jahre vor dem ausgewerteten Jahr durchschnittlich im CiteScore-Auswertungsjahr zitiert wurden. Dabei werden „Front Matter“-Materialien, wie z.B. editorials oder meeting abstracts, in der Auswertung mit gezählt.

Beispiel für eine Zeitschrift X im Cite-Score-Jahr 2017:

Über die Journal-Anzeige werden - sortiert nach Fachgebiet oder für einzelne Zeitschriften -  neben dem CiteScore weitere Werte angezeigt, so zum Beispiel SNIP (Source-Normalized Impact per Paper, ein Wert, der die Unterschiede in den Zitierbräuchen der verschiedenen Fachbereiche berücksichtigt) und SJR (Scimago Journal and Country Rank, bei dem anhand eines Algorithmus ähnlich dem Google PageRank-Verfahren das Prestige einer Zeitschrift mit in die Berechnung einbezogen wird).

Neben dem CiteScore selbst enthält die Metrik sieben weitere Indikatoren, darunter der Cite Score Tracker, der wie der CiteScore berechnet wird, aber für das laufende Jahr, in monatlicher aktualisierter Form.

Für weitere Informationen vgl. Elseviers Journal Metrics FAQs.

Eigenfactor

An der University of Washington wurden auf Basis der JCR-Daten zwei neue Bewertungskriterien entwickelt, um die JCR-Journals in eine jährliche Rangfolge gemäß ihrer Bedeutung bzw. ihres Einflusses zu bringen. Die Werte sind auf der Seite eigenfactor.org erläutert, aus rechtlichen Gründen allerdings aktuell erst ab Dezember eines Jahres für das Vorjahr zugänglich - sie sind seit JCR 2007 in JCR verfügbar.
Die Berechnungen berücksichtigen u.a. der Prestige einer Zeitschrift. Es wird ein 5-Jahres-Zeitraum für die Auswertung der Zitationen verwendet. Selbstzitationen werden ausgefiltert.

Der Article Influence Score ist ein Wert für den durchschnittlichen Einfluss der Aufsätze eines Journals und ist daher vergleichbar mit dem Journal Impact Factor. Der durchschnittliche Artikel der JCR-Zeitschriften hat einen AI Score von 1, ein AI Score von 5 soll also bedeuten, dass der Artikel dieser Zeitschrift im Vergleich den durchschnittlich fünfachen Einfluss hat.

Der Eigenfactor Score ist ein Wert für die Bedeutung eines Journals für die scientific community. Der Wert soll ein Maß für den Zeitanteil sein, den Nutzer mit dem Lesen eines Journals verbringen. Der Eigenfactor Score verdoppelt sich, wenn eine Zeitschriften doppelt so viele Publikation pro Jahr bei gleicher "Qualität" veröffentlicht.
Die Werte sind sehr klein, daher gibt es den Normalized Eigenfactor, damit die Werte einfacher lesbar und vergleichbar sind. Der durchschnittliche Normalized Eigenfactor Score der JCR-Zeitschriften ist 1, der Wert 5 soll also bedeuten, dass die Zeitschrift den fünffachen Einfluss hat.


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